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Full text of "Koptische Grammatik"

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Koptische 
grammatik 



Ludwig Christian 
Stern 



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KOPTISCHE GRAMMATIK 



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KOPTISCHE GRAMMATIK 



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KOPTISCHE GRAMMATIK 



VON 



LUDWIGJSTERN 

DIBBCTORIAL-A88ISTBNT BBIM AEGYTTISCHBN MU8BUM 
ZU BERLIN 



MIT KINEE LITHOGRAPHIERTEN TAFEL 



LEIPZIG 

T. O. WE I GEL 

1880 



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-<4/& Rcchte vorbehalten. 



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DEM ANDENKEN 



FRIEDRICH RUCKERT'S 



DBS GRAMMATIKKRS I)ER K0PT1SCHEN SPRACHE 



IN BEWUNDERUNG UND VEREHRUNG 



OEWIDMET 



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VORWORT. 



Als die urn die ftirderung morgenlandischer sludien eifrig be- 
mlihte T. 0. WEiGEL'sche buchhandlung die vergriffene UHLEiu;rx'sche 
grammalica coptica durch ein neues werk zu, ersetzen beabsichtigte, da 
bezeichnete ihr herr Professor Dr. Dillmaxn nach einer anfrage bei 
dem herrn Geheimen Regierungsrath Professor Dr. Lepsiis den unler- 
zeichneten gtttigst als denjenigen, dem die ausarbeitung eines sol- 
chen wohl anzuvertrauen sein mttchte. Mich erfreule es, daB ich 
auf diese weise die ergebnisse einer mehrjahrigen beschaftigung mil 
koptischer gramma tik im erwUnschten zusamraenhange vorlegen 
konnte, und so erfttlle ich zuvOrderst einc liebe pflicht, indem ich 
den beiden ausgezeichneten mannern, welche mir diese gelegenheit 
gewahrten, meinen herzlichen dank hiermit ausspreche. 

Die beschreibung der koptischen sprache nach den wissen-r 
schaftlichen grundsatzen, welche heutzutage bei einem linguist ischen 
werke allgemein angenomraen werden, gilt mit recht als eine schwie- 
rige aufgabe. Auch ist der fortschritt, den das studium der merk- 
wttrdigen sprache seit 250 jahren gemacht hat, ein langsamer ge- 
wesen, weil sich demselben zu alien zeiten nur wenige widnieten 
und es seit der entzifferung der hieroglyphen haufiger vernachlas- 
sigt als gepflegt wurde. Es ist hier der ort, auf die wissenschaft- 
liche behandlung, welche die sprache seither erfahren hat, einen 
kurzen rtickblick zu werfen. 

Als Atb. Kirchbr in der mitte des siebzehnten jahrhunderts die 
europaische gelehrtenwelt rait der koptischen sprache bekannt machte, 
da stand ihm nur eines jener sprachbttcher zu gebote, welche das 
bedttrfniB der kirche unter den Kopten selbst hervorgebracht hat. 
So sind sie selbst unsere ersten lehrer geworden. Wahrend nun die 
vocabularien, die sogenannten scalae, welche sie geliefert haben, wegen 
ihrer reichhaltigkeit uns noch heute unentbehrlich sind, erscheinen 
ihre grammatischen abrisse dtlrftig und sind ftlr uns nur noch von 
belang, urn daraus ihre sprachliche auffassung kennen zu lernen — 



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VIII V0RW0RT. 

in vvelcher absicht auch ich mitunter auf sie zurtlckgegangen bin. 
Das tiefere studium der sprache konnte erst beginnen, als koplische 
texte, zunachst ira unteragyptischen dialecte, vorlagen. Der ersle, 
vvelcher sich urn 4660 aus der literatur selbsi eine recht ansehnliche 
kenntnifi des koptischen erwarb, ohne indeB mit seiner errungen- 
schaft hervortreten zu ktfnnen, war Tiieod. Petraeus aus Flensburg, 
dessen handschriftlicher nachlaB sich groBtentheils auf der kttnig- 
lichen bibliothek zu Berlin befindet; dieser unstate mann war zu- 
gleich der erste, der koptische handschriften nach Deuischland 
brachte. Theologische studien machten auch Bonjour, Jablonski und 
Renaudot mit der koptischen sprache ziemlich vertraut, bis endHch 
Wilkins die ersten noch vielfach mangelhaften ausgaben unteragyp- 
tischer bibeltexte lieferte. Ihn ttberlraf an ttlchtigkeit sein berlihm- 
ter zeitgenosse , der gelehrte Lagroze , der 4724 ein koptisches 
wOrterbuch beendete, welches, erst nach 50 jahren gektlrzt heraus- 
gegeben , noch imraer ein schOnes zeugniB des seinen verfasser 
beherrschenden wissenschaftlichen geistes ist. 

Eine neue epoche brach fttr die koptische sprachwissenschaft 
mit dem studium des oberagyptischen dialectes an. Das jahr 4778 
brachte zwei koptische grammatiken, welche zum ersten male auch 
diesen behandelten. Die erstere, von R. Tuki, einem geborenen 
Kopten, stutzt sich auf einheimische quellen, die fur uns verloren 
waren, wenn er nicht reichlich daraus rnitgetheilt hatte, ermangelt 
aber wie die Ubrigen bttcher ihres verfassers aller critik und sprach- 
lichen bildung. Gleichwohl wurde der nutzen dieses werkes in den 
arbeiten Georgis und mehr noch Mingarellis alsbald offenbar. Die 
andere grammatik, von Scholz , entspricht eher philologischen an- 
forderungen ; sie behandelte ursprtlnglich nur den unteragyptischen 
dialect, wurde aber von Woide, damals dem ersten kenner des ober- 
agyptischen dialects, durch fortlaufende berlicksichtigung desselben 
erganzt. Die umfassendste kenntniB der koptischen sprache erwarb 
sich darnach der Dane Zoega, dessen 1840 erschienener catalog der 
handschriften des cardinals Borgia, besonders der oberagyptischen, 
ein unentbehrliches meisterwerk bleiben wird, so lange als man 
Uberhaupt nach koptischer literatur fragen wird. Auch Quatremere 
hat der wissenschaft in jener zeit vorztlgliche dienste geleistet, wah- 
rend die arbeiten anderer wie die 4837 von Rosellini herausgegebene 
grammatik nicht eben bedeutend waren. Rtlhmlich ist dagegen der 
rastlose eifer, den in den folgenden jahrzehnten H. Tattam auf die 
verOffentlichung biblischer texte unteragyptischen dialects verwandte ; 
in dem philologischen verstandniB der sprache blieb er freilich hinter 
mehreren seiner/ vorganger weit zurtlck. 



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V0RW0RT. IX 

Einen entschiedenen fortschritt der coptologie bezeichnen die 
vortrefflichen arbeiten des Turiners Amadeo Peyron, der 4835 das 
beste der wtfrterbttcher und 4844 die beste der grammatiken lieferte. 
Seine auffassung der vvurzel als durch die consonanz gebildet und 
durch den vocal bestimmt ist die bedeutsamste erkenntniB , welche 
man seither ttber die koptische sprache gewonnen hat. Seine gram- 
maiik legt alles vvichtigste kurz und meist zuverUissig dar; sie ist 
eine sichere grundlage, auf der nachfolgende grammatiker getrost 
bauen mttgen und fortbauen mttssen, denn der nieister hat sich hier 
in der beschrankung gezeigt. 

Minder erfolgreich ist die thatigkeit Schwartze's auf diesem gebiete 
gewesen, sie steht sogar in einera gegensatze gegen die vorangegan- 
gene Peyrons. Der deutsche gelehrte lieferte nicht nur verdienst- 
liche ausgaben koptischer btlcher, sondern widmete auch der be- 
schreibung der sprache an 4000 eng bedruckte quartseiten in einem 
seltsam angelegten, riesenhaften vverke und faBte das ergebniB 
seiner weitlauftigen forschung spater in einem handlichern buche 
zusammen. Das lob, welches man diesen werken gespendet hat, 
daB sie namlich die thatsachen mil seltener vollstandigkeit verzeich- 
net haben, muB die nothvvendige einschrankung erleiden, daB es hier 
leider ttberall an critik mangelt. Es ist, wenn ich mich des ausdrucks 
eines arabischen satirikers bedienen darf, ein ewiges Jls^ Jw-o bei ihm, 
viel blatter und wenig frtlchte. Was sollen wir auch von einer lin- 
guistischen methode erwarten, die ihre argumente nur zu oft in 
der speculation sucht? die sich die » genetische « nennt, ohne sich 
der historischen mittel zur ergrtlndung der sprachlichen genesis in 
diesem fallc bedienen zu kttnnen? 

Fordersamer ist der wissenschaft geworden was nach Schwartze 
vor alien andern P. de Lagarde und Elg. Revillout geleistet haben. 
Der erstere, in seiner forschung auf den bedeutenden endzweck der 
critik des bibeltextes gerichtet, lieferte vortreffliche ausgaben der 
unteragyptischen Ubersetzung ; dor letztere holte aus dem ihm wie 
keinem zweiten bekannten, unerschopf lichen schatze der sahidischen 
literatur neues und hflchst wichtiges hervor. Die Uber mein lob er- 
habenen arbeiten dieser beiden gelehrten sind uns alien noch in zu 
frischer erinnerung, als daB mehr dartlber hinzuzuftlgen nothig ware. 

Als ich mich zur ausarbeitung meiner grammatik anschickte, 
fand ich einige theile vortrefilich vorgearbeitet. Was die formen, 
namentlich der plurale, der feminina und der conjugation angeht, 
ist von Peyron am richtigsten aufgestellt; zur lautlehre hat manches 
Schwartze gesammelt, obwohl * meist ohne practische anwendung und 
ohne unterscheidung ; einige graminatische fragen sind von Rkvilloit 



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X V0RW0RT. 

hehandelt, andere von andern. Ich hatte ohne die arbeit meiner 
vorganger meine aufgabe nicht zu lttsen vermocht und bin ihnen 
daher, auch wenn ich von ihrer auffassung abweiche, zu danke ver- 
bunden. tlberdies hatte ich mich der machtigsten anregung eines 
lehrers zu erfreuen, der in das verstandniB der koptischen gramma- 
tik von alien am tiefsten eingedrungen ist. 

Als herr Geheime Regierungsrath Lepsius mich auf der kttnig- 
lichen bibliothek zu Berlin mit der anfertigung eines catalogs der 
koptischen handschriften derselben betraute, wurde ich auch mit 
den umfangreichen forschungen bekannt, welche Friedrich Ruckbrt, 
in den letzten jahren seines arbeitsamen lebens durch den verdien- 
testen Lagarde veranlafit, ttber die koptische sprache angestellt hat. 
Seine im allgemeinen geordnet hinterlassenen aufzeichnungen auf 
vielen hunderten von blattern und zetteln enthalten theils etymolo- 
gische untersuchungen , theils erlauterungen und emendationen zu 
einzelnen biblischen bttchern, theils beispiele, anmerkungen und 
regeln zu den verschiedenen capiteln der grammatik. Die schwierige 
handschrift des ehrwttrdigen greises macht die durchsicht seiner col- 
lectaneen, in denen das koptische mit lateinischen buchstaben ge- 
schrieben ist, zu keiner bequemen arbeit ; die ordnung, sichtung und 
einkleidung des von ihm gesammelten stoffes wttrde jahre in an- 
spruch nehmen ; auch hat er sich fast nur mit dem unteragyptischen 
dialect beschaftigt und der hieroglyphischen forschung stand er fern. 
Aber wer kftnnte die anspruchslose thatigkeit dieses gewaltigen geistes 
beobachten, ohne die erhebendste und fruchtbarste anregung zu em- 
pfangen! Alle wissen, eine wie erstaunliche sprach- und sprachen- 
kunde Ruckert besafi ; nicht so allgemein ist es bekannt, mit welchem 
critischen scharfblick er zu lesen, mit welcher emsigkeit er zu sam- 
meln pflegte. Wenn ich das talent und den fleiB dieses groBen 
gelehrten in seinen bttchern und sammlungen ttber die nachsten und 
ttber die entlegensten sprachen betrachte, so erinnere ich mich 
wohl jenes spruches des weisen Brahmanen: 

•Was machct groB und breit ein buch? Unwissenheit, 
»Die wissen werden will und nicht dazu gedeiht. 
»Wer etwas besser weifl, ein biichelchen ein kleines 
» Macht er daraus, und wers am besten weiB, gar keines.f 

Ruckert beherrschte die koptische sprache vollkommen ; zahl- 
reiche verbesserungen, die er in seine handexemplare unteragypti- 
scher bibeltexte eingeschrieben hat, bezeugen, wie gelaufig sie 
ihm war. Er lehrt die texte mit aufmerksamkeit lesen. Ich habe, 
wenn ich auch seinen nachlaB zunachst nur durchgesehen habe, 
urn ftlr jenen catalog den inhalt festzus tellen , gleichwohl fttr 



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VOBWORT. XI 

meine grammatik den allergrttBesten vortheil daraus gezogen; man- 
ches treffende beispiel habe ich aus ihm angemerkt, das rair aller 
wahrscheinlichkeit nach entgangen ware, wenn ich durch ihn nicht 
darauf gefllhrt worden ware. Ich habe an verschiedenen stellen 
meiner grammatik auf ihn hingewiesen, obwohl ich nicht daran den- 
ken konnte, den reichthum seiner erkenntniB zu erschtfpfen. Ich 
glaubte meiner dankbaren verehrung fttr den verewigten heros der 
wissenschaft und der dichtung keinen schicklichern ausdruck geben 
zu kttnnen, als indem ich seinen leuchtenden namen vor raein buch 
setzte. 

Es liegt mir nun ob den plan darzulegen, nach dem ich in 

meiner grammatik verfahren bin. Den gesammten stoff der sprache 

nach gewohnter sitte in formenlehre und syntax zu zerlegen, scheint 

mir im koptischen nicht thunlich, da diese anordnung die tlber- 

sichtlichkeit und folgerichtigkeit allenthalben beeintrachtigt. Als ich 

vor einigen jahren eine abhandlung Uber die koptische vocalisation 

ptante, zu der ich ein material gesammelt hatte, welches nun in 

meine grammatik tlbergegangen ist, war mir die ganze wichtigkeit 

dieser frage deutlich geworden. Wir haben, um nur ein beispiel 

anzuftthren, dasselbe wort A&e~rpequjeAx.ujeitoft, Aic*rig«Juiigcnof , tf 

A&erpequjtduujenoT't, AieTujeAiujenoft geschrieben gefunden und 

vergebens nach einer belehrung gesucht, was davon zu billigen und 

was zu verwerfen ist. Wer die bedeutsamkeit des koptischen vocals 

mit ernst erwagt, der wird sich in dem verstandniB der sprache 

alsbald geftirdert sehen und gesetz und regel erkennen, wo die will- 

kttr zu herrschen schien. Mit zwingender nothwendigkeit muB im 

koptischen die lautlehre die grundlage des gramma tischen systems 

bilden, denn wer die mechanischen ursachen nicht kennt, wie will 

der der accidentellen gewahr werden? Sehe ich von der lautlehre 

und von der bildung der wortstamme ab, so ist koptische grammatik 

im wesentlichen partikellehre , da die sprache flectierte formen 

kaum besitzt. Ich habe daher die behandlung der wortarten mit der 

der satztheile gleichsam durchflochten und meine so den fortschritt 

vom einfachen satze zum'zusammengesetzten zur anschauung gebracht 

zu haben. Meine grammatische auffassung ist aus vielfaohem nach- 

denken hervorgegangen ; aber wie es zu geschehen pflegt, daB das 

bessere der feind des guten wird, so hatte ich selbst nun manches 

anders anzuordnen gewttnscht als ich es schlieBlich gethan habe. 

Ich habe die koptische sprache aus einigen neuen gesichtspuncten 

betrachtet und daher oftmals einen namen ftlr eine sache vermiBt, 

die meine vorganger in der beschreibung ihres baues vielleicht be- 

merkt, aber nicht erklart haben. Kaum daB man bisher von 



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XII VORWOKT. 

einem status constructus ini koptischen geredet hat; von andern er- 
scheinungen ganz zu geschweigen. Wenn ich daher einige neue 
termini eingeftthrt habe, so war ich dazu durch die sache gendthigt. 
DaB ich, was man 400 jahre hindurch memphitisch und thebaisch 
genannt hat, nun boheirisch und sahidisch benenne, dafUr wird man, 
so hofle ich, meine grttnde gelten lassen. 

Als das wichtigste hulfsmittel zum verstandniB der koptischen 
sprache erscheint mir die gleichmaBige wttrdigung ihrer dialecte; 
darauf habe ich alle sorgfalt verwandt. Tiefere spaltungen giebt es im 
agyptischen nur die eine, welche den unteragyptischen dialect vom 
oberiigyptischen trennt. Was ich mittelagyptisch nenne, steht in der 
that ^wischen beiden in der mitte, bald zum einen und bald zum 
andern sich neigend. Was diese mundart auszeichnet, habe ich her- 
vorgehoben ; manches tragt den character bemerkenswerther ursprtlng- 
lichkeit an sich. Ohne die httlfe dieses dialects hatte ich formen 
wie -rep* vermuthlich wie meine vorganger als unerkliirlich hinstel- 
len mils sen. DaB ich den unteragyptischen dialect vor den ober- 
agyptischen gestellt habe, der doch der altere ist, das ist in rttck- 
sicht auf lernende geschehen, die mit dem ersteren beginnen werden, 
wie denn auch die wissenschaft mit ihm begonnen hat. 

Nicht selten muB uns die alte sprache der hieroglyphen fttr die 
koptische die erklarung liefern — etwa wie ftlr die romanischen 
sprachen das lateinische. Unendlich haufiger ist freilich das umge- 
kehrte der fall. In alien laut- und wurzelfragen steht der hieroglyphik 
ohne zweifel die entscheidung zu, und in dieser hinsicht habe ich 
haufig auf sie hingewiesen. Wenn wir auf die fttnftausendjahrige 
geschichte der agyptischen sprache zurttckblicken , dann muB uns 
die zahe beharrlichkeit Uberraschen, mit der die sprache den uralten 
besitz behauptet. In der weitern entwickelung geht freilich die 
koptische von der altagyptischen sprache weit ab und oft ist uns 
der ttbergang der formen noch dunkel. Doch diese lange geschichte 
klar zu tlberblicken, das ist das ziel, dem wir zustreben. Zu ihrer 
erklarung machte zuerst Professor Maspero in seiner schrift ttber die 
agyptische conjugation einen anerkennenswerthen versuch. Erfreu- 
liche fortschritte in der geschichte der agyptischen sprache sind erst 
ktlrzlich gemacht worden , namentlich durch die genialen forschun- 
gen Revillouts tlber das demotische und durch die »neuagyptische 
grammatik« meines freundes Dr. Erman, welche wahrend des druckes 
meines buches erschien. Ich brauche nicht zu sagen, welche wich- 
tigkeit diese arbeiten auch ftlr, die koptische sprache haben. 

Ich hatte, um mit meiner grammatik in mOglichen grenzen zu 
bleiben, mich der kttrze zu befleiBigen und habe daher die hiero- 



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VORWORT. XIII 

glyphen nicht mehr als nothig oder fdrderlich erschien heranziehen 
wojlen. Auch hegte ich scheu nicht durchaus unanfechtbares 
aufzunehmen. Nur zu oft hat der irrthum in diesen dingen fortzeu- 
gend irrthttmer geboren. Ich bin weit entfernt die groBen erfolge 
zu verkennen, welche die hieroglyphische forschung durch die arbeiten 
der vornehmsten meister des faches errungen hat; aber gerade in 
linguistischer hinsicht laBt sie noch vielfach die erforderliche sicherheit 
vermissen — nicht nur was die syntax, sondern auch was die ersten 
elemente angeht. Ich gebe hier nur die meinung vieler wieder, aber 
es bietet sich mir die gelegenheit, sie an einent beispiele kurz zu 
erlautern. 

Die unscheinbare, so haufige hieroglyphe \\ hat bei alien agyp- 
tologen, in welcher zeit und an welcher stelle sie auch erscheinen 
mttge, bestandig den werth eines * und wird fortwahrend so und 
nicht anders transcribiert. Wenn ich jetzt ausspreche, daB es grtlnde 
ftlr diese annahme tlberhaupt nicht giebt, so werde ich wahrschein- 
lich auf keinen widerspruch stoBen. Denn jeder kann sich aus 
Lepsius' KOnigsbuch tlberzeugen , daB Champollion, wenn er \\ mil i 
umschreibt, irrt und daB dieses zeichen in der griechisch-rtfmischen 
zeit vielmehr ein a, allenfalls ein e, bezeichnet und bestandig mit a 
und & wechselt. Ich denke, e D ^wjjf]^ Vespasianus, W<2. g^ 

autokrator, QQ <^>3ir5} kaisaros, Tw^'r 1 (Canop. 26) fur 

T ]s[^ ^ ^ ~F igHoyi : ignf e sind schlagend genug. Es ist nicht 

unwahrscheinlich, dass \\ in diesen fallen ftlr a nach acrophonischem 
gebrauche steht und ursprtlnglich etwa ai bedeutet. Doch lasse ich 
das dahingestellt. 

Wenden wir uns von diesera gebrauche oder misbrauche der 
spatesten schrift zu den alteren texten, so finden wir \\ oder i i (denn 
zwischen beiden ist in der that kein unterschied) seit der zwolften 
dynastie in ganzlich verschiedener bedeutung — niimlich in ideogra- 
phischer, nicht aber, soweit sich nachweisen laBt, in phonetischer. 
Selbst Champollion hat nicht zu behaupten gewagt, daB es einen 
agyptischen dual auf ui oder ti gebe, und wir intlssen zu seiner 
lehre, daB dieser n inner us ein bios ideographischer ist, zurUckkehren. 
Wie der mannliche singular nicht selten sein | und der plural sein 

^K hat, so der dual sein ^\ ; wie der weibliche singular auf 
<=> ausgeht und der plural auf !?!, seltener auf ^\m, so der dual 
auf ** DaB auch die suffixa *-*- und ^^* nur ideographisch «lie 



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xrv VORWORT. 

dualbezeichnung haben , ist glaublich genug l j . Daraus folgt, dafi 
\\ das zeichen der dualitat, der wiederholung und der verdoppelung 
ist, und ich sehe keinen grund, es an irgend einer stelle in den altera 
inschriften anders zu erklaren als so, wenngleich sein gebrauch ein 
mannigfaltiger ist. Oft genug haben wir ^^ fttr ^"^ und T * e ~"~ 

Jt* far ^yy u - s - w - gelesen 2 ). Das zeichen deutet aber 
auch unzahlige male die verdoppelung eines oder zweier buch- 
staben an, wenn dieselbe vollstandig ausgeschrieben ist: so erklare 
ich mir gruppen wie fig hh" Leps. Dbnkm. III. 5, 42, <=>^Lx#" 



i&. 43, YY^nV, ^^1^2 sn »- sn " u . s . w . u . s . w . Ist 

es demnach nicht wahrscheinlich, daB \\ im namen der ktfnigin JlwQi] 
die verdoppelung des |) (Gda) oder des stammes (6t6i) bezeichnet? 
Es ist namlich in jedem falle nicht sogleich auszumachen, ob \\ ein 
einfaches teschdid oder eine stammverdoppelung ausdrttckt, wenn 

die verdoppelung alphabetisch nicht ausgeschrieben ist. i^J wird 
vermuthlich. mn-mn und selbst ~^nj^i vermuthlich an-an zu lesen 

^ ^ ta K^ ""' iv, <§> *-< 4 *-• $K 

dm "' 1 \\ **"' ^\\ 9 hm " U ' S * W ' neben dem femininum ® und 
den pluralen Jk^ © und -|- 1^ i kann doch nur der auslaut ver- 

doppelt sein. Die verdoppelung des buchstaben hat man in solchen 
fallen wahrscheinlich meist als eine graphische, unterscheidende oder 
hervorhebende aufzufassen, wie im deutschen mann neben man, fran- 
zttsisch homme neben homo und homicide. Das gilt ganz gewiBlich von 
ZT\\ und ZT2 nit (welcher) zum unterschiede von /WNA/VV dem zeichen 
des genitivs oder dem dativ f. net (dir); ebenso von den unzahligen 
wtfrtern auf ^ \\, z. b. £ \iX hnV\ in denen das t doppelt geschrie- 
ben wird um es als ein radicales zu bezeichnen. Es gilt auch von 
jenem vdualis excellentiae « ? laute er nun auf ** wie Thutt, oder auf 

^ N aus. Denn J ^ NV ^ J ^ ^* n f™ *f™ ubn ' k oder nfru 
ubn-k (wie schttn ist dein aufgang!) im stile der hymnen hat die 
intensive form des verbs nur zur hervorhebung , — mag dieselbe 

4) Vergl. AZ. 4875, p. 76. 4 58 und 4876, p. 7 ff. 
2) Vergl. AZ. 4877, p. 84. 



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VORWORT. XV 



nun in der slammverdoppelung oder vielmehr in der accentuation 
des characteristischen vocals des status absolutus ^C\, der noch im 

koptischen als infigiertes ai erhalten ist, ihren ausdruck finden. Es 
ist nicht unwahrscheinlich, daB \\ wie ® bis selbst die wiederholung 
des ganzen wortes ausdrtlcken kann, und thut dies gewiB in fallen 

ti\i (at-f tat-f su dmd. Die- wiederholung bezeichnet namlich im alt- 
agyptischen wie im koptischen »jedes einzelnea. Es waren noch 
manche fernere fragen hieran anzuknttpfen, aber sie wttrden mich an 
diesem orte viel zu weit fllhren. 

An Ietzter s telle muB ich nun noch einiges bevorworten, nach 
dem mancher vielleicht an erster fragen wird. Es war mein 
wunsch, daB auch anfanger meine grammatik gebrauchen kttnnten ; 
ich habe daher mit beispielen nicht gekargt und dieselben fast im- 
mer tlbersetzt ; wo ich sie, wie meist, in beiden dialecten vorlege, habe 
ich geringere abweichungen des zweiten hervorzuheben in der regel 
nicht fur nttthig erachtet, wie ich denn tlberhaupt, namentlich zu an fang, 
die knappeste form der darstellung gewahlt habe. Wer sich in unter- 
suchungen liber die koptische sprache begeben hat, kennt die gefahr, 
die in ihr liegt — wie sie mit immer neuen fragen uns bedrangt 
und fesselt; die zeit wtlrde zu kurz und der raum zu eng werden, 
wenn man sich nicht an der hauptsache genttgen lieBe. Obwohl ich 
in meiner grammatik eine groBe zahl von thatsachen zu erklaren ge- 
sucht habe, so habe ich doch oft mehr angedeutet als ausgeftthrt. 
Das koptische wird sobald keiner auslernen, und ich muB mich be- 
scheiden, wenn der weg, den ich zeige, der richtige ist. 

Da mir die herren verleger meines buches mit aller bereit- 
willigkeit entgegenkamen (was mit lebhaftem danke auszusprechen 
ich mich gedrungen fUhle), so dachte ich daran fttr anfanger eine 
chrestomathie beizufUgen, die fttr einige semester ausreichen ktinnte. 
Aber was hatte ich wohl geben kdnnen, der ich fern von den sahi- 
dischen sprachquellen sitze? Gedrucktes? Die letzten jahre haben uns 
einige sehr zweckmaBig aUsgewahlte texte gebracht, die mich dessen 
doch wohl ttberheben. Denen, welche die ersten schritte im studium 
des koptischen in meiner grammatik bereits zurttckgelegt haben, 
empfehle ich vor anderem die Apocryphes du nouveau testament von 
Rbvillout, in denen beide dialecte vertreten sind. Fttr den aller- 
ersten anfang habe ich einige lesestttcke beigelegt, an denen man die 
zusammensetzung der wortgruppen einttben mag. Obwohl keiner so 
rath- und huiflos sein wird, daB er sie auch ohne anweisung aus 
meiner grammatik, welche die wichtigsten koptischen wortstamme 



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XVI Y0RW0RT. 

ziemlich leicht auffindbar enthalt, verslehen ktfnnte, so soil die- 
selbe nattlrlich ein wtirterbuch , namentlich um der vieldeutigkeit 
der wurzeln willen, nicht ersetzeD. 

In der worttrennung bin ich Zoega und Peyron gefolgt; davon 
abzugehen ist immer miBlich ; denn diese scheinbar rein auBerliche 
frage hangt mit innersten syntactischen eng zusammen. Das bezeugt 
uns Sghwartze, der in der vorrede seiner evangelien abwagt, was 
verstandiger zu schreiben sei: ob ne-rc kq&oi juuuoq oder ncx ckqloi 
AiAioq? »Keins von beiden«, bemerki Rlckert dazu, und er hat 
recht. — Die anwendung der koptischen lesezeichen habe ich auf 
das nothwendige beschrankt ; denn sie haben in unsern drucken nicht 
die wichtigkeit, welche man ihnen oft beigelegt hat. Wenn nicht 
eben viele druckfehler stehen geblieben sind, so habe ich es der 
beihuife eines gelehrten correctors, des herrn Dr. Wilbrandt, zu ver- 
danken. Seiner gewissenhaftigkeit und der wohlbekannten sorgfalt 
der Breitkopf A HARTEL'schen buchdruckerei gebtlhrt meinerseits alle 
anerkennung. 

Ich kann dieses vorAvort nicht schlieBen ohne freudig der gtitigen 
theilnahme zu gedenken, welche verehrte gflnner und werthe freunde 
mir ftlr meine arbeit mehrfach zu erkennen gegeben haben. Zu 
herzlichem danke ftlhle ich mich vor alien gegen den vorztiglichsten 
unserer agyptologen herrn Geheimen Regierungsrath und Oberbiblio- 
thekar Professor Dr. Lepsius verpflichtet, der mir unablSissig seit zehn 
jahren die werthvollsten beweise seines wohlwollens gegeben und den 
zugang zu den schatzen der Berliner ktfniglichen bibliothek und des 
agyptischen museums eraflnet hat, dessen critische sprachforschung 
vvir noch erst jUngst in der »nubischen grammatiku bewundert haben 
und von dessen grdndlicher methode mir so oft zu lernen verstattet 
war. Zu herzlichem danke ftlhle ich mich ferner gegen herrn Pro- 
fessor Dr. Ebers verpflichtet, der mit seiner freundlichen theilnahme 
auch diese arbeit begleitet hat, tiber der ich mir bisvveilen jene genuB- 
reichen tage und abende vergegenvviirtigen muBte, da wir in der 
kirche zu Naqq&dah und in der staubigen felsengruft des Tepmeri 
koptischen lippen die laute dieser altesten sprache der welt ab- 
lauschten. Mtichte auch meine grammatik zur ferneru erforschung der- 
selben dienlich und des ihr entgegengebrachten vertrauens nicht ganz 
unwUrdig sein ! 

S t e g 1 i t z , im november \ 880 . 

Ludw. Stern. 



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INHALT. 



Seite 

Einleitung \ 

I. cap. Die schrift (§ 1 — 9) 7 

II. cap. Die dialecte (§ 4 0—13) 14 

III. cap. Die consonanten (§ 14 — 38) 46 

IV. cap. Die vocale und diphthonge (§ 39 — 60) 34 

V. cap. Phonetische regeln (§ 64 — 86) 89 

VI. cap. Die wurzeln (§ 87—113) 46 

VII. cap. Die nominalen stfimtne i§ 114 — 170; 56 

VIII. cap. Die nominalen praformative (§ 171 — 182) 79 

IX. cap. Die relation (§ 183—188) 84 

X. cap. Die annexion (§ 189 — 194) 87 

XI. cap. Die nomina mit suffixen (§ 195 — 198) 93 

XII. cap. Das genus des nomens (§ 199 — 207) 98 

XIII. cap. Der numerus des nomens (§ 208 — 225) 4 04 

XIV. cap. Der artikel (§ 226—241) 107 

XV. cap. Das demonstrative pronomen (§242 — 249) 4 44 

XVI. cap. Das possessive pronomen (§ 250 — 253) 4 47 

XVII. cap. Das personalpronomen (§ 254 — 258) 420 

XVIII. cap. Das interrogative pronomen (§ 259 — 263) 423 

XIX. cap. Unbestimmte pronomina (§ 264 — 276) 4 29 

XX. cap. Die numeralia (§277—291) 434 

XXI. cap. Der genitiv (§ 292—299) 438 

XXII. cap. Die copula (§ 300—307) 4 43 

XXIII. cap. Die nominalverba (§ 308 — 317) 4 47 

XXIV. cap. Die verbalen stainme (§ 348—331] 4 52 

XXV. cap. Der status constructus des verbs (§ 332 — 338) 4 60 

XXVI. cap. Die suffixa am verbum (§339 — 347) 465 

XXVII. cap. Das verbum qualitativum (§ 348 — 356) 4 72 

XXVIII. cap. Die classen der veranderlichen verba (§ 357—365) 4 84 

XXIX. cap. Das prSdicativc verb (§ 366—369) 206 

XXX. cap. Die conjugation (§ 370—385) , 210 

XXXI. cap. Das negative prfidicat (§ 386—399) 226 

XXXII. cap. Die participia und die relativa (§ 400—439) 238 

XXXIII. cap. Der conjunctiv (§ 440—450) 273 



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XVIII INHALT. 

SeiU 

XXXIV. cap. Der infinitiv (§ 454—473) 285 

XXXV. cap. Das passivum (§ 474—479) 304 

XXXVI. cap. Das subject (§ 480—488) 305 

XXXVII. cap. Das object (§ 489—544) 34 4 

XXXVIII. cap. Das adverb (§ 54 2—530) 336 

XXXIX. cap. Die prttpositionen (§ 534—588) 352 

XL. cap. Die conjunctionen (§ 589 — 635) 383 

Zusatze und berichtigungen 448 

ANHANGE. 

Textproben 422 

Koptische literatim 444 

Wortregister 448 

Sachregister 465 



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KOPTISCHE GRAMMATIK. 



EINLEITUNG. 

IVopten (Ja*SH, vulgar Qibt von ^fii-rioc, Rfirr^ioc fiir AJyoTrcioc) 
wurden von den Arabern die christlichen eingeborenen Agyptens genannt; 
unter der koptischen sprache versteht man die in Agypten nach einfiihrung 
des christenthums gesprocbene und mit griechischen buchstaben geschriebene. 
Dieselbe zerfdllt in mebrere dialecte, von denen der oberagyptische und der 
unteritgyptische die wichtigsten sind . Das oberSgyptiscbe oder sahidische 
(von A-ouaJt das hochland), aucb wohl von der provinz Tbebais das 
»thebaische« genannt, ist der Sltere und reicbere dialect und wurde von der 
stadt Minyeb bis an die nubische grenze bei Aswan gesprochen. Das 
unteragyptische oder boheirische (von ^Cj-^J^ einer provinz des 
Delta), gewbhnlich das »memphitische« genannt, scheint viel jiinger zu sein 
und bat sicb von seiner urspriinglichen beimat, der provinz Bohcira, (iber 
ganz UnterUgypten verbreitet. Es sind einige schriftdenkmiiler in eineni 
dialecte erhalten, der zwiscben jenen beiden in der mitte steht, obwobl 
er ibnen in der regelmUfiigkeit der entwickelung nicht gleichkommt; man 
hat ihn bisber irrthiimlicb den »baschmurischen« genannt, aber er scheint 
vielmebr die eigentliche sprache von Memphis gewesen zu sein und man 
kann ihn daher als den mittela'gyptischen bezeichnen. Seine man- 
cherlei eigenthiimlichkeiten treten in der mundart der provinz Fayyum 
(c^iojul ^A^il) am scharfsten hervor. Die sprache der landschafl Busch- 
mdr am Menzalehsee bildete zwar auch einen eigenen dialect des kopti- 
schen, doch ist er wahrscheinlich schon im neunten jahrhundert erloschen, 
ohne dafl schriftdenkmiiler desselben erhalten geblieben waren. 

Die koptische literatur ist fast ausschliefllich biblisch oder kirch- 
lich ; ihre bliithezeit war vom 3. bis zum 7. jahrh., die des unteriigyptischen 
dialects fallt vermuthlich etwas spiiter und dauerte etwas langer. Von 

Stern, koptische gramroatik. \ 



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I BINLEITUNG. 

oberagyptischen schriftdenkmalern sind aufier einigen nicht religiosen pa- 
pyrusurk linden fast nur bruchstucke auf pergament erhalten; die meisten 
dieser handschriften, von denen die 'altesten bis ins 4. und 5. jahrh zuriick- 
reichen, befmden sich, grofientheils noch unediert, in Turin, Rom, Neapel 
und Oxford. Die unteragyptischen handschriften sind bedeutend jiinger; 
die besten und altesten (keine reicht iiber das 9. jahrh. hinaus), welche 
sich vormals in den klostern an den Natronseen befanden, werden gegen- 
wartig im Vatican aufbewahrt; in diesem dialecte ist die bibel iibersetzung 
beinahe vollst'andig erhalten. Auch in den mittel'agyptischen dialect scheint 
die bibel ziemlich vollst'andig iibertragen worden zu sein; doch sind nur 
wenige fragmente dieser iibersetzung erhalten, die rait den spatern ober- 
agyptischen handschriften gleichzeitig sind. Die inschriften auf grabtafeln 
in koptischer sprache sind fast sammtlich oberagyptisch, wenige mittel- 
agyptisch. 

Die koptische sprache ist seit mehreren jahrhunderten ausgestorben, 
doch ist sie noch bis auf den heutigen tag im liturgischen gebrauche der 
kirche, wiewohl wenig verstanden, beibehalten, und zwar in ganz Agypten 
im dialecte des patriarchen von AJexandrien, dem unteragyptischen. Die 
neuern koptischen handschriften pflegen mit arabischer iibersetzung am 
rande versehen zu sein, so bereits auch ein oberagyptisches bibelfragment 
aus dem jahre 1393. Indessen wurde die sprache schon friiher nur noch 
unvollkommen verstanden, und im 4 0. und H. jahrh. verfaflten die 
Koplen selbst lehrbiicher iiber dieselbe. Den grund der koptischen lexico- 
graphic und grammatik legte Abba Ioannes der bischof von Samannud, der 
ein in zehn capitel sachlich geordnetes worterbuch des unteragyptischen 
dialects abfafite, das er el-snllam »die leiter« nannte und mit einem kurzen 
grammatischen abrisse einleitete ') . Nach ihm verfaflte Ibn Assal ein 
alphabetisches worterbuch : el-sullam el-muqaffd. Andere scbrieben neue 
grammatische einleitungen, namentlich Ibn Katib Qaisar el-tabsireh, Ibn 
Qalyubi el-kifdyeh und Ibn Dahiri 2 ) seine muqaddimeh. Die vollstan- 
digste grammatik verdankt man indessen dem bischof Athanasios von 
Qus, der den oberagyptischen dialect sowohl als den unteragyptischen be- 
handelte 3 ). In einer handschrift der Pariser bibliothek aus dem jahre 
4 389 betinden sich zwei oberagyptisch e grammatiken und ein obera'gyptisch- 



i) Vergl. Ed. Ddlaurier, Grammaire cophte-arabe de S^m^noudi in dem Ca- 
talogue general des manuscrits des bibliotheques publiques des departments I., 
p. 360 ff. 

2) Vansleb spricht den namen Deheiri aus und Kircher Dahiri; das Berliner 
ms. or. quart. 518 hat dagegen jc^PcXJJ ^\. 

3) Von der bolieirischen grammatik besitzt die konigliche bibliothek zu Berlin 
eine gute handschrift in Ms. or. oct. 494. Sie ist betitelt ^~s&J! JU: ^ jjj^Ut vSHS 



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BtNLEtTUNG. 6 

griechisches vocabularium l ) . Die einheimischen gelehrten besitzen nur 
eine empirische und diirftige kenntnifi ihrer sprache 2 ). 

Der begriinder der koptischen sprachwissenschaft in Euro pa ist Atha- 
nasius Kirchbr S. J., der im jahre 4 644 die w5rterbiicher Samann^dIs 
und Ibn 'Assals nebst zweien der erwahnten gramraatiken mit lateinischer 
iibersetzung zu Rom herausgab. Dieses im einzelnen vielfach fehlerhafle 
und ohne liinzuziehung einer handschrift nicht zu benutzende werk 3 ) ist 
die grundlage der spatern forschungen geworden, die allmahlich tiefer und 
sorgfal tiger geworden sind. Im vorigen jahrh. machten sich vor andern 
Lacroze, Wilkins, Scholz, Woide, Tuki, Gborgi und Mingarelli, im 
gegenwartigen Quatrembre, Zoega, Peyron, Tattam, Schwartze, Lagarde, 
Goodwin, Kabis und Revillout urn die koptische sprachwissenschaft wohl 
verdient 4 ). 

Die koptische sprache, welche mit hulfe des griechischen alphabets 
geschrieben wird, ist eine tochter der a I tiigypt ischen, welche erst in 
unserm jahrhundert durch die entziflerung der hieroglyphen erschlossen wor- 
den ist. Zwischen beiden steht der zeit nach das demotische, das seinem 
scbriftsystem nach dem hieroglyphischen, seinen formen und seiner aus- 
spracbe nach der koptischen sprache naher geriickt ist. Von dem unbe- 
stimmten und ursprunglichen sprachcharacter, den die altagyptische und 
Iheilweise aucb noch die demotische sprache an sich tragen, hat sich das 
koptische durch seine eigenartige entwickelung weit entfernt. Wahrend 
die alte sprache im allgemeinen noch auf der stufe der isolierenden 
sprachen verharrt, ist die koptische be re its eine durchweg agglutinierende 
geworden, die die grammatischen elemente, welche im hieroglyphischen 
noch in erkennbarer selbstandigkeit auftreten, durch innere oder vordere 
bildungen zu ersetzen bestrebt ist. Ihr vocalismus erscheint gleichsam 



4) Das letztere fiihrt den titel ire^Aoo^e iiTec'jTMt^ ht^chc CTC^pHC ; 
cs findet sich in dem mscr. no. 44. 

2) Auf einheimischen grammatiken beruhen auch die arabisch-lateinischen 
Rudimenla linguae coptae sen aegypUacae von Raphael Tuki (f 4 787), einem ge- 
borenen Kopten, der unter der leitung des cardinals Stbphan Borgia fiir die kop- 
tische literatur thatig war. 

3) Die von mir benutzte handschrift der Lingua aegyptiaca restituta ist eine 
von Tattam in einem der Natronkloster erworbene neuere copie ciner dortigen 
handschrift, die sich gegenwttrtig in der kbniglichen bibliolhek zu Berlin befindet 
unter Ms. or. quart. 518. Mit unrecht hat Kircher einige angcblich ttgyptische 
wdrter aus griechischen oder lateinischen quellen in sein buch aufgenommen, 
z. b. &&pi, lucor^gi, ***£*+*£> nicim^i, niAien^c. Einige mittheilungen aus 
andern handschriften gaben Tr. von Heuglin in der AZ. III. 47 ff., VI. 54 ft*, und 
Prof. Fleischer in der AZ. VI. 83 f. 

4) Eine gute geschichte der koptischen sprachwissenschaft hat Et. Quatremere 
gegeben in seine »Recherches critiques et historiques sur la langue et la literature 
de l'Egypte*, Paris 4808. 

4* 



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4 BtNLElTUNG. 

verjiingt und nach neuen gesetzen ausgebildet. Die koptische sprache 
iibertriflt die altagyptische sehr viel an bestiramtheit , gewandtheit und 
mannigfaltigkeit, wiewohl sie den salz oft nicht ohne umstandlichkeit auf- 
baut; an formen arm, ist sie gleichwohl reich an mitteln des gewahlten 
ausdrucks und uniibertroffen in der entfaltung diacritischer fahigkeiten. 
Ihr wortbau ist ebenso durchsichtig und klar wie ihr satzbau ; ihre laut- 
gesetze sind von sellener regelmafiigkeit und strenge. 

Es besteht eine alte verwandtschaft zwischen der agyptischen, welche 
dem hamitischen stamme angehbrt, und den semitischcn sprachen, wie 
sich unverkennbar noch in der pronominalbildung und in manchen ge- 
meinsamen wurzeln zeigt; doch scheint sich das a'gyptische von den asia- 
lischen schwestern friih getrennt zu haben und seinen eigenen weg ge- 
gangen zu sein. Noch erinnern viele koptische worter an die verwandten 
semitischen, wie cn&f D??18 (zwei), ajjutoyn T\TdtD (acht), ioajl D^ 
(meer), *Aoajl Dbf) (furche), ^*X Jo (hugel), ujon*^ TtBtD JaJL* (acazie), 
ccuoY&ett (gras) 'JIR (stroh), uj&urr ttllD (stock), chcji <*Jl*am (schwert), 
ciof^ ^£ (hirsch), *reit£ *■!■*> (fittig)> *3toyX^ (salzen) nbtt (salz), 
c^o-roy D^IHDte (Hppen) , nep£e ITJp (kahl) , e&im *p n lK (elend) , <$uipgj : 
nuipcy tHfc (ausbreiten), <£uip?& : ncnpos. f^B (trennen), ajeA&tyi thai? 
(dienen), u. a. Die allgemeine stammverwandtschaft der beiden sprachen 
ist durch weitgehende lautverschiebungen und ver&nderungen verdeckt 1 ). 

Die koptischen texte aller epochen sind sehr reich an griechischen 
wortern, deren aufnahme in die sprache theils die annahme des christen- 
thums und seiner hciligen biicher, theils die byzantinische herrschaft ver- 
ursachte. Diese fremdworter, welche mitunter eine leicht veranderte form 
angenommen haben, sind nicht nur nomina und verba, sondcrn auch viele 
der gebr'auchlichsten partikeln, wie ra*p, ^e, &XA&., k^t*, £oic, £itt&. 
u. a. Die griechischen worter nehmen im koptischen einen ahnlichen 
platz ein, wie die franzosischen im englischen, obwohl sie nicht so zahl- 
reich sind. Manche werden im sinne des evangeliums gebraucht und nicht 
ins koptische iibertragen, z. b. c&p? ; ntic^***; meistentheils besteht aber 
neben dem griechischen ausdruck der koptische. So finden sich im boh. 
neben einander iuctic it*.^, Ack«oc c&ki, npocey^H ojAkA, eya^f eAioti 
ujennoyqi, m*ioc e^oy^Ji, ^n^cr^cic irrumq, -oya^. ujoyujiuoYcgi, 
gy nOR P rTHC ysob*, noitHpoc crguiof, ego^ 01 * epojiuji, *i«€Ah ogi, 



4) Fr. R6cebrt hat in seinen nachgelassenen studien die verwandtschaft des 
koptischen mil dem semitischen mit seiner bewunderungswurdigen gelehrsamkeit im 
einzelncn verfolgt. Vor ihm hat schon Rossi, etymologiae aegyptiacae, Romae 4808, 
in dieser hinsicht anerkennenswerthes geleistct, nicht minder unscr verchrter 
lehrer Theodor Benfey, Uber das verhfiltniC der ttgyptischen sprache zum semiti- 
schen sprachstamme, Leipzig 4 844. 



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E1NLEITUNU. 



epTOtci*. £uift, cn&n^^Aon d'pon, coc^i*. c&ui, ey\ovii%. cu.o*y, no'Aic 
ft&Ri, «.n«t&«^ju.oc ToiTCp, nttcK juxvpui, K&pnoc oyiA^, upaduuuuvx ey c 
caj6, *2^jr€oc -oaihj, e-onoc A«.oc igAoA, cnepju.* «xpo«x, ^*.pic gjutoT, 
^«ou.oiuon u6, taoincjuuv g'raiu.c, ^nTicTHC peq^iujuc, ep-4o<&ii&tt 
jutei, ep-iup&7in <^ain*r; S. KiuAye T^giio, k^t^A^c &uA, ^p^ci epgirrc, 
**j*vKonei igeu.tgi, n&pfepe cmi, &&c&ni7e t^cjuko; B. e^ecri cuje, uulh^- 
c&hA, ^ikh enxm-xH, ncno-pweoc n^uiAejut, to Aomon nceni nitM, 
j6ett oyn^ppHci*. — j6en OTpOTp«uit£ eAoA u. s. w. Nicht seltcn wird 
das agyptische wort mit deni griechischen verbunden, namentlich partikeln, 
wie «e *«*p (deun Y<xp), n&Am on (iraXtv ferner), *x<&.*oc *yva 
en^noyq (a")fa&o<; und gut) PS. 275, ec*KoAof«* n*y ecofH^ ncaioy 
(axoXoui>ooaa ihnen und ihnen nachfolgend) PS. 347, u. a. m. Einige 
griechische worter haben sich im koptischen dermaBen eingebiirgert, dafl 
sie selbst zur iibersetzung anderer griecliischer dienen, die minder be- 
kannt sind; so steht xioAic regelmafiig fur po^is, h«tAh gelegcntlich fiir 
Otipa, Jue;rpi*xHc fiir X°* vl £> J * cn OT c 2* aun * ^ r af<pvt8(ci>s u. a. m. 
Einige haben sich von ihrer urspriinglichen form weit entfernt, unter an- 
dern B. c«x«hjiu oapqvi] (Bit J 3, -47), km*"* 7c(vaS, armen. pnak (Lagarde 
abhandlungen 118), ^i&Kiutt 8idxovo<;, c^THroc aTpanftOS, c^-oepi ara- 
tbjp, eAeuic (Xiax; (Mt 6, 22), tajuuoh raptetov, eiuKHc iirteixr^ (1 Petr 
2, 18), -owl! (gedeihen) fiir ep-eY^ciun eot)eve!v (Mc 4, 8. 27), ep-e^jut*.- 
AaiTirm (Ez 12, 3) ein seibstgemachtes wort fiir ijyxaXwreoeiv, u. a. m. 1 ). 
AuBer den griechischen lehnwortem finden sich im koptischen noch einige 
lateinische und persische. 

Die sprache der Muslimen hat iiber das koptische nichts vermocht, 
vielmehr haben die Kopten dem arabischen, welches sie seit jahrhunderten 
als eine hiilfssprache schreiben, ihr eigenes geprage aufgedriickt. Freilich 
macht sich arabischer einflufi auf die orthographie der spa tern hand- 
schriften geitend. Qagcgen sind manche koptische worter ins arabische 
aufgenommen, so das allbekannte L^j n-ep^ei : n-pnc (tempel) ; _L»+j *ac*£ 
(krokodil) ; ^^a^Jt (siidwind) von jm&pHC , &\j£l\ ig^pnc (brache) ; 
*-u$-Jt Oder vulgar v-oLJt (getreideland, WDstenfeld, Calcaschandi 152) 
von mpinofi (halm); ^Lil (klee- und bohnenland, ib.) von h*kc f. 
(Goodwin in AZ. 1869, VII. 146); x^jIiSt (spaten) von Tinpi : nrtupe; 

AJ^ii tge«^iu (scheune) ; v-O)' ep-riu^ ardebb, ein getreidemafi von etwa 



1) Die griechischen worter im oberagyptischen dialecte behandelt Rbvillout 
in den Comptes rendus de l'academie des inscriptions ct belles-lettres 4 870, 
p. 326 ff., die im unterSgyptischen sehr eingehend Fr. Ruckert in seiuem 
nachlasse. 



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KINLElTUNCi. 



5 scheffeln); xo^ oyiumi (ein sechstel ardebb) ; (j*L* c**ce, c*ce (werg, 
Db Sacy, Abdellatif 151); ^-yo «.ip (salzfisch) ; ^y^ von qopi, tg&qofpi 
(eiQ iisch) und viele religiose in den liturgischen biichern 1 ). 



1) Das rfithselhafte o^*«Jf, womit die Kopten nach Maqrizi (ed. Billdq 2, 
502. Wustenfkld p. 37) ein gewisses bis zum aufgang der sterne dauerndes fasten 
bczeichnen, ist weiter nichts als lUvpdjutoitH luapajiovrj die »abwartung«, der 
vorhergehende lag, d. h. besonders der fastentag vor weihnachten und epiphania. 
Vergl. Vansleb, histoire de l'eglise d'Alexandrie fondle par S. Marc, Paris 1677, 
p. 75. 143. In den liturgischen schriften wird das wort q^°j^' geschrieben. 



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i. cap;tel. 
DIE SCHRIFT. 

Die koptische sprache wird mit 31 buchstaben geschrieben, von 1. 
deaen 6 der hieroglyph ischen oder demotischen schrift enllehnt, die iibrigen 
mit einschlufi einer ligatur die griechischen sind. 



3L* 


*A$& 


alfa 


a 


PP 


po 


ro 


r 


Rfit 


&T2k«. 


wida (weida) 


b 


Cc 


CUUL&. 


sinia (same) 


s, scharf 


IV 


TOdUUULAt 


gamma 


9 


Tt 


T*/]f 


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I 


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d 


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T e fee) 


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zida (zade) 


z 


Xx 


X 1 


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HTik 


hida (hade) 


4 oder as 


Vy\r 


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bsei (ebsi) 


ps 


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-err*. 


thida (deida) 


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6 


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I^TfT*' 


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Das boheirische alphabet besteht a us 32 zeichen, indem die gram- 
matiker dieses dialectes, von den sahidischen abweichend, hinter c noch 
das zahlzeichen c (c) pao stellen, welches sie nach seiner bedeutung 
coof ( se c ns ) nennen. Die sieben letzten zeichen nennen sie vJ»2->t 

JuLJf. Von diesen ist das letzte die handschriftliche verbindung des t 
und i und dem koptischen alphabete ahnlich wie das ^ dem arabischen 
angehangt. H wird am ende des wortes in den sah. handschriften mit- 
unler durch einen strich iiber dem vorhergehenden vocalc ausgedriickt, 
z. b. ra> fiir cn>ii, &iui fiir &iuin; in den boh. handschriften tritt im 
ausgange der zeilen oft ^ dafiir ein, z. b. ciuo-f^ fiir cuioyn. Die nicht 



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8 I. CAI'lTEL. 

griechischen buchstaben sind den folgeuden hieroglyphen und demotischen 
zeichen nachgebildet : 

S3 dem LTlT % $'<> & dem T J> X> * dem J ^ ^\ 

q dein k~*~ / f; £ d era o * ^ k'* ^ dem T;z::; * *""" *• 

Ob die armenische schrift drei ihrer buchstaben der koptischen cntnoninien 
hat, naralich i\_w (q) , ^ h (&) und *iC c (■*) , oder die cyrillische ihr UJ 
s (uj), bleibt dahingestellt. 

Die koptischen handschriften zeigen zwei schriftcharactere, den 
sahidischen und den boheirischen. Der erstere ist entweder geradestehend, 
uncialschrift, oder cursiv — letzteres nur in den wenigen nicht religiosen 
texten ; die gewohnliche sahidische schrift ist in der altern zeit mehr la- 
pidarisch, dick und ecklg gehalteu, in der spiitern mehr abgerundet, eng 
und gedrungen. Aus der letztern art hat sich die boheirische schrift ent- 
wickelt, die weitlauftiger gehalten uud durch schnorkel verunziert er- 
scheint. Boheirische cursivschrift ist auflersl selten, sie ist der griechi- 
schen eng verwandt und an ligaturen reicher als die sahidische ! ) . 

Die koptische schrift kennt, ebenso wie die alten gricchischcn hand- 
und inschriften und wie die hieroglyph ische und demotische schrift, keine 
worttrennung. Da nun, bei dem fast ganzlichen mangel an regel- 
maBigen wortausgiingen und bei dem ausfall der in der altagyptischen 
schrift ublichen determinativen zeichen, das verstiindniB der texte dadurch 
erschwert war, verwandten die Kopten zur erreichung mehrerer deutlich- 
keit verschiedene abzcichen oder »accente«. So bczeichnen die sahidischen 
handschriften das wortende, seltener das silbeneude, bald durch einen 
schriigen strich, besonders nach vocalischeni auslaut oder hinter gricchischcn 
wortern (oy* , tcAioc ) ; bald durch ein colon (qloik ' eAoA •) ; bald durch 
einen apostroph (noyf) ; bald durch einen circumflex, namentlich iiber 
vocalischeni auslaute (oy*, eqo). Kurze worter werden mitunter durch 
einen ubergeschriebenen strich hervorgehoben (n* erbarmen) . Dergleichen 
auch in mittel'agyptischen handschriften vorkommende wortabzeichen sind 
den unteragyptischen fremd. 

In der durchfiihrung der worttrennung vermiflt man noch die wun- 
schenswerthe einigkeit unter den europaischen herausgebern, da die altern 
sich hierin durch den syntactischen sinn, die neuern meist durch zer- 
legende etymologie leiten liefien. Einige der letztern schcinen in der an- 
wendung ihres princips zu weit vorgegangen zu sein; und in dem vor- 



i) Eine probe boheirischer cursivschrift aus dem 10. jahrh. hat Akekblad in 
dem Magazin encyclopedique 4801. V. 494 verofientlicht. Es ist bemerkenswerth, 
dal3 & in derselben durch 5^ und q durch <£ crselzt wird. 



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DIE SCIIMKT. y 

liegendeu buche halten wir an der methode der erst en und vorzuglichstcn 
coptologen fest, welcber der allgemeine grundsatz als richtschnur dient, 
dafi zu bind en ist, wo die grammatische unsclbstandigkeit und begrinV 
losigkeit die anlehnung an das folgende noihwendig macht. So will es 
eine sprache, deren bildungsmittel in der hauptsache auf agglutination 
beruhen. Einzelne alte handschriften , welche das wortende bezeichnen, 
beweisen, dafi dieses verfabren mit der auffassung der Kopten selbst im 
einklang stent 1 ). Die vor einen wortstamm zu dessen grammatischer be- 
stimmung tretenden elemento verbinden wir mit demselben, nicbt aber die ihm 
folgenden attribute, objecte und adverbien. Wir schreiben daher n-tgnpi 
**.-<£ -pmjuu (der sohn des menschen) ; *q-it*Tp e-of-ptnuj (er sah auf 
einen mannj ; & n-ujftpi n±y e-cy-JULHUj n-puwuu (es bat der sobn ge- 
seben auf eine menge von menschen) ; iu-puuuLi c*T-oiop (der machtige 
mann) ; o^f-peq-cp-itofu (ein sunder) ; $h c*t-^-^ci (der welcher qualt); 
AJLiu-qi-«^OAJL (ich seufzte nicht) ; $k e-r-ipi ut-ni-ncx-^inof (der welcher 
thut das bose) ; iik c*t-oi n-^o^ (die welche slnd von furcht, furchtbar) 
u. s. w. Wollte man im koptischen zusammenziehen, was anders ge- 
artete sprachen in einem worte aussprechen, so wurde es viele fast end- 
lose worter gebcn, wie wenn man $Ke*ripiJumine*x~£fiiOT schriebe, da 
wir fiir diese wortkette »ubelthatera, die Lateiner maleficus sagen. 

Um den ohne worttrennung fortlaufenden text versttindlicher zu machen, 
verwendet die koptische schrift weiter mehrere silbenaccente. Die 
sahidische bezeichnet jeden consonanten, namentlich aus der reihe der li- 
quidae A \ ai n p, der mit htilfe eines vorzuschlagenden e fiir sich allcin 
eine silbe bildet oder rait einem vorhergehenden consonantcn vcrmittelst 
eines e zu einer silbe zu verbinden ist, so wie jede doppelconsonanz, die 
sich an einen vorhergehenden, geschriebenen oder (vor liquiden) als e zu 
supplierenden, vocal anlehnt und mit demselben eine einzige silbe bildet, 
mit einem ubergeschriebenen bindestriche. Beispiele : n en, u em, 
p er, Rtf'i enci, Jkton emton ; Ok oder auch K\ bet, pX oder pjut rem, 
aiH oder juTit men, cp ser, rA keb, cXcA selsel, uj&p Sber; e^q-aiu 
e-tef-gd, jBLnq-xin em-pe/^d; ctnirr sdnt, cirr oder cut sent, gopuj 
hor$, juactjtc mastigx jiaoTi?. Diese bezeichnung verhindert beim lesen 
eines ungetrennten textes eine unrichtige silbenbildung, in unsern drucken 
ist sie dagegen raeist unwesentlich und unnothig, da das in der aussprache 
der beispiele mit liquidem silbenauslaut oder inlaut zu erganzende e nicht 
aus dem ubergeschriebenen striche, sondern aus der natur dieser conso- 
nanten entnommen wird. 



1) Einen beredtcn vcrtheidiger hat die durch die altern gclchrten eingefilhrte 
worttrennung in Amad. Peyron gefunden; vergl. Bern. Peyron Psalterii copto- 
thebani specimen p. 13 — 14. 



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10 1. CAP1TEL. 

Auch die boheirische accentuation bedeutet, dafi der bezeich- 
nete buchstabe fur sich allein eine silbe bildet, doch ist sie nach ursprung, 
anwendung und form von der sabidischen ganzlich verschieden. Die be- 
reits unter arabiscbem einflusse stehende boheirische schrift bezeichnet ein 
mit vorgeschlagenem e zu sprechendes n und jul und das hulfeverb eg (fur 
ecg konnen), sowie den ersten von zwei anlautenden consonanten und 
jeden siibenanlautenden und fur sich allein silbenbildenden vocal mit einem 
puncte, der in den handschriflen nicht selten wie in einen accentus 
gravis ausl'auft. Beispiele : n oder k en, xx oder ai em, tree enye, 
jurroit emton; ceoi s-thoi, jifOHii &-then, y^Kotx kh-lom, rug'piu en-y^rei; 
c e, e&oA e-bol, * tooth a-ga-pi, giOAU hi-o-mi, o^baxoy u-o-mu, 
xxvayene M6-y-s€s. In schlechten handschriflen findet sich dieser accent 
auch iiber solchen anlautenden vocalen, die fur sich allein silbenbildend 
nicht sind oder als solchc nicht gesprochen werden sollten, z. b. e-rejuu 
e-temi fur das nothwendige e-rejuu et-emi, iuiAi d-t7i fiir uwAi 6i-U. 
Spatere sahidische handschriften ahmen die boheirische accentuation nach, 
namentlich die bezeichnung des ersten von zwei anlautenden consonanten, 
wie imoyrc, arabisch umschrieben tOjJol eb-nude. Der vorschlag eines 
e in diesem falle ist keineswegs urspriinglich koptisch, sondern vielmehr 
auf eine arabisierende buchstabierungsmcthode zuriickzuftihren, nach der 
keine silbe mit einer doppelconsonanz beginnen kann. Der punct wird 
auch iiber consonant ische praetixe gesetzt, wenn sie vor dem consonanti- 
schen anlaut einer wurzel stehen, obschon sie keineswegs mit anlau- 
tenden) e zu sprechen sind, z. b. qnHOf f-neu, welches durchaus ver- 
schieden von cqiufoy ef-neu ist; emu s-na-i verschieden von ec-mt-i 
es-na-i; S. kxiny k-nev, welches mit criihy ek-nev nicht zu verwechseln 
ist. Dcmgemafi entspricht der boheirische accent in alien seinen anwen- 
dungen genau einem arabischen \ elif; in unsern texten ist er meist leicht 
entbehrlich. 

Nachdem eine regelmafiige worttrennung in dieselben eingefuhrt wor- 
den ist, haben die sahidischen und boheirischen silbenbezeichnungen nur 
noch in der wortbildung und in der zusammensetzung eine bedetitung; 
hier kommen sie dem verstandnifi bisweilen zu hulfe. Das lehren bei- 
spiele wie fiOYAJLOYfi^aio^f en-tp-mu-en-h6u (eines regens), ttoypinjuu 
en-u-rdmi (eines menschen) , aber noyprajua nu-rdmi (ihre menschenj ; 
tui na-% (wird kommen) , aber n&i (diese, mir) ; qmvi (er wird kommen) , 
aber qmu (er erbarmt sich) ; AJUthujumi : jm&iugtune (wohnung) , aber 
AJL^necuiof man-es6u (schafhirt) ; epkn^c : p«oi«.c er-apas (alt werden) ; 
com s-oni (sie gleicht), aber com soni (rauber) ; epejuuo er-e-misi (du 
wirst gebaren), aber epejuuci ere-misi (indem du gebierst) u. a. m. Wir 
gebrauchen punct und strich daher nur, wo sie ihrem zwecke, den 
oder die fiir sich allein silbenbildenden buchstaben zu bezeichnen, mit 



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DIE SCUR1PT. 11 

nulzen dienen. In n«e : n&i, tt^o^ : itgoTe, juuuoc : Juuuloc siad sie ftir 
uns iiberflussig; aber in der composition bewahren wir punct und strich 
Ciber solchen consonanten, die mit benachbarten vocalen, und im S. auch 
liquiden consonanten, nicht zu einer silbe zu verbinden sind (horpiiuuLi • 
itOYpwJUtc, pejutfuu : pAiiuu, pjuuuuuie, Rppo, nHjueAoc) ; ferner den 
punct im B. iiber solchen vocalen, welche mit einem vorhergehenden 
consonanten oder vocal nicht zu verbinden sind (ereAU, ^-r^piiu, qn&i) 
und endlich den strich im S. iiber solchen zu einer silbe zu verbindenden 
zwei oder drei consonanten, deren letzter oder mittlerer keine liquida ist 
(e^q-Kin, ng, rt). 

Der bindestrich dient auch zur bezeichnung von abkiirzungen, 8. 
von denen in den koptischen texten die folgenden ublich sind : B. ihc 

S. ic fur iHcofc; x c / XP C fi* r XP ,c ' roc / XP C aucn * ur XP KC ' roc 
(gut) ; cp, cinp fur currHp ; icA : ihA fiir icp&HA ; Ahjul fur lepo^fc^XKU. ; 
nn& fur nneyxk^, im«tTiROit fiir nitey jul^tirou ; -ac fiir *eoc, -ay fiir 
+€&Y; rc fiir R*fpie; B. ***r± fiir Tmyr±; B. e+y, c^ fiir e+oy^h 
(heilig) ; B. oc (heute gesprochen wie scheus) fiir 0taic (herr), S. 
•xoeic; und ohne bezeichnung ^ fiir $110^ (Gott). Dieser abkiirzung 
begegnen wir auch in mittelSgyptischen texten. Andere boh. sigel sind 
£ fiir cr^ypoc; •#• fiir xP OItoc un( ^ ^ ^ ur AJL^p^rypoc. In sahidi- 
schen cursivhandschriften steht als zeichen eines abgekiirzten wortes mit- 
unter ein schrSger strich hinter demselben, z. b. **jfcJi/ fiir ^s&Kuiit, 
cA^x 7 A* 1, eA^x ,CTOC / ***•*/ fur jul&r*j>ioc, iww fiir in^nrrraiit, r/ 
fiir r*i u. a. m. 

Von interpunctionen verwenden die altera texte ein griechisches 9. 
colon oder einen punct; die jungern sind an zeichen und schnorkeln, die 
indessen meist ganz sinnlos gesetzt sind , sehr reich. In boheirischen 
texten ist als satz- oder verstrenner ?j oder auch wohl x ublich. 



II. CAPITEL. 
DIE DIALECTE. 



Der unterSgyptische und der oberagyptische dialect werden in dieser 10. 
grammatik eine gleichmUfiige behandlung erfahren, indem ich den erstern, 
in Deutschland von je mehr gepflegten, wegen seiner lautlichen einfach- 
heit voran , und den letztern ihm gegeniiber stelle ; der dritte dialect, 
nur eine abart des sahidischen, ist von geringerer bedeutung. Der 
unterschied der koptischen dialecte ist kein sehr tief gehender, tritt aber 



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12 II. CAl'ITEL. 

in der ausspracho und orihographie so allgeinein und scharf hervor, daft 
es sich empfiehlt, denselben glcich im eingange der sprachlehre kurz zu 
skizzieren. Wo ich unter'agyptisches oder boheirisches und obcragyptisches 
oder sahidisches weiterhin neben einander auffiihre, stelle ich das erst ere 
voran und trenne es vom letztern durch einen doppelpunct; mittelagypti- 
sches lasse ich auf das oberagyptische folgen und scheide es von diesem 
durch einen zweiten doppelpunct. Einzelne worter oder satze des einen 
oder des andern diaiectes sind durch ein vorgeselztes B. (boheirisch) 
oder S. (sahidisch) oder endiich M. (mittelagyptisch) und F. (fayyuniisch) 
kenntlich gemacht 1 ). 

Verschiedene eigenheiten der altesten schriftdenkmaler lehren, daB 
die dialecte des koptischen sich erst allinahlich in den ersten jalir- 
hunderten unserer zeitrechnung gebildet haben. Besonders deutlich lassen 
das einige stiicke in griechisch-demotischer schreibart erkennen, 
welche in die raitte des zweiten nachchristlichen jahrhunderts zu gehoren 
scheinen 2 ). Die in denselben enthaltene mundart zeigt fortwahrendes 
schwanken in mehreren puncten, in denen sie bald sahidisch, bald bo- 
heirisch und bald mittelagyptisch zu sein scheint, als wcnn die koptische 
sprache sich erst hUtte bilden und entwickeln wollen. Da tinden wir 
nnoyxe neben nnafTi (gott), juuuoo^ neben epmo-y (sie) und 'xoioy 
neben *rooy (berg), :6n fiir &esi : gn. (in), nejut&j fur iteaajii : iuuuu*j 
(mil mir), nepo neben no-fpo (der konig), ujh fiir uje (gehen), &i fiir 
qi (tragen) , <4i fiir di : «i (nehmen) , ed'en fiir elicit (auf) , opd' fiir rap* 
(befesligen) , d'A.q fiir *Hq (nahe) ; ferner romoq (juuutoq), g'ooju.e (ver- 
drehen), AJL&.peq-'ruiAft.eq (ju.*peq-*roAA.q) , juucrq (jut^crq) u. a. m. 



\) Nicht aus neuerungssucht habe ich die iiblichen bezeichnungen der dialecte 
aufgegeben, nachdem baschmurisch durchaus nicht mehr zu halten war. (Vergl. 
Zeilschr. fiir 8g. spr. 4878, XVI. 5M IT.). Ubrigcns hat auch niemals einheit in dieser 
hinsicht geherrscht. Die a Item forscher nannten das unterSgyptische »koptisch« 
xax llzoyfyi, und als in der wissenschaft das oberagyptische an bedeutung gewann, 
brachte Woide 4777 fiir jenes den namen »memphitisch« in vorschlag. Der name 
ist deshaib nicht zutreffend, wcil die sprache von Memphis, die z. b. in den pa- 
pyren aus dem kloster des Abba Jcremias erhalten ist und deren bibelubersctzung 
Tuki noch kannte und als Memphiticus alter citiert, eher die »mittelagyptische« 
ist. Gegen die bezeichnung des unter&gyplischen dialects als boheirischen hfittc 
ich nichts einzuwenden, da er im arabischen diesen namen fiihrt, wahrend ihn 
die koptischen texte selbst^cni ttp£AJLneu.£rr » die nordliche sprache « nennen. 
Ebenso wenig ware etwas gegen die arabischc bezeichnung sahidisch zu sagen ; 
die koptische benennung des dialects ist ^*ciu npejuui^puc »die sudliche 
sprache «. Aber dialectic thebana (statt thebaica oder wenigstens thebaea) wird 
schwerlich jemand verantwortcn wollen, da der ausdruck nicht nur incorrect ist, 
sondern auch falschen annahmen vorschub leistet. 

2) Sie sind behandelt von Goodwin (Aegypt. Zeitschr. 1868, VI. 18 ft.) und von 
Rbvillout (Melanges d'archeologie egyptienne, fasc. 8, p. 37 IT.). 



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DIE DtAL&CTB. 13 

Die classische koptische sprache sahidischen und boheirischen dialectes 
zeigen die altera haadschriften; in den spatern nimmt die unsicherheit der 
orthographie und selbst verkennung grammatischer hauptregeln bis zu voll- 
standiger verwilderung iiberhand. Zahllose fehler der handschriften haben 
in die grammatiken und worterbucher aufnahme gefunden. In einem 
buche, welches wie das vorliegende sich zur aufgabe slellt, die richtige 
sprache zu lehren, kann unregelmafiigkeiten der art nur eine beilaufige 
beachtung geschenkt werden. 

Die hauptqucllen unserer kenntnifi des unteragyptischen dialects it. 
sind die grofitentheils edicrten biicher der heiligen schrift; der text der- 
selbcn ist allerdings im cinzelnen noch vielfach fehlerhaft und bcdarf zu 
seiner correcten feststellung ebenso sehr der grammatischen critik als der 
collation alter und guter handschriften, an denen bei uns mangel ist. Die 
verschiedcnen liturgischen schriften sind fur die grammatik nicht zu ver- 
werthen. Die hervorstechendsten eigenthiimlichkeiten eines boheirischen 
textes sind 4. die schwachen wortstamme auf i (und nicht auf e), z. b. 
puuuti, cguuu; 2. die diphthonge hi, tni, noy, vaoy , 3. die gutturalis 
j6 £; 4. die aspiratae 5^ ■& $ in koptischen wftrtern. 

Die quellen des oberagyptischen dialects sind zunhchst die von 12. 
Woide edierten fragmente des Neuen Testaments; sodann die mannig- 
faltigen von Georgi, Mingarelli, Zoega, Schwabtze, Lagarde und Revillout 
vcroffentlichten texte. Der oberagyptische dialect ist der reichere und altcre 
und daher jede bereicherung unserer kenntnifi desselben a us den vielen 
unedierten handschriften auf pergament und papyrus hochst dankenswerth. 
Die nicht religiosen texte in papyren und auf scherben zeigen uns jedoch 
einen sehr herabgekommenen sprachcharacter, indem sie meist der zeit 
des volligen verfalls angehoren. Characteristische eigenheiten des sahidi- 
schen sind : 

4. 6 fiir B. 1 im auslaute und abfall desselben nach vocalen, z. b. 
poijutc fiir pauui (mensch), tg&. fiir cg*j (fest), to fiir 101 (gegeben). 

2. 61 fiir B. 1 im anlaute, z. b. eiiDT fiir ran- (vater). 

3. die diphthonge *ci (&i), oei, tiy, 00 y fiir B. hi, mi, Hoy, 
uioy, z. b. Ai&eiit fiir aihiiu (zeichen), n&i fiir hhi (mir), Aiocrr fiir 
ajuhit (weg), ciucf fiir ciucof (briider), epoof fiir eptuo*r (zu ihnen). 

4. unterdriickung eines an- und inlautenden 6 vor liquiden, seltener 
vor fricativen und explosiven, z. b. p fiir cp (machen), th fiir tck (wir 
sind), com* fiir curce&jL (horen) ; n£ neben ne£ (zerreiBen), tr fiir 
T£R (dein f.), tcto neben Tecro (zuriickweisen) . 

5. verdoppelung einer inlautenden liquida (& A u n p| zur er- 
setzung eines c oder seltener eines oy, z. b. &ppe fiir ftepi (neu), 
tMo fiir ^royko (reinigen), ppo fiir oypo (konig). 



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14 tl. CAPITEL. 

6. verdoppelung eines inlautenden stamrovocals in oflener oder 
einfach geschlossener silbe, z. b. tguiurr fiir ujurr (schneiden), uu>ouje 
fur julouji (gehen), Tocnrq fiir To-rq (seine hand). 

7. 3 fiir B. j6, z. b. go-jit fur &oyn (inneres), inii£ fiir roiu6 
(leben.) 

8. K T II fiir B. x "^ $/ z - *>• koi fiir ^.tu (setzen), e-rfcc fiir 
eeAe (wegen), nptu fiir $pui (winter) ; und verwendung des ^ •» ^ fiir 

R 2. **2. n 2.' 

9. T fiir B. k als suffix der 2. sg. nach n, z. b. iu«eipe fiir itKipi 

oder vielmehr ti*reRipi (du machest), co^tiHU" fiir column (dich kennen). 

40. besondere wortformen und worter, z. b. juurrpe fiir 
juc^pe (zeuge), £*pe£ fiir &j>e£ (halten), ii^i fiir iwtc (namlich), iujui 
fur itiAen (all), *ym fiir oyo^ (und), ami fiir neu. (mil) u. s. f. Ge- 
wohnlich bietet das S. die urspriinglichere form dar, so namentlich 4 fiir 
das B. ■* und « fiir B. 4, z. b. d'oju fiir •xojul (kraft), otiose fiir ^lo-p 
(slehlen), •s.md'onc fiir d'liraoitc (unrecht) u. s. w. 
13. Die quellen des mittelagyptischen dialects sind die wenigen von 

Zoega und Engelbreth edierten biblischen fragmente, zu denen ndch einige 
von Quatremere gelieferte kommen 1 ). Unter diesen stehen die letztera, 
stiicke der Threni und des Baruch, hinsichtlich der strenge und reinheit 
der mundart obenan; demnachst folgen die fragmente des Johannes und 
des Jesaias, wahrend die der episteln des NT. den am wenigsten geregelten 
sprachcharacter zeigen. Aus zahlreichen, doch sehr versehrten papyrus- 
fragmenten des 7. oder 8. jahrh., die in den letzten jahren im Fayyiim 
aufgefunden word en sind, ist hervorgegangen, dafi die strengste und eigen- 
artigste form des mittelagyptischen den fayyumischen dialect darstellt; 
die minder geregelten mogen dera » Meinphiticus alter « Tuki's entsprechen. 
Einzelne fayyumismen enthalten auch einige sahidische denkmaler, nament- 
lich die narratio Ezechielis (Z. 363) und ein medicinisches fragment (Z. 626) 2 ). 
Die wichtigsten eigenthiimlichkeiten des mittelagyptischen sind : 

4. 3L fiir S. o, z. b. *n fiir on (wieder), eft&A, vulgar k*!\, fiir 
eftoA. (heraus), m>*wn fur ujoon (sein), ng* fiir n£o (gesicht), n^of 
fiir n^ooy (tag), eA«j, vulgar A*i, fiir epoi (zu mir) ; a. steht selten fiir 
ra, wie juum^Tcti fiir juuuoitii (euch), oder fiir e, wie ^Ah^ fiir epH-f 
(einander), *.ge fiir egc (rind). Die minder regelmafiigen texte behalten 
das o oft bei. 

2. 6 fur S. *, z. b. eit fiir *tt (nicht), gen fiir g&n (gericht), ^ct 

4) Qu at re mare's recherches p. 228 ff. enthalten Lament. Jerem. 4, 22—5, 22. 
und Baruch 6, 1 — 72; auBerdem den correcteren abdruck einer schon in Zoega's 
catalog p. 106 gegebenen notiz in halb fayyumischem dialect, deren verfasser aus 
dem Fayyum geburtig ist. 

2) Dasselbe ist ubersetzt von Dulaurier im Journal asiatique 4843, II. 



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DIB DIALECTS. 15 

fiir g*T (silber), neR fiir n*R (dir), neq fiir n*q (ihm), neben turn fiir 
h*k (uns), o^ci fiir oy±i : 0^^ (eins), ney fiir iu^ (sehen), juumef fiir 
juuu^y (dort) , uje«2ti fiir c&o&i : m>?&e (reden) , Regi fiir R*£i : r*.£ (land) , 
ne£&i fiir n*£&e (nacken) , ofincu fiir o^iii*jul (rechts) , oyceb fiir 07*^ 
(heilig). Das £ fiir «. erscheint nur in den strengen texten regelmafiig. 

3. H fur e, besonders im auslaut, z. b. ujh fiir uje (holz), mih 
fiir &ne (kopf), &cAAh fiir AeAAe (blinder), AiexpH fiir B. jmc^pc 
(zeuge), ujhhAi fur S. njeepe (tochter), THpHq oder ~rHpH& fiir THpeq 
und dies fiir iHpq (ganz). 

4. I im auslaute wie im B. slatt des sah. e, z. b. noyTi fiir iioyxc 
(gott), ujim fiir ujine (fragen), *j fiir 01:0 (sein), giuu fiir gei : ge (fallen). 
Einige stiicke sind in der bewahrung des auslautenden 1 nicht streng. 

5. 61 fiir 1 im anlaut und nach vocalen, z. b. emi fiir ini : erne 
(fiihren), o*j*eei fiir oyei (eine), neei fiir n&i : it*, (erbarmen). 

6. die diphthonge hi, *ei, ny, *>y (*>oy) fiir hi : *,i (**ci), 
an : oei, noy : ny, mo^ : 00*7, z. b. egXiu fiir egpiu : eg>p«j (oben), 
•x*eic fiir a'tnic : kocic (herr), chhy fiir cratof : ctmy (briider), irrakf 
fiir n*Too*]f (berg), ajui&y fiir juuucuot : *x*xooy (sie), c*f n f" r cmoyn 1 
coofn (kennen), rcr^hi fiir Re^uiOTW (andere), jUL*>oyr fiir %xvaoyr : 
Aloof* (todt). Fiir B. thkj findet sich T«q. 

7. haufige einschaltung eines 6 zwischen auslautender doppelconsonanz, 
z. b. gi*reit fiir grTeit : gnnt (durch), m>pen fiir ujopn (erst); und 
eines 3L vor auslautendem £, z. b. om«£ fiir mtu6 : rang (leben), 
*riu&*£ fiir *toi&£ (bitten). 

8. \ fiir p, z. b. Aeti fiir p&tt (name), • Auixu oder Aoaii fiir 
pnuuti : puume (mensch), A*juuii fiir pojum : pojume (jahr), hAh fiir Hpii 
(wein). Minder strenge denkraaler erhalten das p oft. 

9. verdoppelung der liquiden, meist rait beibehaltung eines 
vorhergehenden e oder h, z. b. pp* fiir oyjpo : ppo (konig), jueAAi 
(bande) fiir Aippe, chMi (beschneiden) fiir cefti : cMe. 

10. verdoppelung eines stammvocals, z. b. o^peefe fiir Of&A : 
Of&«.& (heilig), *r**Tq fiir *r<rrq : TOOTq (seine hand), 'x.incnpi fiir 
-xcnpi : -x in rape (stark), das verbale praforraativ && fiir &. 

{ 1 . mangel des Ij und der aspiratae. 

12. R fur B. q und H fiir B. &, z. b. Ai fiir qi (tragen), chAi fiir 
otqe (schwert), iiifci fiir mqi (wehen), exqc fiir ct&c (wegen), THpH& 
fiir THpq (ganz), selbst eA- fiir eq- (seiend er). 

13. bewahrung des 6 und T£ wie im S. 

14. eigene wortforraen und worter, z. b. A*nc fiir g\i : 
A*A«]f (jemand), m&i fiir ni&en : nui (all), &rapR (zorn), ^cjuuo (staub). 



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16 lit. CAPITAL. 

m. CAPITEL. 

DIE CONSONANTEN. 

U. Die aussprache der koptischen buchstaben ist vielfacb streitig und 

scbon in alten zeiten schwankend. Die oben wiedergegebenc ausspracbe 
der buchstabennaraen ist die heule unter den Kopten iibliche, von mir in 
Theben aufgenommene und schon von Kuicheii, Petraeus, Tuki u. a. iiber- 
lieferte. Dieselbe bat den urspriinglichen werth der zeichen melirfacb 
beeintrachtigt, indem sie die harten laute erweicbte und die scbarfen ab- 
stumpfte. Ira allgemeinen hat sie einen vorwaltend palatalen und labialen 
character angenommen und ist vom arabischen stark beeinflufit. 

15. Die buchstaben r ^ 7 j ij; sind nicht koptische, sondern kommen 
eigentlich nur in griechischen wortern vor; auch ^ <J x sin( ^ n * cat 
urspriinglich agyptisch, 

Y ist nach der lehre der koptischen grammatiker vor e^ o in und 
vor consonanten wie g £ zu sprechen (^to^oc, upHuopioc), vor e h i 
y wie g t (^cuip^ioc, ^rioc, n&p&t*e). r verlritt raitunter ein r, z. b. 
<A&cua rrA^cjuuk (xAdojia, Z. 314), ^eAe^pe x&Xeosiv, c^oui neben 
c^ori Soxei. 

& wechselt in den handschriften mit t, z. b. rA&toc xXaSo;, 
<&e**^pon diatpov. 

"5, vermuthlich wie ein weiches s zu sprechen, vertritt selten die 
stelle des c, z. b. 7uiivx fur cuiirr (schaflen). 

J£ und V stehen raitunter fur rc und nc, z. b. S. joyp fiir Rcoyp 
(ring) , *oAceA fiir KcoAceA (du trostest) ; \Jrnr fiir ncrr (ncun) . Mis- 
brauchliche sahidische schreibarten sind mJ/OTC fiir \Jro-re, eRgoyci* fiir 
€%oya*> u. a. m. ; im B. wird v% ahnlich geschrieben z. b. in ju^c-xir*, 
c*.Anw* und in ^"5 Ps 47, 12 var, 

16. 6 <& X in griechischen wortern lauten wie anderswo ; $ fradet 
sich selbst in scblechten handschriften fiir q ; nur x nal nach den einbeimi- 
schen sprachlehrern seine besondere regel. Vor & o in und vor conso- 
nanten wird x wie c h £ gesprochen (x*P ,c / !>C ra P*/ XP olu>c > *****>- 
X oc )> vor e i r y im iniaute wie k (>JffX H / cA*X ,CTOC f ^Y^C 11 ) un & 
im anJaut der worter und der silben nach consonanten wie sch (x e P e 
ave «jL«JI, X K P*/ icxTP oc )* Einige boh. handschriften bezeichnen die 
verschiedene aussprache des x durch ein iibergesetztes j6 oder uj, z. b. 

& eg 
aioi\*x oc > 9C H P*« Statt R^H^in findet sich R^^HRin, und x steht 

fiir uj in iu^x 1 " 11 neben luagumc, ju.ex*P neben juttgip, e^p^m neben 

^pujm (linsen), und in sclitechten texten noch sonst. 

•» <|> x stehen im S. fiir Tg> R£ uud R£, z b. -ec fiir Tge (die 

art), <|>iufc fiir nguiA (daswerk), juu>x c fiir julor^c (bekiimmernifi) . Mis- 



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DIE CONSONANTEN. 



17 



brauchlich findet sich n$oiA*jULom fCir <£on\*jULum und in mittel'agypti- 
schen texten n$^ fur die abkiirzung <£*$■ : nito-p*'* (gott) . 

Dies ist die (ibersicht der koptischen consonanten und halb- 17* 
v o c a I e , zunacht nacb mafigabe des unteragyptischen dialects : 





Explosive 


Fricative 


LlQUIDK 


Halbvocale 




einfachc starke 


einfache starke 






GUTTURALE 


R W x 


Z * 






Palatale 


* <* 


«J 






Dentale 


T •» 


c 


p A n 


I 


Labiale 


n <|> 


k q 


« (&) 


T (°t) 



Die reihe der explosiven ist im B. abweichend vom S. ; denn 18. 
with rend sicb dort in den einzelnen organen eine tenuis und eine aspirierte 
fonn des buchstaben zusammenfinden, fallt hier die letztere fort und der 
stark en explosiven scheint eine scbwacbe gegenuber zu treten. 



gutturale 
Palatale 

DENTALE 

Labiale 



B. 



S. 



K X 

* ' \ 

TO / ^ * 

n ^ n (fc) 

Demnadi nehmen r t n in beiden dialecten denselben platz ein, ^ ^ 
^ sind nur dem B. eigen, & und •* finden sich nur im S. an Hirer ur- 
spriinglicben stelle und sind ira B. bemerkenswerth verschobon. Wie der 
sah. halt es der mittelag. dialect, dem 9C ^ $ gleichfalls fehlen. 

Die aspiratae ^ & <£, welche im S. nur graphische varianten fur 19. 
R£ T£ n£ sind, haben ira B. eine ganzlich verschiedene bedeutung. Die 
koptischen grammatiker lehren, dafi B. 5^, wo es einem S. r entspricht, 
die aussprache k habe, z. b. ^haii : rhjulc (Agypten), jqvu : rui (setzen), 
X^ri : R&Re (flnsternifij . •» sprechen sie wie ein t, und <|> wie ein n ; 
denn in den handschriften findet man iiber <|> in koptischen wortern zur 

bezeichnung der aussprache mitunter n iibergeschrieben, z. b. ^Hoyi 
(kopfe) ; audi entspricht dem <|> in der arabischen transscription meist v-j 6, 
z. b. $eA&HC (j^aJLj. B. ^ ^ ^ sind ahnlich emphatische laute wie 
das arab. ^ und J^ und das athiop. ^; wir nennen sie die starken 
explosiven im gegcnsatz za r t n, welche wir als die einfachen be- 
zeichnen 1 ). Im gebrauche theilen sich demnach B. r 3^ in S. r, B. t ^ 



1) Ibn Dahiri nennt die tenuis und die aspirata »geschwister« und unterscheidet 
die buchstaben nach ihrem gewicht. Er sagt iiber n und <|> : Oj> V^Rj tXdj 
si>J>t o \ UlL^Ci>l g) $ ^r^ &**& k^ L^^Uj $ 5 \Ju*s> o^ n 

Stern, koptischo gram mat ik. 2 



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18 tit. CAPITEL. 

ia S. t, B. n ^ in S. n. Nun scheiaen ■* und 4, die urspriinglich ver- 
schiedenen organen angehoren, ira B. in ein gleiches verhaltniB zu ein- 
ander getreten zu sein, indem 6 als der stark e und •* als der einfache 
consonant desselben vermitlelnden organes aufgefaBt wurde. Indem B. « 
& sich also, unter phonetischen wirkungen wie die (ibrigen boh. explosiven, 
in den besitz des S. 4 und « theilten, wurde in dem jiingern dialecte 
das urspriingliche, organische verhaltniB gestort, uni in ein rein phoneti- 
sches uberzugehen. 

Das lautgesetz fur die boheirischc starke explosive schreibt nun 
ihre verwendung vor: 1. im anlaut vor liquiden 1 ); 2. vor vocalen in 
betonter s t a m in s i 1 b e ; und 3 . wo sie die zweite halfte einer anlau- 
tenden doppelconsonanz ist. Die besondere betrachtung wird aus- 
nahmen der allgemeinen regel kennen lehren, der sich namentlich 6 •* 
nicht immer unterwerfen. 

Auch in der reihe der fricativen treten die einfachen consonanten 
£ und ft den starkcn j6 und q gegeniiber ; doch stehen sie nicht unlcr 
dem phonetischen gesetze der explosiven. 

Wir behandeln die explosiven und fricativen in folgender reihenfolge: 

a. die gutturalen. 
20. K, wofiir B. oft X eintritt, entspricht meist einem hierogl. /} q, 

z. b. Kraft qb (verdoppeln), ^ftoft : lift* qb (kiihlen), ^oA : ujroA qr-t 
(loch), rcAi : rAAc (pra (schloB), ^qhaai : rhjul£ qm-t (Agypten), Rem qn 
(felt), ruic : kuiuic qras qs (bestatten), r*c qs (knochen), rto (um- 
drehen), rutJ" : rutxc (umgeben), Kurr (bauen) sammtlich von der wurzel 
qt y nno'i : iirotr qtnu (schlafen), j6uik : guiuiK yaq (rasieren), B. ft*Ri 
bq-t (stadt), «.roi, t^ko (verderben) von aq (vergchen). Minder hiiutig ent- 
springt r 5^ aus v_^« k f z. b. r suffix der 2. sg. m., 5C. e ' x : Re%r ^ l » 
rc neben <4c (andercr), Koyxi : Ro«fi kt (klein), 9£*rj : r&rc kkua 
(finsterniBj , 2£&q : R&q kfau (stamm), ftuiR bk (diener). In griechischen 
wortern steht r mit unter fur u, z. b. Rp&$H fiir pp&<|>H. 

Beispiele des boh. ^£ vor liquiden sind xA* : ^^ (gewalt), ^ftoft 
(kiihlen), ^A*^ : *<V*^ (kette), x^ OJUL : R ^ 03Ul (krone), 9£A*>q*T : RA*q*r 
(kappe), 9£iUkTp : Kiuw*y (btindel), 9£P° : R P° ( u ^ er )> ^.P 111 * 11 : Rp" 1 * 11 
(feuer), ^pejmc (finsterniB), ^pejurrc (rauch), XP°TP : RP<>TP (frosch), 
XP oc l : Rpoq (arg). Sonst steht ^ in betonter silbe zur hervorhebung 



i) Die vorliebe, mit der sich I und r mit der aspirata verbinden, IfiBt sich 
auch in andern sprachen borne rk en, z. b. im hehr. rv*Db« fiir OjXJU und "O^S, 
wo das dagesch nach den liquiden wegfallt. Unscr kirche, church ist aus kyriakt ent- 
standen und bewahrt noch in manchen dialecten sein Ar. In einigen gegenden 
sagt man vulgar marcht, kalch fiir markt, kalk, etc. 



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DIK CONSONANTEN. 19 

oder uoterscheidung : *^va : kui (setzen) , ^^ri : r«.rc (finsterniB) , rc- 
9£iiio-pu M. rck^iu (andere), 3£&crcc : r«.crc (zischen), ^uiAeut M. 
KuAeu. (eilen), ^hjuu : rhaac (Agypten), ^ejutc (finsterniB), ^qusti : ruih 
(verbergen), «^ct : r€*t (cin anderer), 9C.og : Ring (eifern), X^ : K **\ 
(stamm) ; es kommt auch ^^r^i (Jer 50, 12) fur r^r^i (laus) vor. 

Fehlerhafl steht ^ mitunter fur die fricative s6, wie in ^cpefc (gc- 
stalt), XP ^ (kinder), 5^arre& (todtcn), xieA^ (verbinden), auch wolil 
9C C P (verderben), wo &> das gewbhnliche und das richtige ist. 

Y, welches nur ausnahmsweise in nicht griechischen wortcrn vorkommt, 21. 
steht mitunter fur r, z. b. ax'iu fur «.rcu (verderben), uuwtvwr fur &&&R&.T 
(geschoB); und fiirot, z. b. uiiuop fur ■ximop (uberfahrt), AMt*?e fiir &&&&'&£ 
(ohr). Im S. tritt ^ regelmaBig als suffix der 2. sg. m. nach vorangehen- 
dem it ein, z. b. nuuj^^e (daB du redest), Tinofnr (erhebe dich) ; ein- 
zeln auch sonst, wie in *iuv schwache form zu &noR (ich), noym* 
neben julo^iir (bilden), ntuiu* nur (ausgieBen), o^cn*" (ein kraut). 

3 hori vertritt die beiden hauchlaute der hieroglyphik, namlich ["[] h 22. 
u, wie in gni hba (ibis), gei : gc hau (fallen), goipn hrp (befeuchten) , *xxgne 
thn-t (stirn) , cgoof : gooy hru (tag) ; und 1 h — wie in gH ha (vorn) , 
gn-r kata (herz) , gi hi (werfen) , gpHi : gp*i hra (oben) , cguu : gixic 
hm-t (frau), gqra hf-t (schlange), goiftc hbs (bedecken), gui*rn Jbtp (ver- 
sohnen), geu.ci : gjutooc %ms (sitzen), goce&i Asian (natron), ogi : Age 
aha (stehen), R*gi : R*g (erde), nogeju : noygjut wAw (erretten); *TA*rg 
und t*£t tlfi (blei), &&og : Aio^pg mh (fullen), oy og : o-fnig waA (hinzu- 
fiigen) , $og : mug (gelangen) . Ebenso ersetzt g den griechischen spiritus 
asper, z. b. gin*, tva, gcre ore, goiiAon orcAov ; im S. auch vor an- 
lautendem fy und im inlaute, wie in gpH*roip j^Tcop, &gop&*roc aopaToc, 
*Ap&gedm fiir B. «t&p&*du, eitug&ntuic fiir B. iiii&iiiufc, eyg*. fiir B. ef* 
(Eva). Auch der spiritus lenis wird mitunter durch g ausgedriickt, z. b. 
g&p* apa, gipniiH eipr^vTj, gnut eJx^ (Ml 5, 22), gycoc too;, gyr^Ai* 
'IraXfa (Act 27, 1) u. a. 1 ), wiihrend einige male sogar der spiritus asper 
unbezeichnet bleibt, wie &?ioc : g«x«ioc, CR^roirr^p^XLoc, &aa& etc. 

Der boh. dialect laBt uns mitunter ein anlautendes g vermissen, das 
der sah. entweder aus der alten sprache bewahrt oder zur erweiterung 
der wurzel angenommen hat, z. b. *^Hp : g&THp (hammer), *^pc*y : 
g*.nrp€€*]f htra (zwillinge), a^uip : g^ruip tyit-kr .y& (monatsname) , 
&A&R:g&A&R &&£> (ring), «.Auu* : &Aoijui g&Auuui fy^>» (kase), eomoi : 
g«juioi amma (daB doch), djump : geouHp (schoofi), &pcg : g&pcg dem. hrh 



\) Umgekehrt umschreibt Lycophron das iigyplische Hpn (wein) Ipiru, Plu- 
tarch 009 (viel) C«. 



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23 



20 lit. CAPtTfiL. 

(halten), &«pt&.A : g&.'y/d'&.A Jo^S> (von ayxopa), ep*&&.ti : gepju^n fTO! 
(granatapfel), oyge : joy^c : goy^H (abortus), cy/p*.^ : go-fp^-Tre (wiich- 
ter). Im in- und auslaute dient £ mitunter zur erweilerung der wurzel; 
in uji^ht oL^-yi fiir ujihtt 2xY)&(a steht es irrthiimlich. So 1st neb en 
B. ccy (esel) auch die form egey ublich geworden. Selten giebt das S. 
ein inlautendes £ auf , wo es zu recht besteht, wie in n&.R£i : n^^Re 
(wehen), n^-x^i : u^-x^e und ita^-xe (zahn), ne^ujAq neben negujA^q 
(schrecken). In ^ooy : nooy (heute) von £Ooy (tag) scheint das £ friih 
ausgefallen zu sein, denn schon in dem iiltesten texte (AZ. 4 868, VI. 23) 
koiiiint nqooy-juticrq (sein geburtstag) vor. Der mittelag. dialect scheint 
das £ in der aussprache am meisten geschwacht zu haben ; in fayyumi- 
schen papyren findc ich ciiuti (weib) fiir c^ijlm, nuity cAhi o^kr (ich 
rufe zu dir) fiir ^*uiuj e^pni oy^HR. 

Ij yei ist nur unteragyptisch. Wie ± ch lautend, entspricht es 
seinem prototypT ya, auBerdem dera anlaute von &^>^ ye, fl\ I X r > *%$ X n » 
im S. wird es regelmafiig zu £. Beispiele des anlautes : ge : £e ya (trcflen), 
&*. : 2*. yr (unter) , gpHi : £p*i yra ( untcn ) > *^ H : £ H X~* (teib) > £* c : 
g&x (letzter), j6&j : g*. (wurfschaufel), &h&c : gn&c : £H&ec ybs (lampe), 
gum : £uiuik yaq (rasieren), geAAo : gAAo (greis), ^julojul : ^julojul 
(hitze), &ejuc : gjac x m * (ahre), goyn : £oyn ynu (inneres), ;6pe : ype 
(speise) , j6puio«y : gpooy x rw (stimnic) , ;6po+ yrt (kinder) , j6icj : gice 
ys (ermatten) ; — des i n 1 a u t e s : oy&e : 2.°VZ e u X a (abortus) , cui&i : ciu^e 
(weben) , d'ui&ejut : •xui^jti (beschmutzen) , ai«j6tt : a&&.£*t am-yet (einge- 
weide) , $&.&pi : n&£pe (arzenci) , c6&j : cg&.i syau (schreiben) ; — des 
a u s I a u t e s : ^iu& : nui£ pya (spalten) , uiiu6 : um£ any (leben) , Aioyxg : 
juto-fX£ (umgiirten) , A&epe& : jtiepe^ (lanze) . !6 tritt selten an die stelle 
des alien ® x w * e m £*^ yey (hals), schon im demot. mil &. 

16 wcchselt bisweilen mit r, z. b. no^px^ : itoy^R (besprengen) ; 

ferner in ^oi&ejui (Amos 3, 4 2) fiir ^umejti (ziicken), &j6uipi neben 

&Ruipi; ebenso falsch steht es gelegentlich fiir x m ^uiAejut, geAic, 

*j6i u. a. 

b. die dentalen. 

24. T, fiir welches das B. nach §19 setzt, entspricht einem hicr. 

a t, z. b. ^ : tt ta (die), eMien : Tr^im tpnn (kiimmcl), irx : e*x nta 

(welcher) , iiirr : ciarr dtf (vater) , gurreA : £uitt& ytb (tod ten) , £iu+ 

htra (trlbut), noy^ : itoyTe ntr (gott) ; hauliger einem hier. <z^> /, z. b. 

^ (u (geben) , Truioy : Trooy tu (berg) , ^au : ^ xxc (ma (dorf) , Triuoyn 

tcun (sich erheben), ttuiA^ tbh (bitten), ctuitt astt (zittern), cuireu. : 

cuirjii stm (horen), o^ : oottc ati (vulva), gpo^f yrt (kinder), ca.t st 

(schwanz), urr at (fett) ; seltener einem ^^ t, z. b. tth& : TKHie iba 



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DIE CONSONANTEN. 21 

(linger), -nip* tr (ganz), einige male einem s, namcntlich in der bildung 
der causative. Im auslaute ist ein altes t oft abgefallen, tritt jedocli in 
der flexion der nomina und verba wieder hervor, z. b. in *6H-*rq von 
yet (leib), jut&cq : Jti^crq von julici : xxicc ms-t (gebaren) u. dergl. 

Beispiele des boh. ■©• vor liquid en sind : •»&&.: ttAa. (myriade), 
c-e-fcc : erfcc (wegen), -a-Aic : tAh (tropfeln), •e-Aojut : ttAojui (furche), 
•o-auu : tjulc (gerecht), -en^y : Tn^y (wann), coeneq : ccrrfceq (pfeil), 
^pe : Tpc (lassen), ^-epey : g^Tpeef (zwillinge) , -e-pip : **pip (ofen), 
eo«y«ti • i"oy^ (schwelle) , ^oyerr (versararaeln) , ju^-eoyi : jut^Troy y gift) ; 
aufierdem in der wortbi Idling coejueq, ^-jul*^, a^-Jtiuioy, c&-oy*>k, 
jtiee-JtiRj, ce^-iogi; in der betonten stainmsilbe : nooq (er), ^outch, 
*renoain (vergleichen) , -eoq*req (Iropfeln), £&.-oHp (hammer), *Teju.-e«dui 
(raaulthier), uj^op-rep (beunruhigen) , ceepTep (zitlern), wiihrend ^o&e&6 
^cj&&iiij6 (truben) und ty^ep^iup die doppelte aspiration zeigen und ttcxxA 
(tropfeln) sie ganz ausschlagt ; als zweites glied einer doppelconsonanz 
findet sich <e in ceoi (geruch) , j6-e«ti (fett sein) neben £*rr, £on-q (sein 
herz) von gmr, ceke*JOT (mauern) von coiVt, uje«dui (schlieBcn), ujeojti 
(icoXoiv), aj^Hii (gewand), o^oe£ (straBe). Sonst liebt der anlaut im B. 
das e fur S. t, z. b. ^nof : THy (wind), eo : to (erde), ^o : &to : 
&.TT* (menge), -eoi : toc (flecken), ^&.q : *r&.q (speichel), ^i&c : -ri&c 
(ferse), ^uik:tuik (anziinden), eiuug: ruity (bestimmen) , ^uijul (schlieficn) , 
-own : -ruin (wo), -audi : ^e (trunken werden), euioy^ (versammeln) , 
•eoi^c ' tw£c (salben) , ^uikcjui : ruiKJut (ziicken) , -euiAeft : ttihAjul (be- 
schmutzen) , ^ui^cai : rui^jti (laden) , -e-eAHA : ttcAhA (jubilieren) . 

Einige male ist das boh. *r ^ aus sah. <4 hervorgegangen , so in 
ceuiuj : ed'tnuj ka$ tiFO (Athiope), t**tci : Trance (spur), ULoyvrr : ULoy^tf 
(mischen), ujArr dem. Site neben ~tgAn& : ujAitf' (gabel). In boh. ^Tt^ne 
(ohne) und ewT^pHn (unfruchtbar) kann r nach belieben ausfallen ; in der 
verbalflexion ist grr, ^itch richtiger als ^rn, yiTcn, obwohl sich beides 
neben einander findet. Ein misbrauch schlechter handschriften ist *r^ 
fur % z. b. Trunin, coYT^oy, jULnTT^q-T, \^rr^ fiir -*j*KUin, co^oy, 
AinTA-qT, ^r^. 

Sahidisches **£ kann iiberall durch ^ ausgedriickt werden, daher 
eic fiir 'xgic (fallen), -epujo fiir 'r^pujo (schrecken), ^&&jo (demii- 
thigen) fiir tt^Mio ; letzteres ist ins B. heriibergenommen : -eeft&io ; audi 
e«n (ftetov) ist tt^hii zu sprechen und beiden dialecten gemeinsam. 

C, wie ein scharfes s zu sprechen, entspricht dem hier. II oder 25. 
— *— $, z. b. cioy sb (stern), cAe sba (thur), cejum : amine smn (auf- 
stellcn), con sn (bruder), cetv\ : cn're snta (grund), con sp (mal), c6&j : 
cg*a syau (schreiben) , cxpegr : ctS'p^gr slprh (ruhen) : ptuic : poeic rs 
(wachen), kuic : kuiuic qrs (bestatten), julici : julicc ms-t (gebaren), c * 



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22 111. (AI'ITKI. 

(suffix der 3. f. ay.). Einige male vertauseht c seine urspriiugliche steiie, 
so uic6 : uic£, uigc as% (ernten), S. ujc neben cuj (schlag), S. ujuic 
(beschimpfen) neben cuiuj (vcrachten), und in S. c&tgcq oder c&cujq fiir 
c&ujq B. tu>ujq steht es euphonisch und geht in uj uber, wie ofter. In 
S. coyAuiA* (wiilzen) fiir B. noyAuA*, B. CA.pA.d'uioyTc fiir &&.p&d'iiio']px'c 
(liase) und in S. c&htc neben g&HTe (schauin) nahcrt sich c den guttu- 
ralen. Das letzte wort erinnert an den in indogerrnanischen sprachen 
haufigen iibergang des s in h, wie in sapta, septem — &irca, pers. heft. 

c die palatalen* 

26. « und <4 sind echt iigyptische laute, doch in ihrer urspriingliclien 

stellung hat sie regehnitfiig nur der oberiigyptische dialect erhalten, «x als 
die dentalis und 4 als die gutturalis. Allmahlich ist ihre alte bcdeutung 
verwischt, wie die schwankung ihrer aussprache bezeugt ') . 

TSi gangia, welches in fremdwbrtern nicht nur mit c wechselt (entc 
etye), sondern auch fehlerhaft fiir ty und ^ steht, und andererseits aus 
sibilanten hervorgeht (•xejutnof^ aus 2ep£WOTog ^ JU^ 7 •xuiit : -xoerr 
aus H^T, S. •xc&hA Ctpovr) javelin, •xewiw : •x&.&.ne t'an ]tt Tanis), 
scheint aus dcm urspriingliclien werthe i oder dj die aussprache dsch und 
die eines weichen sch (franz. j) entwickelt zu haben. Ruckert um- 
schreibt es mit g, Lagaiwe mit $, Lepsius mit c — als den mildern laut 
des <*\ Seine hcutige aussprache g ist aus der in Agypten iiblichen des 
•r als g herzuleiten ; aufier wie g wird es auch noch wie dsch gesprochen. 

Das urspriingliche «. ist aus dem hier. ^"*^ te, h t'a, ff^j ta, seltener 
aus dem s=> A 6 entsprungen. So findct es sich in beiden dialecten in 

•xin t'et (sagen), -xuix tola (hauptj, -xoi (sehiir), *xoi : *xo (mauer), «hi : 
2tH t'a-t (splitter), i xek : -xfiifeec tabs (kohle), -xuik (vollenden), •xuikcju : 
•xuiKJut (waschen) , •xuioy : «xuijii tarn (geschlecht) , •xuiJti : •xuiiuju.e tama 
(buch), -x^o : •xno (zeugen), B. o&uip tar (erforschen) , o&uip : suioipc (r 
(vertreiben), •xuipi : •xuiuipe Hen're (stark sein), ?&«julh (stille), -xuiA-x (an- 
h'angcn), oy^*>\ utau (hell), o*xi atau (boshaft), -xewxi : x^xe (feind), no«p^6 : 
noyaLR (besprengen) , Aur&£ (lecken), luwxgi : luwxge (zahn), -xoq-xeq 
(brennen) . 

Haufiger ist im B. das unorganische -x, das, eincm organischen <4 im 
S. entsprechend , gewohnlich aus Q £ oder ^3^ k, seltener aus £ q 
entsteht. Beispiele: xe : <^c /rr (daher), nse : n^i (von ka, namlich), 
«h©y : &Hy (eng) , •xtufc : (S'uiA. kabu (schwach) ; •xui&i : <^ui&e (cab-t (blatt) , 



i; (Jber die aussprache und den werth dieser schwierigsten unter den kopti- 
schen eonsonanten hal mehrfach Lepsius gehandcll. Vergl. AZ. V., 71 und Standard- 
alphabet p. 197. 201. Die geschichte der buchstaben os. und & ist ein deutliches 
zeugnifi fiir das hoherc alter des sah. dialects. 



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DIK CONSONANTEN. 23 

•xuiA (verleugnen) : (S'oA : 6*3i fcr (luge), «xuiA : <^uiA (sich abwenden), 
xmA : (VannAc] : d'&feAe (bekleiden) , k&Ao : d'&Ao (anverlrauen) r •xoiiAi : 
g*ociAe (gast sein), -sai : &xx kin (finden), ttOJuraeAi : ^ojuk^ju (befuhlen), 
*oju : d'ojut : <y*JUL (kraft), «nn : <^hh (zarl), «xon£: d'onc : c^nc (ge- 
waltthat), -xuiirr j (S'uiirT : ^uiht qnt (ziirnen), *uit^: <^uit£ (dureh- 
bohrenj, «x$oi : afcoi £a&w (arm), -xoyujT : a'wapr (blicken), -xml : <*Vx 
(hand) , •xorxi : ^uitu^e (abschneiden) , ***.&€ : ^xe (verstiimmelt) ; 
e-xuip^ : <*tap£ farh (nacht) , Auirai : Aoei^e (vorwand) , cyo-xi : o-fo^c 
uka (wange) , nmti : nn^e (mutterleib) , c^urai : nuid'e (brechen) , coaen : 
co^n sfcnn (salbe), *toi«xi : Tiua'e (pflanzen), £&«i : £&<^e (schlinge), 
&tx&A : g^T^A ( an ^ er ) > cxpegT : c<yp*g;r s-£r# (ruhen) ; Ami : Ah^ 
6«A (sperber), no« : no^ (groB), coot : co^ (dumm), gAo» : gAoc* : gA*^ 
(siifi), -xpo-x : c^pod* (same), •xuipot : c^ciipd' (nachstellen) , kuik : ^ui^ 
(braten), ?&uioy& : dmoyd (verdrehen), •&un&e& : d'tirafc (abnehmen), 
<^Aoo& : d'Aoa' £/£ (belt) , otokot c* ; oyo^OTfc<y oyuid' u£a (kauen) , 
•xdovxin : d^Ttiq (amcise) , %&?&raiiiA : <4*><4errixi'A (werg) ; •xadUL&.TpA : 
tftJix^y'A btt (kamel), &pm& : fepn^e pll (blitz) , ^^•xhiiu : feA&d'&ein 
pers. abgineh, armen. apa&t (glas), •xin^'nip : <£'in<^tup dem. krkr 133 (talent), 
mit dem schon Lacroze das armen. UanUar verglichen bat. 

•x findel sich mitunter an der stelle des B. k x> z - *>• S. purag fiir 
prang (verbrennen) , desgleichen fehlerhaft in B. *xoA, -xcjuc, Ttpuuti fiir 
^OA, X 6 **^ XP 1 "* 1 * In **^ : 2J*^ 59^£ ( zwe 'g) entspricht B. *s 
einem S. ty ; fehlerhaft wird «x fiir uj gelegentlich auch sonst geschrieben, 
z. b. in Jti*^i fiir jut&tgi (axt), M. ouuiHife fiir ugjtiHtie (acht). Im B. 
noyau (klein) fiir S. Koyi riihrt es wohl aus der duplication der wurzel her. 

<T cima ist seinem ursprunge nach eine gutturalis, indem es regel- 27. 
m'aBig aus den k- und #-lautcn entspringt und sahidisch in griechischen 
wbrtern mitunter das r und c vertritt (<*Y n '*T noc x(v8ovo<;, <^i&oy*oc 
xi[Ju>toc Z. 209, cm&pn&d'H oovapirapq ) • Aus der urspriinglichen aus- 
sprache, die wahrschcinlich dem gh nahe kam, scheint sich friihzeitig die 
palatale tsch entwickelt zu haben, welthe spater im B. dem sch gewichen 
ist. <* wird von Kuckert mit c, von Lepsius und Lagarde mit c und von 
Revillout mit jh umschrieben. 

<y ist der koptische vertreter des hier. Q (c, fiir welches die spatere 
epoche der hieroglyphik auch ^3^ k schreibt. So findet es sich den 
dialectcn gemeinsam in a'Ao (gehage), <<Acwt : <f\o<4 <# (bett), <f\o*r : 
^Aoot£ (nieren), ^AojuAcai : (5^VojulAjul (einwickeln) , (^^Ae (lahm), d'juic 
(gartner), ^uiju (garten), d'non ffnn (weich sein), ^hhi : dme (wolke), 
<^cuiu : <^iun (fangen), ^on (fuBsohle) , a'pimi : a'pirne (diadem), ^pog^ : 
^poig (mangel , ^pH^ti : <^pH^e (mitgift) , ^pojutm : ^poojutnc }cr-m-pt 
(taube) , <^uipn : dtaAn (enthiillen) , <^&£ci : d'^ce <fA« (gazelle) , <5^iA 



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24 III. CAPITOL. 

b^D (opfer), Aepe^uioyrc : fcepec^uiOYT FQS'ltJ °der vielniehr hier. 
mrkabubd] ferner im B. <^i (muttennilch) , d'&Aox (fuB), <yn*y£ (hande), 
<5*oxi (laufen) und im S. (^lA^ife £&£& (stuck), &e\ (stehlen), ^chh (eilen), 
ujd'op dem. £fcr (ztns), d'ooy (cu (sack), <^ie £au? (bock), ju.ed'ToA 
Vtt£ (feste), Aun^ (verbergen), tun*' (anheften), ci^e (erstarren), ujrara^e 
(versehren) . Wie wir vorhin gesehen haben, ist dies aus den gutturalcn her- 
vorgegangene & regelmafiig nur im S. erhalten, im B. geht es meist in x liber. 

Andrerseits ist das urspriingliche x, wie es der sahidischc dialect 
bestandig fur die alten dentalen t und 6 aufweist, im B. oftmals zu <4 
ubergetreten. Beispiele : 0*1 : xi : xi Oe (nehmen) , d'loyi : xioye (stehlen) , 
<4o : xo : x* (siien) , ^iuAr : xuiAk (spannen) , &n*y : xii&.*y (zogern) , 
^nuioy : xnooy (tenne), tfuanrr : xuiirr (versuchen), ^T^ne : ^n 
(ohne), co^m : ujoxne : uuaxiu (berathen), <^po : xpo (siegen), d'epo : 
xepo : xeA&. (anbrennen), ^uipcjut : xmpju (winken), d'ici : sice : xici 
0(?s-J (erheben), c^unc : xoeic : x&eic (herr), <*Vrqi : x«rrqe : xeiqi itf-t 
(gewiirm) , <y©£ : xiu£ (beriihren) , d'tu&eAi : xui^jul (beschmutzen) , ^hxi : 
xitd'e (purpur). 

Selten schwankt der gebrauch in der walil des x Oder 6 in den 
dialecten ; doch findet sich ^uiA-x : ntuA^ neben clem gewohnlichen c^uipx : 
ninpx : n in A ex (trennen), S. son neben ^one (schalchen), Ao^'Acc*' 
neben A ox A ex (bekleidung) , B. xop£ von <^po£ und xHtt von 0*non. 
Fur den boheirischen gebrauch scheint phonetischer einfluB, namentlich der 
der folgenden liquida, best i mm end gewesen zu sein, wie beim k und x> 
tt und -o, n und c£. Jedenfalls gilt, nachdem beide palatal geworden, x 
fiir den einfachen, 6 fur den starken consonanten; daher lautet S. d'ocd'c 
ksks (tanzen) im B. (^ocxec. 

Der ursprtinglich unbestreilbar gutturale character des <4 zeigt sich 
im nicht seltenen wechsel mit k, z. b. ujkiAkiA uj^iA^iA (glocke) arab. 
J^b> russ. kolokol 7 noyxK neben no^px^ (besprengen), £pon neben 
£PH<^ (ruhen), B. ty<*oyp (ring) neben S. S-oyp, S. hiuAk (trennen) Pap. 
25. 26 fiir nuiA<*, M. rih fiir S. <^ie (bock), kc (auch) neben S. <*e; 
sogar B. kAojulAcai fiir ^AojtiAeju. (einwickeln) und <^oA&i neben koAoAi 
qrft (pelz). Im boh. dialecte hat <4 jedoch seit lange die aussprache 
eines scharfen uj angenommen und wird in den handschriften fortwiihrend 
damit verwechselt, z. b. <^&.pi fiir uj&pi : in>pe (schlageu), <yoAju.ec fiir 
ujoAjt&ec : ujoAjulc (miickej, ^Aoq fiir ujAoq (schimpflich) , tgArax statt 
d'Amx : <f\s<4 (kohl) u. a. m. 

Der mittelagyptische dialect schlieBt sich in der stellung des x 
und <4 an den sahidischen an ; doch scheint die volkssprache die beiden laute 
kaum unterschieden zu haben. Auf einem fayyumischen pergamentblattchen 
im berliner museum steht ein spruch zweimal. der dies anschaulich lehrt: 
&Ktn>nxi<y&A cenec&^OK und &Ktn>tixix&.A cettec&£UiK. 



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DIE CONSONANTKN. 25 

UJ schei ist zunachst das hier. rrr-i &e und TfT^T /a, [) $u, z. b. 28. 
tgtn £a (sand), ujoyraoT su (trockcn), ajoyrr fu (leer), ujurr : tgtnurr 
iat (schneiden) , uj& /aa (erst), eggo rfa (schwein), &oj«j a/au (viel werden), 
taty as* (rufen) u. a. Ebenso ofl entsteht uj aus dem hier. ® ^ und s^-*- 
yet, z b. tgojunr ymt (drei), S. ujuuutt ^mf (mangel haben Ps 33, U), 
ujhai ymaa (zart), ug*.qr ^o (bosewicht), S. ujnoug yni (laulnifi), 
n&-ujuinc )(nsu (monat des Chensu), ajtuni : tgume %pr (werden), ujc 
yet (holz), ujarrcut. ytm (schlieBeo), ujcapn yrp (der erste sein), iuji oj( 
'aufhangen) , oyujH uy^ (nacht) , jul&uji : ai&ujc mdjat (wage) . 

Dies erklart, warum ein altes X im koptischen einige male in uj und 
j6 (gj aus einander geht; es findet sich ujhai neben j6hjui DH (lieifi), 
Qvas6 : nui£ (zerreiBen) neben $muj : muuj (theilen) vom hier. pya, ogxioyn 
(acht) neben ^Mine : £ju.ene (achtzig), ty&p&urr : £p&urr (slock), 
ujoprq (larve) gopTq (gespenst), hier. X m " n f (engathmigkelt) B. £*duiuqi ; 
darauf griindet sich auch die verwandtschaft von ujuijul DTI, tg&icp IDfl, 
tgejuiHp ■VttTl. 

Unter dem einflusse einer pa la talis desselben wortes ist uj bald in 
dein einen, bald in dem andern dialecte aus einem ursprunglichcn c ent- 
standcn, z. b. ctge : ujuje : ojujh is (cs ziemt sich), icxc : eujxe (wenn), 
uj&tg : c&uj : tgetg (schlag) , oj&uji : c&ige : tgetgi (bitter) , uj&tgi : ctuge 
oder tgc (schlag) , tguity : coeitg : tgutg (paar) , tgefttgi : cAtge (schild) , 
tg&ntg : c&ntg (ernahren) , tg&tgq : c&tgq (sieben) , ujOYajuioyaji : ajoy- 
coo«]fU|e (brandopfer) ; c*«i : ujewxe (reden), curan : tgun&n (lib rig lassen), 
uj(^Hp : c^Hp (schiffen), co^iu : ogo-xne : uj&q&iu (berathen), uiupt : ui^c 
(bestreichen) , tgc^oyp : Kcoyp (ring) . So scheint auch age (sohn) , das 
iiblicher im M. ujh ist, auf das hier. sa zuriickzugehen. Einige male findet 
sich das uj neben dem c, z. b. in ce&cui& (gescharfl sein) neben dem gewohn- 
lichen tgofttgeA (scharfen), ujhi&i : tgtc&e cifc (rost), tguiurr : ujuiujr 
cuiupr (verhindern), c^tuptg : nuiptg (ausbreiten) und nope (decke). Das aus 
c hervorgegangene tg von B. ju^ujx mstr (ohr) fallt im S. jut^&'xe ganz aus. 

In boh. handschriften steht tg h'aufig fur &, seltener fur *. ; B. tuurt 
scheint mit S. noy^*re no<y (groB) verwandt, B. xieog^uiiu entspricht 
dem S. Jtie-amune (ausschlag). Den koptischen sprachlehrern gilt <* fiir 
einen schiirferen zischlaut als uj. Dieses wird in einigen wortern vcr- 
doppelt, namlich in B. ujujiuo-r (wunsch), ujujHtt neben ujhh (baum), 
jULcujogurr neben juteujunr (feld) und im S. tguje fiir das B. ctge. 

d. die labialen. 

II und die boh. aspirata «!► stehen fiir das hier. g p oder AK^ pa, 29. 

z. b. ni : n pa (der), ne pu (ist), ne«c (sprechen), ^nen : Tr^nn tpnn 
(kiimmel) , uin ap (rechnen) , ^n hp (gericht) , ujumi : tgume j(pr (werden) , 



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26 lit. C.AI'ITEL. 

ujuin fy (empfangen) . n ist im B. fast ganzlich auf den in- und auslaut 
beschrankt, im anlaut des worts und der betonten silbe tritt $ ein. Bei- 
spiele: $e : ne pt (himmel), $& : n& (der von) zum unterschiede von 
n* (inein), <|>*a : n&.i (celui-ci) zum unterschiede von n^i : nci (ce), 
<£h : nit (celui-la) , $i : nei (kuss) , $ei : niu plu (floh) , $um : nuin 
(ausgiefien), <£m : niit pnu (maus), $uip : nuiiupe (traumen), $ipi : mpe 
(aufgehen), $ptu : npui pr-t (winter), $ici : nice ps-t (koclien), $uit : 
nurx (fliehenj, $iuuj : niuuj (theilen), $uij6 : nui£ (reifien), <£o£ : nui£ 
(gelangen), ^goy : n^oy ph (hinten), Quipuj : mupuj (ausbreiten) , 
^uifas. : miiAd* und Quip's. : ntupos. (trennen) , Qurr£ : nuiT^ (einschneiden) , 
$m&*r : nui^Tr (ausgiefien), $«j6pi : n*£pe (heilmittel) , $*a*Tr (Libyen). 
Beispiele des inlautendcn $ : &.$e : &ne ape zu betonen (kopf) , &$<rr : 
&noT (becher) , jut^uip (in it nicliten), o&ene^uip : -xenenuip (dach), &<^ui<^ 
app (riese), k&.A«jul^o (hugel), -xai^e^ (apfel); in n&.$pi : tt&npe npra 
(korn), ra^JtiHi (wahrliaftig), le^-oyuii (landbau) und in dem lateinischen 
<^pe*r&. praeda (Z. 36) erweist sich die folgende liquida wirksam wie beim 
j£ und <e; beispiele des <£ als zweiten thcils einer doppelconsonanz 
sind : ty^Hp : tyfimp (freund) , c^ht^ : c&iere (schaum) , ilQo : xno 
(zeugen) , -x^oi : c^fcoi (arm) , ig^rr von ignii (sich sch'amen) . Der gebrauch 
des $ im duplicierten stamme zeigt in den handschriften nicht die regel- 
mafiigkcit des x ul, d 5 zwar schreibt man ^onncn (iiberfliefien) , 
$opnep (ausbreiten) , aber daneben trifft man <$>o*t$€tt (zerreissen) , 
(^on^en, <£eiu£um, <£ep^>uip. 

n hat in ziemlich friiher zeit die aussprache 6 angenommen und steht 
S. fur fc in knnn : mum (thiirpfosten, schwelle), knmi : netune ba-n-pt 
(eisen) , ai&o : Aino (stumm) , ejuiipui : cjutnptu (hafen) und in *n&. : &&&& 
appas; ebenso steht B. $ fiir & in •z&Qoi, uj^mp, c^hi^ und $opnep, 
das mit &opftep (auswerfen) verwandt ist; in ionic (handwerk) neben icn, 
icft scheint das n das urspriingliche zu sein (hier. dp) ; aber im B. gin hba 
(ibis), XMinn : <^<2&ift (ameise), cuim fiir ctufci (saum), in gone, gum, 
ujonujen, ju.&n, xurn u. a. steht das n falschlich fiir &, wie audi haufig 
in griechischen wortcrn (nponAmuL&. 7cp6(3A.Y)u.a) . Euphonisch ist n & 
in eu&pui : ejumpui (hafen), S. £JUt\(r fiir j6caic : £*ic (ahre), vielleicht 
auch in jutnuj*. (wiirdig sein) von amayu. 

Das Sahidische verwendet <£ oft fiir n£, wie $uifc fiir nguifc (das 
werk); ob ein solches n£ im B. $oo*y (heute) erhalten und im S. nooy 
(fiir ngooy hoc die) aufgegeben ist? 

30. B 6 wird nach der lehre der koptischen grammaliker anlautend 

(&uiA, ho*\) und inlautcnd zwischen vocalen (cefci, 'xoy&o) in der aus- 
sprache zu to erweicht, wiihrend es im auslaut (guift, *6urre&) und im 
inlaute vor consonanten (guifcc, ge&ciu) den 6-laut bewahrt. Den 6-laut 



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DIE CONSONANTKN. 27 

bezeichnen die boh. handscbrifien mitunter durch ubergesetztes n, z. b. 
n 
«Jtp«,djui (Lagardb, Orientalia I, 39). 

& entspricht einem hier. 11 6 oder «J^ ba, z. b. &uik bk (diener), 

tarn : ftiuum ban (bbse) , &hA. baba (bohlej , tain : &nne bnr (palmc) , 
kui& 96 (verdoppeln), £ui& Aa6 (werk), oyiutyA u£b (antworlen) , ita d6 
(diirstenj ; seltener sleht cs fiir eine andere labialis, wic in S. e&p&. prt 
(korn) , k^e : tane /ga (lohn) , taA mr (auge) , fcofcipi pa-asar (Busiris) ; 
und tgtutay feblerhaft fiir das gewbhnliche ujumuj. Spate und scblechte 
handscbrifien setzen A. fur oy (y)> z. b. tad (oy*j), tairruip .^Jbib Ftcfor, 
fcici fiir ofici : oyicc us (sagen), e*rtat& fiir e*roY**A (heilig), jueta fiir 
jueeyc (denken) u. dgl. Dagegen schreibt der mittelagyptische dialect, 
dem sich der oberagyptische in mancben bandschriften anschlicfil, & fiir q, 
&i fiir qi (tragen), A&tc&e fiir A&fiqe (Memphis), und sogar eta fiir cq- 
(seiend), &&& fiir **q (Rev. apocr. 124), *THpH& fiir THpq u. a. m. 
So trifll man auch S. ta fiir qo (canal), &urre fiir qurre (vertilgen, 
schweifi), ta^- M. tad'- fiir qo<^- (berauben). 

Euphonisch wird & zwischen xx und p eingeschoben in ajui&pe fiir 
«jupe (backer), B. cAi&pui fiir ejupui (bafen) , juApic : Jtipic (most), 
B.juApe£i (wagen), A&Ape^i und &pe£i fiir cjutpe^i : auupHge mrh (asphalt). 

H fei ist dem hier. K— _ f nachgebildet, das es fiir gewohnlich ver- 31. 
(ritt, z. b. q f (suffix der 3. m. sg.) f q*J : qei fan (tragen), q^uioy : 
q*TO©Tf aft (vier) , qurf f qurre fit (vertilgen) , qun&i : quiche (berauben) 
u. a. Dem qetrr : qirr (wurm) steht eine urspriinglichere sah. form fcirr 
zur seite, die auf das hier. put weist. Wie & im M. und in einigen 
sah. texten fiir q eintritt, so umgekehrt q fiir das urspriingliche ft, z. b. 
e*rqc fiir crfce (wegen), £uiq fiir guift (werk), o^puiiyq fiir oyuiigfii 
(antworten) , £qcui fiir gfeciu, &qp&£«dm fiir fe&p&£«dUL u. a. m. In 
eqciui (Z. 429) fiir ctaui niihert sich das q freilich unbewusst der urform 
[aft). Fiir ujen (scheeren) fmdet sich igeft (Ez 7> 48) und ujeq (Ez 44, 20). 

In spa ten verwilderten texten des mittclagyptischen und oberligyp- 
tischen dialects werden die labia len fricativen ft q und oy oft unterschieds- 
los gebraucht. ft, dem ursprunge nach eine fricative, ist in der gram- 
matik zu den liquiden zu rechnen und nimmt an den eigenthiimlichkeiten 
derselben theil. 

e. die liqnidae. 

Die verhaltnisse der liquiden sind im koptischen im allgemeinen die- 32. 
selben wie im altagyptischen ; den bekannten p A n u und ft schliefien 
sich die halbvocale 1 und oy an. 

P r entspricht dem hier. <=> r, z. b. po re (thur), p*. ra (thun), p*n 
rn (name) , puuuti : puuue rm-t (mensch) , ujHpi : ujHpe sra (sohn) , Hpn 



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28 m. CAPITEL. 

arp (wein), suipi : -xuiuipe fieri re (stark), ep : p dr (machcn), oypo : 
ppo ur-aa (kbnig), ^pni : £p«a hra (oben), &piti : £P*ti X ra ( unlen )» 
pip rra (schwein) u. s. w. Der consonant wurde sehr weich gesprochen, 
etwa wic im cnglischen, und fchlt daher ira koptischen hftufig, wo ibn 
die alte sprache noch aufweist, z. b. euj r*£ (konnen), e^ooy : jooy 
hru hu (tag), oyoeiuj ur§ (zeit), e er (zu), jutei : jute mr (lieben), oyetye 
u^- (mangel), nox+ 2 noyre ntr (gott), S. th tra (jahreszeit), £^eo pi. 
£&oip htra (pferd) , B. £01^ htra (tribut) neben S. £rop (zwang) , &.£© pi. 
&£tnp (schatze), £ro neben gOKep hqr (hungrig), c^goyi neben cgoyuip* 
(verfluchen), itoyqi : itoyqe nfr (gut) neben noqpi : noqpe (nutzen) u. a. 

33. X / entspricht dem hier. _g£^ /, doch bfter dem <n> r, denn die 
beiden laute sind im agyptischcn naher verwandt als in andern sprachen. 
Beispiele: A1&1 : Aifte (rasen), A&.A0 rr (bestreichen) , Auin&i : Aoeid'e 
(vorwand), S. Ao rud (aufhoren), kcAi : kAAc qrd (riegel), uiAi ar 
(nebmen), fctuA (losen) u. s. w. In A^c ns "jitbb (zunge) ist es aus n 
hervorgegangen ; B. d'poju.nuj&.A lautet S. d'pjuiiiaj&n. 

A steht in griechischen wortern mitunter fiir p, z. b. ecuAfe&e 
(= empale Z. 248), AieAoc fiir Jtiepoc (Rom 13, 9), wie p fiir A 
steht, z. b. in Kopiwpioc (Cornelius), epr&.tr&&.p& .Lbxai!. In agyptischen 
wortern linden sich mitunter p und A in den dialecten neben einander, 
z. b. (S'uipn : <^uiAn (oflTenbaren) , &eAu)ipi : ^pigipe (jiingling), Quip's. : 
nuip?& und ^uiA-x : naiAd* (trennen) ; &pH<x* (ende) und &.Akh (letzter 
tag des monats) von arq. 

Der midelagyptische und mehr der fayyumische dialect schreiben 
fiir das p der andern dialecte gewohnlich A, z. b. Acju Auijuli (menscli), 
Acuji fiir p&uji (frcude) , Acuk£ fiir puiK£ (brenncn) , Act fiir p&.*r (fuB) , 
nAn fiir Hpn (wein), uiAk fiir tupu (schworcn), ujhhAi fiir tyepi 
(tochter), AieArr fiir juteprr (geliebt) u. a. In inanchen wortern erhalt 
sich das p; so in pp&, *rpe-, ym, fteppi, •xuiuipe, *r&?&p& u. a. In noch 
andern schwanken die texte , es findet sich uj&Ae neben iy>pe , c^Ahi 
und minder streng e^p&i, ujuiAen neben uy&pen u. a. m. 

34. H n driickt die hieroglyphik durch /wvw\ oder \/ aus, z. b. iu na (die), 

n±y nu (sehen), B. iik& nb (herr), itoy^ : itofTC : noyTi ntr (gott), 
oytun un (oUnen), S. nuitune pna (umstiirzen) , n (suflix der \. pi.) u. s. w. 
Anlautendes n vor folgendem consonantcn wird mit vorgeschlagenem e 
gesprochen, welches mitunter auch geschrieben wird, z. b. n n (von), 
nnOTT : iirotr qtnu (schlafen) , ittyoT nyt (hart sein) u. a. n geht selten 
aus andern consonanten hcrvor oder wechselt mit ihnen, wie in -rnoxi 
neben tAojo. (furche) , S. ^n^cAo neben M. c^epd'ui (fledermaus), 
B. coeneq neben S. orrfteq (pfeil) , jtienqi : jueit&e neben jutcjuqi : 



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DIE CONSONANTEN. 29 

juejuAe mn-nfr (Memphis), a'onq lob 8, H. 40, 4 6 neben a'ojtiq Jes 
19, 6 (papyrus), fiir griechisches c in ennAHCTOC S-pcAsioroi; Z. 37; einige 
male fa lit es ganz aus, z. b. im M. oj&.*req neben uj&irreq, Jtinqi fiir 
juenqi (da her leitet die sp'atere tradition, Maqrizi 1, 4 34, den namen der 
stadt von den aiLo »dreifiig« ab). Den iibergang eines u in n zeigt das 
S. 0*11- neben und fiir B. tlcaa fan (find en). 

II m entspricht dera hier. vv und / , z. b. a** me (ort), xxci : 35. 

jute mr (lieben) , xxo^ : jutoy^ mh (fullen) , jul&t :*&&.&. f met (mutter), 
OYuiAi am (essen) , correjui : cuitjul (horen) u. s. w. Im anlaute vor 
consonanten ist es mit vorgeschlagenem e zu sprechen, das sich auch 
oftmals geschrieben findet, z. b. jul»o : sjcto Oder exx&o : ejurro (an- 
gesicht) , aaAoh oder ejuAon (zorn) ; vor den labialcn ist das silbenaus- 
lautende xx mitunter aus n entstanden, wie ajuulo- fiir iuuo- (welches im 
S. und M. noch mitunter vorkommt), (S'pojtini : <^pooju.ne Icr-n-pt (taube), 
juejuqi neben Jtienqi u. a. In <4xx- fiir d'n- (finden) hat sich das xx im 
S. selten erhalten, wie in ^jut&piKe neben <^n&pine. Einige male wech- 
selt xx mit &, z. b. -euiAeft : tuiAai : *x*Aeq (beschmutzen), ^inuti : 
^rnHfe £iitHq (schlummern) , S. <*epiu& M. d'&puuut (stock), ni&en : 
null : tufti nb (all), und ahnlich cAo neben xxAo : Aino (stumm). An- 
lautendes juuut wird mitunter vereinfacht, es findet sich S. xxn fur B. 
juuuon, S. ju^y**- f ur B. aiaa^t^t- (allein) und selbst Jtio-q fiir 
juutio-q (ihn), — besonders im fayyumischen dialecte. Die einfache 
consonanz scheint hier das urspriingliche. 

f. die halbYOcale. 

i und oy nennen wir halbvocale, wo sie, vor vocalen derselben 36. 
silbe stehend , die consonantische aussprache j und w annehmen. Die 
Kopten selbst sind zwar auch hier geneigt ihnen rein vocalische aussprache 
beizulegen, indem sie z. b. oyiirT€& u-o-teb punctieren; aber die gesetze 
der stammbildung widerlegen ihre auflassung deutlich. ofui^cA ist wie 
ecuAeft ein zweisilbiges wort, gleichwie o*yuijti ein einsilbiges ist. In 
den regelmiifiigen verbindungen des stammes haben die halbvokale i und 
oy immer als consonanten gegolten; der sah. stat. constr., oyxx von 
oyuijut ist nicht um, sondcrn wie boh. oyeAJt wem zu lesen ; spiitere 
handschriften gebrauchen nicht selten & fiir das consonantische oy. Schon 
die alte sprache hat halbvocale, und zwar, wie es scheint, fiir die drei 
organe, niimlich aufier f\ a und \J> w einen gutturalen halbvocal n t 

welchen man in einigen fremdwortern fiir das semitische ? betroflen hat 
und nun mit a zu umschreiben pflegt. Diesc drei laute scheinen halb- 
vocalischer natur zu sein; und wahrend sich aus f\ ganz gewohnlich ein 
i und aus ^ ein o^f entwickelt, sodass man in ihnen unser; und w ver- 



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30 HI. CAPITAL. 

miithen darf, wird die stelle des ^ a wenigstens im S. meist durch die 

brechung oder verdoppelung des benachbarten vocals bezeichnet. Freilich 
verschwinden diese halbvocale auch oft, ohne im koptischen spuren zu hinter- 
lassen, so namentlich n im an- und auslaute wie in miuS any^ (leben), cnaj 
ai (rufen) , arr at (felt) , tupn arq (schworen) , raujen aym (erloschen) ; 
oder der eine tritt in der jiingern spracbe an die stelle des andern; oder 
endlich sie treten erst in dieser hervor, oline sich aus der alten sprache 
nachweisen zu lassen. So ist in den nordischen sprachen das deulsche 
jahr zu aar, das deutsche wort zu ord geworden, wahrend sich in jord 
(erde), jarl (earl) erst der halbvocal entwickelt hat. Die verwandtschaft 
und den wechsel des j und to zcigen aber am gewohnlichsten die semi- 
tischen sprachen, man vergleiche das arabische jJ^ mil dem hebr. *lb\ 

37. I oder S. ei j steht fiir das hier. A d, z. b. iuii da (waschen), 
i*.po : ciepo atur IfcO (fluB), lurf dat-t (thon), itirr : eiurr atf, Uf 
(vater), ic : eie dr (so), S. ei* da (schlucht), u>£ : oo£ dhd (mond), 
ionn dp-t (handwerk) u. a. mchr. In ioju ima D^ (meer) schreibt 
sch on die alte sprache AA i ; in iogi : eiuige aht (feld) , B. irac as (eilen) 
hat erst die jiingere epoche das prosthetische j entwickelt; in ungleich 
mehr fallen ist aber ein altes A im koptischen geschwunden, z. b. &.tiojut 
dnm (haut), tun dp (rechnen), tutu : uine dnr (stein) u. s. w. 

38. OT w lasst sich selten fiir das hier. _ n a nachweisen, z. b. oy*A 
(heilig), oynSi (priester) ab f oyvasm am (essen), o*fiu&aj obi ubi (weifl sein) 
u. a. Gewohnlich entsteht das halbvocalische oy aus hier. >k oder (£ u 
oder £) ua, z. b. oyA.i : oy*. ua (einer), oyuin un (offnen), oyon unn 
(tlasein), oyiuiiu : oyoein uni oder ubn (licht) , oyui ii£ un-hr (offenbaren) , 
S. oycpHTe uarta (bein) , o*foc-»en : oyocrn ustn (erweisen) , fcocep : 
oyocp usr (ruder), S. oyuicq usfa (miissig sein), B. OTforV uf (trennen), 
oyurzek ufb (iiberschreiten) , ©Yurreit utnu (durchbohren) , oyurrcn ufn 
(spenden), o^orr^ uthu (schopfen), S. ©Yoeity url (zeit), o*fuiujejuL uSm 
(kneten), oyuiujc us% (breit sein), oyo£ uah (hinzufiigen) u. a. Auch 
im in- und auslaute nach vocalen geht oy aus hier. u hervor, doch diph- 
thongesciert es hier, wie in cuioytcii : cooyrn sufn (richten), cuioy^i : 
cooyge suht (ei), Truioy : *rooy tu (berg) u. s. w. In co^f© su (weizen), 
•xoYurr (zwanzig), goyo (mehr) scheint es dagegen eher halbvocalisch 
aufzufassen zu sein, da der sah. artikel vor diesen wortern ne und nicht 
n lautet. Mitunter fallt ein anlautendes o«y ab, wie in uran fiir oruratn 
(zerstoren), doch vermuthlich nur in folge einer nachlassigkeit in der 
schrift oder in der aussprache. 



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DIB VOCALE UND DIPIITHONGK. HI 

IV. CAP1TEL. 
DIE VOCALE UND DIPHTHONGS. 
Die iibersicht der vocale und diphlhongc ist die folgende : 39. 





Vocale : 




3L: 


e & 


H 


I: 


,(«) 


(t) 


T: 


o oy 


Ol 



DlPHTUONGB MIT I I 
£1 &.! (&.€l) HJ 



Diphthongs hit y: 

c T *t(*°t) «t( ho t) 

toy 

00 y — vaoy 



01 (oci) oyi cm 

Die drei reihen der vocale entsprechen ira allgemeinen denen der 
alien sprache "^ a, M t und v\ u; doch ist der koptische vocalis- 
mus im einzelnen ein ganzlich neuer und verschiedener ! ) . Nur selten 
lafit er sich aus der alten sprache erlautern, deren schrifl in der 
andeutung der vocalaussprache auBerst sparsam ist; doch erscheint er 
durch weit entwickelte bildungs- und lautgesetzc streng geregelt. Die 
bedeutung der koptischen vocale ist von der zur zeit der koptischen 
schrifterfindung bestehenden griechischen aussprache, dem itacismus, nach 
dera i h y ei 01 vollstandig gleichen werth haben, unabhiingig. Bei den 
heutigen Kopten haben die vocale ihre alte aussprache fast sammtlich ein- 
gebufit. 

a* die vocale. 

6 e, heute wie a gesprochen und in den neuern boh. handschriften 40. 
fortwlihreud mil a. vertauscht, ist der leichle vertreter der alten ^\ a, 
z. b. £ei : £c hau, ha (fallen), j6e : gc ya ItrelTen), c&e sba (thiir), 
S. ne na (die), fcc^e : &eK.e fqa (lohn) ; seltener des \\ u f z. b. ne 
pu (ist), aber oft ^ t oder et ira aus- und inlaut, z. b. $e : ne pt 
(himmelj, S. eiepo atur-aa (fluss). Der vocal ist der kiirzeste und daher 
dem nomen und verb urn im zustande der annexion eigen ; xe ist der slat, 
constr. von •xui (sagen) , cctii der von cumi (erwahlen) . Selten ver- 
tritt e and re vocale wie im B. h vor £ und o vor den liquiden; fehler- 
haft steht es im inlaute bisweilen fur h. Ein prosthetisches e trill einige 
male vor den stamm, sei es zur erweiterung der wurzel (§ 105), sei es 
wie vor anlautender doppelconsonanz aus phonetischer vcranlassung 
(§64. 69). 

Der boh. dialect setzt c rcgelmafiig fiir &i der griechischen worter, 
z. b. **jReoc : **JK*aoc Sfxouos, cxin : &rrei afrslv u. s. w. Auch 
juterc&e (schrift) steht fiir A&e*rc6&i. 

Der mittelUgyptische dialect schreibt fiir c oft h, z. b. &.£h fiir e^e, 
c&h (c&e), ujh (uje), £H (£c), ujhhAi (tyeepe), jUHHoyi (juteeye), 



4) Das hierogl. zeichen \\ ist nicht i, wie man seit Champollion allgcmcin 
annimmt, sondern vielmehr thcils a oder e, theils ein zeichen der verdoppelung. 



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32 IV. CAPITKL. 

cHHni (cccnc), khAAi (kcAi), ch&Ai (ce&i : ce&c), chjuaii (com), 
ujHAiuje neben ujcjuloji u. s. w. 

41. 3L a ist der starke vocal zu c und Iasst sich als solcher mitunter 
fiir das hier. "^ a nachweisen, z. b. in c6&i : cg*i syau (schreiben), 
ofK&i tdau (wohl), x**l ^/ au (staram) u. a. Ira verbum tritt * ziem- 
lich selten ein und auch im nomen nicht hiiufig, meist unter phonetischer 
veranlassung, die besonders durch folgende fricative gegeben wird. Hier 
tritt es oft fiir e und o cin. Charade ristisch ist es in der verbalen 
composition. 

Ein prosthetisches & erweitert mitunter die wurzel (§ 105); der sah. 
dialect stellt hier und sonst dem boh. & ein e gegeniiber; z. b. g*n : 
£en (einige), n«a : nei (dieser) , &£&.:&.£€, egc (ja), tt&crx : etoT 
(monat), i&po : eiepo (fluB), •xewxui : tfe&oy (topf) , doxici : cjulicc (dill), 
&A0A1 : eAooAe (traube). 

Der mittelagyptische dialect ersetzt das &. mitunter durch e, z. b. 
ju€, ce, fceA, Aeoji, ne^f, cegiu, geutgeA, o^iuca*., eutnuje, oyeeb, 
ejuLReg, xexi, -xcKeec (xeR^c), nexeq ; oder durch h, z. b. ne&Hq, 
iihk, iwq, whc, £iihk, &i\huj, AcaiAhuj (peA&p&.uj) ; wabrend er den 
vocal anderswo beibehalt, wie in &Ae£ (ewpegj, c^peg, *T«duie u. s. 

42. H e oder or scheint der umlaut, die im&leh, von & zu sein; in 
griechischen wortern steht h daher in altera handschriften fiir e, wahrend 
es in jiingern die t-laute vertritt, z. b. ^PX H€ P £ T C apj(iepeo<;, cynH^H- 
cic aove(8r^ot<;, cth&h aroipij. Der wechsel des e und h zeigt sich auch 
in einigen koptischen wortern, z. b. kxi : h^c etfe (knoblauch), nirai 
itexi : itHd'e (multerleib), ujwh : ujnn ujne (garn), S. iihhA neefc 
(schiffer), S. ujftiip ty&eep (genosse), S. nfcA fiir ekA u. a. Die 
pluralendung Hoy entwickelt sich aus einem auslautenden e, fiir welches 
der mittelagyptische dialect ziemlich durchgangig h schrcibt, wie gpH fiir 
&pe : gpe (speise), £H fiir £e (art), ujh fiir tye (holz) u. a. Dies aus- 
lautcnde h ist im S. nicht zu billigen. Selten steht neben h ein i, wie 
in gmiAi : £mitA (schlafen), ciqi : cifcc chAc (ceder), ojhi&i : ujhAc uji&e 
(rost) u. dergl. 

h ist nicht verbaler natur, es findet sich nur in den einsilbigen 
qualitativformen wie &hA ; beim nomen erscheint es im auslaut einsilbiger 
und sonst, wo es durch liquidae und halbvocale verursacht wird, z. b. 
£H ha (vorderes), pH ra (sonne), ^ht hata (herz), tthA : thhAc t'ba 
(finger), &h& baba (loch) u. s. w. 

43. I und S. 61 im anlaute der worter und der silben nach vocalcn 
lauten gleichmaBig wie t. 1 vertritt zunachst das alte M t, z. b. 



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DIB VOCALB UND DIPHTHONGS. 33 

gi hi (schlagen); doch ist es ofter eine schwachung aus *, e, z. b. qi /a 
(tragen) , m aus tie na (die) , ^ioyi : «ioyc taui (stehlen) , poygi : po-f ^c 
ruha (abend) ; oder es tritt fiir u ein, z. b. ^ tu (geben), $111 : mn pnu 
(maus) , und B. im auslaut fiir & et anstatt eines S. c, z. b. &\oi : «icc 
6s-f (erheben) , epm^ : epunre &art-t (milch) , *toi (: to) tut (gegeben) , 
qurctj ft-t (ausreifien) ; und fiir r, z. b. aim : uinc ant (stein), ujcum : 
ujtune yjpr (werden) u. a. Als slammvocal findet sich i seltener im verb 
((^ici : -xice) , haufiger im nomen (ciai, iq*r, oj)ip) . 

Fiir das auslautende B. i mehrsilbiger worter schwacher form hat 
der sah. dialect regelmafiig c, wenn es aus einem a I ten t oder r entstanden 
ist, z. b. puiAii : pcujue rm-t (mann), cgutii : cgixie hm-t (frau), owo«yi : 
*r ooye' tb-t (schuh) u. s. w. Erhalten hat sich das auslautende i im S. 
nur nach vocalen und wo es ein altes t vertritt. Der mittel'agyptische 
dialect zeigt im auslaut gewohnlich i, z. b. noyxi fiir noy^ : no^re 
(8 ol 0> ujcbli fiir c*«i : iy><xe (wort), n&iii fiir no&i : tio&c (siinde), in 
minder strengen texten findet sich gelegentlich -xuiuipe, ti&Ac u. dergl. 
Das auslautende i : e fallt in dem einen oder andern dialecte mitunter ah, 
z. b. him und Hn (zahl), k&£i : r&£ : rcji (erde), uiiAi : ociAc : *iA 
(widder) , 07011111 : 070cm (licht) , julhiiu : iUL&citi (zeichen) , jutewujx : 
ju.&&kc (ohr), und ahnlich in verbalstammen, wie ujuirj neben ujuik 
(graben), «x.uip : -xuitupe (zerstreuen) u. dergl. mehr. Im stamme ist der 
wechsel des 1 und c ungewohnlich ; er findet sich in B. cam (wissen) fiir 
S. eutie, B. rexc (namlich) fiir S. ik^i. 

In griechischen wortern ersetzt der boh. dialect das ci regeimafiig 
durch 1, z. b. it\ elta, \%xw\ e? ^ti, tcAioc tiXeto;, ^ipntiH e{pr]vT] 
u. s. w. Nicht so der sah. dialect, der nur in koptischen wtfrtern an- 
und inlautendes ci oft durch 1 verdrangt. Selten stent 1 fiir gr. 7] wie 
in -epitioc Op^vo^. 

T y als vocal scheint einen unbestimmten laut zwischen t und e ge- 44. 
habt zu haben ; selten vertritt es in koptischen wortern sah. dialects das 
c, z. b. fcyKe fiir &crc (Z. 310), cyHTC fiir cirrc (zwei, /".), S. -ryn 
(schale) Mt 26, 23 u. a. »Quod interdum revera occurrit y pro e, id 
ego vitium ortum puto ex ambiguitate vocalium arabicarum«, sagt Didymus 
Taurinensis. Sonst dient y zur diphthongenbildung wie *>y, ey, ny, 
wo seine spatere aussprache consonantisch geworden ist ; daher bieten ganz 
schlechte handschriften auch, wiewohl selten, ey fiir cq, *y fiir *q 
u. dergl. 

In griechischen wortern lautet y wie i; daher schreibt es der boh. 
dialect auch oft fiir 1, z. b. B. ky&uttoc xiP«>to;, gycoc too<;, ^yjutnH 
X((avy) u. a. ; und ofter noch fiir h, z. b. cr^hk oxYjvq, cKynvaxx* ox>]va>u,a 
(leichnam), Rf*oc xtjtos, nA^pfH 7rXr|*p^ gy^oim fjSovr], cyjuumcmii 

Stern, koptische grammatik. 3 



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34 IV. CAPITKL. 

07)u.atvsiv u. s. w. In cnyMei (Mt 9, 36) : CKyAi (Z. 35) scheint das y fur 
e zu st eh en : axsX(Cstv (laufen). Selten vertritt y in koptischen wbrtern i 
oder h, z. b. in B. g^pAiH (pelikan) fiir £kjuh £*jlh, Ay&i fiir Aiflu u. a. m. 

45. O o wird heute wie t* gesprochen und schon in papyren des 8. jahrh. 
findet sich z. b. npoyc fiir npoc, AioynaxTTHpion, cnoT*JKON fiir 8s- 
chtotixov oa>u.a und dergl. Es lafit sich nur selten fiir ein hier. u oder 
a nachweisen, z. b. Ao rua (aufhoren), etgo $a (schwein), -x^oi : dffcoi 
}tba (arm) u. a. Dagegen ist dieser vocal der haufigste in der bildung der 
verbalen stamme und formen sowie in den nominalen bildungen. Phone- 
lisch tritt er mitunter fiir en ein. 

Im mittelagyptischen dialecte steht fiir das S. o in der regel *, 
z. b. ca.ii (con), ju&.tgi (jutoooje), T&.K&. (t^ro) , t*A*y ('r^Aooy), 
A^oyi (P°°Y e ) ' *** c *c (•xoeic) , <&&&q foooq) , c*nc (cone) , n^-xq 
(noxq), uj^pen (ujopn), ^Aed* (goAt^), cai^t (cjuuvt), ajek-xm (ujosine) 
u. s. \v. Dergleichen findet sich auch in manchen sah. handschriften, 
wie dem cod. Borg. no. CXIII. 

46. OT u ist nur vor und nach consonanten als vocal zu betrachten ; es 
vertritt mitunter ein hier. u, z. b. oynoq unf (freude), oynoy unut 
(stunde) , o^ton uya (nacht) , o-fx^i uiau (heil) , co^p su (tag des monats) , 
ujoy X M ' fe 111 ) > laoT 1 ^" &u (leer) , 190^010^ §u (trocken) , poygi : poy££ ruha 
(abend). Vor oder nach vocalen wird of halbvocal oder diphthongesciert. 
Aus phonetischer veranlassung entsteht o^ oftmals aus in, namentlich nach 
n und jut. Fiir xx steht oy in S. ko^ha* fiir B. kcaikcai, und B. suno^f 
fiir S. txvuxx tamu (geschlechl) ; es scheint abzufallen in no^ fiir o^oy 
(stunde) und zu c geschwacht zu werden vor liquiden, z. b. o^po : ppo 
ur-aa (konig) , Toy&o : T&fco von o^p*^ (reinigen) , tjuuulo (n'ahren) von 
oyuiAi u. a. 

47. UI 6 ist gewissermafien der umlaut des o ; es ersetzt haufig ein hier. 
a, z. b. iurf &at-t (thau), ^ui&i : <^cu&e fcab-t (blatt), Qcutg : nuiuj p%a 
(theilen), -xtu-x t'ata (kopf) ; oder u, z. b. ponr rut (wachsen), urrn 
atpu (beladen), cnuioiq snfu (blutungen) u. a. m. Aus auslautendem 
u scheint sich auch das den grundformen der zwei- und dreilautigen verba 
eigenthumliche oi entwickelt zu haben (fcuiA, cwmj. Im nomen ist ui 
selten, z. b. in Auik (sclave) ; dock tritt es im auslaut als endung der 
feminina ein, z. b. c&ui a^co (lehre), $pui : npui pr-t (winter) u. a. Vor 1 
und oy ertriigt das ui nur der boh. dialect. 

Im mittelagyptischen dialecte erhalt sich ui meist, es geht in *. uber 
in nT^TCit, uuuL^-reri, ep«nren oder eAanren. 

b» die dlphthonge. 

48. Diphlhonge nennen wir im koptischen die verbindun# der halbvocale 
1 und y oder oy, die in der regel auf ein alles (j(j I und % w zuriick- 



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DIE VOCALS USD DlPHTHONGfi. 35 

weisen, mit einem vorhergehenden vocale. Wie weil die aussprache die 
beiden laute versclunolzen hat, das laflt sich kaum ausmachen. Es scheint, 
dafi i und y (ay) urspriinglich eine gewissse selbstandigkeit in dieser hin- 
sicht bewahrt haben, spater aber mehr und mehr consonant isch gelautet 
ha ben. Aus den puncten, die die sah. handschriflen uber das 'i setzen 
lassen sich auf die aussprache keine schliisse Ziehen ; die guten hand- 
schriflen setzen sie meist libera 11, wo das i auf einen vocal folgt. 

61 ei ist ein nicht sehr hiiufiger diphthong, der in wenigen fallen 49. 
beiden dialecten geraeinsam ist, wo er dann im S. auch ci, cei geschrieben 
wird, urn ihn von dein einfachen sah. vocale ci = i zu unterscheiden, 
z. b. ci (ich seiend) , oyeimn : oyeciiun dem. uinn (lonier, Griechem, 
cioyA : ceieoyK b*K dem. aiur (hirsch) . Iui boh. eicft-r dbt (ost) neben 
dem sah. ciAlt, cic&t, ie£rr scheint das e prosthetisch zu sein. In nei : nHi 
(floh) tritt S. hi vereinzelt dem B. ci gegeniiber, wie auch im B. hhi 
neben nci (termin) vorkommt. Sonst entspricht dem boh. ci im aus- 
laule ein sah. c, . z. b. in jutei : juic mr (lieben) , oyci : oyc (sich ent- 
fernen), gei : gc (fallen). B. $ci (sprung), cp<$ci : pnc (tempel) u. a. 
In q*i : qci Itragen) , n*i : nci (dieser) , n*.i : nei, auch ncci PS. U 4 
(diese) ist das ei eine schwachung des *a ; eei scheint in diesem falle 
die correctere, wiewohl seltenere schreibung zu sein. Das S. ci ist einige 
male zu i geschwacht worden, so in ci : cci (salt werden), $i : nci m 
(kufl), S. cci ci (ceder). 

Mit dem diphthong nicht zu verwechseln und von demselben ver- 
schieden ist das S. ci fiir B. i im anlaute der worter und der silben nach 
vocalen, z. b. citmr fiir itu*r, socic fiir soic, wie alte und gute hand- 
schriflen neben einander schreiben. Dies ci ist ein einfaches i und wird 
nur in sch lech ten handschriflen auf den inlaut nach consonanten uber- 
tragen, z. b. jutcittc fiir jutinc, ncin fiir $in : nitt (mans), tt^ci fiir 
n^i u. a. m. 

tKl ai, ein haufig auslautender diphthong, ist wiederum doppelter 50. 
art. Wo das i auf ein altes t oder u zuriickgeht, ist es auch im S. 
stabil, z. b. *ci*.i : 6.c<wi (leicht sein), cj6m : cg*i syau (schreiben), 
*j*j dem. «*' (a Hern i, «tuu>i a§au (viel werden), ajl&i (orter), £*a hai 
(gatte), $*i rn^wi (dieser da), S. UJ6.1 (neu) 11. a. B. q&i ist dagegen zu 
S. qci und weiter zu qi geschwacht worden, ebenso lautet das schwachere 
demonstrativ mwi : nci. 

Auch im inlaute findet sich &i : *a milunter, z. b. k&ici : k*.icc (be- 
grabnitt), und in andern nomina schwacher form (§ 4 32); ferner in *ik : 
6.em (weihe), im pi. e&uwiK u. a. Doch wechselt der diphthong hier 
manchmal mit h and c ; daher ^hAi ^cfti : THk (kasten) neben tm£i : 
TMbe (sarg) , gic&i : gi&i&c gi&ci&c f. flamm 1 , kccc fiir k&icc, S. «Mcc 

3* 



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36 IV. CAPtTEL. 

(kohle) neben s&iAec; ujih : uji*.i ujih (langc), u. a. Daraus scheint fur 
das sah. *i (nicht «!i oder &ei) die aussprache e zu folgen. 

Wo boh. *a aus einem bier. ^^ a entstanden ist, wird es im S. zu 
&«, oder *, z. b. oy*i : oy± ua (ems), few : &* (3at<; (palmzweig), it*i : 
116.*. n*. na (erbannen) , n^w : iut& (dinge) , c*i : c* (schonheit) , -ao^*^ * 
Toy*, (schwelle) , ujm : iu> ^a (fest) , j6*a : g* (wurfschaufel) , *>q-*i-q 
&q-«^-q (er that es) , u. a. In cmc hat auch der sah. dialect den diphthong. 

Im mittelagyptischen dialecte wird &i gewohnlich zu ci oder eei, 
wie in cci, gci, oymi, ckci, &ujei, cgei, itcei, oycci, aaeei, in welchem 
letztern beispiele sich nur das stamnihafle «j behauptet. 

Das griechische *j lautete den Kopten wie e; die unteragyptischen 
texte schreiben daher bestandig e fiir at, z. b. **jkcoc : **JK*aoc 8(xaios, 
e*rm : *jtci afxsiv. 

51. HI ex ist selten den dialecten gemeinsam, wie in hi at (haus) , £»hi : 
2*thi (mein herz), ot&hi (gegen mien). Sonst ist es nur boheirisch und 
zwiefacher art, indem es entweder einem S. h und e, oder einem *j 
und *xi entspricht. Beispiele des ki:k und e, i sind : *lhi : «k ta 
(splitter), ujxhi : uj^h Job M, 6 (spott), o*pci (wirklich), ujhi (brunnen), 
juihi : jutec ajic (wahr) , ^Ahi : «,Ac (besleigen) , c^ht^ : c£ihtc (schaum) , 
ujmfti : ujjt&e und tgi&e (rost), chiiu : cine (pflugschar) . hi : */i und 
*ei finden sich in hhi : n*i (mir), nejLiHi : luuuuaa (mit mir), gpHi : 
gp*i (unten), gpHi : £P*i (oben), ajlhiiu : jut&eitt (zeichen), Aiiupi : jutdtipe 
(biindel), chiiu : C6.em (arzt), ciihiiu : cn&ciit (stolzieren) , *5hi£u : gfei&ec 
(schatten), M. £Hi&ec S. £*.eiAec (decke), B. pHici (spreu), ^Ahijuii 
(nasturtium), &&pHrr (bock). B. THi-q (ihn geben) lautet im S. *r**-q. 

Der orthographische unterschied des S. *i und *ei scheint in den 
guten handschriften der zu sein, dafi *a im auslaut, *ei im inlaute seinen 
eigentlichen platz hat. Oft genug findet sich freilich im letztern falle aj, 
wenn die kiirze der zeile die kiirzere schreibart veranlaBt. 

52. 01 oi findet sich auslautend bisweilen in beiden dialecten vor, z. b. 
c-aoi : ctoi sta (geruch), $oi (Ez 46, 2) : noi (sitz), *loi (schifl), -s^oi : 
d'fcoi neben ^&oe (arm), «juloi : £&juoi (dafi doch), jul^toi (soldat), £Oi 
(haufen, balg), S. goi (grundstiick, canal, wunsch), oyoi oyoci (lauf), 
coi (riicken, balken), und namentlich bei der ankniipfung des suffixes der 
4. sg. cpoi, juuuloi, *r«£oi u. s. w. S. oci fiir oi ist hier selten. 

In andern fallen entspricht dem B. oi ein S. oe oder o, z. b. oi : o 
(sein) , *toi : to (gegeben) , toi : toc to (theil) , qoi : qo (canal) , otoi : 
•xoe -X.O (mauer) , -eoi : toc (fleck) , B. koi (feld) , B. gioi (griibeln) Rom 
14, 2. Col 2, 2. 

Dem boh. oi entspricht im mittelagyptischen dialecte ein &i, 
z. b. jul&t&i fiir juuktoi, cAm fiir cpoi, u. s. w. 



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DIE V0CALE UND DIPHTHONGE. dl 

OTI tit baben einige male beide dialecte im auslaule, z. b. AJioyi 53. 
(lowe), oyi : oyci : oycci (eine), B. g^oyi (vipern), B. go^fi (niihen), 
noyi (die meinigen), B. ^-rd'noyi (ohne mien), S. noyi (klein). Ge- 
wonnlich aber entspricht dem B. oyi im S. oye. oder oy, z. b. *coyi : 
*coy (beulel), Aioyi : xxoye (insel), ju^^oyi : jut^-roy (gift), noyi : noy 
(gedenken) , pfeccvyi : p^coy (traum) , c^goyi : c*gof (flucben) , oTiittdut : 
OYn^Jut (die rechte) . 

IM 6% ist fast ausschliefilich boheirisch, dcnn gemeinsam ist die ver- 54. 
bindung nur in den fallen, wo sie aus der ankniipfung des suffixes der 
/. sg. entstanden ist, wie in $uii : rnui (der meinige), oyruii (zwischen 
niir) , ttctui (hinter mir) , •xuji (raein haupt) . Im auslaute entspricht dem 
B. in i sonst S. ui, z. b. qtui : qin (haar), •xini : <xui (becher), B. kim (cu- 
bitus), und nur in oyvai : o^oei (landraann) erhalt sich das i, weil das 
wort vermuthiich aus der langern form oyoeie oder oyotin verkiirzt ist. 

Im inlaute steht fur B. ini regelmafiig S. oei oder o'i, M. &ci *!i, 
z. b. AJLtarr : jutocrr (weg) , cruise : <xoeic : k&cic (herr) , Xuirxi : Aoeid'e 
(vorwand) und andre nomina (§ 1 33) ; ferner puiic : pocic (wachen), 
ujuiitg (ventilare) AZ. XIV. 44, nuiiiu (betroflenheit) K., gAuiiAi : gto'foe 
(schwimmen), S. £oeme (einige) u. a. m. 

6T eu oder vielmehr ev geht oft aus der verbindung eines auslau- 55. 
tenden e mit der pluralendung oy hervor, z. b. ey, -apoy : Tpey, 
noy-c^-xi : ney-uj^-xe, fccAAcy : fccAAeey, pi. von feeAAc, u. dergl. 
Sonst ist e.y fur c+oy selten ; es findet sich im B. eym (mola) , ujeym 
(scheune), Aeptgey (coriander), juieyi : xxccyc (denkcn), im S. Tcy 
(kaufen), -xey (schicken), Tcnney (senden), jutcy** (todten), cey£ (ver- 
sammeln), — formen des stat. const., in denen ey aus ooy ge- 
schw'acht ist. 

3LT au oder av, in der alten aussprache vermuthiich ein nach u 56. 
geneigtes o, ist die verbindung eines * mit folgendem oy, z. b. in der 
verbalen flexion ±y, x>T : R **T ( selzen fi i e ) > , * k T s €| **T (waschen sie) , 
S. *r±±y (geben sie) u. a. ; sonst namentlich im auslaute: S. *y (gieb), 
S. A**y Remand), juuul*y (dort), iwy nu (sehen), <4n±y : •xn^^f 
(zogern) , cn&y (zwei) und manche einsilbige nomina ; im inlaute seltener, 
z. b. *x%x*y*sr- : %x*>y*>*>- (allein), ^«p"kA : 2*yd±\ (anker), B. K&fpi 
f. (taub), cit^y^ (fesseln), a^A^yx (fiifie), «*a&*tAi (kamele) u. ahnl. 
Der artikel oy oder ein wurzelhaftes oy steckt in dem ±y von aVyjutuiiT : 
•x*YJUtoerr (wegfuhrer) und c&fHpn (weintrinker) . Einige male bieten die 
dialecte das *y nicht gleichmafiig dar, z. b. *Ypt«i : &pH*x (ende), 
pejap^yuj : pjutp*uj : AeAiAmg (milde) , ±y*up : of «P (wie viel) ; S. £no 
(gefafl) scheint mit giw/f eng verwandt. 



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38 IV. CAP1TEL. 

Vor vocalen bleibt ±y im S. und wird im B. zu *>oy, z. b. *oy*n : 
6.y^it dnu (farbe) , ^oyi*.oy^n : ±y ci&y^n (bunt) , ^oym : ^yeiit (fracbt) , 
'r^oyo : T^yo (vorbringen) , B. p&oyui (begegnen), S. p*Y H (nachbar- 
schaft), S. t^yuM (und)> S. <*V]poit a^oyon (knecbt), auch <3^oon. Im sah. 
ist die schreibung ±oy (wie xi^oy^^K Luc 24, 4 8) oder gar *y°T ( w * e 
T^yoyo Z. 268) nicht zu billigen, und n-r^of- fur irr^y- (M£l. d'arch. 
5, 175) vollends verwerflich. 

Im mittelSgyptischen dialect tritt fur ±y gewohnlicb cy ein, z. b. 
ney, *xey, %x*xe.y, cncy u. a. m. 

57. HOT : HT ist eine nicht seltene vocalverbindung namentlich im 
auslaute, z. b. in -aHoy : THy (wind), cKoy : cicy (zeit), gHoy : gHf 
(nutzen), S. K^gKy (blofl), THf-Tii (euch), B. ^Ajcoy (eitel), -a^HoyT 
(tinte) , in ciuioy : ciucy (bruder) und andern pluralen, in -aHoy : 6ny 
(enge sein), t^rhojt : T^RHy (verdorben) und ahnlichen qualitativen. 

Der mittel'agyptische dialect gebraucht eher Hoy als ny; doch 
findet sich neben ntuvp auch HHyei u. a. 

58. OOT ou, dem englischen ow in row entsprechend, ist ein im fi. 
nicht sehr haufiger diphthong, dagegcn im S. der gewohnliche vertreter 
des boh. woy. Im B. scheint der diphthong ooy einige male zur unter- 
scheidung eingefiihrt zu sein, z. b. egooy : goo*]* : g*.o«f ( la 8) » $oo«f : 
nooy (heute) , Tooyi : g^ooye (morgen) . 

59. IIIOT 6u ist beiden dialecten nur in wenigen fallen gemeinsam, 
z. b. puioy (plur. von po, thiir) und in ahnlichen pluralen, guio*]* (regen), 
vaoy ngHT (langmiithig) , *.ciuk>y : &cuio«f (leicht) , B. iiuoy (anschwellen) , 
ujoyuioy (trocken) — doch finden sich daneben die sahidischen qualitativ- 
formcn ujoyooy (trocken) und K«Juiooy (schwarz). cuioy^ (versammeln) , 
tfuioytf (verzerren) bewahren vaoy auch im S. B. inoy, im S. aber 
ooy ist einer der haufigslen diphthonge und zugleich der regelrechte 
ersatz fiir das hier. p u im aus- und inlaul ; so im auslaute : AJtincvy : 
AJLOoy mu (wasser), ^puioy : gpooy yru (stimme), q^rtuoy : qTOOf 
(vier) , guioy : gooy (bose) und andern nomina ; femer in ^cuoyi : 
Tooye tb-t (schuh), S. nooyc (andere), Aooyc (teniae), ujooyc (weih- 
rauch), ptuoyi : pooyc (halm), ujuioyi : ujooye (trocknen), B. guioyi 
(sich werfen). Beispiele des inlauts sind ^uioy^ tut (versammeln), B. kc- 
^uioyiu (andere), juiuioyt : jutooyr (todt), poio^r : poo^r (munter 
sein) , puioyuj : pooyuj (sorge) , ctuoyn : cooy n (kennen) , ctnoTpTren : 
cooym (richten) , ciuioyiu : ciooy it (bad) , und manche andere nominale 
bildungen (§ 435. 4 58). 

Einige male entspricht dem B. uioy ein S. *y, namentlich in luucvy :• 
n±y (ihncn) , ncjuuioy : haia**^ (mit ihnen) , ^q^inoy : *wqK6.*y (er setzte 



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PH0NET1SCHE REGELN. 39 

sie). Sahidisch gefarbte boh. manuscripte bieten auch wohl *qx*T un< * 
ebenso Kex^T 111 *" r nc^uiofiu- 

*y oder ^oy trilt fur vaoy : ooy regelmafiig im m i 1 1 e I a g y p t i - 
schen dialecte ein, z. b. g^p fiir £tuo«f (boso), KCK^ytu (andere), juui&y 
fiir AJuutoiOY (sie) , c*o*rn oder c*>yn fiir cuiof it : cooyn (kennen) . 

IOT iu 1st eine seltene vocalverbindung, die ebenso wcnig zu diph- 60. 
thongescieren scheint, wie ic, i*., ih, io, iui oder oye, oy*>, oyn, oyo. 
In diesen fallen gelten i und oy nach § 36 als halbvocale. So scheint 
denn auch nciof (slern) psiw, tiicioyp s necioyp abcr wegen der sah. 
form des artikels pe-sjur zu sprechen sein. 



V. CAPITEL. 
PHONETISCHE REGELN. 

Die silbenbildung ist im koptischen der mannigfaltigsten art. Die 61. 
silbe ist entweder offen, auf eincn vocal oder diphthong ausgehend, oder 
geschlossen, durch einen oder mehrere consonanten. Wo sie auf zwei 
und drei consonanten ausgeht, wird die aussprache mitunter durch die 
einschaJtung eines bedeutungslosen e, eines schwa mobile, erleichtert, obwohl 
dasselbe racist ungeschrieben bleibt, wie co-rnq — vermuthlich sotpef zu 
sprechen. Die silbe kann mit einem oder mehreren consonanten anlauten ; 
doch pflegt die spatere aussprache der anlaulenden doppelconsonanz ein e 
vorzuschlagen, das sich bisweilen auch geschrieben findet, z. b. B. neqe&&*i 
fiir neqj&e^i (Z. 43), €ujtcko fiir ujnreKO, co&hajl : cthu (stibium, 
ortfjLfjLt), tun* ((iva mine), S. eujuje fiir ujuje 1 ). In e^AHoy (eiteli ist 
die vorsetzung des e das gewohnliche und die form ^Aitoy Uuflerst sell en, 
z. b. £*ncMLi Ai^'AHoy Ez 4 3, 4 9. So wird der consonantenhaufung in 
der composition mitunter durch ein eingeschaltetes e oder * vorgebeugt, z. b. 
in ggeit-e-£TKq, iu>n>*-£THq, ceT-c-Apiw*, *it«juuu, k*A&£K, c^p^^HOf; 
£*p&&*i etc. Dreiconsonantiger anlaut, wie in c&pe^r : c0*p&£T (ruhen) , 
ist eine abnormitat. Die koptische sprache liebt keine willkiirlichen und 
ungeregelten vocalisierungen. 

In wenigen fallen tritt metathesis von consonanten ein; so in B. 
t*t£ fiir t*£t (blei), S. uigc fiir tnc6 : uic£ (ernten), a«**t£: JUfx*g;r 
(morser) Num 4 4,8, uiirr statt urni (beladen), B. iuujtl fiir S. *tu^c 
(bestreichen) u. a. 



4) Dag c gleicht hicr dem vorgeschlagenen vocalc anderer sprachen, z. b. 
aeth. emna fiir arab. min, espirito, yspryd, con istudio, arspondere fiir respondere 
— eine italienische vulgaraussprache, die Dante in seiner schrift de vulgar* eloquio 
tadelt. 



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40 V. CAPITEL. 

62. Consonantenverdoppelung ist aufier bei den liquiden unge- 
brauchlich ; daher wird eine urspriingliche doppelconsonanz einigc male sogar 
vereinfacht, wie in S. 6*ii6 fiir a|3(3a T 6jul6 fiir au.u.a. Eine ausnahme 
bildet uj, das in B. tgujKit, ujujuioy, ajlcujujuit und S. ujtye verdoppelung 
erfahrt. AuBerdem konnen durch agglutination grammatischer elemente 
consonantenverdoppelungen sowohl im anlaut als im auslaut entstehen, z. b. 
n-n6.nTOKp6.Tiup (der allherrscher) , t-toi (der theil) und ^q-aVr-T 
(er nahm mich) ; im erstern falle schlagt die aussprache der spatern zeit 
ein e vor, in lelzterm vereinfacht die schrift die verdoppelung mitunter 
urn so eher, als dieselbe in der grammatik urspriinglich unbegriindet ist. 

63. Zwei im auslaut und anlaut zweier wbrter, besonders in gramma- 
tischen bildungen, zusammentreflfende consonanten werden in der schrift 
oft vereinfacht, namentlich im S. , z. b. TetudULoy : th6juloy fiir 
Tcn>it6>-juuv]f : Tn-n^-jutoy (wir werden sterben) , •eA.Aicoyo fiir -e^Aic- 
coyo, 6*116. AJi6K6pc JutcnequjHpe fiir jutcn (xx\\) nequjHpe, 6.qcKTne 
Ain nK6>£ fiir 6qcitT -me (Z. 208) u. dgl. 

64. Die einfachen explosiven k t n gehen, wo sie in der wortbildung vor 
eine liquide oder einen halbvocal zu stehen kommen, im boheirischen 
diaiecte in die entsprechenden starken aspirierten X 9 & uber. 
k ist das praformativ der 2. sg. praesentis I. und bildet also mit p* 
(thun), if6f (sehen), iutei (lieben), oyuum (essen) : B. 9CPN X n *T/ 
9£H6ii6T> x* 161 / x°T UIjul f un( * so soWte es auch x^°ki (^ u rasest), 
9£&uA (du losest) und ^iuii (du waschest) heiBen. ct ist das rela- 
tivum definitivum - und bildet demnach mit denselben verbalen stammen 
e-ej>6, e-»jutei, e&n*>y, c&n&n^y, e^oy uiajl , e-ejtai' und auch wohl 
e^AuiA; ahnlich verhalt es sich mit der particula privans **t oder 
6-», z. b. 6^juluiot (wasserlos), 6.-»Auinti (tadelios) ; und mit dem pra- 
formativ der nominalen abstracta ajlct oder Jute-», z. b. Jute&Aiiu (wahr- 
heit), jute^muj^ (grofie); und mit dem inlautenden t dreilautiger verbal- 
wurzeln, deren ultima eine liquida ist : es wird zu *, sobaid es unmittel- 
bar vor dieselbe zu stehen kommt, d. h. in der wortbildung und bei der 
anknupfung der suffixe, z. b. aSurrcA (todten) j6(vafceK, crareu. (horen) 
co-e^moy, oyuiTen (durchbohren) oy6-»m u. s. w. Aus gleicher veran- 
lassung tritt ^ fiir t, $ fiir n in der composition ein, wie m cee-io£i 
(ackerland), le^-oruii (landbau). Endlich lautet der artikei vor den 
liquiden und halbvocalen statt n t vielmehr $ •», z. b. $p6t\ (der name), 
<|>A6C (die zunge), ^iw^ (derglaube), $>xx*k (derort), $&6.A (das auge), 
^oyuiAi (das essen) , $ioit (der vater) und -ap^coyi (der traum) , -aAuirai 
(der vorwand), *nexi (der mutlerleib), *%x±y (die mutter), *&6.ki (die 
stadt), -»o*]fiit6JUL (die rechte), eiurt (der thau). Gute boh. handschriften 
sind in der beobachtung dieser regel streng, namentlich in hinsicht des 



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PHONETISCHE REGELN. 41 

artikels; andere lassen es hier und dort an einheitlichkeit uod sicherheit 
fehlen. Eine mehrfache anwendung der aspirata in demselben worte 
vermeiden manche handscbriflen und schreiben z. b. jute-r-juteepe ((zeug- 
niB) fiir AJtce-jute^pe, was andere bieten. 

Der assimilation mit einem folgenden consonanten unterliegt von •&. 
alien consonanten our das H. Im boh. dialecte wird die partikel it der 
relation und der negation vor anlautendem n -ty $ & jui regelmafiig zu %x, 
also AJtnoYpo, ju^iurr, jui^p^qh, jul&*ki, juua.&iti&en. Eine ausoahme 
bilden nur die composita von jui* (ort), die als verkntipfungspartikel it 
aucb vor den labialen zulassen, z. b. AHwh^tu-r (zufluchtsort) , jut^njuioigi 
(weg), Ai&iuuioiu (weide) neben jul<Juuuouji ; JuuJuuuoni. Auch vor dem 
$ der griechischen worter wird wie vor q die partikel ft, mitunter nicht 
ajl gesprochen, z. b. r^t&h. 

Im sab. dialecte wird die partikel n, mit der der bestimmte artikel 66. 
des plurals zusammenfallt, vor anlautendem n <\r $ %x zu 3L, nicht aber 
vor & ; also : Unppo, JuLVyy^H, H^Ah, juuujk iuajl, aber it&oA, n&ppe. 
Die assimilation findet gewohnlich auch in den composita von aia statt, 
z. b. ajuJuLhojt, JuuwILuooaje, Ajt«Juuu.ooite. Wie das einfache n wird 
auch das it der zusammengesetzten prapositionen behandelt, wie in exit, 
£rxn, giTit, g^rn, it&£jpit etc., und gn (in); z. b. cauut inrooy fiir 
B. exeit irruiOY (auf dem berge), gjut itp&n juLititoyrc fiir B. ;6eit 
<3>p&tt xx^ (im namen Gottes). Ausnabmsweise nebmen auch andere auf 
tt auslautende worter an dieser assimilation theil, so der unbestimmte 
artikel pi. gen (Z. 265. 546. Luc 24, 38); d'm (B. sin) in s'lAinurr 
(Z. 270), s'nuuuuuje (Z. 352); 5*n (finden); coyn (kennen, Z. 377. Jes 
I, 3) und selbst die verbalen prafixe eit, *rit, wie in cjuuue, cjuuuloctc 
fiir eiumc, ciuuloctc Z. 396; -rjutiucreye Nic. 1 9 14. Manche texte ge- 
statten sich abweichungen von dieser regel und schreiben z. b. np*n 
itititoyre Pap. 72, itAUst 75, itAioq 75. 76 u. dgl. 

In den altera oberagyptischen handschriften wird die partikel it auch 67. 
den iibrigen liquiden p A A assimiliert ; so stent itum ppuuute fiir npinjute, 
^A*oc fiir nA&oc, oy^pc SAppc fiir it&ppe, trreppoAJtite fiir B. Irrcit- 
poAJiiu n-tn-rnpt (Z. 567). 

Der mittelag. dialect halt es im allgemeinen wie der oberagyp- 68< 
tiscbe, doch schwankt er im einzelnen; er gebraucht gjut itjute fiir S. gjut 
ma*., £raeu. nne£i fiir £iquui itn*.£, £raen n*T*«f fiir £i?tu. wtoo*! 1 / 
ajl&^A fiir S. itAoA u. a. Der strenge fayyumische dialect scheint die 
assimilation des it mit dem folgenden anlaute auch auf das it auszudehnen, 
doch pflegt die schrift dann das erste der beiden n zu unterdriicken. So 
tindet sicb in den papyren haufigst: ££ nAen cnnoyxi nuj&pen (im 



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42 V. CAPITEL. 

namen Gottes zuvor) fiir £€it (d. h. ^cn, £n) itAen en (d. h. en, it) 
itnoyu, S. gjut np&n Ainoyrc mgopit. Dergleichen kommt gelegentlich 
auch in sah. handschriflen vor, z. b. np*it eimoTpTrc (PS. 55) fiir np&n 

69. Den liquid en consonanten scheint von natur der vocal e zu in- 

barieren, so dafi derselbe in vielen fallen vor jenen unbezeichnet bleibt, 
obwohl er fiir die aussprache unentbehrlich ist und unwillkiirlich erganzt 
wird. In dieser sparsamkeit der vocalbezeichnung , namentlich des ober- 
agyptischen dialects, erbiicken wir eine reminiscenz an die wesentlich 
consonantische hieroglyphenschrift. So bleibt das anlautende e der par- 
tikel ft und %x (von) im boh. dialecte regelmaflig unbezeichnet; darnach 
auch in and em mit it, jut und einem zweiten consonanten anlautenden 
wttrtern, wo doch die aussprache seiner nicht entrathen kann, z. b. iuuoq 
emmof, irre ente, ttujOT enfot, it^«a enkhdi, AaAoh embon, %x&o emtho. 
Ein e lasst die strenge analogie der form en hier ebensowenig zu wic in 
uj-reRO oder &»&j ; doch ist die schreibung enujo-r, e&Jt&on, JuuwHeju-ron, 
eren^HTq u. dgl. h'aufig; ein solches e ist natiirlich unbetont. 

?o. Im sah. dialecte wird das an- und inlautende e der geschlossenen 

silbe vor den liquiden p A it %x & nicht ausgedriickt, doch wird diese 
silbe in den handschriftcn meist durch einen si rich iiber dem betreffen- 
den consonanten bezeichnet (§ 5), z. b. p (machen), it Jul (vonl, iuuuoq 
(ihn), jutp (binden), d'n (linden), pjut (mann), r&. (verdoppeln) , cirr 
schalTen), coAcA cAcui'A (trosten), zu sprechen: er, en, em, emmos, mer, 
cen, rem, keb, sent, solsel, selsdl. Nicht oft lafit sich diese unterdriickung 
des e auch vor andern consonanten, namentlich fricaliven, beobachten, 
wie in H£ fiir ne£, SU^g. fur uj^££/ e-rq-xui fiir e-req-xui, nuj fiir iteuj, 
und selbst tr fiir tcr, p*r fiir per u. dgl. In andern fallen scheint 
consonantenhaufung eigenthiimlichkeit des dialects zu sein. Sehr h'aufig 
wird das unterdriickte € auch im S. geschrieben, also: cp, pcjui, (J'en, 
ceiiT u. s. w. und selbst in der partikel en fiir it, wiewohl selten. Ein 
nicht phonetisches , sondern begriffliches e, wie das e des particips 
(en-Ale), wird nur in schlechten handschriften ausgelassen. 

71. Das an- und inlautende 6 der offenen silbe wird im S. vor den 

liquiden consonanten durch die verdoppelung derselben ausgedriickt. 
Beispiele : ppo neben epo, pptrr neben eptrr, Appe, A&ppe, itppe, A A Ac, 
kAAc, gAAo, d'ltne, pjuuuuwo, auuue, gjuuu.e, cMe, ^k, *&&io, K&Ae, 
x&Aec, ^Me zu sprechen wie ero, bere, mere, pere, bele u. s. w. <^A?Ui 
(stroh) findet sich neben <^\xx celm oder celem. Der boh. dialect zeigt 
hier fast durchgehends die einfache consonanz, wie in oypo, fcepi, p*dti&o, 
£€juu, ceAi u. s. f . ; und nur selten ist die verdoppelung zuriickgeblieben, 



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PHONETISCHE REGELN. 43 

wie in AeAAe, kcAAi neben kcAi, geAAo, j6cAAot, £eAAi&uj, a'cnne. 
Der mittelagyptische dialect schreibt neben dem vocal den doppelten con- 
sonanten, z. b. epp&, Aeppi, fee A Ah, cAAirr, khAAi, *e&&i&, cH^e, 
•xnMec, und so gar cAA neben cA fur cp : p. Der vocal neben dem 
doppelconsonanten hat auch in minder gute sah. handschriften eingang 
gefunden; sie gewShren Aeppe, AeAAe, kcAAc u. dgl. Selbst nach * 
findet sich im S. eine verdoppelung der liquida, die in diesem falle wie 
in den eben erw'ahnten rein euphonisch ist, z. b. hA^AA*wk neben nfcA- 
A*k (Peyr. lex. M). 

Das praformativ des negativen future hue ene hat in alien dialecten 72. 
den doppelten consonanten; misbr'auchlich wird auch das sah. imperfect 
cncq mitunter nneq geschrieben. Im raittelagypt. dialecte werden in 
ahnlicher weise die partikeln n und £n vor anlautenden vocalen nn, gnit 
geschrieben, z. b. nnoy^cn fur noy^n, nneuj ngH fiir it*.ty tigc, giui 
oygipHiuc (Bar 6, 2) ; dergleichen findet sich auch gelegentlich in S. 
nn&uf tiit*^ (in welcher zeit) Z. 341. 

Dreilautige st'amme haben in der regel nur e i n e n vocal, wie curra, 73. 
co-rn, ccm, c&ok, cnoq, XP 01 * 11 ' |U<1? H P# ^pH«i : a'pic^c. Doch tritt 
in manchen bildungen noch ein neb en vocal zu dem hauptvocale, z. b. 
in dem verb *pe£ : 2*pcg. (halten) . Auch die nominalbildung weist in 
alien dialecten ofter einen nebenvocal auf, der die aussprache zu erleichtern 
scheint; dahin gehoren die formen jutepe&, tfVAo-x, *AoAi, <3Vn&£/ 
(j'uip*^, jutofA*^ und vor dem tone Keptm : Spits', fe»itp : g^riip. 

Im boh. dialecte mufi diejenige doppelconsonanz, deren zweite halfte 74. 
eine liquida ist, durch € getrennt werden, wenn sie hinter dem haupttone 
steht. Es heiflt im B. curre**. fiir S. cuitjul (horen), gtmreA : ^urori 
(todten), noyTTCAi : noTJut (lieblich), no^CAi : hoy£A* (erretten), Turrep : 
TuipTp (treppe) , -e^neit : T^nn (kiiromel) , -xoccax : s'ocu. (sturm) , 
ccracn : co^n (sal be) , rreit : enrit (koth) . 

Der mittelagypt. dialect, dem sich auch schlechte oberiigyptischc 75. 
handschriften anschliefien, schaltet dieses e auch vor nicht liquiden con- 
sonanten ein; so findet sich M. tyuiAcn fiir ujuipn, uj&pen fiir tgopn, 
ui&eoj fiir ui&uj, gfeAed' neben £&A^ fiir goAd*; ferner S. Kuipeuj, 
nuipeuj, KeAeos. (Luc 22, 4l), cAck (Z 413 n.), uiaick (Z. 429), KiaAe£, 
uiAx.ec/ THpec, ^unreq, THpeq u. a. in., [wo Kiupuj, nuipuj, kcAti Oder 
rAti u. s. w. das gewohnliche ist. B. cckc£ oxeoaCeiv (Lev \k, 36) ist 
ganz anomal. 

Im M. und in manchen sah. kandschriften wird vor dem auslautenden 76. 
£ dreilautiger st'amme statt eines c vielmehr ein * eingeschoben, das einem 
patach furtivum ahnlich ist; da findet man euup«£, kuiA*£, o<]fim&£, 



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44 V. CAPITEL. 

nuA*.£, cuiA«£, ctun&£, con*£ (Kkv. apocr. H7 , *riuft&£ lib. 115), 
uin*.£, on*£ (ib. H7. 126), ujtuA&£ — fur eimp£, Ktu'A^, oyuin^, 
cui&£, ctuit£, cong, Ttufc^, uin£, on^, ujujA^. 

77. Wo ferner in der wortbildung drei consonanten zusammenlreflen, 
da rauB der letzte vom mittleren durch c getrennt werden, wenn dieser eino 
liquide ist, z. b. *5oe&CK : ^crkR, co-M&eq : co-rAieq, copjutec (irrthum) 
von ctnpcAx. Diese orthographie beobachtcn audi die sah. lexte, jedoch 
weniger regelmafiig. 

78. Der hiatus ist im koptischen vermieden, da i und oy beim zu- 
sammentreflen mit andern vocalen vor denselben als halbvocale, hinter 
denselben als diphthongbildend aufzufassen sind. oc, *.in, e*., co, o*>, 
ine u. s. w. kommen in koptischen wOrtern nieht vor, aufier im an- und 
auslaute, wo der sah. dialect einige male ein c fur ein boh. i vor oder 
nach andern vocalen setzt; z. b. vaoy : cooy (herrlichkeit) , *toi : toc 
(iheil); seltsam ist B. e*nr (grenzen). 

79. Durch contraction wird mitunter *, mit oy zu *>y, e mit oy 
zu ey. So kann im sah. dialecte das verbale praformativ & mit folgendem 
unbestimmten artikel oy zu ±y verschmelzen, z. b. *> oyauui ujuine wird 
^ycAiH tgmne: so tindet sich einmal auch M. ^fiui cofoitt neben * 
°T*£. H coyuin (Jes 4,3). Ebenso kann die proposition e mit dem artikel 
zu ey vereinigt werden — in alien dialecten , z. b. eyjutCTJuic-ape : 
eyjutnTAJHiTpe (zum zeugnifi), eycon (auf einmal), ey%x*. (auf einen ort) , 
cycptw (zum heile) fur concern, coy*** u. s. w. Dieso contraction 
ist am ublichsten im S., wo auch das relativ c mit dem artikel of zu 
ty wird, z. b. eo-pipo^KTHc <^e ne var. eynpo^HTHc (welcher ein 
prophet ist) Act 2, 30. Ferner kann im S. eyn fur eoyn B. eoyon, 
neyn fiir neoyn B. ne oyon eintreten ; und regelmafiig stent TCfitoy 
(die stunde) fiir -xe-oynof/ TCTfl3 K i^ e nac b*) fur TeoyigH, selten wird 
of sonst mit dem artikel contrahiert. 

80. Elision kann nur den e-laut treflen, wo er auslautend mit anlauten- 
dem e zusammen trifft; so kann das e der copula ne, tc, ne und das 
h des demonstrativs $k ^h iui : nH th nn vor dem folgenden relativ 
c-, £T-, eT£ apostrophiert werden, also ne-, tc-, ne- und ne-r-, 
T6T-, ncr- d. h. ne, Ve, ne und nn, iei, it£T. So steht 
hctcrxui juuuoq (was du sagst) fiir n enreiraui oder $h ereivxui 
juuuioq, neTe noyq [ea quae sua) fiir neT£ oder nH e*xe no*yq u. dgl. 
rnehr. Im S. tindet man ferner &.q-*.£ep&*rq fiir *.q-*.£e ep*.*rq B. ogi 
ep**rq (er stand), ferner gelegentlich xeq fiir ve eq, 'xnnt fiir «e 
tin* u. a. m. 

81. Apocope des e kommt einige male im sah. dialecte vor. Hier 
wird das auslautende e der verbalen praeformativa epe, *.pe mitunter 



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PHONETISCHB REGBLN. 45 

abgeworfen , wie in &p*xooc fur *.pexooc ; ferner in epin>u fCir B. 
*.peuf&n. Manche nomina und verba ha ben neben dor schwachen form 
auf i : c eine starke, welche den auslaut abwirft. Auslautendes i : c der 
mehrsilbigen verbalstamme geht in der formenbildung regelraafiig verloren ; 
so bildet man d'ec : -aec, d**cq : -x^crq von ^ici : -xice (erhohen) 
u. dgl. m. 

Die verschiedenartige natur der einzelnen consonanten ist fur den 82. 
mit ihnen in der wortbildung in beriihrung tretenden vocal vielfach be- 
stimmend. Obwohl jeder vocal in derselben seine besondere bedeutung 
hat, so mufi doch aus lautlichen griinden oftmals der eine gegen den 
andern zuriicktreten. Der vocal ist niimlich beslrebt im organe des voran- 
gehenden oder folgenden consonanten zu bleiben oder doch den ilbergang 
zu demselben zu vermitteln. Daraus ergeben sich einige allgemeine ge- 
setze des wechsels, dem die einzelnen stammvocale unterworfen sind. 
Nur * ist, wo es platz greift, wie z. b. in verbal-nominalen compositionen, 
der bestandigste der vocal e. 

6 wird vertreten durch 3L vor *5 £ im B. und auslautend nach k i 83. 
in beiden dialecten, namentlich im stat. constr. wie j6*j6- (jucken), &&&>£- : 
jmcg- (fiillen) , x*~ s K ^" (setzen) ; auslautendes £ erfordert auch in der 
nominalbildung ^ fiir c oder o. x K ^^ ;6 2. c i3 verbinden sich 
gern mit &, die liquiden mit c. Durch H wird e sellen in der stamm- 
bildung verlreten, besonders vor liquiden, z. b. *5hAc, oynpuje. 

H wird vertreten durch 6 vor £ in den boh. qualitativformen, wie 84. 
jue^ fiir S. jhh£, und in der nominalbildung : ne£, aue£, Ape£i ; durch 
3L im sah. diphthong &i fiir boh. hi. 

O wird vertreten \ . durch 2t vor j6 £ uj und oft c r B. tsl, nament- 86. 
lich in den qualitativen wie uj**r : uj***x- (bediirfen) , *uji : *ogc (hangen) ; 
und in dem stat. pronom. &&*£♦, ujiwr*, jut&tg*; auch in der nominalbildung, 
wie in R&£i, A*ji£, cai&£, P*cV« Einige male schwankt der vocal zwi- 
schen o und *, z. b. p&Ri : pcwe (sich neigen) , ajlo£ : a&&£ (nesl), 
<£o-xj : no^e neben $*cxi : (n^c) (bruch) , p&R£i : p&R£e ponge (brand) , 
S. ujotgcvy uj^ujoy (flasche) u. a. 2. Durch 6 wird o vor den liquiden 
vertreten, namentlich im verbalen stat. pronom., wie ujerc*, £cn*, otejui*, in 
qualitativformen wie oyexi, *5cirr, meist in vier- und fiinflautigen stammen 
wie ££**£€&&, t€AtcA, c-^epTcp, und in einigen unveranderlichen ; end- 
lich ist e gewohnlicher als o vor den liquiden in den nominalen formen 
ge&i, jutetrr, ccit^, RenTC, ge&cui. 3. ID tritt fiir o mitunter in der 
stammbildung ein , namentlich nach den halbvocalen und vor liquiden, 
z. b. in i hit, tyuijut u. a. 

ID wird vertreten J. durch 3L in dem sah. diphthong *y, z. b. 86. 
n^y fiir B. nvaoy (ilmen) ; 2. durch O in den sah. diphthongen oi fiir 



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4G VI. CAPITEL. 

B. tni und ooy fiir B. vaoy, und vor £ und den damit zusammengesetzten 
doppelconsonanzen im B., z. b. $0£ : nui£, iogi : eitu^e, juiok£ : Juto«fK£, 
nogou : noy^ut; jedoch bleibt das ui in der oflenen silbe von ^uigeiA, 
oyta^ejm; endlich 3. durcb OT in alien dialecten nach aniautendem n 
und jut, wie in Hoyfe, noy^, Jutofp, uja*oy, **<>T^2.> darum lautet der 
plural zu $uiq, •euiq in beiden dialecten noyq, und S. nuioy fiir noyoy 
(Z. 589) ist nicht zu billigen; audi vor p A n tritt oy haufig, wie es 
scheint, fiir ui ein, z. b. ^5oyn : goyit, coypi, XP°TP : K P°TP> cioyp 
u. a. Mitunter bat bier iin B. ein folgendes £ grbfiern einfluB als eine 
vorangebende liquida, daber heiBt es B. aio£, nogeju, julok£, wo der 
sab. dialect AJtoy^, noygjut, JutoyKg bielet. 



VI. CAPITEL. 
DIE WURZELN. 



87. Die wurzeln des koptischen, welcbe im wesentlicben nocb auf der- 
selben slufe steben wie die altagypltschen, sind in der entwickelung binter 
denen der verwandten semitischen sprachen zuriick, indem die in diesen 
so strengen bildungsgesetze in jenen sich nur erst tbeilweise befestigt 
baben. Als die substanz der wurzeln sind die consonanten zu betracbten ; 
das wesen des koptischen vocals ist dem des semitischen ganz ahnlich : 
die consonanz bildet den korper, der vocal die bewegende kraft, die seele 
des wortes. Viele wurzeln besteben nur aus eine in consonanten , die 
meisten aus zweien und dreien, und einige durcb duplication abgeleitete 
aus vier oder funf consonanten. 

88. Als die kiirzesten und altesten wurzeln miissen mebrere pronomi- 
nale gel ten, wie die abzeichen des geschlechts und derzahl: das mann- 
liche bezeichnet der buchstabe P, das weiblicbe T und die mebrzabl N. 
Ferner gehoren dabin die person lichen furworter, wie sie sich nocb als 
prUfixe und saffixe erhalten haben ; fiir diese bietet die alte spracbe theil- 
weise eine doppelte form, die sich auch in den semitischen sprachen 
deutlicb erkennen lafit, wahrend im koptischen fast durcbgangig nur eine 
erhalten ist 1 ). Aus der folgenden iibersicht der suffixe (von den einhei- 
mischen grammatikern o^-sif genannt) entnehmen wir zugleich, dass die 
iigyptische sprache in der 2. und 3. person des singular das mannliche 
gescblecbt vom weiblichen sondert, nicht so des plurals. 



4) Die einfachsten deutewurzeln sind der sicherste prufstein fiir die urver- 
wandtschaft der sprachen — wie der agyptischen mit manchen afrikanischen und 
mit den semitischen. Die unterscheidung des genus durch p oder f und / oder s 
hat sich ebenso in jenen erhalten; vergl. Lepsius in der einleitung der nubischen 
grammatik. 



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MB WURZELN. 47 



SB- 



\. 




i h 


ier. 


(j a, k=* ku 


sem. 


in ^WO — ^'M (*non) 


2. 


m. 


K 


- 


<=* *, ]j\ 6<i 


- 


- tpwo — ran*, !*i?B 




f. 


i : c 


- 


^ rt 


- 


- ^rn* **t?p T 


3. 


m. 


q 


- * 


K— f, ^ Sti 


- 


- h-oio — *nn 




f. 


c 


- 


-■— 5 


- 


- n-wo — KTl 


*. 




en : it 


- 


rr, ™ 


- 


- iroio wk tt-bpu 


2. 




-rcn : ti? 


- 


«MMM few 

1 1 1 


- 


- Diw,^r«Dnbpp, , jn!5pj5 


3. 




oy, ce 


- 


% «> prr. 5en 


- 


- ^btjjj — on, yr\ 



PI. 



Die 2. pi. "hat aufier *rert : *xn noch eine sUirkere nebenform -annof : 89. 
THnoy : THnoy die in der alten sprache iiuflerst selten unter der form ^^ y 
henu vorkoramt; vgl. Golenischeff in der AZ. XIII. 74. B. ^nnoy hangt 
sich an die aus nomina entsprungenen prapositionen, oft vermittelst eines n, wie 
in gi-ejfttoy, ee&e-eftnoT/ nc*~*Hitc>Tv ^Scit-^Knof und e£p*n-e*tnoY/ 
cxen-^Hnoy, UTen-^Hitoy, c*.Tcn-e*cnoY, j6**}ren~*HnoY/ grrcn-^HnoY/ 
ebenso ep*k*r€n-e*inoY,itj6H*ren-e*tnoY, Juua^Y&TCii-^Httoy; moYtutrren- 
^nnoy, oder an den stat. constr* der verba als object, z. b. 90~^ Hno T 
eAoA (euch entlassen). So hat auch der mittelagypt. dialect ohne ver- 
mittelndes n : garr-TKiuv]f, OY^CT-TKnoy. Im S. ist -ninoy selten, 
z. b. nn*£pn*THnof (PS. 4 98); gewohnlich tritt an seine stelle TH^Tn, 
vielleicht aus tet (leib) und dem suff. in componiert; dieses tritt an die 
proposition und an die stat. constr* der verba unmittelbar, z. b. crfcc 
THfm, ^arT-TH-jfritV jt**Tf**T-*TK«prn, ngK-r-THTprw, giuTT-THY*™, 
cp^-r-THY^it/ n^ei^T-THYTrn und, mit it, e^n-TK-prn. 

Urspriingliche begriffswurzeln kiirzcster form sind e, 01 : o au 90. 
(sein), die prapositionen c er (a) und it, Jul en (de) u. a. m. Die kiir- 
zesten verbahvurzeln sind 1 : ei % (kommen), ui au (empfangcn) u. dergl. 
Einconsonantige wurzeln mit einem vocale sind, namentlich als no- 
mina, nicht so selten, doch sind sie meist aus vollern formen verkiirzt, 
z. b. <xya 2 KVa (setzen), pn ra (sonne), uje im (gehen), Ao rua (auf- 
horen), *lui tet (sagen), q*i : qei fau (tragen), ^Hoy : -rnoy (wind), 
jutuioy : jutooy mu (wasser), jutoyi (lowe) u. s. w. In folge der ab- 
schleifung urspriinglicher wurzellautc fallen grundverschiedene worter oft- 
mals in dieselbe form zusammen, z. b. S. aic mr (lieben) und julc mad 
(wahr) , 2} fr ( auf ) UR d 2* & (werfen) , ne pet (himmel) , ne pu (ist) und 
ne pa (der). Die boh. orthographie halt dergleichen oft auseinander, wie 
sie denn im letztem falle $e, nc und n schreibt. Andere wurzeln sind 
nur durch den vocal unterschieden, z. b. njc im (gehen), nje yet (bolz), 
tye sa (sohn), in* iad (bis), S. tg& fa (fest), ego ym (tausend), igra id 
(sand), oji ya (maB), tyoy yu (gut). Aus duplication einlautiger wurzeln 
sind igoyigoy (ruhmen), uj^yMJ^T (stiicke) hervorgegangen. 



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48 VI. CAPITBL. 

91. Die zweilautige wurzel, von der sich im semitischen nur ver- 
einzelte beispiele wie *s>, +*»\, erhatten haben 1 ), ist im agyptischen noch 
die hauflgste ; in nominaler bedeutung ist ihre aussprache eine sehr nian- 
nigfaltigc, in verbaler schwankt sie zwischen ruit (bauen) , rut^ : ruttc 
(umgeben), d'ici : «icc (erhohen), rto (umkehren), c*&o (lebren). Andere 
verbale aussprachcn, wie r*^ (einsehen), ccfci (beschneiden) , riajl (be- 
wegen), &\h (trbpfeln), cAioy (loben), cj6*i (schreiben) u. a., sind weniger 
ublich. Zu den zweilautigen wurzeln ziihlen wir aucb diejenigen, welche 
mit einem ungescbriebenen spiritus lenis fet anlauten, wie can dp 
(ziihlen). Die wurzeln dieser art sind im oberagyptischen oft durch die 
verdoppelung des inlautenden vocals erweilert, wie kuiuic neben ruic 
(bestatten) . 

92. Die dreilautige wurzelbildung , welche sich in der semitischen 
sprache den gesammten wortschatz mit unverbruchlicher strenge unter- 
worfen hat, ist im agyptischen noch nicht zura abschlufi gekommen. Doch 
besitzt das koptische bereits eine grofie anzahl dreilautiger wurzeln ; die- 
selben haben als verba den vocal nach dem erst en radicale , wie curat 
- (wUhlen) , uitu6 : uin^ (leben) , &.pe£ : fc^pcg. (balten) ; in einigen intransi- 
tiven vor dem auslaute, wie c£lor (gering sein), ujd'Hp : c^np (schiffen), 
S. ^julooc (sitzen). Dreilautige nomina zeigen die grciflte mannigfaltigkeit 
der form, indem sie ihren vocal bald nach dem ersten und bald nach 
dem mittleren radicale setzen. Zu diesen wurzeln sind auch die zu rech- 
nen, deren mittlerer radical ein hajbvoca! ist, wie ptnic : poeic (wachen), 
ciuoyii : cooyn (kennen) ; sowie diejenigen , deren zweiter und dritter 
radical, meist eine liquida, gleichlaulet , z. b. 2£&o& (kuhlen), rjulojul 
(schwarz sein) , s6%xo%x : £juloajl (heiB sein) , <^iton (zart sein) , fcpoyp 
(sich beruhigen), ojAhA (beten), *cAhA (jubilieren) , crhihi (stolzieren) , 
gcAoAi (stolz sein) , S. crurr (zittern) , ct^tx (klatschen) ; ebenso die sah. 
imperative finite (fuhrt!), «.pipe (macht!), und manche nomina, wie 
^pip : Tpip (ofen), x^°^ s R^AtuA (king), ^A^A (kette), kAujiAi 
(windeln) , XP°TP : *P<>TP (frosch) , £AoA : nAooAe (nebel) , £pHpi : 
£pnpe (blume) , s&AiA : sVAA (rad) , a'AiA (opfer) und &A0A1 : eAooAe 
(traube). Dagegen kann die verdoppelung einer inlautenden liquida nach 
einem c wie in fee A 'A e : AAAe nicht wurzelbildend genannt werden , da 
sie vielmehr graphisch oder euphonisch ist. 

93. Die vier- und fiinflautigen wurzeln sind fast sammtlich du plica- 
tion en von zwei- und dreilautigen , die sich nicht immer nachweisen 
lassen; ihre meist verbale aussprache ist streng geregelt, z. b. coAceA 
(trosten), oycrx-oycr (griinen), geA&geAi (briillen), x^ CRCC (zischeu), 



1) Vgl. Noldkke, mandtiische grammatik, p. 96. 



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DtE WtlRZELN. 49 

uj^op-rep : ig-rop-rp (beunruhigeo) . Diesen schliefien sich noch einige 
wenige mit inlautendem halbvocal an , wie craoTpTew. : cooy*m (richten) , 
roy^cdA, cofAoiA (einwickeln) . 

Die zwei- oder dreiconsonantigen worter, welche sich durch vocal- 
hiiufung oder durch hiatus auszeichnen , sowie die mehrconsonantigen, 
welche eiue ungeregelte vocalaussprache haben, sind meist fremd worter, 
deren ursprung freilich haufig sehr verdunkelt ist. 

Unter den wurzel n, deren bildung soeben im allgeraeinen beschrie- 94. 
ben worden ist, sind nicht alle urspriinglich ; viele sind erst in der jiingern 
sprache aufgekommen, aus den einfachen abgeieitet , secundar. Dazu 
gehoren die eben erwahnten duplicierten verba, die sich jedoch theilweise 
schon in der alien sprache vorfinden, z. b. gostgen (befehien) neben 
£um, S. ofoi^ofe^ (kauen) neben ofvu^ aSp^otpex (knirschen) neben 
jgprx u. a. Das sah. urotk (schlafen) fur boh. hrot zeigt die halbe 
duplication der altagyptiscben wurzel qt-nu. Haufiger sind die ableitungen 
durch einzelne hiilfslaute, die eine urspriingliche wurzel erweitern und 
verstarken ; dieselben sind entweder consonantisch oder vocaiisch. 

Die consonanten, welche zur erweiterung der wurzel im an-, in- 
und auslaut dienen, sind t uj c q £ p n. 

T und fi. 9 vor liquiden ist im anlaute das characteristicum der 95. 
causativen verba, die regelmaftig auf o auslauten; z. b. tco (tranken) 
von era (trinken), ^po : *rpo (lassen) von p&. (thun), t&aao (warmen) 
von Amoju. (warm sein), Toyfco (reinigen) von oy*& (rein), *r&£0 
(stellen) von ogi : oge (stehen), t*iu6o : -r^ngo (beieben) von uiiu5 : 
tuit£ (leben) , Tc«io (lehren) von c&Ao (lernen) , ^juiccio (entbinden) von 
Alia : Auce (gebarenj , tc£lko (vermindern) von c&or (gering sein) . In 
der alten sprache entspricht ein * als causativ-augment. Vereinzelt steht 
der nominale stamm -^juihi : tajlc maata (gerecht), welcher auf ajlhi : jute 
(wahr) zuriickgeht ; in to'V : totc (vulva) neben o^ : ootc scheint der 
weibliche artikel am stamme ha f ten geblieben zu sein. 

Im auslaute dient t haufig zur verstarkung der zweilautigen wurzel, 96. 
zun'achst vor antretenden suffixen, z. b. S. p*jtt* von pine (neigen), iq>rt* 
von ujme (graben), K&cnr* von -xice (erhohen), c*£T* von c*£e (ab- 
w end en) ; mitunter bleibt ein solches *r haften und bildet eine neue form 
der wurzel , z. b. pewx neben pme, ujckt neben ujikc, ticct neben 
*ice, ujwnVr und ujifc^ (verwandeln) neben ujifci, c*£t- neben cuige 
(weben) ; ahnlich steht S. Aioyuj-r neben jutoigi (gehen) , cptuq-r neben 
S. cpqc (vacare), B. guitrr neben S. gum (sich nahern), S. tumuit 
(begegnen) neben B. roiAU (anhangen), S. «dm&£re (ergreifen) neben 
B. aajuwgi, cspc^r : c^p*£T (ruhen) vom hier. s(crh u. a. m. Dasselbe 
element der wurzelerweiterung zeigen auch einige nomina, wie ^cr : 

Stern, koptische grammatik 4 



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50 VI. CAPITOL. 

kct hier. ki, (andrer) von kc (auch), cvfunr (eiii2ig) von of** s o*j^ 
(eins) , ^rao*pr : gooyx (mannlich) vielleicht von g*j (gatte) , go^rr 
(erster) von ha, B. muj^ neben S. no& (grofl), S. tgA&ujrr Asitoopyoc, 
Aienprr : Aieprr (geliebt), B. coffcirr (ansehnlich) u. a. 

97. UJ vermehrt die wurzel nur selten im anlaut, wo es gewShnlich 
einem alten s entspricbt, wie in B. ujtcai fur S. *rxi (nicht), uj^«jli : 
uji^jui (fiir uj*t*jlio) neben ^oiju : *ruaxx (schlieBen) , uj&neuj : c^Mtcy 
(ernahren) von uiit& : ran£ any^ (leben) ; ferner ujptuic (wachen) neben 
puiic : poeic, B. ujt*^ (saum) neben S. tihtc, S. ujkoA (loch) neben 
B. *)qo A qr-t. In etgAHAofi : ujAcvfA^i neben Ao^fA^i und ^cAhA : 
tcAhA (jubilieren) ist das uj wohl eher von muj rufen abzuleiten. Das 
hiilfsverb euj oder u) (kbnnen), welches ohne weiteres vor jedes verb 
treten kann, isl als staU cotistr. aufzufassen. 

98. C ist urspriinglich das augment der causativa ; dasselbe ist mit den 
semitischen sprachen nur im reflexiv des causativs, dem arabischen X. stamme, 
erhalten : astaqtala, sonst aber in einen hauchlaut iibergegangen : V*t3ptt, 
JJCSl 1 ). Im koptischen hat sich dies c nur selten erhalten, z. b. in 
ccAiiu : cjuune smn (festslellen) , cxpe^r : c^p^gr s-farh (ruhen), craof- 
Trcn : coof nrn (richten) vermuthlich von utn ; vielleicht isl auch cnepnep 
(walzen) mit huiA (einwickeln) verwandt. Sonst ist das alte causative c 
regelmafiig in t ubergegangen, sei es durch phonetischen wechsel (wie in 
den sprachen oftmals t aus sz entsteht), sei es durch er9etzung des pra- 
formativs s durch das verb a_j> fu ^ (geben). Von beidem find en sich 
schon in der alten sprache beispieie, 1. b. t-rm (weinen machen) neben 
s-rm, tbh *rm&£ (bitten) neben sbh. Nominal ist anlautendes c nur in 
dem einen c^iajlj : c£i*ie neben £Uie fiir das alte set-hmt (weibsperson) . 

99. c als das weibliche und zugleich neutrale suffix der 3. sg. ver- 
bindet sich oft eng als allgemeines object mit einem verbum, z. b. stoc : 
■xooc (sagen) von stui, S. *rooAec (vergelten) von -riuiuAe u. a. Aus der- 
artiger verbindung scheinen einige neue wurzeln entsprungen zu sein, wie 
Aojutc (schmutzig werden) von Auixi (faulen), S. nui£c (zerreifien) von 
nui£ (spalten), TitnooYc (schicken) von TimooTp. Ein solches c er- 
scheint an S. &pi (thu), ■kooy (schicken), cg^i (schreiben), o^itT*! (ich 
habe) nur vor dem suffix (^picof, •kootcoy) • Das in Toynoc (auf- 
stehen machen) von Troiof n (sich erheben) antretende c hat causative be- 
deutung. 

Auslautendes c ist auch ein nicht seltenes nominates augment; es 
findet sich an folgenden substantiven : S. *nc (zahl) neben hiii : Hne, 
rhrc (schuppe) neben Kcvriu : ROfne, rotc (list), S. Aiirr-ciuvfc 



1) Vergl. Kwald, hebr. sprachlehre § 422 a ; Dillmann, nth. gramm. p. 121. 



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DIE WURZELN. 51 

(zwolf), tcAc (siegel), *ronc (gewohnheit) , tgoAc (beule), cgonc (gast- 
mal), ig>«rc (graben), S. jgiHC (lange), S. sooAec TtoAec fiir atoAi 
(motte), S. tf'ooAec (kleid) von d'ooA*; ferner: cArc (winkel), B. ^tnoyrc 
Tersammlung) , koAttc (diebstahl) , S. *rcAhc (schlag), B. xP ejULC (dunkel- 
heit), S. Reprice fiir RepA&i (asche), A**r&cc (zusammenfugung) , S. Aicrritec 
(ruhe), S. aior£c (drangsal), S. Aicwtgc (folter), S. o&tgc (unwissenheit) , 
B. copjut.ec (irrthum) , S. coof ^c (versammlung) , *p&nc : *rp*nc (nadel) 
von -rinpn (n&hen), S. £*iAec (schalten) neben B. *5ki&i, S. go'r&cc 
(todtung), S. tloA£C (aufgieBer), Ttopxc : (S'opd'c (nachstellung) . Auch 
c&nic (zweifel) scheint auf ciwf (zwei) zuriickzugehen , und ^i&c : ^kc 
(ferse) ist vermuth I ich aus zweilau tiger wurzel hervorgegangen, wie &opnc 
(fausl) aus dreilautiger. Einige male lautet das augment tc, so in ^htc 
(anfangj von git, rcjultc (dunkelheil) , M. rhjuctc (asche), ^pejunc : 
RpxiTC (rauchj . In Ai« : Airt (schlupfwinkel) schwankt es zwischen c 
und *r ; in Aeped'tiio'prc : Aepedtaoyr (wagen) zwischen tc und *r, 
wenn namlich das *r in diesem lehnworte zur endung gehort. Aus solchen 
nomina konnen selbst neue verba abgeleilet werden, z. b. *raiAc t&c 
(siegeln) von Tck (siegel), raigc eioA (schreien) von oitg und vielleicht 
noch andere. 

*!, urspriinglich das suffix der 3. m. sg., trill nur selten als augment 100. 
an die verba le wurzel ; ein beispiel ist ujuiujq : ccmgq (verachten) 
neben ujoiuj : cmiy; noctq Z. 490 (besprengen) ist nach aussprache und 
bedeutung noch deutlich eine suffigierte form von ncvpt, in der bedeutung 
von noy*j& : ncvrxa'. 

Haufiger ist q ein nominates augment, wie in Roojuteq Rojutq 
(floh), ofOAiq : o«fongq (krippe), S. noRq ttoxos (vellus), n&igq (netz), 
c&.gq (sieb) , -ruiitq (erhebung) , &&cq (ermudung) in iUAi«tij6&cq wajiaJI w^* 
K. 232; ferner M. A&Rgq (verbrennung) , S. Aicragq (giirtel), n&gAeq (joch) 
von n&g&i, B. pmcrprq (frische), co^iteq : co*rAeq (pfeil), KORgq Hos 5, 
♦ 2 : ?tooReq (stachel) , S. negujAgq (schrecken) von negujAg (erschrecken) . 
In poiq (mund), peq (theil) und *rnpq (alt) ist das suffix so eng mit dem 
stamm verbunden, daB diese formen als neue substantive gelten. Aber 
coq (K. 274) heiBt nicht potiones, sondern auy*t (trink es), und g&tictnq 
irotot \ Petr 4, 3 sollte g&itcui lauten. Das augment of scheint in einigen 
nomina einen Hhnlichen pronominalen ursprung zu haben wie q und c, 
z. b. in n-To&of (die vergeltung). 

B dient nicht selten zur erweiterung der wurzel, mitunter im an- 101. 
laute, wo es einige male die wurzel verstarkt, wie in gopug (frieren) 
neben opuj und <wpouj, B. gAoA neben &AoA (nebel), AoA : gAooAe 
(betl) ,&op&ep : gAopftep (auswerfen), tcjul^oijui : grjurrtujui (finster sein), 
too^i : groove (morgen), gAi? : A*.*t (jemand). Ofter zeigt dies g der 



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52 VI. CAPlTEL. 

auslaut, z. B. cjulc£ (kraut) von ciai, <$cnit£ (sich umwenden) von 
nmuiite (umstiirzen), ujok£ (graben) von ujuiki, &uik£ (schaben) von 
j6uiki, B. -xiuA^ (umhiillen) von -xuiA, S. &*£ neben 6l*a : &&. (palm- 
zweig), ee4«ti£ (schild) AZ. XIII. 1 37 neben o»A«ti (werkzeuge); tg^e£-it-£*i 
(mastbaum) Jes 30, 4 7 fur tg*e-n-j6*i Jes 33, 23; ^i<^A^ (trunken- 
heit) AZ. XIV. 4 46 neben gia'A*.; neben amut^e^ kommt -xixi^c vor 
(Jes 4 9, 7). aiok£ (betriibt sein) erinnert an xioraxck (denken), 
eiuip£ (betrachten) an eiuipxi (anstarren), ko&£ (nerv) kommt wohl vom 
altagyptischen qb-t. Einige male hat sich das £ audi in den inlaut ge- 
drangt, wie in cegn (eintauchen) neben ccn, ca.£tc (feuern) neben »Te; 
auch in itegftftA (weinschlauch) von bl3. Der ober'agyptische dialect er- 
setzt das inlautende £ mitunter durch vocalverdoppelung. 

102. H dient bisweilen zur erweiterung der wurzel im anlaute, wie in 
hko't : iikotk : €iika.*t qfnu (schlafen), B. my>uji (bitter sein) von 
uj&uji : c«oge (bitternifi, galle), B. it^ofp (zusammenschauern) von hri 
(furcht), mxSlo : Aino (stumm) neben B. eAo, irons. : nTHd' (unkraut) von 
-rorx : -Tiu^ (pflanzen), und vielleicht ist auch B. aiAoki (schwanger) eine 
besondere form neben &okj in epftoiu (schwanger werden) . Ferner bildet 
das augment it mehrere verbale adjectiva, wie it&* (grofl sein) vom hier. 
aa, it&ite : it^itof (gut) von an (schon), itecc (schon) von c*i (schon- 
heit), S. ited'e (hafllich) von <3^o (hafilichkeit) , iuwuje (viel) von &.uj«ti 
(viel werden). Im auslaute tritt it seltener an, wie in B. iti&eit neb 
(all) fur M. nifci, S. iujul; ferner in M. ofii (wer? was 4 ?) fur oy, und 
vielleicht auch in &.ujeAeit, ^ujejuten (zauberer) von hier. §ma, &pigiit : 
*pig&.it (linsen, vgl. ath. bersen), neAe&iit chald. fcCb'D (axt), S. ceAeiuit 
(eingeweide) , B. ccAof &m yax^\ K. 77, Rene^rrcit (aschenbrote) . Einige 
male ist ein altes ausl. n abgefallen, so in £ocjul (natron) von hsmn, xai^ 
(anhaften) von tkn u. a. 

103. Im sah. dialecte ist it einige male im inlaute vor auslautendem *r ein- 
gefiigt oder erhalten worden, z.b. e*r : irr (welcher), Aie-r* : Aiirr* (zehn), 
%X£rt', : aiivt* (praeforniativ der abstracts), jute^pe : xin-rpe : xie-rpH 
(zeuge), oTfOJULKT (dick) fiir oyojurr von oyxxo^x, coaiitt (spannen) fCir 
cuijutt coait, S. -nnjuiirr neben -ruijunr (begegnen), ujoa&itt ujaiitt 
neben ujojutt (drei), ujxiirrige neben ujxiTuje (dreihundert) , £oaiivt fiir 
gojurr (erz) 1 ). Ahnlich steht B. jutenpe fiir S. jutepe (lieben) von mr 
und B. 9£iA&&ttpoc fiir ^si[xa|)poo; Job 22, 24; in der alten sprache trifft 
man ein n (fT"i) vor r noch haufiger 2 ). 

1} Ruciert vermuthet iiber diese formen: »Das it nach dem jul in ^ounT 
bedeutet nichts, als daB das jul vor dem folgenden dental als it zu sprechen ist«. 

2) Das it von jutenpe dient vielleicht zur abltisung der verdoppelung dcs 
folgenden p; es entspricht dann dem tithiop. n in sanbat fiir naitj u. s. w. 
Vgl. Dillmann, aeth. gr. p. 4 4 0. Ebenso ist arab. Lit aus &&A& entstanden. 



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DIE WURZELN. 53 

P findet sich einige male im auslaute der wurzeln, n'amlich in S. 104. 
-Ttnxiep (verschlieBen) neben toiai, S. oip-xep (schlieften) von cnpx 
sichern), S. ujiajLiep (schliefien) von ujt^jul — in welchen beispielen 
es oflenbar aus po (thiir) verkiirzt ist. Aufierdem begegnet das afformative 
p in B. Aicfcep (riemen) fur S. Aioyc, in S. uj-roqep (zaum) neben 
uj-roq : ig/rofii; ob auch Afetgofp (sage) von cryici (sagen) abzuleiten ist, 
bleibt dahingestellt. Auslautendes r der alien sprache ist im koptischen 
oft abgefallen, tritt aber in der wortbildung gelegentlich wieder hervor; 
so kommen itofqi (gut) und noqpe (nutzen) von demselben stamme nfr. 
In jut^cnp : utninp und utnep : jutnp ist das verb ep mit der negation 
verschmolzen. Einige sehr geschwachte verbale wurzeln werden durch 
die partikel pe verstarkt, so namentlich die regentia *pe, tu>pe, epe, 
n*pe : nepe, jut&pe — auch jutettpe : A&epe (lieben) von Aiej : julc; ob 
•xepe (meinen) von Tte (sagen) herzuleiteu ist, bleibt fraglich. 

Zu diesen consonantischen erweiternngen der wurzel kommen noch 105. 
einige vocalische: im anlaut, im auslaut und im inlaut. 

Prosthetisch finden sich im a n I a u t e der wurzeln mitunter e und *• 
Beispiele des 6 sind e-»tuu) : e^muj ki (Athiope), cRarr (baumeister) , 
eujurr (kaufmann) , e^oo*y : gooy hru hu (tag) , e-xmp^ : dtap^ (nacht) ; 
in mof : eoof : e&f (herrlichkeit) hat nur der boh. dialect das e abge- 
worfen. Beispiele des 3L sind «jul&£i : fedUL&^re (ergreifen), B. ^o^pum 
neben ofiuit (bflfnen), B «juloiu neben juioiu : jutoone (weiden), «juhuj : 
cjulhuj neben ajlhuj : juteuje (anibofi) , ^oyui : eoyui (pfand) , ^-*wco : ^-co 
(schonen). Die vergleichung der alten sprache belehrl uns. daB auch die 
halbvocale i und oy im koptischen mitunter vor die wurzel treten, wo 
sie in jener noch nichl iiblich waren (§. 37. 38). 

Im auslaut der wurzel dient zur erweiterung von den vocalen 106. 
zumeist I : 6, welches aus einem alten et hervorgegangen ist. Dies atlbr- 
mativ bildet die schwachen stfimme des verbs sowohl wie des nomens. 
So entspricht B. £umm (treten) dem S. gaixi, B. aiAi (wegnehmen) dem S. 
aiA, S. tthkAc (finger) dem B. thA, B. o*yuiiiu (licht) dem S. ofoein, 
u. s. w. Die nominalbildung bedient sich auBerdem noch der vocale e 
h o ra, selten of als aflformativer, z. b. c*Ae (weise), -reAiuf (thier), 
oyb>2p (quartier), *Rm (verderben), j6«j6of fjucken). Eine classe der 
verba hat als regelmafiigen auslaut i : e, z. b. <^ici : Ttice (erhohen) neben 
dem stat. constr. d'ec:?tec; eine andere o, z. b. a'epo : -xepo (anziin- 
den), t*ro (verderben). 

Im inlaut wird die wurzel bisweilen urn einen halbvocal vermehrt, 107. 
den die alte form noch nicht enthielt. So ist puiic : poeic (wachen) aus 
dem hier. rs, S. poofite (jungfrauschaft) aus rnu-t } Aiuirr : Aiocrr (weg) 
aus mat, uiir : ocm (brot) aus aq entstanden. Gewohnlich ersetzt diese 



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54 VI. CAPITEL. 

erweiterung der wurzel urspriingliche laute, die a us der koptischen form 
geschwunden sind. Das gilt auch von einem andern mittel der koptischen 
wurzelbildung, der vocalverdoppelung. 

tl08. Vocalverdoppelung ist nur dem oberagyptischen dialecte 

eigen und ein merkmal seines hohern alters und seiner strengern treue der 
uberlieferung. Es unlerliegen ihr alle vocale, doch selten i und o^p wie in 
gieifc B. ginfc (lamm), gierr (grube), ROf©TfW (schofi). 1m an- und 
auslaute ist die verdoppelung selten (oo£, n**) ; gewohnlich betrifft sie 
den inlaut (noiaic, jutoouje) . Wir verstehen sie als eine brechung des 
vocals und vergleichen den mil ihr behafteten stanim mit den durch 
K ** 1 erweiterten semitischen wurzeln (mediae quiescentis); wie denn das 
sah. *Ttii(uAe (boh. tui&i ziegel) dem arabischen ^jb entspricht. In 
dreilautigen wurzeln wird der sta mm vocal verhaltnifimafiig selten verdoppell 
und nie in den dreilautigen verbalstammen l ) . 

Die eigenthiimliche erscheinung der vocalverdoppelung gleicht entweder 
den schwund wurzelhafter laute aus oder sie ist aus dem der jiingern 
sprache innewohnenden drange der fortbildung ihrer wurzeln nach der 
analogic zu erklSren. 

109. Compensativ ist die vocalverdoppelung allermeisl da, wo sie ein 

hier. — * a ersetzt, wie in oo£ aah (mond) , aim neben ui au (empfangen) , 
€€T (schwanger sein) , oojulc neben oaie (koth) ; utoone mnat (amine) , 
A&HHUje von ma-ai (menge), jutoouje m§a (gehen), xx^K^y mhat (grab), 
o«f&*A ab (heilig), o^hhA db (priester), nuiuine pnd (umdrehen), Tiude 
tbd (finger), TUimfite kjJo (siegeln), ig>&.p dem. yar (haul), ujcnarr Sat 
(schneiden), giuume yaq (schaben), £wrre von ha (sieh), •xiuuijulc 
tatnd (buch) , K&&.ne tan )W1 (Tanis) ; — seltener findet sich ein altes A a in 
der verdoppelung wieder, z. b. HHpn drp (wein) fiir das gewohnliche 
Hpn, HHiie dp-t (zahl) fiir fine, Amain ban (schlecht), eAooAe drrt 
(traube) ; — haufiger ein ^ t wie in eioop atur (flufibett) , juteepe (miltag) , 
niumpe ptra (trUumen) ; desgleichen in A&&«f (jemand) , vermuthlich von 
ret (menschen), AI&.&Y met (mutter) und auch in ujoon (dasein) von 
ujurni : ujnine jyw yj>-t, £aiooc (sitzen) fur B. ^ejutci hms-t ; — oder fiir 
andere consonanten, wie in Ttoiuipe -xoop brire (stark), Kmmc qrs (be- 
statten), xnnk-xe B. jul^uj-x mstr (ohr), iuw^-xc B. tuwx^i (z'ahne), iuw&kc 
B. n&K£i (wehen), Ttooneq B. Kongq (stachel), d'pooAine fcarpt, fcr-ari-pt 
(taube), c&*reepe B. cfe»npi <rraT^p u. a. m. Auch fiir die vormals 
antretende pluralendung u findet sich neben der dehnung die vocalver- 
doppelung, z. b. in caiiun von con (mal), &£inuip von *£o (schatz), 



1) d'ooAn*, welches Pbyrom lex. 408 aus Ming. 488 anfuhrt, ist irrthiimlich 
mit oo geschrieben; denn an der angefiihrten stelle steht <^oAnq. 



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DIE WURZEL.N. 55 

cnoiuiq von cnoq (blut), gfcoiaic von gAoc (kleid), £' runup von ojrop 
(zwang), M. cjumurr von cjulot (gestalt), sowie in den endungen von 
fcAAecf (blinde) und ^Aeeye (lahme). 

Im auslaut erh'alt sich die verdoppelung selten, z. b. Aiee neben 110. 
julc mad (wahr), n*A neben n* na (erbarmen), n&&. von da (grofi). 
Sobald jedoch der vocal durch den antritt des suffixes inlautend wird, 
tritt auch die verdoppelung wieder hervor; daher heiBt es R&*-q von r& 
(setzen), ei&&.-q von ei*.- ad (waschen), &.&.-q von p at (thun), r*w*w-q 
von <$• tu (geben), o*y«.iw-q, jul*^*^-*! V( >n of*, ud (allein), giuui-q ha 
selbst er) , *roo*r-q von let (hand) , -xoo-q von sun tet (sagen) , ce^uim-q 
von c&ge- (entfernen), A&Auiui-q von A*Ao neben AooAe (beslreichen) . 

Bios formal und nicht aus erkennbaren etymologischen ursachen ill. 
herzuleiten ist die verdoppelung des stammvocals in andern fallen. Oflmals 
unterscheidet sie das ahnlich lautende, so ujHpe Sra (sohn), aber ujeepe 
(lochter) ; con (bruder), aber coone, wohl fur coem (riiuber) ; ceene 
(rest) , aber cen con (mal) ; ujeAee-T (braut) und ujeeAe*r (mitgift) 
Journ. asial. 4 877. II, 274. Oft genug wird der vocal auch willkiirlich 
verdoppelt oder vereinfacht ; und manchmal ist die verdoppelung oflfcnbar 
unrichtig wie in guiuiA oder gar guiinq (Luc t\, 25) fiir ginA (werk). 

Weitere beispiele der vocalverdoppelung. denen jedoch grofientheils 
die form en mit einfachem vocal zur seite stehen, sind fteeuj, r&&.c (neben 
k&c), Rccc, kuiuic (ruic), Amine, Amurr, &*&.&.&, neeA, c&.**r ; — Aee&es 
&oone, Auiuipe, Kinui&e, Ruiuipe, Kuiaiuje (ruiuj), Raimce, AinuiAie, 
Aooqe, jutHHne (xinne), uhhtc (auttc), A&eepe, xxceye, neefte, o«fuiuiAe 
(o^niAe), oTftuuuAe, o^ootc (o^fOTe), ©Tfooge, (oyoge), OYuiunte, 
©Yood'c (o^po^e), cimuAe (cra&e), coo-re (co-re), nruimAe (ttuiAc), 
TOJurrc (*rurre), t^tc, tootc, Tiuuid'e (jrvu&e), igA&pe (uj&pe), 
tn>&7te (ujiwxe), uj mant e (ujurxe), ujuiuid'e (ujuid'e), genuine (gume), 
gooAe (go Ac), grannie, stunnAe, ruiuipe, •a&uinid'e (^tu^e), s'luuixie, 
a*ooA* (a'oA*) ; — ujAeep (ujAnp), Kruw*w*f ( Rn *r)> KIU >oc (nnoc), tAooai 
(t Aoja) , ttn*.&«f ; rAooAc, rAooaic, c&hhttc (cfcrnc), cAaa.t€, ujAeepe, 
(^Aootc (a'Ao-re), a'Aoo^'e (<^Ao^e) ; — endlich Roojuteq (roajk§), 
■xooAec (stoAec), c&.&.nuj (c&nuj), ujeAeenr (ujeAc*r), genee*re, 
fegmuume, cjul*ju*w*wt (ca**jlx&t) , A&.6JULne (tajuine), (S'pooAine u. a. m. 

Auch der mi tie lag. dialect nitnmt an dieser vocalverdoppelung theil, 
doch wenig regelm'aBig; so findet sich neem (S. nR*0, jutHHOfci (julccyc), 
ai*&iu (ft&oone), aaoouji (juooujc), xiecxe (juw^-xe), c**ni (coone), 
cnnm (ccene), *r***rq ('roo*rq), ujhhAi (ujeepe), ujAhhAi (uj&eepe) 
u. a. m. 

Im unterag. dialecte ist die verdoppelung des vocals ganzlich auf- 
gegeben; es heiBt also B. ujon, aaouji, *xeyi, cem, *ro-rq, ujepi u. s. f. 



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56 VII. CAPITEL. 

112. Die koptische wurzelbildung verrath noch ofters bedeulendes schwanken 
zwischen den verschiedenen mitteln, deren sie sich nach den ausfuhrungen 
dieses capitels bedient. Nicht selten entspringen die verschiedenslen formen 
aus der namlichen urwurzel oline erheblichen unterschied in der bedeutung. 
Das lehrt z. b. ujcnA, uji&e, ujeAie, ujiufin, uji&^, alles von der wurzel 
ujft (verandern) ; ujuik, ujoiki, ujine, ujcrt, ujor£, ajeRujuiR (graben) , 
&uir : £iur, :6aiK£ : gumme, £uirc (scheeren, schaben) , &hiri (nagen) ; 
nnt£ : ui^t (ersticken) , Aimfc£ : Aarx£, Auhlt (lecken) , smoy^rr : xxoyntf 
(mischen) u. a. m. Ein ahnliches verhaltniB zeigt noch manchmal die 
semitische wurzelbildung, wo beispielsweise aus der wurzel MN die ein- 
zelnen bildungen WQ, "JKtJ, ^JJl bervorgehen. 

113. Die altagyptische wurzel hat im allgemeinen die dreifache bedeutung 
des nomens, des verbs und der partikel in derselben form vereinigt; die 
koptische sprache scheidet genau zwischen diesen wortgattungen. Durch 
die vocalische aussprache wird der wurzel sofort eine bestimmte gramma- 
lische bedeutung untergelegt. Doch isl hervorzuheben, daB die grund- 
auftassung der wurzel in der koptischen sprache eine nominate ist. 



VII. CAPITEL. 
DIE NOMINALSTAMME. 

114. Wahrend die wurzelbildung sich fast ausschlieBlich durch die con- 
sonanten vollzieht, wird die stammbildung des nomens und verbs durch 
die vocalisation bewirkt. Die form des nomens hat sich zur groBten 
mannigfaltigkeit entwickell; doch erscheint sie einfacher und geregelter, 
wenn man der phonetischen geselze eingedenk ist, welche fur die ver- 
bindung der vocale mit den consonanten gelten. Zunachst hat auch das 
koptische nur drei grundvocale, nSmlich fiir A e (*), fiir / i und fur 
U o (of); zu diesen treten noch die deb nun gen oder umlaute h und in, 
die aber von e und o nicht sinn-, sondern nur lautverschieden sind. In 
der nominalbildung tritt der vocal gewohnlich im inlaut auf, bei den ein- 
und zweilautigen wurzeln aber auch als auslaut. 

115. Weiter besleht in der koptischen nominalbildung ein durchgehender 
unterschied zwischen starker und schwacher form. Unter der erstern 
verstehe ich die auf den einfachen vocal cmo (oy) und seine diphthonge 
oder consonantisch ausgehende, unter der letztern die auf den gedehnten 
vocal (h ui) oder (nach § 43) BM. auf i und S. auf e ausgehende. 
Die schwache form ist im allgemeinen auch die weibliche, aber keineswegs 



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DIE NOMINALSTAMME. 57 

ist alles weiblich, was in seiner form schwach ist. Die schwache form 
zeigt immer den vertust eines auslautenden coosonanten an, me ist eines 
^ t. Mitunter besteht sie neben der stark en form und zwar gewohnlich 
als die urspriingliche ; so findet sich S. *yp (schilf) neben &£pe, S. 
r*£ (erde) neben B. n*gi M. Rcgi, B. aakuj (menge) fiir S. aahhujc, 
B. th& (finger) fiir S. TiutAe, aa*c (junges) neben aa*ci : aa*cc (kalb), 
uiiaai : ociaa (angel), S. oyoem (licht) neben ofuiiiu : oyoeinc, S. 
<4*A&±b oder <4*A<fHk (stiick) neben &*A4±ke,, u. dergl. mebr. Indent 
wir eine iibersicht der ausgepragtesten typen der nominalbildung auf- 
stellen, beben wir a us der menge des stoffes nur das hauptsachliche und 
sichere aus 1 ). 

A. ein- and zweiconsomuitigre st&mme. 

\. Vocalisch auslautende ein- und zweilautige stamme. 116. 
Von diesen setzen die mil einer doppelconsonanz anlautenden oftmals ein 
euphonisches c (nach § 6J. 69) vor den stainm. 

a) die bildungen auf A haben fiir gewohnlich 6, wie uje m. jet 
(holz), &e : £e : git f. (art), <$e : ne f. (himmel); cAc m. (thur), ujAe : 
ujqe (unreinigkeit) , ujne (netz),' ujttc (mastbaum), uj-xe (heuschrecke) , 
£pe : gpe : ym /". (speise), S. £ite (dumm) Ps 70, 6, S. <^ic (bock), (S'aac 
(gartner) ; — seltener 3L wie in aa* (ort) , c* (seite) , S. 4*> (gestalt) ; eAp* 
fiir &p* ? (korn) , enp* (falsch) ; — und in schwacher me ist weiblicher 
form H, wie &k (grab), aak (urin), *j6h : £H (leib), tlc : «h (weih- 
rauchbecken) , B. <^h aJL>JL*; ^julh : taah (matte), cAh (beh'alter), caah 
(stimme), ujmt (garten), gj H : £ ,H ( ste uer), S. gm B. gic K. 257 (weg^, 
^th flanze), £e« Jer 52, 21 (to Trdt^o;), ujih f. (l'ange), tlih (Bovaatsia) 
Nah 2, 3 ; aber pH (sonne) ist masc, da es sein h einem alten a ver- 
dankt S. mm f. (schwelle) lautet wohl richtiger niuuf. 

b) die bildungen auf / haben nur I, sind aber wenige, unter ihnen 117. 
B. &\ (muttermilch) , pi f. (zelle) ; c6i (brief) ; bisweilen vertritt i in 
dieser bildung ein ei, wie in cci, a (ceder). Merkwiirdig ist S. pjueift f. 
(thrane). 

c) die bildungen auf U haben zunachst O, wie in -^o : to (erde), us. 
*o : &*ro : &nr* (menge), po (thiir), go (gesicht) ; XP° : R P° ( u ^ er )> 
aa^o : aato (angesicht), B. c6o (ackergeriith) , *rgo (Jer 24, 2. Job 8, 16) : 

^o (schlechtigkeit) , S. ujno (dorn), £eo : £xo (pferd), <^Ao (gehage); cofo 
(getreide), gofo (mehrheit) ; vielleicht gehoren auch cAro cAroj isyca- 
minus; und epno (vites) dazu ; cAroi und epncu jscheinen incorrect zu 
sein. OT tritt hier nach aa ein: gjuto^ (salz), ujaaot (pflock), S. ujAAOf 



1) V. Valentin^ die bildung des koptischen nomens (Gtittingen 1866), hat das 
wichtigste moment der koptischen wortbildung, die vocalisation, nicht erkannt. 



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58 VII. CAPITEL. 

(hafen), und mil schwacher endung jutofi (lowe), Aio^fi : %xoye f. 
(insel); B. %xoy* M. MOfOfi (glanz); — >x.oy (ein eh ernes gerath, AZ. 
IX. 46) steht allein. Die schwache bildung auf III ist auch meisi die 
wcibliche, z. b. Aui (baum) ; <$pui : npui (winter), cAui (lehre, opa> 
Horapollo), S. tAqi (leiter), B. tyfttu (o^olvo^), B. ujiai (topf), ugptu 
eujpui Ez 36, 4 7 (menstruum), ujqtu ; ty&ui (fabel), S. gftm (zelt), £ptu 
(ofen), B. gqin (viper), S. d'Aui (ranke) und ejuiptu (hafen), epctn (woh- 
nung), ep'Ttu (spanne), cpxui (huhn) K. Dies ui in den masc. ujui $a 
(sand) und iui : eiui aa (esel), auch wohl in B. diu x!L>0i beruht auf plio- 
netischer ursache. 

119. 2. Diphthongise!} auslautcnde ein- und zweilautige 
st am me sind im allgemeinen als starke bildungen aufzufassen und mann- 
lich, nur einige von den durch i : e gebildelen sind wciblich. 

a) von den ^/-diphthongen ist 61 selten, z. b. B. itei f. (termin); — 
haufigcr 2M, z. b. £*.i (gatte), uj&i : uj*. (nasc), j6*i : g*. (wurfschaufel) ; 
•»&*.! (zelle), -ao^ 1 ! Toy*, (schwelle), it^^i : nK^ (ding) ; — und HI, 
z. b. hi m. (haus), julhi : uie f. (wahrheit), ujhi f. (brunnen), slhi : slh 
(splitter) ; ^julhi : *r*ie (gerecht), upim : ujc^h Job 4 7, 6 (spott). Vergl. 
§ 50. 54. 

120. b) die 0/-diphthonge sind gleichfalls nicht selten, namentlich 01, 
z. b. Ttoi m. (selling, S. oyoi (lauf), B. oyoi (weh!), -e-oi : *roe m. 
(fleck), toi : toc to /*. (iheil), c^oi (Ez 46, 2) oder <£uii? : noi (sitz), 
qoi : qo f. (canal), -xoi : so frd (mauer), B. roi f. (feld), coi m. 
(riicken), coi in. (balken), goi f. (haufen O^jxcovfa) Job 5, 26, goi fimqi 
(blasebalg) Job 32, 4 9, S. £oi (canal, grundstiick, wunsch, PS. 279), das 
duplicativ -e-oi-e-oi (gefleckt); oe-oi : ctoi (geruch) ; — OTI ist selten, S. 
ROfi (klein, wenig); — cbenso IM, z. b. qini : qui (haar), •xtui : "xui 
(becher), ruii (ellenbogen) und o*yuii : o*yoei (landmann). Vergl. § 52. 54. 

121. c) der AU- diphthong erscheint als £N/T, z. b. S. b±y (kloster) 
Dul. 44, i±y : iaa.^ (leinen), *\Ky : xxK*>y (mutter), B. uj^f (katze), 
S. uj^y (stamm) , u}±y (nutzen) , uj^f (binde) ; cjul&t (schlafe) , 9^11*. y : 
Kit^&Y (schar), ujiuwy (markt), B. gn&i* (palmzweig) , S. gn*^ gna^y 
(gefafi), Axg&y : xx^K^y (grab) ; — seltener als HOT : HT, wie in 
•e-HOY : thj (wind) , cnoy : dry (zeit) , £h©y : £Hy (vortheil) . 

122. d) der 0£/-diphthong tritt im B. als IHOT, im S. als OOT auf, 
z. b. ecuioY : ecooy : ec*^ (schaf), Amo^f (franse) : Aoof (band), 
jutuioy : Aioof (wasser) , tuioy : Too^f (berg) , uiof : coof dau (herrlich- 
keit), S. ujooy (salbe), gtiiof : goof (schlecht) ; rAidoy Jer 22, 4 4 qbu 
(nordwind), j6puioTp : gpooy (stimme), B. ujujino-f (begierde), d'nuiof : 
«xnoo*y (tenne) ; •xuio^f (geschlecht) ist aus -xuijul entstanden ; auch die 
schwachen formen puioyi : pooye (halm) und ^uio-yi : too^x tb-t 



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DIE NOWNALSTAMME. 59 

(schuh) weisen auf consonantischen ursprmig des vocals oy. In egooy : 
2poy ist beiden dialecten das ooy gemeinsam, wahrscheinlich auch in 
coof (sechs). Yergl. § 59. 

3. Zweilautige s tarn me mit innerra vocale finden sich in 123. 
alien moglichen starken und schwachen formen. 

a) Die ^4-bildungen haben 

a) den vocal 6 selten in der starken form, wo er wohl moist 
h vertritt, z. b. en (afle), tek ihA : eiA (kralle), B. rcA var. rh'A 
JwJlII (ein fisch), Reg in ^-Rcg (ohrfeigen), S. Ae£ (sorge), neq : neeA 
hhhA (schiffer), nc£ (61), S. <f\ (schild). 

Auch die schwache form flndet sich einigemale, tnannlich in Acgi 
(feile) , jucgi : jute^e (? feder) , ceni : ceene (rest) , gc&i : ^Me (? pflug) , 
£Cam (steuer), -aieAi Jes J 9, 8 (netz), B. a'cAi (flitter); weiblich in rc<\i 
(knie), juepi : juccpe (mittag), jutppe (fessel), ce&i (schminkbiiclise) , 
Tcii (heller), -rA&e (siegelring) , *xcpi : -repc (theil), j6caai : gAuue 
(warrae), £e<\i /".? : £hAh f. hrau (schrecken), ujepi : ujecpc (tochter) : — 
Aero : &nne palme) , &epi : ftppe (neu) sind beiderlei geschlechts ; ueAi : 
rAAc : khAAi (riegel), -xAAe (weinrebe) unbestimmt. Mitunter steht das 
e in dieser form fur h oder *i, so in -ex&i -»h&i, rccc, gejue. 

(3) die gewdhnliche, haufige aussprache der ^4-bildungen ist die mit IK, m. 
wie p*it und &&ki. Dazu gehdren *A (stein) *c : &ac (backenstreich) , 
*q : **q (fliege), S. &uj (ofen), &*A (auge), ^*A : *r*A (hiigel), ^*q : 
*r&*q *r*q (speichel), i*A : ci*A /". (spiegel), B. r*A (schenkel), X*^ s 
r«jul (schilf), R&n (faden), r&c : r&&c (knochen), *r&c (pfeifen), r&uj 
(schilf) , 9C>*! : R**q k^<I (slamm), A«jul (zweig), A*c (zunge), ai*c 
(junges), iwt (gcwebe, weber), o«ffe& : o«f&.«t& (heilig), B. oy&n (erd- 
reich) , $*wr : n&*r /*. (fufi) , $&>uj : n^uj (schlinge) , p*it (name) , p<wr 
(fufl) , c*r (beschwerde — muth — schmuck) , c*rr (auch cht, schwanz) , 
S. c*ig (euter) , c*q (gestern) , o>j5 : c*£ (schreiber) , c*£ (sieb) , *t*ii 
(horn), *r*p (spilze), tt*-* (axt **y&\ K. 134), S. t***' f. (teig), uj*A 
(myrrhe), iu>p : tn>*p (fell), uj&uj : c*uj (schlag), iq>£ (flamme), S. q*£ 
(inguen), B. j6*j6 (nacken), S. £&&A (form) PS. 75, 4 9, S. g*R (silt- 
sam), B. *£*A (betrug), g*n (gericht), g**T (silber) , S. g*£ (viel), 
S. 2*x (beengung), B. -x*A (zweig), <x*q (reif), &*zf- (hindin), 6w : 
<x&<& (sperling). 

Auch die schwachen formen mit inlautendem *. sind theilwcise 
masculina, so namentlich *£i : *.££ (leben), &&.tyi (leichnam), x>ri : 
r*.r€ (finslernifi), r^-xi (eimer), jui^ci : juuwcc (kalb), S. jut&ge (giirlel), 
asl&£i : jul*w£€ (elle) , ju^gi : &*&.££ (leinen) , aa<wxi oder ai^uji (axt) , n^Ai, 
n±yi Jer 6 > 23 (lanze), peo6i (wascher) K., c*ce c&&ce (werg), c*^ 
(garn) , uj^uji : c&uje (galle) , ^-xi : g&.g'e (schlinge) , tl^oli : oi^Tte (feind) , 



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60 VII. CAPITEL. 

S. <*Vjte (ohrring) , S. &*>&e &±±&e (eine speise) ; R*£i : r*£ (erde) hat 
im S. den auslaut abgeworfen. 

Feminina sind B. ft&Ri (stadt), i&Ai (siechthum), <$&uji : n*ige (mitte), 
$*-xi (stuck) : iiA.a'e (tafel), c*^ (Jer 28, 25. 52, J 8) : c**rc (flamme). 
ai&uji : jul*w*wuj€ aa&ujc (wage) . 

125, y) die bildung mit H, wie bub, ugHpi, ist weniger haufig in der 
star ken form, haufiger in der schwachen. Zur erstern, durchgehends 
mannlichen geboren hub (hohle) , Aht (palmblatt) , Ah-* : kntf (sperber) , 
«hii? (schwefel), aahuj : juhhujc (menge), B. rh& (herr), oynk : o^hhA 
(priester) , ch-x : ch^ (eselsfiillen) , th& : thh^ (finger) , S. thh (wall) , 
ujujhh : ujhh (baum), giro (herz) , stHp (spion), S. -xhc -xhhc (raucher- 
gefaB). Diese bildung ist beraerkenswerther weise einigen ortlichkeits- 
namen eigcn, wie B. Ahc (ende), uiHp (jenseits), pHC (siiden), j6ht : 
girr (norden), ujhr (liefe) Ez 34, 14 fur ujik. Die feminina burr (rippe) 
und hh (zahl) habcn die weibliche endung eingebiiBt; und ebenso sind 
die masc. aihuj und thA im B. verkiirzt. 

Die mUnnlichen nomina mit schwacher endung sind meist aus ur- 
spriinglich dreilautigen wurzeln abgeleitet; es gehoren zu ibnen &hiu : 
fimne (schwalbe) . m&i : h<^£ (knoblauch) , ^rjuli : RHJute (Aegypten) , 
impi : nHpe (krahe), ujnpi : ujHpe (sohn), ujhuji : chujc (schlag), S. 
ujH^e (spott), giifci : ^hh&c £H&e (trauer), £hrj : £hrc (arm), S. £hitc 
M. £hiu (wohlgeruche) , TtHpi Jes 4, 4 (schmutz), <^h-xi : ■xns'e (purpur). 

VFet'6/tc/» sind die folgenden : hiu : hhtic huc (zahl) , x Hni : RHne 
(wblbung) , AXHpe (uberschwemmung) , aihci : ajlhcc (wucher) , ajlh^ : uhhtc 
jtiH-re (mitte), tufati : tutd'e (mutterleib) , c|>h&i (riB), B. chAi (schmink- 
gefaB) , chAi : ch&c (rohr, schenkel), cnqi : cHqe (schwert), S. ciuie 
(kasten) , -&h£li : thAc (sarg) , ujHoyi : ujHye (altar) , £hajli : gcjute (lohn) , 
gmii (hauschen), TtHpi : KHpe (platz), d'Hiu : d'nne (wolke). Fiir ck&i 
findet sich ceAi, fiir iwxi gewohnlich nexi; statt S. iiKige (h'alfte) ist 
n^uje gebrauchlicher. 

126. 8) zu den starken und schwachen ^-bildungen kommen noch andere 
vocalisch auslautende, zunachst die auf 6: 6, die bereits in der 
alten sprache auf einen volleren vocal ausgehen , namlich *.<$£ : ^ne f. 
(kopf) , «jul€ : cjuie (pflugsterz, hacke) , Ae^e : Acrc to. (lohn) , e^c (rind) ! ) , 
S. R£Re r&r£ (pupille) . Haufiger ist diese form unter den adjectiveu, 
denen sie eigenthumlich scheint, z. b. c*Ae (klug), c&ie (schon), ^g&jue : 
r«jul£ (schwarz), uj&ie (iang) Leps. Denkm. VI. 4 02, 24, uj&Re (tief) PS. 
2 4 2, ig>qe (wust) , &&.£ (letzt) , -x*wie: a^ie (h'aBlich) , K*.ne (niedrig) , -x^e : 



4) Von diesem koptischen worte leitet Dill m an n lexicon 722. 547 das ftthiop. 
ahd und beyt (nilpferd) ab. 



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DIE NOMtNALSTAMMti. 61 

<^^e (verstiimmelt) , d'feAe (lahm) und *etge : nreige (nachbar) , AeAAe : 
AAAe (blind), d'eitne (faul), vielleicht auch S. jutepe (roth), ited'e? (griin). 
Die schwache form dieser bildung, c&Ak u. s. w., ist das ferai- 
ninum, welches sich auch als substantiv findet, wie in B. ai*ih (art), 
*ujh (menge) , p&o«f h : p^yn (umgegend) , &*ik ? (ende) , tl«julk (stille) , 
B. TL^itH (celle), S. k&iik (kasten), B. ?t*iuf (wurfschaufel) ; auch 
&eniuc : niuuf (thiirpfosten) gehort urspriinglich zu diesen stammen. B. 
j6*c f. (ende) wird oft mit e geschrieben, sollle aber h haben. 

e) A-stamme mit auslautendem O, OT, III sind wenige nachweisbar, 127. 
wie ±2? (schatz), B. A*Ao (segel), B. ot&£0 (quartier), B. <&&ito 
xavouv (korb) ; B. e&o und aj^o (stumm), wahrend S. epo fur B. oypo 
(kcinig) und S. eiepo fiir B. i*po (fluB) composlta sind. Schwacher 
form sind die feminina &.&ui (netz) , *Rm (verderben) , etgui (schwein) , neim 
n*eitu (pflock); auch wohl die sah. r&to /*. fiir r*wtui (nachen) und 
c*.Tai f. neben dem minder correcten c*to (wedel) , ferner c^o^p : csttn /". 
(zange) , B. *wxtn eiLoy f. (viper) ; -xiwxui (tiegel) scheint dagegen wie das 
S. dc&oy ein masc Von den auf OT auslautenden sind aufierdem zu 
erwahnen ^Acry (knabe), B. Aa^o^f (folterwerkzeug) , <$*£ot : n^o^ 
(hinteres), j6**5oy (jucken) und die schwachen fern. B. «.co*yi /*.? 
(beutel), S. *co*r (preis), ju*,^o*yi : jaA.*rcvf (gift), p^co^fi : pA-co^p (traum- 
gesicht) . Von diphthongisch auslautenden 4-st'ammen sind seltene 
beispiele ju*,toi (soldat), A&Aoi (bar), A*Aoi /. (lowin), A*Auii (segel). 

b) zweilautige /-stamme sind in starker und schwacher form nicht 128. 
selten. Starke beispiele mit I masc. gen. B. &i* JoftJI oder jliil), -e*R : 

tir (funke), B. i& (damon), Air (krug), B. juit (^jOi), raq (nebel), 
<£m : mn (maus) , pip (schwein) , cum (heu) , cm : ciA (laus) , S. cip 
(fleck), S. err (basilisk), ujir (tiefe), j6ip : gip (straBe), gm (damon, 
zauber), gin (ibis), grr (Jes 24, 4 8) : gierr (grube), -xip ^ (kleiner 
fisch), S. -auq (geizig), S. «au£ (speichel). Die feminina -kit* : ate (hand) 
und &ip (korb) sind verkurzt, wie ihre pluralbildung erweist. 

Die schwachen formen sind sellener masc. gen., wie ^%xi : ^jue (dorf), 
*xij6i (kranich), Riqi : ri&c (brust), iiu (daumen) K., igmc (ein getreide- 
mafl), B. ujiuji? in epujiuji (macht), B. qli-xi (frucht) Jer 47, 4 0. Andere 
sind fern, gen., wie fcini (ikiij^Ji), emc (fessel), ri^ : rttc (drachme), 
uinc (art), ciqi : ci&e /".? (ceder, cedernharz), ciAi iJiLJi Kabis, ^iu : 
+rec (geschmack), <$tu : ^tic (lende), ^e (gurke), ^ : iutc (bogen), 
ujiAJii : uji&ie (reihe), a'ici (riicken) Jer 34, 39. In S. ujiAe m. (rost) 
und a tie f. (pflugschar) steht i anstatt des boh. hi (ujhjAi, chiiu). 

Sonst haben die I-stUmnie nur selten einen vocal ischen auslaut ; es 
seien erwahnt B. cip* (aiueipa) ; piftn /. (kahn) K. 4 34, S. £iaih (Hut), 



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62 VII. CAPITHL. 

S. R-piH xajxapa iuS; S. AiAo^ (knabe), cico^f /". (8po;), B. g^pROf 
(trager) ; gifto-p ^iqo-yi giAnii (ibis) . 

129. c) Die zweilautigen (/-starame sind in alien formen sehr 

zablreich. 

a) die nttchste und h'riufigste form 1st die mil O, wie con noAi. 
Beispiele der stark en, zugleich mannlichen form sind fcoA (SuBeres), B. 
&oq (schenkel), «or : toh (rasiermesser), B. ^or (mastbaum), &oul i 
tojui (matte), ^ouj : touj (grenze), iojul (meer), lop : eioop (fluBbett), 
io£ : oo£ (mond), rot (korb), S. rot (rad), Aor A©*** (ein mafi) ; 
aao£ : ai&£ (nest), no**, (tamarinde), nog : tioy^. (strick), S. no<^ 
(groB), of on (jemand), ojot (frisch), S. oss. (dieb), cor (sack), con 
(bruder), con (mal), cot (basilisk) PS. 32 \, c*t : cot (koth), co-x : 
cod' (dumm), S. toajl (zaun), Ton (saum), to£ : tui£ (stroh), 9^0 A : 
ujroA (loch), ujoA (biindel — zahne), tgojut (schwiegervater) , ujon 
(sparine) , S. igon (gurke) , ujot (kissen) , ujoug (buffel) , j6ot : £mT 
(schlauch), £oa* (schneider) K. 1H. i32, gon (hochzeit), goc (strick, 
Ez 16, H. 47, 3), £oc (koth), £ot (B. maB, S. kasten), S. £ot (an- 
bllck), goq (schlange), B. »oA (welle), B. son (thai), -xoc : a'oc (halfte), 
S. (j'ooA (schwacb), B. g'oA (ernte) K., S. ^oA (liige) , <^on (fuBsohle). 
Die wenigen feminina der starken form haben ohne zweifel eine verkiir- 
zung erfahren, n'amlich roc (begrabniB), ro£ : roo£ (winkel), B. aio£ 
(brand), B. coA (docht), B. igon/.? (spanne), koa& : d'oAi (kraft), B. 
Ttojui (AipT]?), S. «on (schale), S. ^ot (art). Mitunter erscheinen stamme 
mit o, welche als verbale von rechtswegen ui haben sollten, wie z. b. 
ie&igoT (Ez 27, 13) fur -ujnrx (27, 4 5); und umgekehrt werden manche 
dieser substantive mit ui geschrieben (-oihr, oyuurr, ujmA, ujuiaa, £cnn), 
wie es scheint, un rich tig. 

Von den schwachen formen sind einige masc. gen., wie iogi : 
eioige (feld), ro&i? (eremitenkleld) , Ropi (fenster), julori (gefaB), a&o^ : 
juiotc (nerv), noAi : no&e (siinde), ojuli : ooaic ojute (koth), one (sesam), 
oci : occ (schaden), ©yo^ : o^ootc ojotc (gemiise), ogi : oo£€ ogc 
(heerde), o£i (haufen), no^c und alt noo^e Mel. 8, 38 (stange), cori 
fiir cor, cootc cotc (pfeil) , tooaac (beutel) , $opi qopi ^yy^ (mugil) , 
$o«i (riB), ujo&i (maske), tgooAe (melone), go^ : £otc fiir gOT (an- 
blick). Die form ist einigemal fiir das adjectiv und nomen a gent is ver- 
wandt, z. b. Aoiu : Aoone (schuldig), nogi (seiler), o«fO£i (fischer), ow 
[: otl] (ungerecht), ujo&j (heuchler). 

Feminina sind die folgenden : Aori (schwanger), Ao^ : &otc (greuel), 
eiojuie (aculeus), aaori (kbcher), aaoiu : AAOone (amme), o^ : ooTe (vulva, 
Num 5, 22 masc), oyogi : ©foo^e oyoge (scorpion), Ofo-xi : ofood'e 
oyoc^e (wange), cotc fiir c^tc, toaai (schraerz?), to^ (Jer 20, I7j : 



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DIB N0M1NALSTAMME. 63 

totc (vulva), £o<fr : go*rc (furcht), £oAi : £OoAe £©Ae (motte) , "&0&1 
[rost), d'one (schale). 

Ein andrer vocalischer auslaut ist in dieser bildung selten; ich 
bemerke iohh : eione f. (kunst), B. julohh fiovrj (wohnung), ujoujof oder 
S. auch tgfetgof (flasche). 

P) die aussprache dieses sta mines mil OT wird dutch die begleiten- 130. 
den consonanten nach § 86 veranlafit. So m folgenden starken und mfam- 
lichen fonnen ^o^pc (spitze), rojii (schoB), Ro^pp (taub), *R©Tpp (streich), 
S. Aioyc (riemen), jutoyT (lials, gelenk), noyk (gold), no-fit (abyssus), 
noyr (mehl , miihle) , no£ : noy^ (sirick) , ncvyx. (falsch) , [uiA] : oyq 
(laltich), j6oyit : gcvp* (inneres), B. gofq (ein gemiise), B. sto^pA (splitter?), 
[*oiq] : •Koyq (glut), xo*p& : 6oy& (carthamus), B. <foy$ (asche) auch 
d'oip?, S. &oy* (eine suppe), B. tf'unt? — S. co^pn (preis) ist als drei- 
la u tiger stamm aufzufassen und gilt nur als st. constr. 

Von den schwachen sta m men sind mannlich fcoTpfci * A©Y£e (brauen) , 
KOfxi (klein), jmofiu (gefafl) neben aaoki, no^pi * no^ppc (m. greif, f. 
geier), noy^ : noyrc (gott), oy&e : goy^e (abortus), po*f£i : P°TT C 
(abend); adject iva Ro-yxi (klein), nofqi : noyqc (gut), S. tgofge (lehm). 
Zu den femintnis der form gehoren ro*y*rj : ro^rc (rinde), a&otri oder 
AioRi (leiter), jucrfAfti : xxoytxe. (quelle), noyiu : no«fne (wurzel, aber 
nofnj rettig m. gen.), nofgi : noy^e (sycomore), coyAi (schabracke) 
K. 4 36, coTppi : co-ype (dorn). 

Andere vocalische auslaute sind selten. So findet sieh einige 
male e oder h, wie in B. ujoyie (trockener ort), &oy*x€ K. (kraftig), 
oy'Kn f. (speer) AZ. XIH. II, S. ofujH f. (nacht), ujofpn f* (thuribu- 
lum) ; o^kot A (stunde, Mel. 8, 38 sonderbarer weise mate), cofco-J* 
(augenblick) ; S. *A©tA*i fjubel). 

Y) die aussprache dieses sta mines mit III beruht meist auf dem ein- 131. 
flusse eines fltissigen consonanten oder alter vocale, welche die hierogly- 
phische urform zeigt. Die starken stamme sind masc. gen., B. km* 
(sclave), Aunt: Auiom (schlecht), *um : *rum (wo?), iutx : eiui^r (gersle), 
iutt : eiarr (vater), tu& : oyq (lattich), ruiA : rioti (sauerteig) , B. Ainu 
(bissen), Amine (knoblauch) Const, apost. 73, S. ofcun (theil), ofurx 
(einzig), offou) (spalte), S. oytuq (lunge), S. rac (thon) AZ. XVI. 17, 
nrr : ofurx (fett), ujraA fur ujoA, S. ujuiai fiir ujoajl, S. ujuiai (tribut), 
ujuijui (sommer), ujmc iasu (hirt), B. ujuiuj (panr), graft hab (werk), S. 
£ui& (haut), grap au&A£i; Job 20, 4 7 (wohl ein infinitiv), £iuc (band) 
auch goc?, tttnft : efvuh (schwach), <atuiAi : -xaiaijuie (buch), tluioy s *a«ui 
(geschlecht) , S. iai^ oder •*€>£ (vetter), •xiu-x (haupt), dfauut (garten). 
Selten ist die form in verkiirzten feminina, wie in S. £urr (scrutinium) , 



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64 Vtl. CAPtTtiL. 

*uiA : S'uiuiAe (kuchea), omrr : ^arr (trog), auch B. ribc fur roc, coir 
fur cor, cori (m. /".), ujcnuj (vannus) K. 4 27. 

Die schwachen masculina init en sind gewohnlich aus consonanten- 
schwund zu verstehen ; zu ihnen gehoren : &ur$- : fcurrc (spelt) , pauuu : 
pnuuie (raensch), tiuAj : Tmk (monatsname) , Tiupi : -rrape (biirge), 
mm : ame aiaine (stein), B. aiuji (regen), aigi (blasebalg), ujcn&e 
(bockshorn) , ujiuAe (ernte) , igumi : ujiune (gurke) , ujurt : ujurxc (teig, , 
quia (scalprum), £ojrj (schild), £iu^ htra (tribut), <&uipi : -xiniupe 
(stark). Einige werden mit ui geschrieben , in denen o wohl richtiger 
ware, wie $arc&i, welches Kabis a Is »tafel« belegt, S. n&.d'e. Der sah. 
dialect pflegl das oi vor o_ zu bewahren , wo es im boh. in o uberge- 
gangen ist; so in eiiuge furiosi (feld), oarage fiir of op_i (fischer), ccuge 
fiir cm&i (weber) und uigc neb en oo£e fiir ogi (hiirde). Zu diesem 
nominalen stamme masc. gen. starker und schwacher form darf man nicht 
die haufigen verbalen stamme rechnen, welche als infinitive substantivisch 
gebraucht werden. 

Feminina der form sind B. &oiri (sclavin), iur\ : emrrc (thau), 
^uipi : *ruipe f. ? (salix) , cui&i : cmfte (saum) , cmAi (handtuch) , ctuiti : 
come (schwester), ccnuje syt (feld), *rmAi : TOiiufce nruifte (ziegel), 
-xuittiAie rmjuie (beutel), roipi trut (Dan 5, 5 glied) , -riupi : *xrupc 
xjtjjhl] (spaten), *ruiarre tuttc /".? (saum), ujuijuj : ujoixie (schwieger- 
mutter) , ugtiuii : ujaiauutc ujauute (abgrund) , ujui^ : tgarre (brunnen) , 
qar$- : qurre (schweiB), £ar$- (zelt) Job 24, 6, Ttai&i : dfcnuiAe dtaAe 
(ein gefaB) AZ. XVI. 17, hier. kabu P. Harris 4 5 a , 4 2. In nui^e fiir 
no^c f. (spalte) ist ui verdachtig. 

Von andern Vocalischen auslauten dieser form sei ujinujof JJw^t var. 
J-^j! K. 4 65 (eine antilope, hier. isa) erw'ahnt. 

132. 4. Zweilautige stamme mit innerem diphthonge sind uns 

schon aus der diphthongenlehre bekannt. 

a) j4/-st'amrae haben meist in bciden dialectcn 3LI, selten als starke 
form wie *ir : *eiR (weihe), gewohnlich in der weiblichen schwachen, 
wie in fojpi : &ip (korb), R«jpe (tropfen), r*ici : R&ice (leichentuch) , 
n«Jige (mitlel) , p&xxe (verwandtschaft) , *r&j&i : nr&i&e (sarg, kahn}, 
iu>ifti (altar) K.. £eA-iu>ipi (madchen), tg«Jpi : uj&jpe (lager), £&.eiAe f. 
(lamm), &*aaxc (vogel), dVjpi (thau) K. und das eine masc. S. c&ipe 
(butter). Dies gemeinsame &i erweist sich als sehr unbestandig, indera 
es oft mit h und c wechselt. Vergl. § 50. 

Der boh. diphthong HI, dem im sah. bald *a, bald i cntspricht, er- 
fordert immer die schwache form des nominalstammes; mannliche bei- 
spiele sind ajlhiiu : ju*em (zeichen), pmci (staub), ckiiu : c&em (arzt), 
ujhiAi : cifr (laus), ujhiAi : ujh&c igiAe (rost), ujHiqi (schuppen?), und 



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DIB NOMINALSTAMME. 65 

auch S. A*iit (stahl), c*eip (k'ase) sind nach dieser analogie ge- 
bildet. Feminina sind chiiu : cine (pflugschar), £ki£li : £*ei&ec (schatten), 
und auch wohl A&Kipi : juuupe (bundel) und S. g*crr f. (vorhof) ; B. 
Aeiqi u<**JJt (ein fisch) steht ganz vereinzelt da. 

b) 0/-stamme erscheinen im boh. mit IM und im sah. mit 061, 183. 
6\, und zwar sowohl stark als schwach. Stark und masculina sind: 
kcqi£ Jer 29, 6 : Roei£ (scheide), jurarr : juocit (weg), nmiR : itoem 
(ehebrecher) , rnurr : noerr (mehl), itauuj : itoeiuj (milz), ocir (schilf), 
oyocrx (saule), oyoeiuj (zeit), cmrr : cocrr (ruhm), coeiuj (paar), 
cioiq (toll), *rmic : tocic (lappen), tout : toot (klage), miR : ocir 
(brot), *miu} : oeitg (predigt), ujtuiuj : ujoeiuj : uj&iuj (staub), igmrx : 
tgoera (athlet), scnrr : -xoerr fPT qjXjJI, nicht q^U^ I (olbaum), -xoerr 
(testiculi) , gtaic : -xoeic : -x^eic (herr) . 

Einige masculina nehmen die schwa che form an, nSmlich ofaiiiu : 
o^po eme oyoeiit (licht) , ^oerxc (klefd) ; Amigi : Aoeige (pfuhi) und 
uhAi : oeiAe (widderj sind masc. und fern. Gewohnlich ist jedoch die 
schwache form die weibliche, so noige (aemula) , AmiAi iuW t (?) , Aiuijui 
(bissen), Aunts : Aoeia'e (vorwand), xioei^e (bewundrung), rauui : ouutc 
auch oeiAx. (? angelhaken) , oyuinu : ome ^ (scheffel) , guiipi : goeipe 
(koth), 2. mr % : goerre (hyane). Abnorm sind oyuiiiu : fiioinn (cither), 
Aoiuji f. (? fuchs) und roi£i m. (genick? scheide) K. 74. 

c) j4£/-stamme sind auBerst selten; B. peju-p^Yig (milde), K^ypi f. 134. 
(taub), S. Afeyno (ein vogel), B. eytu f. (miihle), ujeyiu f. (scheune) und 
•aufoyuji? f. JuJLjJt (schale) Kab. sind wohl die einzigen beispiele. 

d) Otf-stamme, deren wenige sind, haben regelmaBig IDOT : OOT, 135. 
wie in ^raoyr (statue), paKVfU] : poofUj Ps 41, 8 (flut), 010719 : 00719 
(fleischspeise) , ^mo^pr : £Ooyr (mannlich), S. ^loo^t (unrein), S. -xoofq 
(papyrus) und in den schwachen formen S. pooritc m. (jtingfrauschaft), 
^oo^itc m.? (sack) und ciqoy^i : cooy^e f. (ei), *ujuioyuji : cooyuje 
(opfer) . 

B. drelconsouantige stftmme. 

5. Die dreiiautigen wurzeln biiden ihre nominalstamme auf 136. 
zweierlei art, indem sie den vocal (denn auch sie haben nur einen haupt- 
vocal) entweder nach dem ersten radicale setzen, wie in co&t, oder nach 
dem mittleren, wie in citoq. 

Die dreiiautigen stnmme mit vorderem vocal weisen eine grofie nian- 
nigfaltigkeit der bildung auf, die sich jedoch nach den drei grundvocalen 
auf die folgenden falle zuriickfiihren laflt. 

a) die dreiiautigen stUmme mit vorderem A haben die aus- 
sprache mit e, wenn ihr mittlerer radical eine liquida ist, mit *, wenn 
sie guttural ist, mit h selten in einigen schwachen stammen. 

Stern, koptiwche grammatik. 5 



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66 VII. CAPITKL. 

137. a) starke und mtinnliche sttimme mit vorderem 6 von dreilautigen 
wurzeln sind B. AcAc* (scherbe), ^cpn? (nadel), ^epug (leinsamen) , 
B. rcrc fur khkc, S. kciic (durchbohrung), B. nepc (ein fisch), Aeftig 
{ Ji3 (reisig), jucA^ : aiA£ (salzwasser) , AJteirr mnt (scheffel), oystrr 
(schiffsbauch) , ftcp-r oder oyp-r 0. 5 (rose), B. nrc&c (pragstock), tc&t : 
"r&T (fisch) , Ten£ (fliigel) , S. *rh^ (morbus regius) , ujenc (leinen) , qeirr : 
qirr (wurm), j6caic : gjutc (ahre), S. g&c fiir £H&c (larape), geArx (essig), 

S.*gpR (ruhe), -xcftc : xMec (kohle), B. -xexc t$)uL*J! K. \%9, S. oycirr 
(ein kraut); endlich B. Ae*rc (krieg) Jer 52, 7; cjmcirr : ejutirr (west) 
und cic&t : ci&t cincfr d&t (ost) sind durch prosthetisches e vermehrt. 
Wenige sUimme dieser art sind fern, gen., wie B. *reAc (siegel), x €JUtc 
(finsterniB), S. g&c (decke), und B. cpoj oder cp-x (kleiner vogel) K. 

Die auf liquide und £ auslautenden stamme fiigen vor diesen ein e 
ein, regelmaBig im boh., z. b. cnc£ : eite£ eii£ (cwig), xiepe^ : xiepeg 
xiep^ (lanze), B. ce&eit (sabanum, ("inS")> ^cpeft : £p& (gestalt), tcAcA : 
cieAeA (glanz) ; so schwankt auch S. (S'Ajul d'AAxi (stroh) zwischen (elm 
und Selem; ^A^ (schulter) konnte 6eih oder cleh sein; aber B. ^epcuj 
neben -»epuj (leinsamen), opener fiir oyctiT (nische) sind kaum be- 
rechtigt. *JUL£ir$- : ajutirre (unterwelt) hat ein prosthetisches *. 

Die schwachen stamme mit vorderem e sind selten miinnlich; ich 
bemerke ftepci (^fehfiSt eine pflanze), eAiaji (weihrauchgefaB), Aeirai 
(JUc.lXSI) K. JI7,*Ae\|/e (schluck) vergl. A&nci (beiBen), ujepuji (hader), 
^cjulki (Jes 19, 10) : getine (CuOo;). 

Schwache feminina sind S. &eA?te und weniger gut &*A*e (scherbe), 
&ei*xi (riissel) , fcpAc (? gefaB) , e&uji : e&uge Sige H&cge (vergessenheit) , 
ep&i : ep&c (wohnstatte) , eiepge (? strahl), ex&i (?asche), AZ. X. \%l, 
kAqslc ReA-xe (kriimmung, winkel), Kn^e (schulter), Repxu M. RypAxi 
(asche), Regni (wolbung), S. Rcgnrc (lende), i\c&+ : iih&tc (flechtwerk) , 
oyepuji : oypuje (wache), nepci : nepce (malum persicum), pxine fiir 
das gewohnlichere poxiire, ceirj" : cirre (fundament), TetAe (harz), 
nremgi (? tadel), tc^to : T€^ne (stirn), <£eA?u : neAd'e (? alter lappen), 

X^Aau aJLo- (zitze) AZ. XIV. <8, uje&uji : c&igc (schild), ujeir^ 
(sattel), ojettqi : ujnqe? (schuppe), igcite? (augenblick), geAiu : gAitc 
(nabel), gepuje (gewicht) Z. 553, B. c&cAa&i (biestmilch) , xepxi (borke), 
auBerdem ncme? f. (eiche). Der sah. dialect laBt in dieser bildung fiir c 
einigemale h eintreten ; in ofeujci : oy^ujce /*. (breite) hat er ein richtigeres 
*. bewahrt. 

138. Der dreilautige stamm mit vorderem e ist mitunter durch ein auslau- 
tendes e oder o vermehrt. So findet sich Reirre (feige), xie^pe : xiirxpe 
(zeuge), ujeirae (decke), B. -x.e*xpe (ein baum) und namentlich einige 
adjectiva wie B. nep^e (kahl), iteuj*re (hart), S. cp*re (fahig), ccic (kiihn), 



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dib nominalstXmme. 67 

B. £eA?t£ (siiB), *rcA , x£ (krumm) — nicht zu rechnen AeAAe und ^eitne, 
die zweilautig sind. Ein missbrauch, wie es scheint, hat hier mitunter ein h 
eingefiihrt, doch isl h das gewohnliche in tx&iuc : -r&itK (masc. Jer 28, 62) 
und B. cpjuiH (thrane), einem femininum. S. ^cAjul&i (krug) und caium 
(spinnerocken) sind wohl die einzigen mit auslautendem &i; & ist ebenso 
selten in rcAr* (bliischen) . ep$ei : pnc : cAuki repa (terapel) ist urspriing- 
lich ein compositum; desgleichen vielleicht S. ujAuji (gleichgiiltig) Sir 27, 4. 

Auslautendes o kommt vor in nepco (vorhof), B. Aepujo (?betriiger) 139. 
AZ. X. 121; — oye-xpo : oyca'po (thiirpfosten) und ceA^o : cAgo 
(lau) sind wohl composite, ebenso geAAo und ujcjuuulo. Mit auslaut- 
endung oy Gndet sich B. nepAio? (mondsiichtig) , B. alcAko? neben 
TMkA-xoy (fledermaus), S. gARO^ neben £*Akot (sichel). Die schwachen 
stamme auf en sind ferainina, namlich e-r^ra : emm (last), juecim 
(hebamme) , ujeftiui : ujMicn (wechsel) , ujeiran (sindon) , geftcca : £&ctn 
(kleid) ; einige masculina haben ihr m wohl unrechtm'afiig : efiura (honig), 
M. d'epg'ai (fledermaus). 

p) Starke und mUrmliche stamme mit vorderem 3t bilden sich von 140. 
wurzeln, deren radicale guttural Oder palatal sind, wie S. *.n£ (haus), B. 
A*R£ (ecke), A*£ (silex), jul*r£ (nacken), jul^ujx : juA^-xe (ohr), S. 
n*g& (joch), S. n*tgq (netz?), S. rn^gq (Ming. 262), p*j6*r : p*£*r 
(wascher), c*£q (sieb), t*t£ *r*£T (blei), B. m>ujq? (weber), uj*qnr 
(bose), **K£ : x*£X£ (gediegen), S. d'ttAn (reis), B. s^An (faust). 
Im boh. *ssji (stunde) fiir sah. xn ist das *, prosthetisch. Feminina 
dieser bildung sind auBer ^n : xn : S. A*£jul neben Afegjuie (mactra), 
A*rajl Aenuue &+fti (stiick), jul«j6~t : Aft.*£T (eingeweide), S. n*£& (m. 
joch, f. hals), S. T*gc (salbe), und namentlich die bildungen auf c, wie 
B. r*£c (gewohnheit) , S. n*£c (jagd), n*<sc (? dorf) AZ. VIII. 4 46, 
c*£c (?Kabis.), t*hc *r*^nc fiir Tone (gewohnheit), in>nrc (graben), 
S. m>e>>*TC (stiick) ; aber S. *nc (zahl) ist mannlich. Yon den im B. 
durch hinteres c gedehnten stammen (§ 74) bemerke ich -e^nen : T^nn 
(kiimmel), A«j6cjul (zweig), ju**rep (leim) Jes 44, 4 3. 

Von den schwachen stammen sind, abgesehen natiirlich von den regel- 
maBig m'annlichen infinitiven, wiederum einige mannlich, namentlich : a^iti 
(fleck) , &*£julj (coenaculum ,-j-uUt oliub) , ^^pxu (KsltiSt) , A*ge (flicken) , 
Aa^nre (koth), .offeTgi : oyvrfe. (werft), oy*up&e? (breite), $«j£pi : 
n*£pe (heilmtttel) , p*.c$" : p*c*re (morgen), c*-»au AZ. XIV. 4 23, c*pqe 
(rebe?), uj&q^ : uj^q-re (? bosheit), £*Aa&i (f koth), <*Vrqi : ***rq€ 
(gewiinn); Atdutiti : &*«juuic (widder) ist beiderlei geschlechts, it^uj^ : 
mug-re (schutz) im B. masc., im S. fern. gen. Fiir B. fojuni gilt auch 
!&*€dULTii. Der gedehnte stamm twitefti (junges) ist ein masc. 

Die mehrzahl der schwachen stamme dieser bildung ist weiblich, 



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68 VII. CAPITEL. 

namentlich &.ciu : &.cne (zunge), *u|a*.i (kohle) Thren 4, 8, &*gci : &*£ce 
(kuh), r^k^i : r«jttc (laus), r*a&iu (fluke) K. 168, n&R£i (Jes 37, 3) : 
iifefeRe (wehen), R*c£pi : n*.npe (kornj, n*£&i : n&£Ae (nacken), n*<x£i : 
a&*x£e n*ek/xe (zahn), oy«.^ri (loch), oy^ajce (breite), o^^urrc (an- 
betung), oy^gjue (sparrwerk), na^ce (speichel), p&Rgi : p*R£e (brenn- 
holz), p^TG rht-t (kessel), t*ttci : t^cc (fuilspur), $*ujni : n*ajne 
(dienst), <&*£RJ (aj^jIUI) K. 4 32, <^*£ci : d'fegce (gazelle). S. oy^Tr^c 
(loch) sollte eher oyoT&e tauten; A*rci (ferse) ist vom griech. XaE ge- 
bildet. 

141. Einige male hat auch dieser stamm vocalischen auslaut, nam- 
lich 6 in *jupe £&ju.pe (backer), uj*.pR£ (diirre, brache), S. g*Tpe 
(zwilling) ; H in &.Arh (letzter des monats), A&AgH fpassah, Const, apost. 
p. 73), S. <*Vxaah (handvoll) ; I in ptjumi pajuuiei (ring); O in AiA^po : 
jute^po (mist), JU^Rpo (morser), M. ^enio (staiib) ; OT in &a.Arot /". 
(krug), ^rroy : £&Aroy gARoy f. (sichel) und ^AAoy f. (pupille) 
Thren 2, 4 8. 

142. ^) Dreilautige stamme mit vorderem H sind selten; von 
starke n m'annlichen ist zu erwahnen Hpn (wein), oyHp-T neben Acp*r 
O^ (rose), $Hpuj (Jer 22, 4 4) : nKpuj (mennig), £kAc : £hAc (lampe); 
S. huc (zahl) ist weiblich, vielleicht auch rhrc (borke) und gHnrc (anfang). 
In schwachen formen tritt h milunter fiir e ein, so in S. hAujc, mtfeTe, 
OfHptge, B. oyHujci ; ahnlich ist auch S. Annne fiir ftnne und M. rhAAi 
fur rcAAi u. dergl. Seltsam ist B. &htch f. (krieg). 

143. b) Dreilautige stamme mit vorderm / sind gleichfalls selten; 
von stark en m'annlichen bemerke ich ^iftc : +Ac (ferse), iqT : eiq-r 
(nagel), Ai* : Airt (versteck), X 1 ^" 1 " (f'j^r^) ^* * 97 > B. ujrrc (vitex), 
B. ^irc (webestuhl mit rad, Kab.) , B. d'lnc (runzel, borke), B. 0Wc 
(schildkrbte) Hos 4 2, 4 4, auch oycrr neben ofocrr (saule) ; weiblich ist 
nur das sah. ci&t (hiigel). Durch e gedehnt nach § 74 sind tukn (alt) 
und iTen : ei-rn (mist) . 

Schwach und vocalisch auslautende stamme sind fast ganzlich unge- 
brauchlich; erw'ahnt seien B. rjuj^ (grofi), S. ^AJte m. (kasten), -xir-xh 
(vergeblich) , ci^&^i (werkzeuge) neben o»&«ti. 

144. c) Dreilautige stamme mit vorderem o sind haufiger. 

a) Die stamme mit vorderem O sind sowohl stark (co&t) als schwach 
(pojutm).; mitunter schwankt der gebrauch zwischen o und &. Die 
star ken nomina sind zugleich die mUnnlichen, z. b. Aoftuj (dach) K., 
uokr iid'rx (handearbeit) , x\o<*s6 : juo-x^ (gurt), Aio«*r (temperamentum) 
K., oyojuq : oyon^q (krippe), on^ : ^n^ (haus), S. ogc (sichel), RORq 
(tcoxo?), horv (olkanne), $opR : nopR (maulthier), S. noa'c (scholle), 



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DIE NOMINALSTAMME. 69 

po^T (epilepsis), coAt (raauer), coAq (sieb), cop*r (wolle), S. co*rq 
(ein werkzeug), -roftq (siegel), ujoA£ ^ (schriflzug) , ujonc (gastmahl), 
tgopn (ersler), S. ugop-x (larve?), ujoujt (riegel), *qo*»c : qo<^c (sprung), 
S. qog'q (geizig), S. £oAr fiir £*A*r (ring), £oajit (erz), B. £oirr 
(priester), £otti (zacken), <&onc : d'onc (gewalt), d'oA&q dVmq : <&onq 
(papyrus), S. d'opd' d'oop^' (zusammensetzung) . Bisweilen wird das o 
dieser bildung durch ra oder oy verdrangt, wie Acu&uj, ujtnA£, Ju.o«ritR, 
AJtoy^6 : AiOY»^/ wie andrerseits die infinitive, in denen en und oy das 
richtige ist, mit o auftreten. Die weiblichen worter dieser starken bil- 
dung sind entweder verkurzt oder sie gehen auf das weibliche suffix c 
aus, z. b. jmop*r (bart), on6 (victus), S. od'c (sessel), touc (gewohn- 
heit), totc bei K. m. (thron), S. <&oAc fiir xoA^c (olkanne) Zach 4, 2, 
und auch wohl rotc (wendung)und d'oiic (niederlage) . Das B. koAvl m. 
(bett) Kab. ist eine merkwiirdige form fiir d'Acnt. 

Im bob. dialect wird dieser stanim vor liquid em auslaut nacb § 74, 
ira sah. bisweilen vor q c durch e gedehnt, z. b. itoujep "11^5 (geier), 
oyo^eju (deutung) , Aocep : o«yocp (ruder) , copcAi : c^pju (hefe) , co-xen : 
co^ti (salbe), goceju : go cm £*caji (natron), Ttoceii : <^ocjul (nebel, 
sturm); ferner S. goojuec (eimer), <&ooReq <&oneq (stachel), -xooAec 
•xoAec (motte), d'ooAec f. (gewand). 

Die schwache form findct sich einige male bei masculinen, wie 
coirj- : coirrc sntr (harz), ujoir^ : ujotrre (dorn), B. £oAri (catapulta) 
K., -xokci (J^yaaJI) K. 160, *qo*rci (erweiterung) . Gewohnlich 1st sie 
weiblich, wie tonf : tonTC (gurke), Ropfti (messer), hojul^- : nojurre 
(kraft), ttoqpi : noqpc (nutzen), o&£e /". ? (zahn), S. oyooJutTe ofOJut*re /".? 
(burgen), op fee f.1 (laganum), ofo*rAe (loch), oycrrfce (schopfloffel) , 
poA&ni : poA&ne (jahr), To^e f. 1 (speer), $opuji (mappa), ujoju^ : 
ujoajttc f. (drei), tgopni (erste), ujoujm (magen), £onAe (quelle), *»oAfci? 
(schaufel) K. 132, a'oAAi (pelz) neben roAo&i f. (xoAopiov), a'opTC (dolch). 
Neben dem oben aufgestellten p*R£e begegnet uns hier ein poRoe und 
sogar po^H. « 

p) Stamme mit vorderem OT entstehen einige durch phonetische ver- 145. 
anlassung; z. b. jutof A£ : juloy A*£ (wachs), B. *roy<£ (Tiirke, Araber), 
ujoyujt sit (fenster), ferner durch c gedehnte, wie B. AJtoycep (riemen), 
noyRcp (beschnittene sycomore) K. <78, noyrcjut : rota* (siifi), B. 
noyreAi (mandragora) , S. ho^kai fiir rcjulrcjui (trommel) ; und durch a. 
gedehnt scheinen aufier dem sah. jaoyA^ noch oyT*£ (frucht) und 
jutoyA^* (eule) ; von schwachen stlimmen sind S. ro^tc (groB) und 
igoynpc (flocke) zu nennen. 

Y) Dreilautige nomina mit vorderem HI sind in den allermeisten fallen 146. 
verbale infinitive, gehoren also nicht hierher; doch tritt ui auch fiir o in 



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70 VII. CAPITEL. 

solchen nominalen slammen masc. gen. ein, die auf weiche laute aus- 
gehen. Belege: M. AtopK (zorn), S. &mgn (vorhang), kui&£ ko&£ (nerv), 
S. Ruipju (rauch), kui^t (feuer), A in Aug (dach), ofiunuj (wolf), oyiinr£ 
(schmelzofen) , puiK£ pong (holz), coifit£ (kriitze), coiitT (gewohnheit) , 
B. ccup-a. (stuck), <£um£ ^on^ (sturm), <£tupK <£opR (mantel), S. iu&~r 
(gans), S. cuftuj (schlaf), ott£ xXeTdpov Job 26, 13, ujuiAnj (arm), ujcnAg 
ujoA£ (schriftzeichen) , S. ujoiituj yypf (schenkel, Arcturus), B. tgaiq* (fuust), 
B. guAc (decke), S. £uiAr (ring) Nic. 1, 30, B. d'uiAn (schilfbiindcl) K. 134. 
154, S. £W£q f. (hand), S. dtap^ (nacht), B. mit prosthetischem e : CKtnpg. 

Durch e gedehnt erscheint dieser stamm im B. ^cnujeif (dienst), ui&en 
(alaun) K. 204, Torrcp (stufe), ujungeti )tTW (lilie) , d'luojen (ftp* 
K. 255, J.^-manusc.),oTfui^eAi(melodie), <£uu6eit (tabulae Damascenae) Kab.; 
durch &, im S. a'uip*^ neben <^uip£, cui&*£ neben crafty ncnA*£ (wunde), 
iun&£ (leben) . Die letzten beispiele sind aber vielmehr als infinitive : »die 
verwundung, das leben a aufzufassen. 

Die schwache form mit in kommt nur in vertretung der mit o vor, 
z. b. in pui£-re (kessel), ujcuAni f. (faden *X«JI K. wXSJI manusc.), B. 
ujuipuji -j.U*#yt K. 75, <£uipuji in gi^cupuji (ausbreiten) . 

H7. 6. Die dreilautigen st'amme mit hinterem vocal sind fCir 

die nominalbildung characteristisch ; denn im verbum ist die nachstellung 
des vocals auf eine wenig zahlreiche classe beschrankt. 

a) i4-stamme finden sich mit e, mit &. und mit h. 

a) Dreilautige st'amme mit hinterem 6 treten nur an die slelle der- 
jenigen mit h, deren auslaut £ ist, namlich ou.e£ (kraut), uj^e^ (straBe), 
S. ujAe£ iyA£ (zweig), S. <^A^ (schulter) wenn nicht vielmehr <^eA£ zu 

lesen, B. <^Ac^ % fttnaJt (ein kraut) ; auBerdem steht S. ug&eep (genosse) 

fiir uj^np : uj&np ; S. c^juec f. (ein kraut) ist dagegen schlecht beglaubigt. 
Von schwachen form en ist zu bemerken fcpegi jmpegi A&Apegi m. 
(asphalt), ejuApegi m. (wagen), ^pc^i (unreife) und das fern, uj$epi : 
uj&eepe. Als beispiel eines stammes mit anderm vocalischem auslaute 
kann ich nur ujt€ko (gefangnifl) anfuhren. 

148. (3) Die bildung mit hinterem St vertritt ihrersoits die mit o in den 

wurzeln, weiche auf £ auslauten, wie a*.c*£ (crocodil), cxie^£ (traube), 
cit«£ (fessel), B. cp*£ (schauspiel) , B. VA*£ (schwanken) Kab., dW.^: 
m^ (arm) ; selten erscheint sie sonst, wie in B. <»p*n (zinn) , ^A^A : 
rA*A (kette), np*jn (apium silvestre), ajlr*£ (schmerz), S. oyujiuuL (teig), 
oyuj^n (darlehn) Jes 24, 2, S. cr*h (ranzig), *trw (schmerz), B. 
uyx&ii (schlag), B. d'AfeK (folter), B. d'A&n (tropfen), S. Viw^t (stolz), 
S. ujk*k (geschrei) ; S. ex**"*" (morgengabe) Journ. asiat. 1877. II, 271 
ist ganz wunderbar. Yon schwachen bildungen ist nur das masc, B. 
Hpra^ (saum) fiir S. tuitc zu erwahnen. 



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D1K .NOIIINAI.STAMMi:. f 71 

Y) Die dreilautigen st amine mit hinterem H haben regelmiifiig flufiige 149. 
coosonanlen in der wurzel, wie Apira : e&piu^e pll (blitz), <»&hA (hiirde), 
S. kthp (kalb), cestui : cthju oriu.u,t (augensalbe) , S. *ximp (sprung), 
<$Phuj : npHuj (decke), <$pituj (gelb), uj^Hp : uj&Hp (genosse), B. ujjuHit 
(acbt), B. ujujHti (baum), ujxhh : uj^Hit (knoblauch), B. uj^Hp (lohn) 
Sc., £ihA : gicifc (lamra), S. £oi*ht (schiffahrt), M. <^AhA (zaum), B. 
<^iuiit (Oeber), S. a'o'piA (eine heuschrecke) . Feminina sind uj^hh : 
ujTHit 3£tT<i>v (gewand) und auch wobl B. £Am& (sufiigkeit) fur £Aivxj. 

Die schwache form ist regelmafiig weiblich, namentlich ujJULHite f. 
(acbt), ujc^ftpi : ujnnpe (wunder), giH&i (Iamm), ^Ahxi (Job 6, 6) : gAn^e 
(siifiigkeit), £P**pi : £pHpe (blume), £pmyi : gpHUje (gewicht), d'pHiu : 
d'pmie (diadem) , d'pmu : d'ptid'e (mitgift) ; wahrscbeinlich aucb ^AhAi 
(tropfen) Ps 7 4 , 6 var. und S. c&Hirre ck^re oder £&htc. 

Durch vorderes e gedebnt scbeinen die stamme B. ujejuHp (sauer- 
teig), -xepH-s. : d'epHd' (jager), S. -xc&hA oder "xefceA (lanze), B. k^Hit 
Job 40, \ 6 oder Ac^Hit 8, H (galgant) und das (em. S. oycpn^e M. 
oycpH^ (fufi). 

b) Die /-stamme sind auf wenige wurzeln beschrSnkt. Stark und 150. 
mannlich sind ^puu (quecksilber), jutiipic : jupic (most), B. x&ujip (kfist- 
chen), S. xiujip fiir juie^ip (monatsname) , jul^it (nord), ncrr : ncic 
(neun), *cAr» Jer 38, 29 (stumpfheit) , c$ip : cmp (seite), c^iu : crijul 
(graues haar), c^w (weicbheit), -rpua (klee), *^pwut (einbde), XP IC 
(hufte), B. ujftm (beere), ujkjA (schelle), ujArr : ujAk*' (gabel), B. ujArx 
(messer), S. ujtit (weber), B. julujiuj juhujiuj (rache), S. uj^ia' (staub), 
&Ar& &pra (klappern), £puut (pelican, eine pflanze), £ierr (grube), 
go^rr (erster), £rrr (mangold), S. «&in (fleck), S. *«iirr (priifung), 
<f\\\ (opfer). Weiblich ist nur -epip : *rpip (ofcn), docb kommt auch 
m-epip : ncrpip vor. 

Von den schwachen formen scbeinen nArai (kehle), ^Anw (solutio 
ventris) K., -rpuai und jupice fiir nrpuut und jupic mannlich zu sein; — 
V^rr^ : ncrre (neun), S. critc? (drachme), cAiqi (lunge), ^oyi^ (erste) : 
^ofcrxc (anfang) sind weiblich; -xiipi v-^j.J-1 (siliqua) unbestimmt. 

c) Dreilautige stamme mit h inter em 0. 151. 
a) Am gewohnlichsten sind die nomina mit der aussprache O; zu 

ihnen gehdren die s t a r k e n stamme <&Aoa& : tAoai (furche) , 5^AoA : 
KeAmA (krug). x^ OJUL : ^Aoai (krone), ^.P 011 ( lme ) Sc -> 9CP oc I : R P oc l 
(list), jmiurr (brust), jupoA& (pj*jJt) K. 134, ai^ot K. \3% (schuh- 
leisten), a*xoA (zwiebel), ep*roA »-0^1 (getreidemafi) , cp£o*r fiir pj6o*r 
(schlag), oygop (hund), cjuot (gestalt), cnoq (blut), B. cpoju (schlum- 
mer), S. Tpon (sclilag), B. uj&oju (vorhof), S. ujkoA (loch), ujAok 
(kanne), B. ujAoA (volk — zahne), ujAoq (schimpf), ujToq ujto& (zaum), 



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72 VII. CAPITEL. 

tgtgo-r (kissen), tysojut : tg^oxi (moglichkeit) , ujd'op : ujnop (vermielhung) , 
£&ok? (stachel), £&oc : g&ooc (kleid), B. £AoA (nebel), S. gAoAi (ein 
wurm), gjmoT (gnade), S. £poo£ £po£ (betriiger), £ron (fall), S. 
£rop (nothwendigkeit) , £q<rr : ^noT (klafter), S. c&ttoq *n*q v_ft^ 
(korb), -xpo-x : d'pood' a'poa' (same), d'Ao* : <T\o4 (bett), B. 0*i\oq 
v_aLaJ! K. 261, a'pon : -xpon (anstoB), B. d'd'op (rauch). S. <^£Oc 
(gazelle) scheint das einzige fern, der form zu sein und ist offenbar aus 
0^£cj : d^ce contra hirt. In dieser aufzahlung sind diejenigen nomina 
ubergangen worden, welche, wie £pouj, ^c&ofc, urspriinglich infinitive 
sind. Einige dieser nomina haben mitunter m statt o, z. b. £qarx : 
girarr, £&uic; diese gedehnte form wird sich in den meisten fallen als 
pluralbildung erweisen. Vergl. § 223. 

Die schwache form ist selten m'annlich, namentlich im S., z. b. 
cjulo^- : aucrrc (ahnlichkcit), rAoojuc neben rAojul, tujoojulc und 
rtyuiuijuc (? kleid), ^ootc (Aotc fur B. d'Aarr (niere). Weiblich 
sind 9£poAi (sichel) , cjuicoAi (nadel) , rAooAc (dunst) , Ainoore (pfortnerin) , 
£»opi (stute), d'Aood'e tfho&e (leiter) und auch wohl ^oyo^ (saule). 
Von andern vocaliscben auslauten ist c^oto«t : cnoToy (lippen) zu er- 
wahnen. 

152. P) Die aussprache mit OT veranlassen vorangehendes n jul Oder fol- 
gendes p A in XP°TP : K P°TP (frosch) , Rpoyx : eRRpo-x. (kuchen) , 
Ainoyx (pfortner), cioyp (eunuch), B. cxioyp (schnurrbart) K. 76, S. 
autofc (riemen) Journ. as. < 877, II, 273 fur aio^c, ciiofq (vorjahr), 
S. ujAioyit (acht), ugnoyq : -xnoq (korb), *igTOf A? (haken), uja'o'rp : 
Rco*yp (ring), S. gAo*yp (links), B. ^oyA vJU^-1 (trockenheit) , £qoyp 
^^J! K. 170, S. Tuioyq (pustel), B. ^noyq J-Jiiil K. 261. Schwache 
formen sind die feminina cnoy^ (zwei), ujAiofne (acht), autoftie? (krahe). 

153. T) Die durch die liquiden begiinstigte aussprache mit III ist ziemlich 
selten, da die meisten dieser formen plurale sind. Man bemerke ^cpuum : 
Rpoiju PS. 386 (feuer), B. jupuuu (kissen?), ToyarT (bildniB), ^paiig 
(runzel K. 75, backenstreich K. 164), uj^urr (stock), S. ujAujjul (kraut), 
ujAora oder a^ura ^JaS-Jt (kohl), gparr f. (kelter) ; S. •xAmq (camin), 
S. «oyuiT (zwanzig), B. c^Aurr (niere), B. s'pain (thuribulum) K. 4 53, 
i^oit (lende) Kab. Es find en sich noch andere mit tu (^Aouu, ^Amjut, 
ju/xmA, ^Agdjul), die aber wohl urspriinglich mit o geschrieben werden, 
wie auch die meisten der erwahnten. 

Die schwache form ist selten; es findet sich B. Anuiiu? (gemme), 
<$pmu|i f. (sorge) K. 233, tg&mfti : tgoyuiAe /*. (kehle), S. giccuue (hand- 
gelenk), B. d^ai&i m. (zange), *rujcnanuLe neben tujoojulc; ujrot^ £par$- 
-x^ar^ sind vielleicht plurale. 



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DIE NOMINALSTAMME. 73 

7. Die regel, dafi dreilautige s tarn me nur mit einem vocal gesprochen 154. 
werden, erleidet wenige ausnahmen, welcbe theils in der phonelik theils in 
der etymologic ihre erklarung find en. In derartigen zweisilbigen bildungen 
erweist sich der zweite vocal als der hauptvocal und tontragende. 

a) Von den nominalbildungen mit hint e rem A sind stamme mit 
6 — 6 z. b. icAcA : cieAeA (glanz), ojcAct : ujcAec-r f. (braut), *e&eA 
kc&hA f. (lanze) und das schwache ^cuccrc gciiee-TH f. (kloster) ; — mit 
6 — 3L z. b. Ae&*ttt (ankertau), juep^it (bassin); — mit 3L — 3L z. b. *•»*£ 
(last), &.A&K : gfeA&K (ring), *it*u| (schwur), feoffeii : t^y^n (farbe), 
*n&c (alt), S. ttd'feif (ein gefaB), A*/x*n o^paofa Jer 31, 18, S. jul*k&*t 
(ein geschoB), ti^«.t (palmfaser), S. d'feit*^ (kriippel), und die schwa- 
chen A*tg*tte (ortsvorsteher) , k^&'si m. (palmfaserblatt) , <^p^*re (traber) , 
c«ju.«^c /". (gefaB); — mit I — 3L z. b. fcin^i (schale), B. cm&p (myrrhe), 
oymiJUL : oyiiiuuL (rechte); — mit 6 — H z. b. &e&Hit Job 40, 4 6 oder Aed'tin 
8, H (galgant), ccht (unteres), ennn (monatsname) , B. ujejutitp (sauer- 
teig), S. ^lcAhA neben -xe&eA (lanze), <xepir& : d'eptid' (jager), und die 
schwachen cthuji f. (rost), S. oycpHTC M. oycpH^ f. (fuB); — mit 3L — H 
z. b. «t&H~r : a^irr (wohnstatte) , *^np : g^ritp (hammer), &&Kp *t<ptp 
(eitel), tjuutp : £*jutHp (schoB), &pH& (pfand), fepm&* : t^pira* (ende), 
2*Aht (vogel), S. ^^ht oder ^*ujrr (falke), und die schwachen 
cfe»itpi : cfeeeepe f. (stater) und B. %feitH£i f. (schopfstricke) . 

b) Von bildungen mit hinterem / treten auf mit 3L — I z. b. 155. 
^oyiit : ^yem (ladung), *ujip f. (chamaleon), *^m-ii-c»oi 7)8ooou.ov 

Mt 23, 83, c&iuc (zweifel), ?&*AiA : d'&AiA (wasserrad), S. <*Vxiq 
(ameise) ; und die schwachen &Ai?li (erde zum abreiben), «julici : 
emice (dill), &piKi : &.pine (schuld), k&AiAi /*. (hiitte), •XA.nrxi m. 
v_aJJI K. 1 38. 177, 'Kfeim&i m. f. : ^nnH tyoTvifc); — feeiuni : neitme 
(eisen) ist ohne zweifel zusammengesetzt ; oyprr : goyprr (wachter) ist 
eine allein stehende bildung. 

c) Von bildungen mit hinterem sind zu belegen 6 — O, z. b. 156. 
S. efccrr (monat), S. ed'oouj (Athiope), S. d'epoq (stock), S. d'epoa' 
(netz) und schwach cepo-xi (dorn) , e^ouji (Alhiopin) ; j6cAAcrr /". (thai) 

hat dagegen den ton auf der ersten silbe, wie die verdoppelung des A 
anzeigt; — 3L — O z. b. *&o*r:cAo*r (monat), *Ao?l (hiifte), *itoA& (haut), 
^ot : ajiot (becher), **£Ojul (stohnen), *£op m. Jer 27, 25 = *go, 
a^oA? und ^oAtc f. (wagen), S. &&po*r (erz), B. &*po£ (^a ^ UJt) , 
ft&tyop 1 ) f. (fuchs), B. c*j6ot (schatzkammer) , ca/xoA (zaum), S. -x^nop 
(eine pflanze), B. <5VAo-x. /". (fuss), S. d^oit oder aWj^ii (knecht); und 



\) Afeujop erinnert Lagarde (abhh. 279) an das uberlieferte thracische {Jdo- 



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74 VII. CAPITKL. 

schwach *AoAi : eAooAe (traube), &&opi (schlange), k*koAi JlPv. 
(ein aroma), p*no^ : p*ncrre (mauer? Alexandrien) , %*<$o?li (wirbel), 
x*xoau (eisernes ackergerath) Kab. Ahnlich ist S. AiAooge f. (ein baum) . 

Zu 6— OT findet sich nur e<$oyr *W$, — zu 3t — OT z. b. ^coyp 
(stibium), A^ujoyp (sage), Afetgofui syr. 6idi<5 (rula), ju*j6ot*A M+4^, 
ujA^oyA (ichneumon), S. g^Aoyc (spinne; reif), •xadULoyA : ^AJutoyA 
(kamel) und schwach z. b. R^Aoyiu (junges kamel), R^ujoyAi (oasen- 
dattel), K*itOTqi {J^ (ein h'sch), ^c^poY** (eine eidechse), c^AoyKJ 
(ein fisch) K. 171, c^poyiu (kahl) K. 72, uj&AofKi (wespe), uj^qoypi 
(ein fisch), welches vielleicht ein compositum ist. 

Die vocale 6 — ID werden gesprochen z. b. in c^urx f. (schild- 
krote), e^muj : e^tuuj (Athiope), S. AegoiA f. (eine palmcnart), S. kcAoiA 
(krug), AJtcAnTT f. ttb^ (dach), jucujutt oder Aieujujurr (feld), S. ^epuiA 
(stock), S. d'eptnn oder d'lpcait (ein gefaB), endlich eujarr (kaufmann) 
und ckott (erbauer); schwach ist nur eptu^ : epurxc m.f. (milch); — 
9t — III kommt vor in &Auik (rabe) , *-eiup : £*Ttup (monatsname) , 
feAuiJut : £^Aoijul Myhj^ (k'ase) , *.Aum fiir &.Acra, &.<£tn& (riese) , *j6ujjul : 
&£Umul ttgaiunuLC (adler), S. a&*kutt (grube), 6*&vorc fur ty&urr (stock) 
Kab.; schwach ^Q^pnrcu /". (hammer), p^tuijui (gelenk) Kab. Zwischcn 
tn und o schwanken ^epiufc edtou) &Aant und *£aipi. 

157. d) Diphthonge sind in dreilautigen wurzeln selten ; die wenigen bei- 
spiele bilden den ubergang zu den vierlautigen stammen. Wir bemerken HI 
in c$Hr^> : cAtrre (schaum) , S. nA*em (handschuh) , <f\n\%x\ (oder ujAkia&j?) 
: tu>Aein (oder vielmehr tyA*eiii?, nasturtium), A*pitrr (bock), ajuRipi? 
(iiberschwemmung) , c&fHiiu f. oaf^vij Ez 12, 13 neben ca^hiu Ez 17, 20; 
endlich S. gi*eifte f. (lamm) fiir B. £ihAj ; S. -x^i&ec (kohle) fiir «Mec 
M. xHJikc, S. £&iftec f. (schatten) und S. £*ei&ec M. £tuftec f. (decke). 

Der diphthong Oil kommt vor in ujpunc (wachsam), rAoiiAi (secunda) 
K. 103; IDOT in pmoyTq (frische), B. cuioyAett fe ras )> ciiuoyn : ciocvpi 
(bad), S. cooy£c f. (versammlung) , S. oooyrn (stadium?, staub) Z. 295, 
u}Aciioyu| oder d'Auiofui \^3Lbzl\ 1 jkL£JI (kriippel), ^puioyiu f. (lotus- 
baum) und 07^00^ (windeln) K. 118. 

C. mehrconsonantige stftmme. 

158. 8. Die vier- und mehriautigen wurzeln sind vieier nominal- 
bildungen fahig, doch sind von denselben nur wenige im gebrauch. Ob- 
wohl sie meist zweisilbig gesprochen werden, so ist doch nur der eine 
der beiden vocale der wesentliche und daher betonte, der bald in der 
erst en, bald in der zweiten silbe, seltener in der mitte der wurzel seinen 
sitz hat. Der nebenvocal ist meist e oder *, selten 1. 

a) Die vordertonigen stamme werden mit A oder 0, selten 
mit / gesprochen. 



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DIE NOMJNALSTAlfllB. 75 

a) Vod den ^-sliiramen findet sich die aussprache 6 — 6 in liquiden 159. 
wurzeln wie Aeptgef (coriander), B. kcaikcju (trommel), Kepjo.ee (asche), 
B. AegAeAi (schnacken), S. AiccAcg? (slaub), S. -xpTcp? (ofen), S. 
ujeirrc (ein strauch); cArc f. (winkel), ActAct /". fiir oyeTOfeT? 
(pisum arvense) ; j6cAj6cAt f. (todesachzen) ; das schwache cep&eiu 
(stachel) scheint compositum zu sein. Von den infinitiven ceifcen (ton), 
j6ep£ep (schnarchen) u. a. sehen wir hier ab. Die aussprache 3L — 6 
kommt vor z. b. in B. ^Apejut (b'ackerei), S. Afecned' (zinn), B. At^Acs f. 
(wolbung), tt*£&eq : n*£Aq (joch), g^rfcec f. (todtung) fiir go-rAcc, 
aVrac f. (zerstorung) und dem wahrscheinlich componierten schwachen 
*qAeAi : g&qAeAe £&AAeAe f. (mygale). Die meisten nomina auch 
dieser form sind als infinitive aufzufassen. Vielleicht gehbrt auch die bil- 
dung &, — I ihrer betonung nach in diese reihe. Beispiele B. tt-eAJuc 
(rauch), ^pujiit : ^pty^n (linsen), *&*pigii\ (verpichung) K. H2, < &*q<&iq 
-s^mtm f. : <5Vx.iq (ameise), B. •XA.-X.pijut. (felsen) und jul*rAii1i oder 
jul*rA&Aj f. (geifler). 

P) Die aussprache mit I ist selten, ich erwahne S. -xiAAec oder 160. 
■xiAAhc m. (pera), S. 'frgjucq m. (korb) ; B. -xj-xpHc ^jJtK. 164 = S. 
■xmpic cX,*ii!, B. <&iouuc (eine pflanze) K. 178, S. d'lAd'ift (ein stuck) 
und S. a'lng'Ao oder &%n&\uu f. (fledermaus) neben d'eitd'eAo. 

Y) Die aussprache mit O — 6 ist sowohl beim verbalen als beim 161. 
nominalen vier- und fiinflautigen stamme die nachste und gewohnlichste. 
Das e der zweiten silbe wird vor dem auslaute in duplicierten stammen, 
die indessen nominal als infinitive aufzufassen sind, wie juokajlcr (denken, 
gedanke), B. Kouj-xeuj (fufl des berges), ototoyct (griin), cnopnep 

c 

.j+it (eine art gerstenbier) K. 4 31, im boh. dialecte immer ausgeschrieben 

und auch im sah. regelmaBig nur vor auslautenden liquiden unterdruckt ; 
in andern nominalen bildungen, namentlich den abgeleiteten auf q und c, 
im boh. nur in denen gesetzt, deren vorletzter consonant eine liquida ist. 
Dieser regel schlieflt sich der sah. dialect in manchen beispielen an. 
Mannliche stSmme auf q: B. ofon^q (krippe), co^iteq : ccrr&eq (pfeil) , 
B. ujop*rq (larve), B. ujcrrpeq (falk), B. goRAeq (kamelsattel) R. 137, 
aber S. £*nAq (eine eidechse), S. £opnq (ruhig) PS. 259, B. £oprq 
(gespenst), B. %oR£q (stachel), B. -xoA^q (repositorium) . Weibliche 
sttmme auf c: julor£c f. ? (schmerz), S. oAujc f. ? (unwissenheit) , S. 
o*r*£iULec (sparrwerk), mit * statt o 4 B. copjuec (irrthum), igoAjuec : 
tgoAjuie (miicke), B. ujoAgc (leichnam), B. gopnc (hohle hand), 5. 
^ORA&ec /*. ? (sSnfte), B. gopjuiec opjioc, S. gcrrAec (todtung), S. %oA£c 
(schopfloffel) , B. -xop&ec (kleines gefUB), xop*c : ^'opd'c (nachstellung) , 
B. d'oARc (ausdehnung) . Auflerdem bemerke ich B. *op*reit (eine pflanze) 
K. 178, S. £oe&en (markt), ^oq-reii : «2toq*ren (anderswoher) , S. gAocrn 



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76 VII. CAPITEL. 

(dunkelheit) ; S. -xot-xct (grube) ist ein fern. Von andern O-bildungen 
erwahne ich noch Kop^oju. (knoblauch, +j2), S. oyoAicip (hamorrhoiden) 
und pojuian (ein heilkraut) K. 198. 

J162. b) Von vierlautigen s tarn men mit hinterem vocale finden 

sich nicht wenige formen, jedoch ohne zahlreiche belege. 

a) Von j4-stammen kommt vor 6 — St in cpA&^n : ^cpjui&n *]yor\ 
(granatapfel) , B. ccK&*ax *^L», B. -rejut<»«dui (maulthier), B. ujeAnr&jut 
(senf), S. £A&£&A m. f. (knecht, magd), B. «xcAq*y LLiJI (ein fisch); — 
2L — 2L in */pt*A : g*i*^*A : ga/pttiA (anker), S. g&fK&q (sterneidechse) , 
S. &*&&*>& (stiick) neben &*&.<* tJie und 6*&&tik, Ai&itd'&it m. (spaten) 
und B. A*JUTi\nT (pech) ; — von denen mit hinterlautigem c gehoren 
wobl c*nfie£ sanhmu (heuschrecke) , -xixi^e^ (durre) , scaic^c^ : sAine^ 
(apfel) und S. &n&e^ (kriippel) hierher; — 6 — H findet sich in ediHn 
(elend), Aen-eHit (sage), B. AegAftAi (schnacken), &epujHoy (coriander), 
•xe-xpHc (panther), cA^hc (crepitus), ujeirrnc (lauseeier) ; — 3L — H in 
&iveHp (ambofi), S. 6*&&nh fiir ^*frx&&, schwach in S. tjapHge 
(asphalt) , sowie in dem ahnlichen wahrscheinlich zusammengesetzlen 
ujcAujhiAi m. (herbe traube). &&.ctttrr feeciurr : &«vcne*r fcectiarr (erz- 
bildner) schwankt zwischen verschiedenen formen, von denen &ecitrr und 
Ahcutt jedenfalls zu verwerfen sind. 

163. (3) Von sttimmen mit hinterem j ist der mit 6 — I am scharfsten 
ausgcpragt, z. b. AepAip (wurfgeschoB) Jer 27, 9, epftm (papyrus), epftrr 
(sattel) K., ccAciA (schmuck) 1 Tim 3, 2, tteivxiK (liiuse), <&cAkjc (wan- 
zen) und ujkcAkiA : ujd'Ad'iA (glocke) ; ferner die schwachen formen 
&A&iAe f. (korn), eA&rai (haustrum) K., ep&ici (hanf), ^epx&jci (eine 
miinze), AeqAiqi : AeqAiqe (brocken), peupine (schlummer), tcA+Ai : 
•rA^Ac m. (tropfen), £cA£iAe f. (starrheit) und S. cpqpiAe (stuckchen). 
Vielleicht composila sind B. &qKip (geizig) und ■x^'xpua (abhang). 

164. 7) Die stamme mit hinterem o schwanken zwischen o und tu ; 
man findet 6 — O in £pj6onr (schlag), ep-rofc neben epTcafc, wo man das 
e jedoch als ein euphonisches erklaren kann ; nienujo-r (die harte), nicht 
»das beil«, ist infinitiv ; — G — ID in eA<xui& : eAa'cuA (ardea), eA£ui& oder 
geA^mft Joel 2, 6 (vapor), B. ep&cnc (strick) K , epujtuit (mantel), B. 
&eA*um (lowe) K., Aep^iuA oder AeAguiA, auch fteAuiA (unreife datlel), 
KcA^cnn (variegati 0) , KeAujurr (ein kraut), S. Actg-roin (kittel), JuecguiA 
fur B. a&*£coA J^=U~o (feiie), jue^ruiA (Jer 26, 4) juli^tuiA (Ez 36, 6) 
neben auk-toA 29, 10 fur S. Aied'ToA V^B. *cAA<rr (thai) und 
A&eigujarr (feld) verdoppeln den mittleren radical euphonisch, weil ihr 
accent vermuthlich auf der ersten silbe ruht. Beispiele der schwachen 
form sind : jueuj^oiiu oder%itH : xiexnuine f. (jucken), ujeiwuAi (grobes 
gewebe) K. 122, -rcpTUipi?(stufenleiter, melodie) ; Aie^juoygi : Aiegjutofge 



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DIB NOWXALSTAMME. 77 

(portulack), RcAROfAe (puslelj. Andere seltene bildungen mit ui sind 
•scne^mp m. oder -xe it en tup /".? (dach), •xiit<5 / mp : 0'md'aip (talent) — und 
mit IX, — ID in uj^pAtu-T : £p&arr (stock), ^it^oiR oder *it^om (dorn), 
JUL&tg^urt (peclen) K. 4 25. 79 und t^xj^uiA : ^WctujA (werg), S. 
4Wrnim (hemd). S. a'auWui&e (melone) ist ganz anomal. 

c) Vierlautige stamme mit mittlerem vocal sind selten; es findet 165. 
sich 6 in cjuscr^ (? augenwimper) , ujojulitt, uja&itt (drei) , iyj6eATr 
JaL^I (humor corporis) K. 4 59, ^cAt (S'pe^Tr (pompa) Kab., ^pejurre : 
RpxiTc m. (rauch) und c6eA&i f. (geschwiir); ferner 3L in S. ^cA^qT : 
uA^q-T f. (kaputze), ht^t^ /*. (ziigel)?, avx*t£ : avx*.£t (morser), 
•ep*nc : *rp*nc (pfrieme) von <e>uipn : Tinpn (nahen) und S. *»A*£tc f. 
(ahgrund?). Das boh. c$p&nu} (traumdeuter) ist jedenfalls ein composi- 
tum und vielleicht das bekannte H3^B fOM Gen 44, 45. Yon sonstigen 
stammen mit mittlerem vocal erwahne ich £eArnuj oder ;6eAAjftu} (Apoc 

9, 8) /". (panzer, vgl. j^aXo^), ujAoruji (zweig)?, d'poA&m : d'pooA&ne 
fcar-pt (taube), S. uj-roqep (ziigel), B. jupmuj-r (gestank), ujAoie (brat- 
spiefi) ?, S. gjpo-ptii (felsen), S. gjpoyoTatq (zerschmettert?) PS. 259. 

d) Andere formen mehrlautiger stamme kommen zwar in den 166. 
texten und worterbuchern nicht wenige vor ; aber sie sind entweder aus der 
composition hervorgegangen oder sie sind fremdworter. Dergleichen unge- 
regeltc stamme sind S. ^*A*£T FMp (kessel), S. £*nopR oder g&nopT /. 
(sattel), B. g^Ao^Rc f. (kafer) K. 4 72, cra^o^A (spinne), c«dm&£Hp 
(spinal), B. r&A«jul<£o (hiigel) , uj 07190107191 : ujoycoofuje (opfer), 
ujOYUjiTc (zischen) Thren 2, 4 5, uj-oofrx in ^ujeoyrT (anklagen) Dan 

6, 24, B. ujnAoR (becher) und viele andre. 

Yon den nominalen stammen unterscheiden wir die verbalen, welche 167. 
als infinitive in nominaler bedeutung gebraucht werden. Jeder verbale 
stamm in seiner absoluten form bezeichnet als nomen masc. gen. die hand- 
lung. Yon den regelmaftigen formen der infinitive sind <4\, do, ujom, 
d'ici, curra, cAor, &op&ep die haufigsten. Verbale nomina dieser art 
sind unter den eben abgehandelten bildungen unberiicksichtigt geblieben. 

In der bildung der einfachen nomina ist ein unterschied zwischen 168. 
substantiv und adjectiv wenig entwickelt. Einige adjective sind 
zwar durch auslautendes t gebildet (§ 96), wie go^rr, ^aio^fr; andre 
sind am auslaute e und am inlautenden e oder * zu erkennen , wie 
fee A Ac, geAxe, c&Ae, ty&qe; aber die meisten haben ihre form mit den 
substantiven gemeinsam, z. b. cots., ujhjul, -xiuft, &n*tc, &epi, £hrj, -xuipi, 
Royai, iuuj^, ujopn. Obrigens ist die sprache an adjectiven arm, da 
die meisten eige nsc hafts wo rter durch participialbildungen mit e*r oder eq, 
ec, €y ausgedriickt werden. 



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78 VII. CAPITBL. 

169. Die griechischen nomina, deren die koptische sprache so viele 
aufgenommen hat, behalten im allgemeinen durchgehends die farm des 
nomina tivs und sind unveranderlich. Selten sind casus obliqui in das 
koptische iibergegangen , wie ^Hn«,c (Athen) im accusativ Act 17, 15, 
2*njui*c*rn«roc Ps 37, 18 fur das gewohnhche ju^ctito (jiaortE, ftaariYog), 
^cfpnfoc (aoptYE, a6fn*(fo$) Dan 3, 5; gfn^ppcoirr* (i)7rap^0VTa) ist 
nur als plural gebrauchlich. Mitunter werfen griechische nomina ihren 
consonantischen auslaut ab oder ersetzen die griechische endung durch 
e; so findet sich B. x*^ RO K. fur ^aXxos, S. aVrpc fur xtrpov, cRcyc 
fur und neben CReyoc und dergl. mehr; itcRunrrei (die spottereien) Z. 438 
von oxawcreiv scheint ein nominal gebrauchter sah. infinitiv zu sein. Andrer- 
seits werden in der gelehrten boh. sprache der spateren zeit manche kop- 
tische stamme mit griechischen endungen versehen, z. b. &*chi- 
tirrHc (glaser), Reite^iTHc (backer), p*j6rrHc (wascher), cimofiirxHc 
(bademeister) , craoygriHc f. (augapfel iua^wJi), A«Jut^5^rxHC (gefraBig) 
Kab., tcjuuulothc (fiilterer) Kab., c^ijuluiii (grauhaarig) , £pm-eiott 
(weinkelter), lumrriKOc ^g^J^t (vaterlich), niuj^JULigenoTiROc (J JjjJt 
Ms. Berol. Qu. 54 8, p. 514, u.*a. in. 

Die adjectiva dreier endungen bewahren diese nicht selten; nament- 
lich unterscheiden sie die mannliche als personliche und die neutrale als 
die sachliche; *o**^oc wird auf einen mann und auch auf eine frau be- 
zogen, iu&TOf»oit heiBt »das gute«; ^ircoc : •xir^ioc »der gerechte« und 
spUter auch von einer frau gesagt , aber nicht leicht von einer sache ; 
»das gerechte« heiBt B. h-^ircok, »es ist rechta S. cvyxm^ion nc 
Fragm. 172. Ahnlich verh'dlt es sich mit der verbindung eines griechi- 
schen adjectivs mit einem persbnlichen oder sachlichen substantiv. 

170. Die personlichen eigennamen der Kopten L^LcitL**!) sind 
theirweise griechische, die im allgemeinen kerne verSnderung erleiden, 
z. b. *&p*t£tJUL : *&p*tjui, AiRTuip, im^mucc : eiui£*RitHc, <^oi&«JUtom 
u. a. Nur die auf o$ oder to? gehen im S. gewohnlich auf c aus, z. b, 
t«einpT'€ / -e-eurxcttpC; JU&.R*.pc, ajL&eiAUite, ncrpome u. s. w. Die auf 
tog haben im B. die endung i, z. b. Jut^R^pi. Andere nomina propria 
sind acht agyptisch und nicht selten der alten mythologie entnommen, 
z. b. nfeKd : n&nce, a>ro*y&, ^Aioyit oder ntjaofit, &&ne, &hc*, neAui, 
nAtiem, n^noy^- : n^imoyre, igenof^ : Dgenoyxe (cinoy-aioc), iramA z 
nd'iuA, niceif^- : nicirrc, \^OTe, h«o6uuul : n^guuu (adler), nujoi, $i& 
(ibis), n^-xoYi (AZ. XVI. 4 4) oder iraofei (Leps. Denkm. VI. 102, 6), 
•xnttoi u. a. m. Vergl, Parthey, agyptische personennamen, Berlin 4 864, 
und Goodwin in der AZ. VI. 64 — 69. 



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DIB NOMINALEX PRABPORMATIVE . 79 

Vin. CAPITEL. 

DIE NOMINALEN PRAEFOBMATIVE. 

Abgelcitete wortstamme entstehen im koptischen nicht wie in den 171. 
indogermanischen sprachen durch afTormation oder wie in den semitischen 
durch innere bildung, sondern fast ausschlieBlich durch preformation oder 
composition. Einzelne categorien von nominalen begrinen zu bezeichnen, 
z. b. den thSter, die thaHigkeit, den zustand, dienen uns bestimmte 
endungen, dem Araber entsprecbende innere vocale. Ableitung in diesem 
sinne isi der koptischen sprache fremd ; denn ihre ganze bildungsart, auch 
im kleinsten wortgefiige, beruht auf composition. Aus derselben sind auch 
einige pra formative hervorgegangen , die fur sich allein bedeutungslos 
sind und nur durch ihre verbindung mit nominalen und verbalen sUimmen 
nominale derivata bilden, namentlich peq oder inneres * die nom'ma agentis 
und *xjn : <<m die nomina actionis, julct : Aiirr die nomina qualitatis, 
**r die adjectiva privativa u. a. Dergleichen regelmafiige ableitungs- 
elemente sind peq, *, c*it, *it, A*, *rr, igoy, juct, oun, jui^n, pexi. 

PGH, schon im dcmot. vorkommend (vergl. AZ. XVI. \ ; eig. ein 172. 
mensch, seiend) und gleichmafiig fur den sing. masc. und fern, und fur den 
plural gebraucht, bildet das nomen agent is von verben, sowohl transitiven als 
intransitiven, z. b. peq+ (geber, geberin), pcqciuirr (schopfer), pcq^iupn 
(schneidcr) , peqd'iofi : pcq-xioye (dieb) , peq 3 mm : pequjtmte (kranker) , 
peqeu6i : peq^e (trunkenboid) , peq*r*KO (verderblich) , pequjejutuu 
(diener), peqguiAen : peq-ruipn (reiBend), pcqcr^ (saemann), pcqcoAceA 
(troster), peq«xui (sanger), peq^mecio (hebamme) ; peqd'po : peq-xpo 
(sieger, siegreich), pequ*,^ (einsichtig) , pcqiuoyhgirT (langmuthig) u. s. w. 
Von den verbalen qualitativformen leitet pcq nicht ab ; doch ist pcqjunnofTr 
(todter, leiche) eine ausnahme, es gilt als subst. m. z. b. ncq-peqAxmoyx 
(seine leiche d. i. die Sarah) Gen 23, 3. 

pcq leitet das nomen agentis auch von solchen verben, welche un- 
mittelbar ein object ankniipfen und daher im st. constr. stehen oder 
welche es mittelbar durch die proposition ankniipfen, z. b. peqepttofti : 
peqpno&e (sunder, sundig), S. peq-xiS'oA (liigner), B. pequjejuugeifoyt 
(gpltesdiener) , peqj6*t-re&pujjuu : peqgeT&puuuLe mit boh. * wegen des 
gutturals (morder), S. peqceujeiurr (vatermorder) ; B. peq^cAui nno-p* 
(gebend liigenlehre) Petr 2, 4 ; B. peqepR*T^<V^Am (verleumder) , 
peq^ujrauj (verachter), pcq^nigo (id.), peq-xumi ititmeT£iuoY (auffinder 
der iibel) Rom 1, 30. 

Manche verba mit unmittelbar angekniipftem , artikellosem object 173< 
bilden ihr nomen agentis durch das infix 3L, welches sfch fti em-, 



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80 VIII. GAPITBL. 

zwei- und drcilautigen wurzeln hinter dem ersten radicale eindrangt. 
Diese zusammensetzungen sind ziemlich alt in der sprache und haben mit- 
unter einen urspriinglichern laut der verbalwurzel bewahrt, der im selb- 
slandigen gebrauche abgefallen ist. Sie entsprechen etwa zusammen- 
selzungen wie Fiirchtegott, wendehals, porte-plume, pick-purse u. dgl. 

Von den bildungen mit e i nl a u tig en wurzeln ist zu erwahnen axaj- 
iioy^ : ja^moyTe (gott liebend), S. xi^ikocuxi (putzsuchtig) etc. von 
julci : julc (lieben) 1 ); — ~r«tiK&&. (r'acher) von ^; — qwe-niai (lasttr'ager) von 
q*i : qei (tragen), q^inepxi^ (xepu-ancrofc) , q&m&gA (jochtragend), qw- 
°T r * k £ (frucbt tragend), qaoniuw (rcveofiaTocpopoc) , q^poofig (sorge 
tragend) ; — S. •xA.iAeKe (soldling) schon in den Ultesten lexte •x^eifiune 
(AZ. VII. 23) von *xj (nehmen), 0Viuicj6 : vl*joic6 (ernter). 4*y%xmrr : 
•x^yjULOcrr (wegzeiger) scheint wie c*/pcpn (weintrinker) von cui sura 
(trinken) auf eine iiltere form des verbs hinzuweisen. 

Von zweilautigen wurzeln bemerke icb feti-sura (die spitze full— 
rend, das hauptj; A&K-uj&p (felle-bearbeiter, gerber); A*A-£irr (einfaltig, 
arglos); B. MtT-girr (beherzt); k&k-A&A (irrtXXo;), k^k-cc^t (aussatzig), 
K&.K-£p&.q (bartlos) ; B. K^-r-gicT (verstandig) ; S. A&A-C£i&ie (weibersiicbtig) ; 
jUL^n-&&ejuLiu : Aft.«.n-&«.«dULne oder Ut^ite-A^ajume (ziegenhirt) , uuwit- 
ccuioy (schafhirt), xi^ne-pip (schweinhirt) ; A3L« k p-oyod'c (wangen ver- 
bindend? gaumen) ; Ai^c-noy^ (dei-para), jm^c-ofTr^ (frucbterzeu- 
gend) Jer 2, 21 ; OY«juL-cnoq (blutfresser) , o*r«dUL-o&ie (scbmutzfresser) 
= oy«Jut€^ neben o'pu.ddULe't' AZ. XIII. U f ; $&c-covLen : n&c-cod'n 
(salbenkocher) ; n^T-ujeAer (brautigam) wabrscbeinlich vom hier. verb pt ; 
B. pfc.T-^T (hase), S. p^-r-qoi (baarig); c^q-^HT (greuelhaft) ; uj^it-^HT : 
ty>tt-£THq (barmherzig) , nicht tgen-; uj&ji-ujeA&Aio (EevoSo^o;) Act 28, 7; 
S. tg&^p-juL^c (ochsentbdter) , uj&p-&&. (zweigbrecber ? sturni?); B. tn>uj- 
poijuLi (menschenveriichter) Prov 6, M ; £«dULuje : «dULUje (zimmermann) , 
2*jul-k£Ai : £*jul-kAAc (scbmied), g«dUL-itOY& : g^Y-noffc/ aucn g^iMtoffc 
(goldarbeiter) , vergl. S. £«dULirruin f. (nadel) ; S. •a^T-cy*. (lasterer) mit 
dem t von tet\ vL*.p-&&A (scharfaugig) , «*p-£irr (starkberzig) ; B. •x.^-x-A^c 
(scbwerzungig) , x*k«x-iy>i (nase-verstiimmelt) ; B. tfW-goq (schlangen- 
bandiger) ; ferner mit auslautendem i : B. uj*Jii-£o : uj&A-n-£o (vielge- 
staltig) ; ^fti-^HT x^qgirr : d*&A-£irr (feige) ; d^ci-A^A : vl&ci-&«.A (augen- 
erhebend, stolz), d'&ci-n&^&j (hartnackig) , d'&ci-^&o (pferdebesteiger) , 
a'fc.ci-^KT : tl^ci-^kt (stolz), aber •xoce-nginr Ps 30, 24; S. o^i-^ht 
(hartherzig) scbiebt gleichfalls ein eupboniscbes i ein ; B. c&p&'s.tnq (hase, 
eig. kopfrecker) ein *.. 



\) ai&j ist als nomen agentis so gebrfiuchlich, daC es auch ein object mit 
dem artikel zu sich nehmen kann, wie in jm&ine^c (Christum liebend) u. a. 
JULOipixie Mel. 5, 4 67 so lite ut^ipiutc heiOen. 



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DIB NOMINALKN PRAEFORMATIYE. SI 

Von mehrlautigen verbalstammen findet sich B. K&An-ep^ei (tempel- 
rauber); ajl*.hk-£*.*t (silberarbeiter); S. ju^m-girT (sanflmiithig); n&.ujn- 
gicc (schmerz verscheuchend) , M. n&uj-nitpi fur n&ujn-nHpi (vogel- 
scbeuchc) ; S. lUwujT-eiute (schwerverstandlich) , n&uj*r-n»£&i. : iuwujt-ai^k£ 
(hartniickig) ; S. c&£~r-£&ooc (kleiderweber) von cui^e ; B. uj^ncuj-rcfcitH 
(x*njvoTpo^po^) , j6&~rc&-piiiAJU (morder) ; g&Atf'-girT (mildherzig) PS. 8; 
2*pcg-£irT (geduldig); B. <x&.pc&-iUk£&i (entblofit am halse); «a>ct-cajlk 
(stiiuine erhebend) von »icc ; — ferner ai^ctc-ho^ : UL^cre-noy-™ 
(goll hassend), uj^duugc-noft : tg«juLcge-noY^ e (g° w dienend); — end- 
licli <^pnep-u6 (zaubcrer) Kab. Eigenthumlich 1st S. -rcuurr (gehor- 
saro) von cuttai (horen) und ^ht (herz), ebenso h\ht (barraberzig) von 
n«. und ^ht, wenn es nicbt vielniehr durcb ht abgeleitel ist. 

Diese composita baben ohne ausnahme personlicho bedeutung, konnen 
also mil inflnilivcn nicht verwechselt und mil peq nicht zusamniengesotzt 
wcrden ; formen wie peq*jucxoi (schiflsversenker) , pequ}*du.u}ettoyt, 
p€q««.Y JUl0€rT ( z - 60 i) sind fehlerhaft. 

C3LH (iin S. meist c*n) bildet noinina agentis, welche gewohn- 174# 
lich das liandwerk oder gewerbe einer person bezeichnen. Vennutlilich 
ist es gleich g*du verbalen ursp rungs und bedeutet eigentlicb den verfer- 
tiger und den handler. Beispiele sind B. c&it-^q (schlachter) , c^tttawxHim 
(glaser). c&mwwn (weber), c^ukotc (betriiger), c^nnc^ (olhandler), c&n- 
oyo^ (gemusehandler) , c&iuuik (backer), c&nuj&p (gerber), S. c&nuj&'&e 
(wortemacher) , c&if£OAittT (erzarbeiter) , cewmtH-xi : c^mtH^c (purptimrius); 
das n ist in jut iibergegangen in c«JutncT^uiOY : c«Jutnc-»ooY (iibelthater) , 
B. c*JULTiA^KOn-2t! (weber) und gar ausgefallen in cajue^no-p* (liigner). 

3LH bildet im boh. noinina collectiva von zahlwortern ; dieselben 175. 
sind masculina und verdoppeln das praformativ itn plur., z. I). m-*it7 
(hehdomas, woche), ni-^tuwu-f (die woehen); *it7 (decade), ^tiK (cin- 
quantaine), *np (centaine), fetuyo (chilias), &tv»&&. (myrias); pi. ni&n&nujo, 
tu«ttutira&&> 4 Reg 4 8, 7; aber ^n-^ntyo hujo Dan 7, 4 0. 

\3L vermuthlicb vou dein hier. ra (machen) bildet im boh. dialecte 176. 
einige adjectiva, niimlirh A^«wxi (gesprachig) , A&qtui (hanrig), A^^^A 
(laubig), A*^6inrq (bauehig, gefraBig), A«juuj6t : A&ju&£t (desgl.), da- 
lier das graclsierte A*dut*/xL I,rHC * A*^k©y (windig, window fenster), 
A&oy&i (**»nzig) und vielleicht nocb andere. Vergl. Z. 604. 



2LT und bob. vor liquiden &«, alt *-rc, vom hier. *»++* antu bildet 177. 

^ ^ (D 

die adjectiva privativa in der bedeutung: -los, un-, nicht ha bend. 
Es verbindel sich sowohl mil dem nominalen als mit dem verbalen slanime, 
dem infinitive, z. b. ^re-aao-x (ajiopcpo;) Peyr. lex. 4 3, ^tcajlh (acpa>- 
vo$) , ^i^|fX H ( < *'{' U Z ^) * ±+*iVT% : *rrtioyrc (gottlos) , ^noii : ^Tnok 
(siindlos), &THne (unziihlig), ^ht (herzlos), ^-xpo (ohne thiir), *><»-piuq 

Stern, kopti»clie grammatik. 6 



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82 



Vin. CAPITEL. 



(stumm), ^rnicr^moy (axaxo;), *>+%xoy : ^taio^ (aftavorro;), a^icdo^ 
(angewaschen) , S. *.*t*jul^£tx (unenthaltsam), B. «^T-uj-ftda*gi (unver- 
mogend), wc*m (spraohlos) Ps 37, 14, S. ^-rxid'oA (a^oSij;), S. 
^.TifcgTT-cifoq (unblutig) , g^w-^T^Rk-f otoy (ongewaschene himde habend), 
B. £&it-*«o'yejLi-£e>HO'r (afJLSTafiiAijTa) . 

Transitive verba nriissen, um mit *.*r verbnnden werden zu konnen, 
ihr pronominales object hex sich haben, wenn sie in passivem srrme stehen, 
z. b. ^TconTq m. (unerschaffen) , ^.thoujc /". (tmgetheilt) , 111**41*7 epoq : 
tiei^Tti^y epoq (der nnsichtbare) A Tim 4,47, B. **t-uj-c*«xi juuuoq (unaus- 
sprechlich), -r*AtrTAJL*iptmute £ti*~ruj*vL£ epoc (die tmatrssprechliche 
menschenliebe) Z. 324, 1110701110 !t*.Teuj&uiirr epoq (das unnabbare 
licht), ^it^Ttg^eT^tu-roT (unerforschliches) . 

178. UJOT (wiirdig) bildet adjectiva von verbalen stammen , welche wie 
die passiven derivata rait **r, ihr pronominales object stets bei sich haben 
miissen z. 1). ujoY-*r*ioq (ehrwiirdig m.), igoy-T^ioc (f.), ujoy-t*iuioy 
(pi.) ; T£q«i«x ttujOTfcoAnc (seine abhackenswerthe hand) ; £*nujoY- 
ASicttpiTOY (licbenswiirdige) Ps 83, 2; o«ryiO'f-&&q nppo ttc (er ist werth 
zum konig gemacht zu werden) Rev. apocr. 4 25; Of£tnfc itujOTppujmcpe 
juuutoq (cine bewundrungswiirdige sache) Z. 64 9. 

179. tLGT, IieG : IIHT, aus dem hier. V H ma nt (wie des) ent- 

standen, bildet nominale abstracts fern, gen., welche den zustand , die 
eigenschaft oder das wesen einer person bezeichnen. juict deriviert da- 
her von substantiven und adjectiven, aber nicht von verben, z. b. ai£t- 
*.Aoy (kindheit), jutinxiurr (vaterschafl) , juc^ajlhi : Ajunvue (wahrheit), 
jute-»jute-»pe : jutirrjutirrpe (zeugnifi), jmeToypo : juttrxppo (konigreich) , 
jut£TKoyxi : JutirrKOTpi (kindheit), jmcr^eAAo : Jutirr£\Ao (greisenalter) , 
jul£~t<$iAoco<$oc (philosophic), jul£-t*c£&hc : Jutirr*C£&HC (gottlosigkeit) , 
^n-jutETniuj^ : g€it-jutirrtio<< jisyaXa ; Jut£Tp£qjutuioTpr vixptoat? Rom 
4, 49; Jue^peqigejuLUjeitOY^ oder Jue'rujajuLUjeitoY^- (gottesdienst) , 
jute~ruj*nujejuuuLO fjsvooo^slov, JU£*ru}*n£H~r : JutuTuj^it^THq (barmherzig- 
keit) weniger gut mit £ fur * (Ps 50, 5), jul£tt<<*ci£ht : jmtrr-x^cigK-r 
(stolz); B. JueTCAJunei^uioY (bosheit), JutETA^sSfrrq (gefrafiigkeit) , jul€t- 
fe-raojut (unmoglichkeit), jul£t*toyx*i (heillosigkeit); Jut£T*T*2toYUj*r 
££o (parteilosigkeil) ; Juer*rjute~Tujo&i (heucheleilosigkeit) Lit. Basil. 23 ; 
jm£T«.Tcoy€ii ^ (gottunwissenheit) 4 Cor 4 5, 34; TJunrr**ronK Z. 300; 
uitTRfnT^ion (koptische sprache) Z. 648, jm€TOYeiwm : JULirroY££imn 
(griechiscli) Act 2 4, 37, JULirr££&p*.ioc (hebraisch) , juirxcypoc (syrisch). Die 
ableitung von adverbialien ist selten, man bemerke &£n oT**e~T-en&Aitp fob 
22, 6 von £n&&Hp efc to xevov = £eit o-pueT-e^AHOY (in eitelkeit); auf- 
fallend ist auch Aie*rc6e (handschrifl) K. 255, ebenso txe-T&eyoym (ruhm- 
redigkeil) und andere sellenc ableitungen von infiniliven. 



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DIE NOMINALEN PRAEFORM ATIVE. 83 

XIH : (FIR, verrauthlich vom hier. ka (sagen) , bildet verbale ab- 180. 
stracta Oder nomina actionis von verbalen stammen. Die boh. nomina 
mit «m sind mei st masculina, die sah. mit d'm stets feminina. Beispiele: 
iraiitAAOuji : Ttf'iiuAoouje (das gehen), ircittOTtuAA : t<<iiioyujaa (das 
essen), nntmgoic : -r^in^tuc (der gesang), traiitcarcCAA : Td'mcurrjm 
(das gehor), iraittgeAACi : *r<<iit£AAOoc (das sitzen), Ttf'in^ep^Tq (das 
stehen). Einige boh. nomina schwanken im genus, denn als fern, finden 
sich ^iitc^-xi : nr^ittuj&'xe (die rede), ^iitceAAtti : T^moin (die auf- 
stellung), ttajuc^iIh?] : -rd'iitc^i (die beschreibung) ; i^xiitcAAOY (mein 
lob) Ps 70, tO; fxmi,pc£ (das halten) 3 Reg 3, 2; ^*xiuep£ui& (das 
arbeiten) i Par 28, 19. 

Die sah. nomina mit d'm sind nur nomina und werden als solche 
rait dem genitiv construirt; die boh. derivata mit -xm sind zugleich in- 
finitive und haben als solche die construction ihres verbs. Boh. derivata 
mit «in von nomina sind aufierst selten ; ich bemerke ^iiuutH^ to jisao- 
toi/ov Eph 2, 14; ep-xmqeirr (verminatio) Act 42, 23. 

Die bedeutung eines nomen actionis hat im S. atich das seltene cora- 
positum mit p&, (thun), welches mit oder ohne it vor das verb tritt, z. b. 
np«.-ui£c (das ernten), np«tf>£in& oder np&-tt-p£ui& (das arbeiten) 
Z. 558. 563. 

II3LH, vor labialen aa«Jul, eig. ort von, bildet von verba lstammen die 181. 
nomina derivata des ortes ahnlich dem semitischen praefix E, z. b. ajuwu- 
&A&&.AI (weinstock), jut&kcpujaiofiyi (altar), AAfeh-auioyt iHptt, Ai^nejuTon 
(ruhestatte) , ju^h^uuuc (bestattung) , aaaJlaaaouji : aa&aaaaooujc ^)JU^e 9 
ju^heitKo^r : JuuJttiKOTK und ofter u^rkotk SStTO, AA&hoYoiAA (refecto- 
rium), AA*.tioYurr£ (schmelzofeu) , AA«tttoTui£ "JSOT3, jut&hcoi AA&itceHpn 
(wirtshaus), AA^ncum^ (gefangnifi), Ai^ivf^n tt&Vtt, Ai&hiu>i (orient), 
Ai&n^cuLCJ : aa*H£aaooc ((j*JL^* und &>jlju &\j£) . AA^ii^ujrni (occident) , 
Ai&hujami DSptt u. v. a. Selten bezeichnet aa&ii das werkzeug, wie 
in AA^K^uipn &L*mo, AA*it&AA».£Te (handhabe), AA&huiAAK (gurgel), AA&h- 
3£*co-eitcq (wurfmaschine) , AJUwtvxuiKeAJt (waschschale) u. a. Vor den boh. 
anlauten $ und ajl wird aa**u nicht immer zu aa&Ia, z. b. Ai^h^orr : 
AAtJuLnurr (zuflucht). Vergl. § 65. 66. Das aa^u des orts ist nicht zu ver- 
wechseln mit dem AA&tt- in compositis, welches den »hirten« bezeichnet. 

P6H : pAA stat. constr. von puiAm : panne (mensch), welches 182. 
nach dem ausdruck der koptischen grammatiker die nisbeh bildet, fordert 
rue ist die partikel it, z. b. pcjutit^HAii : paaHkhaac (Agypter), peu.Ai&^Ki 
(burger), peAAnn&gi ^o^y pcaaaa^c ^cU**, peAAiuti (domesticus) , peAA- 
ncuiuje (landmann), peAAit£tu& (bote), peAAAA&e~rc (kriegsmann) , pjuncoei-r, 

pjUUtpfelt, peAAItCUIOftt, pCAltVXOAA, pAAIlCKIAA, pAAAAAAC, pCJUUK^, 

PAaH^ht u.s. w. Selten ist die verbindung unmittelbar, z. b. in pAA^Aie oder 

6* 



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84 !X. CAPITKL. 



pjutn^-jutc neben pjuirfute, pejoAc^c neben peAuufte^e, pjutirmpq (jeder- 
mann)Apoc 3,7, pjutp*/pi(nachbar), pjut^oiAe neben pejuLicxtuiAi : pjutn<<oiXe 
(fremdling), pejut^e pjut^e (frei) und epjut^H (Z. 370) neben peumge 
(Peyr. lex. 180). In den nisbeh der stadtenamen »gebiirtig aus, wohnhaft in« 
hat pom regelrnafiig kein n, z. b. peuLp^KO^ : pjup^Ro-xe (Alexandriner) . 
Diese composita sind gen. com. 



IX. CAPITEL. 
DIE RELATION. 



183. In der altligyptischen sprache werden zwei nomina , die in einer be- 
ziehung zu einander stehen, sei es in einem abhangigen oder sei es in 
einem beigeordneten verhaltnisse , olme vermittelung neben einander ge- 

stellt, z. b. "^3^ nb at (heir dcs hauses), If ffi ^-fl sn da (groBer 

bruder). Andere sprachen konnen dergleichen auf einander bezogene 
nominalslaranie zwar auch neben einander setzen, bezeichnen aber ihr 
verhallnifi und Hire zusammengehorigkeit durch besonderc beugungcn 
ihrer form, wie frater patr-is, frater magn-us, oder durch wortcompo- 
sition, wie haus-herr, gro&-herr, voll-mond. Im koptischen ist fur gc- 
wohnlich weder das eine noch das andere der fall : sondern , wie es irn 
hohern alter der sprachen zu gcschehen pflegt, es wird die zusammen- 
gehorigkeit zweier nomina durch eine vermittelnde partikel der relation 
(aJLoJ! ^Jr^A ausgedrtickt. Das koptische H und vor labialen II (hier. n) 
entspricht in solcher wortkelte, deren zweites glied ohne artikel bleibt, 
ungefahr dem romanischen de und dera englischen of, sellener unserm 
von, z. b. un homme de lettres, ein mann von wort, drdle de corps , ein 
teufel von kerl. In der koptischen relation ist das durch n angekniipfte 
nomen enl weder vom ersten abhangig, genitivisch, oder mil ihm gleich- 
steliend, attributiv. 

184. Das it der genitivisch en relation bezeichnet zunaclhst die 
z u g e h 6 r i g k c i t und den b e s i t z , z. b. ofujHpi npuuuti (ein menschen- 
kind), ncjutor n^ejutuin (die dSmonengestalten), ^ftui niteirre (der feigen- 
baum), o^uje nciqi (cedcrbaum), ofn&^pi iugeAT*Jui (ein senfkorn), 
oyxxtK nuoi (ein feldplatz) Luc 6, 17, ©put* n&.AoAi : JuteoieAooAe : 
JUt&tuwAdt&Ai (ein weinstock), oyoyini tt&AoAi (ein weiubauer), £K 
nujuiju (sommeranfang) , ^Aii^e : ^ Aline (hagel), B. ^itne^Hc intra 
(handfesseln), cnoq jut&&pnrr : cnoq n^ic (bocksblul), 8. ofne^Aic 
iwl tutujutc (buchcapilcl) Ps 39, 8, ^iuwci^cic humsS, nnpicic (die nuf- 



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DIE RELATION. 85 

erstehung des lebens, des gerichts); ■xuioy n*xuiOY : -xuiju tvxuijut (kindes- 
kind), S. OT*m£ iraui£ (velter \on vettern), <^ici K^ht : «xice iigirr 
(hochniuth) nnd anderc infinitive, welche ihr object durch n ankniipfen ; — 
den inhalt und den stoff, z. b. oyjulhuj auuluioy : oyjuhhujc ajuulooy 
(eine menge wassers), oyRoyxi auuluioy : ©^pHOT 1 juuhooy (ein wenig 
wasser), ncpojutni citcvy^ he^oof (nocli zwei jahrc von tagen) Jer 35, 3, 
jt&$oof iicgooY : jutnocvy u^oof (hcutiges tages), B. oyxuwui ua6i 
(ein schreibebrief) Mc 4 0, 4, otAuimuli mum (ein bissen brol) 3 Reg 
4 7, 14; oy«u*h hiurr (ein gerstenbrot) , oY£T*'P , * k wuini (ein steinkrug), 
crc^oc ni&eit aa&cA'x (alles irdene geriith) Lev 4 4, 33, ty&urr jut&cmni 
(eiserne ruthe), Ay^m** nnoT& (goldener leuchter), ig^ofP nito^A : 
Rcofp nnoyfe (goldring), juto-x^ nuj&p : juo*x£ tity^&p (fellgurt), cnqi 
n^puiu (feuriges schwert); — die eige nschaft und bcsch reibung, 
z. b. ofpuijui ncturr : ofpuume ncociT (ein inann von ruf), ofpuwuti 
ttOKi £i XP oc ! : Ofpuwmc ivxmtf'onc *>ym impoq Ps 42, 4, *q ncAitu 
(honigbiene), B. *q ju&ioy (wespe), uih^Ah hene£ (die cwigen thorc), 
npo^HTHC nitoyK (liigenprophel), xie^jueope nno-fx (lugenzeugnifl), 
niujopn auulici (der crstgeborene) . Infinitive werden als nahere be- 
stimmung eines unbestimmten hauptwortes durch das n der relation an- 
gekniipft, z. b. ofim* huiiu6 ^ein lebensgeist), cpci hujurr (ein kaufhaus), 
oycjuLH n-ecAiiA : o^poo^p irreAiiA (eine jubclstirnme) , S. oya'po^ tvxo 
(ein saekorn) Z. 474 , S. £iuft nctu&c (spotterei) ib., B. ©yc^-xi n-xeo^ 
(lasterworl) , o-ycpoxi it^ituja (schlafversunkenheit) Gen 2, 24, oy^cpuifii 
ncoofTrn (ein leitstab) Ps 44, 7 — wofur der boh. text nujAurr jutncui- 
OYren, den bestimmten genitiv, bielet. 

Die wortkette der relation ist nicht auf zwei glicder bescbrankl, sie 
kann bis auf drci und mehr glieder v e Mange rt werden, z. b. ©put*, 
n^orn itcotu (ein riiuberversteck), of^i^uic hicft nnoy^ (ein gold- 
durchwirktes gewand) Ps 44, 10, oyofccuj H^T^n nnoyft (ein goldfarbiges 
kleid), gfettc&ui n^on^en nptujui (lohren von satzung von menschen) Mt 
4 5, 9 ; g*.ncjue£ itciAi nci^ n-xpo-x potav7) yopcou oraipov 07repu.a Gen 
4, 4 2; S. of^noT AuuLaio-y Auutcynuiptg (ein becher eiswasser) Nic. 
4, 43. Das durch it angekniipfte nomen kann namlich eine nahere be- 
stimmung wieder nur durch n anfiigcn; es kommt aber vor, daft dieselbe 
die form des genitivs oder des particips hat, z. b. itouuul u^ojuio jutni- 
puijuu (buch vom schaffen des menschen) d. h. (3(pXo; Y ev ^ aea K av&panrtov 
das buch von der schopfung des menschen Gen 5, I ; ^naVrqi julx^- 
X.H eyonj6 (gewiirm von lebenden seelen) d. h. das gewiirm mil leben- 
der seele, ipirsia i{;o^(ov Coatov 4, 20. 

Zum ausdrucke der koptischen relation steht unserer sprache gewohn- 
lich die entsprechende composition zu gebote; audi ist sic oftmals eine 
so enge, daft sie durch die schrift am passendsten als worteinheit 



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86 IX. CAPITEL. 

bezeichnet wird, so z. b. in JUL&h&AoAi, fttuitRCirre, ujehpiqi, in den 
compositis mit uje-it (schlag, wurf Gen 21, 16) wie ujen&^i, ujenRC£, 
tyenniqi, tgeirrHA, uj£tt^>«.*r, lyen-r^Tci, u. dergl. 

185. Die attributive relation verkniipft zwei nomina, die einander 
beigeordnet sind und von denen das zweite eine beschreibung oder be- 
nennung des ersten ist, ohne unterschied des geschlechts oder der zahl. 
Diese verbindung entspricht etwa einem compositum wie prince-consort. 
Beispiele: n^«xoeic murr (mein herr vater), Ming. 237; *x±y juuutom (nahr- 
inutter); i^ju^y n^Hp*. (ineine verwittwete mutter) Mei. 5,167; oycgumi 
jutnopttH (ein hurenweib) Prov 5, 3 ; o^Acy juiAuiri (eine junge dienerin) 
Mt 26, 69; m^AiuoTpi n^Hp*. (die jungen wiltwen) 1 Tim 5, 11 ; ofptnAii 
uo-ypo : ofptujue iippo (av0pti)7ro<; (BaoiXeu;) Mt 18, 23; nequj^np aa&uir, 
ucquj^Hp he&i&iR (seine mitknechte) ib. 28; OTpnoy^ nti**$g^ (ein schiitzen- 
der gott) Ps 30, 3; nncTOf^ it^nocToAoc Z. 480; niiop^^iuic hi*po 
(der Jordan flu fi) Jos 4, 7; 'Viof^e^ -rnpc n^iup*. (das ganze Jud'aaland) 
Mc 1, 5; o«YpaiJui it-xc^o irrc o-yc^uui (ein vom weibe gezeugter mann) 
Job 11, 12; lugoq aiamci e&oA ^6ett tu&'&ui (ihr schlangen, geboren von 
den naltern) Mt 23, 33. 

186. Die attributive relation ist auch die gewbhnliche verbindung des 
adjectivs mit s einem substantive, welches als das wichtigere in 
der regel voransteht. Beispiele: ninpn jut&cpi (der neue wein) ; 
ni&cRoc tuwiuwc (die alten schlauche) ; o-ypuijui iv&aihi (ein gerechter 
mann) ; o^ht hoyuiT (ein einiges herz) ; o-ypuini ivxinfr : ofpnwutc 
nd'tiiA (ein schwacher mensch) Act 4, 9; npoixie nceJie (die verstandigen 
manner) Z. 234; neqcon nmuj^ (sein grofier sohn) 1 Reg 17, 28; oy- 
9£puuu iWkT^cno (ein unauslbschliches feuer) Mt 3, 1 2 ; ofpuuui itpeqo«f(iiJUi 
oyo£ nc*/pcpn ( em fressender und weinsaufender mensch) 7, 34; ofc^iiUJ 
itpcqcpneT^aio^f (eine missethaterische frau) Prov 1 1 ; cr^cA-xi tt£&aic 
h<wn<wc : oyiyTHU jutnA^c (ein alter kleiderlappen) Mt 9, 16; o^p^c 
upeq-xe nod* nuj&'xe (eine groBe worte sprechende zunge) Ps 11 , 4 ; 
hic£ooy Ajuut^g? (der dritte tag) Joh 2, 1. Ebenso werden griechische 
adjectiva angekniipft, gevvohnlich mit dem unterschiede personlicher und 
sachlicher form (nach § 1 69), z. b. cypaijute n^iR&ioc Ming. 1 70; Qpcq^c&tn 
h^rew^oc Mc 10, 17; ntu>it£THq k&^&eoc Fragm. 357; £&nujHpi jutnic- 
toc Tit 1, 6; ©Y^T C,KH n^pHcic Rom 1, 26; ni€ni^«y ju, * k nc^pRiRon 
1 Petr 2, 11; nc>^x oo T e it-reAeiott PS. 33; niR&£i h&r&eon Jos 
23, 13; oyezpoy JutnottHpoit Ps 40, 2; o^fAic-rprx-Hc n^iKcon Ez 
45, 10; ie$-»&c m«*A*A*^rTKc Jud 11, 40; ^c^iaii nc«dUL&prrHc Joh 
4, 9; lURoA^oc mujcjuuuo npejurr^irrio^iA, : oynpoc]pAirroc n&n- 
>io^e^pc Act 6, 5. Ebenso konnen adverbiale ausdriicke als attribut 
stehen, z. b. oyno&e AiTUwp*$Y cin ( e,ne widernatiirliche siinde) Nic. 1, 42. 



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DIB ANNEXION. 87 

Auf diese weise konnen verschiedene attribute zu demselbea Iiaupt- 
worte gestellt werden, wie ofpouuti ne^oiu} ticio-yp npejuivxojut : oYpaiA&e 
Hc^oug nciofp it*y ,m *' toc [ ein athiopischer, beschnittener machtiger mann) 
Act 8, 27. 

Minder haufig steht das adjectiv vor dem substantiv, z. b. B. 187* 
OTpiuuji' ajuuhuj (eine grofie menge) Joh 6, 5; m^oyiT JUuutHini (das 
erste zeichen) 2, 10; S. ©TRoyi K*yAh ( e ' ne kleine halle) Z. 338; 
ofnoa' n^o-rc (eine grofie furcht); gctmod' npuiJULC (grofie menschen) 
Z. 395; ^iwo^ Jutncrn^iioYq (grofie giiter) Z. 334 ; neqjuteprr Heiuii 
(sein lieber vater) AZ. XVI. 12; TrcnjuwanoTprc ajuulaay (unsere fromnie 
mutter) ib. 13; neTOT&&& *>yvu juuu^ine^c ttppo Fragm. 350; 
iu<*'*/r tu, * r **&eMc Mt 23, 24 = ^nfteAAcy u^Tpjuuirr . 15, 14; n*.- 
jut&K&pioc neiurr (mein seliger vater); nuutonorenHC tuyftpi (der einge- 
borene sohn). Die veriinderlichen adjective richten sich, wenn sie voran- 
stehen, im geschlecht und in der zahl nach dem substantiv, z. b. tj6^h 
irrefti (der letzte beller) Mt 5, 26, ^c^ih Jum^fAH (das schone thor) Act 3, 10- 

Die stellung des adjectivs in der relation ist nach sinn und beto- 188. 
nung verschieden ; das betonte steht voran, und milunter fin den sich beide 
stellungen neben einander, z. b. ni^rew^oc npuiJULi efeoA &cii neq&£o 
h&r&eon uj&q*T&OTO Aim^r^-eoti e&oA Mt 12, 35. 

Das attribut kann von seincm substantiv durch eiii oder m eh re re 
worter gctrennt werden, z. b. B. ^qcoyreti Teqsra e&oA ho«fiif&juL 
Apoc 10, 5. Act 3, 14; S. nc oyn oypuume *^e gn -rnoAic npjuuu&o 
*>yva H^ccAhc Z. 326 ; B. o^ht en&tteq oyo£ n^r^-eoit (ein herz welches 
gut ist und brav) Luc 8, 15. 

Elliptisch ist die attributive relation in B. nico* ofO£ JutAeAAe Mt 23, 
17. 19 fiir mpuixii nco«x oyo£ Jut&eAAe. 



X. CAPITEL. 
DIE ANNEXION. 



Neben der relation, welche die gewohnliche verbindung zweier in 189. 
beziehung zu einander stehender nomina darstellt, hat sich im koptischen 
aus der alten sprache die unvermittelte verkniipfung erhalten. Diese form 
der nominalen composition unterscheidet sich von der oben fcehandelten 
wesentlich nicht nur durch den mangel der vcrkniipfenden partikel, son- 
dern auch durch die besondere verkurzte form, einen status constructus, 
des vorangestellten der beiden nomina (*Ji u>Uo«JI), an welches das 



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88 X. CAP1TEL. 

zweite erganzende sich anlehnt (ujLiaJ!). Ich nenne diese composition, 
deren gebrauch indefi im koptischen sehr beschrankt ist, die annexion. 
Sie ist von der in semitischcn sprachen (iblichen dadurch verschieden, dafi 
sie nicht nur ein abhangiges nomen mil einem andern verbindet, sondern 
audi ein beigeordnetes. Audi die koptische annexion isl genitivisch oder 
attributiv. 

Die bildung des status const rue tus wird, ahnlich vvie im hebriii- 
schen O^HbfcJ '"Ql von ^'J, durch die verkiirzung der stanun vocalisation 
bewirkt — des vocals meist zu e oder aus phonetischen griinden zu *>, 
des diphthongs zu i oder of. So entsteht aus p*.n der st. constr. pen, 
aus puijui pejut, aus ujopn ujpn, aus -xm-x •x^-x, aus iogi i^o, aus 
'xuiit «rr ; aus ^noy &oy. Die bildung des nominalen st. constr. von 
dreilautigen slanimen ist sellen. Die voile vocalisation bewahrt der stat. 
constr. in wenigen fallen, namentlich in manchen attributiven annexionen. 
In einigen fallen wird der status constr. trotz der anknupfung seines nomen 
rectum durch n gebraucht. 

190. Nur wenige nomina sind im gebrauche des stat. constructus unbe- 

schrankt; dahin gehbren die nomina pen, gne, coy en, p&ne, pejut sowie 
einige zahlwbrter und die mil diesen zusammengesetzten cen, pe, oyen, 
*.«2tn, coy, ferner die meisten aus substantiven entspi ungenen pnipositionen, 
wie e-eftc : e-T&e (wegen), n-c*. (hinter) und xc, t€, pe, £pe, welche 
letztern sich jedoch schon regclmaBig mil n verbinden als evten, grren, 
£ipen, n&£pen, end I ich alle infinitive, welche das object ohne proposition 
ankniipfen, wie niujcjutujc-iioY^- (der gottesdienst) , nicejutne-nojutoc (vojjlo- 
dsoia), ni^^-o&rx. (dfrffteais to>v ^eipaiv). 

Bclege fiir p&n (name) im B. *^pen (benennen) : &ctpen neqp&n 
•xe ch-» (sie benannte seinen namen : Seth) Gen 4, 25; — £nc (wille) 
z. b. $h e*xe gne nujnpi (das was der wille des sohnes ist) Mt 1 4 , 27, 
ncTC £ne ^ Mc 3, 35; demnach in neTe ^nc uncTciucuT Mt 10, 29 
Wilk. das %x zu streichen, denn gne ist nur st. c. x ). — co^en (preis), 
z. b. nT^io r**p hofnopnH coy en o-yuiJK noyuiT ne (die ehre einer 
hure isl der preis eines einzigen broles) Prov 6, 26; und minder gut mil 
dem artikel ncoyen nciu^ n-re -req^yAH ^ s * 8 - 9 J — p^ne (ge- 
fallen) fiir ep-&ne (vom hier. an, gefallen lliini) ist nur st. c, z. b. 
eqp*.ne niftewA (den augen gefallend) Gen 3, 6, Tcnuewipj nne-ap&ne 
nen^H-r ct^iuoy Jer 18, 12, Jut^pH^- e*p&ne nen&&A I Reg 24, 5. 
In diesen annexionen ist ein n nicht gestattet. 



1) iTiopm*. eccuiK nmpaijuti n**c e^oyn h^r^ne jj»UH v-Ol^'* 
J.^5 L^uJt Const, apost. 7 ist unmoglich und oincr dor zahllosen fchler, von denen es 
auf jeder seile dieses wunderlichen huches wimmelt; n^TgnuiOY lieCe man sich 
gefallen. pewiuw juuao* AZ. XIII. 136 ist entweder stat. absol. oder falsch. 



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DIE ANNEXION. 89 

H'aufiger hat sich der stat. constr. in einzelnen composita erhalten, 191. 
aus denen raan auf eine allgemeine anwendung nicht schliefien kann. 
Einige derselben erklarcn sich als slat. -constr. -formen verbaler stamrae, 
so z. b. eti-oTpoi (andrang) von im ; ccd-co^po (getreideernte) Gen 30, 14 
von iucj6; S. cp^q (emissio carnis) Lev 13, 18, cppewiq fiir ctupHp&-rq 
(beine ausstrecken, schlafen); B. o^^eAi-Acpi (erneuerung) ; die compo- 
sita mil ujetf (fragen) wie ujen^o, Iyengar, ujcneju«j6'r (mitleid); p*. 
(thun) in S. p&-ui£c u. a. ; ferner mit n in nc£-tt-£c Gal 6, 1 fiir 
$0£-n-2Ci : nui^-it-gc xLiuJI c^L (vorfall des stiirzens) 1 ), cuj-n-<3'eptii& 
(stockschlag) u. a. ra. 

Die nachste aussprache des nominalen stat. constr. ist ii inner die mit 6. 
Ich bemerke B. eq-r-o^ f. (l^Tpa) von cq*rc (Z. 603) und o^; ic&ujarr : 
eienujurr f< (handelsgewerbe) ; KeA-OTpon'xq (kinnbacken) Kab. neben 
KeA-n-n&£, KcA-n-RC^ (ellenbogen); Keju~eo : rjul-to (erdbeben) von 
riaji (bewegen); Aieciur^ (matrix); jutetgei&c : jueuj^ftc (fufiboden? cpar- 
V(DjAata) von Aiitge (schlagen) und eiftc : ^bc (ferse); nefc-m, ne&-io£i 
(herr des ha uses, des feldes), ne&-&£i (langlebig). nefe-£HT oder hcAht 
(beherzt, klug) von iwfc herr b?!l u^>Lo ; B. ©yex-po (thiirpfosten) , S. 
ccfc-pooyc f. (halmstengel) ; B. c^i-ckcii-^o eo7rpoaa)injaai ; S. am-pai^e 
(waschkraut) von cuut ; n-cen- (der iibergang) in ortsnamcn ; cep-Aetu 
(Jer 9,8): cp-flmite (dorn) von cofpi ; B. ccT-e&pH* (blitzfeuer) von c*.^ 
und Apm& p*^l; ce^-io£i : ccr-eiui^c (ackerfcld) vom hicr. ~i?~ ^\ I <? 
stt-aht ; n-TCi\-poAini : n-~rppoju.ne n-TC-poJune (alljahrlich) vom hier. 
Hnu-rnpt'y S. ujju-ujh^c (zischen); uj'x-cui&e (spottrede), upt-ccx (dumme 
rede), tyot-igAoq (schimpfrede) von uj^-xe; q*re-<$*'r (vierfuBler) von 
q-ruiOY; S. £&c-n&£& (superhumerale) ; «x€jul-iu>i : ^A-ujewi (nasenfliigel) ; 
•xccKrl" : <<icrttc (halbe drachme); S. d'fatoerr (olblatt); S. uj&p-£JUL£&A 
(mitknecht) von ujfttip (genofl); S. ^pxinuj^n fiir B. tf'pojutnuj^A (lurtel- 
taube). Selten ist in solchen composita die partikel n eingeschaltet, wie 
in S. ugpn-JU -juice fiir B. ujopiuuuuuci (erstgeboren) , S. jutecren^HT (brust) 
neben julcct^ht /*. ; £Ainep». fiir gHJUiiHpe (coturnix maxima); S. encILute 
(edelstein); tg^e iu6*i (mast) Jes 33, 23 neben u}*e£&i ; ^xitguixi (horbst, 

sommers ende) ist seltsam. uje (sohn, tochter) vom hier. ^^ sa hat in 
einigen verwandtschaftsbezeiclinungen stets n nach sich, z. b. ugencon als 
**}\ .yi\ »vetter« erklart, ist wohl eher »nefle«; -reqctuni nujeniorr ic 
ntgenjut^Y (seine schwester, die tochter seines vaters oder die tochter 
seiner mutter) Lev 20, 17; vielleicht steckt derselbe stamm in dem nom. 
pr. jgcnoy^ : ujcno^re Stvotifho; (sohn Gottcs) , wie er in ^oip-ci-ncc 



1) Hicrnach ist zu erklaren cqo Hjuuio£ jmn^oA (seiend von den gewohn- 
heiten des liigens) Ming. 247. 



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90 X. CAPITEL. 

goip-ce-Hce (Horns sohn der Isis) Lehs. Denkm. YI. 4 02, 4 noch in ur- 
spriinglicherer form erhahen ist. Eine auffailende bildung ist nogofcn^ 
(vetter), welches die koptischen gram mat iker als nujitpi irre oy^i cn*.f 
(der sohn eines von beiden) erklaren. 

192. Formen des status constructus mil 3L haben folgende composila : 

*q-AeAi : £*q-AeeAe f. (eidechse), A&i-Airr (palmzweig), iu-i*>it- 
tuioy (gebirgc, berg und thai) gleichsam eine dvandva- composition 
von fj^Qo e ^ /1 ant (thai) und Ejp ^rss\ (u (berg), oft ira Pentateuch, wo 
die hdschr. von den herausgebem in ^.h-twoy corrigiert sind, S. 
n-iMt-c^H = ^eAAo-r irrc c*«pc Gen 14, 4 7 ; i^g-^AoAi (Weinberg), 
i^o-coyo (getreidefeld) , i^-^uut (olivetum), r^-ujujhh : ic£-ujHn[e] 
(wald); S. r*.-£hy (blofi); S* K&-&&A (erbrechen); ^ohujbi : R&nu}*., 
auch uenuyin (brachfeld) fur kh enujiu Jer2,34; ^^.-cQ-eneq (kocher); 
«Xi«juLe-puiq (schwarzmaul, bruchus); r^c4ht (rippenknochen) , K^opo 
(kinn}; ajuwc-jm^toi (recrut), Ai&.c-nopK (junges maulthier); Ai&g-cn&Y : 
jULCg-cn^Y (zweite) ; ofttg-coi : o«yc^-coi (gebalk, dach) ; c^--j6h*t, c^-pnc, 
c^-AoA (caiifcoA), c* > --j6oyn : c^-goy n (c^n^oyn) von c*. (seite); <^wuj-aioy : 
nujAiof (halbtodt), tiujAcujul (halbfaul); c^p^«juo«yA (kameldorn) aeben 
coyp&*JULoy\ von cofpe ; iu>-ajlicj (erstgeboren) von ujuii ; uj&p*£i : 
iq>p&£e (kurzlebig) von srd (klein) ; uj&.~r-uje (holzschnitt, holzstamm) 
Job 4 5, 32: S. ^-thy f. (wind); S. g^-coof (beruhmt), g^-go-rc 
(schrecklich) ; £«dUL-niqi nicht &*uuiuqi (engathmigkeit) K. 4 58; 3tft/x-A«Jt£ 
(eckstein) Job 28, 9 fur vLWxiiA&Rg xecpaX^ yamac *>c$o«p (erstes 
jahr) Dan 4,2 4 ist ahnlich zusammengesetzt ; *r».$po : -r^npo f. (mund) 
und T^no-yuiuj (apf*o? fuge) scheinen dagegen eine and ere erklarung zu 
verlangen. Mit einschaltung eines vocals werden gesprochen : B. &najUHi 
(edelstein), S. k&A&£h f. (mutterleib) , R&nequii = x> ne T (locken) 
Z. 654 n.; c^p^-eHo^ (wirbelwind) , £*p&-&«ti f. : ^pcyft^i (stimroe des 
J^js. f\^ baa eisens, donner); v&s&siA (haarig) ist unklar in seiner bil- 
dung ; ^p^moyrc : c^p^^uicyuj (/oipOYpuXXto;) geht auf das pers. 

{J^SjS> (eselsohr) zuriick. S. n^-ci«.*rq (selig, eig. erbarmen seines 
blicks) ist uach der erklarung der Kopten als annexion und das ent- 
sprechende uio«f-it-i^Tq (herrlichkeit seines blicks) als relation zu ver- 
stehen; vgl. § 4 98. Die partikel n findet sich in ife-it-Twof* : ei^-n-Tooy 
(berg-esel) von iiu; S. uj^A-cit-&HT (palmzweig); R«tA«t-n-R&£ (ellenbogen) ; 
£&-n-uje, £^-it-ujo (oberst von hundert, tausend) von °~^ n haa (an fang, 
erster); vermuthlich ist B. ^-n^-Tooy!, ebenso wie das S. ^roo^c, 
und gfe-itfe-pofgi ( a ' s sg- construiert Mt 4 6, 2) als »anfang der niorgen-, 
abendzeit« zu verstehen ; freilich giebt cs auch ein ^n^-*rooyi Joel 2, 2 
und ein «.n«.-*ft.epi (mittag) . 



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DIB ANNEXION. 91 

Andere vocaltsationen des st. comtr. sind selten. H hat der st. l»3. 
coost. nur in S. fcHT-cmp f. (rippe); ujh^itt heiBt gewohnlich uji-£irr 
olfc*£ und dieses bedeutet nicht eigentlich »herzenswage«, sondern stent fur 
ujiht. Ebenso selten ist I; es findet sich in S. <<ic (halb), z. b. <<icRrre 
(halbe drachme) , 0*ic*t&& (halbe myriade) schlecht: <<ic-ii-Tta*, a'ic-THH&e 
(halber finger), ^ic-oyttOT (halbe stunde), wo im B. »ec entspricht; 
c^-cj*. Z. 582 von c-eoi : ctoi (geruch) ist nicht recht deutlich; in dem 
infinitive Tti-n-iop (iiberfahrt) aus ta-n-atur tritt wieder die partikel In 
ihr recht. 

Hautiger wird OT im st. constr. ertragen, namlich in ^o-fpnc : totPhc 
(siidwind), *roY-A*£K*r (nordwind) PS. 212; %x&y- (insel) in composita ; 
Mxoy von junno^p (wasser) in jmo^-cioo*f e oder xxoyiiciooye (fluten), 
uLoy-ceK^o neben oya*iiioy itc^A^o xgj>2 Jw>*£ L* Apoc 3, 16 in einem 
alten wbrterbuche, jmof^tmi neben juuioyn^ant ? (eiswasser), gewohnlich 
mit it, z. b. AAOfucinpejut : JutOYncoipjut (giefibach), juoyninpig Nic. 1, 43, 
AftOYHtuuji (regen) Jes 5, 6, jmo^fn^inoY (regen); coy-ponr (venusstern) , 
co-yiiof^op (hundsstern) , co^fn^inp (Orion), co']fw**'©o'r c ( mor 8 enstern )> 
coTfitpoY^c (abendstem), coycioy (gestirnl) ? von cio^p (stern); S. ujoy- 
ftcite (palmfaser), auch coy n feenite AZ. VIII. 133; tgo^p-igtuoyigi : 
ugo^-coayige (brandopfer), S. ujOY-£Hnfe] (aroma); S. ^oy-jutice (ge- 
burtstag) von £Ooy; B. ^o-f-jut-ne (himmelsregen) von £iuoy; S. £poy-jm-nc 
oder gpOTf-fc^i, auch £po<r&fc«ti Ps 17, 14 (donner) von £poo*y (stinime); 
auBerdem in mehreren mit zahlwortern gebildeten composita ; auch der 
unbestimmte artikel o-y ist ein st. c. von oy^i (cins). 

O scheint in diesen fallen an der stelle des oy fehlerhaft zu sein, 
wie in juionflieitne fur Aiofn&cnne, ^pojutne fiir ^pofXAiie. Aber B. 
ujAo*ft.-&mt (accipiter nocturnus) und d'pojuLHuj&A haben niemals oy. 

G'anzlich ungeregelle formen des st. c. sind selten; es ware zu er- 
wUhnen ewcyi^o^n : ewyei^ewit (mannigfaltig von farbe, bunt), wofiir das 
sah. auch ^yciit^Y^n sagt. B. )6ht (nord) und pne (slid) scheinen eigen- 
namen unvermittelt zugefiigt zu werden, wie in AJUwttoYq-j6H*T, -pne (Nord- 
und Sud-Manuf) K. 207. 

Unter der attributiven annexion verstehe ich diejenige, welche 194. 
noch mitunter zur verbindung des adjeclivs mit seincm vorangehenden sub- 
stantive dient. In der alten sprache wird das adjectiv fiir gewohnlich, wie 
bemerkt, ohne vermittelung dem substantiv angefiigt, wie in pa-sn-aa„; im 
koptischen ist diese verbindung auf einzelne haufige eigenschaftsworter, wie 
»grofi, klein, gut, schlecht, mUnnlicha, beschrankt und bewirkt in der 
regel die vocalische verkiirzung des antecedent zu der form des status 
constr. 

Dergleichen annexions f a hige adjective sind o aa (grofi) in 



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92 X. CAPITEL. 

£eAA-o : £AA-o (greis), i&p-o : eiep-o (fluB) aus dtur-aa, o^po : ppo 
(konig) aus ur-aa x ), tg&io? (iromfroptc) aus %a-aa, und vielleicht p&Aft&o : 
pjuju&o (reich) von puixii und o; — ujipe ha (klcin) in £eAujipi : 
^epujipe (jiingling), £eA-ujipe (inadchen) Tuk. 47, pjutn-ujipe (ein kleines 
jahr) Z. 547; — ujhajl ym (zart, gering) in AiAof-ujiuui (kleiner knabe), 
ujHpe-ujHJUi (kind), ujeepe- ujhju (nuidchen), ^ht-ujhju (kleinmiithig) , 
n'rooTf-ujiuui (der kleine berg) Ps 4<, 7, oyciepge-igHJUi (ein kleiner 
strahl) Z. 54 8; ujhju erfreute sicli vormals einer freieren anwendung. wie 
in &&p&£&ju ujhju (Abraham der geringe) , nnicnonoc ujhju (der geringe 
bischof) Leps. Denkm. VI. 102, ^hor ujhju ujAhA esau (fiir mieli ge- 
ringen bete) ib. und kann sogar noch von seinem substantiv getrennt 
werden, wie in c*x&e itujeepe «^e ujhju Z. 384; — S. RO-jfi (klein) in 
ujHpeKoyi (kleines kind); auch Royai (klein) scheint in dein compo- 
situ in ^oAokcxi Aokcxi : ^oAoRcrrce und £oAoKcrr-Tinoc (der kleine 
ring, cine munze zu 6 unzen, .Lojjt) AZ. XIV. 60 zu stecken; — 
ttOTpqi : nofqe nfr (gut) in c^oi-noyqi : c^noyqe CTTpnoTpqc ( wo °l~ 
gcruch), ujennofqi : ujennofqe (gutc botschaft), ^e-noyqi (gutes leben), 
^e&itoyqi in Jutcxpcqcp-^cA-noyqi (wohlthat); in dem n. pr. oynnoqpc 
ist noch die urspriinglicherc form des adjectivs erhalten ; — Aran : &uiuin 
ban (schlecht) in c-&oi&ran : cf&uium (gestank), ujp-fliuium (schlechter 
sohn), £e&ran (Thr 5, * 0) : £efciutun £T&rauin (nothstand), B. «*«- 
ftran (bosbaft) , B. juof&tun (eiter) Job 7, 5; ft o m f. z. b. oyc^jjuj nc&tu&oiu 
(eine frau von schlechter lehre) Prov H, 24; — guioyr : ^oop 
(mUnnlich) z. b. in jgp-^ooyT (nfannliches kind), A*k*jun-£ooyr (mann- 
liche ziege) Lev 9, 3, ci^-^oo^pr (miinnlicher esel), pip-^ooTpT (eber), 
und bei vegetabilien (wild), z. b. AcT-^ooyT (apium silvestre), «rr-£o- 
o^r (wilde olive), chic-zooy* (wilder honig); — desgleichen c£uue 
(weiblich) in ei&-c£ijue (eselin) und no*TTCM (siifl) in «iT-noyT€juL 
(olive) . 

Von sonstigen attributiven annex ionen bemerke icb AcAc^hjuli 
AcjxLkjui Jes 3, 6 : eAeA-RHJue cA-rhjuc (strieme); cAcA-ujoytnoY oder 
-ujuioy und eAujaioY (trockene weinbeere); cAcA^jux (herbe traube); 
juoy-;6eju (OepjjLov) Jer 38, 2 fiir ju©y-;6hju Apoc 3, 16. Andere attri- 



\) In dem altesten koplischen texte (M6l. 8, 38; koinmt noch ©fp allein vor. 
Prof. Ebbrs machl mich freundlichst aufmcrksam , daC mcine ableitung des 
Ofpo von ur-aa durch die hierogl. texte besUUigl wcrdc, indem sich unter den 



titeln des Verus 



( J T **! J ur-aa befinde. Vergl. Lepsius, Konigs- 

buch no. 747. Auf pa-ur-aa (der groGe machtige) und das kopt. nppo ist wahr- 
scheinlich das hebr. ni"iD zuriickzufiihren. 



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DIB NOMINA MIT SUPPIXBN. 93 

bulive compositionen giebt es wenige ; hierher gehorig ist z. b. pejutoyaii 
(bauersmann) , vielleicht auch pejup^ytg : peuip^ig (mildc). cguai : c^uute 
(weib) ist ein ahes compositum aus set-hmt (weibsperson) . 



XL CAPITEL. 

DIE NOMINA MIT SUFFIXEN. 

Die ankniipfung der pronorainalen suffixe an den noininalen 195. 
stamm dient in der alten sprache allgemein zum ausdruck der besitz- 
anzeigung: rn (name) und rn-f (sein name). Im koptischen ist sie auf 
einzelne vielgebrauchte substantive beschrankt worden, deren status abso- 
lutus sich me ist nicht erhalten hat und deren st. constr. gleichfalls selten 
ist. Wir werden sic daher in ihrem stat. pronominalis aufluhren, d. h. 
in der form, welche sie vor dem antretenden pronomen haben. Es sind 
meist namen menschlicher gliedmafien, n'amlich: to* ta (kopf), £P&* hr 
(gesicht), S. £p»>* (stimme), pui* re (mund), S. ujfe*tiT* uj».nT* (nase), 
i*t* : ei&r* (blick), -&oyua+ : Toym* (busen), ^h* : £tk* hta (herz), 
cui* sa (riicken), hit* at (riicken), oioi* atl (leib), )6ht* : £ht* y^el 
(bauch), Ken* : ko^ii* qna (schooB), tot* : toot* fet (band), p&r* rt 
(fufl); ferner &tt&* an (gefallen), fefpitvL* : «.pira* «j>Hira* (ende), pen* 
rn (name), coyen* : coynT* sun (preis), £n&* (wille), £ht* (spitze), 
■oAht* : t&hht* (vergeltung) und einige prapositionen. 

Die ankniipfung der suffixe zeigt bei den einzelnen stanimen 196. 
geringe verschiedenheiten , je nachdein sie auf ui, auf & oder auf einen 
consonanten auslauten. 

a. die stamine auf ui und h. 

Sg. 4 . *iui 2. m. •xuik /*. «ui 3. m. -xmq f. »inc 

PL 4 . vuiit 2. «iuTen : -xuiTit 3. nuioy. 

So werden flectiert pui* (mund), ^o*ftu* (busen) und mit h statt ui : 

£^h* (herz); ferner die prapositionen itcoi* (hinter), ojtui* (zwischen), 

o^&h* (gegen) und D. c«JULett£H* (hinter). 

b. die stftmme auf *>. 

Sg. 4. £itiu : gn*i 2. m. £n».K f. £nc 3. m. £U^q /", £it&c 

Pi. 4. gtuwn 2. [giuirren] : £iurat 3, giimcy : gn&Y* 

Der mitte lag. dialect hat die formen £ttHK, giutc, gnnn. Wie git*.* 

(wille) wird flectiert «.n«.* (gefallen), S. £p»>* (stimme), £p»>* (gesicht), 

von dem die 3. pi. im M. f\cy lautet, und die proposition neju*.* : 

(mit). 



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94 



XI. CAPITOL. 



c die «tftmme auf einen eonaonanten. 
Sg. 4. p*T 2. m. p*r-K f. p*^ : p^Te 5. m. p*r-q /". p*TC 

P/. / . p&Ten : pvra 2. p*Ten-e«noY : p^TTHyxii 3. p*r*oy. 
M. linden sich die formen Aeren, AeTTHnoy. Wie p*T (fufl) gehen 
I*.-!* (blick), tot* : toot* (hand), j6kt* : £ht* (bauch), ^ht* (spitze), 
ty*nT* (nase). und die prapositionen c^ht* (wegen), £suit* (auf), 
auch ^ypn** : ^pira* (ende), Ken* : Ro^n* (schoofl), pen* (name), 
coyen* : coynT* (preis). Doch fiigen die letzt genannten, nicht auf t 
auslautenden, in /. sg. ein t an, z. b. kcitt : ro^ot 11 ^ ^ s ^^» *** — 
ein t, welches in toott Z. 488 nicht am platze ist. Auch in der 2. pi. 
dieser nicht auf t auslautenden stamme wird die ankniipfung des pro- 
nomens -eimor im B. nicht durch die partikel en vennitteln. 

197. Die nomina, welche pronominale suffixe ankniipfen, haben nur theil- 

weise einen stat. constr. und fast durchgehends keinen stat. absol. Den 
letzteren ersetzen sie enlweder durch andere gleichbedeutende wortslamme 
oder durch die form mit der 3. sg. m. oder f. und pi. Es ist dies nament- 
lich in der zusammensetzung mit **t- und ajlct- der fall sowie in ihrer 
verbindung mit einem folgenden genitive. Vermuthlich ist auch die form 
c^otoy : cnoToy (lippen) urspriinglich eine sufligierte, namlich mit dem 
pronomen der 3.jj/. ; die bedeutung desselben ist hier ebenso verloren 
gegangen wie in mJunoTOY (ihre briiste) Jes 28, 9 von jutnoT; desgleichen 
in m-poiq (der mund), nof-ptnof (ihre munde) Ez 42, 4. 

108. Der gebrauch der mit suffix versehenen nomina ist ein dreifacher: 

sie stehen enlweder selbsUindig an einer beliebigen stelle des satzes, oder 
in enger verbindung mit einem verbura als subject oder object, oder sie 
dienen zur bildung von prapositionen, wie denn cui*, uicu*, mr*, ^Ajct* 
nur noch in prapositionen vorkommen. Zum gebrauche der einzelnen 
mache ich noch die folgenden anmerkungen. 

2LH3L*, im st. c. &ne-, erscheint nur in der verbindung mit ep 
(thun) als p&n&*, p&ne (gefallen), z. b. &pi«.n&i (thu mir einen gefallen) 
Z. 44 7; &T<^ne n&g^ *^e juuuton uy&oAi ep&n«q (ohne glauben kann 
man ihm nicht gefallen) Hebr 4 4, 6 ; &qp&n&q jmnnofre (er gefiel ihm, 
Gotte); qn&p&n&c irreqc^uuLi (er wird ihr, seiner frau gefallen); mpeq- 
p&n&q npuiAjLi oder ^npeq-p&naioy nnipuiAJLi (die menschengefalligen) ; 
gen p&n&q m&en st; Tuotaav apiaxsiav Col 4, 4 0. 

T\,TPITX:* : 3lPH*2C* : 3lPHH^* (ende) nur mit den suffixen ge- 
briiuchlich, z. 'b. &«rpmtq wnR ^ ! : M m ' X€ l Jutnu^ (ihr ende, der erde), 
*Tpir2Lc nT^e : Kpwwic nine (das ende des himmels) , *jpiw*oY mudta 
(die enden der grenzen), &T&pfraq (unendlich). 

I3LT* : OI3LT* (blick), von dem seltenen st. abs. oder constr. ei* 
z. b. oyjULnTei^ naVjfoyon (knechtisches blicken, augend ienerei) Eph 6, 6, 



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DIE NOMINA MIT SUPPIXEN. 95 

wird in einipen verba len compesita gebraucht, nUmlich in S. qi-ci**r oder 
qMt~r* e^ptti (4ea bHck erheben), B. ^-ii-ivt* (betrachten) , To-p»- 
i*t* : -xoYit-ei^Tr* e&oA (den blick jemandes erheben , lenken , ihm 
oflenbaren), S. *&o*f£ nci*T* oder Aieg-ei^T* n (den bliok fiillen rait 
jemandem, ihm ziirnen), S. km £* ei**r+ (ins auge fassen), B. aacA^- 
i*t* k (den bliok richten aof) Ps 21, 4 8. — Das wort findet sich auch 
in t»o-f-ii-i^T«f : n*-ei«^*, welches nach koptischer erklarang aus wmoy 
(herrlichkeit) oder it* (erbarmen) und i*t> : ei*T* (blick) besteht und 
nur als ausruf an 4er spitze des satzes in der bedeutung »glucksdttg« ge- 
braucht wird, sodafl das koptische tno<pu**TK (heil dirl) an das arabische 
gU*£ c ic erinnert, welches das gerade gegenfheil bedeutet; z. b. uofn- 
Mw-rq jumipnnui crcp^o^ £*nr£K jutnoc : n&Mt'xq Ajuipcnmtc CTp^OTe 
£irrq mmtoeic ptaxapto; avrjp b <popoojxevo; tov xoptov Ps. Hz, I. • Die 
ankniipfung der suffixe an wotiu*t* : it*ei*~r* ist ganz gleioh der von 
p*-r. Dem boh. ausdrucke synonym ist cnofiatA^A (augenherrlichkeit) , 
z. b. *q^uiOYiftfc*.A itm ifictxaptoi (is Job 29, H, tnofiu^T *hok *xc 
ccittw^^moTAiii^X urn mtc iu£ioa*i jiaxapia e*f«>, oti fiaxaptouot u£ al 
Yovalxe*; Gen. 30, 13. 1m boh. dialecte hat sich das compositum n*i*T* 
nur selten als ein adjectiv erhalten, dessen suffix sich nach dem geschlecht 
und der zahl seines substantias richtet, z. b. ^-iuu^tc ngeAiuc yj u,axap(a 
Skids Tit 2., 1 3 ; eqe*iq ntuu*Tq grx.cn hk^i p.axaptaat aoTov iv Tfl ^ 
Ps 40, 3 ; S. Aanqufimie itn&MtTq (er ist nicht gliickselig gewesen) Nic. 
I, 54; B. julctiwwWwtc (gliickseligkeit) Z. 653 ist auf eine weibliche person 
zu beziehen. 

KOfi* : KOTH* KOTOTH* (schofl) hat stets ein suffix, z. b. 
rcrt :.H©YO*r*r* Ps 34, 43; *coAq e&oA £en rcwc 3 Reg 17, 49; ^en 
tienof itnofio^; centmuq ejSpiti eneiv^HtioY : cen*T**q eKo^nt 
TMiprn (sie werden es in euren schofi geben) Luc 6, 38; die 5. pi. 
lautet S. noTirroY* In abgeleiteter bedeutung heifit B. Koytt a&otov, 
z. b. itH ere ito-fKOTWOT oi ju^ptcj- itiuKO<]pnof trre lu^^mp Ez 23, 20. 
Die form scheint eigentlich sahidisch zu sein ; die boh. ubersetzung des 
Ezeohiel strotzt namlich von sahidicismen. 

FID* (mund) gebraucht nur selten etnen stat. absol. po, z. b. c«fpo 
equoATi oxoXiov oropia Prov 4, 24, und einen st. constr. nor in zusam- 
mengesetzten prUpositionen, wie e-pe-n, £i-pe-*n; statt des st. abs. stent 
daher ptuq, puic, tpuiof oder das synonyme compositum -r-T^npo. Bei- 
spiele: *q^ hof^i eptuq, *q*V$* epinq : ^q^iti epuiq (er kufite seinen 
mund) Mt 26, 49. Luc 22, 47; oyinujc itpinn efiioA (dfTne deinen round) 
Ps. 80, H; *qc&'xi efiioA ^en ptuq ir^yr* (er sprach durch David 
seinen mund) 2 Par 6, 4; piuoy itiu^ccfcitc (die raunde der gottlosen) 
Prov 40, 32; cfcoA sScn pinq jua&e^pe £ : T-T*npo Atjutirrpe cn**f 
2 Gor 13, 1; €ye%et j6cii pine KTCHqi (sie werden fallen durch die 



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96 XI. CAPITEL. 

scharfe des schwerls a^H ^fcb) Luc 2«, 24. Miluuter ist pin* in der be- 
deutung schr abgeschwacht, wie in B. nttd'poo^ &i"& €R pcnq (nieinen mangel, 
sie fill I ten seinen mund) 2 Cor 4 1 , 9. Es ist in diesem fa lie gleichsam 
nur das vehikel des pronominalen objects, wie regelmiiftig nach einigen 
prapositionen, nach denen seine flexion allerdings eine verandemng durch 
die verkiirzung des vocals erleidet. Von zusammensetzungen ist zu er- 
wahnen ^-opinq (stimuli) und ^«,-pin* : R*-pra* (den mund ha I ten, 
schweigen) . 

PGH* (name), dessen stat. absol. p*n ist, kommt vor in dem boh. 
compositum ^pere* (benennen) vor, z. b. *q<tpeno*y «c i*ip Num 32, 41. 

P2tT* (fuB) hat weder stat. absol. noch constr. t der erstere wird 
vertreten durch c^Acx : oyepH-re oder <£*t : h*t. Mit prapositionen 
verbunden ist p*~r* haufig, wie in ogi cp*T* : feoep**!-* (auf den fiiflen 
stehen), juouji np*-r* (zu fufi gehen) ; of&i g* Ttmq oyo^ oy^i j6&. 
p^-xq : of ^ 2* 'xuiq ^yva oy * o*. P** 1 "^ (einer zu seinem kopfe und 
einer zu seinen fiificn) Joh 20, 5; als object stent es in einzelnen verbalen 
verbindungen, wie i*-p*T* (die fvifie waschen), R*p*T* eftoA (aus- 
gehen), *qc*n*£q croo-xq ju.it p*Tq (er band ihn an hand und fufi) 
Z. 369. — S. **r-0'cre-p*Tq, -p*-rc (unauffindbar), ^T-n-p^i-q (un- 
nahbar) Nic. 4, 20; fi. itpcAinp^^rof (die fufigiinger). 

C0T6H* : coffin-* co^crt* (preis) hat nur den st. constr. coyen : 
.co-fit; sonst verbindet es sich immer mit su(T. wie en&uje ncoyenq : 
entuge coyn-rq und en&iye ncofenof : en&iye coywroy (kostbar). 

TOT* : TOOT* : TStatT* (hand) hat keinen st. absol. und den 
constr. tc nur in einigen prapositionen, wie trreit, e-reit, orrcre, ^Ten etc. 
Neben %rx : tf'ns. wird tot* haufig gebraucht, z. b. tg^cfeof mn irro-rc 
jul^h e~repj6*c (sie olmet ihre hand dem diirftigen) Prov 34, 20; nament- 
lich in einigen verbalen composita, wie i^-tot* (die hande waschen), 
of^-TOT* (fortsetzen) , ^-tot* (helfen), ujen-TOT* (begrtifien, ver- 
.loben), ^i-tot* (angreifen), *cr-tot* (die letzte hand anlegen). In 
prapositionalen ausdriicken ist seine urspriingliche bedeutung sehr abge- 
schwacht; auch sonst ist es mitunter zum blofien pronominal-substantiv 
geworden, z. b. & -ro*rq 'frjut*^ (er hat getroflen) Hebr 8, 6. 

90TIII* : TOTUI* (busen) ohne st. abs. oder constr. ist selten, 
z. b. 9i tcro&iql c&oyn £>*. -e-ofcnR (stecke deine hand in deinen busen) 
Ex 4, 6; sonst kommt es in der proposition j6*-e*t<ftu*' : p^i-TOf m* £i- 
TO'f-n vor, z. b. ncT^^-aofuiR : ncT^rxofinR (dein nUchster). 

UJ9URT*, U|2C2CHT* (nase) ist nur eine sah. form, deren stat. 
abs. durch iu>i : tg&. vertreten wird. 

IjHT* : BHT* (bauch), dessen st. abs. oh f. sich nur selten im 
S. erhalten, ist mit den suffix en nicht ungebrauchlich , z. b. h&ort julu 
•oht (mein herz und mein leib) Z. 496; -r*\JrrX H julu p^ht fur B. iieju. 



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DIB NOMINA MIT 6UPPIXEN. 97 

-rem cxi Ps 30, 40; *cp*£rq c^H-rq (sie stiefl ihn in seinen bauch) 
Z. 264; B. *q-»pof£iOTi juuimotoc e&en j6H-rq (er liefl sie den heiligen 
auf seinen bauch werfen) AZ. XIV. 42 ; oyo^ *HTOf n*juto£ *n (und 
ihre bauche werden nicht voll) Ez 7, 49; S. epe gHToy ju.e£ noutpic 
(ihre bauche sind voll weins) Act 2, 13; n*-gH*rq (seine freunde). -Ha" li- 
nger noch ist der gebraucb der proposition iu6kt* : n£KT* (in , eig. im 
bauche) ais stat. pronom. fur den st. constr. gcit : £it. 

&H&* (wille) mit dem st. constr. £nc hat keinen st. abs., es ist 
nur substantiv, z. b. p-£n** (den willen thun, wollen), *pi £imwk crof- 
•xoi (wolle mich erretten) Ps 39, 4 4; *upi xxtytxi egmu (ich that dies 
nach meinem willen) 4 Cor 9, 47; ju^pn^ ctc fciuu (wie raein wille 
ist) Mt 26, 39; ncTC-^ne $*$• (das was der wille gottes), ne-rcgn^q junerc 
(das was sein wille, des herrn); S. £*£ neon c-gn^n euAe nenA&c e-rfce 
nifce (oftmals ist unser wille, unsre zunge zu kiihlen wegen des durstes) 
Z. 44 7; B. **ppi n*q n^uift mkn ere ^niuof (sie thaten ihm alles, 
was war ihr wille) Mt 4 7, 42; S. eujTte c-^hhtii exi (wenn es ist euer 
wille zu nehmen) Mt 4 4, 4 4. Schlechte texte schreiben mitunter egite, 
wo das einfache gne am platze ware, und nergne, was nur neTC^nc 
heifien kann. Vgl. § 4 90. 

&P&* (gesicht) hat selten einen st. constr. £pe bewahrt, wie in B. 
cpe gjpeneHnof ^hh (seiend euer gesicht verhullt) Jes 44, 8 ; sonst mit 
den suffixen: gi e*q ^en £p*q (speien in sein gesicht) Mc 4 4, 65; n<tpe 
£P*q oyc^ nc ciAhjul Luc 9, 53 ; S. *qirr£ gp*q (er wandte sein gesicht) 
Peyr. Die verbale composition 0*i-£p** : <&i-£p** oder %i-n-£p** heifit 
wohl eig. »das gesicht bringen, sich bekummern, sich womit beschaftigen, 
daher auch unterhaltunga. Spater werden wir dem £p** in den prapo- 
sitionen c^peit, n&£pen begegnen. 

SP3L* (stimme) iindet sich als sah. pronominal form fur j6ptu<>Y : 
£poof in der redensart qi-£p&* eftoA (die stimme erheben), z. b. *yqi- 
£p*Y cAoA Act 4 4, 4 0. 

BHT* : 3TH* (spitze), zu dem der st. abs. gic (gesicht) zu ge- 
horen scheint, ist ziemlich selten, z. b. e&en £htc nreq-xrx. : e-xn ^thc 
nTeqd'NL (to axpov ttjs X ei P^) ^ ev 8 > *^ ; e-xen ^HTOf nnoTfo*rx. e-x.cn 
gH-rof nnof^T : exit ^THy nney&i'x, exn g;rHy nneypiTTe ib. 24. 
Ex 29, 20. 

BOH* : 3TH* (herz), dessen st. abs. £kt lautet, ist nur in ver- 
bindung mit einigen verben gebrauchlich, wie ^^0H# : r^th*, auch 
5^m n£»ft* : roi ngTH* (vertrauen), B. oycjm-^H* oder oyinjui n^H* 
(das herz essen, bereuen), S. ppn# (sich ein gewissed machen, bereuen), 
^2^h* 'frhgeH* (Prov 4, 24) : ^tk# ^H^th* (bemerken), S. ujn-£TH* 
(sich erbarmen) — wogegen der boh. dialect ujen-£H-r mil dem st. abs. 

8 tern, koptische grammatik. 7 



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98 XII. CAPITEL, 

£ht gebraucht, ebenso wie in •x.eju-girr : a'ju.-n^K'i- (klug sein) beide 
dialecte den unveriinderlichen stamra zeigen. 

XIU'/ (kopf), dessen st. abs. olutx oder *$e : *ne lautet, ist all— 
gemein gebrauchlich in der bedeutung »ende, spitze«, z. b. own «raq 
ju.iik*£ (vom ende der erde), qui* otoiq iq> o*uiq (von einem ende zum 
andern), toikoyjuxhh utt &pifxc ivxtuc iq> -xaic Dul. p. 46 ; sonsl nur 
in einigen zusammengesetzten prapositionen wie cs.cn, grxeit und in ver- 
bindung mit gewissen verben, z. b. ^r^oj ji *iuq nof^Xojui : *iuttii 
HofnAojut cxn icq&ne Ps 20, 4; peit-a&tii* (das haupt niederlegen) , 
tyen-o&ui* : u)6-ttiu* (den kopf seheeren), B. £eK-%tii* £eK£-*xui* (den 
kopf rasieren), B. 0*ite-tttii* oder &no irctu* (das haupt verneigen). 

Einige andere nomina mit suffixen dicnen zu pronominalem ausdruck 
und werden an ihrer stelle aufgefiihrt werden. 



XII. CAPITEL. 
DAS GENUS DES NOMENS. 

199. Das genus des nomens ist nach der auffassung der Agypter ra'ann- 
lich oder welblich und findet in dem vorgesetzten artikel m, n oder 
^, t seinen besliramten ausdruck, z. b. <$rarT : neiunr (der vater), 
ejut^Y : Tjm**/f (die mutter) . Manche nomina der person , namentlich 
adjectivische, sind communis generis und werden nur durch den artikel 
auf das eine oder andere geschlecht bezogen, z. b. ncrc (der herr), toc 
amiiki (die herrin des hauses) 3 Reg 4 7, 17; nicoiu (der rliuber), ^com 
(die rauberin); ni^Aoy (der knabe), ^Aoy (das madchen); miuu)«t : 
nno^ (der groBe), ^luig^ : -mod* (die groBe); mpcAipauuH (der Homer), 
'VpejupiujuH (die Romerin) ; mpeqo&in (der Sanger) , ^pcqoLiu (die siingerin) ; 
ftdjuni : 6&*duiii£ (ziegenbock, ziege) u. s. w. 

200. Als reget kann man aufstellen, daB das concrete, bestimmte, einzelne, 
kraflige mannlichen, das abstracter allgemeine, zusammengefaBte, schwache 
weiblichen geschlechts ist. Manulich sind sonne pH, mond io£, sterne 
ciof/ erde -»o k*£i, meer iojul, fluB i*po, land X"^ 1 : khajlc (Z. 425), 
zeit cHOf nt>y, jahreszeit th, sommer ujuiai, monat ^&ot, tag c^ooy, 
abend pofgi, nacht e<&uip£, augenblick coycof; Hcht ofiuitu, finsterniB 
X^ KI / die elemente XP 0111 : koi£t juinoy mqi -»HOf ; die metalle 
noyii £*t ^ojult Actum, berg Tinoy, acker iogi &va%\, baum ujtgitn, 
zweig **X : ujA£, ahre j6cajlc, frucht oyx^, dorf ^%xi, wiiste tg*qe : 
<&&ie, ha us hi, thiir cfce, fenster ujoyiyr, stock uj&urr ^cpuift, gefuB 
jutoKi, brot iniK, wcin Hpn, fleisch *q, knochen k*c, einige glieder 6*A 



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DAS GENUS DBS NOMKNS. 09 

ra>i juttuj'x A*c &*j6 ^ht ol^oi ju.*£i th& e^Ao-x q^£> die meisten 
thiernaraen geo ege pip oy^op ttAtuit tf&'x cTft/xofA u. s. w. Aus 
den viel weniger zahlreichen weiblichen wortern hebe ich hervor 
hi mm el <|>e, winter <£pui, mittag jutepi, wolke d'fuii, thau iur^, quelle 
jutofASJ/ schatten :6ki&i, (la in me c*s\, jahr poju.ni, stunde ofnof; termin 
no, sladt A^kj, thai ;6eAAoi, canal qoi, feld ctuuje koi ujiih ceeiogi, 
strauch Am, blume £pnpi, blalt kui&i, wurzel itoyiu, speise *5pe epin^ 
^e, behalter ujitn Aip «h&i t&i&i, gewander k&icj gefitcin d'oA&i, 
waflen und ge rathe cnqi (J'opTe <|>rV chiiu -xiupi ^po&i ea'ui it^eiui 
jutofKi <f\o&e, die raeisten glieder T€£itj Kiige n&£& ujfttuAi g'icj *^ni 
gH next &e<Vm o^ Iiht 0*1*21 ujon ep-riu (SVAcsl Q*rr ofcpH^rc, ei 
cmoygi, manche thiernaraen ft&ujop eujra ^pojutni goAi ujoAaacc *q, 
und viele abstracta £e julhi julh^ $*tyi go^ ionn jutme, die derivata 
rait julc't : juitt, S. c^in, auslautendem c u. s. f. 

Einige substantiva haben ein doppeltes geschlecht, namlich entweder 201. 
in ganzlich verschiedenen bedeutungen, die zufallig in derselben form zu- 
samnientrcflen , wie in n\ne (der oberste), T^ne (der kopf) : nfiurr 
(pnlmzweig), tAh , t (rippe); nraoi (schiff), '•^■xoi : TTtoe (mauer); n-goerre 
(kleid), ^goii^ : Tgocrrc ( n y« ,ne )» n Z^ c *" r n £H&c = j6h&c (larape), 
Tgfec (deeke) ; oder in ahnlichen bedeutungen, die sich an das eine und 
andere genus knupfen, z. b. nrreftc (priigstock), <*i~refitc (siegel); mitoypi 
Yptfy, ^noypi (ein geier) ; nn^fc (joch) , Tn^fe (hals) ; nijute'A^ .JuJi 
(papyrus), ^juteAe, si^xJi (tintenfafi) ; oder endlich in der naralichen be- 
deutung, z. b. mqurV *tqur^ : Tqurre (schweiB), Ainigi : Aoige m. f. 
(koth) , nn&iyV - **n*ig*re (schutz) ; so findet sich -rcfce (die thiir) Ez 
40, 6 fiir das gewohnliche nick, iraeftc (die kohle) fiir das gewohnliche 
^efcc, m^Aiirr (die niere) Lev 3, 4 neben ^Aurr Ex 29, 4 3, nuvAcvx 
(hiifte) und einmal ^Aurx Apoc 4 9, 6, niojuti : nojue (koth) und t^iojuli 
Ps 67, 45 u. a. m. 

Das nc lit rum oder unpersonliche, welches im verb durch das femi- 202. 
ninura ausgedruckt wird, ersetzt das koptische im nomen durch das mas- 
culiutim. Es ist naraentlich der fall beira adject iv und pronoraen, z. b. 

ni^juLHi der gerechte und das gerechle sJt^l to Sixaiov Job 6, 29; 
nme^n^neq der und das gute, nincr^iuof der und das schlechte ; S. 
nigjuumo der und das fremde, d. h. die frerade, loca externa; ty*»i : n*i 
dieser und dieses, z. b. ^*i ^prrq en*jute*p : *pi n*i en&pnjuteefc 
tooto Luc 22, 4 9. So wird auch das neutrura der griechischen worter 
rait dem mannlichen artikel vcrsehen, nikin&ion (das gerechte), und auch 
der infinitiv als mSnnliches subslantiv gebraucht, desgleichen das boh. 
nomen actionis mit <&in-. Wie der sing so kanu auch der plural neutral 

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100 XII. CAPITEL. 

gebraucht werden , und wird es namentlich ira pronomen haufig, z. b. 
n^i (ea, haec), itrnex^inoy [mala), ^niuig^ (magna). 

203. Das masculinum ist das nachste geschlecht der nomina und das 
femininum das abgeleitete. Diese ableitung geschieht in der alien 
sprache durcb die endung ^ et, die aucb in den semitischen spracben ur- 
spriinglich diese bedeulung hatte. So bildel man von sn (bruder) sn-et 
(schwester). Im vorigen capitel haben wir gesehen, dafi sicb ein der- 
artiges *r vor den suffixen mitunter crhalten bat, z. b. in To-T-q. Im 
koptischen ist das et des fem. fur gewohnlich zu B. i, S. e, M. i geworden 
und so in den bildungen julh^ gijuti k&ici £o*^ cintu ceirfr poA&iii uj^Hpi 
meist noch erballen; in andern stammen fallt es mitunter ab, wie z. b. 
neben jut^^ye mhat das gewohnlichere &&£&&. y steht, oder verscbmilzt 
mit einem auslautenden vocale, wie in camc chw ge&cui, oder wirft sich 
auf den inlaut, indem es denselben dehnt, wie in tgeHn <<AurT *Aurx. 

204. Wie sicb die binschwindende consonantiscbe femininbildung im kop- 
tischen an der vocalisation des stammes erganzte und starkte, das lassen 
anscbaulicb einige nomina epicoena erkennen, die neben der m'annlicben 
form eine weibliche entwickelt und erbalten haben. 

Der starkere stammvocal ertragt den antritt der weiblichen endung 
ohne dadurch beriihrt zu werden; so in B. 6uik (sclave), Aram (sclavin); 
ujc^xp : ty&eep (genosse), tg$Hpi : tgfteepe (genossin); tgopn M. tg*pn 
(erster), B. ujopni M. iu>piu (erste); B. £ottt (erster), ^ofi^ (erste). 

205. Der widersiands unfahigere stammvocal wird durch die an t re tend e 
endung zum umlaut veranlafit, so namentlich con (bruder), cuim : caine 
(schwester) ; ujojul (schwiegervater) , ujuijuli : tyuuute (schwiegermutter) ; 
B. &mn (schlecht) , &oiu f. ; B. •xuifc (schwachj , «xofci f. ; B. e^inuj 
(Athiope), eeocgi (Athiopio); B. noyp (taub), R^ypi f. ; mjulotX : 
^^JULoyA (kamel), sftdm^fAi : ^*Ju^fAe (kamelstute) ; B. £eAujipi (jiing- 
ling), ;6eAw>ipi (madcben); £ih& : £ieifc (lamni), gie&i : £i*ei&e neben 
£iei&e f. ; S. ujiuht (schamhaft) , ujniee-rc f. Unregelmafiiger noch 
aufiert sich die bildung in £»o htra (pferd), £»opi (stutej; tgicpi : ujHpc : 
ujhAi (sohn), ujepi : ujcepe : ujhhAi (tochter); %xoy\ (lowe), julih Job 
4, 4 4, juie K. 4 64 (lowin); im : eitn (escl), em (eselin); S. AiAoy 
(knabej, AeAof (madcben). 

206. Die auf O und 6 auslautenden adjectivischen stamme dehnen diesen 
auslaut im femininum zu ui und h, namentlich oypo : ppo (kbnig), oypra : 
ppm (konigin); j6cAAo : %X\o (greis), ;6eAAtn : ^XAui (greisin); ujeujuto : 
ujaiaio (fremd), ujejuumoi : ujjuuului (fremde); — und von denen auf e 
3C*jue : k«julc (schwarz), ^*,julh : kwulh; c^fce (klug), c*&k; c*ie : 
c*eie (schon), c*jh; tg&jie (tief), [w>rh] ; w>qe (wiist), w>qH; &*e : 
^kc (lelzter), j6a.h : £*>h ; %6Jc : 3^ie (hafiltch), *sl*ih : ^«jk; B. tt*ne 



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DER HUMERUS DES NOMENS. 101 

(niedrig, weich?), -sl^hh ; K&.d'e : tfVxe (verstiimmelt), ols^h : sVxh 
(wonach Alt 18,8. Mc 9, 43 zu berichtigen sind); a^Xc (lahm), [^Ah]; 
auch ^Akh ist ein femin. von <vAne (letzter); — ferner feeAAe : &AAe 
(blind), AeAAif : fcAAn; eeuje : -reuje (nacbbar), -»cu|h : tcujh; peju^e 
(frei), pcA&^H Gal 4, 22; auch B. tf'eititc (faul), ucpgc (kahl), netyre 
(hart) bilden vermuthlich ein fem. auf h. 

Wo die flexion zur unterscheidung der geschlechter nicht ausreicht, 207. 
da tritt composition meist vermittelst n ein, namentlich mit ^raoyx : ^ooyx 
(mannlich), c^ijuii : cguue (weiblich), z. b. ofujHpi w£iuoy** ( em m 'ann- 
liches kind); oy^Aoy ncguui (ein weibliches kind); oyjue^HrHc nc£uu 
(eine jiingerin) Act 9. 36; oycaim ncgijuu : oycaine ncguuc (a8eAcp^ Y ov> l) 
I Cor 9, 5; lUfeAtnofi n^iojuti (die jungen frauen) I Tim 5, 4 4. 



XIII. CAP1TEL. 
DER NUMERUS DES NOMENS. 

In der alien sprache wird die zahl des nomens meist nur ideo- 208- 
graph isch unterschieden , und namentlich da, wo der plural eine zu- 
sammenfassende, collectivische bedeutung hat, ist seine fonn dem singular 
gleichlautend. Der dualis wird, wie es scheint, (lurch den bestimmten 
plural vertreten. 

Der plural der nomina bleibt auch im koptischen meist unbe- 
zeichnet, da der bestimmte (m : it) oder unbestimmte artikel (g*ii : £eit) 
zur erkennung der zahl hinreicht, z. b. ntynpi : nujicpe (der sohn), 
mtgnpi : ntgHpe (die sohne); oyujHpi : oyujHpe (ein sohn), ^nujHpi : 
£emgiipe (sohne); Tigepi : -rujeepe (die tochter), niujepi : nujeepe (die 
tochter); oyujepi : oyujeepe (eine tochter), £*mgq>i : genigeepe (tochter). 

Der bestimmtere plural der masculina wird im altagyptischen durch 209. 
die uns als pronomen suffixum der 5. pi. bekannte endung u, seltener 
und spater durch i ausgedriickt, der der feminina durch die endung ut, 
deren consonant jedoch ebenso wie beim weiblichen singular in der spa- 
tern sprache ofTenbar zu einem vocale abgeschliflen war 1 ). Das koptische 
hat diese bildung des plurals in einer anzahl von nomina erhalten ; seine 
formen sind aus den erwahnten hieroglyphischen hervorgegangen , da sie 
entweder die endungen oy, oye und i oder eine auf dieselben zuriickzu- 



*) Ausfiihrliches uber die hieroglyphischen plurale bietet eine werthvolle 
schrtft von Ad. Erman , die pluralbildung des altagyptischen. Leipzig 4 878. Der 
dualis wird vom plural nur durch die striche \\ unterschieden, welcho in diesem 
falle wohl eher eine Ideographische als eine vocalische bedeutung ha ben. 



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102 XUI. CAPITEL. 

fuhrende innere bildung zeigen. Die endungen oy, oyc trelen an den 
oflenen, vocalisch auslaulenden stamm, die endung i und die innere bildung 
ist dem gesehlossenen, consonantisch auslaulenden slamme eigenthiimlich. 

a. die plurale anf oy. 

210. Masculina auf o bildcn den plural auf moy, solche auf e bilden ihn 
auf HOf : ny f seltener auf cy. 

Belege fur III O T in beiden dialecten sind B. efto (stumin) , cfcuioy ; 
i*po : eiepo (fluB), i&ptuof : cicpinof ; XP° : R P° ( u ^ er )> ^pinoy; ©TP o: 
ppo (konig), oypinoY : ppinoy ; po (thtir) , proof; B. ptuut&o (reicb), 
pfcjuuvuioy; B. ujejuumo (freind), ujejuumuiof ; ujt€ko (gefangnifi), ig-rc- 
Roiof; und B. ofexpo /*. (thiirpfosten) , welcbes neben o-fcxpiuoY auch 
ofC'xpiuoYi (2 Par 3, 7) hat. Diesen schlieftt sich an tgojut fiir ujjulo 
(schwiegervater) , ujjuuioy, und das anoraale ege M. *£H (m. rind, f. 
kuh), welches cinen plural eginoy : egooy : a£**tp (rinder) bildet; dieser 
plural konnte nach Ibn Dahiri nichl »die kuhecc bedeuten und fiir »viele 
kuhe« muBte man sagen cpuLHig iiege. Ein plurale tantum ist B. ituvAaioy 
#. ; U*£j( (die palmzweige, nichl ^Amo^i) . 

211. Von pluralen auf HOT : HT sind die folgenden zu bemerken: B. *jme 
(rinderhirt), tjuLHoy; *jutpe (backer), djapHOf : «japH*f ; «ju.tye (zim- 
mermann) , gsduugHoy ; fite^e : Acne (John) , fiie^Hoy Hagg \ , 6 fqau, 
nichl fite^Koyi, wie Tattam liest ; ujne (netz) , tgitHoy : ignity, sehleoht 
tgitHye; B. tg%e (heuschrecke) , uyxHOf; *epe (genosse), cpHOf : epHy ; 
ferner gift f. (steuer), B. giHoy Act 27, 40; B. ^ih (grenze), tfmoy; und 
die griech. a^Ah (hof), ^yAHOf / ^iiwJI und j^xSI K. ; >^HpX H (seele), 
M. >1/txhotp Lam 5, 9, wie tamoy Bar 6, 30 von **iih. Minder regel- 
miiBig sind hi (haus), noy; «oi (schiflf), exKoy : e<xny ^ny; und con 
(bruder), cnHOf : cnHf. B. nci /*. (termin), tutoy kann man auf Tukis 
auctorital nichl annehmen; pejuu^oTgHoy nach demselben pi. von peAi$oT£ 
(sculptor) ist unsinnig. In zwei fallen tritt fiir das h d. h. a der endung 
*k% ein und dies hat einc veranderung des stammes zur folge, namlich in 
cofirr (mauer), B. ce&^Moy; iojui fmeer), *jul^io*j\ Der plural A^uj^nioy 
von S. A<vin>ne (ortsvorsteher) AZ. VII. 144 ist ganzlich anomal. 

212. Die adjectiva und einige andere auf e bilden den plural dagegeu mit 
kurzem vocal auf 6T : 6T 66T, selten GOT und misbrauchlich 66Te. 
Dahin gehoren fteAAe : hXKe (blind), AcAAey : fiiAAeey ; eeuje (nachbar), 
eetgef; B. *9£*nc (lockc), ^c^itey; B. juteepe (zeuge), uteepey; 
pejuge (frei), pejut^cy : einmal peju^cef c ; c*iie (klug), c&Aef : c&Aeef : 
c*^Hoy; uj&qe (waist), B. ty^qey; ;6*e : £*.€ (letzt), &±ey : g^eey 
g&eof g^ee^e; B. geA«xe (suB), geA^ey; S. g^rpe (zwilling), &epef : 
g^^peey; B. -x^ne (niedrig), •x^ney; B. 'x&d'e (verstummelt), TL^cy; 
<5^Ae (lahni), <f*S\ey : g^Ace^e; ^enne (triige), Penney Prov H, 16; 



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DER HUMERUS DES N0MENS. 103 

und Vujc (astrolog), &uje*y Jes 47, 13. Den st'ammen auf c schlieBen 
sich an B. d'uuc (herr), a'lcey; S. ate /". (hand), aVxey Kar. ; Tt&tti : 
-x^-xc (feind), S. ^tiKeey xmeoY *i«ecf€; endlich eujtu /*. (sau), S. 
cujd/f und i in : eiiu (esel), B. cey und e^cy mit unorganischem £*, 
ob S. £*p**y (AZ. XVI. 17), B. m-A^y ^fc^lydl, ra-£re*«r #. ; U£Jt, 
iucju.6/f (die schlSfe) pluralformen sind, muB dahingestellt bleiben. B. 
c*j6ey als pi. von c*j6 (schreiber) existiert nicht, ebenso wenig S. ^juney 
(dorfer), welches Luc 9, 6 auf einem corrigierten druckfehler beruht. 
b. die plnrale auf oyi : oye. 

Die endung ofi : oyc : oyci kommt urspriinglich deni femininum zu, 213- 
aber schon ira altfigyptischen der spatern epoche wird sie vielfach auf 
masculina ausgedehnt. Im koptischen wird sie bald durch tn : o, bald 
durch h, selten durch e an den nominalen stamm angekniipft. 

Den plural auf IIIOTI : 00T6 : atTGI 2tTI bilden zuniichst die^ 
stamme auf 10, unter ihnen einige masculina, namlich S. cm (eselin), 
eooyc; S. CA&pui (hafen), eAipooye ; e-r^ui : e-rnui (lasl), e^r^uicrf i ; 
S. pcin (wohnung) , pcooy, lies : pcooye ; cfcui (lehre) , cfttuofi : cftooye, 
falsch cfcooy Z. 272; gcfcciu : £&cui (kleid), £&coo*f c ; ferner B. a^m 
(zauberer), ^^inoyi Dan 2, 2 ; peq^tui (sanger), peq^ttnofi '• peq^ooye ; 
und ^Aof (knabe), *>Auio*p : <vAooye : &.A&Y i ; oyiioY /*. (stunde),, 
oTfituiofi : oy itooye. 

Ferner haben den plural auf vaoyi : ooyc einige singulare auf H, 214. 
namlich : epuiH : p&fteiK (thranc) , cpjutoiof : pjuteiooye : Aejui^yei ; S. 
oyujH (nacht), oyajooTfe ; TxfitnH : t&ixh m. (thier), ^reAituiofi 2 t&ho- 
oye ; S. gin f. (weg), ^looye M. £i*yi ; und die griechischen ferainina 
auf h, wie ^nrX H ( see ^ e )» V^HfXuiOTp * : ^nrX°°T e i &• a*ork (woh- 
nung), JULOnoioyi ; 9£«jul&iih (zelle), ^<!*dLnvmuo*p ; rpe^H (schrift), 
pp^ooyc ; ciiictoAk (brief), emcro Aooy e , u. a., aufierdem pouim : 
pojutne (jahr) , pxinoofe ; und von ^^r : rct ki (anderer) das S. 
Roofc fu> das seltene root (Nic. *> *^)» an lessen slelle die beiden an- 
dern dialecte das compositum Ke^.iuoYiu : ReR^ni setzen, aus ne-ne- 
-oyoit. Von einigen pluralia tan turn dieser form stent der singular nicht 
fest; dahin gehoren lu-aLOioyi j£Ut (triclinia) K., S. eiooye in juofcioofc, 

juofwcioofc (wasser), ^looyc (gurgites) Tuk. Ein plural nixiuioyi, der 
mir in einer berliner handschrift (Ms. or. qu. 599, f. 53) fur itijuoyi (die 
lbwen) begegnet ist, bedarf der bestatigung. 

Den plural auf' taofi : ooyc bilden auch einige geschlossene 215. 
stamme masc. gen., deren vocalisation dadurch beeintr'achtigt wird, nam- 
lich c<£ip : ciup (rippe), c^ipinoyi ' cnipoof^, Tatt. cnipooy; B, juLiurr 
(weg), jutrxiuof i ; S. o&oeic (herr), -xicooye neben Tuceooy und -xjcofe 
Leps. Denkm. VI. 4 02, 5; endlich com (rauber), cjiuuoyi. 



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104 XIII. CAP1TEL. 

216. Der plural auf HOTI : HT6 i«t viel seltener ; er wird von singu- 
laren, zunachst fern, gen., auf 6 gebildet; so in *.$e : *ne (kopf), 
«^Ho*p : tKimy e : atihotp ; <|e : nc : nH (himmel) , ^Koyi : nnye : nnyci ; 
;6pe : £pe (speise), ^pHoyi : ^pnye ; ferner S. eftp* (korn), e6pKO<fe; 
epc^ei : pnc (terapel), ep^Hoyi : pim^e ; und outfe (AZ. XVI. 17) 
neben und fur cneyH oxsor) ; S. nojunHye wahrscheinlich von irou.mf 
ist ungenugend belegl. Von consonantisch auslautenden stammen bilden 
diesen plural nur giufit m. (werk), ^Hoyi ' fcAHfc, fehlerhaft gAity (Z. 317): 
^fcHoyei gAf^ei ; und &ip f. (korb), S. ftpHye, B. niAip Sc. 

217. Der schwache plural auf 6T6 66T6 kommt einige male im S. fiir 
eey vor, wie in peju^eeye g^ee^fe ^^Kceyc; sonst ist er selten. Es 
findet sich S. «xice (hohe), «xiceeye Ps 17, 34; S. -xiivxcyc Ps 6, 7 ist 
ein fehler fiir «xi«xceye; nc&iitcfe (iirzte) Tuk. 49 ist kaum zulassig; 

^noogc-fe Z. 652 ist eine vereinzelte bildung. 

c. die plnrale aaf i : e, selten i. 

218. Die pluralendung I findet sich selten an vocalisch auslautenden stam- 
men, wie jut*, (ort), B. ju*i; <^\o (zaun), B. <f\oi nach Zoega ; ^e'AAo 
(greis), &eAAoi l ) ; B. p&jut&o (reich), pajm^oi neben p&jut&aiof; und 
S. ujjuljulo (fremd), ujjuuuloi Rev. pap. 56; tyjuoy (pflock), ujULOfi und 
lyjuofH Ez 27, H ; ferner Aoof (band), Aoof^ neben ^ereAooy Nic. \, 
29; •xnooTf (^ en ne), selten •xnooye ; S. ne-^ooye (tage) von £ooy steht 
Z. 652 im reime fiir das gewohnliche He-goo^, gen-gooy ; S. nooyc 
(Prov 9, H), ein angeblicher plur. von nooy (tag), ist ein schreibfehter 
fiir pjunooye, das in der variante steht. 

Haufiger tritt die pluralendung i : e an consonantisch auslautende 
stamme, wie cjuhiot (brust), B. cjuno^: ujujctt (kissen), B. lyo^ 
Ez 13, 18; g^T (silber), S. g^-re (silberstiickc) ; ob von mq (nebel) ein 
plural mqe (2 Petr 2, 17) gebildet wird, ist ungewiB, da diese form dem 
boh. sing. oy-iuqi entspricht. 

219. Gewohnlich bewirkt der antritt der vermuthlich betonten endung eine 
verkiirzung des st a mm vocals , und zwar des ai zu O, wie in &Auik 
(rabe), &6oki : ^orc &ftoone ; B. &<^tu$ (riese), &.<^o$i; lurx : eiurr 
(vater), io^ : eio-xe (eltem); B. jucujtyorr (feld), juteujujo't; B. *purr 
(saat), pcV; B. tyfturr (stab), uj&o^ ; *j6puiT (kind), jdpo'V; B. cujuit 
(kaufmann), eujct, wohl nicht ujo^ oder eujui^-; B. cruit (erbauer) 
Jes 58, 12. AZ. XIII, 59, eno^ Ps H7, 22. Mt2l, 42 — wohl nicht 



4) Fiir das fern. pi. ftihrt Schwartzb &eAAuii an. Dieser gelehrte hat die 
erkenntniC des richtigen nur zu oft durch einfuhrung ganz vcrderbtcr und ver- 
werflicher lesarten erschwert. Der pi. von ^;6e<V<Vui (diegreisin) heiCt ni&eAAiu; 
Ibn Dahifu sagt ausdriicklicli jjL=^J5 & L^3U> jx iu v^**a^ 



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DER NUMERUS DES M)kEi\S. 105 

ckoi^ ; auch B. juoyx (gelenk, hals) bildet den plural axo^, aber S. uotc 
(hals) ist auch sing., Z. 298, wie oyo^ : oyooi-e (gemiise). Wenn ujKurt 
(flecken) Kab., £pin^ (halsadern) und ^in^ (lenden) von <&<$urr plurale 
sind, dann sollten wir auch in ihnen o stall oi erwarlen. 

Slammhafles h wird unler dein einflufi der pluralendung i zu 6, wie 220. 
in B. 6t?x (falk), feexi Sc. ; B. ujc^Hp (genosse), uj^epi, auch gen. fern. 
Jud H, 37; — oder zu 2t, wie in kT (palmzweig), ta^; pejmrr 
(zehnle) , peu.*^ ; ^Aht (vogel) , g^A*^ : g*A&Te g^A***T€ : £*A€*$- ; 
scptra : <fe$H& (jiiger), <^cp^^c. Ebenso wird auch i zu & in juLeitprr : 
jutepiT : AieArr (geliebter), xieitp*^ : Aiep^-re : juteAc^ ; o-fprr (wachter), 
oyp**V : £oypa,tc ; B. goyiT (erster) , £oy**V : ^o^Te (erslliuge) . Der 
umlaut * findet sich aufierdem noch in S. e&crr (inonat) , efiuvre ; Tt^AnoyA : 
&*jLXoy'\ (kamel), -xsjul^yAi : ^adm^y Ac ? ; aber lu-cof^ Ez 23, 3 4 fur 
iti-cof** (neumonde) Ez 45, 17 isl ein fehler. 

Einige nomina vermitteln die ankniipfung des i durch oy, so &q 221. 
(fleisch), ^qofi ; B. c**j6 (schreiber), c^oyi ; S. gfcui oder goq (schlange), 
gAofi 5 ob £iqoTfi iffets Jes 34, H (vergl. S. giAoyi gi&cui sg.) und S. 
gAAoyei (wespen) plurale sind, isl sehr zweifelhaft ; letzteres enlspricht 
dem B. ^q-Jut-Aioy. 

An die pluralformen auf i schlieflen sich einige anomale auf h, nam- 
lich Tooy (berg), toycih; oyvui : oyoei (landmann), ofm : oyoeiH 
oyoie? und •xoi : *xoe io (raauer), cxh. 

d. die Inneren plurale. 

Die innere pluralbildung verdankl der urulautung der alien endungen 222. 
u und t ihren ursprung; sie erinnerl also an die in einigen andern 
sprachen vorkommenden inneren plurale, wie engl. men von wan, feet von 
foot, walisisch meib (sohn) von mab, wohingegen die arabischen inneren 
plurale, wie kutub von kitdb, gibdl von gabal, eher durch ablaut ent- 
s tan den zu sein scheinen. 

Das eindringen der endung u in den stamm zeigen deutlich einige 
plurale mit innerem 2XT, wie B. <v-e^£ (lasl), &.ed/f£ * eT * 7 • ** J *ittog 
(eid), ^it&Yiy ; B. jur^£ (schmerz), julk*y£; B. cn&£ (fessel) Kab., 
ot*T£, was Jer H. 9 incorrect als sing, gebraucht wird; <*W£ : <&n&£ 
(arm), <yn*Y£ Jer 38, 21 ; B. eeintg (Athiope), ee^yuj ; B. d'&AoK (fuB), 
^^A^/jf 3 ** 

Ein stammhaftes O jsflegt unter dem einfluB des hinzutretenden plural- 223. 
elements gedehnt zu werden ; so in B. oy^op (hund), oy^uip; cnoq 
(blul), S. ciuutuq ; ujAor (krug), ujAuik Jer 52, 49; ugAoA (volk), 
ujAuiA ; £&oc : £&ooc O^id), £&inc : gfcininc ; gAojut (axvty), ^Auijul?; 
^qo-T : gnoT (elle) , gcjurT : gnarr ? ; •x.po-x. : s'poc*' d'pooc*' (samen) , 



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106 



XIII. CAPITEL. 



Kptira? : d'puK*' (^pinaK^ Nic. I, 38. Das im auslaut unterdriickte p tritt 
nach dem tu wieder hervor in *.£© oder &£op Jer 27, 25 (schatz), *£iup : 
&.£tninp ; £»o : gro (pferd). £»uip : £*rinp ^nurap. Einige dieser formen 
mit id sind als plurale nicht ganz gesichert und finden sich in schlechten 
texten auch als singulare gebraucht. 

Ein kurzes o zeigen im plurale aac&£ (crocodil), S. eiucoo^; [c]gi*u : 
[cl^ijuie (weib), £iojuli : gioxie : £wuue; tgtuc ujiniuc (hirt) , ujooc? S. 
d'epuift (stock), (^epoofc ; und ujoA ujoiA (backenzahn) , tyAoA — von dcncn 
die letzten beiden nicht ohne vorbehalt aufgestellt werden konnen. 

224. Von der innern bildung durch i zeugen B. «Jiot (monat), efiurr fur 
abati; S. k^c k&&.c (knochen), neec ; vielleicht auch das plurale tantum 
fteuj : fteeiy (unreife fruchte) ; S. uj^y (zweig), ugny; und endlich B. 
&uir (sclave), efti*iR hier. bid — aber auch iu&oik (die sclaven) und 
iu&oiki (die sclavinnen) Mc 14, 66. Dagegen ist oyuiini als plural von 
&eiu Apoc 7, 9 einer der traditionalen schreibfehler, an denen der text 
der boheirischen bibelubersetzung reich ist. 

225. Die meisten pluralformen sind unumg'anglich ; man kann nicht sagen 
iu^e fur tu^Hoyi, oder tucpuiH fur tucpjuLtuoYi, oder tuiurr fur iuio^. 
Die pluralbildung der eiufachen nominalstamme wird mitunter auf die ab- 
geleiteten ubertragen ; so tindet man jue^-jue^pey (zeugnisse), jutc^r- 
o^pinoTf (konigreiche) , peq^-cAiuoyi (lehrer); so lautet auch der plural 
von «juuje oder ^djuuje, wetches vermuthlich ein compositum von £*jul 
und uje (holz) ist, ^sdLMgHoy. 

Wo aber der flectierte plural neben dem unflectierten besteht, da be- 
zeichnet jener mehr das einzelne und das allgemeine ; wie ahnlich in andern 

sprachen, z. b. gL*«Jt the fish, ol£+«Jt the fishes. Daher verbindet sich 
der unflecticrte plural gern mit dem bestimmten, der flectierte gem mit dem 
unbestimmten artikel. Man sagt tu-coni (die rauberj Mt 6, 19, aber 
^n-cmuioTfi (einzelne r'auber) Luc 10, 36. 2 Cor It, 26. Z. 68. Mit- 
unter stehen die beiden formen in einem parallelismus, z. b. B. neRjauirr 
hoc oyoit^of epoi oyo£ ju^c&ui iihi eneKAirrtnoYi (deine wege o8oo<;, 
o Heir, offenbare mir und lehre mich deine pfade Tpt'Pous) Ps 24, 4 ; 
«tqKarT niuuuiurr feqeuuut itittjutraiioyi (er baute meine wege und ver- 
schlofl meine pfade) Thr 3, 9. Attributive adjective, welche einen plural 
bilden, wend en ihn nur dann an, wenn sie voranstehen. Vergl. § 187. 



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DER ARTIKBL. 107 

XIV. CAPITEL. 

DER ARTIKEL. 

Das koptisehe nomen wird gewohnlich dnrch den artikel gekenn- 226. 

zeichnet, und zwar enlweder durch den b esti ramten (^ajjuJI iJ!), der 
a us den urwurzeln P T N hervorgegangen ist und schon in der alten 
sprache in, freilich beschranktem , gebrauch ist, oder durch den unbe- 
stimmten L^aaJI K-o^Lc), der vom zahlworte oy^i »eins« aus gebildet 
und erst im demotischen aufgekonimen ist. In einigen fallen verzichtet 
das nomen auf den artikel uberhaupt. 

a. der bestimmte artikel. 

Der bestimmte artikel, im altagyptischen pa, ta, na, hat im koptischen 

eine schwache und eine starke form; 

die erslere lautet sg. m. n $ : n ne f. *r ^ : -t tx pi. nen : it, 
die letztere lautet sg. w. ni f. *$■ pi. m 

Im allgemeinen bildet die schwache form den generischcn, die starke den 

demonstrativen und individuellen artikel. 

Im boh. dialect hat der schwachere artikel, n t, vor liquiden 227. 
und halbvocalen <^ <e> und nen, gewohnlich eine a 1 1 g e m e i n bestimmende 
bedeutung, und Gndet daher vor generischen und abstracten begriften seine 
anwendung, z. b. ty\ &UI (Golt), tick: (der Herr), QptiuuLi (der mensch), 
nn&.£i (die erde), *r$c (der himmel), ^pH (die sonne), ^oyiuini (das 
licht), nx^ 1 " (die finsterniB), tcjuh (die stimme), ttoi (der theil), 
nHpn (der wein, und nicht das wasser), Tcnqi (das schwert), ncp^ei 
(der tempel), nc*<&i (das red en, das wort), ^juteyi (das dcnken), <^n&i 
(die barmherzigkeit) , ^aihi (die wahrheit), ivxinjuouji (das gehen), $pirt 
(die art und weise), nejuteo fiir n-juieo (die gegenwart), hhi iu*kui6 
(das haus, die familie Jacobs), eite&i trxx txcj*a*y (der leib seiner 
mutter), noypo irrc ^lof^e* (der konig von Jud'aa). Der plur. nen, 
der rait nen (unsere) zusammerrfalll, ist nur vor einein genitive gebrauch- 
lich, z. b. itenujHpi JumcA (die kinder Israels); neiravxi junipauuu 
(die feinde des marines) Mt 10, 36; neitHoy ntuofpinof (die hauscr 
der kbnige) H, 8; — sonst muB iu daftir eintreten, z. b. nuyicpi (die 
sbhne), mujepi (die tochter). 

Dagegen hat der starke artikel (m, ^, m) eine vereinzelnd und 
unterscheidend bestimmende bedeutung, z. b. mitoyt &WI (der gott, 
der bestimmte eine von mehreren) , nipinjui (der mann) , iur&£i (das 
land), ^oiRoyjutcitH (die erde), ^iot^c*, *Vcrpi*, nmpn (der in rede 



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108 



XIV. CAPITEL. 



stehende wein) Prov 9, 5, ^CHqi (das bewuBte schwert), *^ftumi nTcnoc 
(die dienerin gottes) , nixiHiy irre mA&oc (die menge des volks) , niep^ei 
n^re ncrc (der tempel des Herrn) , *^ra.£c iit£ ^jue^royHA (die sitte der 
priesterschafl) , nic^ooy crejuum^y (J ener **8) » nwa* £t . . (der ort, wo) , 
junipH^ err*> (in der art wie) 4 Reg 24, 4 9. I Thess 4, 5. 

228. im sah. dialecte ist die sphwache form des best i ram ten artikels 

ohne unterschied der bedeutung die gebrauchlichere, und zwar steht n *r u 
vor einfachem consonantischen oder vocalischem anlaute, z. b. nnoyxe, 
iv&ocic, npuuue, hk^^, limit, nfitioc, npH, neiarx, nofoem, hk^rc, 
nttpn ; tuc, Tcnqe, tto, tju^^y, tjuc, tmic, toikoyaachh, ^of- 
^^i*, -rc^ppi* ; nuj&o&c, lUAeeye, nn^ nearTo, Ttf'injuoouje muHHige 
junA&oc, npne juumoyTe, iiju^ err . ., mgitpe, ntyeepe ; ^rioc wird 
geschrieben fiir n£&t*ioc, -»e fur T££. Das n des plur. geht vor anlau- 
tendem jui und n in ju, in den altera texten auch vor A p und selbst ft 
in diese consonanten uber, z. b. juuiHye (die himmel), suuulcKoc (die 
glieder) und AA<voc (die volker), ppuixie (die menschen), fcfcppe (die 
neuen). Vergl. § 67. 

Vor mehrconsonantigem anlaute heiflt der sah. artikel dagegen ne, 
-re, ne, z. b. neupo (das ufer), necnoq (das blut), tcc^uac (die frau), 
tccmh (die stimme), ix\^p9C H (die seele), Terp&^H (die schrift), 
it£cnHTf (die bruder), nenpo^trrHc (die propheten), ne^H^e (die werke); 
desgleichen vor dem £p griechischer worter, z. b. ne^pimiip, nc^pirriup; 
vor 2PT (h w )> 2} (fy) m & nachfolgendem vocal, z. b. ne^ofo (die mehr- 
heil), -regm (der weg), ne^ioxie (die frauen); und vor den griechischen 
aspiraten e $ j£, z. b. nceKc^ypoc, Teerci* (Z. 34 0), -re^cic, 
nc^uittH. Das griech. ^*A&cc* tritt fast regelmaflig ohne artikel auf, 
indem man es als t-£&A&cc& aufgefafit zu haben schelnt, doch findet 
sich Tee*.A&cc&. Eccl 1,7. Act 27, 30. Vor einem anlautenden of und 
folgendem consonanten kommt der artikel ne tc ite auch bisweilen vor 
und verschmilzt mit demselben zu cy, wie in neyigaai (das darlehn), 
neygoop (die hunde) Ps 58, 4. Den artikel mit e fordern auch mehrere 
zeittheilungen ausdriickende substantiva, wie neoyoeiuj (diezeit), -repojutne 
(das jahr), ne^ooy (der tag), n£^oof (die tage), Teyigic fiir tc-ottujk 

(die nacht) , -xxynoTf fur Te-oyiioY (die stunde) , -reitoy q^! (jetzt) . In 
schlechtern texten begegnet man dem artikel ne, -re, ite gelegentlich auch 
in andern fallen. 

Der starkere artikel ni, ^, m ist im sah. selten und hat regel- 
mSfiig eine nachdrueklichere demonstrative bedeutung als verkiirzung von 
nei, tci, net ; so findet sich uuium*. (an d£m orte) , juimof ociuj (zu der 
zeit) PS. 34 ; n^oyujic (in der nacht) Z. 240, niKe*reAtnmcc (auch dieser 
zbllner) Luc 4 8, 4 4; lu^incurrjui c-rtgoyerr Nic. 4, 48; nnryp^iiiioc 



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DKR ARTIKEL. 109 

CTJuuui^y PS. 38. Die pluralform nen oder itit kommt nur in incorrecten 
texten vor, z. b. Z. 267. 268; neurxeit ^e nemgitpi nurnpo^HTHC : 
irTurnt *^c nenujfrtpe nnrnpo^HTHc (ihr aber die sohne der propheten) 
Act 3, 25. 

Die raittelag. fragmente schliefiea sich im allgeraeinen dem oberag. 
gebrauche an ; doch ist neben n t n und ne tc ne noch m «t tu hau- 
figer als in diesem. Auch fehlt es nicht an beispielen ungeregelten ge- 
brauchs, wie neiueexc Jes 5, 9 ; nmoAic irxe ioy^<v Lam 5, H. 

Der best i id rate artikel bezeichnet nicbt nur die bestimmteo und als 229. 
bekannt geltenden hauptworter, sondern er substantiviert auch den ver- 
balen stamm als mannliches oder neutrales nomen actionis, wie nc^-xi : 
ntu> < xe to Ai^stv; ferner die adjectiva, z. b. nimuj^- der grofle, iu-xiuA : 
n^vak (der schwache); und die adverbialen oder prapositionalen verbin- 
dungen, z. b. B. lue^pm (die obern) Prov 8,16; B. nieftoA J6eit ^ 
(der gbttliche) 1 Cor 2, 12; niefitoA J6cn hr^^i (der irdische) Joh 3, 34; 
niiu>eite£ (der cwige), meiraipq (das iiberhaupt, das all); S. luidtTttCfep? 
(die nach dem fleische, die verwandlen); iwuirxeiuvr (die jetzigen) Z. 310. 
In den beiden letzten fallen inufl das boh. den individuellen artikel an- 
wenden, im erst en den generischen. 

Das adjectivische attribut wird mitunter wie im semitischen mit 230. 
dem artikel angefiigt, namentlich wenn sein substantiv ein possessivpro- 

nomen hat, z. b. nioyK& hjiuuj^ bYl|H "JTTSn ; n^ittrr iu^johi .LJi ^^jl 
Joh 17, 25; so auch im vocativ, der immer bestimmt ist, z. b. ir&oeic 
n^r^eoc n£&puj£frr (o du guter sanftmiithiger herrj Z. 401. Regel- 
mSfiiger noch wird das attribut durch den artikel angekniipft, wenn es 
prepositional ist, z. b. ioich^ meftoA ^cn iUk7<vpee> Joh 4, 46; «t«tn*- 
ct^cjc ^eAoA j6cit lupeqjunuofT (die auferstehung von den todten) 
Luc 20, 35. 

b. der nnbestimmte artikel. 

Um den unbestimmten artikel auszudriicken , bedient sich schon das 231. 
altagyptische des zahlwortes ua of&i : oy*> mit folgendem it; der davon 
abgeleitete stat. constr. oy bildet den koptischen unbestimmten artikel 
sing, fur beide geschlechter, zunachst in individueller bedeutung, wie 
OTpoiAii : oypenjute (ein mensch), o*rc£iAftj : ofcgiAie (ein weib). Mit der 
vorhergehenden proposition c, seltener mit dem relativ e wird of nach § 79 
zu ey, z. b. erpnu&i : e-rpouute, mit *. zu *>y, z. b. *tcajlk ujume (eine 
stimme geschah). Der nnbestimmte artikel bezeichnet zunachst die ein- 
heit, wie in gi ofcon, efcon (mit einem male, zugleich), kofcon (ein- 
mal), £i ofAiA. (an einein orie), und wird mitunter durch das adjectiv 
OfOTT verstUrkt, z. b. ofgirT hofuiT (ein einiges herz). 



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110 XIV. CAP1TEL. 

232. Abweichend von andern sprachen hat der koptische unbestimmte 
artikel audi generische bedeutung, indem er ira allgenieinen dem 
article partitif der romanischen sprachen, dem bestimmten artikel oder 
der artikellosigkcit iin deutschen cntspricht, z. b. oyfjsrr (silber), oyiioY& 
(gold) ; eieofAfeuj e^oTC oyx ,IUI1 : ^k^ot^HI n^oye cy^ium Ps 
50, 9; ofpoiK^ oftg'xe o^sin^e^ (der brand, die heuschrecke, der 
slurm) 2 Par 6, 28; icxen oypoiAAi m> oyreAifH (vom menschen bis 
zum vieh) Gen 6, 7; nof&^i noypauue (das heil des menschen) Ps 
59, 15; S. •sin o*piiuxi w> otkuuul (von geschlecht zu gesclilechl) 
Ps 48, 12; B. oyp^ju^o itexi oy^Hiu (rcich und arm) 48, 3; 
T!>0 ,U : OT K ^ R€ (fi nsterniB) ; oyjuHuj : ofJUHHujc (eine menge, viel); 
oy^OT£ jutt oYCTurx (furcht uud zittcrn) ; oyncr^iuoy : oyne^ooy 
(boses); ofp&uji : Ofp&tgc (freude); o^co^i* itejut ^cAiu (weisheit und 
lehre) Prov 1,2; &eit OT^PX" ^ v ®PXTj ( zu an fc* n 8) Gen 4 , 4 neben 
&cn *r*p9£H : git Tegoycrre (im anfang) Job 1,4. Der sprachgebrauch 
isl hierin meist nii-ht gebunden, indem oy in diesen fallen oft durch den 
bestimmten artikel abgelost wird. Unumganglich ist oy jedoch vor den 
uoinina actionis oder abstracten, wenn sie mit der proposition &eit : git 
(in) zum ausdruck des adverbs dienen, z. b. &eit ofcuioyreii : git 
OTfCooyrii (in aufrichtigkeit) , &cit oyoYUJitg eAoA oder gn oyn^ppHci*. 
(offenbar), &eit oytg^Hpi : git oyignHpe (8aop.aaTa>;) Ps 44, 5; j6en 
OYXieTpejuL^o : git oy xin rpxuuL«,o (reichlich) 2 Petr 4 , 4.1 ; &cit oyibi : 
git ofei&e (durstig) Ps 04, 5 u. a. m. Vor anlautendem oy ist hier der 
artikel mitunter irrthunilich ausgefallen, wie in git oyujitg e&oA, git 
oyocTit Ps 30, 9 fiir B. &eit ofjufe eqcvyec-feiuit. 

233. Der plural des unbestimmten artikels lautet g*.it : geit (selten git 
geschrieben zum unterschiede von j6cii : git in) ; die mittelag. form ist 
geit. Er ist elgentlich der st. constr. von S. goeiite (einige), dessen 
bedeutung er bewahrt , z. b. g&npuuui : geitpuuue (menschen , einige 
menschen, des hommes), gMtgioAii : geitgioux (des femmes), S. geit<^oA 
(liigen), g&itc&'xi : gemg&'xe (dicta, worte); g&itiuuj't itc&'xi : genital 
ituj&o&e (groBe worte); gito ivreige (das seiende der art) Z. 382; B. 
2&IUUHU) (vieles) Luc 11,53; S. geitpuuue h oYpuuue (mehrere men- 
schen oder einer) Z. 399; oycon (einmal), geitcon (manchmal). 

234. Der unbestimmte artikel substantiviert ebenso wie der bestimmte die 
adjectiva und adverbia, z. b. oy&cAAe (ein blinder), gkitAcAAcy 
(blinde); <vf&.u) itpH^ (ein wie beschaticner?), g&n&.tg itpH^ (wie be- 1 
schaflene?); gcncy (was fiir welche?); gkite^AHoy (eiteles) Ps 38, 6; 
oftfco^ j6ck it&7&pe^ (ein Nazarener); im attribut wurde der unbe- 
stimmte artikel der crforder lichen dcutlichkeit ermangeln, im pradicat 
ist er dagegen h'aufig. 



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DBR AHTIfcflL. Ill 

c. artikellosigkelt. 

Das nomcn ist im koplischen entweder bestimmt, und zwar durch 235. 
den artikel oder ein pronomen demonstrativum oder ein za hi wort oder 
ni&eit : iuajl (als) oder ein possessivsuflix, oder als eigennauie, wie x. 14 * 311 : 
KHjute (Agypten), p&.RO't : p*Ro-re (Alexandria), «jmen«t : adu.m-e (Hades), 
jul^phc c&pHc (Sudland), z. b. ^cr^pm irre c&pHc Luc 14, 34; oder es 
ist ausdriicklicli unbestimmt durcb oy, g^it. Wo aber ein begriif weder 
in seiner gattung noch in seiner vereinzelung bezeichnet werden, sondern 
nur in seiner allgemeinheit obne eine besondere beziehung zur geltung 
kommen soil, da stent das nonien ohne jeden artikel. Das trifflt beim subject 
namentlich in negativen satzen, jedoch selten ein; das object oder prapo- 
sitionale structuren konnen sich dagegen des beschrankenden artikels uau- 
tiger iiberbeben. Artikellosigkeit tritt namlich oft wie im deutschen 
besonders in den folgenden fallen ein. 

a) Das it der relation duldet vor seinem nomen keinen artikel, 236. 
mag es nun das complement zum nomen oder zum verb fugen, z. b. 
neAft.R&£ it£HT (herzweh), eqoi ntyejuuuo : eqo hujajuulo (fremd seiend), 

S. ^ijuoy^ ittyine £i no^ite^ (icb gluhte vor scham und schande) 
. Z. 400. Die infinitive, welche mit it als bestimmung zu einem nomen 
treten, schlageu den artikel in der regel aus, besonders wenn das ante- 
cedens den unbestimmten hat, z. b. o^cajlh r-^cAhA (eine jubelstimme), 
aber toulk Jun-»e^HA (die stimme des jubels). 

b) Ebenso machen manche prapositionen den artikel ihres nomens 237. 
entbehrlich, wenn dasselbe mit einem regierenden nomen oder verb in 
engster, einheitlicher verbindung steht, z. b. ofc^uuti &*> g&J (eine frau 

mit einem manne) Prov 6, 29 neben &&. oygfcj ib. 24; n&&&june £& 
nofce (siindenbock) Lev 9,3; &.qit&T ep&cofi (er hatte ein traumgesicbt) 
Jer 23, 28 ; itKs&OYurr ro^p &it ego npraxii : rnieR^oiuj-r u^p &it ego 
npnuute (du siehst nicbt das gesicht jemandes an) Mt 22, 46; ^cioiuS 
nejn g&i ii7 npoxim (sie leble mit einem gatten 7 Jahre) Luc 2, 36; 
S. ofcgiAAe ecgjuooc xin p&i (eine frau, die bei einem manne weilt) 
Nic. 4, 36; nipeqiuurr nejut goofr (die knabenschUnder) 4 Tim 4, 40; 
n&pe nipouutj it^iuiuS e oijr Juuma^^Tq &.n : epe npouie n&umg &n 
e oeiR JuuuL«.Te Luc 4, 4; B. n^raus juuuloc kuttck &.n e-afitc iojr (icb 
spreche euch nicht von brot) Mt 16, 4 4; equarf itc*. coir (nach brot 
geheu) Ps 36, 25; crut^ nc* ©fr^g giurrc (frucht auf ihm zu suchen) 
Luc 13, 6; eqRart nc& Ai^ncjurroii (einen rubeplatz suchend) Mt 4 2, 43; 
B. nntmi e&oA ;6en coiaa*. (der austritt aus dem leibe) Rev. Apocr. 43 ; 
S. eyeeme juuuoq e&oA gn couut^ (sie werden ihn aus dem k5rper full re n) 
Dul. 45 ; eqR*. noyb eo&n nof A. (gold auf gold h auf end) ib. 54. 



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112 XIV. CAP1TBL. 

238. c) Das substantiv, welches sich als object mit einem transitiven verb 
im stat. constr. zu einem einzigen begrifle, gleichsam einem compositum, 
verbindet, ist aufs haufigste artikellos. Beispiele sind en oder H opt*H 
(ziirnen) Nic. 1,51, en ito&i : en no&e (siinde anrechnen), B. etg T*n (das 
horn blasen), ^tjuue juluht (einen weg machen) Ps 67, 5, -aofeT poioyi 
(spreu sammeln), hci hi (aedificare) , Aeo&£ r*£ (staub lecken) Ps 
74, 9, oyejuL *q (fleisch essen), ofeuj ^fci*. (opfer wollen) Ps 4 5, 4 8, 
ce Hpn, cnoq (wein, blul trinkcn), cen &.Ao'Ai, pon£ (trauben, holz 
lesen), ccr xioo-f, n^gfc (wasser schopfen, das joch Ziehen), cejutne 
uoiuioc (ein gesetz machen), S. coyn g^r&ec (mord kennen) Ps 70, 4 5, 
C€Y£ nof^ (8°'d sammeln), ta^c n&pnoc e&oA (frucht bringen), 
t^ktc h&u) (umzingeln), *r*Ac xia.cc (rindvieh darbringen) Ps 50, 24, 
Toynec peqAiooY**" (einen tod ten auferwecken) Nic. 4, 45, *r&.uje r&.ri&. 
(die bosheit mehren) Ps 49, 4 9, *r*.£e tc&t (fische fangen), *re^c nc£ 
(mit 61 salben) Dul. 45, $ep p&cofi (evoimdCeodcu) Jes 56, 4 0, ujoye 
epuiH (thranen vergieBen), qcx &eiic (iihren ausraufen), £e*si Hpn (wein 
keltern), S. -xe cy*. (lasterung sprechen), B.-xe jue^noyx. (liigen sprechen), 
•xeuj c4>Hr^ e&oA (schaum auswerfen), <^cn nof«w (wurzel fassen), S. 
<^en Aois'e (zum vorwand nehmen) u. viele andere. Um so eher fallt 
in solchen compositionen der artikel aus, wenn sie derivata z. b. mit peq 
bilden, wie peq-ceuj-pauue (morder), peq-ceq-tnHpeu$HA& (pSderast), 
peq-ce^n-cnoq (mit blut befleckt) u. s. w. 

Fast regelmafiig verschmahen die mit den hulfsverben ep : p, of&£/ 
<\ , <^i : *xi, ujen, 9^ a. : ra., qi, gi, -seAi : tf'ju verbundenen objecte 
den artikel, z. b. ^cAui (lehren), ^iqT (nageln), q^ ri^ *n (er giebt 
kein scherflein) Mt 4 7, 24; hh ctJ ege e&oA ncu eccoof neju ^poxini 
(die welche rinder uod schafe und tauben verkaufen) Joh 2, 44; uj^cV 
*5pe nn*necHi new. o-fgoiA nnec&uiRi (sie giebt speise ihrem gesinde 
und arbeit ihren mUgden) Prov 34, 45; nn&.g'i ju&ci eAoA ;6en neRHi 
of*^e A^ptu-r e&oA ;6en neROgi : nn&o&i ju.*ce eftoA gju neKHi oyate 
&ie eAoA gn neRoge Ps 49, 9 ; e*f£i c$ki^ Jud 13, gi eApHK Ps 4 43, 6, 
^£i *xejuum e&oA Luc 4 3, 32, aber ^giof 1 ng^irxeAimn e&oA u. s. w. 
Wo die verbindung z wise hen verb und object nicht eine so enge ist, da 
zeigt sich auch die artikellosigkeit seltener ; nicht ohne harte scheint sie in 
Pallen wie S. oti nti& eq<>Y**& wcrn (nehmt euch einen heiligen geist) 
Dul. 43; &.qse tto^ ntUA«e Ps 54, 4 3 fur B. &qQ&m ng&.niuuj't rc^tli. 

239. d) 1m negierten satze steht das subject oder object gem artikel- 
los, wie Uhnlich im engl. bei ever, never; z. b. mte £hri r«,p xio-fKR 
e&oA gio&en iuk&£f (denn die armen werden nicht abnehmen auf der 
erde) Deut 15, 44 ; nnequjumi *xxx*.y mie ujHpi nrre n^i (und es 
wird kein sohn der erde dasein) Jer 49, 33. Jes 52, I; S. June ujHpe 



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DER ARTIKEL. 113 

•*.€ tgnnie n*q (ihm war kein sohn) Z. 269 ; B. o*fog **ne ^^on 
ujumi n&n (und nicht widerfuhr uns gutes) Jer 8, 15; Ainina/y c^julhi 
ettc^ e* nox X>*1 wcuj <| I 10 * 1 sa ^ kcinen gercchten, den der Herr verlieB) 
36, 25; n^caiof n ng*.i *.n : jutncicoytf gooyr (ich kenne kcinon mann) Luc 
1, 34 ; Aincpeirxxn ej6of*t emp^auoc : nfTArxrrn cgoyn encip^auoc 
(fuhre uns nicht in vcrsuchung) Luc 11 , 4 ; AJtne nip&ouoc T^geeHnoy 
c&hA e nip&cji&oc npuuuu : jutne neip^ouoc *r*.gurrn nc*. neip&cjuoc 
npiuxie (es betrat euch keine versuchung auBer menschlicher versuchung) 
1 Cor 10, 13; S. uepe n^p-oeitoc rocjulci juljuoc (cine jungfrau putzt 
sich nicht) Nic 1 , 35; B. jun&pe gAi gi Hpn juftepi caxroc h&n&c (niemand 
thut jungen wein in cinen alten schlauch) Luc 5, 37 ; uineptye e^utuiiT 
ttTC nie-»noc cftoA oy^e A&nepujc c^o^n c&&.ri htc njcaJu^piTHC : 
junp&uiR cgiH ngc^noc *yvu Junp&uiR cnoAic ncaju^prrHC (gohl nicht 
auf den weg der heiden und geht nicht in eine samarische stadt) Mt 10, 5. 
Bisweilen schwanken die texte in nega liven salzcn zwischen dem unbe- 
stimmten artikcl und der artikellosigkeit, z. b. m-eujTCjut. ^uip-x ujumi 
(daB keine trennung entstehe) 1 Cor 1,4 — wo eine* variante g^n- 
<£uip<s. hat. Oft fehlt der artikcl auch dem nomen nach of on (es giebt) 
und juuuum : juuulji (es giebt nicht): vergl. z. b. Z. 309 und § 309. 3H. 

e) In aufziihlungen fehlt der artikcl, namentlich bei den partikcln 240 « 
gi, ic : k, erre, OY^c/oyre, z. b. S. nejuLR&gjtgHT gi AynH gi &uj&.goAi. 

gi no&ne& gi ofuiAc ngm Z. 398; oyon niften er^qx.** con ncuiq 
ic cuiiu ic iuit ic *x\.y ic cgiA&i ic ujnpi ic logi le hi : oyon mxx 
emr*.qK*. hi ncuiq h con h ecu nc h ciuit h A&&&Y h cgiAix h ujnpe 
h cuiuje [ujeepe] (jeder der verlaBt bruder oder schwester oder vater 
oder mutter oder weib oder sohn oder feld oder haus) Mt 19, 29; 1 Cor 
12, 13; 2 Cor 12, 20; erre gooyr ei-xe cgiAAe erre no<^ erre Royi 
Ming. 1 1 ; AinepeA gAi c^uiuiit of^e uj&urr oy^e nnp& oy*e uiir oy*e 
g*T : junpqi A*^y CTregiH oy*e <^epcuA oy^e nf p* oy*e ocir o-^c 
goAimr (nelimt nichts auf den weg mit, weder stab, noch tasche, noch 
brot, noch geld) Luc 9, 3 ; oy^e con oy*e ctune oy^.c tynoyfe h 
ujnc&Y h uj5uuuLO of^e *suig h ?&uig n *xuig Pap. 15; gn noyk gn 
g^*.T gngorre gn &*.purr gn ei-^oc nuu g* c^^^t g*. ujeeAe-r g*. 
poAine nofuiAt. g*. Aaa.^ ngui& Journ. as. 1867, II. 272. Doch ist 
daneben der unbestimmle artikcl gestaltel, wie B. i*re opuses iTe oyecuioY 
Lev 27, 26 ; wenn jemand baut auf dieser grundlage noyk g*.*r &n«juufi 
puiRg cuiof Aen puiofi ' noynof k oy g^T gnendjuute [gnuje] gn^op*roc 
ofpooye (gold, siber, edelsteine, holz, heu, spreu) 1 Cor 3, 12. 

f) Advcrbiale nomina und prapositionale ausdrucke cnt- 241. 
bchren den artikcl, z. b. c*.q (gestern), ujuipii, Tooyi oder n'roofi : 
gTOoyc (morgens) , negoof (bei tage) , tiexuipg (nachls) , npoygi : npoyge 

Stern, koptische gramraatik. g 



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114 XV. CAPITEL. 

(abends), ene£ (jo), iy> eneg (in cwigkeil), B. icxen gH (von anfang), 
B. u]& j6^e (bis zuletzi), B. icsen «xuioy uj*. ainof (von gcschlecht zu 
geschlccht), B. ic&en fca^Ki e fcewiti (von stadt zu stadt), icxcn ioju ujfe 
ioju : -xiii <e*tA&.cc& ioa <o&<V&.ccdt (von raecr zu meer), K&.T&. fc^Ki neju 
^jui (nach stadt und dorf); ngo of&c go : ngo gi go (von angesicht 
zu angesicht), e&oA *5en hi e hi (von haus zu haus); S. con juen — 
con se (manchmal) Ming. HO; ngjuo'r (umsonst), n^uAeju (eilends), 
S. eoyndju (rechts), eg&ofp (links); ^mpic ^Aof hca* c£iam (ohne 
kind und wcib) Mt \l r 2t ; ^Ttf'ne juhuj arep o/Xoo Luc 22, 6, e.T^'ne 
^coyi : Mit -riumuie (ohne beutel) 22, 35, B. ^-r^ne ^o^ (ohne furcht); 
S. juuulu uji (maBlos) Z. 367 u. s. f. Zumeist verzichtet das adverbiale 
n auf den artikel (ngo*fo)> w'ahrend e den bestimmten (enegofo) und 
*5cn : gn den unbestimmten artikel liebt (j6ch of^pX H )* Das m ^ der 
partikel guic (wie) verbundenc nomen lehnt im S. gleichfalls den artikel 
ab, z. b. ciit&tun nne-rxiu nitM guic ^oht (die solches sagenden 
mbchte ich fiir unverstiindig halten) Z. 398 ; Johannes war gnic 
ofnpo<^HTHC : guic npoc^HTHC (wie ein prophet) Mt 21, 26. 



XV. CAPITEL. 
DAS DEMONSTRATIVE PRONOMEN. 

242. Das demonstrativpronomen, dessen abgcschwiichte form wir § 226 

als bestimmten artikel kennen gelernt haben, ist entweder niiher oder 
ferner hinweisend ; es steht entweder selbsUindig oder ist mit einem haupt- 
worte verbunden. Die hieroglyphischen grundformen lauten pcfa (dieser) 
und pen (jener), mit dem t fiir das fem. und dem n fiir den plural 1 ). 
Das pronomen demonstrativum absolutum lautet : 

Sg. m. <|>a.i : n*i /*. -o^i : -r^i pi. n^i dieser, e, es 
und Sg. m. <|>h : hh f. -»h : th pi. hh jener, e, es. 
Die masculina ^i und c£h verlreten zugleich das neutrum, desglcichen 
die plurale na>j und hh (haec, ilia). Fiir n^i, -r^i, n*i wird im miltclag. 
dialccte nei, *rei, nei geschrieben. 

Das pronomen demonstrativum conjunctum, welches nur auf das nahere 
hinweist und nur vor einem nomen stehen kann, lautet : 

Sg. m. n^i : nei f. t^i : ixi pi. n^i : hci dieser, e, es. 
In manchen sah. hdschr. tritt fiir nei *xei nei auch der stiirkerc artikel 
m, ^, hi ein; der dritte dialect bedient sich der sah. formen. Beispiele: 
n&ipcujui : ncipouue : neiAunui (dieser niensch), t^i^ki : TCinoAtc 



1, Vergl. AZ. XVI. 32 IT. 



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DAS DEMONSTRATIVE PllONOMEN. 115 

(diese stadt), i\^ic<vxi : nciuj^-xc (dicse worte) ; *Ana»ipH^ : irreigc (auf 
dioso weise) . Das entferntere demonstrativurn conjunetum wird durch 
umschreibung bezeichnet. 

Von den alleinstehenden demonstrativen ist das nahere $a.i : n*i aueh 243. 
das nachdriieklichere, $h : iih das sehwachere, z. b. $a.i ne n^cuixi*, : n^i 
ne n^cuixi*, (dies ist mein leib) Mt 26, 26; eqpnti efcoA&en $&i e$*i 
(abweichend von dem nach dem) Ps 7i, 9 ; Tcwiuwcp $*i ic $h : -rnna»- 
eipe Ain&i h nciRcof^ (wir werden dies oder jenes thun) Jac 4, 15; 
& $*ki ujc na.q enccn-r cq^Ai^iHOfT e^oyn eneqm cootc e^H : a. n*t 
ci cnccHT cqTAi^ciHf ngoye ctih (dieser gieng mehr gerechtfcrtigt in 
sein haus als jencr) Luc 18, 14; S. eqnuip-x. nn*a cfcoA e iih (dieses 
von jenem trennend) Fragm. 428 ; B. K^-r^pH^ ere $h oy^aihi ne (wie 
jener gerecht ist) 1 Joh 3, 7; S. th ^.e necjuteeye (jene aber dachte) 
Job 20, 15; S. oy* nca. neic^ *yva oy* nc* n^i (einer nach dieser 
seite und einer nach der) Joh 19, 18 ; cfco<V £*a neiu.* e n^i (aus diesem 
orte nach dem) Z. 384 ; S. cfcoA £ai neiu.* enH (von hier nach dor!) 
Mt 17, 20; en^ic*. nejut $*i : eneic* %xn n^i (nach dieser seite und der, 
nach bier und dort). B. mujHpi mx *rc*p£ ^n n*% ne mujHpi ittc 
$^ (die kinder des fleisches nicht sind die kinder Gottes) Rom 9, 8; ctx 
$aj ne : e-re nM ne (was ist, was hciBt) . 

$&i:n*j dient zur verstiirkung eines demonstrativurn conjunctum, indem 244. 
es dem nomen nachgestellt wird, z. b. n&i£ui& $&i : neigiufc n*i (dieses 
werk), tn> e£oyn ec^ooy hegoof $&i (bis auf diesen tag) 2 Reg 6, 8; 
desgleichen vcrstarkt <£^i das possessivum, z. b. B. n^ujHpi <|>*i (dieser 
mein sohn) Luc 15, 24; neKHi $*i (dies dein haus) 3 Reg 8, 33; 
neKn&£^ ty*i erenT\H juuul&y &cn not ihc (dieser dein glaube, den 
du zum herrn Jesus hast) Phil 5 ; und selbst das personalpronomen, z. b. 
S. n-roq n^i t*^p -reTncooyn juumoq (ihn hier, den kennen wir) 
Eph 5, 5. $*i <|>*i Act 1,15 entspricht dem gr. to aoio. 

$*i : n^i ist ferner das subject eines pradicativen relativsatzes 245. 
mil e-, ct*, n*r* und das object eines absolute!) partieips, z. b. $&i 
en&.q'xui juuuloc (dies ists was er sagte) Joh 2, 22 ; n&i e-rccA*.nu]&. 
n^iTO-f &n : n*i ere juetyuje (dies ists was sicli zu thun nicht 
schickt) Eph 5, 4; B. n*i eTr^q-xcrroy &qtguim nooq &en ^v^AAc*. 
(als er dies sagte, war er in G.) Joh 7,9; n*i eq^ui juumuioy ^hxihuj 
^yn*.^ cpoq (da er dies sagte, glaubtcn viele an ihn) 8, 30. In dieser 
selbstandigen stellung ist $h : nn nicht statthaft. 

Das absolute demonslrativ vor einem attributiven relativsatze Ist B. 246. 
<£h und irn S. fur das wenig gebruuchlichc nH die apocopierte form n, 
deren sich auch der boh. dialect vor den mil e-x zusammengesetzten ad- 

8* 



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116 XV. CAPITEL. 

jectiven bcdient, z. b. <|>h e-rtyon : nerujoon (dor scicndc), nei^op : 
ne-x-xoop (der slarke), hh -rapcy e-rgrxen rk^^i (die alle, welche auf 
der erdc sind) ; <|>k e-rcq«xcu aajuloc : ne*rq*xiii juuuloc (der wclcher es sagl) , 
$k e*r^q«xoc : nnT^q*xooc (der welcher es sagte) ; <|>h e-re nqn*>£^ *.n : 
ncTe nqnicTeye *.n (wer nicht glaubt); $&i ne <|>k crA.q-xoq : 
n^i ne n-r^q^ooq (dies ist was er sagte); B. <|>k e^n^i eftoA &cn 
*r€K^ni $&i e^n&Kurr ttofHi ju.n&.p&n (wer aus deiner lende kommen 
wird, der ists welcher meincm namen ein haus bauen wird) 2 Par 6, 8 , 
<|>h e-TA.qiiA.Y epoq oyo£ €TA.qco^Jucq <£&j eT^qepjueepe juuutoq (was 
er sah und horte, das ists, was er bezeugte) Job 3, 3 2. Das koptische 
liebt es, den relatlvsatz, der einem substantiv beigeordnet ist, namentlich 
wenn es von demselben getrennt ist, durch das demonstrate deutlich auf 
dasselbe zu beziehen; es sag! gern »der mann jener, welcher kam«; das 
B. verwendet in diesem falle wieder $h, das S. n^i, das M. hh, also : 
B. nrrmof $h en&pe to^^ki rht gn&oiq (der berg, auf welchcm ihre 
stadt gebaut war) Luc 4, 29; ^CKfitH figo-fi^ ^h ctc ^Af5C UIA ' 
ii^htc : *recKfiiH nujopn *r^i crepe TAy^iu*. itgirrc : TCicKfWH 
niy&pn th crepe ^Ay^iu^ k^htc (die erste hiilte, dicjenige, in 
wclcher der leuchter ist) Hebr 9, 2. n^i ist wohl ini S., aber <|>&j im 
B. vor einem appositionalen relativsatz schwerlich gestattet, es sei denn, 
daB es mit nachdruck hinweisend ware, wie in iuju ne ^i crepnRe^^ 
itofci eAoA (wer ist der da, der auch siinde erlaBt?) Luc 7, 4 ; <$k wiirde 
hier heiBen : »wer kann iiberhaupt auch siinde erlasseu?«; vergl. i Cor 
J 5, 53. Ps H,5. $&i weist energisch auf das folgende hin, <|>k schwiicher 
auf das vorangegangene zuriick — ein unterschied , der im S. weniger 
hervortritt. Dem boh. <|>h kann auch ein genitiv untergeordnet werdcn, 
z. b. JUL^pi*. ^h me HAeuin^ (Maria die tochter Kleopas) Job 4 9, 25; 
iih h*jucirr (die in der unterwelt) Prov 9, 4 8. 

247. Von demonstrativen wurzeln abgeleitet sind auBer juju^y (da) die 
adverbia M. A&tiewi (hier), juli\h (dort), verinulhlich aus dem hier. 
ma-nefa und ma-nen entstanden, und B. tai (hier), th (dort); im S. 
scheint von diesen nur tm (daselbst) gebrauchlich zu sein. Die bezichung 
dieser adverbia wird gewohnlich durch bestimmtere pra position en naher 
bezeichnet, z. b. g*. jun&i (hier), iu> A&n&i (nach hier), c* amiaj (von 
hier), c-juhh (nach dort), eAoA -r^i (von hier). 

248. Das demonstratlvum conjunctum wird auf das entferntere durch das 
dem bestimmten substantive nachgesetzte e*rejuju.**r : ct-aiu^-t 
jener (» welcher dort«) bezogen ; z. b. nipuiAii CTeJUUu&T : npuuue 
exjuuut^Y (jener mann), ^c^ijuj cxejuuut^f : *rec£iAie eTAum*^ (J ene 
frau), nipuijULi e'rejumiA/y : nponue erjuum*^ (jene manner); oder auch 
bestimmter n&iegoof creAjuu&Y : ne^ooy ctjuuul^y (jene tage) Act \ \ , 



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\ 



DAS POSSESSIVE PRONOMEN. 117 

27. — crcjuum^Y vcrstiirkt auch wohl das absolute $h : nn, wo man 
dann fiir das boh. $k crejuuut^f (jener), hh cT€juuui*.f (jene) im sah. 
neTASLM.*.f' ncTJUuut^Y sagt. Diese verbindung gilt als nomen und kann 
ein attribut durch it ankniipfen, z. b. iih ers e*xxxi»y he&i&iK : ngJULg&A 
€TJUuuiA.Tf (jene diener) Luc 4 2, 38. 

Der boh. dialect verwendet fur cxcjuum^f auch gt-th in gleicher 
bedeutung, z. b. nic^ooy ctth : ne^ocy ctjuuui^y (jener tag) Mt 26, 
29; nr»Auu ctth : ner^iK&joc (dieser gerechte da) 27, 19. 

Die demonstrativpronomina werden mitunter durch adverbien ver- 249. 
starkt, namentlich durch das nachgesetzte p ui (selbstl, z. b. $&i pm 
(ooToat), *&i pin : tm pra (sic selbst), n&ipK^ pui (to aoro), t*.i- 
&roaiH pra (gerade diese liebc) Phil 2, 2 ; oder durch vorgesetztes ic 
(da), z. b. julh ic $&i Cj6HO*]fT ^n £i n-soiAi (ist nicht dies da im 
buche gcschrieben) 3 Reg 8, 53. 



XVI. CAPITEL. 

DAS POSSESSIVE PRONOMEN. 

Das besitzanzeigende fiirwort steht entwcder absolut oder an ein fol- 250. 
gendes substantiv angelehnt ; in beiden fallen bildet es sich durch die ver- 
bindung der dcmonstrativen wurzel mit den suffixen. Die absolute form 
ist crsichtlich aus einem possessiv-artikel entsprungen, der als stat. constr. 
vor einem als das besitzende zu bczeichnenden nomen gebraucht wird. 
Im sing, hat der boh. dialect auch hier die absolute form durch die aspi- 
ratae $ und -e ausgezeicbnet. 

a. der possessiyartikel. 

Der posses si vartikel ist zusammengesetzt aus dem artikel und 
dem elemente ±, welches wahrscheinlich als die compositionsform (§ 173) 
der verbalen wurzel oi : o oder e (sein) aufzufassen ist. 

Sg. m. ^ : n ^ f. ^^ : t*. pi. iia. der des, diedes, 
o <iv too, yj ouoa too, ot ovte; too und im allgem. dem ar. ^d f. ol*3 
oder \wO>Us entsprcchend. Beispiele : c£&.noc lie iik&.£i (der besitz 
Gottes ist die erde); $&$^ : n^-nnofie (der Gott ergebene); <£A.n*.*)p^ oc 
(der des P.); ju* nrr&io ju$«aiiT*jo : ^ n-r&cio jun&n-r&eso (gebt 
die ehre dem, dem die ehre gehort) Rom 13, 7 ; ncqcuoy nam <£&neqiurr 
nejji iuaxtcAoc : neqcooy xxn n^ncqeiurr juh n&ncq&rrcAoc Luc 
9, 26; B. of*j nnrc&oi e^^cixiuiu ne (eins der schifle, welches das des 
Simon war) Luc 5, 3 ; ^a^juct&cAAo conduce : n^'rwuiT^AAo ctha.- 
noyc (der das gutc grcisenaller hat); S. n^reujim (der des gartens, 



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118 XVI. CAPITEL. 

<ler gartner); n^-n^ju^^-rc (der die macht hat); n^-TooTC (das werk 
ihrer hand) Z. 585, iw^n^Too-r (das was meines werkes ist) = B. cnoy^K 
niAen Jud 3 ; — -r^i^iHiuti ^&niu> *rc : T^niu. *re ^ikuih (wessen 
ist das bild?) Mt 22, 20; — a, it on n^ncrc (wir sind des herrn); n*- 
*r<|>e (das himmlische) ; n^ofiioAic (die einwohner einer stadt) ; iia.- 
irapo'x ti^ftpa^Ai (die vom samen Abrahams); n^niKoyxi nit*^ : 
n^-xKOfi Junic-xic (die von kleinem glauben); — n* steht oft neutral, 
wie in tf^noypo : n&nppo (was des konigs ist); B. n^-re^ipHiiH (was zu 
deinem frieden dient) Luc 19, 42; it&*xgH (was vorn ist), iw^^goy 
(was hinten ist), n^ofin^ju (was rechts isl), S. it-it^-oyHp (urn wie 
viel?), *t&-$amu : tuw-jue (was wahr ist, wahrhaftig) ; vielleicht ist auch 
-r^^po (Mich 5, 6) : -x^npo /. (der mund) eig. -r^-n-po. Die letzten 
beispiele erinnern an analoge ausdriicke im griechischen, z. b. to t% 
7itaTea)^, tot ttjs ^o^; (d. h. der glaube, die seele). Der possessiv- 
arlikel hat auch manche alte eigennamcn gebildet, z. b. nAUce (der der 
Isis), -r&Hce (die der Isis), n&^iiin : luugonc (der monat des Chons), 
newoni (der monat der Opi) u. a. 

b. das pronomon possessivum absolntnm. 

251. Das absolute possessivpronomen bildet durch anhUngung der 

pronouiinalcn suffixe an den possessiven artikel die folgenden formen. 

a. mit dem sing. masc. des artikels. 
%. /. c^iui :niui 2. m. c^uik : nuiR f. c£m : mu 3. m. c^uiq: tuuq /*.c|>iuc:nuic 
PL 4 . c^uin: nuiti 2. ^orren : nurrn o. tyuioy : nioof- 

b. mit dcm sing. fern, des artikels. 
Sg. 4. -»uii : tuii 2. m. *uik: *tuik f. euiiTiu 5. m.-»uiq :*riuq f. owe :tuic 
PL /.emit: -rum 2. eurren : tui'xii 5. &\uoy : -xoiof. 

c. mil dem plur. des artikels. 
Sg. 4. iiofi 2. m. itoyiv f. noy 3. m. itoyq f. itoyc 

PL 4 . noyti 2. itoyreit : noyrit J. no^pOTf. 

Beispiele: ne*re gitrn *.n &AA& <£uik Ai&pcqujuini : xi^pc hck- 
ofiutg tyuine xinuii ^n (niein wille nicht, sondern der deinige ge- 
schchc) Luc 22, 42; qi nuiq guiuiq (ninim auch das seinige) PS. 90; 
^ e-xx &i\ok c£iuq (Gott, dem ich gehbre) Act 27, 23; *»uik *rc *V*ac- 
roypo (dein ist das reich) \ Par 29, H; t^cAui *noR euii *n -re 
&AA&. ^a.^h eT^qT^oyoi : *r&cftoi &hok irrini ^n *re ^.A'A*. t^- 
nen-rA.qTA.oyoi -re (meine lehre ist nicht mein, sondern die des, der 
mich gesandt hat) Job 7/16; Ten&.if&*«KH tuii *ai\ Tuioy aiii *r&.poiAAe 
iiixji (unsere noth — niciiic, ihrc und aller menschcn) Z. 401. Dies ab- 
solute pronomen urnschreibt miUinter das verbundene oder vcrstarkt cs, 
z. b. ncqiuiA, ne c^tuq ne (sein eigcner orl) Act I, 25; und mi! voran- 



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Sy. 


/. 


TA. 




PL 


/. 


Ten : 


Ten th 


Sg. 


/. 


life 




PL 


/. 


nen 





DAS POSSESSIVE FRONO.UEN. 119 

stellung des pronomcns unci aakniipfung des noniens durch n im B. : neTc 
<|>uik nc&<xi ne ^juc^a&hi : neRiy^^e ne tjulc (sein wort ist die wahr- 
heit) Jon 17, 17; &h e*re ^uiq utiiAKi (seine eigenc stadt) 4, 44. 

c. das proBomen possessirum conjunctum. 

Das pronoraen possessivum conjunctum, welches schon in 252. 
der alten sprache nebcn den nominalen suffixcn zum ausdruck des besitzes 
gebraucht wird, bildet sich vom einfachen artikel folgenderniafien. 

a. beivi sing. masc. des nomens. 

S</. /. n& 2. m. nen f. ne : noy 5. w. ncq f. ncc 

PL /. nen : nen nn 2. ncren : ne*rn 5. noy : ney. 

b. bcim sing. fern, des nomens. 
2. m. Ten f. tc : TOf 3. m. *req f. Tec 

2. T£TC!t : TfeTn 3. TOf : TCf. 

beim plur. des nomens. 

2 % . m. nen /*. ne : noy 3. m. neq f. nee 

2. ncun : ne-rn 3. noy : ney. 

Die fornien des mittelagyptischen sind die boheirischen. Beispiele: 
n«yp«Mi (nicin name), tckcaih (dcine stimme), tc^c : 'roy^ne (deiu 
kopfj, neqcnnof : neqciurf (seine briider), neniu (unser haus), i£Ten- 
%x*>y : TeTnAi^^Y (cure umlter), no-po^ : neyeioTe (ihre cltern). 
Nicht selten wcrden die suffixe durch die entsprechenden personalprono- 
mina, welche in diesem falle meist hinter dem nomen stehen, verstarkt, 
a. b. nenAuiK n^oK (deiu knecht) Mt 20, 13; oder durch andere 
umschrcibende wendungen mil dem absoluten possessivpronomen oder 
mit nre. (§ 251. 299.) 

Bemerkenswerlh ist der gebrauch das possessivpronomens vor zahl- 253. 
worlern und zeitbestimmungen, die durch dasselbe auf das subject des 
satzes bezogen werden, z. b. neq^I : neqq'iooy TstapTouos (an seinem 
vierten tage); B. e^ni uj^puiof eTpiu^c juuiene (wir kameu nach T. an 
unsenn fiinften) Act 20, 6. 28, 13; S. nequjojmnT ^qei ep&KOTe (an 
seinem drilten kam er nacli Alexandria); und ahnlich eneqp^c^ (an 
seinem folgenden tage),neqTOoyi (an seinem morgen) Z. 68. Von allge- 
meiner beziehung ist das sufiix der 3. pi. in icsen nofKoyxi uj^ noy- 
mujf (vom kleinen unler ihnen bis zum groBen) Act 18, 16. 

Ein doppeltes possessivum, das am artikel und das an ciner verbalen 
wurzei, haben mitunler composita , wie n&peqn&£JueT (mein errelter, 
inein inich reltendcr) Ps 17, 2; nctipequjon-xxn : nenpequjonn (unser 
uns empfangendcr) Ps 44, 8. Wiederholt wird das possessivpronomen bis- 



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120 XVII. CAPITEL. 

wcilen vor dem attribute, z. b. n*.ujHpi ntoienprr (mein sohn, niein 

geliebter) Luc 3, 22; nccujHpi nccujopn ajuuljci (ihr sohn, ihr erstge- 
borener) 2, 7. 



XVII. CAPITEL. 
DAS PERSONALPRONOMEN. 

254. Die personlichen fiirworter werdcn mil hulfe der suffixe ge- 

bildct, welche sich in der \ . pers. an die demonstrative wurzel an, in 
der 2. und 3. pers. an nt anlehnen. Der oberag. dialect hat neben der 
slarkcn selbstandigen form noeh eine schwa che, unselbstandige, welche 
er im nominalen satze gebraucht (§ 304). 



Sg. 


/. 




felfOK 


: feitoK 


: ewitewR hier. 


anuk sc 


hwac 


h S. *nc» 


- 


2. 


m. 


neon 


: KTOR 


I IVTA.K 


ntuk, ntk 


- 


- irxK 


- 




f- 


n&o 


: irro 


: [ht^ - 


ntet 


- 


- nTe 


- 


3. 


m. 


iteoq 


: n*roq 


: irr^q 


ntuf 1 ntf 






- 




f- 


neoc 


: HTOC 


: [n*r*c] - 


ntus, nts 






PL 


/. 




&.non 


: a, no it 


: feitfeii 


ann 


- 


- &n 


- 


2. 




n-oiu*ren 


: n*rarrn 


: [wt^i n] - 


nttn 


- 


- IlTCTIl 


- 


3. 




noracy 


: wto of 


: [ht^y] - 


ntu y ntsen 




(nT€Ten] 



Das personalpronomen steht zunlichst als subject der copula, z. b. 
&.KOK ne nox : mior ne m&oeic (ich bin der herr) , nooq ne nofpo : , 
n-roq ne nppo (er ist der konig); &.noR ne ^&am*.AoAi tv^arren ne 
iurAkua. Joh 15, 15; ^non ne nTOoy ^yra nTOOf ne \hor PS. 231. 
Selten steht das personalpronomen in der abhangigkeit von einer partikel. 

255. Am haufigsten dienen die personlichen fiirworter, ahnlich wie im 

franzosischen die pronoms personels absolus y zur verstarkung eines ange- 
hangten pronomens, und zwar des subjectiven, z. b. S. &.non «xe 
^oi n-^jue (ich abcr sage die wahrheit) Joh 8, 44; S. ^oftuig **e 
^noR (ich aber will) Mt 20, \ 4 ; oy juuulhiiu crcRipi juumoq r»or : oy 
&e rtor juju&em neTReipe xixioq Joh 6, 30 ; — Oder des objecliven, 
z. b. *.qxrr &non (mich nahm er) Ming. 309; <|>*J *ror e*T*yjQ*sr 
n^q npeq^nuiuj : n&i ht^k^^t miok epoq nRHpy* 2 Tim 1 , H ; 
A-q^n^rq nroq Ain neqpuijue *THpo*)p (er fand ihn und alle seine ange- 
hbrigen) Z. 294 ; uj*»poq n*roq nnoyre (zu ihm, Gotte) Ming. 287 ; 
egoyn epoi goi &.non (auf mich selbst) Z. 383 ; Ain £rop n-rooy 
epooy (sic haben keinen drang) Z. 394 ; und zu einem satze erweilert neon 
ne^oi juuuloc n*R (dir sage ich) Luc 7, 14; — oder des possessive n, 
z. b. B. n&gdtn &noR (mein gericht) Joh 8, 16 ; *r*^6pe &non (meine speise) 



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DAS PERSON ALPRONO MEN. 121 

4, 34; nequeAi ive-oq (seine glieder) 19, 33; Ju$pH^ ere giuu 4noK 
&n &.AA&. Ai^pirf e*re gn&.R neoK (nicht wie me in wille ist, sondern 
wie deiner) Mc 14, 36 ; und voranstehend : &hok f^p &ci exen n^gHT 
croft iio*)pHi 1 Par 28, 2 ; -e^i miok tc taxivtoAh (dies ist mein gebot) 
Joh 15, 12. In solchen fallen ist die stellung des pronomens eine sehr freie. 
Bisweilen verstarkt das personalpronomen auch das no men selbst, 
sei cs in selbstiindiger oder in abhiingiger stellung, z. b. S. neiurr n-roq 
ne nujHpe (der vater, der ist der sohn) Nic. ; *taa^y!)C h ivtoc ha-tcAhA 
(meine seele, die wird sich freuen) Ps 34, 9; iuuo*]f n-roof itnpeqpnoAe 
2poy (deren, der sunder tod ist (ibel) 33, 22 ; B. e^i •*.€ nooc oytyepi 
itTe &Ap&.ddm -re (diese abcr, die ist eine tochter Abrahams) Luc 13, 16; 
vgl. 1 Cor 11, 7; ahnlich uh •*€ ivauioy €tca.£ioA euj^pe irrHpq ujuini 
nuio*]f &en g^itn*p*Jio<VH (jenen aber draufien pflegt alles durcli gleich- 
nisse zu widerfahren) Mc 4, 11. Aus diesem gebrauche hat sich eine 
besondere gegensatzliche bedeutung des neutrums n*oq : irroq (abcr) 
entwickelt. 

Mit hulfe der suffix a bilden sich noch einige andre adjunctive 256. 
personliche fiirwbrter, die gleich den von der wurzel an abgeleiteten zur 
verstiirkung und niihern bestimmung dienen, namlich von gui* (selbst), 
or*.* (allein), juuul^ya.'t* : ajl&i**** (allein), *TRp* (ganz). Es sind dies 
pronominalsubstantive , die nur noch mit den suffixen als selbstandige 
pronomina gebriiuchlich sind. 

3111* : 311IIU* (selbst), vom hicr. ha-t (leib, self) abzuleitcn, wird 

: gra guiorr (Act 10, 26) : gw 

; gUlUIR f. glUI : gUIlU*T€ 

: guituq f. guic : gcumc 

giuuin 
garrrHYTit : ^uiTTHiiof gurreit 

Beispiele : n^on gum r^r^qr new ihc : irroK guium on itenujoon juit ic 
(du warest selbst bei Jesus) Mt 26, 29; B. juh &ror ©fioy^i gin (bin 
ich nicht selbst jude?) Joh 18, 35; &qnogeu. Rg^nRe^mo-jw Ai&pcq- 
n^gAieq £oiq (er hat andre errettet , moge er sich selbst retten) Luc 
23, 35; ciu6^e &.cu.oif guic it-sc ^Recguuii (zuletzt starb auch das weib 
selbst) Luc 20, 32; &&or neu.Hi gum c^puumi *x$>^ (was hast du mit 
rnir zu schaflen, du mann Gottes) 3 Reg 17, 18 ; *£>o nejuuu £iui ^c£uuu 
(was hast du selbst mit mir, o weib) Joh 2, 4. Aus der bedeutung 
»selbst« entwickelt sich die zweite »auch«, z. b. Tcqju^y ©fog. -»mi 
£in *re (sic ist seine und auch meine mutter) Rom 16, 13; daher uh 
ginof = nROOfc (die andern) Mt 25, 41; n^rocy ^uioy = niRe^uioyni 



so fleel 


lierl : 








Sg. /. 




£UI 




- 2. 


m. 


glUR 




- 3. 


m. 


£iuq 




PL /. 




gum 




- 2. 




glUTCR 




- 3. 




glUO*)f 



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122 XVII. CAPITEL. 

Das neutrum gtuq hat eine gegensatzliche bedeutung angenommen, wie in 
nuut goiq ne n&ioypo n-re noio^ ( wer ist a ^ er dieser konig der ehre) 
Ps 23, 8 ; itiAft. £tuq ne n&uj<|>Hp (wer ist aber mein nachster) Luc 4 0, 29. 

257. OT&I : OTiX, (eins , allein) nimmt die suffixe der personen an ; 
nachgewiesen sind im Sg. 4 S. o^a^t M. o^ecr oy^CT, 2. m. S. 
of^^K; 3. m. S. o*)p*^q M. oy^ee'rq, f. B. oy^rrc; PI. 4. S. OfA^en 
(Tatt.) M. OY^eeTcit, 2. S. oy^^'i^THyrit M. oY^ee-nrHnoY oy^e-x^TH- 
noy, 3. oyA.'TOY : oy^^Toy oy^rof : o^e^oT' ^ie °b er ~ una " mittel- 
ligyptischen formen congruieren immer mil einem pronomen suffixum , zu 
dessen naherer bestimmung sie dienen, z. b. ittok oy^^K (du allein), 
na»q oya^q (ihm allein); gome eyKOi ngnm^ epooy o^'roy (einige 
welche vertrauten auf sich allein) Luc 18, 9; M. dtttofiuu) eujuran 
o^ee-ren on ^eunHc (wir vvollten in Athen allein bleiben) I Thess 
3, 1. Im boh. dialecte bedarf das ubrigens seltene wort der ankniipfung 
durch n, z. b. ^fAii ^coyum muoy hoy^-rc (die thiir odnete sich 
ihnen allein, von selbst) Act \t, 10 ; kh e-xn^purx- fiof^TOY n*xe nemogi 
(was von selbst wachst, das selbstgewachsene deines fcldes) Lev 25, 5. 

IHirVTiVT* : IirVTrVtX* (allein), zusammengesetzt aus JUL^+oy^'x* : 
o*f*^* und im B. wieder mit der partikel n (jut), ist haufiger und voll- 
stiindiger nachweisbar als das simplex. Sg. /. juum^y^-r : aiayaat, 2. m. 
jumiewY^-rk : jul&i*&&k, /. [ajiai^y^ : AJuu^Y^Te], 3. m. 4uuuta/f*.'xq : 
ju&Y^&q, f. %x%x*>y^*TQ. : utew^^c ; PI. 4. juuu.ew*ffe*xxn : aa^^^n, 
2. xx*x*»y^Ten&Hi\o'Y : AXiKy ^^TrrHyrn , 3. AxxxiKyik*Toy : JUA.f^^T* 
Beispielc: hook ajlju&y&^k : htok Ai&y&^K (du allein), &w>k Ajuut^*r*^r : 
etiTOK AiA.yA.^r oder jujua.*xx (ich allein); B. ihc JuuutA.y^'rq nc e'r^yxejuiq 
Luc 9, 36 ; nioy^i jujua^*>'xq ^ \v**k$>xxh\ (o u-ovo; aXr^Oivo; Osoc) 
Joh 17, 3; neiof^ ai*^*^ (dieses eine allein): oyujHpi juuu*^^rq iihi 
ne (einen einigcn sohn habe ich) Luc 9, 38 ; eo*fujcpi juuud^a>>'x[c] -re 
juuueuprx n-x*q (welche seine einzige tochter ist) Jud H, 34; S. 'XTiyAH 
^coyum n^f ju&y^&c (allein, von selbst) Act 12, 10; neTuj^-xe £&poq 
xi^^wewq (der fiir sich selbst spricht) Joh 7, 18; e&oA ^rxenoHnoy 
AJLAJL^fewxeiieHiioY : xixim juuuurrn acp £aoTu>v Luc 12, 57. 

258. TUP* (ganz, all) , hier. ter, ist nur mit den sufhxen gebriiuchlich ; 
Sg. /. THpT, 2. in. 'xapK, f. [*THpi : *xHpe?], 3. m. *xitpq, f. 'xnpc ; 
PL 4. 'XHpen : *xHpn, 2. 'XHp*xxn : *XHp'xn, 5. -xHpof. Beispicle : &.noit 
-xHpeit (wir alio) : nem&.ujiune nniu^x *xHp-r (ich wiirde ganz feurig 
sein) Z. 300; die .">. j)l. kann im B. unterschiedslos fiir die personen des pi. 
stehen, z. b. 'xe'rcun^'x^Ro THpoy (ihr werdet alle verderben) Luc 
13, 3, wo aber das S. THp-xu tct^t^ro sagt ; ebenso -re'xen^urxcfe 
'XHpof : 'xexu^uixfe ^xiip-xn (ihr todtel allc) Ps6l, 4; B. nexiiuxeiv 

xHpoy 2 Thess 3, 16. t 



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DAS INTERROGATIVE MRONOMEK. 123 

In der altiigyptischen sprache vverden die substantive der namen fiir 
den leib und die gliedmaBen haufig zur bezeichnung der person gebraucht, 
im koptiscben dagegeu fast nur nocb in prapositionen. 



XVIII. CAPITEL. 
DAS INTERROGATIVE PRONOMEN. 

Fragendo fiirworter sind im koptiscben a.uj, iua*., oy, <>y«/ oynp 259 « 
und «j6o* : &£po*. Sie steben entweder allein und selbstandig oder ver- 
binden sicb durch tt rait eineui nonien. 

rVUJ M. etg, hier. «£, dya f steht seltener selbstandig in der bedeu- 
tung wer? was? z. b. *uj rencgum -re (wer ist deine frau?) Gen 
26, 9; n^OK c^e^ty neoK (wessen bist du?) Z. 43; ewty tc thiu irre 
n&e^oof (was, welches ist die zahl nieiner tage?) Ps 38, 5; S. *ay 
r^p nc-TJULOTit (was ist leicbt?) Mt 9, 5; *ig ^*.p tc ^Aieiig^Hp . . 

I€ Oy T€ "^ AlCTUJ^Hp I &.UJ f^p T€ ^AieTO^H . . H &UJ TC TROmWIU^ 

(was ist die gemeinschaft ?) 2 Cor 6, 14. Hauuger wird &uj adjectiviscb 
mil cinem nonien durch it verbunden, z. b. *uj np&n (welcher name?), 
£en evig fioyuof : £n &ty liofnof (in welcher stunde?), n*.uj niu^ 
(zu welcher zeit?), &cn &uj nepigiiyi : gn. *uj ile^oYCi^ (in welcher 
kraft?), e^&e *uj nguifit (wegen welcher sache?), B. fi^uj npH^, S. ii*uj 
uuuime, R^uj it^c M. heuj ngit (auf welche weise?) u. a. m. 

HI II, hier. ntna, wird nur auf personen bezogen und steht substan- 260. 
tivisch oder adjectiviscb: wer? welcher? iiiju ne mpiuxii (wer ist 
der mann?), nuut -re ^c£i*ai (wer ist die frau?), mu ne c^puiAii (wer 
ist der mensch?) Ps 8, 5 fiir das sah. oy ne npoiAie (was ist der 
mensch?); iuai ne nenp&ji (wer ist dein name?) Luc 8, 30; S. iuai 
n^HTTHif'xii (wer unter euch) Luc tt, 11; iuai A.qTA.xjie-eHiiOY (wer 
hat euch gelehrt) Luc 3, 7; ^iUk*r^*Aurreu ^.e -se ^pigo^ j6a» t£h h- 
iuxjl (ich will euch lehren, vor vein ihr euch furchten sollt) 12, 5; mix 
nexxrenof^igq nr^^q nurrcti e&o'A : eie-riioyuiig e*rp*.K^ iiijui 
turrit efco'A (wen vvollt ihr, daB ich euch herausgebe ?) Mt 27, 17; S. 
lignum ne negjucrr (weB ist die gnadc?); ^cit^cp ^uuu xixiou : ecu^p 
r&uiA*. (wessen soil sie sein ?) Joh 19,24; — itiwi npuixii : nuut itpuixie 
(welcher mensch?), iuai hiurr (welcher vater?) Luc 11, 11. 

OT was? wird nur auf sachen bezogen und steht mcist substanti- 261. 
viseh, z. b. oy ne hckc^xi (was ist dein wort?), oy ne ^xjie^xjLHi : 
oy -re -Due (was ist die wahrheit?) Joh 18, 38; oy iie'iexxuoTf*igc| 



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124 XVIII, CAPITEL. 

(was wollt ihr) Ml 20,32; of **e neTC-renAiey! epoq : oy **€ ne-TC*.OR« 
itH'rn (was diinkt euch?) Mt 21, 28; oy \hok ne^ig*,*r juuuoq : eiuj&.&~r 
nof (was bedarf ich?) Ps 38, 5; 07 ne : &uj ne (was ists?) Luc 24, 19; 
S. A.r$- oy jun oy (was habe ich alles gegeben?) Z. 527; ta^ooc «e 
of (was soil ich sagen ?) 1 Cor 11 , 2 2 ; e-o&e oy : e*r&e oy (weshalb ?) ; 
a^pe ^JueTOYpo mre <^ &.cotu eof oyO£ ^mfc.Tenouinc coy : epe 
TA*trrepo junnoyre TrnTum coy ^yva eiiUk-nvrumc eim*. (womit ist 
das reich Gottes ahnlich und womit, im S. mil wem, soil ich es ver- 
gleichen) Luc 13, 18. Das boh. cp-oy driickt das elliptische t( u.oi der LXX. 
aus : was soil mir? cp ist st. constr. von ipi (machen) 1 ). rci«€ epoy nm 
n*r«OJu irre noY 2 *!** xa( fs loyu<z X zl ?^ a&xdiv ivaxi jjloi Job 30, 2 ; 
epoy n^q on n^nr^aiAon xi aoT«j> ett xal efScoXoi; Hos 14,9; ^noy 
epo*f n^R xinixiuiiT h^hjui t£ ooi xal rjj o8cp Jer 2, 18; und auch 
wohl : ep (nicht epe) oy hhi xin^uj^i nre neTeniuoTfujaiOYuji (was soil 
mir die menge eurer opfer?) Jes 1, 10; epof i»*.p nm e<tg&n eiw 
e*rc*JioA (was soil ich die draufien richten) 1 Cor 5, 12. In nominalsatzen 
hat oy im S. oft die unbestimmten artikel, z. b. o^oy tc tAoi^c (was 
ist der vorwand) Act 10, 21. 16. 30; genoy s'e itetrrfeYxe nKS (welche 
haben dies gesagt?) Z. 385. Der adjectivische gebrauch des of ist seltener 
z. b. of nguifc (welche sache?), of uuutHmi (t( OTjfxeTov) Joh 2, 18, 
eoiie oy fieri*, (aus welchem grunde) Luc 8, 47, oy June-T^oyo (t( 
ireptaoov) Mt 5, 47. 

OTH ist ein alleinstehendes fragewort, dessen sich allein der mittel- 
agyptische dialect fur oy was? bedient, z. b. oyn ne nuje^i (was ist die 
rede?) 1 Cor 15, 2 ; ioaAc oyn i»*.p ujmni (was ist geschehen?) Phil 1,18, 
wo auch der sah. text nach Engelbheth euj&pe oyn i**p ujuine lase. 

262. OTHP, hier. abr, wie viel? alleinstehend oder mit einem nomen 

durch n verbunden, z. b. B. oynp ne lue^ooy nix neniiiuK (wie viel sind 
die tage deines dieners?) Ps 118, 6 ; S. oynp ne neK&£e grxxi nR^ (wie 
lange ist dein leben auf der erde?) Nic. 1,43; S. lehre mich -rnne nna^ooy 
■ate ofHp tc (wie groB die zahl meincr tage ist) Ps 38, 5; S. necuiq 
noynp (wie viel ist er schon) Z. 456; oyHp npoum : oynp npoxine 
(wie viel jahre?), oynp neon (wie viel mal?); ic oynp n^ponoc icxen 
e*r*> $*j tguim juuuioq (wie lange isls, seit ihm dies geschah) Mc 9, 21. 
Der boh. dialect hat eine nebenform ±ywp in gleicher bedeutung: ^-pip 
ne m^^Ri : nK&ne oynp ne (wie groB ist die finstcrniB?) Mt 6, 23; 
dieselbe ist besonders in der adverbialen verbindung \ywp Jii^AAon = 
nocoi xi* A A on (urn wie viel mehr?) iiblich, wofiir im S. auch niUtOfHp 
ngofo vorkommt. 



1) Auf diese redewendung^macht Fr. ROckert in seinen studien oufmerksam. 



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INBKSTIMMTE PRONOMLNA. 125 

2LI}0* : &.&PO* was?, oft synonym mit e^&e oy (warum?), hat 263. 
keineu status absolutus, sondern wird nur mit den suffixen der pcrsonen 
gebraucht, auf welche sich die frage bezieht. Sg. 4. *j6oi : «£poi, 2. m. 
*j6ok : ew^poK, f. *j6o : «£po, 3. m. *.&oq : *£poq, f. [*j6oc : &£poc]; 
pi. 4. «j6oii : «£pcm, 2. ew&mTeit : «£purTit, <5. ^j6uioy : ^pooy. 
Beispiele : «j6or k^cxi rcuii : «£poR ennHT nciai (was bist du oder 
was ist dir, daB du mich verfol{jst?j Act 9, 4 ; Joh 18, 21; «£poR RU|«/xe 
iuujul^c (was ist dir, daB du mit ihr redest?) Joh 4, 27; ^c^usu *j6o 
-repixu : Tecgiiie «£po Tepuue (weib, was ist dir, daB du weinsl?) 
Joh 20, 13; «tj6urr€n TCTeno^i cp^Ten-aHno^p xxn^ixiew : ew^puryn 
TeTit^^ep^TTHyTn jutncuut^ (was ist euch, daB ihr hier steht?) Ml 
20, 6; Ming. 194; «.£poi 6e ceupme juuuloi guic peqpno&e (was ist 
mit mir denn, daB sie mich wie einen sunder richten?) Rom 3,7; ew^poq 
qujoyiyoY ****oq (was ist ihm, daB er sich riihmt?) Ps 51, 1; ncx^juooc 
%xn cgiA&e «£poq q^tntgr iica. ueoyei (warum schaut wer ein weib hat 
nach einer andern?) Nic. 1, 39; A^poof n*».i cepaxirrpe epon (was ist 
mit diesen, daB sie gegcn dich zeugen?) Mc 14, 60; Ming. 315; — «j£or 
next*, it nujHpi %x^-\ (was ist dir mit uns?) Mt 8, 29 ; &j6or hcjulhi ^iqk 
3 Reg 17, 18; **&o iiexim £iui ^c^ixii (was hast du mit mir zu schafTen, 
weib?) Joh 2, 4; ^ok h^or (was ist dir?) Joh 21, 22; ^on mioh 
(was gehts tins an?) Mt 27, 4; *;6oq -xe t( yap; Phil 1,18; *£poq <4e 
~T<wpnpno&e (was ists damit? [B. oy «e ne] sollen wir siindigen?) Rom 
6, 15; <w£pOR luweiurr (wie ists mit dir, mein vater?) Z. 323. Num 
22, 9 &s$o it&ipuijuti *y\ £&poR (warum sind diese menschen zu dir gc- 
kommen?) schlage ich e^^uioy zu leseu vor, denn ein stal. abs. aj6o 
(warum?) muBte erst anderweitig bclegt werden. 



XIX. CAPITEL. 
UNBESTIMMTE PRONOMINA. 

Unter den unbestimmten fiirwortern stellen wir nach herkommlicher 264. 
sitte die nomina zusammen, die person oder sache in unbestimmter oder 
allgemeiner weise bezeichnen, namentlich die pronomina »jemand, etwas, 
keiner, nichts, anderer, all, jeder, ganz, viel, wenig, mehr« und sonstige 
ausdriicke der quantitat und qiialitat. 

OT&I : OT&, : 0T66I (einer) und oyi : oyei : oyi oyei (eine) 
ist das zahlwort und zugleich der stat. abs. des unbestimmten artikels; 
es steht sowohl selbstandig (jemand) als durch n mit einem nomen ver- 
bunden (irgend ein), z. b. oy^i ft^Aoy (irgend ein knabe), oyi 



nigiti7prl hy. 



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126 



XIX. CAI'ITKL. 



nc^iAii (irgend eine frau) ; auch stent oye^i vor einem genitiv im plural, 
wie oy«».i nn^iKOfxi (einer diescr kleincn) Luc 1 7, 2 ; j6en oy^i niuc- 
2poy (an irgend einem tage) Luc 5, 17; oy*. nncnpo^HTHC = o*pipo- 
^hthc 9, 8 ; oy^i e&oA &en nn& = oye&oA (einer von den 12) 22, 47. 
OTIIIT, hier. uutu (einzig) , ist ein von oy^i abgcleitetes adjectiv und 
dicnt mit it angekniipft zur versttirkung desselben, wie S. cy* noyoiT (ein 
einziger) Fragm. 3M; nequjHpe no^parr (sein einziger sobn) ; sScn o^tu** 
itoyuiT (in einem einigen geiste), itoycon ho*]fui*T (ein einziges mal) ; mit 
einem bestimmten pronomen verbunden heiBt KoyuiT derselbe, z. b. 
juuiiegooy itoyiuT (an demselben tage) ; neigiuft noyurx (diese selbc 
sache) ; ^h^h ;6eit n^i^n noyuiT : eiugocm gut niupixxew no*]piinr 
(wir sind in demselben gericht) Luc 23, 40. So heiBt auch oy*> ixoyurr 
ein und derselbe, z. b. nrequtitTpiujuc t^i cto noyei noyurr 
(seine menschlichkeit, welchc eine und dieselbe ist) Dul. 47. 

265. OTOH, hier. un, jemand, etwas, sole her, wird nur substantivisch 
gebraucht, auf personen oder auf sachen bezogen, z. b. oyon juuuoit 
(jemand von uns), oyon irx-eige (etwas der art), ^noyoti (einige), 
moyon utn^ipH^* (die so beschafTcnen personen); oyon ni&cn : oyon 
nijut : oy*>n nuui (alle) ; B. ^rd'tte ^jut^ie oyou (ohne jemanden zu 
rechtfertigen) 1 Tim 5, 21; S. */]pui oyn oyon eqo iieA«,x ,c ' TOC Z n nec i" 
np^ic (und es ist jemand ganz gering in seinen handlungen) Dul. 47; 
B. jutneuiiA.y eoyon AuifeipH^ eiteg (wir haben dergleichen noch nicht 
gesehen) Mc 2, 12; B. xe ntte oyon t^ko e&oA iu6h*tot (daB nichls 
davon umkomme) Joh 6, 12; B. oyon g^itoyon iu6frTO*]f juok£ hcaii 
epraoy (es ist einiges darin schwer zu wissen) 2 Petr 3, 16; S. jmnoyge 
eoyoit (sie fanden nichts) Mc 1 4, 55 ; B. o^g^T ic oynoyft juuiiep- 
eni-ayjuiiit e oyoit juumiuoy (gold und silber — nicht begehrte ich etwas 
davon) Act 20, 33 ; B. oyog nne oyon ujuini (und nicht wird solches 
geschehen) Mc 13, 19; sie nennen uns die kinder Gottes oyog &non 
^noyoit (und wir sind solche, wir sind es) 1 Joh 3, 1. 

266. B\I : \2UXT : \2L2LT jemand, etwas, irgend ein ist viel- 
leicht vom alUigyptischen ret (menschen) abzuleiten , wie ju&^y von met, 
wird aber sowohl auf sachen als auf personen bezogen und substantivisch 
wie adjectivisch gebraucht. Das wort steht fast nur in negativen siitzen*und 
heiBt, auch wenn kein negativum im satze steht, gewohnlich : niemand, 
nichts, kein, z. b. «.noit ncuje i\mi ^n c^iotc& ngAi : o^k cccctci 
ti^n cjuteyr A^^y (uns ist nicht erlaubt jemanden zu todten) Joh 18, 31; 
oyeirrcR oy^Ai jun^uut^ (hast du hier jemanden?) Gen 19, 12; utneq- 
oycAi gAi : JuncqoycjuL A^^y (er aB nichts) Luc 4, 2 ; uncp^c*. gAi 
trrc £Ki epurxen : uuipK*. A^^y epui*m irrn A^^y (seid niemandem 
etwas schuldig) Rom 13, 8: 11*11107 gAi *n ne : oyA^^y nc n^eocy 



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UNBESTIM1ITE PRONOMINA. 127 

(mein ruhm ist nichts) Joli *, . ? >4 ; I Cor 7, 19: &ttoK gAi (ich bin nicht*; 
i Cor *3, 2; oygAi : o^pA*.*^ (ein nichts, un rim); fefujinni cg&ngAi : 
^yugumc eyA**^ (sie wurden zu nichts) Act 5, 36; £enA&&*f (des rietis) 
Z. 447; jmnerxe £Ai nc^-xi : junrxe A**/]f nujfe'&e gjut ngiim (ich spracli 
kein wort im geheimen) Joh 18, 20; £\i npauui : Ae^y npuuue (irgend 
ein niensch); gAi hh^AJ (kein ding), A&&T ngtu& (keine sache). £Ai : 
A&&«y kann nicht an der spitzc des satzes stehen, aufier durch inversion 
des praedicativen offcAi : oy A&&T ; als subject muB es durch juuuton : 
juuu.it jun (es ist nicht) eingefuhrt werden, z. b. B. juuuton £Ai junpo- 
^hthc equjHn &en req&^Ki (es ist kein prophet angenommen in seiner 
stadt) Luc 4, 24; S. ite ajuulii A^^y r*».p juumocy up^r ne (es war 
kciner diirftig unter ihnen) Act 4, 34. 

\2VJICjemand, irgend ein ist ein cigenthtimliches mittelag. wort, 
das zweimal vorkommt, ** A&nc im imq e*i peqoy uiui = a. oy^i iiu n**q 
e-epeqoTpuxu. Joh 4, 33 ; r^t** A*nc hcju^t = ka.*ta. pir^ niften 
Bar 6, 68. 

PUIQI : PIU11G mann, man; hommc, on; wird wie Of^i, ©yon, 267. 
gAi pronominal gebraucht, z. b. o<fO£ ne juuuon pnuuLi ne eep£tu& 
enK^i (es war niemand die erde zu bearbeiten) Gen 2, 5; ei-pe^io^e 
epaume gut n&p«.n (daB sie jemanden in meinem namen schlagen) 
Z. 389; eyjuu. eoyn puxiie it^HTq (an einen ort, wo niemand war) 
Z/396. 

31UB (sache) hat mitunter gleichfalls eine allgemeine bedeutung wie 
franz. rien von rem, z. b. S. uitTn £inft (wir haben nichts zu schaflen 
mit dir) Mt 27, 4; n^cooyn ^n c^uifc tvfjume (ich weiB nichts der art) 
Fragm. 431. Ahnlich wird it^w : nn*> (ding) gebraucht. 

n^V^IISLH (ein gewisser) aus <£*. : n** und c^-xxewn vom hicr. men 268. 
b SeTva, ist ein seltcncs boh. wort an dieser stelle : judone muTen c- 
*t&.i£l&.ki £&. n&c^ut^n npuiJULi (geht in diese stadt zu eincm gewissen 
menschen) Mt. 26, 18; der sah. dialect verwendet dafiir das fragewort 
HHI, wie &uik e^o-rn e*rnoAic nn*£pn mut npauuc, ib. ; gewohnlicher 
aber gebraucht dieser dialect jmeuje-mjut (nescio quis), z. b. xieaje-nixi 
ii« k n^x u, P , * THC ( e,n g ew isser anachoret) ; jutxuje (quaere ?) (indet sich noch 
selbstandig gebraucht, z. b. xietge %c nwut ne h oy ne «xe epecofiunoY 
(wer oder was mogen sie denn sein? kennst du sie denn?) Z. 398. In 
beiden dialecten bedient man sich des frageworts nuu zur bezeichnung 
cines zu erganzenden namens, z. b. «.&&&. nuut : *n^ mut Fragm. 358 
(der abbas NN.). 

306IH6 £o'ine im S. und ^im im M. (cinige) wird nur sub- 269. 
slantivisch gebraucht, z. b. £oeine Axxiocy (einigc von ihnen), goeine 
nnecp*duuu«.ireYc (einige der schriftgelehrten) . Umschreibend kann man 



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128 XIX. CAPITEL. 

»einige« (lurch hiu : Hne (anzahl) mit it ausdriicken, z. b. oyHiie neon 
(eine anzahl von brudern) ; sonst durch g^no^on, £&.npuiAU u. dergl. 

270. R6 : kc und alter, abcr seltener S. <4e M. &h (andercr) vom hier. 
ki wird nur noch mitunlcr im SM. subslantivisch gebraucht, und zwar 
ohne artikel in der bedeutung ein andcrer [\ Thess 2,6), und mit deni 
demonstrate neme (der andere), tcikc (die andere). Re ist niim- 
lich gewohnlich nur noch slat, constr. und kann nur noch in der com- 
position gebraucht werden; daher heifit es fur ein and ere r KC-oy^i : 
Re-o*r*> oder B. ne-oyon oder S. ne-A^^y, eine andere Rc-o^pi : 
Ke-oyei; wiihrend fiir das bestimmte der andere entweder niReoy^i : 
nReoy*. neiReoy^ oder eine abgeleitete bildung m^cr nM^cT : iircx- 
rcirct, /". B. ^- oder ta.i- x e, t eintritt. Der plur. von Re lautel 
Re^inoyni : Rooyc Rooy : RCR^y m und RCR^-yei (I Cor 9, 2) 
mit dem unbestimniten artikel : andere, mit dem bestimmten artikel oder 
demonstrate : die andern. Re^iuoym RCR^ym sind plurale von r€ oyon 
mit verdoppeltem ne wie in M. r€r*y £I fiir S. Rooye und ahnlich im S. 
gmte h ReA«.«/f (die cinen oder die andern) Z. 563. Der eine... 
der andere kann durch die einfachen indefinite oy^i . . . oyaj, z. b. 
nioy^i toxxi ciuoy^i sf<; too £vo<; xoXAamou Job l\, 7 (16); oder o^cm 
nc*. oyon (eins nach dem andern) ausgedruckt werden; gewohnlicher ist 
aber das zweite mit rc verbunden , z. b. g^nofoit . . . ^nRcoyon (oi 
piv . . . oi 8e) Eph 4, H ; oy*»% • . . rc 07*1, nio*f^« • • • niReoy*^, z. b. 
oy*a uten &.q££i ^^ren nuAtnrr o*]po£ Reoy^i ^qgei esen oyneTp* 
(eins liel an den weg und ein anderes fiel auf einen felsen) Luc 8, 4; 
oy*>% jutcn xxnewipH'f Rcoy&j ^e utn&iRepH^ (einer so, ein anderer auf 
andere art) < Cor 7, 7. 

271. Das adjectivische ein anderer wird durch den slat, constr. rc 
ausgedruckt, z. b. Kepuxu.e (ein andrer mann), rc gui& (ein anderes 
werk), e*ri RCROfi nofoeiuj (noch eine andere kleine frist) PS. 184; 
und im plur. mit dem artikel ^nuepuiAxi : genReptuiAe (andere manner), 
g&nRegtuft : geitnegiufc (andere sachen), S. geitne^cne (andere, ver- 
schiedene sprachen). Fiir das bestimmte der andere muB man sich 
jedoch der umschreibung mit hirco?*! n :'iircoy* n und fur die andern 
n*aRex„aiOYni n : neiRooye n bedienen. 

rc ist nur ein unbestimmtes attribut und wo es sich als stat. constr. 
mit einem bestimmten nomen verbindet, empfangt es die bedeutung auch; 
m-ue-piEuuLj heiBt nicht: »der andere mann«, sondern »der mann, ein 
anderer « d. h. »auch der mann«; *r&jRec£iAii (auch diese frau), 
niRC^Auio*]fi (auch die knaben); eiu6^e **e ewCAXoy £inc n*e ^Kec£UJU 
(zuletzt starb auch die frau selbst) Luc 20, 32; cvpmepoc nengHRe RCAie- 
poc nnujjuuuLO nReuepoc in>iv2toq e&oA cpon (einen theil den armen, 



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INBESTIMMTE PRONOWNA. 129 

einen andern theil den fremden, und auch den tlieil fur uns wenden wir 
auf) Z. 346; ebenso sieht Re vor eigennamcn, z. b. imeHpnr^HC (auch 
H erodes) Luc 23, 5 ; und in sclbstandiger slellung im S. &. lUtgwr 
ujrop-rp &. t^^oai k&.&*t nctnc *>ym no*foem nn*&*A amicikc iuuuul&i 
ewii (mein herz ist beunruhigt, meine kraft hat mich verlassen, und auch 
das lichi meiner augen, das ist nicht bei rair) Ps 37, H . So driickt be- 
sonders der boh. dialect weiter bei verben, sofern sie infinitive masc. gen. 
sind, das auch durch ep-n-ne (thun auch das) aus, z. b. ^renepnuecfe'xi 
xin^opH^ M. yetieATTKeuje-xi mreige (so redeti wir auch) Hebr 6, 9; 
AMien-epeqepnKeoTuijui (er soil auch nicht essen) 2 Thess 3, 10. ne ohne 
den bestimmten artikel in der bcdeutuug »auch« ist ungewohnlich, z. b. B. 
feicurr&u. •*>€ ckccjulm fiir S. «.icuitju t±c on eycjmH (ich horte aber 
auch eine stimme) Act 4 4,7; aber fiir Ps 4 38, 8 n^OK rc xxxx&y, ne juuui^y 
on (du bist auch da) ziehe ich die lesart (neon) kjuuu^*p newum*^ on 
entschieden vor. 

HIB6H : HIII : HIRI (all), hier. neb, ist nur adjeclivisch und steht 272. 
immer h inter seinom un bestimmten substantive im sg. ohne vermittclung, 
z. b. £ia& tuften : £ca& njum : guift nifiu (alle dingo), oyon m&en (alle- 
sammt), ptujuc iujul (alle menschen), ncHO<^ mkn : nayoeiuj niut (zu 
alien zeiten) etc. 

THP* (ganz, all), uns als adjunctives personalpronomen bekannt, 
dient mit den suff. der 5. sg. als adjectiv, welches seinem bestimmten 
substantiv stets nachsteht, z. b. n^y *rnpq (die ganze erde), ^p^K 
-mpc (die ganze schrift), niK&£i THpoy (alle lander). Die 3. m. sg. 
-ritpq kann wie ein substantiv gebraucht wcrden und sich mit dem artikel 
verbinden: niHpq (das all). 

Zur bezeichnung jedes einzelnen hat die koptische sprache kein 273. 
eigcnes wort; es driickt diesen begriflf wie das arab. durch verdoppe- 
lung aus. Das substantiv heifit nioy&i nio*f&.i, ^oy^i c^oy&i : noy^ 
noy^ (jeder einzelne), -oo*]fi -o-oyi : toy« Toyei (jede einzclne); dahcr 
K«tTdt oy*>i o*f&i (4 Cor 4 4, 31) oder hoffei o^i : oy* oy*> Mc 4 4, 4 9 
(einzeln). Das adjectiv einzeln wird dagegen durch verdoppelung des bc- 
treflenden substantivs ausgedruckt, z. b. B. oyo^ £K£e*juuo n^yftoiTOc 
juuulo^ juo£ (du sollst die arche zu einzelnen zellen, zu tauter zcllen 
machen) Gen 6, 4 4 ; oyo£ *qoY*>gc*>£ni nuioy n-xofpoiTefc THpoy 
ncrjutnocion cpunocioit £i«xen nciut e^OTe-royon- (und er befahl 
ihnen , daB sic sich alle zu einzelnen gelagcn auf dem griinen rasen 
lagerten) Mc 6, 39; nrx^q-xiq cyoi nefp*. cfp*. (die ameisen, wenn sic 
in einzelnen reihen sind) AZ. XIII. 4 40; me^ooy nie^oo*y : negooy ne^ooy 
(jeder einzelne tag) Mt 6, 34; S. £ooy gooy (taglich); M. iteguift neguift 
(einzelne andere werke) Bar 6, 46; B. oi ivxoA «*oA (voll von lochern 

8 torn, koptiiche grammatik. 9 



'C-nno\e 



nigjTi7P;rl hv 



130 XIX. CAPITEL. 

seinj Z. 125; S. necn&eoc o juuutme ume (Hire leidenschaflen sind von 
verschiedener art) Nic. 1, 36; i\go*]fo itgo*]fo (mehr und mehr) 1 Thess 
3, 10; eqnurre Kurxe (hier und dort suchend) Z. 270 ; B. c&j>5 ni&cn 
T^ic^p* tajc^p* *.it ^rt (alles lleisch ist nicht dasselbc fleisch) 1 Cor 
4 5, 39; €<£*! ety*>% ajia Ps 52, 4; k*'t&> KOf^i no-px* Ex 23, 30. Deut 
7, 22 : Koyi Kofi/ igHAitgHju (bei kleinem , allmahlich); n&jtyift puipiu 
(ganz dieselbe lange) Ex 37, 1. 

274. S2L3, hier. heh, (viel) ist ein nur sail, pronomen indcfinitum , das 
entweder allein steht oder sich durch u der relation oder dcs genitivs mit 
cinem noraen verbindet, z. b. g^g nne^pic^ioc, ga*g irreAaiiiHc. Sonst 
wird der begriff der menge zumeisl durch das subst. juhuj : aahhujc 
(raenge), vom hier. ma-as, mit dem n der relation ausgedriickt, welches 
die artikel des sg. annehmen kann, z. b. ofjmftig jututoioy : cpuHHUje 
AiAxoo-y (viel wasser), of juhuj itpoAa.ni : oyutHHUje npoAine (viele jahre) , 
gfeiuuiug itc^'xi : gciuuHiugc lug&.'&e (viele worte). Minder ha u fig ist 
das subst. &o : \to : *-ta. (menge) mit it der relation in gleicher be- 
dcutung, z, b. oy^o npn^ (viele arten), ^neo aaAo^ (viele greuel) 
1 Petr. 4,3; S. o^to ncjutoT (viele gestalten) Z. 548, oy^rr* rcgooY 
(viele tage) Dul. 38; M. noy^T*, nc^n (vielmals). Ein drittes synonym 
ist S. *ujh mit dem it der relation oder des genitivs, z. b. oy^ujH ntymt 
(viele baume), *t*ujh nnpouute (die menge der menschen); auch der inf. 
n-&.uj&.i und die verbalen derivata e-r-otg und ru^ige driicken bisweilen die 
vielheit aus. 

ROT2CI : ROTI (we nig) mit folgendem it der relation, z. b.o*puvF*i 
juuutiuoy : ofROyi juumooy (ein wenig wasser). 

275. SOTO (mehr) hat im S. noch einen st. constr. goye erhalten, z. b. 
2?ye xeweio (mehr ehre) Hebr 3, 3 fur B. goyo *ta.io; goye n^ppHci*. 
(mehr ofTenhcit) Ming. 156; doch kommt auch schon S. gofo eoo*f 
(mehr ruhm) vor, wie B. goyo oyr*g Joh 15, 2. Daneben ist im boh. 
die ankniipfung des substantivs durch it gestattet, z. b. oygof nT&I ° 
(1 Cor 12, 24) neben oYgoyo c*i oder o^fgoyc c«j (v. 23), aber auch 
oyraao itgoyo (*&.). goyo : gofc wird als st. constr. auch vor verben 
gcbraucht, um die steigerung der eigenschaft oder der thatigkeit zu bc- 
zeichnen ; sie sind in diesem falle als infinitive aufzufassen und ihre com- 
position mit 2py° : Z°y e mu ^ durch das hulfsverb ep : p (thun) verbal 
gemacht werden, z. b. B. ep-goYo-Axeyi (mehr denken thun, viel denken) 
Rom 13, 3; cpgoyod'ici (sehr erheben) Phil 2, 9; €pgOTO*d*».i (mehr zu- 
nehmen) 2 Thess 1,3; epgoyos'o e&oA (mehr aufwenden) 2 Cor 12, 15; — 
S. pgoyeautoy (sehr preisen) Dul. 47 ; pgofexice (sehr erheben) Z. 456 ; 
S. goyo ist in diesem falle selten, wie in uj^fp^oyoigoyo (sie fliefien 
mehr) Z. 433. Einige male begegnet man dem goyo goye auch vor 



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DIB NUMERALIA. 131 

adjectiven, z. b. S. p£oye coc^oc fur B. epc^fee n^oyo (mcbr weise werdcn) 
Prov 9, 9; ^ngofO&AAe (die blindcren) Z. 537, u. Mil dein bestimm- 
ten artikel versehen, ist ^oyo (die mebrzabl) lediglich substantiv und muB 
das abhangige im genitiv bei sich haben, z. b. ni^oyo mucnHoy : negofo 
niiccnHY (die mehrzabl der briider) ; ahnlicb o^oyo eofnpo^irx-Hc (ein 
mehr als prophet) Luc 7, 26 ; und B. offcofo k^Aiuc M. of^oy k&Aoc 
(was besser ist) < Cor 7, 38. 

Pronomina der quantitat und qualitat entbebrt das koptiscbe; 276. 
tantus umschreibt n-T^i-ui^iH : k-tci-^ot,'Io/i« jut-n^i-pH^ : 
n-T€i-£e oder n-Tei-ume; ahnlicb wiirde auch tot durch hhi : 
Hnc (anzabl) auszudriicken sein. 



XX. CAPITEL. 
DIE NUMERALIA. 



Die boheirischen handschriften bezeichncn die zahlen in der regel 277. 
durch die buchstabenzilTern x ) , die sahidischen schreiben sic aus, daher die 
formen der erstern in den angaben der grammatiker viclfach schwanken. 
Nicht gehorig beglaubigte formen haben in der folgenden ubcrsicht keine 
aufnahme gefunden, wenn sicherere vorlagen. 

a* die cardinal!*. 

Die cardinalzahlen haben me ist eine mannliche und eine durch 
i : e gebildete weibliche form. 

1 £ o*r*.i : oy*> : oyeei oyei f. oyi : oyei : oyi oyei bier, ua 

2 5 cit&i* f. citoy^ : cirre ceirre : cHn^- - m 

3 ? ujoajtx : ujoaaivt ujoavt : in>Jut€trT f. ujoajt^ : jgourxx - )(rnt 

4 £ q^uioy : q-roof f. : q-Toe q-ro - aft 

5 € ^oy f. : ^e - (ua 

6 r cooy f. : coe co coo - sas ? 

7 ^ uj*tgq : c*igq f. uj<wujqi : c&ugqe - syf 

8 h ujAiHit : tgutoyn f. ujjuhiii : ujutoyne - ymnu 

9 <► V^rr ncrr : \Jric /*. \Jri^ : \Jrrxe - pst 
< T axht f. uih^ : uihtc - mt 
20 r *urr : -xotwt f. moyra-rc - ti 



4) Die griechischen zahlzeichcn bchalten die Kopten auch bei, wenn sio 
arabisch schreiben, jedoch in eursiven formen, welche sich eher in diose schrift 
fiigen. Aus der foliierung mancher handschriften, wie z. b. dein herliner evan- 
geliarium von Diez, sind sie leicht zu entnchnien ; oder auch aus eincm kleinen 
tractate iiber koptische arithmetik in dem arabischen manuscr. Sprengf.a 655. 

9* 



D i g i t i m 



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132 XX. CAPITEL. 

30 ^ juLdtft : *&&*& (***&) 
40 Jk £i*e gjuH 
50 ii 'reoyi : T^ioy 
60 £ ce 
70 o ujfce ujqe 

80 ii &juene &eu.ne ;6*uune : gjuene 
90 q nicreoyi : necr^ioy ncrfeiof 
100 p uje — hier. §aa 
J 000 5. ujo M. ujdt — hier. yra 
10000 7 ^&* : t&a. — hier. tab 
Von den niittelagyptischen zahlen ist wenig erhallen gebliebcn , und aucb 
die boh. iiber 10 sind zum theil anfechlbar. Fur 9 ist \Jrrr das alterc, 
aus dem S. aber fast ganzlich verschwunden , es findet sich z. b. ne- 
>\r%~T PS. 18. 

278. Die verbindung der einer mil den zehnern besteht in der nach- 
stellung der erstern, im B., wie es scheint, ohnc weiteres, nur daB dann 
fiir aaht vielraelir juct geschrieben wird, also ia. ute'roy^i, %k *xe.Tcn*>y, 
%v JuertgoJUT ; k*. •xunrq*riuo']p, Ae ju^fc^oy u. s. w. Im sah. dia- 
lecte wird in dieser composition uht zu juirr und -xoyurr zu -xoyr, 
und die anknupfungsformen der einer lauten ohne unterschied des ge- 
schlechts : < oye, 2 cnooyce, 3 tgojurre, 4 'r*q*re, 5 th selten *re, 
6 -T^ce, 7 csoyqe, 8 ujxmne, 9 \Jric; nach axivt und •xofiunr lauten 
4, 5, 6 mit verlust des anlauts fc.q~re, h, ^ce, z. b. tr jut-ivrigojurre, r*. 
juirr^q-re, Re «xo*prH, A** jut^fcTA.q-rc, jua. gjuteoye, xxc gjucr^ce, 
i\7 r^io*yc^tgqe, qh ceujjuHtie, oe ujfce'TH, oc igqer^ce, n7 ^utcne- 
c&ugqe u. s. w. Bei den zahlen H und \% kommt die unterscheidung des 
geschlechts vor: juirToye m., jutn'royei f. ; JuitTcnooyc {schlecht juitt- 
cno^c) m., AniTcitooycc /*. ; hin und wieder fehlt auch das auslautende 
e an -ujourr, -c«.igq, -ujuuttt, aber die weibliche endung scheint in 
diesen zusammensetzungen gewohnlich gen. comm. zu sein. Neben dem 
tnasc. 's.oyr'^ric scheint das fern, •xoyT-v^rrre gebriiuchlich zu sein. Die 
vorsetzung der einer im str. constr. vor die zehner ist ganz selten, wie in 
TiAeg-qTOTp-'xoTparre (Peyr. lex. 397); ebenso ihrc ankniipfung durch urn 
(und) wie -r^ioy xxn oy* PS. 102. 

279. ^ie niehrfachcn h u n d e r t und t a u s e n d werden durch voranstellung 
der einer entwcder mit folgendem it oder als st. constr. ausgedriickt ; als 
st. constr. nehmen die einer im S. eine besondere verkiirzte form an. 200 
c lautel B. cu^y fuye (auch 5uje) oder uje cn*^, vielleicht auch ujm 
(Z. 43), wenn dies ein alter dualis sein sollte, im S. dagegen ujh-t und 
im fern. Bgirrcirrc (Peyr. lex. 282); 300 T tgo&iriuge : ig&iirrtgc 



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DIE MIMERALIA. 133 

upurtge; 400 y t^rvaoy nige : qnrooy ittge, qiroyugc ; 500 $ ^oy nige ; 
600 x '• cooyiitgc, centge (?); 700 \^r ujfetgq noje : c*tgq nige ; 800 ui 
tgjuiHtt nige : igjuoyn nige ; 900 -f if £ ^rrntge : \^ricnujc. Ebenso 
2000 5 (5tgo), cit*.*)f nigo Oder ujo cn^y ; 3000 ? tgourr ntgo : ujojuirr- 
ntgo oder tguurrtgo ; 4000 *£ q-rinoy ntgo : qnroyujo ; 5000 c ^oy iugo 
und of^ic tA*. (ein halbes zehntausend) Z. 513 u. s. w.; und 20000 k -rfc* 
cn^y, n 50000 ^oy irrfc*. u. s. w. Umschreibend werden die tausende 
mitunter durch die hunderte und die zehntausende durch die tausende 
ausgedriickt ; z. b. 3000 *&**& nige, 6000 ce nuje, 39000 aa^A^ic nige, 
12000 jmirrcnooyc itujo, 23000 *o«r*rujOA*.'*" ntgo ; 100000 p& tgc ntgo 
oder juht ni-ft*, 1000000 £5L ujo ntgo oder Acueon ju^>. 

Die zusa mmenset zung der verschiedenen decaden ist eine unver- 280. 
mittclie aneinandcrreihung der niedcren an die vorangehenden hohern; 
z. b. 318 tujurrtge axutujjuhu, 4 846 ujo tgutoynntge £jue*r&ce, 185000 
junx upuLHn li-rfc* oy^oc d. h. 18^ myriaden. 

In der verbindung mil substantiven gelten die cardinalia als 281. 
collectiva im sing, und, soweit sie keine besondre form des fern, bilden, gen. 
comm.y so dafi sie das gezahlte rait n ankniipfen ; audi nehmen sie den be- 
slimmten artikel zu sich, und zwar den mannlichen vor mannlichen, den wcib- 
lichen vor weiblichen w5rtern, z. b. •* npiuA&i : q-rooy npui&ie (4 men- 
schen), ^ ntgepi : q*ro ntgecpe (4 tochter), ujoAiirr ene&o'i" (3 monatj 
Act 7, 20; n? neon : ntgoutirr neon (dreimal); ne7 junn* ef^oiof 
(andere 7 bose gcister) Mt 12, 45; %xw\ jun^peenoc (zehn jungfrauen) 
Mt 25, 1; y iuuu npumu : *> qi-oycgc nptnute (an 400 mann) Act 5, 36; 
ni7 he^ooy : ncfetgq ngoof (die 7 tage), ^uih^ a&&«.ki (die zehn stadte) 
Mt 4, 25; neitgojunr np*n (diese drei namen) ; ne^jue n^ooy (die 
40 tage), nrtgo npojune (die tausend jahre), oytgo npojum (tausend 
jahrc) Ps 89, 4. Bei den zusammengeselzten zahlen ist die unterschei- 
dung der geschlechter keine regelmafiige und zum theil ganz aufgegeben ; 
so (indet sich utn'renooye npoAinc Luc 2, 42 und nicht JUtnTcnooyce, 
juiiTtgoAi're n&.itun PS. 42 und nicfit juirrtgoajrr, £juenecfetgqe aja^A- 
juoc PS. 72 und nicht c^tgq u. a. m. Der plur. des bestimmten artikels 
ist vor den cardinalia unzuliissig. 

cn^y kniipft das substantiv selten durch n an, z. b. tg*. 5 npo&im 282. 
Z. 63, n«j5 nAo^oc Z. 107; cn^y ngooy ne n&i •s.in^r^qiguine Dul. 44. 
Gewbhulich folgt cn^y scinem subst. unmittelbar, z. b. puiq AiA&e-apc fi 
ncut ptnq n? juuute-opc (der mund von 2 zeugen und von 3 zeugen) 
Dcut 19, 15; c huiin nejut -xe&'T 6 oder nic htniR neu. nrre&T 6: 
^oy nocin juii t&t cn&«y (5 brote und 2 iische) Mc 6, 8. 41: mpuuui 
cii&t (die beiden manner), ^cgiAii 5^ (die beiden fraucn}; n&tgnpc 



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134 XX. CAPITEL. 

cn*Y (meine beiden sbhne), 'r^ien-roAn cnoft : 'reiirroAH cmx (diese 
beiden gebote) Mt 22, 40; niKe-re^** & (audi die beiden fische) Mc 6, 41; 
ni6 : necit&Y heifit b e i d c. con (malj nimmt im S. vor cn^y die form 
des st. constr. cen en an: ncen cn±y 8(<;; aber noycon nejm £ : itoycon 
*yva cit^y : Hoyc^n ixn fi 1 Thess 2, 18. 

283. In einigen com posit a hat sich der st. constr. einiger zahlen er- 
lialten; so findet sich S. nujjurr-ecun , nujAiT ctnam, nujAjrr coon und 
uujjuirr cm can neben ujojuut neon und nujoxiirr ncaitun (dreimal), 
und sogar ujurrpojuuie, ujoax rpoAxne ? (drei jahr); fcrner B. qToyA^n^ 
(die vier ecken), q'roy-o-Hoy (die vier winde), qTOf^oo*f : qTCfnoof 
oder eq-reyenooY (vier tage) Act 10, 30; S. ^XinoAic (die Pentapolis). 

b. die ordlnalla. 

284. Die ordinalz allien sind wie im alt'agyptischen mit ex=> ^ wft, so 
im koptischen mit ai*>£ : juc£ (eig. fiillend , voll machend) zusammen- 
gesetzte adjectiva, die mit ihrem voran- oder nachstehenden substantive 
durch n (ju) verbunden werden , z. b. niegooy ajuul«.£c« (der dritte lag) 
Joh 2, 1 oder m&i«tgjF nc^ooy : nxiegujoajLirr ngooy Luc 9, 22; me^ooy 
juuul^^ujaxhh (der achte tag) 3 Reg 8,66; iu*.€£c«.ajq neon (das sicbente 
malj; 'rxiegc^ujqe June (der siebente himinei) Dil. 42. Die im genus 
veriindcrlichen zahlen richtcn sich nach dem geschlecht des substantivs. 

Audi c^JUfegS : nuLCgcn^y, f. eju&£&t : Tjucgcn're : TULC^cnn^ 
(tier, die zweite) kann in der attributiven verbindung mit einem substantiv 
dieser anaiogie folgen, z. b. ^-poutni juuut^&^ (das zweite jahr) Zach 
1,1; oyuL^gE^ jut^e (ein zweiter himmel) Theot. 132; Tjuegwre noypujc 
(die zweite nachtwache) Luc 4 2, 38. Dancben kann aber das ordinierende 
**.*.£ : Ai€£ vor die cardinalzahlung treten, welche cn^y seinem substantiv 
nachstellt, z. b. niju.«£con cn^y (das zwei mal voll machetide), -rjueg- 
pojune en-re (das zweite jahr) . 

285. Der erste heifit abweichend B. goyrr f. ^o^pi^ oder ujopn f. 
ujopm, S. ujopn f. ujopne (?), M. ujfepen f. uj«.pm ; diese adjectiva werden 
mit ihrem subst. durch n verbunden und stehen, goyrr vor oder nach, 
ujopn imnier vor demselben ; z. b. m^oyi-r hegooy (der erste tag) Mc 
14, 12 oder nie^oof ngoyrr Gen 1, 5; mpuuui n^oyrr (der erste 
mensch) 1 Cor 15, 45; ujopn noyr*£ m&cn (alle ersten friichte) Num 
18, 13; ^ujopm hemc-roAn (der erste brief). Im S. kann sich, statt 
ujopn vermittelst n, der st. constr. ujpn unmittelbar mit seinem subst. 
verbinden, z. b. uujopn trxuiuj oder nujpn-ruiuj (das ersle gebot); 
ucgpncooyn (die erste erkcnntnifi) Prov 9, 10 — wo eine variantc weniger 
correct nujpnncooyn bietel. 



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DIE NUMERALIA. 135 

c. die distrlbutlYa. 

Die distributivzahlen werden im koptischen wio im arabischen 286. 

durch wiederholung ausgedriickt, z. b. ctt^y cn^y (je zwei), ujoaat 

ujoajtt (je drei), uje tyc (je hundert), igo igo (je lausend); sie giengen 

in die arche K6 e&oA&en c^p? m&en Gen 7, 15; o*]po£ ^ypuiTeA THpoy 

Auuew a*.*, juwt* pp item k^t& nR (und sie lagerten sich alle an ein- 

zelnen stcllen zu je 100 und zu je 50) Mc 6, 40. Umschrieben werden 

dieselben zahlcn im S. durch den plur. des possess ivartikels n*, wie neoge 

*,yva n^-i-^ioy (die zu hundert und zu funfzig gehorcn); Ai^pofncwiOY 

cHtie cene n^-it'r^ioy (sie mogen sich niederlassen in schichten zu je 

funfzig) Luc 9, 14 — oder iukmr^ioy ? Numerale collectiva, enlsprechend 

den gricch. auf as, bilden sich im B. durch *n (§ 175). Davon ver- 

schieden ist *.n7 : khaiht, «,nii : ^nrewioy, *».np : Mtuje, &.nigo (fuhrer 

von 10, 50, 100, 1000) Ex 18, 21. Deut 1,15 — von en (fuhren) wie 

*n-?&arx. (§ 173). 

d. die multiplicativa. 

Die multiplication wird vermittelst der cardinalzahlung ausge- 287. 
driickt, das schlechthin mehrfache durch den zusatz nituift, z. b. n7 nnui& : 
ncetujq nntu& (sicbenfach) , n? nnui& : nujjurr niuuft (dreifach), np nnuift 
neon : n^2. ncon (hundertmal) Mt 19, 29 ; B. fcis'i c nxx nuj^uj uj«.~xen 
oy^i (ich empfieng 5mal 40 streiche weniger einen) 2 Cor 11, 2 4. Der 
multiplicand wird mit dem multiplicator durch n verbunden, z. b. 7 no : 
c*ujq nujqe (7 siebzig) Mt 18, 22, d. h. 7 X 70. 

e. die brtlche. 

Von den br lichen hat nur ©die halfte« ihren besondern namen <f>&.uji : 288. 
n^uje oder -xoc : <^oc (von Lagarde mit hebr. KD3 »monalsmitte« und 
arm. kes verglichen) und im st. c. «cc : <^ic, z. b. oyju^^i oyxoc 
(I J- die), KecRrt : g'iCKrx'e (halbe drachme) . Die iibrigen briichc wer- 
deu durch verschiedene substantiva der bedeutung »theil« umschrieben, 
namlich pc, *repe und oyiun. 

pe hier. <=> re, bildet die briiche besonders im B. : peujo&vr -$-, 
peq-roy? oder peq-riuoy -J-, pe^oy ^, pecooy £, peuj&njq |, peujjuoyn? 
oder peujuiHn \, pei^rrr ^, pejuHT -fo ; z. b. $pe? n^&feKi &qgei (der 
drittc theil der stadt fid) Apoc 11, 13; bekannt ist pemtHr als »der 
zehnte«; peq^ Ex 29, 40 ist wahrscheinlich fehlcrhaft (vergl. § 100). Im 
S. ist peugojunr und (mit ** fiir e) p^q-TOoy nachgewiesen. 

Tepc : -xpe findet sich seltener, z. b. nrrepe? (der dritte theil), 
S. n'rpeq'rooy (der vicrte theil). 

oyran S. kniipft die gebrochene zahl mit n an, z. b. oyoYiun 
ntgoAjm-r (cin drittel) PS. 25, noyuin n^oy (das fiinftel) ; oyn oder ofen 
als st. c. unmittelbar noyn^oy (das fiinftel), noynjuH-r (das zehntel) — 
so Ex 16, 36 zu lesen. Selten ist das wort in boh. textc ubergegangen, 
z. b. niR£OTpe*r£ Ez 5, 2 neben $pe^ (das vlertel). 



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136 XX. CAPITEL. 

f. die zeitbestimmungen. 

289. Bei zeitbestimmungen wendet das koplische die ordinalzahlen 
an, zu denen die benennung der zeitabschnitte gewohnlich im verh'altnifi 
eines stat. constr. steht. Die stunde des tages heifit a.*ti : oslii aten /"., 
selten mit dem artikel, z. b. jutc^tt^Y h^n ? : junn^y man ujojutc 
(urn die zeit der dritlen stunde) Mt 20, 3; £eit */slii 7 nc^q M. cxin 
*r«n 7 nceq (in der siebenten stunde gestern) Job 4, 52 ; S. atin 
•xn ujojurre Act 23, 23 ; s6cn ^n c (in der sechsten stunde) Z. 87 ; 
Junius itT-xn co Aiit T«n>|riTe (in der sechsten und neunten stunde) 
Z. 323. Die wochentage heifien ^kypi*>kh iA>^I!, hi5 ..^yo^lt, nit« 
Udiil, mi^ Isu.^t, me (j*y^>i, ^^p^cueyH &uj>I, nic^fcfc«,rou v^ujmJI 
— mit dem bestimmten artikel, wahrend die formen neqcit^f nequjojurr 
neqq-rooy (Ming. 4 01) ihre beziebung auf eine person durcb das posses- 
sivum ausdrucken (§ 253). Den tag des monats bezeicbnet coy, hier. 
ssu, welcbes regelmiifiig vor der zahl steht, adverbial mit it oder &en : 
gn, z. b. ncoy i^ ju.ni&.fto'r Ex 12, 18, &eit coyT uni^fcoT 12, 13; 
S. ncoy c«.ujq junei^fco-r Ming. 278; itcoy 'xoyroyc jutnefecr tui&c 
Z. 225; wcoy 'xoyTA^ic ngfeouip Z. 237; «jc6«ti ncoy rh xiniewfeo-x 
ciihii Apocr 71 ; «.ic£*i ncoy ^oy no^T AZ. XVI. 19; &.ic£«j gn coy 
jun'i^oy ami eft or ux^ip »b- * 8 Der erste des monats (der neumond) 
heifit co^* • coy*. : coyeci (aus co^m-ot^ 1 )" 

290. Die namen der koptischcn monate (ma>ftoT AwuLeTrfirrioc) , deren 
boheirische formen in alter zeit ins griechische, und deren bis auf den 
heutigen tag gebriiuchliche sahidische formen ins arabische 1 ) iibergegangen 
sind, lauteu: 

'^T^LLIS ^^ -^uioyr : ^ooyr ^t o^j 

^°j^ — cpauxpt n&om : lu^ne noone Jul 

"pj^ — dDtip &.-»tup : g^-riup .y& 



^p^ — cpa}JLSV(i)J> <^«JU£iiai-& : n&pju^^r n*peju£*"ra 2 ) oL^oj 



1} Biruni fiihrt auCer den ublichen arabischcn formen noch die folgcnden an 
•^ytfiji U^^^ ijFi^L* ^^ Vcrgl. Sachau, the chronology of ancient nations 
of Alhiruni p. 59. In einem andern werko kennt derselbe verfasser auch die 
hoheirischen oder griechischen formen, vergl. AZ. XVI. 12. 

2 Lepsiits, Denkm. VI. 102, 28. 



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DIB NUMERAUA. 137 

/ ^°^ — Ttabvt n&mni : untune n&.feiiH **}y* 

^^ — 4m<pf ciiHn : ciien V*^ 

j^°P[ — (i£3opi) JUtectupH : AJLCCUipK L^T**^ 

^Ttorjfojxevat T|{ji£pai Tt^vxe iu&&ot iwot*i L ^Si\ ^JyA\ 

Es linden sich noch manchc cntstellle forrnen dieser namen, welcho theil- 
weise als volksthiimliche bezeichnungen sclion im hicroglyphischcn vor- 
kommen ; sie sind meist von schutzgottheiten , wie etuoyr Thuti, *^mp 
Halhor, n&.3£um Chons, odcr festen, wie 9£oia.r ka-hi-ka, cntm hcb-apet, 
jutecuipH mes-tfor (geburl dcs Horus), hergenommen. Die griechisch- 
boheirischen formen werden gem zu amtlichen datierungen gebraucht, sind 
aber dem volke wcniger verstfindlich and scheincn mituntcr ciner erklarung 
zu bediirfen, z. b. ncfcoT n^ujuin e-re n^i ne n&ujonc (der rnonat 
Pachon d. h. Paschons) Z. 544. 

Die entsprechcndcn rbmischen monalsnamen, welche die Kopten neben 
den eigenen gebrauchcn, sind die bekannten cefc-rcjupi[oc], ok roxidpioc, 
noeju&pioc, -fc-CKejuiipioc, i^noy^pioc , c^eypoy^pioc : <f>e£po«.pioc, 
ju^pnoc, *kfcpiAAioc, aa«joc, toy moc, ioy Aioc, *yr ofcroc. Die a r a b i - 
schen monate haben sie folgcndermafien gracisicrt und entstellt 1 ): ^n^yjuoc 
(A.nA.-euAoc) p*^, ci&ip Jus, •aynmopic-juon^c J^t £*Ji> ^pitmopic- 

*^!OC r=>^' £&)> "* r *"*OC-A*OIttkC J^l ^^L#J>-, •^ITIOC-TIOU j^Sl ^^U^ , 

pi£oc v-^^j, cj&ikuiii -.L*-S, p«ju£i7um qLq^j, 7*AAoc J]j-&, fe-apioc 

In der datierung bedienen sich die Kopten verschiedener zeit- 291. 
rechnungen. Die Ultcsten denkmliler bis in die erste zeit nach der 
uiuhammedanischen lira datieren unvollkoinmenerweise nach den jahren der 
indict ion oder steuervcranlagung, dem im byzantinischen rciche ublichen 
eye las von 4 5 jahren, dessen anfang in den September 312 n. Chr. fallt. 
Die zahlung pflegt in diesem falle griechisch zu sein, z. b. irrpoumc 
thc tct^p'xhc iit^iK/, irrprriic iiv&.ik/, irrecc^pecK^rakCK^rHC Itt^IK/ 
(AZ. XVI., \%. 19. 18) oder auch einfach in-*/ -rprrH (Pap. <). In 
der zeit des islams wurde die ara der martyrer (twXf&JI ifyb) unter 
Diocletian vom 29 august 284 n. Chr. allgemein, z. b. e-rofc thorA/ 
ftfeciAcyc fit*, (Pap. t) oder it^ior/ (ib. 94) odcr *no **ior/ (Z. 175), 
oder in spiitercr zeit B. 4- ffi ^riu« (Apocr. 71). Im zweilen jahrhundert 



1) KiftCiiER, lingua aegyptiaca restituta p. 65; Turn, rudimenta p. 395. 







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138 xxi. Capitel. 

des islams trat auch die rcchnung nach der Higrah hinzu, z. b. &jio 
^iokAh ^juih c«kp*kK€i\oc tr (AZ. XVI. 26), croyc ^iorA/ ^ciAc^fC 
yn* k&i e-rofc c^p^KOition pi&. (Pap. (). 



XXI. CAPITEL. 
DER GENITIV. 



292. Forschrcitead zu der verbindung der selbslandigen noinina gchcn wir 
zu ihreni genitivverhaltnisse iiber. Wir unterscheiden dasselbe von der 
einfacheQ relation an dem artikel, der bci dieser fehlt. Der genitiv ist im 
koptischen, wie schon die bestimmung des nomens durch den artikel, 
zwiefach — entweder allgcmein bestimmend oder besonders und init nach- 
druck erkiarend. Ira erstern falle wird er durch die proclitische partikel 
der relation n, ira letztern durch die zusamniengesclzte parlikel irre (aus 
n und der verbalen wurzel tu) bezeichnet. So heifit nujkpi ju$^ »dcr 
sohn Gottes« oder » Gottes sohn« als ein bekannter und allgemeiner be- 
griflf; niujHpi irrc <£^ dagegen, »der sohn, namlich Gottes«, » dieser 
sohn, wclcher der Gottes ist« als ein individueller und mit betonung her- 
vorgehobener begriir 1 ). 

a. der genitiv der relation. 

293. Der genitiv der relation ist die gewohnlichc form sowohl des 
possessiven (iL^Ut JoLto^t) als des partitiven genitivs (kyaajuJI) , wenn 
das nomen regens nicht nachdriicklich demonstrate , im B. nament- 
lich mit der schwachen form des bestimmten artikels versehcn ist, 
z b. ncewxi utnoc : nujewxe Aiiraoeic (das wort des Hcrrn); n&vreAoc 
junoc : n**«rcAoc juiraoeic (der engel des Herrn) ; <£&uik ajk£^ : ii£Ai£*A 
junnoyrc (der knecht Gottes); noypo xinicA (der konig Israels); $u*i 
junoc (das erbarmen des herrn); nujiutg ifOfJUHuj : nujuitgq ii£fe£ (die 
verachtung vieler) Ps 30, 14; irroY&o itniioy^^i (die reinigung der 
Judcn) Jon 2,6; — ^xx^y iwhc (die mutter Jesu); e&&Ki hfeir*pc«.c (die 



4) Ibn Daihri fuhlt noch den unterschicd des it und irrc, ohne ihn im cin- 
zelnen crlUutern zu konnen ; cr lchrt namlich, dass die artikel m, ^, m des 
nomen regens den gcnitivcxponcntcn irrc, n *r und itcn dagegen n, %x verlangen ; 
fol. 5 fiigt er hinzu : JoLs^t ^\ .! JU*/SI &£>■ ^yo \*a <£> ^^vX!! -*#! JuoLs^ 
*AS> ^ v\>t 3 J£ij jut n nTe f& 3 fcJt „JUjU» ^JLqL\ Jajy J^j; X3il3 



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DER GENITIV. 



139 



stadt des Andreas) ; toulk uui-eeAifA (die stimme des jubels) ; tcuh 
Aine-Tiuig e&oA (die stimme des rufeadeo); — neir&ra nnewxewxj (die 
hande meiner feinde) Ps 30/16; nenA&A junoc : nA&A A&noeic (die 
augen des herrn) 33, 16. Der genitiv nach unbestimmien pronomina oder 
nach zusammengesetzten priipositionen, wie A&neAi-eo n, ju<^pH^ n, &feT£H it 
a. a., kann nur der der relation sein. Derselbe mufi auch nothwendig 
nach den substantiven stehen, welche statt des artikels die suffixa der 
3. sing, oder plur. annehmen; z. b. fefpfraq Axnu^i : ^pirac irroi- 
ROTJUteiiH (das ende der erde), eig. der erde ihr ende; puiq aji^'V (der 
mund Gottes), puio«r nmnpo^irrHc (die munde der propheten), abcr 
lupuiof* irre *r$e (die thorc des himmels) Ps 77, 23, u. s. w. Dagegen 
ist der genitiv der relation nach dem nomen mit demonstration oder nach 
dem unbestimmien artikel des anteccdens unstatthaft. 

b. der bestimmte genitiv. 

Der bestimmte genitiv mit n*re ist im sah. dialect weniger ent- 294. 
wickelt als im boh., wo er hautiger ist als der der relation, irre ist 
nrsprunglich besitzanzeigend und steht noch in der bedeutung »gehorig«, 
z. b. r^t^ ncreirre mo^M nioy^i (wie ein jeder hat) 2 Cor 8, II. Im 
boh. steht irre nothwendig nach dem artikel m, -\, iti, wo im sah. ge- 
wohnlich n, t, n mit n entspricht, z. b. nmowoc irre <£^ : nnoxioc 
junitof re (das gesetz Gottes) ; iuuj$Hp irre ni&cpeAoc : neuj&ftp iiit&t«- 
i^cAoc (der gefahrte der engel) ; mceep*rep iitc nin^-x^i (das klappen 
der zahne); ic ni£iH& irre $^ (sieh das lamm Gottes) Job 1, 29; 
mep<£ei irre neqeuuu* (der tempel seines leibes) 2, 21 ; mint*, it're 
puiq : nenn*. npiuq (der hauch seines mundes) Ps 32, 6; nuuiurr irre 
niujujttn irre no*fnoq (der wcg des baumes der lust) Gen 3, 23 ; iucjuoy 
irre ^£ui**.h irre •^Ayr*. (das lob des liedes Davids) Ps 92, 1 ; m*pc£ 
irre tyuipn (tpoXax^ 7rpu>ta?) Ps 129, 6; me^oof irre c*q (der tag 
von gestern) Ps 89, 4 ; — ^jueejueepe irre luifeimitc (das zeugniB 
des Johannes); 'Vgo^ irre noc : ^otc uuraoeic (die furcht des Herrn); 
Prov 10, 27 — aber Tgo^ jutnoc ib. 29; ^Aiopuu irre nuituS : TirpMt 
Ajtnuiti£ (die quelle des lebens) Ps 35, 10; ^*JL€*r***rciu*reAJi nie iifei 
(der ungehorsam dieser) Rom U, 30; — ni*»x«r€Aac irre $*$■ (die engel 
Gottes); itiAAfe-airrHc irre luifeittiHc (die j linger des J.); mujHpi irre 
nip ui xii (die stthne der menschen); nipuijui irre mneyH (die einwohner 
von Ninive) Mt 12, 41 ; mc& irre -rypoc (die gegend von Ty rus) 15, 21 ; 
nu6ip irre ^fcewiu (die straBen der stadt); itiju.uio«f irre c^ioaji : juuutooy 
ive&A«.cc&. (die wasscr des meeres) Ps 32, 7; nigfcuic irre noiof (die 
kleider der herrlichkeit) Luc 7, 25 ; itiJutycrHpioit irre ^jute'rofpo irre 
m^HOfi (die gehcimnisse des reiches der himmel) Mt 13, 11. Ebenso 
erfordert das possessivpronomen und das particip mit $h e*r ein irre, 



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140 XXI. CAPITEL. 

z. b. t*toi irxx ^o*f«^ (mein antheil des vermogens) Luc 4 5, 42; 
itH eTtdu&gi nTC <£^ ^ixen nn&gj : m&aiuipe unR^ wtc nito^c 
(die machtigcn Gottes auf der erde) Ps 46, 4 0. 

295. Auch der generische artikel n, *r, new : it kann den genitiv mit irre 
zu sich nehmen, namlich in dem falle, wo das unwesentlichere anteccdens 
von allgemeifier, abstracter bedeutung ist, durch den davon abhiingigen 
genitiv aber mit nachdruck auf das besondere, concrete bezogen werden 
soil, z. b. $p\ irre n&o*p&&i : imof're Juui&o*p&&.i (Gott, der mein heil 
ist) Ps 4 7, 47; irapoTL htc m&ce&HC : necncpju* iiii&ce&HC (die nach- 
kommenschaft der gottloscn) 36, 28 ; T7tn* irre £&.itpeqeptto&i : -rc^rx 
impeqpnofte (die hand der sunder) 35, 42; -rgHifci irxe neKTCit^ : 
efej&ec nneRTen^ (der schatten deiner fliigel) 35, 8 ; nuj&.i irre nrawx^ 
(das fest, namlich das Paschafesl) Joh 2, 23 ; -tcaah n-xe n&puuii (die 
stimme meines weinens) Ps 6, 9 ; nujiuiuj irxx ite-renc^A^-p* (der slaub 
auf euren fiifien) ; i\|r^5^H irxc neqc&i*jK : ito^ry^H niicq^jLi^'A (die 
seele seiner diener, dicse selbst) Ps 32, 22; -ic^uji irxx liie^oip^ 
(milternacht) Ps 4 4 8, 62; nty&qe htc ^ioy*€*> : Tfs&xie u^oy*.*^ 
(die wiiste Judiias) Mt 3, 4; n&uj&i irxx nemue-x^pHCToc 4 6, 20: 
irr&no htc hi&.c€&hc (das verderben der gottlosen) Prov.; ^AJtoy irxx 
tupeqepnoAi (der tod der sunder) Ps 23, 22 ; n^iup it re £fenp&xo*fi (das 
schauen der traume) Jud 8 ; ivxuik efeoA htc niene^ (die crfiillung der 
ewigkeil); S. iwenoc irxe -rAAirxrpuiAAe (das gesclilechl der menschlieit) 
PS. 4 97 ; nrv^Axxoc irxe ^^y 1 ^ w * re nrxuuurr : we>^*AA*oc ir**Y cr * 
urc nniutgc (der psalm Davids, namlich von der verziickung) Ps 30, I ; 
np*it e'r-r^ciHy irxx nnoyxx (der gechrte name Gottes) Nic. 4, 36. 

296. Bestimmende genitive, welchc zu eigennamen treten, miissen durch 
irxx angeknupfl werden, z. b. B. A&&.pi&. irxx i&iuufcoc (Maria die mutter 
Jacobi) Luc 24, 40; &ett *riuai& irxx ^^AiAe* (in Kana der stadt Ga- 
lillias) Joh 2, 4 ; S. p*K<rxx ht€ Kiuue (Alcxandrien in Agypten) Z. 243 ; 
c&a&itxx irxe ne^^oc (in den Hades des Chaos) PS. 284. 

297. Nach dem unbestimmten nomen folgt der genitiv mit irxx, z. b. 
Of^wcAoc irxx not (ein engel des herrn) ; oy *>y*)Q_iun ll% *" c iuioy**.i 
(ein oberster der Jud en) Joh 3, 4 ; o*f&&iu irxx ^ioy*e*; oycfciui irxx 
tkoi (honig des feldcs) Mt 3, 4 ; j6cu nmn*. irxe ^^ : gn <ypitv& irxx 
nnofre 4 Cor 4 2, 3; iwa oyxATte ne irxx nnoyxx (dies ist ein feind- 
Gottes) Z. 328 ; oyn^poenoc irxx wxoeic (eine jungfrau des Herrn) 
Nic. 4, 37; orcriiiOYqe irxx ne^c (wohlgcruch Christi) Ming. 4 37; 
£*it€£OOT irxx tyopn : uc^oof nujopn (tage von ehedem) Ps 43, 2; 
£«tiic«fxi n*xe o*fA&e*xx«t&e (worte der weisheit) Prov 4, 2; g*>£ irxe 
ncrgjut n^AJte (viele jener iu der stadt) Z. 329 ; oy »uurt juuuhuj irxx 



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DER GENITIV. 141 

nrxx'AuinHC (viele zollner) ; Afc.*/]p na'oAJt iitc nc&T&.n&c (irgend eine 
kraft des Satans) Dul. 41 ; giufii niAeti hujcaauji nie nHi Ainoc (alle 
dienstangelegenheilen des hauses des Herrn) 1 Par 28, 13. 

c. der genitiv des pronomen personale. 

Der genitiv der personlichen pronomina wird durch die suflixa aus- 298. 
gedruckt, welclie sich an juuuo* Oder an nu* hiingen ; juuuio* entspriclil 
im allgemeinen dem genitiv der relation mit n, ht^* dem bestimmten 
genitiv mit irre. 

IIIIO* (selten S. mmo*) ist aus dem hier. dm entstanden und ver- 
biodet sich mit den suffixen folgendermafien : 

Sg. 4 . juuuoi 2. m. juuuok f. juuuio .5. m. juuuoq /". juuuoc 
PL /. juuuton 2. juumurren : juumurrn 5. juuuuiof : juumoof. 
Der mittelag. dialect setzt fur o und ui uberall *., also juuu&i, juuuuwk, 
juua&q (AJti.q), ajuu&c, ajuu&ii, juuu^ren, juuut&f (a**y) • 

juuuo* bildet den pronorninalen genitiv der relation, der in den fallen 
eintritt, in welchen die an wend ting des possessivpronomens versagt, nament- 
lich 1) nach unbestimmten pronomina, z. b. mo^aa mo*f*j juuutuiof : 
noy«w noy«w juuuoo*f (jeder einzelne von ihnen); oyi juuuuioy : oyei 
eftoA ugH-TOf (eine von ihnen) Luc 15,8; oyon aiaioo*)* (jemand von 
ihnen) Z. 232; iuju juumuiof (wer von ihnen?); goeme juuulou (einige 
von uns); e-rfce &ug juuuooy ngtufe (8ta iroTov auruW epyov) Job 10, 32 mit 
der inversion nach dem griechischen, u. dgl. ; — 2) nach adverbialen 
nomina des orts, der zeit und der art und weise, z. b. o^h«jul juuuoi : 
oyn«jui juuuloi (rechts von mir), tl&^h juuuoq (links von ihm), c* $*gor 
juuuiuiof (hinter ihnen), S. &.KKiirre utneK^o eftoA juuuloi (du wend est 
dein antlitz von uns ab) Z. 514; und dann in relativsiitzen das voran- 
gegangene substantiv wiedcr aufnehmend, wie <£***> e^ujon juuuoq : tuu* 
e^ZLuoq (der ort, wo ich bin) Joh 12, 26; k*t& $pH"t garreti e-re- 
•renoi Axxioq : K«rr& •»€ £T£Tno juuuoc (in der art wie ihr selbst seid) 
Act 22, 3 ; — 3) nach Alum, einem adverb der hervorhebung eines suffixes, 
z. b. t*a^y9£h juuuin juuuoi (meine eigne seele) Z. 322; a/f^^^T **A* m 
AiAiooy (sie gaben sie selbst) Mt 1 9, 12; •xeitepgA.A juuulou juuu*Y*Teii : 
ennA*.n& aaaiou Auun uumon (wir betriigen uns selbst) 1 Joh 1,8; 
cpoi uuutin juuuoi (zu mir selbst) etc. Fehlerhaft scheint das blofie juuuo* 
in lie ok julxiok e rcuioyn Auigirr trre mujHpi THpoy ktc itipuiAii (du 
"allein [juuui^y *tk ?] kennst das herz aller menschenkinder) 3 Reg 8, 39 ; — 
4) scltener steht uumo* als partitiver und possessiver genitiv absolul, z. b. 
juuutn neoooy lUwiyuine ajlajlok (kein iibel wird dein werden , wird dir 
geschehen) Rosell. gramm. 132; *tion ^c n^HT un^pc ncieujuoit 
(der sinn Christi aber ists, was unser ist) 1 Cor 2, 16; so namentlich 
nach oyon und juuuton (§317); — 5) mit juuulo* wird endlich auch 



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142 



XXI. CAPITEL. 



299. 



das pronominale object der verba ausgedriickt , deren nominates durch 11 
angekniipft wird. 

Sg. /. hthi : irr*>i 2. m. wuk f. irre 3. m. n-r*q /". ht^c 
PL 4 . m-*n ,2. irTurren : nTHTn 5. ivtuioy : irr&f*. 

Der mittelag. dialect hat durchgangig h statl des * und iu, also 
iraiq, iithc, nTHTen und auch irreTen, iithoy und irrey. Selten 
und fehlerhaft sind mittelag. formen im S. Die %. pi. hat die neben- 
formen irre^Hnof : itTeTHf in : itxcx-kiioy* 

HT6 mit den suffixen ist ein nachdriicklicher ausdruck des possessiv- 
pronomen, indem es seinem substantive unmittelbar folgt oder durch das 
relativ e*r- angekniipft wird ; im letztern falle wird es regelmafiig mit an- 
lautendem e geschrieben, also cren-THi fiir CT-enTHi, eT-irrici (von mir, 
mein) . ni c mit den suffixen ist das unbestimmte pronomen possessivum ; 
z. b. muiAAc itT^q (die taufe von ihm) Mt 3,7; iuaa.*^kthc £ irx*q Joh 
4, 37 heiBt »die beiden jiinger von ihm a, wahrend neqAiA^KTHc 6 
» seine beiden jiinger a bedeuten wiirde; daher steht es 4) bei substantiven 
mit dem unbeslimmten artikel oy, £&n, z. b. oycou htki (a son of 
mine) Ps 34, 14; o-ptuifci nT^q (ein blatt von ihm) 4, 3; oyty^Hp irau 
(ein freund von mir) Luc 4 4 , 6 ; ©fein-oAK nuR (ein gebot von dir) 
4 S, 29; opuut eqoyaii n*r«.q (ein heiliger ort von ihm) 4 Par 28, 40; 
£&itujitpi juuuenprr iithi (Hebe sohne von mir) 4 Cor 4,14; ferner bei 
artikellosen substantiven, z. b. Ti^y n*r*>q (etwas von ihm) Z. 224; 
CAtttj mften irr&ii (alle deine worte) 4 Par 28, 24; &en A&dJ iu&eii irriuoy 
nejut eirr*n (an alien ihren und unsern orten) 4 Cor 4,2; und mit be- 
stimmter beziehung ujumi itj&en e-ren-r^q (alle seine krankheiten) Joh 5, 4 ; 
— 2) bei participien mit ct im B., z. b. ne-»o*]f*^ iit&k : nen- 
n€TO*]f**A (dein heiliger) Act 2, 27 ; mc eeoy^fc THpoy i\T*q : neq- 
n€*ro*]f^^A THpcy (alle seine heiligcn) Ps 30, 24 ; ncrcuje htc nmojutoc 
(die gebtihr des gesetzes) Luc 2,27; S. ncrT^eiHf irr*c (die geehrten vor 
ihr) Ps 47, 14; iihnlich bei vt, z. b. m^en^y epoioy irr*q (die unsicht- 
baren von ihm) Rom 4,20; — 3) wo das possess ivpronom en betont 
oder zu einem relativen satze erweitert ist, z. b. B. neiuiur irr&n *t&p&«jUL 
Luc 3, 8; T^MioAon^ e'reirriu uj&porren : ~r&&noAo?i& c-rujoon 
uj&pui*™ (meine veranlwortung an euch) Act 22, 4; Tcnjute^xpeA&^e -»^i 
CTCitT^n juuu&y £eit h^qc ihc (unsere freiheit, welche unser ist in 
X.J.) Gal 2, 4; neciuit£ *rnpq ett&qirrttc ^cgrrq (ihr ganzes leben, 
welches ihr war, warf sie weg) Luc 2 4, 4 ; so namentlich bei oyoii (da- 
sein) und juuuloh (nicht dasein); — 4) in der substantivischen verbindung 
<£h crcirr*.*, ncreirr** (das angehorige), z. b. ne'reirTuioy (das ihrige), 
nn e*retrrKi (mea) u. s. w. 



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DIE COPULA. 143 

XXII. CAPITEL. 
DIE COPULA. 

Die verbindung zweier nomina zu eincm cinfachen satze geschieht 300. 
vcrmiltelst der copula, wclche im agyptischen von den pronominalen 
wurzeln p, t, n durch das hiilfverb u, hier. (|\J>, kopl. c, abgeleitet wird, 
also in der alten sprache pu, tu, nu und im koplischen ne tc nc lautet. 
Diese formen haben urspriinglich eine nach geschlecht und zahl verschieT- 
denc anwendung, indem das m'annliclie subject die copula nc, das weib- 
liche t£ und der plural nc fordert ; der unterschied der person kommt 
in der copula ebenso vvenig zum ausdruck wie im hebr. tflH PUn8. 

116 ist die copula des mannlichen subjects im sing., z. b. B. Qdj 
nc nityHpi nTC <^ (dieser ist der sohn Gottes) Joh 4, 34; $*i nc m- 
goyiT juixiHini (dieses ist das erste zeichen) 2, 4 4; $*i ne ^h ctm^oc 
&noR ceiHTq (dieser ist der, von dem ich gesprochen habe) 4,30; 
nun nc $&i (wer ist der?) Mt 24, 40; miok nc niAi&nccuiOY c&n&ncej : 
&non nc nujuic c^rn&nofq (ich bin der gute hirt) Joh 4 0,14; B. neon nc 
CIJUUIA& (du bist Simon) 1, 45; n&oq nc noypo n-rc nuiof : nToq nc 
nppo A&ncoof (du bist der konig der herrlichkeit) Ps 23, 40; nn&gi $*- 
not nc : naovxoeic nc nn^ (die erde ist des herrn) 23, 4; o^pim* nc 
ty\ : oynn* nc nno^TC (Gott ist ein geist) Joh 4, 24; «*t*/]f nc mcHoy : 
*uj nc neoyoeiuj (wann ist die zeit) Mc 4 3, 33; B. ^noy ng&n nc 
(jetzt ist das gericht) Joh 12, 34; B. nujc^np A*nm*TUjcAcT $h cto^i 
cp^-rq nc (der freund des brautigams ist der dastehende) Joh 3, 29. 

T6 ist die copula des subjects im sing, fern., z. b. B. e*i tc ^a*c»- 
jutcepc ii-xe iurouikc (dies ist das zeugniB des J.) Joh 4, 19; euioy -re 
^ucToypo (ihrer ist das reich) Mt 5, 3 ; opuuu tc T*duiCTA*eapc : 
T*jutn*TAJin'Tpc opuc tc (mein zeugniB ist wahrheit) Joh 8, 44; S. Tcnoy 
Tcupioc tc (jetzt ist das gericht) Joh 4 2, 34. 

H6 verbindet subject und p radical im plur., z. b. i\h ctc noyi 
nofK nc : no*fi THpoy noy* nc (die, welche die meinen sind, sind die 
deinen) Joh 4 7, 10; no^fH nc iti^Hoyi oyo^ ^ UIR on ne nn^gi : noyK 
nc jutnHye *.yui niuK nc nn&£ (dein sind die himmcl und dein ist audi 
die erde) Ps 88, 42 ; B. ^iton nc ^&aiit*AoAi neiurcn nc iukAhai* (ich 
bin der weinstock, ihr seid die reben) 4 5, 5; S. neyr^oc ne neytu 
iq> enn^ (ihre griiber sind ihre hauser ewiglich) Ps 48, 42; oy nc n*i 
(wer sind diese?) Luc 4 5, 26. 

Die st el lung des subjects, des pradicats und der copula zu cin- 
ander ist eine vierfache; »dies ist der manna heifit <£*a nc nipuijuu oder 



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144 XXII. CAPITEL. 

<£&j nipuijui ire oder nipuiA&i <|>*>i ne oder nipuuuti nc $*j. Selten 
fallt die copula aus wie in -»&j Tei enofnof : t*j Tcrno-pioY var. 
*r*i T€ *reTiuv]fiu>T (dies ist cure stunde) Luc 22, 53 ; t$c o*p**JMH 
ee&peujpuiuj (der himmel ist heiler, da er roth ist) Mt 16, 2. Selten 
wird das pronominale subject unterdriickt — nur da, wo es aus dem zu- 
sammcnhange leicht zu entnehmen ist; z. b. oy^to^oc ne (er ist gut) 
Job 7, 42; B. ofc*ae nc (er ist schon) Ps 44, 3. 

301- Das unpersonliche pronomen »es« bleibt als subject oder pradicat bei 

der copula ne -re ne unbezeichnet , da es etymologisch in derselben 
bereits enthalten ist, z. b. megooy ne : ne^oof ne (es ist tag) Joh 
9, 4; £urfr ne (es ist noth) Joh 3, 4 4; B. nc-rcuje nra-ren ne (das 
euch ziemende ist es) Act 22, 26, S. neieujuje ne (es ziemt sich) Z. 644; 
B. &.noK ne A&nepep£0"t (ich bin es, fiirchte nicht) Mt 4 4, 27. Luc 
22, 70; S. &non ne = B. ^non g^no^on (wir sind es) 4 Joh 3, 4: 
nencon ne o*]fO£ Tenc*p* tc (unser bruder ist es und unser fleisch 
ist es) Gen 37, 27 ; mjut ne*r&qepno&i <£*.! ne tye.it neqicf ne : i\\xx 
ne n-r&qpnofce n*i ne «n neqeiore ne (wer hat gesundigt? ists dieser 
oder sind es seine eltern?) Joh 9, 2. 

302. Die copula des, subjects, welches mit seinem pradicat im genus und 

nuiuerus nicht ubereinstimmt , ist ne und nicht *re oder ne, z b. S. 
&non ne n'TOoy ^yui nTOOf ne miok (ich bin sie und sie sind ich) 
PS. 23 4 ; B. &non u*>p ne mep^ei irre ^ (denn wir sind der tern pel 
Gottes) 2 Cor 6, 46; S. oycuijut*. nofui'* ne ^non THpn (ein leib sind 
wir alle) 1 Cor 10, 17; neurren ne ^oyuimi aji niKOoutoc i itTUiTn ne 
nofoein juuirocjuloc (ihr seid das licht der welt) Mt 5, 14; ne-re <£om 
nc^TLi ne ^aic^julhi : neKuje^e ne taxc (dein wort ist die wahrheit) 
Joh 17, 17; *r<£e ne n^eponoc : *rne ne n&-e-ponoc (der himmel ist 
mein thron) Act 7, 49; vcrgl. 1 Cor 11, 3. Die stellung der copula ist 
in diescm falle zwischen subject und pradicat ; in To-pim ^nek no&\ 
ne Apoc 5, 1 1 congrniert die copula mit dem pradicat, weil sie am ende 
des satzes stent ; ebenso in S. nef A*c ofCHqe ^e ccthu (ihre zungc 
ist ein scharfes schwert) Ps 56, 5 ; ^cgwuti ^c neoc of raof irre 
necg*j ic : *rc£ume **e neooy A&nec£*i tc (das weib ist der ruhm 
ihres mannes) 1 Cor 41,2. ne verbindet jedoch auch femininum mit 
femininum und plural mit plural, da es zugleich als neutrum gilt, z. b. 
B. n^o ne T^p^H (du bist der anfang) Jer 2 4 , 6 ; S. -re*]f^n ne 
TAittTiyoYerr (ihr gericht ist die eitelkeit) Ming. 34 5; tcaik ho*]f*5puK>T 
ne j6en ft&^Aain (die stimme eines geschreies ist in B.) Jer 28, 54 ; 
B. n*j ne e*r*q«OTOY iwi (dies ist es, was er mir gesagt hat) Joh 
20, 4 8. Daher kann einem absoluten ne in der bedeutung »es ist « ein 
ganzer satz untergeordnct werden, z. b. S. *uj 6e ne n&Aeiie tlck^c ne 



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DIB COPULA. 145 

eiey*x**«eAi7e trr&.K&. neY***f eAion no^eiy *w*© e&oA epoq (was 1st nun 
mein lohn? es isl oder er ist , dafi ich predigend die predigt kostenfrei 
halte) 4 Cor 9, 18. 

Die vergangenheit des nominalen salzes bezeichnet die partikel 303. 
des imperfects H6, selten S. cue, aus urspriinglichem flpj^su an-un, 
demot. e-un ; dieselbe schlieBt mit der copula ne ie ne gewohnlich das 
pradicat seltener audi das subject des satzes ein; z. b. n«a&&p*ft&&c 
*2ke ne oyconi ne : &*p«tM*c **e ne oycoone ne (dieser B. war aber 
ein riiuber) Joh 18, 40; neqiurr ne oyeinin ne : neqeiurr ne ofceimn 
ne (sein vater war ein Grieche) Act 16,4; oyofc. ne oy noy \ ne nic&Ki : 
*>yva neynoyve ne nAouoc (und Gott war das wort) Joh 1,4; B. 
*ir2tpe«.c ne oy*i ne e&oA &en m5 (A. war einer von den beiden) 
1, 44; B. ohtoic ne n&ipuuuj o*f-»A&KJ ne (wahrlich dieser mensch war 
ein gerechter) Luc 23, 4*7 ; ieq*5pe ne oytyxe Te : Teq^pe ne ^eniy/xe 
ne (seine speise waren heuschrecken) Mt 3, 4 ; n*j ne g^nef^enHC ne : 
n*j ne genpA&ngirr ne (diese waren edle) Act 4*7, 44; — B. *5en 
t*P9Ch ne nc&T&i ne (im anfang war das wort) Joh 4,4; ne <£n*f 
h&?&n c ne : ene nn**]f n«n co ne (es war die zeit der 6. stundc) Luc 
23, 44 ; B. &qefcju «e ne ^oynoy crejuum^f *re ct*> ihc «oc n*.q (er 
wuBtc, daB es jene stundc war, welche ihra Jesus sagte) Joh 4, 53 ; ne -x^piu 
tc : ne Tenpui tc (es war winter) 4 0, 22; ne o^n^rneon ne : ene 
or&nfevK&ion ne (es war nothig) Act 4 3, 46. Das ne des imperfects ist 
ausgelassen in S. eujuje ne I8ei Act 24, 4 9. 2 Cor 4 2, 4 4. 

Diejenigen nominalen sSitze, deren subject ein personliches pro- 304. 
nomen der 4. und 2. pers. ist, konnen die copula auch durch dieses 
namliche pronomen ausdriicken, doch nur in der bedeutung des prasens. 
Das sah. verwendel in diesem falle die in § 254 erwahnten schwachen 
formen des personalpronomens. Beispiele : &hok *^e *non of^€n*r oyo£ 
&nOK oypuijuii &n : &non *2^e Mir orqn~r *m« oypuiAJLe *n (ich aber 
bin ein wurm und ich bin nicht ein mensch) Ps 2 4, 7 ; *noK ©y^to^oc 
«oiok : Mir oy*p*^oc *non (ich bin ein guter) Mt 20, 45; S. htor 
iitr n&peqtgon-r epon (du bist der mich zu sich nehmende) Ps 3, 3 ; 
neoK o*f&OH-»oc : iitor ne n&AoH-aoc, var. htk ir«ioH«oc (du bist 
ein, mein, heifer) Ps TO, 7; n-ao £oii &H-&Aeeju. neo oykotx.1 *n *5en 
mxieT^HrejuLUin : n*ro guiorre htc *loA£ *n gn ngfurejuLOin (du selbst, 
B., bist nicht gering unter den hcrrschaften) Mt 2, 6; &non gum Mion 
gfenpouuj : ^non oaiuin *n genpuiA&e (wir selbst sind menschen) Act 
4 4, 4 4; S. ^non f*p *n (Tuki &nn) nepne jannoyre (denn wir sind 
der tempel Gottes) 2 Cor 6, 46; n&orren n&urren [*jMi]e&oA &en 
n&iKQCA&oc *>noK *2ke miok ofe&oA &en n*iKOCA&oc &n : htuith 

8 tern, koptische grammatik. 4 



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146 XXII. CAPITEL. 

irre-rit genefcoA gjui nutocjuoc miok evn^ o^^oA *n gjui neiKoauoc 

(ihr seid von dieser welt, ich aber bin nicht von dieser welt) Joh 8, 23. 
Das subject kann in diesen satzen unterdriickt wcrden, z. b. B. %xh 
m\or nofpr* ami* con (bin ich der hiiter mcines bruders?) Gen 4, 9; 
S. *.iu« ofHOfi gn N^cnKTp (ich bin ein kleincr unter meinen briidern) 
Ps 151, 1 ; n^oR nwut : htr iujul (wer bisl du) Joh 1, 19. 21, 22 ; S. trru 
T*£eAnic (du bist meine hoflhung) Ps 21, 10; Mt gnujjuuuo (wir sind 
fremde) Hebr 11, 13. 

305. Das pradicat des nominalcn salzcs ist zuniichst ein nomen mit dem 

beslimmten oder unbestimmten artikel. Das predicative adjcctiv hat 
regelmiiflig den artikel oy im sg. und o*n : ^en im p/., z. b. B. n^nof^ 
ofnjuj^ ne (mein Gott ist groB) Jes 33, 22 ; oy^aihi nc not : of^i- 
k&ioc ne ivxoeic (gerccht ist der Herr) Ps 10, 7; ^c*pg, o^c^enMC 
-re : TC^p* of^c-oenHc tc (das flcisch ist schwach) Mt 26, 41 ; B. niiuc6 
juten o^mu^ ne tuept^THc t^c £&.nKO«p&i ne (die erndte ist zwar 
groB, aber die arbeiter sind wenig) Luc 10, 2; S. n*i oy&ppe ne (dieses 
ist neu) Eccl 1, 10; B. ne oyujopn epoi pui nc (er war eben fruhcr 
als ich) Joh 1, 30; &non oy<^*^oc *.noK : *.nt« oy^^^-aoc *noK (ich 
bin gut) Mt 20, 15; S. *non £&ncott. e^fee n^c nourrcn ^e neaiien 
o*nc*Aey &en n^c (wir sind dumm wegen Christi, ihr aber seid weise 
in Christo) 1 Cor 4, 10. Den unbestimmten artikel haben auch die adjec- 
tivischen interrogativpronomina als pradicat, z. b. oy*uj npn^ 
ne <£*i : oy^uj juuuine nc n*i (welcher art ist dieser) Mt 8, 27. Seltener 
haben and ere pronomina als pradicat den unbestimmten artikel, z. b. S. Bist 
du Ezechiel? ege oyfenoK ne (ja, ich bins) Z. 368 ; B. Mton g^nofon 
(wir sind solche) 1 Joh 3, 1; und ahnlich : touiijuuci Hihc n^c nc 
ofn^jpH^ ne : nexno ^e nic ne^^c ne oy^rci^ ne (die geburt Jesu 
Christi war aber so) Mt 1, 18. Prov 11, 22. Auch das prepositio- 
nal e pradicat hat gewohnlich oy oder £«ot : gen, z. b. mior **e &non 
oyc&oA xinujuii : &hor *nu oye&oA gn Tne (ich bin aus der hohe) 
Joh 8, 23; &.non &non £*neAoA *x^ : &non &n gcneftoA gjut nnoyre 
(wir sind von Gott) 1 Joh 4, 6; B. £*ne&oA £en 'xxkxitl THpof ne 
(sie sind allc aus deiner hand) 1 Par 29, 16; B. oynpoc o^cho^ ne 
(Tcpocxaipo; ioTi) Mt 13, 21. Vor der partikel n und vor adverbien, die 
nicht eigentlich das pradicat bilden, ist oy jedoch unzulaBig, z. b. B. 
$*j ne A&QpH't noyon mfcen (dieser ist wie jedermann) Joh 3, 8 ; S. 
nee noytynKpe ne nenp&n (wie ein wunder ist dein name) Ps 8, 1 ; 
B. *noK nujopn ne ofog. *.non on ne tn> ene£ (ich bin fruhcr und 
bin auch in cwigkeit) Jes 48, 12. 

30fi. Verba konnen das pradicat des nominalen satzes vcrmittelst der rc- 

lativen partikel ct, n*r werden, die mit ne, tc, ne oft zu nenr, tct, 



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DIE NOMINALVERBA. 147 

ncT verschmilzen, z. b. B. mxt neT?&ui xtxtoc ne (wer sagt es dir?) 
Joh 4, 10; B. neon ne-rxoi xtxtoc (du bisl der es sagende) 18, 38; 
B. it^oR ne^soi julxioc n&K (du bist es, dem ich es sage) Luc 5, 24 ; mxt 
ne-r*ejepno&i : mxt ne n-r*qpno&e (wer hat gesiindigt) Joh 9, 2. Oft 
wird in diesen siitzen die copula unterdriickt, z. b. B. n^ipH^ u*p 
e-rc6HOT(^r (diese art ist es, welche geschrieben ist) Mt 2, 5 ; n&on e*rara 
xt$dj (du bist es, welcher sagt) Joh 18, 34; B. oy ne^xtcrren e«oc 
Mc 2, 9 = oy e-extoTeu cxoc Luc 5, 23 (was ist leicht zu sagen?); 
B. ite nmiu6 ne e~reiu6irrej (das leben war es, was in ihm — in ihm 
war das leben) Joh 1,4. 

Von mehreren nominal en pradicaten derselben copula hat 307 - 
nur das erste die artikel ; die folgenden werden mit it angekniipft, z. b. 
B. oypequjcitgHT ofO£ nn^KT ne ncrc (barmherzig und mitleidig ist 
der Herr) Ps 144, 8; &non oy^hkj ^e OfO£ n«ui& m\ok : *noK ^e 
*m* of^HKe *m« oye&iHit (ich bin arm und elend) Ps 69, 6 ; B. £&.nujext- 
xioioY ne ofO£ npexuntuiiAi (es sind fremdc und gaste) Hebr 11, 13. 
1st das zweite pradical ein verbal es, so wird es durch die verbalen prii- 
fixe angefugt, z. b. B. ofmin^ ne ncrc oyo^ qcxt^puiOYr (groB ist der 
Herr und gesegnet) 1 Par 1, 25. 

Das verb sein wird aufier durch die copula ne -re ne, die nur fur 
den einfachsten nominalen satz ausreicht, durch die verbalen pratixe oder 
durch die verba oi : o : &i (sein) , ujtuni : ujume (dasein) , jqh : rh (sich 
befinden) und durch das nominalverb oyon (dasein) mit seinem negativ 
xtxton ausgedriickt. 



XXIII. CAPITEL. 

DIE NOMINALVERBA. 

In der alten sprache kann fast jede wurzel verbal gebraucht und 308. 
durch die pronominalen suffixe auf personen bezogen werden, z. b. let 
fa-sen (das sprechen des bruders, der bruder spricht oder sprach), te(-ef 
(er spricht oder er sprach), wobei die zeit unbestimmt bleibt. Im kopti- 
schen sind es nur einige wenige stamme, welche sich auf diese weise mit 
ihrem nominalen oder pronominalen subjecte verbinden konnen ; namlich 
ne-xe (sagen) von pu t'ef; nece : nece neece (schon sein) von c&i; S. 
ne^e (baftlich sein) von 6**10; n*uje (viel sein) von *uj*j ; n^ne : 
n\noY (gut sein) von an; n** (grofi sein) von aa; endlich oyon : 
oyn : oy±n (dasein) von un und xixioit : xtxtn xtn (nicht dasein) von 
men y man; endlich o^eT (verschieden ist). Es schliefien sich diesen 

10* 



— Bigitizec 



b^Cpogle 



148 XXIII. CAPITEL. 

einige unpersbnliche an, deren subject neutral ist, weshalb sie aueh keinen 
stat. constr. haben konnen, namentlich cuje : tytge, hier. &cs (es ziemt 
sich). Diese haben die construction des nomens und die bedeutung des 
verbs; wir nennen sie daher nominalverba. 

309. Die nominalverba haben die form des stat. constr. und fordern ihr 
nominates subject jedes geschlechts und jeder zahl unmittelbar hinter sich, 
z. b. neie not : nexe iraoeic MVP DfcO (es sprach der Herr); ticce 
£P^c (schon ist ihr antlilz); n&ite mujujHn (gut ist der baum) Gen 3, 6; 
n&.ne nigjutof : u*nof negjuof (gut ist das salz) Luc 4 4, 34; B. n&uje 
necjn&i (viel ist sein erbarmen) Ps 144, 8; S. tt&uje irr&nooTx e-rtyoon 
n*/]p n&tye nnoyfii tt&.uje ng**r (viel sind die thiere, welche sie haben, 
viel ist das gold, viel ist das silber) Z. 44 6; B. iia.*. nc-repnpo^HTeyin 
(grofi ist, wer weissagt) 4 Cor 4 4, 5. Ein zweites adjecliv, welches mit 
einem dicser nominalverba als pradicat verbunden wird, muB das n der 
relation haben, z. b. B. tutuje neKtiM oyo£ k»aahi (groB ist dein erbarmen 
und gerecht) Ps 85, 4 5. oyon g^ncv^on : oyn. £oeme (es sind einige) 
Mt 4 6, 28; AKAion *n*cr*cic : ajlu.ii oder julh «ttutcr«tcic (es ist keinc 
auferstehung) Act 23, 8 ; B. juumon Keitoyf cAhA epoq (es ist kein anderer 
Golt auBer ihm) 3 Reg 8, 60 ; S. *xn ^^oc nc* o^ nito-frc (es ist 
kein guter auBer Gotl allein) Mt 4 9, 47; oyo£ juuutoit *^ikj* iu6inrq : 
*>yuu julu.ii -xiit^onc gjpw it£HTq (und es ist keine ungerechtigkeit in 
ihm) Joh 7, 4 8. o*f£T . . . oycT kommt nur als stat. constr vor, z. b. 
B. oyon ccnu&. irre T$e ofon cuiu.*. irre nR^i *AA*. oye-r nraof 
AJten irre iuwt^c oyer nuiof ^e irre n«oiK&£i (es ist ein leib des 
himmels und es ist ein leib der erde ; aber verschieden ist die herrlich- 
keit der himmlischen und verschieden ist die herrlichkeit der irdischen) 
4 Cor 4 5, 40; S. oye*r nujHpe u.cn unwove oyvr nAoroc •*€ on 
AJtnitoTprc (ein anderer ist der sohn Gottes und ein anderer auch der 
Logos Gottes) Z. 243. 

Ein ti zwischen diesem stat. constr. und seinem subject e ist unstatt- 
haft; doch ist es in luvuje-n-coyenq (werlhvoll) im B. sehr gewohnlich 
geworden, z. b. lucutu e<&tt*uje ncoyeitq (der werthvolle stein) Ps 4 8, 44; 
-reqKTHCJC e^n^uje itcofcwc (seine werthvolle erwerbung) Prov 4,43 — 
so vermuth! ich zu lesen ; £&tiumi en&tye ncof^nof (werthvolle sleine) 
3 4, 40; dagegen S. o*f «tA&&&c*rpon en&uje coyirrq (ein werthvolles ge- 
faB) Mt 26,7. Das attribut des bestimmlen nomens wird hier und sonst durch 
e-r (e-a), das des unbestiramten durch c angekniipft. (Vergl. cap. XXXIL) 

310. Das pronominale subject driicken die nominalverba, mit ausnahme 
von oyon, juLuott, durch die suffixe aus; die themen fiir die ankniipfung 
derselben I an ten H&.&* (also : tt&&.K du bist groB, it*^q, n^&c) ; — nectu*, 
netful*, tuwtyui* (also : itecuii ich bin schon, necoiK, necoi, necaiq, itecuic, 



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DIE NOMINALVEHBA. 149 

neccntt, itcciuoy) wie «x.w* ; — n&.ne* : n&nof* (also : n*nen : n*no*f k 
du bist gut, n&neq : n^noyq, n^ney : n^noyoTf) ; — und ne*** (sagen) 
wie gn*.* (vergl. § 196) — also : 

Sg. 4 . hcxhi : nexM 2. m. ncx^R f. [ne*c] 5. m. nex*q f. ne<s.&c 
PL 4. nex^n 2. n ex or r en : [neTurrn] 5. nettuiof : nes&y 

B. neTLtUTCit Mai 1,2; fiir S. ne^Hin findel sich incorrect neTte-xti 
(Z. 556) geschrieben ; der mittelag. dialect hat fiir & vielmehr e, wie 
in ncxeq ne-xec jies>€.y, oder m wie in ne&tiq. 

Die nominalverba haben prasens-bedeutung, nur ne-se bezieht sich 311. 
wie inquit, quoth he, says he auf die vergangenheit. Die vergangen- 
hcit, das imperfect, der ubrigen wird durch vorgesetztes tie ausgedriickt, 
z. b. S. ne n*.uje nem^^^A^o eftoA grroo-rq xtn nenT&TKTOor 
ennoyxe tie u^ujiuoy xixi^-re (es waren viele, die durch ihn geheilt 
wurden, und die sich zu Gott wandten waren sehr viele) Z. 348. Das 
praeteritum von cyon, xixiou hat im B. auBer vorgesetztem ne nach- 
stehendes ne, z. b. ne o*fon oypouuLi <xe ne np&xi&o : ne oyn oypuixie 
T^e npxtxt&o (es war aber ein reicher mann) Luc 16, 49; ne ofon 
Kcenrcp^^H ne graoiq : neyn OTenmp&c^e £rauiq (es war cine andere 
uberschrift iiber ihm) 23, 38. 

ofon und xixiou mit der prii position n^re (hier. m-tu) heiBcn 312. 
haben und nicht haben, indem das object zu dem nominalverb als 
einem st. constr. gesetzt wird, z. b. S. ofn uj*?&e itconc nreTHifTn 
(es ist eine bitto bei euch, ihr habt eine bitte) Act 19, 15. Diese form 
ist jedoch seltcn; gewohnlich folgt n-re auf das verb unmittelbar ; oyon 
mre wird dann im B. mitunter zu ©yon-re, im S. regclmafiig zu oyn-xe 
contrahiert, wie fiir juuulou n-re B. auch lxxton-re und im S. xtn*re 
stent. Das object knupft in diese in falle das B. vennittelst it, das S. un- 
mittelbar an, z. b. oyon nTC oder oyotvre ntgnpi x&^puixu nepujiuji : 
OTpnTe nujHpe xinpmxie egofci*. (des menschen sohn hat macht) Mt 9, 6. 
Mc 2, 10; B. oyon n-rc ^o^ ho*fKoA&cic xixi*/y (die furcht hat eine 
strafe) 1 Joh 4, 18; S. x&n-re nn* k*>c (der geist hat nicht knochen) 
Luc 24,39; B. ne ofoiiTe ^w tiofcuini (diese hatte eine schwester) Luc 
9, 39. ofon und xtx&on werden in dieser verbindung oft durch xixievy 
da, franz. y, verstarkt, namentlich im B. 

Das pronominale subject wird durch die suffixe nach § 299 a us- 313. 
gedriickt, daher oyon n*riti, oyonTKi : oyniM : of^nTHi (ich habe), 
o*]pon*r&K : o*]fnT^R : o^mithk (du hast) ; xxxion n*x*n, juLu.oirx*at : 
xtn~r*n : jutcnTHn (wir haben nicht), xtx&on n-mio^f, xxx*.on*ruiOY : 
xtnT«wy : xtenTKf xien'rey (sie haben nicht) u. s. w. Das object dieses 
flectierten verbs wird durch n angekniipft, z. b. B. axiom oyon hthi 



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150 XXIII. CAP1TEL. 

hofc&'sj c«xoq h*k (Simon, ich habe dir ein wort zu sagen) Luc 7, 40 ; 
ne ofoirx^q OfAiHtg (lies hoputHuj) n^fn^PDC 011 '*^ aiaa*Y : iteyiiT^q 
t«*p juuut&y tig*£ TlitK^ (denn er ha He viele giiter) Mt 19, 22; B. ofoit- 
-rarreti jutjut&f noygo'X.ge'x. (ihr habl bedrangnifi) Joh 16, 33. Die un- 
mittclbare ankniipfung des objects, die schlechtere texte mitunter zeigen. 
ist fehlerhaft, z. b. S. a&itt&i jui^se Z. 34 0; S. juuuirr&n -re^ofc!*, 
M. juhitthh e^ofcww 1 Cor 9, 6 u. a. Diese suffigierten fornien konncn 
auch ein nominates subject vor sich haben, z. b. S. -ao-xe ofirr^c juum^y 
Ho^koA&cic (die furcht hat eine strafe) 1 Joh 4, 18. 

314. Neben der vollen flexion des ofomre, juuuoirre : juurre giebt es 
eine andere, die den vocal vor dem suffixe schwacht. Die schwache 
flexion von o^oh mrc lautet : 

Sg. 1 . of on^ : ofit'V 

2. m. oyonTCK : o^nTR f. o^on-re : of 11 *** 

3. m. ofoirreq : o*]ftt*rq f. o^owtcc : ofivrc 
PL 4. [ofon-ren] 

2. oyonTCTen : oynT€Tn 

3. oyon^voy : oYirxoY. 

Von mittclag. schwachen formen sind of^mreq und oTf^irrof zu belegen. 
Selten hat sich in diesen fornien das doppelte it crhalten, wie in B. oyon 
irre*ren en^QAJ hoyuiAA a&iuwiaa.*. (habt ihr etwas zu essen hier?) Luc 
24, 41 — wo eine variante ofon-re'ren hat. 

Die schwache flexion von juuuotvre : A&irxe lautet: 
Sg. 4 . Ajuutoit^ : A*ir^ 

2. m. juLXionreK : ajlhtk f. ajuaoittc : jutirxe 

3. m. juuuoirxeq : A&irrq f. juuuoirrec : ajihtc 
PL 4. juuuoirxeit : [jmitoi] 

2. juumonTe-reit : [A*itTe*x it] 

3. sdixxonrroy : Ann-of. 

Yon mitlelag. fornien kommt AJteii-f vor; dieselben gleichen iibrigens ver- 
mutlilich den sahidischcn, nur dafi sie plenc geschrieben werden. Stalt 
des stammes juitt* gebraucht das S. auch aukiit^. 

315. Das object der schwachen formen oy on^ : o^ir^ und AXAioirf : 
%xw\ u. s. w. wird unmiltclbar angekniipft, da sie trotz ihrer flexion die 
geltung von st. constr.- formen haben, z. b. ofoirV epujiuji juuui&y : 
oyti^ TecofCMw (ich habe macht) Joh 10, 8; B. &non ofoir^ oy&pe 
xxsjL^y, abcr M. oT&irau *.ii*.k hoy ym (ich habe eine spcise) 4, 32 ; 
B. n€*Tc6HOY*r &»&kt o*]foit'req [sic] neq^uw (was geschrieben ist iiber 
mich hat seine erfiillung) Luc 22, 37; juuulou im* eofoirreq c^p? gi 
k*c (es ist kein geist, der fleisch und knochen hat) Luc 24, 39; S. 
o*]fw*rq neTH^Kpme juuuoq, aber B. ofoirr^q a&<£k e-ena^g^n cpoq 



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DIE NOMINALVERBA. 151 

(er hat den, der ihn richten wird) 12, 48; B. ofon-re-ren ofHp noun 
juuul&t (wie viel brote habt ihr?) Mt 15, 34; niA*ujop oron-roY &h& 
ajuul^y : nft&ugop o^n-x^Y wcyftRfc, lies nne*f&H& (die ftichse haben 
locher) Mt 8, 20. Ferner : ajuuoh^- xx± xxxx^y : **n^ xx*» (ich habe 
keine stelle) Luc 12, 17; juu&on^ poiAii xxxx*»y : xxw\ paiuie juuul*^ 
(ich habe dort keinen menschen) Job 5, 6; ne juuuon-reK oAi hepujiuji 
julu-^y : ne JUtn-TK A**/]f ne^ofC!*. (du hattest keine macht) Job 19, 11; 
nujttpi *2^e nooq jut^puiA&i uuutomxq ax*. npeiraciiq epoq : nujHpe t^c 
junpoijuie AJtn*xq a&& npeicr Treq^ne (des menschen sohn hat dagegen 
keine stelle sein haupt zu stutzen) Mt 8, 20 ; B. ne juuuoirreq tyepi 
xxxxi»y ne oy^e ujHpi eAitA epoc (er hatte weder tochter noch sohn 
a lifter ihr) Jud 11, 34; B. ne juumom-oy UjHpi juum^y ne (sie batten 
keinen sohn) Luc 1,7; tui etc AJuuton-roY ka.^ xxxx^y : e-re juuunTor 
AiirxceJlie (die welche kein verstandniB haben) Ps 31, 9; S. jutn-rey 
•rpo^H (sie haben keine nahrung) Fragm. 430 ist incorrect, sollte AxnTOf 
Tpo^K heiBen. 

Die stark flectierten formen von o^n-re und jutn-re konnen im S. 316. 
ihr pronominales object der 3. pers. als zweites suffix ankniipfen, 
z. b. ne-re o*]fm-A.iq (das, was ich habe; es — was ich habe) Act 3,6; 
nofuiuj €'re oy n-r*qq egoyn epo (der wille den er gegen dich hat) 
Z. 387. Selten hangt sich dies pronomfnale object an die schwache form, 
wie TAinTcon e-re ofn*xnc xxn nenepfrf (die bruderschaft, welche wir 
unter uns haben) AZ. XVI. 14. 

Einige texte vermitteln die anhangung des pronominalen objects durch 
c ; so findet sich oy ncTC oynT^icq cxooq n&K (was ists, das ich 
dir zu sagen habe) Z. 299; oyn*r*Jco*]f Z. 310; OfitT^Rcq Z. 303; 
oTftrr^qcoY Z. 294. 341; eAinT^qcof Mt 18, 25; u. dergl. Vielleicht 
ist auch Jon 4, 18 ne-re o*pr*ecq zu lesen. (Vergl. § 342.) 

oyon und juuuon verbinden sich auch, wie wohl seltener, mit juuulo* 317. 
zur bezeichnung des verbs haben und nicht haben, z. b. <£h e*re 
ofon AJtewtyx. juumoq : ncxe oyn xx*>*> e *c juuuoq (der welcher ohren hat) 
Mt 13^9; of on A&.A 5 juuulok : (epe fee. A cxx^y juuuiok) Mt 18,9; ne 
juuaon ujt&oax. Ajuuoq ne : ne xxn tfoxx xxxxoq (er hatte nicht kraft, es 
war ihm nicht moglich) Joh 11, 37. Seltener noch stehen andere prapo- 
sitionen in gleicher bedeutung, wie epo*, z. b. Ofon sn& cnoy^ epon : 
[epe -renins, cn-re aajulok] (du hast zwei oder deine zwei hiinde) Mt 
18, 8; oder nTOT* (in der hand) oder nejut (mit). 



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152 XXIV. CAPITEL. 

XXIV. CAPITEL. 
DIE VERBALEN STAMME. 

318. Die gegensUindlichkeit der sprachlichen aullassung, wclche in der 
bilderschrift der alten Agypter in so eigenthiimlicher weise zum ausdruck 
gelangt, ist audi der grundcharacter ihrer grammatischen bildungen. Im 
allgemeinen besteht dies verhiiltnifi noch im koptischen. Den verbalen 
stamm, dessen einfachste form uns andere sprachen im imperativ darzu- 
bieten pflegen, verstehen wir im koptischen zunachst als infinitiv oder 
nomen. Jedoch ist die vocalische aussprache des die thatigkeit bedeu- 
tenden stammes von der person und sache bezeichnenden meist verschie- 
den und vveniger mannigfaltig. Der verbale stamm ist ein- bis fiinflautig ; 
der zweilaulige, selten der dreilautige, hat neben der im verb gewohn- 
lichen starken auch die schwache auf i : e auslautende form. Die vocali- 
sation ist fiir die bcdeutung des verbalstammes unwesentlich, es ruht in 
ihr nur der accent und der nachdruck des satzes. Der hauptvocal des 
verbalen stammes jeder art ist l), d. h. ui, o und fiir beide oy; der 
vocal i ist auf wenige ein- und zweilaulige beschrankt ; der vocal A, d. h. 
*>, c und h, ist von der regclmafiigen voealisalion der verba ausgeschlossen. 
Der geregelten vocalaussprache unterwerfen sich die verbalen stlimme im 
koptischen elwa mil derselben nolhwendigkeit wic die infinitive (masdar) 
im arabischen. Wie der dreilautige transitive stamm im arab. inlinitiv 

o - 

als gcwohnliche aussprache Jj£ hat, so im koptischen currn ; einem dort 

mit hinterem vocale gesprochcnen intransitiven JU> entspricht hier in 
ahnlicher weise cAok. Abweichungen von der regelmiiBigen aussprache 
der verba sind im koptischen meist auf phonetische ursachen zuriickzu- 
fiihren. Der regelmafiigkcit in der aussprache der grundform, des status 
ab so lulus, entspricht die gleichmafiigkeit in den veriinderungen, welche die 
bildung des stat. constr., die ankniipfung des pronomens und die ableitung 
eines qualitativen sUimnics vcranlassen. 

Es giebt eine minderzahl von verben, die sich in die regel der voca- 
lisation nicht fiigen ; diese sind in ihrer aussprache gleichsam erstarrt und 
daher der den rcgclmaBigen eigenthumlichen veriinderungen untheilliaftig. 
So ist kuu (bewegen) keiner classe regelmafiiger verba einzuordnen; es 
nimmt auch nicht theil an den veranderungen der vocalischen aussprache, 
welche bei jenen so durchgiingig entwickelt sind. Demnach ist zwischen 
ver Underlie hen und unveriinderlichen verbalslammen zu unter- 
scheiden. 

319. Die einlautigen verbalstiimme haben den vocal U selten, zunJichst 
als O, wie in <4o : -xo (pflanzen), Ao rua (auflioren), und als 10 in einigen 
verkurzten, wie «s.oi t'ef (sagen), cm sura (trinken), ioi : eiui oder imi da 



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DIE VERBALEN STAMME. 153 

(waschen) jqau : koi qa (lassen) , 0701 (aufhoren) ; und mit OT in AX07 
(sterben) ; gewohnlich werden sie mit I oder einem damit zusanimengesetzten 
diphthongen gcsprochen. z. b. &i : «xi Qet (nehraen), uji (messen), ^ fu 
(geben); q^i : qei qi fau (tragen), gci : £c hau (fallen), xxci : jute mr 
(lieben), 07c! : 07c (sich entfernen), ci : cei (sich sattigen). Einige von 
denen auf i verstarken sich durch die endung oyi : 07c (hier. ut), 
n'amlich £1071 : ^ioye (werfen), ^loyi : -xioyc (stehlen) und die boh. 
imperative *Aio*fi, ^moyi, &P1071. And ere aussprachen einlautiger 
stamme gehoren unveranderlichen verben an, z. b. i : ci at (kom- 
men), uje M. ujh £m (gehen), &e : gc ya (t rotten), n* (gehen), p*> (thun), 
cm : c* (schon sein), n±y nu (sehen), £11107 (regnen), 11071 : 1107 (fore), 
2pyt (nahen); so auch die duplicierten B, AeAc e&oA (umherschweifen) , 
S. &07&07 (glanzen), 19070907 (riihmen), B. ^07^07 ((leckig sein). 

Yon den zweilautigen haben bei weitem die meisten ihren stamni- 320. 
vocal III, welches einem alten auslautenden u entspricht, zwischen den 
beiden radicalen, z. b. fcuiA (losen), tyoin (empfangen), (^uit : nurx 
(laufen), icuk (untergehen) Jer 15, 9. Manche haben im sah. vocalver- 
doppelung, z. b. coiq : coiuiq (beflecken), ujurr : ujniurr (schlachten) , 
kuic : kuiuic (bestatten), raicuit (sich erheben), j6oik : £ihk gcnum (ra- 
sieren), xoip : <s.iuuip Ps 7,12 (schiirfen), gamut neben gum (befehlen); ge- 
wohnlich jedoch haben die stamme, wclche den vocal verdoppeln, schwache 
form. Die mit %x und it anlautendcn haben statt des stammvocals ui viel- 
mehr OT, z. b. A107P (binden), A10711 (verharren), iiot*t (mahlen), 
1107* (werfen). Die auf £ auslautenden haben im B. O, behalten aber 
im S. ui oder 07, z. b. 070^ : 0710^ (hinzufugen) , $o£ : nui£ (ge- 
langen) , <^o£ : *lui£ (beriihren) , a*o£ : julot^ (fullen) ; 1107^ (schiitteln) 
Dan 7, 20 heiBt richtiger ito£ Jes 28, 27. 52, 2. Die auf 07 haben im 
S. den stammvocal O, z. b. T007 (kaufen), 7S.007 (schicken, reden), ^007 
(beengen) neben ^0107. Es giebt zweilautige verba, welche ungeachtet 
ihrer regelmafiigen aussprachc unveranderlich sind ; dahin gehoren guic 
/tsu (loben) , guiA : £uA (hciser sein) , a*0£ : a*©t£ (brennen) . Der vocal 
3L ist im inlaute selten und unveranderlich, z. b. in 0**11 : ts.&.k (klatschen), 
ajuwuj (ergreifen) , taatt (lcuchten) , uj&fep (schlagen) ; seltener noch ist 6, 
wie in S. n£ (zuvorkommen), und H, wie in rhu (aufhoren). 

Viele zweilautige verba mit dem stammvocal 10 (OT) haben, in der 321. 
rcgel neben der starken, die schwache form auf auslautendes 1 : e, 
welches aus einem hier. ct hervorgegangen ist; z. b. uiAi neben uiA 
(wegnehmen), £uiam : £uia& (treten), uiqi : oiqe cud (bandigen), ujui^ 
(kaufen) Ez 8, 3 fiir ujurr, qurfr : qurre (abwischen), qurai (ausreiBen) , 
ttoixi : dtatte (nbschneiden) , 6*111111 : <^oine (ergreifen), poiuji : ptnuje 
(bcachten), 0701^ (trennen), tuijui (verbinden), ujoim : ujuine (werden), 



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154 XXJV. CAP1TEL. 

puu6i : pui£e (waschen) ; jutoyne (verharren) , no-p^e (werfen) , it oy^e, 
(trennen). Die sah. schwachen verba mil ui haben gewohnlich vocalver- 
doppclung, wie j6uiki : gume guiume (rasieren) , •xuirj : •soiuiKe (schlagen) , 
tui& : Tiuui&c (vergelten), RuiinAe (zwingen), •xuiuipe (zerstreuen) u. a. 
Manche schwache verba sind unveranderlich, z. b. cui&j : cuiAe cuiuifce 
(lachen), tyuiiu : ujumc (krank sein), ujurxe tguiurate (ringen), o^uiAe 
(fruchtbar sein), o-fuiuiAJte (unterliegen) , cuiuje (ziehen), ^uio^i (spielen) 
in peq^uioyi (niusicant) Dan 3, 5; und AJtoyf : Aaoyre (rufen), Tiof^e 
(sich abmiihen). Einige stanime, welche den vocal vcrkiirzen, haben ge- 
wohnlicb alte wurzellaute eingebiifit und sind meist intransitiv und unver- 
anderlich, z. b. A&om : aiookc (weiden,anlegen) vor suff. S. jULfeito*)**, cogi : 
cooge (tadeln) vor suff. c&£ui*, ujuioyi : tyooye (trocknen) ; julouji : 
juoouje mia (gehen), ogi : *ge alt uige aha (stehen), -rocrre (gehen), 
g'o'&i (laufen), tto«i (kochen) Ez 46, 20; qo^ steht oft fiir qurV. 

Ahnlich verhalt es sich mil einigen andem schwachen stanimen, 
welche den vooal 6 haben, z. b. rciu : Knne (felt sein), cefti : cMe (be- 
schneiden) , gepi : gppc (ruhen) , (xcfiii) : d^e (schwach sein) ; fiie&j : 
feeefiic neben Ae&o*f (ebullire) , esxi : euute (wissen) , Axeyi : txceye (denken) , 
itefeij(schwimmen), cca&i : cjuuulc (vertreten), ccni : ceene (ubrig sein),j6eni 
(streiten, K.), ge&i (erniedrigt werden) Jer 38, 37 ; gejuu : ^uuutc (lenken); 
— noch anderc haben, meist unveranderliches, 3L, z. b. r*^ (einsehen), 
Ai^-re jutew^re (erlangen), h&rc (zerkleinert werden), ptogi : p«oye (sich 
frcuen), c*gi (verweilen), c*tli : ujevxe siet (reden), uj&pi : ty&pe u)&&.pe 
nud iu>*p (schlagen) , ty&qi : ty^qe (schwellen) , tl^tc i^tc (wachsen) ; 
in seiner bildung vereinzelt steht *Ahi : *Ae (besteigen). Um prostheti- 
sches * sind vermehrt B. «dUL&gi : «dUL*£Te : *a&££j (besitzen) «juloi\i 
(halten) und &ttoiu (schwelgen). 

322. Inlautendes I Gndel sich sehr selten in zweilautigen stammen starker 
form, wie in rjaji (bewegen), wohl abcr in solchen schwacher form, 
die der gewohnlichen vcranderungen fiihig sind, z. b. d'lci : -xicc (erheben), 
$icj : nice (kochen), iAi : eifce (diirsten), iiu : eiitc (fiihren), ipi : eipe 
(thun) , -xwui : d'me (finden) ; ^u6i : ^c (trunken werden) , amuji : amujc 
(schlagen), iuji : eiuje (aufhangen), pini : pine (neigen), ujiri : ujirc 
(graben); cia'e (erstarren), ujmi : ujme (sich schamen). Unveranderlich 
sind S. of^me (voriibergehen) , B. oy%a (anschwellen) , S. oyerre (siechen); 
ri^ in peqKi^ (wiirfelspieler) AZ. XIII. 59, <4i^ : «xi^ (ringen? haudeln?). 
Das sah. ewue (wissen) hat im boh. cjuli den stammvocal gewechselt; 
ahnlich findet sich S. nppe (aufgehen), B. *<£epi in <£epiuioyr, fiir und 
neben $ipi : mpe neipe. 

323. Vocalisch auslautende stamme sind zun'achst einige ein- und 
zweilautige auf O, z. b. <4o : -so (siien), <^po : xpo (siegen), rto (umwen- 



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DIE VBRBALEN STAMME. 155 

den); d'epo : %epo (anziinden) , c&&o (lernen), uje&io (austauschen) . 
Einige derselben haben fiir o im auslaute auch HI, wie A&Aui (bestreichen) , 
p*of*ui (betrefien), uje&iui (austauschen) und fehlerhaft ^efiuui Ez 3, H 
(erniedrigen) ; auch S. •sai (Mt 6, 26) fiir *o ist nicht zu billigen ; — 
OT zeigt das unver'anderliche autof (loben); — 3L haben S. rA*. (kuhlen), 
ujA*. (berauben), ujju&> (verringern) , S. ujg'*, (schlagen), amiuj*. amayu 
(wiirdig sein) und S. %n& %en& (ausloschen) fiir B. d'eno ; — H findet 
sich z. b. in c^pn (graben), ^Ah (tropfeln), S. ujAh (kriechen) und S. 
<^enH (eilen); — endlich sind im auslaute una den diphthong SLl ver- 
inehrt c&&j : cg*J s%au (schreiben), c^^J • ck&i sgaw (pfliigen), *5<e*j : 
£t*i (felt sein), ^tw (reifsein), &n^i (schon sein), &uj«j (viel werden), 
ewwwi dem. at (wachsen), £&A*j (fliegen), &.ciewi : *c*j (leicht sein); fiir 
uji&j (wachsen) findet sich B. ujik (Jes 54, 2), S. uji&ci. Durch dasselbe 
affix scheint B. xiewi (gerechtfertigt werden) von julhj : xxe (gerecht) abge- 
leitet zu sein. Die stamme auf *j sind wie die auf o (ui) veranderlich, 
nicht so die auf & und h. 

Den ubergang zu den dreilautigen verbalstammcn bilden einige zwei- 324. 
laulige mit innercm diphthong tHI : 061 oder tHOT : OOT, z. b. puiic : 
poeic rs (wachen) , noein (bewegen) , tocit (klagen) ; ctuoyn : cooyn 
(kennen) , puioyuj : pcroyiy (sorgen) , Tuioyn : [-ruiuin] (sich erheben) , 
guioyuj : goo-jug (tadeln), poo^r (munter sein), B. Qmioyn (abstoflen), 
oiuioyaL : 6'uiotv*' (verzerren), juuioyr Ez 7, \6 und gewohnlich juooyr : 
juoyoy^ (Uidten), und die schwachen AuiiAi (K. 34 3. H3) : ^AoiAe 
(schwimmen) , nuiim : noein (bewegen) AZ. XIII., 108, S. -roiAe (sich 
erheben) PS. 6, xuiiAi : c^oeiAe (wohnen); ^moY+ (versammeln) . Durch 
den auslaut oy verstarken sich cuioynoy und -ruio-pioy. 

Die nachste aussprachc der dreilautigen stamme ist die mit dem 325. 
stammvocale UI nach dem ersten radicale, z. b. curxn (erw'dhlen), oytupn 
(entsenden), cuiht (schaflen), uitu5 : tuii£ (lebcn^, kuiA^ (zusammen- 
schlagen) Lam 2, 15; tycoon (verbrennen) Dan 3, 27, -eui^c : tui£c 
(salben); gtuirr : £tuirr (sich nahern). Vor einer auslautenden liquida 
fiigt der boh. dialect, seltener auch der sah., ein e ein (nach § 74) z. b. 
curreu. : currju (horen), cuipejut : cuipju (verfiihren), gurre& : £urrft 
(todten), <$tuujen : nuiujit (dienen). Im MS. findet sich dies e mitunter 
auch vor andern auslauten (§ 75), z. b. nuiAe% trennen ; vor £, wo man 
es auch trifft, wird es gewohnlicher durch & ersetzt (§ 76), z. b. um&£ 
(Icben), KuiAew^ nuiAe^ (schlagen). Die rait xx und n anlautenden, im 
B. auch einige mit anlautendem *x oder auslautendem kc, haben stalt ui 
vielmehr OT, z. b. Aioyiuv (bilden), B. AioyA^ (umfassen), S. juoypuj 
(umschauen), juoyaLT : juoyaL^ (mischen), noyujii (abschrecken), noyaLj6 : 
noy»H (besprengen) , no^'r (flechten), S. noya'c (erbittern), B. -ao-re 



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156 XXIV. CAP1TEL. 

neben ^uikc (durchbohren) , osLOfigi" : a'uiujT (betrachten), B. noyncp 
(raufen) Am 7, I 4 ; o-yujc e&oA (Z. 525) ist fehlerhafl fiir o-yuiigc e&oA. 
Die stamnie mit in- oder auslautendem £ verkurzen ihren vocal zu O, 
doch gewohnlich nur im B., z. b. juor£ : juoyR£ (kranken), B. tgoR£ 
Ez 12, 5 fgraben), B. ujoit£ (berauben), B. poR£ (Lev 4, 21) neben 
puiR£, <xok£ neben *o*pi£ Job 2, 7 (verwunden), B. nogefc (einfiigen), 
nogeu. : noy^Ai (erretten), S. «oA£ (gering sein), B. *oA£ fiir «iuA^ 
(einhullen) Ez 27, 7 und oft, S. cogju (deficere) fiir B. ce^6eju; es 
nehmen auch einige andere an dieser verkiirzung theil, namentlich unver- 
anderliche, z. b. cone : come (bitten), cojuc (betrachten), -romg (schelten), 
B. ujoqr (ubertreten) 3 Reg 8, 50, B. ^oAn (bilden), S. oujq (ein- 
schleichen), S. o^c oca' (bestreichen) , S. ^o*q (anhiingen), B. ujoivt 
(streiten) neben ujuiirr, «oht : ^onT (ziirnen) neben -xcuirr : ^uiirr, 
juooyr (todten) neben juuioyr : juoyoyT ; itcrxq (lacheln) neben noyrq 
(anschwellen, sich entfernen) Jes 10, 7. Fiir S. cui£p (fegen) AZ. VIII. 
133 ist cewp^ : cewgjp gestattet; aber statt &*>%c (Joh H , 2) und ^ai 
(1 Thess 5, 2 4) ist eui£c, -aui^eu. iiblicher. 

326. Andere vocale nach dem erst en radicale dreilautiger stamme sind sehr 
selten; auch die schwache form ist fast nur unverandcrlichen verben 
eigen, z. b. uiurf- ( Ziehen), cotf'iu : ujo-xne (berathen), oq^- (kriechen); B. 
gejuci (sitzen), ne^ni : itegne (klagen), ncgci : ne^ce (wachen), ecRi 
(= oicr verweilen) , cpqc (sich befleifiigen) ; A&nci (beiBen) , n*^ : ii*£T€ 
(glauben), M. o^t^i (fortbringen), cew^xii : c**rfce (wiederkauen), c*£«V : 
cew^xe (verbrennen), B. ujewujiti (erreichen). Einige andere ver'anderliche 
stamme verdanken ihren schwachen auslaut einer verkiirzung, namentlich 
co&'V : cofirxc (bereiten), juocV : Juocxe mstt (hassen), cewgm : cewgne 
(versehen), c^oyi : c^goy (fluchen), ceu.ni : cuinc (aufstellen) ; in ihren 
abgeleiteten bildungen lehnen sie sich an die vierlautigen verbalstiimme. 

327. Die intransitive aussprache der dreilautigen verbalstiimme setzl den 
vocal O nach dem zweiten radicale, z. b. cAor (gering werden), ^Ao-x : 
g\o<4 (siiB sein), jut on (ruhen), iiujot (hart sein), n^oT (treu sein), 
und mit abwerfung des auslauts £ro hqr (hungrig sein) ; ebenso von einigen 
wurzeln mediae geminatae, wie ^ftoft : r&a. (kalt sein), gjuoim : gjuoiu 

X o o 

(warm sein), kjuloai c>y»\ (schwa rz werden), <5Wn (weich sein) uud mit 
oy vor p: B. gpoyp (berubigt sein) und das sctrwache S. ^AooAe 
(empfangen, von der frau); B. eq-^eAoAi (K. 231) oder eq-£&<VtuAi (ms.) 
tjkjlLi (leicht, fliichtig) ist cine abnorme bildung. Vor auslautendem £ 
und uj trilt fiir o vielmehr 3L ein, z. b. a&r&£ (traurig sein), uj<V&£ 
(bestiirzt sein), oyfiiewiy (weifi sein). Die gleichc aussprache ist auch 
einigen unver Underlie hen verben eigen , z . b . oynoq (sich freuen) , 
oypoT (froh sein), S. £juooc (sitzen), B. nROT fiir S. urotr (schlafen). 



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DIE VERBALEN STAMME. 157 

Unveranderliche verba dreier laule haben auch andere vocale nach 
dem zweiten radicate, so 3L in cn^-r (furchten), S. <4n*rT (slolz sein), 
<fn*y : ^n^^ (faul sein) und in den scbwachen cAew^- : cA*ew*re (fallen) , 
ct^tc (beifall klatschen); — H in ujAhA neben ujAA (beten), cd'np : 
uj^ttp von qar (schiflen), S. ^pitd* (aufhoren), S. A^kc (blasen), S. *ujAh£ 
oder ujAe£ (bewnssern); und mil vorgeschlagenem e: eeAnA : t€AhA 
(jubeln), epHT : ppirr (versprechen) ; und schwach : ujnitpe (sich wun- 
dern) Act 7, 31 ; — I in cprr : cprr cpirr (ahren lesen) und das zwei- 
silbige ginum : £ii\h& (scblummern). 

Andere aussprachen dreilautiger stiimme sind ungewohnlich und selten. 

Das cau sativum, welches im koptischen durch praefonnatives t 328. 
gebildel wird (§ 95), hat als characleristischen auslaut den vocal O, der 
einen andcrn auslautenden vocal des wurzelverbs regelmUfiig verdriingt. 
Einlautige wurzeln haben daher einsilbige causative, z. b. tco (tranken) 
von cui (trinken), «»po (lassen) von p*. (thun); nur i erhalt sich vor dem 
causativen o ebenso wie oy, z. b. too (saltigen) von ci (sich slittigen), 
S. *royo (zeigen) von oyui (hervorkomnien) . Zweilautige mil einem 
vocal anlautende wurzeln bilden zweisilbige causativa mit & in der erslen 
silbe, z. b. t**io : T**eio (ehren) von *o da (grofi), t**ro (verderben) 
von ewKui aq, -r^go (stellen) von ogi : **££ (stehen); t«julo (berichten) 
von cam : euuc (wissen) scheint ein urspriingliches i eingcbiifit zu haben; 
in dem altkoptischen texte (AZ. VI. 23) begegnet man noch der form 
i«juli. Statt des gewohnlichen t^o : eno oder -r$e (erstatten) kommt 
auch B. r*$e vor — Mc 9, 4 2 und Act 3, 21, wo beide male n zu streichen 
ist. Die mit of anlautenden wurzeln bcwahren ihr of im causativ, z. b. 
TOfio : toy«o (entwohnen) von oyei, to^o (hinzufugen) von o*]po£, 
Toyxo (bewahren) von oyxfei; 'royfco (reinigen) von of*^ (rein) wird 
im S. nach der regel (§ 46) -r&Ao gesprochen; so ist auch S. tjuuuo 
(nahren) von oyuuut (essen) abgeleitet, und B. tcjulm.0 ist keine reine 
boh. bildung. Von oftnAe (fruchlbar sein) bildet sich ein TOfAo (frucht- 
bar machen), wofiir sich auch eo*j*eAo (Job H, 19) findet. Zweilautige 
consonantisch anlautende wurzeln bilden selten einsilbige causativa, wie 
trAo (kiihlcn) Jer 6, 6 von 9£&ofc : k&*, tujjulo (verkleinern) von ujhjul, 
*rgjuo : Tgjuo (warmen) von *5aaoju : £*&oju, ^Ao (zerstreuen) von £tnA, 
•r^no (nahern) von gum ; -re it no : -rnno (zerreiben) hat ein urspriing- 
liches £ verloren, welches im S. Vnno ^no noch mitunter erscheint. 
Gewohnlicher bilden diese wurzeln zweisilbige causativa, entweder mit c 
in der ersten silbe, wie tcaji^o (Ps 105, 18) : Tjugo (anztinden) von 
juoYg. (brennen), oder mit *>, wie t^rto (umgeben) von rto, t^Ac^o 
(hcilen) von arq Aur&i, t**iu5o : T*.ngo (beleben) von uitu6 : uiit£; 
-r^oeo : tccto (zuriickbringen, zuriickweisen) hat im einen dialect *, im 



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158 XXIV. CAPfTBL. 

andern e. Einige causativa werden mit dem vocale * nach dem ersten 
wurzellaute gcsprochen, z. b. -aju^io*: Tjmeweio (rechtfcrligen) von jul^i, 
Tc«io (lehren) von cewfco. Dreilautige wurzeln bilden zweilautige causa- 
tiva mit dem vocalo e vor dem ersten radicale, z. b. Tgejuu:© : Mexico 
(setzen) von gejuci : gjuooc (sitzen). Einige male wird ein ableitendes s 
im auslaut des simplex in der causativbildung zur wurzel gczogcn, so in 
^e&io : ^Mio (erniedrigen) von ££&i, ^juecio (cntbinden) von juuci, 
Tigofio (trocknen) Job 4 2, 4 5 von ujmoyi, viellciclit auch in oeouio : 
t«julio (machen). Sah. -a fur t£ ist mitunter ins B. heriibergenommen, 
so in dem erwahnten ee&io : ^Mio von gefiu und in -aepigo : ^pujo 
(bcschweren) von £potg. 

Causativa ohne t, wie ujof*io (ausdorren) Kab. odor S. juiccio (cnt- 
binden), sind kaum zu rechtfcrtigen ; B. T<$eps (dreschen) Jer 6, 4 7 ist zu 
bcanstanden. In *^o : *no (erzeugen) von ujumi ypr (werden) und in 
<&<$io : smo (beschimpfen) von tgmi (sich schamen) scheint das anlau- 
tende t mit dem radicalen ty zu «. vereinigt zu sein 1 ), woraus fiir ot 
die altc aussprache -rug folgt Vielleicht koromt auch S. vno (befragen) 
von ujme (fragen). Es scheincn ferner causativa in einigen mit sibilanten 
anlautenden stammen vcrsteckt zu sein ; so weist cefti : cMe (beschneiden) 
auf die wurzel ab, oy^Si; ceu.ni : auune (aufstellen) auf das alte men; 
c^gni : c^gne (versehen) auf eine wurzel gn; und tg<e*dui : uj*t*jul (ver- 
schliefien) scheint aus ujoeouo verkiirzt zu sein und steht fiir igurxcjut 
(vergl. Rev. Apocr. 100). 

329. Die vier- und fiinflautigen verbalstamme sind fast ausschlieB- 

lich solchc, welche aus der verdoppelung zwei- und droilautiger hervor- 
gegangen sind. Sic habcn regclmafiig einc zweisilbige aussprache, O in 
der ersten und 6, welches im S. namentlich vor tiquiden unbezeichnet 
bleiben kann , in der zweiten silbe. Beispiele : Aop&ep (auswerfen), 
juokjulck (betrachten) , j6o*rs5e*r : £o*Tgnr (erforschen) , coAceA : coAcA 
(trbsten), ^ojufzum : &o*x&*x (befuhlen) 2 ) ; cpojmpeu. (umdunkcln), S. 
£pop&ep (herabwerfen) , ^AojuAjul (ejnwickeln), ug^op-rep : uj-rop-rp 
(storcn) — im B. mit •» als zweitem theile der doppelconsonanz. Die 
erste silbe ist in dicser bildung die betonte und nimmt daher in den boh. 
vierlautigen stammen statt der anlautenden schwachen explosiva die starke 
aspirata, z. b. oottTen : to urn Z. 585 (vergteichen) , $opnep (aus- 
breiten) , ^ocxec : ^oc^c (tanzen) — doch nicht regelmaBig ; der dialect 
iibertragt auch wohl die aspirata incorrect auf die zweite silbe, wie in 



4) xtbo und tt<$io hat schon Ad. Erman als causativa crkannt. 

2) Aber -xeu/xojut : ^ju^ojul (kraft findon , ktinncn) ist kcin duplicicrtcs 
verb; oieu.'S.iuju dafiir ist einc unmoglichc form und Schwartze's angriff (gramm. 
p. 402) auf Peyron ganzlich zu nnsbilligen. 



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DIE VERRALEN STAMME. 159 

(^on^en nebcn <$otmett (uberflieBen), $o*t<$c*t (zerreiBen). Die voca- 
lisation e-tu im activen verb, wie z. b. (^AjulAuiju n (Apocr. 120), ist 
fchlerhaft. 

Von dcr regelmiiBigen vocalisation o — c der vier- und ftinflautigen 
slam rue weichen nur wenige aus phonetischen griinden ab. Das o wird 
zu III gedchnt ira boh. cuioyren : coof^K (richten) nach § 59. Mil 
& in der erstcn silbe werdcn namcnllich die mit einem £ 01 ^ cr ^ a ^ s 
zwcitem radical gcsprochen, aber audi andere intransitive, z. b. in>£uje£ 
(gliihen), S. *t*>2*t£ (vervvirren) , ^^cnec : K&cnec (fliistern), A&nAen 
(airoxaxeiv) Jer 15, 9. Nah 2, 10, «*ivx€ii? : otoirsLcn (eilen); cA^tAct 
(schliipfrig sein) Dan 11, 21 neben cAo*rAe*r, cA*«Ae« (gUitten), &p*- 
•xpe-x : ^pcrapex. (knirschen) . B. cewgcew (zerrciben) fur c&£ce£ hat wie 
das S. c^cgjmc (Z. 624, 3) seinen auslaut cingebuBt, der in den abge- 
leitetcn stiimmen noch wieder hcrvortritt. Andere, dcren zweitcr radical 
liquide ist, vocalisieren 6—6, sie sind meist intransitive, z. b. cencett 
(tonen), TeA-reA : tAtA (tropfeln), &ep«5ep : £P£p (schnarchen) , 
geA^eA (sich erkiihnen) 1 ), gejuigeAi (wiehern) Jer 5, 18, KeAtteA 
(tropfeln) Num 11, 32 nach einer Pariser var., %eiraen : tfWit (singen), 
•xepo&ep (wolliistig sein) Const, apost. 193. 1 Petr 4, 3, und mit schwachcr 
ausspraehe oye\oye'\e eftoA (ululare); c^ep-rep (zittern), cnepucp Mt 27, 
60. 28, 2. AZ. XIII. 180 neben CRopnep (wiilzen), xP €JUL P ejut : Rp**P** 
(murren); es findet sich audi &ep&ep : £&p&p in intransitiver bedeulung. 

Andere formen mehrlautiger stiimme, die nicht aus duplication ent- 330. 
sprungen, sind sclten und gewbhnlich aus composition zu erkliiren. Dahin 
gehoren verbalsUimme wie cxpc^r? : c^p^^T s-farh (ruhen), upturn (scha- 
digen), cnHiiu (umhergehen) , ^ruin (streiten), B. cec&0£ (abbitten), 
*rcngoyx (glauben), *roynoc (aufrichten), S. *Tiuiooy Oder Titnooyce 
(schicken) u. a. in. Dergleichen ungcregelte bildungen faBt die sprache 
cher als nomina auf und verwendet sic verbal vermiltelst der hulfsvcrba 
cp (machen), <4\ : oti (nehmen), xejd : tf'ju (finden) u. s. w. 

Die griechischen verbalsUimme crfahren in den beiden dialecten 331. 
des koptischen verschicdene behandlung. Der boh. dialect verwendet 
iibcrall die griechischen infinitive sowohl des activs als des mediums, 
indcm cr fur eiv in und fur sa&ai ec^e schreibt. Doch werden diese 
infinitive regelmiiBig mit dem hulfsvcrb cp (thun) zusammengesetzt, z. b. ep- 
nicreyiw, cp-^oiuju^iit, ep-newpewfteiun, ep-^OAAoAocitt (eeiv), ep-cxm 



1; <$puijmi eq^eA^eA itRepH^ j6en gewitcewxi vfjyetai d. h. ftpao6verai 
Job 11, 12. Der Araber zeigl hier recht dcullich, wie wenig er sein koptisch 
verstand ; cr iibersctzt : f&&\j &&* J^bLJi Jc^iJ ^( 



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160 XXV. CAP1TBL. 

(alxeiv), ep-enrriju&it (aeiv), ep-ju^cTHfom (oeiv), und ep-n^p^-ric^e 
irapaiTeToftcu (Luc 14, 4 8), ep-ju&c-rircecee (fur oooftai), cp-^p^c^c (Job 
10, 17) u. a. Der sah. dialect gebraucht den griech. inlinitiv nur selten, 
z. b. ^T-^P5C £ c^i (PS. 38), *q-ener)£pi<^^ (Z. 549). Gewbhnlich bil- 
den sich die sah. formen der griechischen verba durch anhangung eines c, 
welches ursprunglich vermulhlich das imperativische ist, an den endungs- 
losen stamm, so wo hi des activen, z. b. cyiM^e auvafeiv, nicreyc icioreusiv, 
-2kOKjjmew7€ 8oxi|iaCeiv, £Tpfcpi7e t>pp(Ceiv (Z. 385), n^T^cce iraraaasiv, — 
als des medialen, z. b. ewic^wne ataOaveaftcti, *^uiiu7e iywvi&obai, gyno- 
Kpine U7coxp(veof)ai, &cn&7e aairaCes&at, npoKoirrc irpoxoirrsoftai u. s. w. 
Von einigen unregelmhfiigen verben wird der nackte slamm mit e ver- 
sehen, z. b. nAiwe irA^oaeiv, ^no^&ne owco<pa(vsiv (Z. 277), ey^p^ne 
£ocppa(veiv, ^i&A&Ae 5ia(3aAXeiv (auch B. gelegentlich ep-^iaiiewAiii) , ni^e 
rceffteiv, u. s. w. Die verba auf av gehen ira sah. auf & aus, z. b. 
AieAe-r*, toAa**, &n&itT&, nA&n^ enrruuuw, Kep& (Prov 9, 2); die auf 
sTv haben im sah. ei, z. b. KAitponoJuei, tdULcAei, kocjulci, <£opei, 
cuk&kci, Aynei ; die auf ouv haben oy, z. b. a^ioy, feefajo*! 1 . Von 
den verben auf |it bemerke man K*^eic*rew xaft(<xn)u.t, n&p£irr&. irap(<rn)|U, 
n&p&&& [irapapa(va>] , newpew^r^oy irapaS(8a>u.i. Ausnahmen von dieser 
regelmafiigen iibertragung der griechischen verba sind selten; als solche 
sind formen anzufiihren, wie npo-rpenei (Z. 282), jQjpm (gebrauchen, 
Pap. 15), ^q-e-ri (atxelv, Z. 306), ^q-AfiiH (Xuirelv, ib.), ewpnew von 
apviojAcu, nAe* von rcAeTv (Mel. 5, 67), cy^^picToy von eo^apiarelv 
(Z. 268. 44 1), r\t^^Vh von xorraAoeiv (Mt 5, 17), hoi Ay fur nuiAf 6 * 
croi^e oder cri^e fiir axoi)(eiv (beitreten) u. a. m. 



XXV. CAPITEL. 
DER STATUS CONSTRUCTUS DES VERBS. 

332. Die grundform des verbs mit ihrer beslimmten vocalisation ist die 

niichste form desselben , welcher die selbstandigkcit eines stat . absoL 
beiwohnt; um ein object anzukniipfen bedarf sie dec vermittching einer 
proposition. Der nachdruck der rede licgt in diesem falle auf der thatig- 
keit und nicht auf dem objecte derselben. Der verbale stannn hat aber 
im koptischen fast durchgehends die fahigkeit seine vocalisation abzustreifen 
und wieder zur wurzel zu werden, indcm er fiir die verschiedenen vo- 
cale des stat. abs. ein farbloses e annimmt ; er verliert da durch seinen 
nachdruck, den accent des satzes, und tritt denselben an sein object ab, 
welches erunmittelbar ankniipfl. Diese verkiirzte form des verbalstammes 
versteben wir daher als status constructtis ; sie wird vor jedem nominalen 



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DER STATUS CONSTRITCTUS DES VERBS. 161 

objecte und vor dera pronomen ^Hito? : THfin THnoy (euch) gebraucht. 
Begrifflich unterscheiden sich die vocalisierte und die ledige form durehaus 
nicht ; ihr unterschie^d beruht nur auf der betonung. Urn zu sagen : 
»Gott hat die welt geschal)'en« bedarf man der betonten form ctnirr mit fol- 
gender proposition, denn Gott wird hier zunachst als » schopfer « bezeichnet ; 
um aber auszudriicken : »Gott schuf himmel und erde, dann die pflanzen, 
dann die thiere und endlich den menschen« wiirde die unbetonte form 
cctrr mit unmittclbar folgendem objecte ausreicben. So heiBt es im 
psalter 10, 5: 

B. neq&oygi ceujini eiuujHpi irre itipaiA&i 

not lUwujen. iu^ulhi neu. iu&cc&hc odcr 

S. neqfeoy^c «no itnujitpe nnpuuue 

m&oeic n\^ne irxmeaoc xxn n&ce&HC 
» Seine augenlider priifen die menschenkinder, 
der II err wird den gerechten und den ungerechten priifen. « 
Hier empfinden wir die wechselnde verbalform gleich der arsis und thesis 
des ansteigcnden und abfallenden verses. So heiBt es ferner: B. tg«t«f*r&Ko 
nmcewxj htc iu^juhi (sie verderben die worte der gerechten) Deut 
16, 19 — aber tu^yr * k e mcewxi iv&julhi (sie verderben die gerechten 
worte) Ex 23, 8 ; ju&pe ne-renfiiewA igoyo enccHT ng^nepjuiraoyi 
(mogen cure augen thranen vergieBen) Jer 14, 17 — aber ju&pe ne- 
*reii&&A ujoye epjun cuccht (mbgen eure augen thranen vergieBen) 
9, 18. 13, 17; B. Moyuin^ jun&nofri eAoA ©yog jum^uin irrewfc.- 
noAJLiew (ich offenbarte meine siinde und verbarg meine ungerechtig- 
keil nicht) Ps 31, 5 — aber S. mit etwas abweichender auflassung : m^ui 
jum&no&e juneigen *T&&ito&ii«t (ich sagte meine siinde, meine unge- 
rechligkeit verbarg ich nicht). Sellen und ungewohnlich ist das dem 
stat. constr. untergeordnete object ein ganzer satz, wie S. jmncq^n *iu» 
iiijul, M. juneqd'eit &it&K nuu (er hat nicht gefunden : wer ich bin) 
Jes 1, 3, oder ein accusativus cum infinitivo, wie Job 19, 4. 

Das verb im stat. abs. kann des grammatischen objects enlrathen, 
das verb im stat. constr. fordert ein solches mit nothwendigkeit ; wiihrend 
jenes nachdriicklich die andauernde handlung bezeichnet, driickt dieses die 
voriibergehende, auf das object gelenkte aus ; der stat. absol. driickt die 
ruhe in der beschreibung, der stat. constr. den fortschritt in der handlung 
aus. Daher steht der stat. abs. bei den beschrcibenden tempora, dem 
prasens und imperfect; der stat. constr. vor allem in solchen engen 
verbindungen des verbs mit seinem object, welche gleichsam ein verbales 
compositum bilden. Doch muB er selbst in diesen weichen, wenn die 
andauernde thatigkeil bezeichnet werden soil ; so heiBt z. b. £Kirne ^gi 
•helium e&oA : eic ^hhtc ^nc* Tkewixiumion e&oA (sieh ! ich treibe 
teufel aus) Luc 13, 32; und *>qgi nr^ejutuin e&oA (er trieb den teufel 

Stern, koptische grainmatik. \\ 



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162 XXV. CAPITEL. 

aus, Ki^aXs) Mt 9, 33 — aber ^qgiofi nttr^ejuum e&oA (er trcibt die 
teufel aus, IxfiaM&i) 9, 34; etf'ne «tuq (das haupt zu verneigen, zu ge- 
horchen) Jac 3, 8 — aber cedW n-xuioy n^ac (sie gehorchen der nalur) 
3, 7 ; n&qd'no notinq nvaoy ne (er gehorchte ihnen) Luc 2, 4 7. 

333. Der verbale stat. constr. zeigt mit vollkommener regelmiiBigkeit die 
verkurzung des stammvocals zu 6, welches im S. oft unbezeichnel bleibt 1 ). 
So von einiauligen verben auf ui, wie «€- (sagen) von qslui, ce- von cm 
(trinken); von zweilautigen mit mittlercm ui, z. b. &eA-:fcA- von fctuA 
(losen), tgen- von ujorn (erapfangen) , oyzuj- von ofuitg (wollen), oyexx- : 
oy%x- von oftuAi (essen), ceq- von cuiq : ctuuiq (beflecken); von den 
zweilautigen mit oy, z. b. jucp- : jup- von juloyp (binden); oder mit o 
z. b. S. T£f- von *roof (kaufen). «e«|- (Ming. 245) von otooy (schicken): 
dahcr audi von den verben mit auslautendem o, z. b. rtc- von K-ro 
(umwenden), ujoye- von tgofo (vergieBen), c&&e- von c&Ao (Icrnen), 
<xnie- von <&nio (beschamen), A&Ae- von AewAui (bestreichen) , uje&ie- 
von ujc&jui (austauschen); oder von causativen, wie ^pe- : *xpc- von 
«»pc (lassen), *r*kge- von T**go (stellen), T^otpe- von T^/xpo (be- 
festigen). Ebenso bildet [^&oA] : k&* (kiibien) im S. KAe-, aber S. £p* 
(abwehrea) bildet £p-. 

334. Die schwache endung der zweilautigen stamme fa lit im stat.conslr. 
regelmiiBig ab, z. b. qe*r von qui^ : qurre (abwischen), qcx- : qe<^- von 
qurati : quid'e (ausraufen) , «e*r- von nurre -sluiui re (durclidringen) ; ebenso 
in den stiimmen mit inner em i, wie juec- von juici : julicc (gebarenj , cen- : 
en- von citu : cine (uberschreiten), aicuj- von xiiuji : juliujc (schlagen), 
en- : ii- von ini : eine (fiihren), ep- : p- von ipi : eipe. Im sah. hat sich 
einige male sowohl das auslautende e des schwaehen stammes als die 
vocal verdoppelung erhaltcn, wie in -xeAe- -x.ee A e- von -sLUiuiAe (ernlen), 
gene- geene- von gumme (rasiercn) , nene- neene- von nuitane (umkehren) , 
tfcAxe- von (^uiauute (verdrehen) ; aber e ist abgefallen in neep- neben 
nepe- von nunupe (berichten), -reefc- (Ps H 5, 3) von ruiuiAe (vergelten), 
%eep- von -xuiuipe (zerstreuen) . Das schwache e bleibt in dem ver- 
kiirzten stamme, wie in coy&e- : cMe- von cefti : cMe (beschneiden) ; 
jmei : juie (lieben) hat sich im stat. constr. durch die endung pe v er- 
st iirkt : juenpe- : juepe- ; c6&i : c£&j (schreibenj nimmt im B. auslautendcs 
e an, im S. inlautendes, c*5e- : ceg-. Die zweilautigen auf i : e mit innercm 
i haben mitunter das -r, aus dem ihr auslaut entstanden ist, im sah. st. 
constr. erhalten, z. b. pen**- von pine (neigen), ujeRT- (Ps 7, 15) von 



4) Ich bezeichne die nur als stat. constr. gebrauchliche verbal form durch 
einen bi n des t rich nach dcrsclbcn, z. b. «€-, ugen-, ce*rn- u. s. w. 



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DER STATUS C0N8TRUCTUS DES VERBS. 163 

ujikc (graben), «cct- von tucc (erheben) und M. ujeirr- (1 Cor 14,35) 
von tgim (fragen). 

Die dreilautigen stiimnie nehmen fur ihrcn grundvocal im st. eonstr. 335. 
glcichfalls e an ; so z. b. cctit- von enrol (wahlen), cenT- : cirr- von 
cuiirr (scliaffen), cjulc- von uijuic (untcrlauchen) , cepeju- : cepjut- von 
ctupeu. : cuipjui (verfuhren) , oyeng- : oipug- von oyain^ (offenbarcn) ; 
ebenso jmetiK- (Jer 6,29) von wtcvpiK (bildcn) und %ck£- (Act 28,3) von 
■xor^ <kotr£ (verwunden) , jmeK£- (Act 4 4, 2) von julok^: JuuvjfKg. (kriinken) . 
Statt neA?t- von kuiAk (kriimmen) kommt S. kAk- und KeAeK- vor ; von 
lurxq oder no^prq (lacheln, eig. wohl das gesicht verziehon) fin <let sich 
S. ncrcq-, z. b. feqne*req puiq ncui&e Z. 535 fur &qite*rq puiq ncui&e, 
B. &.qneq*r puiq kcui&i. Ahnlich werden die mil innerem oy im S. be- 
handelt ; so bildet man cey^- von cuio^ (versammeln) ; und co«f en- ' coyn- 
von coiofn * cooy« (kennen), B. ^oycr- von ^uioy^" (versammeln), aber 
Ttuofn (sich erheben) bildet nur S. Toyn- und B. -ren-. Unler vielen 
andern fehlern, welche die boh. handschriften durch die vcrkcnnung des 
verbalen stat. eonstr. begehen, kehrt haufig die form commit- als stat. 
eonstr. fur cofen- wieder, z. b. Job 18, 21. 24, 16. 37, 7. Apocr. 84. 
Einige verkurzte, vocalisch*auslauteade stamme bewahren ein auslautendes 
€ auch im stat. eonstr. , so: ccAtc- : cAtc- von co&'V : coAt£ (bereiten), 
Aiccrc- von uloc\ : ft&ocre (hassen) , cegite- von cfe£iu : c^gne (versehen) , 
tgejuiuje- : ujjuuge- von ujejutuji : ujA&uje (dienen); B. ceu.ui (aufstellen) 
bildet cenne-, aber S. amine bildet cAin-; c^goyi : c^goy (fluchen), 
welches im stat. absol. einen wurzellaut eingebufit hat, lafit denselben im 
stat. eonstr. c^oyep- : cgofp- wieder hervortreten , wodurch es sich als 
vierlauliger stamra erweist. Die wenigen dreilautigen stamme mil hinlerem 
o, welche einen st. eonstr. bilden kbnnen, sprechen ihn glcichfalls rnit e, 
wie £eptg- (auftreiben) von gpouj (schwer sein) , jue*rn- von ait on (ruhen) , 
vielleicht von *AJturren : juurrn, welches wohl in &non ne-an«JuiOTen 
Aduutiuoi* (ich werde sie zu ruhe bringen) Ez 34, 15 herzustellen ist. 

Die mehrlautigen stamme bildcn ihren stat. eonstr. glcichfalls mil 336. 
doppeltem e, z. b. fcep&ep- (Jer 16,13) : fcp&p- von &op&ep : AopAp 
(auswerfen), ccAceA- : cAcA- von coAceA : coAcA (trbsten); ujoep^ep- 
(lies uj^epTcp Job 13, 11) : uj*rp'xp- von uj^op-rep : ujTopTp (stbren); 
ebenso cofixn- : coTrn- von cuio«]p ren : coo«f *rn (richten) ; die form 
coyriun-, die sehr oft in ziemlich guten boh. handschriften fiir coyren 
vorkommt (z. b. Mt 3, 3. Ps 35, 11) ist nicht zu billigen ; dasselbc gilt 
von B. Tension- (Mt 4, 30) fiir S. tuth (Luc 13, 20) von eoirren : 
tout!! (vergleichen) und von S. kcckuic- (Z. 571) von *kockcc (aus- 
strecken). Toynoc (aufrichten) bildet -ro^nec- (Z. 585. B. Jer 23, 4. 

11* 



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164 XXV. CAPITEL. 

27, 9), S. Tnnooy (schicken) bildet -rimey- : als st. constr. ist Toynoc 
(Jer 23, 5) falsch, ebenso -xnnooy (Z. 295) oder *Titiw]p (Luc 16, 24), 
Ten^of^" (glauben) bildet Ten^eT- : T^ngcr-, und Prov 14, 15 ist das 
ig*.q*T€it£eT c*>«xj niAen der handschrift correct. 

337. Das e des stat. constr. wird in einigen fallen durch 2L vcrtreten, nam- 
lidi im auslaute der cinlauligen sliimme i&- : eiew- von imi : eiui (waschen) 
und SO" : R *~ von 9C m : Rlu (l ;issen )i — ferner vor den gulluralen *5 g im 
B., wo das S. das c bewahrt, z. b. B. *5*j6- von *5«j6 (schaben), jua£- : 
jutcg- von juog : Aioyg (fullen) , oy^g- : oyeg- von oyog : oyai^ (hinzu- 
fiigen) , ^^gejut- : tc^jul- von ^uigeu. : ruigejut (einladen) , o*f *££**.* : 
°T^ JUL " von ©Yiu^eu. : oytugjui (wiederholen) , [<V*j6eu.-] : Aegiu- von 
Aoi^cjul : Acu^jul (dreschen), u&£eju- : itegju- (Ps 19, 10. Z. 322. Nic. 
1, 20) von no£€JU : noygjui (erretten); so audi in B. c*pg- : cegp- (fegen) 
Luc 15, 8, wo B. cpew£- minder gut ist, und in dem duplicativ k&£rc£- 
(pflastern), wofiir audi r*£rc- : rc^r- vorkommt ; — endlicb einige male 
vor oder nadi tg, z. b. of^ig- : oyeuj- von ofuiuj (wollen), r&uj- 
(brecben). B. p&uj- (Luc 3, 14) von puiuji : poiuje (geniigen) nebcn peig- 
(Num 16,7); B. ug&uj- (Prov H, 2), aber gewbhnlich ujeuj-; B. *oy- (auf- 
hiingcn) 1 Cor 2, 8, aber gewbhnlich e«g-, wie in der variante stebt; ig^T- 
(bediirfen, bitten), tg&n- (leihen), B. tg&mg- oder tg&neuj- (Job 39, 3. 
Gen 50, 21) von uj&mg (ernahren); muj (lesen) bat gewohnlich euj-, 
aber in dem compositum B. ewujewgojut (einen seufzer ausstofien) bat die- 
selbe wurzel *oy-, wabrend das sab. euj^poof (eine stimme von sicb 
geben) das c bewahrt; euj- oder audi uj- (konnen) ist gleichfalls ein stat. 
constr, vom bier. <= $\ re% y wird aber nur vor infinitiven gebraucbt. So 
findel sicli audi B. juewuj-r- (durcbgeben) Jer 2, 10 fiir das gewohnliche 
juteigr-. Ein sail. T^n^CT- fiir das regelmaflige B. TcngCT- erscheint 
fraglich; und selbst B. *5*Tefc- in peq*5* refcujHpi (AZ. XIV. 58) halte 
icb fiir incorrect, da anderweitig j6e*re&- vorkonunt, z. b. Jes 65, 15. 

Der mittelag. dialect spricht den stat. constr. regclmafiig mit & stall 
mil e, z. b. &yuj&Ti THpoy 1 Cor 6, 20 ; oyx-^A^-a'rx. Uebr 6,2; 
qn^OTp^ii£ gcuft mju Epb 6, 21; eToyn^c oy-eAri^ric im«.cney^ 
Phil 1, 17. 

338. Die einlautigcn verbalstiimme auf i habcn audi im st. constr. I, so 
&%- : «i- (nehmen), uji- (messen) z. b. in uji-eiui£e (feldmesscn) Z. 525, 
qi- von q*j : qei (tragen) ; die endung oyi : oye, welche einige dieser 
wurzeln im stat. abs. annebmen, wird abgeworfen, wie in gi- von gioyi : 
gioye (werfen) und in den imperativen *Ai- (ninim), ^m- (fiihre), *pi- 
(thu) nnd S.^oti- (sage), z. b. ^oti nuj&ote €tc gne (sage das wort, welches 
du willst) PS. 34, fiir B. ewxe-. Die geltung eines stat. constr. bat audi 
das seltenc S. -atni- (miissen). 



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DIE SUFFIX A AM VERBUM. 165 

Sonst ist der vocal e fur den verbalen stat. constr. d. h. fiir die 
unmittelbare ankniipfung des nominalen object unentbehrlich ; verba, 
welche keinen stat. constr. ha ben, miissen ihr object nothwendiger weise 
mil ciner proposition auknupfen. Der text der handschriften verstofit oft 
gegen diese regel ; stall olcr- z. b. wird gelegenllich «hr- geschrieben ; 
S. eqnewrAAe juneq^nooy (Ml 3,12), stall tMo, isl ebenso falsch wie 
eTCinTfiAo iteindtat (Lev 8, 33), stall -xfc&e, oder itu t^Ao Tenors 
(Ml 9, 18), stalt rewAe ; jluuloh £Ai eqcui ewnewc n^oyuiuj &epi (ooostc 
iricov iraXaiov softstos OsAsi vsov) Luc 5, 39 irnifi la u ten eqcui h&n&c und 
itewo^uiuj iuftepi nach der Londoner ausgabe und nacli dem Berl. ms. 
quart. 396. Die sehlechte spmclie der splitern sah. schriften wimmelt 
von unmoglichen formen des stat. constr., wie &oA hjuloyA*£ e&oA 
(lose das wachs auf) Z. 626 stalt AA ; &.ic£&i neinA*? (ich schrieb 
die lafel) AZ. XVI. 18, was nur &ice£ nei oder vielmehr TcmA&« 
heifien konnte. Unver Underlie be verba haben keinen stat. constr. und 
kcine unmittelbare objectsanknupfung. 



XXVI. CAPITEL. 
DIE SUFFIXA AM VERBUM. 

Audi das personliche pronominale object kann auf doppelte art 339. 
rait dem transitiven verb verbunden werden : an den stat . absol. kann es nur 
vermittelst der praposition (juuulo* oder epo*) gekniipft werden, und diese 
form des pronominalen objects ist die einzig mogliche nach unveriinder- 
lichen verben; die verba aber, welclie einen stat. constr. bilden, konncn 
das pronomensufhx auch an den eigenen stamm hangen. Der unter- 
schied liegt auch hier in der betonung, indem die form des stat. abs. 
stets die naclidrucklichere ist und daher vor allem in den dauerzeilen, im 
prasens und imperfectum, zur anwendung kommt. Der ausdruck mil dem 
sclhstandigen stat. absol., wie ^x>vu juuuloc [dico id) Oder n&ntui juuuloc 
ne (dicebam id), hat in sich groJJcre energie als der mil angekniipftcm 
pronoinen, wie mxoc [dixi id), io>raoc (dictito id), wo die betonung 
vom verbalen stamme nothwendigerweise auf das object abgelenkt wird. 

Die ankniipfung der suffixa, welche im allgemeinen dieselben wie die 
am nomen sind (§ 88. 196), bewirkt mancherlei veranderungen des verbalen 
stammes ; derselbe verstiirkt sich gern durch ein afformalives t, welches 
schon in der altagyptischen sprache den antritt der pronominalen sufHxe ver- 
mittelt, und erleidet verkiirzungen, namlich in hinsichl der vocalisation, 
die sich hier so unstiit erweist, wie etwa im hebraischen nomen, wo aus 



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106 XXVI. CAPITEL. 

OK iTOX, aus pH ipfrl, aus inO "hRD, aus Tfib TIM, aus ^ M>5 oder 
Tib? cntsteht. Es ist daher wichtig die form zu kennen, wclche der ver- 
bale stamm vor den antretenden suffixen annimmt und die wir den status 
pronominalis nennen 1 ). Das beispiel eines vocalisch auslautenden stanunes 
sei T*go (stellen), *r&go*q (ilin slellen) : 
Sg. 4. ta^oi 

2, m. T\^OR f. T*£0 

5. m. *r*>£oq /". T^goc ; 
PL 4. ta^oii 

2. -T^gurxxii : T*£tirnt, T^c-aHnoy : t^cTHfin 

.5. T^inoy : T*£oo«f . 

Von feuiA (Ibsen) , &oA*q (ilin Ibsen) laulcn die formen : 
Sg. 4. &oAt 

2. m. &oAk f. fcoAi : ftoAc 

3. m. ftoAq /". AoAc; 
PL 4. AoA-ren : feoAn 

5 . fco Aoy . 

340. Das aflbrmative T hat sich mitunter in beiden dialeeten des koplischen 

erhalten, namentlich in den stammcn auf i t wic <*W* : out* von <^i : oti 
(nehmen), ujrr* von uji* (messen), £i*r* von £io*p ji- (werfen), qrx* 
von q*i : qei qi- (tragen); femer in Aietiprr* : Aieprr* von juci : *ie 
juienpe- : jmepe- (lieben), co^ht* : cMht* von ccfti : cMe (beschnei- 
den), ceu.iurr* von ceju.nl (feststcllen) , uje&itrr* von uje&ioi (auslaiischen), 
ujeMigfrT* von ujcaIuji (dienen), B. c6ht* von c6&i (schrelben) , B. 
cx H '™ ( Jes 7 » 2 *>) von cx^ ! (pNiigcn), ceft*rurr* : cirrurr* vort cofc^ : 
coft*re (bereitcn), B. juoiutt* von jmotii (weiden), wahrctid S. xidortt 
xiewnoy* bildet, einc form die audi in boh. texte eingedrungen ist (z. b. 
Ez 34, 10. 18). Die imperative *^i-, feiu-, «,pi- bilden ebenso bc- 
stafldig in B. *Arr*, *nrr«, *>prr*, z. b. *>prrq (Job 2, 5), *>nrrq (Mt 
17, 17); aber S. *><Vi-, ^m-, *>pi-, ^-xi- bleiben vor k q lind c ohne *r, 
also *piq (Z. 302), **pic £ujuik (Z. 341), *>*ic elc. Ebenso sind *rr* 
von ipi (thun), thit* von ^ fgeben), juftrr* von juutt (gieb) nur vor 
schwaehen, vocalisch anlautenden suffixen zuliissig, wie in "IhIt fur tmI^ 
(Jcr 45, 19. Lam 1, 13), THrxxri (Jer 50, 3), aber nicht in thir (Jer 
20, 4), -THlq (16, 15), thic (21, 10), da tm-tk (15, 20) cntschieden 
fehlcrhaft ist — ebenso wie juoi-xoy (36,6) fiir AiHiToy. Die entsprechenden 
sah. formen *** von eipc (thun), rewew* von ^ (geben) verschmahen das 
t iiberhaupt. 



1) Ich bczciehne die form des verbs vor suffixen durch das abkurzungs- 
zeichen, z. b. -2to*, ujon*, ccm* u. s. w. 



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DIE SUFFIXA AM VBRBUM. 167 

Die auf i : e auslautcndcn verba mit innerem i lassen vor den suftixen 341. 
ihr urspriingliches aflormatives t im sah. dialecte wieder hervorlreten ; 
so in kcT* von fticc (sagen), jul^ct* von Alice (gebUren), n^cT4 von 
nice (kochen), g*c*r* von gice (leiden), •xfc.cr* (Ps 27, 9) von «icc 
(erhebcn); ewiyr* von eiuje (aufhangen), p^K-r (Ps 26, 9) von pine 
(neigen), uj&rt* von ujirc (graben); em-* von cine (fuhren), AcAt* 
(Act 26, 2 4) von Ai&e (rasen), neq*r* von mqe (blasen), c^irr* von ^iite 
(finden); — c**>t* (Ps 37, 36) von crre (werfen, PS. 4 2) und g*^'r* 
neben £*t* von £i*rc (zerreiben) crsetzen das i durch vocalverdoppelung 
im inlaut. Diesen schlieflen sich einige unregelmiifiige an, niimlich p*uj*r* 
von puiuje (geniigcn), c&£*r* oder cegr* von *cige (sich entfernen) 
und girr* fiir B. gen* (sich nahcrn) von einem thema *£ine = S. gum, 
dessen s/aJ. constr. £en lautet, z. b. ^en-eHitoy (Jes 34, 1). Der boh. 
dialect hat dies *r durchweg eingebufit, er sagt: <$&c*, p^n*, en* u. s. f., 
man begcgnet ihm mitunler in sahidisch gefarbten biichern, wie in ^ct* 
(Ez 4, 12), p*R~r* (Ez 17, 15). 

Spuren des T, welches die ankniipfung der persona I pronomina ur- 342. 
sprunglich vermittelte, treten uns noch andere von allgemcinerer art ent- 
gegen, welehe fiir die form der einzelnen suffixa bestimmcnd sind, nament- 
lich der leichteren der /. sg. i, 2. f. sg. i : c und /. pi. en, wahrend 
die schwereren (r, q, c, Ten, oy) eine solche verstarkung durch t nicht 
kennen — es sei denn, dafi der st. pronom. ihrer uberhaupt bediirfte. 

Sg. /. hat das urspriingliche suffix I nur bei den verbalstammen auf 
o crhalten, wie in *r^goi von *r*£o, wofur mitunter weniger gut S. t*>- 
£oei geschrieben wird , und in juecruii von juloc^ : juocre (hassen) ; 
sonst tritt hier iiberall T (fiir eig. ti) ein, z. b. ujon'r von ujuui 
(empfangcn), go&cr von goi&c (bedecken), cwt : n-r von im : cine 
(fuhren), x*** : K * k ' T von 5C 10 : Rlu (lassen), tiwoo^t (Joh 17, 8) von 
'rnnooT (senden). Das suffix t pflegt auch an solche stiimme anzu- 
trelen, welehe schon auf ein radicales oder (nach § 340) afformatives t 
ausgehen, z. b. rott von ruj'V : Rurre (wenden?), cott von cva\ : 
curre (erretten), qrrr von q^i : qei qrr* (tragen). Doch schwanken die 
texte in dieser hinsicht ; es findel sich B. j6e*r;6iii*r*T neben *5€*ts5ui*x- von 
*otj6ct (forschen), ^itt (Ez 3, 14) neben <*Vr (Thr 3, 2) von <4i 
(nehmen), grfx- (Ez 2, 1) neben grT (Thr 3, 44). Das S. namentlich 
vermeidet das unorganische zweite t, wie in «.yAiooyT h ^aaoot* 111 
(sie todteten mich oder sie todteten uns) Z. 400. 

Sg. 2. f. zeigt die gewohnliche form I : 6 bei consonantisch aus- 
lautenden stiimmen, z. b. oAi von m<V, -xoAi von -xuiA, -slcu-i von -xijuli, 
ruwgxii : newgxie von no^ejut : nofgA*/ Ttuoyni von Tuio«fit/ £ex£urai 
(Luc 19, 42) von gosges. ; sie falll ganz ab bei denen auf o, z. b. -r<^o 



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168 XXVI. CAPITEL. 

(Jer 11, 17), t*£0 (Mich 6, 14), ^eiuo (Jes 3, 25). Nach an derm voca- 
lischen auslaule verstiirkt sie sich zu *I* : T6, so in SO'V vou 5C 10 / '^ 
(Jer 2, 12) von iuii, thi^ : t^^xc von ^, *j^ von ipi, wie in 6i^ von 
<^i, qrj* : qrre von qewi : qei, juenprt von juici. Jedocli komtnt die 
enduug ^ : -re auch an andern nicht eben sellen vor, z. b. B. Juop'V ncben 
juiopi (Jes 3,24) von Juo^p, «op*V (Mich 6, 14) von Ttiup, oyoju^ (Nali 
3, 15) von oftuA*/ oy^g^ von oyog, $&c^ (Jes 1,25) von <$ici, ro'A-x'V 
(Jes 51, 23) von ruiAk, und sogar co*x^ (Mich 4, 10) von corV, rot'V 
von koi'V u. a. m. 

PI. 4. hat das urspriingliche suffix H regclmafiig in beiden dialecten 
an den stammen auf o erhalten, z. b. rtoh von rto, T^gon von T^go, 
wie auch im S. Tnnooyn von *rnnooy. Ira sah. dialect ist diese endung 
auch fur andere stammc die iibliche, z. b. ontt von tun, nootn von 
noya^e, nopo&n von nuip<&, cncuinn von concen. Im boh. dialccte ist 
die endung 6H weniger gebrauchlich, wie in nocen (Rom 6, 4) von roic, 
ujoujen (2 Cor 8, 20) von ujuiuj, comcn (Eph I, 4) von cui*rn, go*men 
(2 Cor 5, 18) von gurrn, go&cen (Luc 23, 30) von gui&c, OTfongen von 
cluing, ge^gurxen (I Thess 3, 4) von grctge?*. Gewohnlicher aber ist 
im boh. die endung T6H, wie in on-ren von tun, ujonren von ujum, 
-xoA'ren von ?&tiiA, oy^gTen : o*f*£n (Ml 19, 27), Aewuy/reit von fttuuj, 
uyopirreit \on ujcupn, oyopn'ren von oyiupn, ^op-arren von Quip's, 
ojucren von uijulc, ojutR*ren von uijulr, genguini~en von £ongen u. s. w. 
Die endung Ten scheint in diesem dialect fast iiberall gestallel zu sein 
und wird nur in dreilauligen stammen mit auslautender liquida (§ 325) 
umgangen, wie in itewgjuieit : n&gjuin von itogeju. : noygjuu Oft genug 
findcn sich auch die endungen en und -re it neben einander, z b. Ao-xen 
(Jer 44, 18) neben Aoxien (7, 10) von Aurai, oAen (Jes 64, 6) neben 
oATen von uiAi, juewcen (Jes 2, 27) von juici neben c^ewcren von $ici, 
enen (Jer 2, 6) neben en-ren von im oder uj en-re it von ujiiti, xatcn 
(1 Cor 15, 15) neben -xejurren (Ps 45, 2) von kijui, co*ytimen (2 Cor 
1,14) neben coyuinTen (Ps 73, 9) von ctuoyn, 'roynocen (Eph 2, 16) 
neben -roynocren (1 Cor 6, 14) u. a. m. Die auf wurzelhaftes oder 
(nach § 340) airormatives t auslautenden stamme erscheinen im boh. 
meist mit doppeltcm *r, z. b. co'irren von cur^-, Rcrten von Riu<t, 
^ittch von 2%oy% gri"*, jutenpiTTen (Mai 1 , 2) von juei jmenpr**, 
— doch (indet sich auch grren (Ml 8,31) u. dergl. 

PL 2. hat T6H : TH nur bei dencn auf o erhalten, deren auslaut es 
dehnt. z. b. "T^gurrcn : 'T&gurrn. Um der verwechselung mit dcm su(F. 
der /. pi. vorzubeugen ersetzen die iibrigen verba immer und die auf 
o mitunter das pronomen dieser person durch das selbsUiudige -annoy : 
TnyrniTHnoy, welches stets den stat.constr. des verbs erheischt. (§ 89.) 



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DIE SUFFIXA AM VERBUM. 169 

PI. 3. OT tritt ohne weiteres an den consonantisch auslautenden 
stanim; es dehnt das auslautende o im B., z. b. ktuioy (Jer 19, 9) von 
irro, i-feguiof : t^ooy von T^go, und diphthongesciert in 5C>T ( se ^ en 
5^uioy) : Kew^f : ncoy von j^va : kui, i**y : ei^ewy (Lev 8, 21) von imi : 
eiui, S. *>&y von eipe ***, S. t***y von ^ *r&&* ; cui (trinken) wiirde 
vermutlilich cuio-y : cooy bilden, wie -attu (sagen) «aio*]f : -atooy bildet, freilich 
im B. selten, denn fiir gewbhnlich lautet die boh. form qjlotoy, indem der 
radicale auslaut des hier. let wieder einlritt. Das afformative *r (nach § 340) 
ist unentbehrlich in qrroy, B. c6httoy, *i*toy, thitoy, juhitoy u. a. 
Der sail, dialect hat in einigcn fallen das suffix COT, namlich in 
cg^icoy von cg*i (schreiben) , 'rnnooycoY von *rnitooy (schicken) , 
nLooycoy von -xooy (schicken), ^ooycoY (Z. 413) von duaoy dooy 
(einengen) und in ^picof von dem imperativ &pi (thu) . Vcrgl § 316. 

Die voile vocalisation der verbalen grundformen erfahrt unter dem 343. 
drucke der antretenden pronomina meist eine brechung, vermogc dcren cu 
und oy zu o, und 1 zu e oder & wird, wahrend der stanim vocal der 
vier- und fiinflautigen von seiner stelle weicht. Die ein- und zwei- 
lauligen zuuachst init dem stammvocal in oder o*f verkiirzen denselben 
zu O, z. b. co«q : coo*q von cui (trinken), «o*q : «oo*q von «iu 
(sagen) , ujoii*c von ujuin (empfangen) , Tot*o*)f von -ruift (vergelten) , 
ofOiUL*OY von oyuijut (essen) und Juiop*K von juiofP . (binden) ; die 
schwaehen st'amme werfen im st. pron. ihr 1 : e ah, z. b. qo*x*q : qod^q 
von qurxi : qoia'e (ausrciflen) . Die sah. verba mit innerer vocalvcrdoppe- 
lung des stat. abs. bewahren dieselbe in der regel im stat. pron., z. b. 
kooc*t von Kuituc (bcstattcn) , ujootf^OY von ujuiui^e (qualen) ; vor den 
suflixcn k, q, c fiigen diese verba ein c ein, z. b. too^ck von xiutu&e 
(vergelten), (^ooA^eq von d'uiuiAe (umhulleu), Koop*ec von Kuiuipe (ab- 
hauen); oto'r*q von o&urre (durchbohren) hat keinc vcrdoppelung, doch 
ist dieselbe audi in der grundform (otuiui're) selten. Die beibehaltung 
des ui oder oy im stat. pron., der man besonders vor liquiden und nach 
oy begegnel, wie in finuA*oy (Mt 5, 17 var. Act 5, 39) , oyvaxx^oy, oyuiiu>q, 
S. noyxq (Mt 7, 19) ist unstatthaft; es kann nur fiio'Aoy, oyojuoy, oy&ujq, 
ncraq heificn. 

Hautig wird das o des stat. pron. der ein- und zweilautigen stamme 
tin rch 3t vertreten, und zwar nach 1 und k in lew* : ciewew* von imi : eiui 
(waschen), x>* : R *^* von X 1 " : Klu ( se l z en); vor uj gewbhnlich im B., 
selten im S., z. b. •e&uj* : -rouj* von ^uiuy : tuiuj (feslstellen), &&ug* 
(Gen 37, 23) : ftouj* von &uiuj (entblbBen), p^iy* : pewuy r* von puiuji : 
ptuuje fgeuiigen) ; der gebrauch schwankt hier nichl selten ; man IrilFt B. 
ooig* (Ez 37, 26. 47, 22) und S. *r*uj* (Act 15, 2), B. K«og*OT (Jer 45, 2) 
neben dem weniger correcten KOU|*q (Ez 26, 2); fiir B. ^«og* findct man 



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170 XXVI. CAPITBL. 

ein clem S. nouj* (Ps 16, 14. Nic. 1, 52) nachgebildetes <$ouj*; itn B. 
ist nebcn iy>uj* (zerstreuen) ujouj* (verachten) giiltig, und im S. neben 
couj*, ujouj* audi c«oy*, uj&uj* u. dergl. ; ouj* (lesen) hat our o zum 
unterschiede von &uj* von ityi : eiuje (aufhiingen) . Anlautendes uj ver- 
wandclt o zu &. in uj&.~t* : uj&*t~r* von ujutt : ujuiurr (bcdiirfen, 
schlachten) und in uj&n* (leihen). & tritt regelm'aBig fiir o vor den 
gulturalen s6 £ em > w,e m $*^* : n*£* von $uu6 : niu£ (zcrreifien), 
c*j6* (Num H, 26) : c&£4 von c6&j ; cg&i (schreiben) , c«j6* : [c*g*] von 
cuij6i : ctiige (weben) ; &&&.£* von aio£ : jutoy^ (fiillen) , oy*£* von oyo%_ : 
oyuj£ (hinzufiigcn) , S. <&&£* von c^o^ : -xuig (beruhren) . B. j6«o6* (Lev 
14, 41 — 3) von 3*o6 (schaben), B. r*£* (AZ. XIII. 83) von *ro£ 
(pflastern), S. t*£* von tui£ (triiben); so kann auch no£ : itoyge 
(trennen) nur n&£*q (Ez 41, 9) bilden, ne£*q (Ez 5, 2. 48, 7) ist nicht 
angiingig. Vor andern consonanten ist & verdiichtig; so in k&.k* neben 
ror* von ruir (abschiilen), news* von noyxe (werfen) AZ. XIII. HO. 
Apocr. 128. und e*.q* (herausziehen) AZ. XIII. 56. Dies & tragt mittel- 
agyptischen character, denn in diesem dialect tritt es fiir das o des stat. 
pron. regelmafiig ein, z. b. ft&A* (Apocr. H7) u. s. w. 

344. Die einlautigen stamme auf I, welche sich im stat. pron. regelmafiig 
durch t versliirken (§ 340), behalten ihren vocal unverandcrt, z. b. aW* : 
tlft*, %y** t Aienpi-r : jueprr* u. s. w. ^ (geben) bildet thi* : -r***, 
ajloi (gieb) aihi*, vor leichten suflixen mil aflbrmativeru *r. Die zwei- 
lautigen stamme auf i : e mil innerem i nehmen e oder & an, indem sie 
sich im S. durch auslautendes t verstarken (§ 341), und zwar 6 vor 
liquiden consonanten, wie en* : en*T* von ini : erne (fuhren), S. Aefir** 
von Aifci : Ai&e (rasen), B. cen* von cim (voriibergehen) , <&cai* : a'irr* 
von t&iau : cj'ine (linden), S. uj£rr+ von tyiAe (verandern), S. neq*r* von 
niqe (blasen), B. ugen* : [ujen*T*] von ujim : ujine (fragen), gen* : ^ht* 
(sich begeben) . Vor hartern lauten haben diese stamme viehnehr 3t, 
wie &uj* : *>W T * von '59 1 : ei m € (aufhangen) , &&&c* : ai^ct* von julici : 
Alice (gebaren), p&R* : p\KT* von piRi : piRe (neigen), <$&c* : n\cT* 
von <£ici : nice (kochen), ;6**t* : g^T* g*k*kT* von j6i^ : grie (zer- 
driicken), <5^c* : 7**kC*r* von d'ici : <xice (erheben), — «xec*r* ist ebenso 
falsch wie 7*oc*r*. Von einem thema *ci£e (sich enlfernen) leitet sich c*£t* 
und ce£T* ab ; ipi : eipe (thun) bildet aj* : *>*>* und vor leichten suflixen 
B. a^rr* ; c6&i : c£*>i (schreiben) c6ht* : c&g*q c£*>i*coy : cge*r* und 
c X^ f (pO u 8 cn ) cx H ^* l Jes 7 > 25); coy&ht* : cMht* von cefli : cMe 
(beschneiden) hat die vocale seines stat. constr. 

345. Die dreilautigen stamme verwandeln ihren Vocal m oder oy im 
stat. pron. in O, z. b. co*rn*T von cwrn (erwahlen), o<yopn*R von 
q juipn (schicken) , <£opuj*c : nopuj*c von ^tiipuj : nnipuj (ausbreiten) ; 



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DIB SUFFTXA AM VERBUM. 17! 

JULOifK+o-j* von julothk (bilden), n<yx;6*q von no*p^6 (besprengen) ; die, 
welche schon im stat. abs. mil o gesprochen werden, bewahren diesen 
vocal im stat. pron., z. b. <xon£*q von «ok^ oder «oyR^ (vcrwunden) , 
ggongtq (Ps 20, 3) von ujoit£ (berauben), Aiooyr^q von Aiooyr oder 
AjLOYoyr (tod ten). S. cuiA&ivr (spannen) entsagt im st. pron. seincm it und 
bildel ccuurr*. Die auf eine liquida auslautenden erleiden dieselbe ver- 
kiirzung des stammhaften m, fiigen aber vor den suffixen *r, r, q, c hinter 
dem letzten radicale ein e ein ; z. b. copAi*oy, aber copjui*eq von 
cuipeu. : ctupjui (verfuhren) , ;6o<efc*eq : gcrx^eq und ;6o-eAe*r : gcrr&eT 
von j6utxx& : gurreft (todten), B. oyo-e^it^eq von oyuiTeit (ausgieBen), 
*xoRp*eq von -xuinep (wiirzen) ; hieran schlieBt sich As.crTit*eq von jurron 
(ruhen). Die crhallung des in, namentlicli nach oy, z. b. in oyiupn*T 
(Jes 61, I), ist unstatthafl; dagegen berechtigt in der bildung coyiuit* 
von cuioyn. : cooyit (kennen) und B. *oi*htt* (Jes 34, 16. 39, 6. 43, 5. 
60, 22) von ^raoy^ (versammeln) ; -riuoyit (sich erheben) bildet tuih* : 
•TUiofit* — neben der 2. sg. m. tuiii*r lautet jedoch die 2. sg. f. im 
B. gleichfalls Tiuo*pu. 

Fiir das o des stat. pron. tritt 2L in denjenigen dreilautigen stliin- 
men ein, deren mittlerer radical s6 oder £ ist, z. b. ^*£c* (Jes 61, 1) : 
*r*£c* von <eui£c : *tiu£C (salben) , p*o6*T* : p&£T* von puu6'** : pui^x 
(hinwerfen) , <*&£&&* : *r&.£A&* von ^uigeu. : Tuigjut (einladen) , oy*£u.* 
von ofmgeAA. : oyiugjui (wiederholen) , n&gju.* von nogejut : noygjui (er- 
retten); B. oy&gAeq (bellen) geht auf einen stamm *oyui^e& zuriick. 
Vor inlautendem uj ist der vocal & nicht so allgemein ; er (indet sich in 
B. uj«ou/r« von ujujujt (wehren), S. oy&igc* (Z. 413) von o^ujujc 
(erweitern) ; in fornien wie -r&d'n* neben to^ii* (zuriicktreiben) und 
^*g* neben *orc* (durchbohren) 1st er ungewohnlich. 

Die stUmme auf o erleiden keinc veriinderung ihrer vocalisation vor 346. 
den suffixen ; nur daB sie den auslaut von der suffixen tcii : tr und im 
B. vor oy regelmaBig zu -ui dehnen ; cs heiBt also t^o^i, *t*£o#r, 
*r*goit, 't*£itnreit : 't^iHTit, T^uioy : T^goo^ von *r&£o (aufstellen) . 
Einige zeigen m auch in andern personen, namentlich S. c&£iu* c&gtuiu* 
von *c*£o (sich entfernen) und <2&&Aui*c, ujofuitq, A&Atn*q, obwohl in 
den letztern gegen o nichts einzuwenden isl ; aber d'uiiq (Jes 44, 14) 
nach der analogic von <^ui*oy (Jer 12, 2. Zach 10, 9) ist fehlerhaft. S. «xito 
(frngen) nimml nach § 86, 3 fiir o, ui ein oy an,, z. b. •anof^q, «koy*r; 
•xiiooy^q (Mt 22, 46) ist incorrect. An die verba auf o schlieBen sich 
einige von unregelmUBiger form des stat. abs., indem sie ihren stat. pron. 
auf oft bilden, niirnlich S. gofptn* ^oypuiiu* von ^oypcu (? berauben) 
oder £p* (wegtreiben) , c&£tti* von cogi i coo^e (tadeln) und jutecrui* 
vdn jutoc^ : aioctc (hassen) ; ajloiu : Aiooite (weiden, anlegen) bildet im 



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172 XXVII. CAPITEL. 

S. JUL&iu>Y* (wegen des n nach § 86, 3) — eine form, die in boh. texten 
incorrect ist (z. b. Ez 34, 10. 18), da sie vielmehr JutoiuiT* lauten muB. 

347. Die vier- und fiinflautigen verba verandern im slat. pron. rait 

der betonung die vocalisation, indeni sie fiir o — e regelmaBig 6 — UI 
selzen, z. b. coAceA : coAcA (trosten) bildet ceAciuA*K : cAcoiA*k; 
ebenso heiBt es oyeTLoyiu*aL*q (Job 20, 18) : oye^oyiu^q von oyo- 
•xoye-x : oyo^'oyed' (kauen) ; coyriun* (gleichsam sewtdn) von cuioyieit : 
cooyxit (richtcn) ; ujeoprep : uj'rop'rp (storen) ujeep**iup*q : iyrp*riup*q, 
— im B. wird audi wold uj^ep^uip* geschricben nach §24; nach ajl und 
n I rill fiir iu nach bekannler regel oy ein, z. b. ajl€kjuoyk* von julokjuck 
(betrachten), S. ne^'nop*'* von noa'itea' (verspotten) . Der iibergang des 
e in & und des ui in o vor £ scheint in ey-c^co^q (so im ms., 
K. 231 scheint eye^gec^q zu lesen) von c*>£ce£ (abhobeln) vereinzell zu 
steheu ; jedoch behalt Toynoc* sein o auch im stat. pron., ebenso das 
sah. 'rnnooy* ; nach mittelagyp. art wird jenes zu to^w^c* (Apocr. 115. 
Z. 340). An diese verba lehnen sich einige von unregelmiiBiger bildung, 
namlich ce^-rur** : cAtuit* von cofc^ : coA*re (bcreiten), RoyAcuA* von 
koiA (einhiillen), c^oyiup* von c^oyi : c^oy (fluchen), Ten^oyx* : 
T^n^oyr* von Ten^oyr (glauben), w>no*v/uj* : c&iuvfiy* von uj&nuj : 
c\niy c^Mtuj (crnahrcn); ujejuujirx* von ujeu.uji (dienen) und ccxiuhi : 
cjulht* von ccaiui (feststellen) trennen sich wieder von dicsen durch die 
einfuhrung des h, der analogic der stammc auf &i folgend. 



XXVII. CAPITEL. 
DAS VERBUM QUALITATIVUM. 

348. Wahrend das verbum in der nachdriicklichcn aussprache seines slat, 

abs. den fortschritt in der handlung bezeichnet, sei nun die lhatigkeit auf 
ein object gerichtet odor in sich abgeschlossen. driickt eine inlransilivc 
form , welche die koptische sprache mil groBer regelmaBigkeit voin ver- 
anderlichen verb ableitel, vielmehr das andauern in der lhatigkeit und den 
zu stand aus ; die zweite form verhall sich zur ersten wie die beschreibung 
zur crzahlung, die eigenschaft zum ereigniB, das sein zum werden. 
Andere sprachen bieten kaum analoga dicser bildung, sondern driicken den 
in rede stehenden unterschied durch andere mittel aus, wie unsere cigene 
sprache durch verbale praformative, indeni z. b. »aufleuchten« einem stat. 
abs. und »leuchten« einer zusUindlichen form im koptischen entsprechen 
wiirden. Das koptische bezeichnet nun diese ihm cigenthumliche art des 
verbs theils durch die alte endung ut, theils durch innere bildung, welche 



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DAS VERBUM QUALITATIVUM. 173 

auf dem ablaut des stamm vocals beruht. Wir nennen die zustiindliche form 
das verbum qualitativum l ) . 

Das qualitativ der intransitiva bezeichnet den zustand, in den der 
begrifl* der thatigkeit gelangt ist, wohingegen das activ diese thatigkeit 
selbst bcdeutel, z. b. ujcum : ujume heiBt »wcrden«, ujon : ujoon »sein«; 
&ig&i (sich vermehren) , ouj (viel sein); xxoy (sterben), AJtiuoyT : Aiooyr 
(todt sein); ^arr : narr (hinlaufen, weglaufen, to run), ^ht : hht (laufen, 
to be running) ; S. ft urn fgehen] , &hk (sich ergehen, im gange sein) ; 
^miiT : £um (sich nahern), ^ciit : ^Hn (nahe sein); ciiu : cine (voriiber- 
gehen), B. ciiuuioy (vor jemandem sein); uitu6 : uiit£ (leben), oiu6 : oit£ 
(lebcndig sein) ; ;6ici : gice (ermiidet werden) , *5oci : goce (malt sein) ; 
AiAi : AiAe (rasen) , Ao&i : AoAe (toll sein) ; ujuicvp (vertrocknen) , ujoy- 
uioy (trocken sein): gAox. : gAoa' (suBigkeit annehmen), goA-x : goAa' 
(suB sein) ; £ro (hungern) , gonep : £onp (hungrig sein) ; i&i : eifte (dursten) , 
ofci : ofce (durst ig sein); -e*j6i : Tigc (sich berauschen), ^«j6i : -r^ge 
(trunkcn sein) ; ep-jutn*^ (schinerz cmplinden) , julok£ (in schmerz sein) . 
Die verba uje (gehen) und i : ei (kommen) ersetzen ihr qualitativ aus einer 
andern wurzel, namlich new (to be going) und nnoy : nay (to be coming). 

Das qualitativ der transitiva bezeichnet gleichfalls den zustand, 
nicht mehr den in der thatigkeit verharrenden, sondern nach der vollendung 
derselben eingetretenen ; nach aufgabe des acliven sinnes hat es nun raeist 
passive bedeutung angenommen, nicht anders als wie etwa im englischen, 
wo the house is building »das haus ist iin zustande des baues, wird ge- 
baut« bezeichnet. So heiBt ce-ctupeu. »sie irren« (einer den andern), 
aber das qualitativ ce-copeu. »sie irren, sind irrig oder werden irrege- 
leitet«; g'ici : -xice (erhbhen, erheben), a'oci : <xoce (erhaben sein); currn 
(erwahlen), coth (erwahlt, erlesen sein); AuiA (Ibsen), AhA (lose sein) 
u. s. w. 

Aus der besondern bedeutung des activs und des qualitativs ergiebt 349. 
sich, daB jenes zwar jede handlung bezeichnen kann, moge sie vergangen, 
andauernd oder zukiinftig sein, dieses aber nur in den dauerzeitcn 
verwandt werden kann, d. h. dem prlisens (q-, *q- : eq-)/ dem impcr- 
fcctum (n&q- : neq-) oder dem particip (eq-, eT-), nie aber eine be- 
vorstehehde handlung (qit*-, eqe-) ausdruckcn kann. Man kann nicht sagen: 
qn*t£OKep »er wird hungrig sein a, denn wenn ers ist (und das liegt in 
dem qualitativ gonep), so kann ers nicht erst werden; sondern es muB 
heiBen : qn&£KO (er wird hungern, hungrig werden). Es heiBt: &.q&uu>i 



1) Dns wesen dieser form ist higher noch nicht orlautert und ineisl verkannt 
wordcu. Fhikdrich IUckert erkannte niit der rcgclmuBigkcit ihrer bildung die 
eigenthiimliclikeit ihrer bedeutung; cr ncnnt sie das »zustandliche« oder audi wohl 
den » ablaut qualitatis*. 



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174 XXVII. CAPITEL. 

(er nahm zu), aber qouj (er ist viel) ; &.qujtum : ^qujuine (er ward, er war), 
qujon : qiyoon (er ist); & ^tfoyon (^ici ngfrr (einige wurden hoch- 
rniithig, &poata>{tojaav Ttve;) 4 Cor 4, 18, aber Te-reit^'oci h^ht (ihr 
seid hochmiithig, irecpoououivoi lots) 5, 2 ; &.qj6tnn*r iwtc niujuum (es 
nahert sich der sommer) Luc 21, 30, und eine variante: q)6e«T (er 
ist nahe) ; S. as.tu£c coyoit (ich fand nichtsj Luc 4 3, 7, und eine 
variante n^Hy *it eoyoit (ich finde nichts) ; B. e^qcmi ^qn^y (da er 
vorubergieng, sah er) Mc 4, 4 6. 19, aber eqciniuiof A>qit*/]f (wahrend er 
vor^ihm gieng, sah er) 2, 4 ; ^qajuioY* (er ward trocken) 4, 6. 5, 29, 
aber epc Treq-xrx tgoyinoY (da seine hand trocken war) 3,7; S. 
neir^oAa' h neTn^^Ao^ n^oyo enc&itu (das was suB ist und was 
mehr als der honig siiflt) Z. 399 ; &.i£ro oyo^ ***&* ' *igRO &.iei&e (ich 
hungcrte und ich durst cte) Mt 25, 35 — aber e-r^nn^y epon iteii^f 
CR^OKcp ic cro&i : ifr&ifnfc»T epoK Tn^ eR£R*>enr h eRofte (wann 
sahen wir dich hungrig oder durstig?) ib. 37; «,kAo&i n*yAe * iujulhuj 
itcd&J ^pcRAiti : nAofte n&fAe * negoyocgAJ AcAtk (du bist rasend, 
Paulus, das viele schreiben machte dich rasen) Act 26, 24, it^Ao&i *n : 
n^Aok *n (ich bin nicht rasend) ib. 25; *qAior (er starb), qit«jaof 
(er wird sterben), aber qAiiuoYT (er ist todt); S. qoycrfii eitAXT'eAoc 
THpof *yvu qn^oyuiTft ngoyo epoo«]f THpoy (er ist hoher als die 
engel alle und er wird sie noch mehr alle iibertreffen) PS. 228 ; B. 
H0OK ct<^ici o«]fO£ cr-exAio (du bist der, welcher erhohl und ernie- 
drigt) 4 Par 29, 4 2 — aber e-rd'oci : e*r«oce (erhaben). *qi (he came) , 
n&qttHoy (he was coming) Mc 2, 43; &.qnje n*q (he went), eqn&. (he is 
going). Das qualitative eqiucoy heilit »ciner der kommt, kiinftig isU, 
aber das absolute cqi neiner wann er koinmt«, z. b. B. ne o^on oyAXTe- 
Aoc eqi ') cuccht nitei tufteit oyo£ eqKJAi auiuuloiot ofO£ ofon 
m&en eqi enecirr itujopn Aietienc*. niuAJt AiniAituo«Y eqep<$*j6pi 
eujuiiu iti&en eTeirr^q (es war ein engel , der herabkam und das 
wasser bewegte, und wenn jemand zuerst nach der bewegung des wassers 
herabkam, alle krankheiten desselben heilte) Joh 5, 4. 

Mitunter wird das verbum activum neben dem qualitativum gebraucht, 
jc nachdem das verb als thiitigkeit oder als eigenschaft aufgefaftt wird, 
z. b. B. $h e'r^pHoyr enKoautoc (der welcher siegreich ist iiber die 
welt), aber S. ne^vxpo asjirocjuoc (der welcher die welt besiegt) 4 Joh 



1) So nach der londoner ausgabc und Schwartzes vermuthung fiir eqei 
zu lesen. Hier sei es geslaltet dem mcister der koptischen grammatik, Ruckert, 
zu widcrsprechen, der in seinem handcxcmplar an dicscr slellc eqitHOf in den 
text setzen mOchte, in dem er in seiner bundigen weiscsagt: »cqi ist ein undinga. 
Nicht doch! Jedes verb kann das parlicip mil ct oder eq bilden; denn nicht 
in diesem prSformntiv liegt der hegrilTder zuslandlichkeit, sondcrn in dem verbal- 
stamme selbst. 



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DAS VERBUM QUAMTATIVUM. 175 

5, 5 ; ^JuuuofT AJUUHm : ^Aio^f juuulhuc : ^ajl^oy^ AJUiwtiti (ich bin 
Uiglich lodt, — aber richtiger S. : ich sterbe Uiglich hin) 1 Cor 15, 31. 

AIs adjective konnen qualilalive verba nicht construiert werden. Das 
adjectiv kann subslantivisch gebraucht werden und priidicativisch mil hiilfe 
der copula ; das qualitativ kann subslantivisch nur als participiura stehen, 
wah rend es als priidicat der verbalen prafixe bedarf, z. b. &non g&.traui& 
iteiirxen ^e tt warren £&irauipi neuiren 'ictciitmhoyt &non •a.e 
TenujHuj (wir sind scliwach , ihr aber seid stark; ihr seid geelirt, wir 
aber sind veracbtet) 1 Cor 4, 11. — B. oy*A kofo^ig (ein weiBer stein) 
Apoc 2, 17 erscbeint ebenso bedenklicb wie itKvyui&uj (die weiBen) Gen 
30, 32. Audi in der composition konnen qualitativa nicht an die stelle des 
activen stammes treten ; irain&cA&cuA (todtung) Kab. sollte in*iiu60A;6eA 
lauten ; nur oy-pcqAJLiuoyr (ein todter) stebt fiir oypiujuti eqAJtuio^Tr. 

Die mannigfaltige bildung des koptischcn qualitativs 1st auf die im 350. 
hieroglypbischen iiblichen verbalformen auf g tu und |(] 6d oder 1 6 zuriick- 
zufuhrcn ; diese endung hat sich in der jiingern sprache noch in manchen 
fallen erhalten, sowohl in der form oyr oder oy, beide mit dem binde- 
vocal h oder in, als in der form t, von der sich einige nebenformen 
(it, ht, at, ot, £t) ahleiten. 

a) Das qualitativ auf HOTT : HT bilden die stamme auf o, unter 
ihnen die causativa, z. b. &o : «xo (pflanzen), (J'hoyt : is>wy ; ta.ro (ver- 
derben) , takhoyt : takm^ ; ejuL^io : TAi^eio (rechtfertigen) , ^julwhoyt : 
TAi^eiHy (Ps 18, to); B. T«aHOf (Jer 15, 19) ist ebenso verwerflich 
wie S. T^KHyr oder S. "xpHyr (= B. (J'phoyt) statt des gewohnlichen 
<xp&.eiT von <^po : «2tpo (siegen) ; doch beweist auch S. a^AHyr (PS. 346) 
fiir 7*aAhoyt : ^^\ny von <&&Ao : [a^Ao] (anvertrauen) , daB einst im 
oberag. dialecte gleichfalls das auslautende t gesprochen wurde. Im 
miltelag. dialecte findet sich TWHOfr neben t€Ah^ jenes eine boh., 
dies eine sah. form. Diese qualitativform wird von wenigen andern grund- 
formen abgcleitet, wie B. c6hoyt von g6aj (schreiben) ; cefcHoyr : 
cfiifiLH*]fT (Gal 6, 13) von ce&i : cMe (beschneiden) ; cegnHoyr von c&gni 
(versorgen) ; uj^^dULHoyr von uj-&*jul fiir uj^ajulo (schlieBen) ; S. T^imy 
von Turn (gcwbhnen) ; S. K^gHy in kh-ka£hy (nackt) ist vermuthlich 
eine ahnliche bildung ; B. iih eT^oyHoyT e&oA ;6* (IxAooftevoi) Thr 
2, 19 gent auf ^oyui zuruck. A&Ao oder A&Aiu (bestreichen) bildet B. 
AaAhoyt ; daftir findet sich im S. ein hbchst auftalliges A&.Aui in gitTit^ 
eyA^Am it£*T (mit silber uberzogene flugel) Ps 67, 14 in beiden texten. 

b) HOT : HT ist die qualitativendung der einsilbigen auf i, wie <4\ : 
*i (nehmen) , ^Hoy : <s>Hy ; tyi (mcssen) , ujHoy (Job 11,9) : vyny (lang) ; 
ci cci (siittigen), cHoy : CHfi Z €% : £ e (fallen), S. £Hy; o^xi : oyc (ent- 



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176 XXVII. CAPITEL. 

fernt sein), oynoy : oyny ; q*j : qei (tragen), S. qHy; S. eKny (Z. 262) 
von iuAi (aufnehmeD) ist anomal. 

c) HIOTT : OOTT ist die endung des qualilativs von jutoy (sterben), 
AJLiuoy^ : Aioof' 1 " : JUt * k °T' r *> **. K€IU t^ 51 * sem ) > Kettiuioyr ; und amoy 
(segnen), B. cjut^poiOY^. 

d) IUOT : OOT mOT findet sich etwas haufiger als qualitativ von 
slammen auf i, wie tycuoyi (trocknen), ujoyiuoY : ujoyooY; cini ( vor ~ 
iibergehen), omuio*^; inn (waschen), ituof; *ci*i : **ca>i (Iciclit sein), 
&.ciuK>Y : ^ccuoy ; *«eAi : <<Me (schwacli sein), 'xefiiiiuoY; *$epi : nppe 
(gl'anzen), ^cpituoy : nepiiuoy npituoy; gepi : £ppe (beruhigcn), B. 
^oypiuoy; *uj*qi : uj&.qe (schwellen), uj^qiiuof (AZ. XIV. 45); *geAi 
(slolz sein), S. ^XoyAuioY, und in einigen andern, deren grundform man- 
gelt: Kituoy (gesund), c^iiuoy (sehon), ^^ituoy (liaBlicli) Dan 1 , 1 ? 
£Uioy (schlecht), uj&.iiuo*]f Uii (krummnasig); S. AJL^ruioy (es ziemt sich) 
TS. 218; S. Rddtioof (schwarz werden) von K&Jiie ist kaum qualitativ ; 
S. CTgjpiuoY (tropfelnd) Ps 71, 6 nacb Tuki ist zu tilgen und dafiir mil 
Lagahde e*T£iuoY oc * er m ^ **. P EYR0N eTgooy zu lesen als qualitativ von 
gei : ge (fallen); dasselbe wort ist wohl Job H, 18 im B. zu lesen 
oyruioY eqgiuoy fiir eqiiuoy der ausgabe und gituofT Peyron's 
(lex. 368). 

e) IT, selten HT, ist eine nicht eben seltene endung des qualitativs, 
wie in uj$rr : ujitihtt von ujnii : ujine (sich schiimen) ; S. KToerr von 
rtto (umkehren), -xp^err von «2tpo (iiberwinden) , S. gK^ei-r von £ko (luin- 
gern) ; ujOTTi^ : moyerx (eitel) , ujoer? (rasend) von yar ; K&p&.err von k*- 
pui (schweigen), ujAei^err (verschiedenarlig) PS. 237 von ujA (verandern) 
und ei&. (anblick). In andern stammen ist diese endung rein nominal, 
so in g&Airr (vogel) von g*.A&i, n^HT (mitleidig) von n&i, coy&ir* 
(stattlich) von ceAi, ujAiujrr (diener) von ujjulujc, und selbsl A&eitprr : 
Aiepn von jutei : jute (lieben) wird adjectivisch gebraucht. 

f) Die endungen 6T, 2LT, OT fin den sich vereinzcll in qualitativer 
bedeutung in S. e*r, ee*r von tu, uitu (empfangen); (^€£tt von 6um (ver- 
weilen) ; ApApe-r von ftopAp (auswerfen) ; — S. cjul*^*t caxhja^t cjul&- 
Ai^ewr (gesegnet) fiir B. am^piuofT und selten cax*>%x±7t (Jer 17, 7. 
Gen 26, 29 nach Pallet); — S. k*&o*x von A^Ae (verdummen), S. 
oot (knirschen) von einem unbekannten thema. 

g) Die kurze endung T findet sich einige male unverkennbar als 
qualitative, namenllich in cu.onr von ecu. in : amine (aufstellen) ; S. 
gopKTr (schweigend) von £pon (ruhen) ; cpiuqTr cpoq*r von S. cpqe (sich 
befleiBigen); B. AipoujT (stinken) AZ. XIII. 106 ; S. c«ot&urr (Luc 15, 30) 
von c«tti*og (ernahren); S. Ap&op*r von AopAcp (ausslofien); S. tgepujop^r 
(Ming. 310) von ujopujep (zersttfren); B. TeneoinT von e-oiiTeif (ver- 
gleichen) ; cgoyopT cgoyuipTr (Job 3, 5) von c^goyi (verfluchen) und S. 



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DAS VERBUM QUALITATIVUM. 177 

gepjuton-r (frierend) Ming. 248. In ahnlicher weise scheint S. Acwt^r 
(anhangen) aus Aunt (anheften) entsprungen zu sein ; dagegen tritt in 
ccfcTrurr : cAttutt von cofii^ : cofc-re (bereilen) das urspriinglich radicale 
t im auslaut wieder hervor. 

Die a Here qualitativbildung durch die endung ut und ih re derivata, 351. 
die sich mit regelmhBigkeit nur bei den stiunmen auf o erhalten hat, wird 
bei den meisten veranderlichen verben durch eine innere, auf vocalischem 
ablaut beruhende ersetzt, von der sich im alt'agyptischen keine spuren 
nachweisen lassen. So erlangt die verbale vocalisation im koptischen eine 
ahnliche bedeutung wie in den semitischen sprachen, in denen allein der 

wechselnde vocal das genus verbi anzeigt, wie in Jt3 (er sagte), J*a3 (es 
wurde gesagt). 

Die gewdhnlichste qualitativbildung der ein- und zweilautigen 
verba mit innerem ui oder oy, o ist die durch H, welches an die stelle 
des stammvocals tritt, wie ^h : kh von j^vu : rui (setzen); kn\ von 
fiioiA (losen) ; kht von kuit (bauenj ; ^huj : ~tkuj von ^mtg : -roiig 
(bestimmen) ; $hj6 : iih£ von ^uu6 : ntu£ (zerreifien) ; ajlhp von Aioyp 
(binden) und viele andere. Nach dem im B. gultigen gesetze tritt fur 
dies h vor auslautendem £ ein 6 # ein, wahrend es im S. bleibt, also 
oye£ : ofH£ von of o£ : oyiug (wohnen) ; $e£ : nH^ von $o£ : ntu£ 
(gelangen); Aieg* : ahh£ von juto£ : jutoffc (fallen); ^e£ (Jer 2, 4 8) von 
w>£ (triiben); n££ (Ez 44, 4 0) und nicht nH£ (Ez 44, 4 3) von ito£ (schut- 
leln); ebenso B. eq-KCg (vertraut) AZ. XIII. 83; vom S. c*g fiir c£*a 
(schreiben) bildet sich richtig S. cng (= B. c6Ho^fr). 

Das auslautende i : e der schwachen grundform fall! im qualitativ 
meist ab ; qunu : qui^e (ausreiften) bildet qmt : 6m& (AZ. XIY. 46); 
es hat sich aber erhalten in -xh-xi neben -shi von -xra-xi (abschneiden) ; 
chj6i neben chj6 von cui&i (weben); S. th^c von THia'e (anhUngen); 
S. nnne (iiberfliefien) von nuiume (umstiirzen) oder nam (ausgieBen). 

Einige male gehl das qualitativ mit h aus seltneren grundformen 
hervor; so S. ch<^ (gelUhmt) von cia'e; S. nnce (Ps 4 4,6) statt noce 
(gekocht) von nice; ebenso cJ'hc (hoch) Ez 20, 40 fiir ^oa von d'icj; 
ujhjul (gering) von uja&&. ; rhA (kiihl) von ^AoA : kA* ; j6hai : £ha& 
(warm) von j6juojul : £«jlojli ; «nn: ^hh (zart) von 0*non; pitc (wach) 
von pane ; coynn (wissend) von ctuoyn ; eo^HT : to^ht (versa mme It) 
von euiOY^. Statt B. coycn oder coym ist Job 4 8, 4 5. Rom 4 6, 7 
jedenfalls ccvpm zu lesen; S. TrnnHy von -rnnooy (schicken) ist ganz 
'ahnlich gebildet. 

Es finden sich einige qualitativa mit h, deren grundform sich nicht 
nachweisen iSBt ; dahin gehoren namentlich S. cht (gesponnen), hier. 
sta; S. chA e&oA (schief), B. ujhA efiioA (gelahmt, traurig AZ. XIV. 22); 

Stern, koptische grammatik. \1 



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178 XXVII. CAPITEL. 

S. ufHAA. (warm), hier. imam; j&nrr cfcoA (betreten) Jer 4 8,45 ; S. o/tp und 
gep (?) (gekocht); S. gin* PS. 259 (bedrangt) von gentle* ; «xHp (scharf 
sein); B. «xnq (nahe sein); olhc 4 Reg 16, 6 u. a. 

352. Eine zweite qualitativbildung der zweilautigen verbalstamme ersetzt 
den staramvocal ui durch O, wobei das auslautende i : e der schwachen 
formen ebenso wie die vocalverdoppelung im S. haufig erhalten bleibt. 
So bildel cmq : coitucj (beflecken), coq : cooq (Nic. 4, 50); *riu& : TiuuiAe 
(vergelten, siegeln) , to& : Took ; ujtuni : ujume (werden) , ujon : ujoon ; 
tiujuii (verbinden) , ttoau : *tooai£. Em benachbarler guttural oder palatal 
driickt das qualitative o mitunler zu 2L herab, wie in ujurr : ujuiurr 
(bediirfen, schlachten), uj*t : uj^ewr; Amc : Am cue (zerdriicken) , A*c; 
pui&i : puige (vvaschen), p&£e; S. qui^e &tu<^e (springen), ta^e ; 
ferner B. uj&aji (Dan 2, 35) fiir ujojul : ujoa&c ujooa&c (mager, fein); 
A*jut (AZ. XIII. 85) von Auuut (verwelken); ahnlich kommt S. A*&a& 
neben Aooa&c vor, wie tf^euuLe neben c^ooAie von d'unmme (verdrehen) 
und ~T&.«diie (Z. 395) fiir toomc. Im mittelag. ist das & iiberhaupt das 
gewohnliche, daher £*.&.kc fiir S. goone von Rename (schaben) . Der 
iibergang des o in 6 ist nur in zwei stammen bekannt, in ofauui (essen) , 
oY^Jut und S. nam (gieBen), nen ; B. ©yeTr (verschieden) ist dagegen 
vielmehr nominalverb im stat. constr. (§ 308). 

Diese qualitative form wird selten von andern grund formen abgeleilet, 
wie ouj von &.uj&j (viei sein); oyox von oyxM (heil sein); S. hok (fein) 
Ex 4 6*44 von n&.Ke (zerkleinern) ; )6ot oder ;6**r von j6e*a : £t&j (fett 
sein) ; oy^fc : oye^A von oyon (heilig sein) . Es seien auflerdem ange- 
fiihrt B. «2ton (hart) Kab. und S. 6 on fiir <*nn von tf'n.oit (wcich sein) . 

353. Die zweilautigen stamme schwacher form mit dem stemmvocal i bilden 
das qualitaliv gleichfalls durch den ablaut O, wie a'ici : xice (erheben), 
tf'oci : voce; iAj : eiAe (diirsten), oAi : oAe; <£ici : nice (kochen), ^oa 1 ) : 
noce; auch ^ (geben), toi : to und ujoi (lang) von uji (statt ujHoy) 
gehoren dahin ; nach § 85 wird das o gedehnt in ^uioyi (Jes 42, 7. 
Ez 44, 22) von gioyi (werfen) . Gulturaler und palataler einfluft der 
nachbarlaute verwandelt auch hier o zu 2L, wie in <eu6i : ^e (sich be- 
rauschen), ^&j6i : *r&£e ; jjliuji : jjliujc (schlagen), jjl«o§i; iuji : eitye 
(aufhangen), &.tyi : *iye; ci^ (siien), c*^ (Z. 4 24), so auch fiir ccch^ 
(Z. 34) zu lesen; ca^ : c*r*e (gesponnen) kommt vom hier. sta. Mit- 
unter schwankt der gebrauch zwischen o und *; piiu : pine (neigen) 
bildet p«tiu : pone; *5ici : £ice (erinalten) j6oci : goce und £&ce (Eccl 4,3); 
neben ggoAi (mannigfaltig sein) von ujf&i (verandern) findet sich M. uj&Ai. 



4) cy^od'i expansus K. 322 muB heiBen eqt^oci fJ** 1 * <£yu**A » gekocht «. 



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DAS VERBtJM QUALITATIV UM. 179 

Die dreilautigen slam me bilden ihr qualitativ durch ablaut des m 354. 
oder oy in O; so coitti (wahlen), ccwi ; <^iupuj : ncupuj (ausbreiten) , 
$opuj : no pig ; miu6 : mit£ (leben), on;6 : oit^; cum£ (fesseln), con^; 
ujmtgq : cuiujq (verachtenj , tgotgq : coujq ; JutoyxT : jutoyx^ (mischen) , 
Aioirr : ajlo-x.^; u. a. Die auf eine liquida auslautenden stamme behalien 
im B. ihr e vor derselben : coipcju : ccupjui (verfiihren), copeAi : copju; 
die auf £ ausgehenden im M. oftmals eio &, wie in con&.£, on^ (Aj>ocr. 
H7. 426). Unter den bekannten umstanden (§35) tritt fur das qualita- 
tive o der dreilautigen stamme 2L ein, z. b. pm&T : pcu^T (nieder- 
werfen), p«j6t : P*£t; euigc : tdu^c (salben) ,***>££ ; pmR£ (verbrennen) , 
p«tK£ (Z. 629); *Auiu}'& Aejg-x- (qualen), A&.uj<x Pan. CXIN ; ^ragCAi : 
TtHgjuL (einladen) , *&£cjui : T*gjm ; a'tu&eAi : kui^jul (beflecken) , 0*&.j6aut : 
<&&£**. : -B.*£ejut (Apocr. 127); itogx& (einfiigen) K. 234, n&£e& (Ez 1, 11. 
K. 231); u. a. Der vocal 6 vertritt das qualitative o selteo, namlich in 
*5eiTT (M. ^wt) von j6oiirr : £mirr (sich nahern) und <£k e*r-$epR 
(weitstehende ziihne ha bend) von $tupR (ausreiBen) . Formen mit h wie S. 
impgg (Z. 586) und B. ■xKAfc (Apoc 18, 16) sind dagegen zu verwerfen. 

Es giebt manche dreilautige qualitativ formen, deren activ sich nicbt 
nachweisen lafit; dahin gehoren eq-Konuj (sich erniedrigen) AZ. XIII. 58; 
e*r-Ao« : ey-AcROi (gedreht) Z. 450; €t-Aoaic (schmutzig); Ao*t (an- 
hangen) AZ. XIII. 85; ey-AiocR (gescharft) AZ. IX. 122; otc (gespalten); 
ey-qo-rc (breit) Kab. ; B. £oAr (geflochten); eqAoncAi (feucht) AZ. XIII. 
84; eq-noqep (sich befleiBigend) ib. 109; S. e-T-T*Rp (klar) ; ey-^e^ep 
(zaubernd) Dan 1, 20; ujeirr (zerschnitten) Ex 36, 10; S. Aiopuj oder 
jutpuj und Tepuj (roth) u. a. m. 

Die dreilautigen intra nsitiva bilden das qualitativ durch um- 355. 
setzung ihres stammvocals O. c&or (gering sein) bildel co&r; £pouj 
(schwer sein) £opuj ; £Acn& : ^Aog* (siiB sein) £oA<x : goA<< ; £ro fiir 
£Rop (hungern) B. £ORep ; of**©'* (fett sein) setzt S. nach § 103 ein it 
ein: oyoutnT; B. ncupuj (K. 266) : Topuj von ^pouj (roth sein) zeigt, 
vielleicht unberechtigte dehnung des vocals. Ebenso sind as.or£ von 
julr&£ ftraurig sein), ofodig von ot&*uj (weiB sein), tgoA£ von ujA*£ 
(bestiirzt sein) abgeleitet. Statt des o haben IK: n*uj*r von ittgo*r (hart 
sein) und das vereinzelte B. €y-<f\*JUi (verbrannt) ; vielleicht ist auch 
u*^ : n^TC (glauben) als urspriingliches qualitativ von itgoT (treu sein) 
zu erklaren. 

Durch umsetzung des betonten vocals bilden auch die vier- und 356. 
fiinflautigen stamme ihr qualitativ, das fiir das o — e des activs 
6 — UI annimmt; z. b. coAceA : coAcA (trosten), ceAcoiA : cActuA; 
j6cnrj6eT : gcrrgr (erforschen) , ^eT^oiT : ^eTr^urr ; Ttoupteuj : 0'oujd'euj 
(begieBen), •xeuj-xuiuj (Job 36, 7) : (^etg^aiuj ; B. j6ojuu6cjul (zerbrechen) , 

12* 



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180 XXVII. CAPITEL. 

gejuugoiJUL ; S. t*£T£ (verwirren), Tcg^rio^; uj&£tge£ (gliihen), uu>£- 
ujoi£ mit & fur c; die eigenthiimliche boh. asp i rata der betonten silbe 
wird im qualitativ verschoben, wie in Ten^tuirr von ♦oirren (vergleichen) , 
oder beiden silben mitgetheilt, wie in $ enjoin von ^onnen (iiberflieBen) ; 
ce&ujaiA fur ujeftujuift (Ez 2 4, 9) befolgt diese analogie ; — uj^oprep : 
uj-rop-rp (storen), uj-rep^oip (Mc 5, 39. Job 3, 2 4) : ujTep*rtup ; cRop- 
Kcp : CKopup (walzen), cKepKOip : cRpRtup, u. s. w. Wie das qualitativ 
coyrum von cuiOY*ren : cooyrn (richten) sind auch KoyAinA und 
cofAoiA (walzen), deren activ sich nicht nachweisen laBt. Wegen des 
vorhergehenden nasals tritt fiir das m des qualitativs oy ein in cq-ne^nof^ 
(Luc 6, 38 1 ). Nic. 4,54) von no£ne£ (schuttein). cefirrurr : cAthit von 
cofc^ : coAt€ (bereiten) ist regelmSBig vom urspriinglichen sbtt gebildet; 
S. cq-ro^fT ist eine incorrecte form; B. Teneiuirr (Job 37, 23. 44, 24) 
von <eoifT€n ; -roirrit (vergleichen) und cgoynipT (Job 3, 5) von c^goyi : 
c^oy (verflucben) haben ein afformatives t erhalten, das im S. -m-rum 
(Luc 4 3, 4 8) schon abgefallen 1st, aber deutlich auf den ursprung der 
durch ablaut gebildeten qualitativa im koptischen hinweist. Qualitativa mit 
doppeltem c sind unmoglich und z. b. lupuuuu e-rujenujen (geschorene 
manner) Jer 3 4, 36 in e-r-ujenigam zu verbessern; ebenso wenig ist 
ecuj^eepTxp (beunruhigt) Apocr. 4 03 oder eyAejULARu. (convoluti) AZ. 
XIII. 85 annehmbar. Ganz anomal sind tch^ot : Tn^oT von Tcn^oyT 
(glauben) und uj^neytg : c*neuj c&it*uj*r von uj*iuy : c*nuj ca^nuj (er- 
nahren) . 

Auch diese qualitativform findet sich bisweilen ohne nachweisbares 
activ, z. b. B. ^cr^iur Lev 4 9, 28 (gezeichnet) , B. ee^peKpum ^ic j*aa 
K. 232, S. Ae£Aai£ (besaet), B. ceTcoiT (glanzend), S. -ruf-cmd (ge- 
driickt) Nic. 4, 54; KpejuLponut : RpAipaiAA. (schwa rz) u. a. m. 

Die innere bildungsweise des verbum qualitativum hat sich oflenbar 
aus einer auBerlichen entwickelt. Nur aus einer abgefallenen endconsonanz 
erklart sich die verkiirzung des vocals in coq von cinq, oder in co*ni 
von cnnm und die verschiebung des tones in ceAcoiA von coAccA. 
Selbst der ablaut &hA von AmA und <4ocs von d'icj mag einen ahnlichen 
ursprung haben, obwohl sich derselbe nicht deutlich erkennen laBt. 



1) An dieser stelle des evangel iums entspricht in der tithiopischen uber- 
setzung, wo ran Lagarde denkt, nchn&h. Vergl. Dillmann, lexicon 634. 



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DIB CLASSEN DEB VERANDERLICHEN VERBA. 



181 



XXVIII. CAPITEL. 



DIE CLASSEN DER VERANDERLICHEN VERBA. 



An den beschriebenen regelmUBigen veranderungen des stammes neh- 357. 
men nicht alle verba gleichmafiig theil. Die, welche keinen accusativ zu 
sich nehmen, bilden auch keinen constr. und stat . pronom. ; bei andern 
fehlt das qualitativum. Manche forraen der art sind wohl unbedenklich 
anzunehmen, lassen sich aber zufallig bei dem beschr'ankten umfange alter 
literatur nicht nachweisen. Das lehr- und worterbuch der koptischen 
sprache sollte auf die verzeichnung der vorhandenen formen bedacht 
nehmen. In diesem sinne habe ich das folgende verzeichnis aufgestellt, 
welches das von mir zu grunde gelegte worterbuch Petron's vielfach ver- 
mehrl ohne den gegenstand selbst zu erschopfen. Nach den arten der 
bildung, die der stat. absol., constr., pronom. und das qualitativ zeigen, 
stelle ich die folgenden acht classen der ver'anderlichen koptischen ver- 
balstamme auf: 



I. AuiA AeA- : &A- fitoA* AhA Ibsen. 

II. ctuq : cmuiq ccq- coq* coq : cooq beschmutzen 

III. (J'ici : Ttice a'ec- : ttec*r- ^w:«mt# tf'oci : -xoce erheben 

IV. d'l : «i 4\- : «i- tf'iT* : «rr (J'hoy : TtHf nebmen 
V. d'o : 7*0 d'e- : «e- 0*o* : »©♦ ^ho^t : 's.ny pflanzen 

cc*rn- coin* coin wUhlen 

— — CO&R 

ceAceA ceAcmA* ceActuA 
: cAcA : cAcuiA* : cAcuiA 



VI. cnnrn 
VII. cfcoR 
VIII. coAceA 
: coAcA 



gering sein 
trosten. 



I. CLASSE. 

Zur ersten classe gehbren diejenigen ein- oder zweilautigen verba, 358. 
deren grundform den vocal ui oder dessen vertreter oy und o hat und 
deren qualitativ sich durch H, sclten e, bildet ; der stat. constr. bildet 
sich regelmafiig durch e (selten *), der stat. pronom. nimmt den vocal o 
und selten & an. 



4. Einlautige st'amme auf einen vocal : 
im ran : eiui i&- : «*- !*♦ : ei&&* [luiof ] 

2£uj : Kin X*" : R *' 90* : K *** X H : RK 



waschen 
legen, lassen 



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182 



XXVIII. CAPITEL. 



cm 


ce- 


co* : coo* 


cny 


trinken 


<&ui 


*£- 


*o* : -xoo'/ 


— 


sagen 


2. Zweilautige s tarn me starker oder schwacher 


form : 


a) Mit dem st. abs. auf 


ui, dem constr. auf c, dem 


pronom. auf o 


und dem qualitativ auf h: 








Auir S. 





— 


Ahr 


geben 


£nnA 


AeA- : £A- 


fioA* 


AhA 


losen 


<etiijm : 'toijul 


: TA1- 


— 


^HJU : THAI 


verschlieflen 


■e^uiT : tuit 


-eeTT- : tct- 


(Dan 14, 10) 


«HT I THT 


lenken, 
mischen 


IUIC 


— 


— 


(IHC) 


eilen 


RttlA 


[kc&-] : iS- 


RO&* 


RH& 


verdoppeln 


Rrafe. 


— 


— 


rhA 


sohwacb sem 


kioA 


rcA- : rA- 


roA* 


— 


einwickeln 


Kinc : Ktatnc 


rcc- 


roc* : ROOC* 


RHC 


bestatlen 


KOIT 


RCT- 


ROTT* 


RRT 


bauen 


Aran 








Ahr 


zart sein 


Auk* S. 








Ah<* 


verbergen 


oyran 


oyen- 


[oyOR*] 


o*ptn 


bffnen 


ptUT 


peT- 





pHT 


sprossen 


cuik (ccukj) 


CCR- 
: C€R- CR- 


COR* 
: COR*COOR* 


CHR 


Ziehen 


ciun 


cen- 


con* 


— 


eintaucben 


caip 


ccp- : cp- • 


COp* (Z. 348) 


cup 


ausbreiten 


caic (etna) B. 


— 


coc* 




uinsturzen, 
aufheben 


TUIR S. 


T6R- I TR- 


TTOR* 


THR 


stark en 


TIUA1 








THAI (Ez 5, 1) 


sch'arfen 


Tuni S. 


*ren- 


Ton* 


' 


kosten 


("rmne) 










TlUC 


— 


TOC* 


THC 


befestigen 


"rai(^ S. 


*TC<f- 


TO^* 


TH(^ 


anfugen 


(Triune) 










Qum : nuin 


$cn- : nen- 

(Ps 13, 4) 


<£on* : non* 


(nHite) 


ausgiefien 


$urr : nurr 





— 


^RT : 11HT 


laufen 


9£um : Rain 


Xen- 


9£oii* 


9£Hn : RHn 


verbergen 


iuA (uiAi) 


eA- 


oA* 


(S. cAhy) 


aufheben 


ain 


en- 


on* 


HIT 


zahlen 


ujuiA S. 


jlSi- 


ujoq* 


UJH& 


verandern 


ujoik B. 


ujck- 


uj on* 


UJHR 


graben 


(ujtrtiu) 


: (igeRT-) 


: (uj*rt*) 







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DIE CLASSEN DER VERANDERLICHKN VERBA. 



183 



ujuiA 


ujeA- : ujA- 


ujoA* 


— 




rauben 


tgmit S. 


— 


ujooit* 


— 




entfernen 


ujum 


ujen- : ujn- 


ujon* 


ujhh 




empfangen 


ujum 


ujen- tgeA- 


: ujo&* 


UJHIl (Jer 


30, 32) 


scheeren 


: ujtiift tgtuq 


: ujA- 




: ujh& 


(9,26. 31,31) 


ujaip B. 


— 


ujop* 


UJftp (Z. 


556) 


verslopfen 


ujuiq 


ujeq- 


ujoq* 


ujicq 




verwiisten 


qurr (qur^ 


q€T-(Jer 12, 17: 


qo*r* 


— 




abwischen, 


: qarre) 


Nic. 1, 5!) 








vernichlen 


£UIK 


j6ck- 


^OR* 


)6hk 




rasieren, 


: glUK gUHUK 


: (gecKc) 


: £OOK* 


: £HK 




umgiiiien 


£uip] B. 


j6ep- 


j6op# 


— 




verwiisten 


£iuA 


— 


— 


£kA 




fliehen 


£CUASJ : £UIA1 


£cai- : £a»- 


QOJUL* (Jes 63, 3 
: P» 20, 13) 


£HA& 




treten 


gumgcuuittS. 


— 


£on* 







befehlen 


£um S. 


— 


— 


£HIt 




nahen 


gum 


£en- 


^on# 


^HH 




verbergeu 


£IHUJ 


— 


— 


£Hiy 




bedrangen 


-xuik 


•XCK- 


7&OK* 


■SHR 




vollenden 


•xmA 


•xeA- 


«oA* 







Icugnen, 


: ^mA 


: <^A- (PS. fi) 


: tf'ooA* 






umwenden 


<2LtIlA B. 


<scA- 


•XOA* (Jer 4, 30) 


«hA 




umhullen 


«2tuip : xiuuipe 


•xcp- : 7&ecp- 


•xop* : -xoop* 


•XHp 




zerstreuen 


?&uip 


Ttep- 


"xop* 


•XHp 




scharfen 


B. — 


•xep- 


<&op* 


(«2LHp notn.) 


erforsclien 


•xiuq 


Tteq- 


— 


«Hq 




verbrennen 


•xorx 


— 


<XO?fc* 


TK.H-X 




kochen 


: d'cud'^uiuj) 




: (^ouj*) 


: (J'H^ 






xai's 


»c«- 


7&OS* 


■SH-S XH-SI 


abschneiden, 


: d'unt 


: <4cx>- 


: do's** 


: d'fra 




graben 


(<2tur&i : d'tirac 


., tf'aiarae) 










d'tun 


g'en- 


cJ'on* 


d'Hn 




ergreifen 


(^umi : tf'aine) 










<*tuc B. 


— 


— 


(^HC 




verdichten 



Von schwachen verben gehoren aufier den audi in starker form ge- 
bniuchlichen noch hierher : 



&o^ : qurix 


— 


: qcrr* 


: birr 


entweihen 


'XUTXI 


— 


TO«# 


— 


pflanzen, 


: Tiu^e "rmiua'e 






: th^c 


hinzufugen 


<^im&i : niu^e 


— 





: meg' M. 


zerbrechen 



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184 

qtir&i : quitf'e qe-x- 



Ferner die ohne qualitativutn : 
kuu\ : Rorxe rct- hot* 



XXVIII. CAPITBL. 




qo-x* 


qHX ausreiflen, 


: qo<^* 


: £lh^(AZ.xiy.46) aufspringen 


— 


Ts.Hd' farben 



Aui«xi B. 



— Ao?t* 



wenden, 

umgeben 
genesen, 

aufhoren 
sich lausen 
loskaufen 
bandigen 



Die auf uj auslautenden stamnie und einige auf gutturale ausgehende 
haben im stat. pron. gewohnlicb den vocal 3t; einige derselben scbwanken 
im gebrauche, namentlich im sab. dialecte. Selten ist dies & auch auf 
den stat . constr. ausgedehnt. Auf tg auslautende sind : 
feuiuj • fceuj- &*ag* (Gen 37,23) fimuj entblbfien 

: ftouj* 



caiiu B. 


cen- 




ctu^ : cuitc 


ce*r- 


COT* 


aiqi:aiqe 


— 


oq* 


aifce (aiA) 







etuuj 


^euj- (Jer 5, 22) 


e*.u|* 


<eHuj 


bestimraen 


: tiuuj 


: "reuj- 

(Act 15, 2) 


: Toig* 


: TKUJ 




KOIUJ 


R&.UJ- 


R&.UJ* 


— 


zerbrechen 


: (Riuaiuje) 




: rouj+ 






oytuig 


oy *rg- : oy euj- 


- oyewiy* 


— 


wollen 


paiig 


— 


P^jg* 


— 


raessen 


paiuji 


peig- p*ig- 


P*59* 


— 


zusehen, 


: pcuuje 




: p*iyr* 




geniigen 


<^aiuj 


$euj- 


<^*Uj* $ouj* 


Qhuj 


theilen 


: nuiuj 


: ncuj- 


: noiu> 


: iucuj 




cuig 


euj- 


ouj* 


— 


lesen 


UJIUUJ 


*gcuj- 


igouj* 


QJHig 


vera ch ten 


: cuiuj 


: ceuj- 


: coig* c*uj* 


: chuj 




igaiig 


59 e iy- 


UU>U|* 


ujhuj 


zerstreuen, 
sieben 


ujcuuj S. 


— 


ujoty* uj*tn> 


UJHUJ 


gleicben 


<x.aiuj B. 


•xeuj- 


•xouj* 


-X.HUJ 


ausgiefien 


Auf gutturale auslautende 


» • 






^tw6 


■exj6- 


[•»*j6*] 


•eHj6] 


verwirren, 


: tiu£ 


: Teg- 


: T*£f 


: tk^ 


vermischen 


RUIK 


R€R- 


ror* : r«ji* 


RKR 


abschalen 



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DIE CLASSEN DER YERANDERLICHEN VERBA. 



185 



$au6 : nm£ $e&- : neg- $&j6* : n*£* $hj6 : nH£ zerreifien 

c*£ S. ceg- (Nnm li, 26) c*j6* : c*£* ch£ schreiben 

&*j6 B. j6*j6- &*j6* — schaben 
und das schwache 

cm&i : cmge — c*j6* (Kab.) chj6, chj6i weben. 

b) Mit dem stat. abs. auf o*r, c**r. e, />r<w. o, med. h : 
AAoyit — — a*hii ausharren 

(%xoyne) 

AAOfP juep- : jup- juop* junp binden 

itoyr — noT* — mahlen 

ho^tl S. itett- ito7i4 mm hinwerfen 

(noyxe) (iwx*) 

c) Mit dem stat. abs. auf O und dem qualit. auf 6 werden die auf 
£ auslautenden stamme im boh. dialecte gesprochen, w ah rend der sah. 
gewohnlich tn (o*r) und h beibehalt. 

^o^ B. — — 

AA&£* 

°T^ 4 



AAO£ I AAO*]f£ 


aa&£- : aac£- 


ito£ (noffc) 


iteg- (Luc 9, 5) 


: ito-r^e 




0«TO£ 


°T*£" 


: o«rm£ 


: oyeg- 


— 


°T*£~ : ^ e £" 


$0£ : nui£ 


— 


9£0£ : koi£ 


— 


0*O£ : 7tUI£ 


: xeg- 



«C^ (Jer 2, 18) 


triiben 


AAC£ : AAH£ 


fiillen 


ne£ : hh£ 


schutteln, 




trennen 


o*re£ 


hinzufugen, 


: 0*)fH£ 


wohnen 


: &h£ 


neigen 


: $€£ : jih2 


gelangen 


: rh£ 


wetleifem 


: «H£ 


beruhren 



: <&&£♦ 

o im st. abs. haben audi einige sahidische auf oy ausgehende 
stamme, namlich : 

Tooy *xe*]f- — — kaufen 

Ttooy M. ti^y «e*r~ xooy* — schicken 

4*007 (a'mo'r) — a'oo'r* TtHoy : 4ny beengen 

3. Von andern zweiconsonantigen st'ammen sind zur I. classe 
noch einige wenige mit qualitativem h zu rechnen, namlich : 

X&o& : kA* rAc- — 

RjuLOJm S. — — 

UJA&&. — — 

&aaojui : £aaoaa — — 

^nott — — 

ci^e S. — — 

ptnic : poeic — — 



KH& 


kiihlen 


KHM 


schwarz sein 


UJHJUL 


zerkleinern 


&HJU : £HAJL 


warm sein 


oiHn : ^Htt 


zart sein 


CH^ 


la h men 


pHC 


wachen 



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186 


XXVIII. CAPITBL. 






coioyn cofcit- 


coyiun* 


coyHii 


kennea 




&oyurr+ 


■»OYKT 


sammeln 


Ihnen schlieCt sich an 


(Ps 77, 50) 


: ToyHT 




TOIOfW T«l- 


TtUIl* 


— 


erheben 


: Tiuofn : TOiofw- 


: Ttnofw* 






(*roitun) 


II. CLASSE. 







359. Zur zweiten classe der veranderlichen verba gehoren diejenigen 

zweilautigcn stamme starker und mehr noch schwacher form, welche 
im stat. abs. gewohnlich us, im qualitat. o oder aus phonetischen griin- . 
den & und selten c haben. Im st. constr. haben sie gewohnlich e, im 
st. pron. o und &. Die stamme dieser bildungen haben im S. gewohn- 
lich vocalverdoppelung. 

4 . Das qualitativum auf O haben wenige starke stamme : 



ctuq : coitnq 


ceq- 


coq* 


coq : cooq 


beschmutzeu 


Auuul 


— 


— 


Aojue 


faulen 


: Ainoijuie 






: Aoojuc 




TU1& 


nreA- 


toA* 


-xoA 


versiegeln 


: -rtutu&e 




* : *roo&* 


: -rook 




TOI& 


— 


toA* 


— 


vergelten 


: TUiuifee 


: -reeA- 


: too& 






(ujAA*) 


" 


" 


ujoju 
: ujooA&e 


zart sein 


Von schwachen stammen 


sind weiter 


zu erwahnen: 




Aiutupe S. 


— 


— 


Aoope 


treiben, 


(&ujp) 








schwellen 


nuiiufte S. 


neeqe- 


KOO&* 


— 


zwingen 


Koiuiqe 










ROitape S. 


— 


KOOp* 


— 


abhauen 


OfUI^ 


oyc-T- 


O^OT* 


OfOT 


scheiden 




(Luc 0, 22) 


^ 


: ofocrre 




nuiuine S. 


neene- neite- 


noon* 


— 


umkeliren 


mutnpe S. = 


nepe- neep- 


— 


— 


berichten, 


$uip, $ipi 


* C P- 






verkiinden 


TUIA1I 


-rejut- (Jeg 5, 8. 
Jerl3, 11) 


TOJU* 


TOAJLJ 

: Toojue 


verbinden 


cuqi : tnqe uiAe — 





0&?(iZ.IX.l22) 


driicken 



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DIE CLASSEN DER VERANDERLICHEN VERBA. 



187 



ujurtii : tgume — 


— 


ujon : ujoon 


werden 


ignite ujiuaK^e S. — 


ujoo^* 


— 


qualen 


j6oikj : gome £crc- £C£Re- 


— 


S. £OORC 


rasieren 


goraiRe 




M. £&&RC 




saitnfte S. — 


3LOO&* 


— . 


ubersteigen 


(Ttaipi : <xaiaipe) — 





«op : Ttoop 


stark sein 


'xtnajpe S. -xeep- 


<xoop* 


<xoope 


zerstreuen 


^Larre »ct- 


•XOT* 


— 


durchgehen 


'xajarTe S. 








[<^iuiuAe] S. 4\- 


a'ooA* 


<^ooAe 


einhiillen 


d'aiaiAAe S. d'eue- 


— 


(S'oojue 


verdrehen 


(J'ami : d'ume (^cn-) 


^on* 


d*one 


ergreifen. 



2. Von denen, welche statt des o 
pron. ein ZX, haben, gehoren hierher: 
Auic Aec- — 

: AuicAmmc 

ujurr ig^T- og&T* 

: ujararr : tge-x ujee*r : uj&&-r* 

ujott uje*r- ig>T* 

: ujarorr : ujee*r- : in>*T* 
und das schwache 

pni&i : puige — p&j6* 

3. Der qualitative vocal wird zu 6 
den, in denen er vor eine nasale liquida 



im qualitativum und auch im st. 



A*c 


zerstofien 


ig*-r 


bedurfen, 


: in>*T 


bitten 


UJ*T 


schlachten. 




abscbneiden 



p**e 



wascben. 



oyvaix 


oycjut : oyxx 


oyoMx^ 


num S. 




no ii4 

III. CLASSE. 



berabgedruckt in folgenden bei- 
zu steben kommt: 

oyesx essen 

nen (Hie l, 66) ausgiefien. 



Die verba • der dritten classe sind diejenigen zweiconsonantigen 
verba, deren grundform mit inlautendera i und auslautendem I : 6 ge- 
sprocben wird. Ihr qualitativ bat im starame den vocal o, seltener & ; 
der stat. pron. wird vor liquid em auslaut mit e, sonst mit & gesprocben ; 
das t, welches er regelmafiig im S. anhaugt, wird mitunter auf den stat. 
constr. ubertragen. 

Das qualit. auf O ist die nacbste aussprache ; es findet sicb mit * 
im stat. pron. in folgenden auf c auslautenden : 
fcici : fcicc — &*C4 : fc^cr* — siigen 

juiici juec- aa&c* juiocj (Jer3t, 28) gebaren 

: juice : ai&ct* 



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188 



XXVIII. CAPITBL. 



<£ici : nice <£ec- : $&c* : h^ct* $oci : noce kochen 

j6ici : £icc — — : £&cr> j6oci : gocc leiden 

^ici : oucc d'cc- : xcct- <*W* : <x&cr* ^oa : «occ erheben 

auslautenden stamme haben im stat. pron. 



Die ubrigen, auf liquidae 
vielmehr 6 : 
j&i : eilie — 

iiu : eme — 

iiu : eine 
Aifei : Ai&e 
iuqi : mqe 
ciiu : cine 
<£jpi : iupe 



en*- 



cen- 



cn- 



eit* : «t* 

— : Aeirr* 

— : itctjT* 
ecu* : — 



uji&e S. 



igA- 



ujim : ujme ujen- 

M. ujeirr- 

(gi&i : £i&e) — 

£io*fi : £io*)pc gi- 

£IT€ S. g€T- 

q&iau : <^ine ticju. : <^n ^jui 

Diesen schliefien sich an : 



o&i : o&e durst en 

om ahnlich sein 

— fiihren 
Ao&i : Ao&e rasen 

— blasen 
(cmimoy fi.j iiberscbreiten 

— $opi : nope bluhen, 

leuchten 

— u$o&e(iyooAe) verandern 

M. uj^Ai 

ujeit* : — — fragen 

— go&i : £o&c niedrig sein 
£tt* 2yaoyi : — werfen 

— gorre ? zerreiben 
<xejuL* : tf'iiT* — finden 



ipi : eipe 


ep- : p- 


&i* : **♦ 


— 


machen 


* 


*- 


THI* : T*** 


TOI : TO 


geben 


juioi B. 


***- 


JUKI* 


— 


giebl 


2. Von ( 


denen mit qualitativera 2L sind die folgenden : 


cu bemerken: 


■e>u6i : ^ge 


— 


— 


<e*j6i : t*££ 


trunken sein 


iuji : eiuje 


cuj- 


&uj* : feuj'r* 


&uji : &uje 


aufhangen 


auuji : ajliujc 


juteuj- 


ai&uj* : — 


a&*uji : — 


schlagen 


piKi : piRe 


pen- : peRT- 


p&R* : p*R*r* 


P&RI : poRe 


neigen 


ci^ : crre 


ceT- 


c*t* : C^T# 


c*^ : (cht) 


werfen, sa*en 


(P8. 12) 










— : ciuje 


— 


— 


uj&uji : c&uje 


bitter sein 


up ne S. 


UJCRT- (Ps 7, 15) 


UJ&R'r* 


— 


graben 


UJI^ fi. 




uj&*r* 


(lD>*T(IincM4) 


erbrechen, 
abgehen 


&r\ : giTe 


— : g€T- 


j6*t* : £fc*r* 


j6*^ : £*Te 


ausdrucken, 






£*&T* 


^T€ 


fliefien, 
zerreiben. 



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DIB CLASSEN DER VERANDERLICHEN VERBA. 



189 



IV. CLASSE. 

Zur vierten classe gehoren diejenigen ein- und zweiconsonan- 361. 
tig en verbalstaraine, deren grundform gewtthnlich auf i oder auf &i, ci, 
seltener auf i : e ausgeht und deren qualitativ sich durch eine endung 
(hoy : H T> rao T' rao T T ' ***) bildet. 

J. E i n consonantige auf &i, ei oder i sind : 



(]M : qei (qi) 


qi- 


qrr* 


— : qn T 


aufheben 


jutei 


jutenpe- 


juenprr* 


(juenpiT 


lieben 


: jute 


: Aiepe- 


: JuepiT* 


: juteprr) 




OfCI 


— 


— 


O^HOf 


sich entfernen 


: oye 






: ofHf 




££I 


— 


— 


(gimoYx) 


fallen 


: £€ 






: £H T 




ci : cei ci 


— 


— 


CHOf : CHf 


salt werden 


uji 


09i- 


ujit* 


— : ujhy 


messen 


6i : Tii 


<^i- : xi- 


^rx ♦ : «it* 


^HOf : XHf 


nehmen. 


2. Zwei 


consonantige 


auf &i sind : 






ex.* 1 : CR ** 


— 


CX.HT* 


— 


piliigen 


c6&i 


a6e- 


cj6ht* 


CJfiHOfT 


schreiben 


: cg*i 


: (ce^-) 


: cge-x* 


: (cHfc) 
: c^hoyt 




g&A&i 


— 


— 


(£*AirT) 


fliegen. 


3. Zweiconsonantige auf I : 6 mit inlautendem e oder 


o sind : 


Rem : wine 


— 


— 


R£IUCHO*]f^ 


fett sein 


ce&i 


COf^C- 


COY&KT* 


ceknoynr 


beschneiden 


: cMe 


: cMe- 


: dkT* 


: cMHyr 




[*$epi]:nppe 


- — 


•~~~ 


^epioiof 
: nepitnof 


glanzen 


£epi : gppe 


— 


— 


gofpuiof 


beruhigen 


(?poTP— £°P°T) 








[xcAi] : aMc 


— 


— 


'ztefiuuiOY 


schwach sein 


[ig*qi] 


— 


— 


uj&qicno'r B. 


anschwellen 


: in>qe 










jutoni 


— 


UOWCTf 


— 


weiden 


: jutoone 




: AA&itOT* 






Aiom 


— 


— 


— 


anlegen 


: juoone 


: Ai&ne- 


: aa&iiot* 







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190 



XXVIII. CAPITOL. 



co£i : cooge — c&gin* 

ujiucp — — 
: igoofc 

Endlich scbliefien sich dieser classe an : 

(gnu : ujnie — — 

fecial — — 
: *c*i 

und die auf of 1 ' oyc, namlich : 



£IO*]fl 


1*- 


£IT* 


: gio^x 






a'lof* : «io*]f c 


— 




^Aiofi B. 


*Ai- 


*AlT* 


&IUOYI B. 


*m- 


MUT* 


^pioyi B. 


*.pi- 


*piT* 



: igoyooY 
cg^rx 

^CfUIOY 

: &c(BO*y 

(^mo-p) 



tadeln 
trocknen. 



sich schamen 
leicht werden 



werfen, 

schlagen 
stehlen 
nimm wegl 
fiihre ! 
mache ! 



V. CLASSE. 

362. z ur fihiften classe gehoren diejenigen ein-, zwei- und mehrcon- 

sonantigen verbalstamme, deren charactervocal in der grundform das aus- 
lautendende O und im stat. constr. 6 ist, und welche das qualitativ 
regelmafiig auf Hoyr : ny bilden ; vor den suffix en haben sie o, nur im 
B. vor denen der %. und 3. pi. (tch und oy) und im S. vor dem der 2. 
pi. (Tit) m. Sie sind entweder urspriingfiche wurzelstSmme oder durch t 
abgeleitete causativa. 

i . Die ursprunglichen verbalstiimine auf o baben einen oder zwei 
wurzellaute ; 

a) e i n 1 a u t i g e sliim me sind : 

: xo (xm) : tic- : xo* : xkoyt 

<^o : 710 ^e- : xc- |Vo* : 710*] — 



pflanzen, 

saen 
auswerfen, 

aufwenden 



b) mil einer doppelconsonanz lauten an : 



RTO S. 



[c-e-o] : CTO 
t$o : *no 
ujto : XTO 
ujofo 



— : CT£- 
T<$€- 

(t*$c-) 
ujtc- : «tc- 

UJOfC- 



KTO* 

coo* : cto* 

(Scala p. 231) 



UJTO* : XTO* 



RTHoyr 

: RTHf M. 
CTHY 

: ujTHoyr M 



UJTKOYT 

: XTHf 



igo^o* 



umkehren, 
umzingem 
verwerfen 

h erst ell en, 

ge lei ten 
niederlegen 

abfliefien, 
leeren 



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DIB CLASSEN DEB VERANDEBLICHEN VERBA. 



191 



•2tno(*xnoi\)S. 


«nc- 


-xitof* — 


fragen 


<<\o B. 


•xc^e- : otnc- 


(Eph 2, 21) 


erzeugen 
umgeben 


a'lto B. 


d'ne- 


d'llHOYT 

(AZ. XIV. 117) 


neigen, 
erstarren 


a'po : -xpo 


— 


a'pHOYT 


siegen 



: *xpHY? (-xp^crr) 
c) mil e oder gewohnlicher 4k. zwischen den beiden wurzelcon- 
sonanten : 



d'cno : Ken*. 


: «ne-? 


— 


a'citHOYT 


ausloschen 


(«n^) 










g'epo 


g'epe- 


d'epo* 


<^epKOYT 


anziinden 


: Kepo 


: -xepe- 


: [«epo*] 






[*2t£po] S. 


<xepe- 


•xepo* 


— 


meinen 


und 










A&Ao 


A*Ae- 


AewAiu* 


A«.Ahoyt 


bestreichen 


(A*Ara) 




(2 Par 3, 4) 


: AewAiu 




p^o^n** B. 




*^~ 


P«kO*]fKOYT 


betrelTen, 
schuldig sein 


c&£o 


c*Ae- 


"~~" 


— : c«AHf 


lernen, 
lehren 


c*.go 


C*g€- 


c&guiui* S. 


: c*£hy 


sich entfernen 


[•XfcJOJ 


<X&I£- 


<X&JO* 


(x^nnof) 


fur hafilich 


: g'fecio 


: g^ie- 






halten 


<x&Ao 


-&*Ae- 


K&.Acn* 


««kAHO*]fT 


anvertrauen 


: [y*.Ao] 




: d'&Atu* 






und einige aui 


' io : 








ujefcio B. 


ujefcie- 


UjefilJHT* 


ujcAihoy*** 


austauscuen 


kc|>jo : Ttnio 


: <xnje- Ttncic- 


— 


— 


beschimpfen. 



2. Haufiger noch ist der verbalslamm auf o ein abgeleitetes ca u sa- 
tivum ; als solches lautet er bestiindig mil t (e) an; 
a) zweilautige causativa von einer silbe sind : 
^po : — ^pe- : -rpc- ^po* — lassen (p*) 

— zeigen (oytu) 
TCHy S. tranken (cm) 

— verderben 
feuio T ) 

— pflanzen (^o) 



Toyo S. 


— 


TO*]fO* 


TCO 


*TCC- 


TCO* 


T£0 : -^o 








t<^o B. 


-ra'e* (4ft, 2) 


T^O* (2,21. 18,9) 


(Jer 36, 5) 







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192 




XXVIII. CAPITBL 






b) zweilautige causativa 


mit mittlerem 


& sind : 




T*ao 


T*ac- 


*T&IO* 


T*kIHOYT 


ehren 


: t&cio 


: T*eie- 


: T&eio* 


: Twenty 


(*o aa) 


T^RO 


T*K£- 


T^RO* 




verderben 

(&KUl) 


T*Ao 


T*Ae- 


t*Ao* 


t«.Akoyt 


auflegen 

(u.A) 


T«JUO 


T«jue- 


TAJUO* 


■ 


bericbten 

(cttl) 


T^oyo 


T^oye- 


T*OfO* 


— 


vorbringen 


: *r*/]f 


: T*/]f c " 


: T*/]f 04 




(oyin) 


*t&ujo 


t^ujc- 


r&ujo* 


~ 


vermehren 

. (*UJ*l) 


T*£0 


T*£€- 


T*£0* 




aufstellen 

(oji) 


c) zweilautige causative 


mit mittlerem 


oy sind: 




TOf&O 


Trof&fc- 


TOf^O* 


TOyllHOyT 


reinigen 


: tWio 


: TtAe- 


: ^t£l£l04 


: tMht 


(o T *A) 


Toyio 


TOfie- 


TOf'O* 


— 


entwobnen 


: Toyeio 




(Jes 28, 9) 




(o T ei) 


TOfgO 


-roy^c- 


TOfgO* 




hinzufiigen 


Toyxo 


'TO^aLC- 


TOfXO* 


ToyxHoyT 
: ToyxKy 


bewahren 


d) dreilautige causative 


ohne oder mit 


dem hiilfs vocal 


e sind : 


TUJAAO 


— 


*TUJA&0* 

(Jes 30, 25) 


— 


zerkleinern 

(igHAi) 


TJ6JUO 


— 





— 


warmen 


: Tgjuto 








(j6hajl) 


Tgno S. 


— 





— 


nahern feum) 


TCAJUUIO 


— : Tjuuue 


Tejuuao* 


TJULU.KY 


nahren 


: tjuuuo (tjulo) (tjuic) 


: -tjuuuo* 




(oyuiAi) 


TCJUtgO 


taa^c 


— 





anziinden 


: TAAgO 








(woTrt) 


Tcnno 


— 


-renno* 


*I CHHOfT 


zerreiben 


: tiiiio (*no) 




(Nam 11, 8) 


: ^ititHY 




TecTO S. 


"~~ 


TCCTO* 


TCCTHf 


zuriickweisen 

(CTO) 



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DIB CLASSEN DER VERANDERLICHEN VERBA 



193 



ebenso 

TCIO 

*Tgio S. 



sattigen (ci) 
fallen lassen 

(t«) 

e) dreilautige causative mit dem vocal & hinter dem praeformativ t : 



TCIC- TCIO* 

Tgl.C- (Prtb. lex. — &my 

258) -e*e (Bir 22, 19) 



T*.RTO B. 


I^RTC- 


T^RTO* 


T^RTHO-]fT 


umgeben 

(rto) 


Tfc.A^'O 


-x^Aa'e- 


T^A^O* 





heilen 

(Aunu) 


•aewxiio 


«*JUUC- 


■&4JULIO* 


■^«JUlIHOYT 


machen 


: t«juuo 


: tajuic- 


: T&A&IO* 


: t«juiihy 




T^ItUJO 


*r&.ituje- 


T&nujo* 




vervielfaltigen 


t*iu6o 


T*nj6e- 


*T*ni6o* 


— 


beleben 


: t&.ii£0 




: T&lf£0* 




(iuiwS) 


T&pRO 


T*.pRC- 


T&pRO* 


~ 


verschworen 

(lUpR) 


*r&pujo 


T&puje- 




" 


vervielfaltigen 
(praigi?) 


T&C^O 


T^C4£- 


T&C^O* 


T^C^HOYT 


zuriickfuhren 


: (tccto) 








(CTO) 


*r&gno 


TOtglie- 


*T*.gItO* 


— 


zuriickhaKen 


Tfe/xpo 


Tfc/xpe- 


-xewxpo* 


T*«pHOYT 

: T^-atpHf 


befestigen 

('xtupi) 



f) dreilautige causativa mit dem vocal & nach dem ersten radicale 
sind : 



■&A&&IO 


*A&&ie- 


<»A&&IO* 


^JUfelHOfT 


rechtfertigen 


: tju^cio 


: Tju*.eie- 


: TA&&IO* 


: TAi^eiHy 


(a**i) 


TC^&O 


TC*fte- 


TC&&0* 


TC^feROTfT 

: TC*ftKY 


lehren 

(c*fte) 


tc^ho S. 


ic*.ne- 


Tc^no'/ 


TCA.llHY 


schmucken 


Tg'fc.IO S. 


T^IC- 


T^IO* 


T^IH-]f 


verdammen 



Diesen schliefit sich ein durch uj gebildetes causativ an : 

uje«ju. B igxeju- — uj^^JUHOyr schlieBen = 

UJUTTCJUL 

g) vierlautige causativa werden mit dem vocal e nach dem ersten 
radicale gesprochen: 

•»£pujo — — — beschweren 

: *pujo (fiir Tgcpigo) (£P<>!9) 

Stern, koptische grammatik. 4 3 



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194 



XXVIII. CAPITEL. 



TC&KO S. 



TC&RC- 



rcutRO — 

('TCRRo) S. 

*t£€juho t£€aarc- 

: ^juiro : ^jurc- 

OCJUCO (D»n 2, 21) 



T£€A&RO* 



(Thren 3, 6) 



TgCJUtRHOfT 



Ferner von radical en mit dem halbvocale i abgeleitete : 



vermindern 

(dOK) 

saugen 

(cUIAAR,CCIfR) 

qualen 
setzen 

(^CJULCl) 

verbrennen 

(gJUOAl) 

erniedrigen 

(gek) 
entbinden 

(juiici) 
trocknen 

(ujuiofi) 



363. Zu der umfangreichsten sechstcn classe der verba Istamme gehoren die 

dreilautigen, deren grundform nach dem ersten radicale mit III (oder 
selten oy und o) und deren zwciter und dritter radical gewohnlich un- 
vermitlelt und nur im BM. mitunter vermittelst eines e ausgesprochen wird. 
Der stat. constr. hat regelmafiig e, der st. pron. o und nur vor guttu- 
ral em auslaut &. Der charactervocal des qualitativs ist o, wofiir selten & 
und noch seltener e eintritt. 

I. Die nachste vocalisation der dreilauligen stamme mit III findet sich 
a) mit dem qualitativum auf O in : 



*c&i6 


*e&ie- -&eftio* 


: *A6io 


: -eMie- : eMio* 


^JUCCIO 


^juecie- (Job 2c, 7) — 


r [juiccio] 




TUjdYtO 


(Jes 42, 15. 44,27) 




VI. CLASSE. 



AtUTC 


— 





&OTC 


bekriegen 


eiuip£ S. 


ciej>£- 


eiop£* 


— 


betrachten 


•&UJA&C 


^ejuic- 


-OOJUC* 


— 


begraben 


: -xiujuc 


: TCAJLC- 


: tojuc* 


: tojuc 




RUiAn 


ReAn- 


roAii* 


roAti 


stehlen 


ruiAs 


R€A«- 

: kA*- 


— 


RoA<31 


winden, 
beugen 


RUXU.UJ S. 


— 


ROJUIUJ4 


— 


verspolten 


KOI IIC S. 


— 


Rone* 


— 


durchbohren 


Riupq 


Repq- 





ROpC] 


aufheben, 
mil Big sein 


KUIpX 


Repx- 


ROp-X* 


ROp^L 


ausreifien 




(AZ. IX. 121) 


(Jen 27, 9. Jer 10, 


3) 





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DIE CLASSEN DER VERANDERLICHEN VERBA. 



195 



Rurxq S. 


RC-rq- 


— 


— 


abpfliicken 


Auifcuj 


— 





Aofcuj 


brennen 


[Auitn/x] B. 


Aetu/x- 





(A*uj«?) 


quiilen 


Auitt£ 


A«g- 


(Jes 49, 22. Ps 


17, 39) 


leek en 


o^uiAc S. 


— 


o^oAc* 


o^oAc 


hinwerfen 


0*]fUJIl£ 


oyeng- 
: o*)pn£- 


0*]fOn£* 


o*]fon^ 


offenbaren 


ofiupn B. 


ofepn- 


o^opn* 


— 


entsenden 


Ofcucq S. 


Ofccq- 


oyocq* 


~~ ~~ 


abschaflen, 
frei sein 


[oyvactf] S. 


— 


O^OC^* (Ps 17 


, 43) — 


abreiben 


oyuit£ 


— 


OfOT^* 





giefien 


oftuiyA S. 


— 


OTOigfc* 





antworten 


0701 tgc 


©Ycigc- 


ofoujc* 
of&ujc* 


ofoujc 


erweitern 


ofiuigq 


Ofeujq- 


ofoujq* 


ofoujq 


zerreiben 


oyai«n BS. 


oyei^n 


OfOttii* 


(ofjo'xn 


zerstoren, 


: oyui^n 


: oye^n 


: of o(^n* 


(Dan 14, 32) 


zerbrechen 


ncaigc S. 


neuje- 


noujc* 





abwenden 


pilIR£ 


P CR£- 


poR£* 


pOR£(p*R£S. 


) brennen 


purxn 


pcxn- 


po-xn* 


p&xn 


hinwerfen 


CUl£l£ 


— 


— 


CO&£ 


kriitzig sein 


cuiAr 


— 


coAr* 


coAr 


verbinden 


cui'An 


ceAn- : cAn- 


co An* 


— 


abschneiden 


cuiA-x : coiAd* 


ccA*- 


coAk* 


— 


tilgen 


ClUJUT S. 


— 


CO JUT* 


coaat 


spannen 


(cmjuivr) 










cainr 


cen-x- : cut- 


COHT* 


— 


schaflen 


cmi\£ 


ceng- 


con^ 


CO«£ 


f esse In 


caiof^ S. 


CC T£- 


cooyg* 

(Joh 10, 16) 


COO«]f£ 


versammeln 


cone : curnc 


cenc- 


cone* 





bitten 


CIU1T1 


ce*ra- 


COTU* 


conm 


auswahlen 


carxq 


ce*rq- 


co-rq* 


coTq 


ausgiefien, 
lautern 


curan 


cexn- 


co*2tn* 


co-xn 


uberlassen 


: uj until 


: uje&n- 


: ujosn 


: ujo*xn 




TUI&C 


TCfllC- 


— 


— 


siegeln 


TUlfcc S. 


-rclic- tAc- 


toAc* 


— 


stechen 


TUift^ 


— : T&g- 


to!i£* 


— 


bitten 


"xoirc S. 


TCRC- (Z. 382 1) 




lORC 

(AZ. XIV. 13) 


durchbohren, 
durchbrechen 



Digit ized by V jOOQ IC 



196 




XXVIII. CAPITEL. 






[*ruiiug] B. 


— 


TOIlig* (Et 3, 17 


> — 


bedrohen 


Tiupn S. 


— 


•xopn* 


— 


wegreiBen 


TOld'lt S. 


— 


nro^n* *T*.(^n<j 


v 


vertreiben 


$uiA£ 


— 


$oA£* 


— 


verwunden 


: niuA^ 




: noA£* 


: noA£ 




c^uAk 


c^eA-x- : 


— 


— 


trennen 


: ncuAg' 










[c^UIItK] 


c^eitR- 


— 


— 


ausschiitten, 


: hujiu« 


: nnr- 


: nonr* 




giefien 


<£um£ 


c|>eif£- 


ffon^/ 


<£oit£ 


wenden 


c^tuira 


— 


c|>oira* 





umslurzen 


4>uipig 


$epig- 


$opig* 


c^opuj 


ausbreiten 


: noiptg 


: nepuj- 


: nopuj* 


: nopuj 






npig- 


(Apocr. 97) 


(Ps 43, 21) 




c^tup-x 


C^Cp7&- 


chop's * 


C^Op7& 


trennen 


: nuipTt 


: ncp7&- ' 
np*2t- 


: nop-** 


: nop** 




$urT£ 


— 


e^OT^* 


t^OT^ 


einschneiden 


9£umc B. 


— 


— 


5^0nC(Apocr.71) 


stinken 


uifcuj 


Cfcig- (Pap. 14) 


oAuj* 


o&uj 


vergessen 


iuAk 


€AR- 


o<Vk* 


oAk 


zusammen- 
ziehen 


ojjulk 


CJUK- 


OA&K* 


— 


verschlingen 


UIJUC 


ejuic- 


OA&C* 


OAJLC 


einlauchen 


ai jui^ S. 


eJUK- 


— 





entwohnen 


aiitig S. 


— 


— 


onuj 


bet rotten sein, 


— 


emg-? 


oiug* 


— 


sich ein- 
schleichen 


aiiuS : uiit£ 


— 


— 


on>5 : oit£ 


leben 


uipug S. 


— 


— 


opig 


frieren 


aipq : uipft 


epq- 


opq* : op&* 


opq : opft 


einschliefien 


lup-x 


ep*2t- 


[op«*] 


op** 


befestigen 


UICK <S. Ps6, 7) 


— 





OCR 


altera, zogern 


aic>6 : m^c 


[ecd-1 : cgc- 


oc6* : o^c* 


— 


ernten 


UITH 


C1T1- (Rom 11,32) 


o-rn* 


OTH 


beladen 


aitgK : o<^c 


— 


OU&L* 


oujx 


bestreichen 


[raq-r] 


eqT- 


oq-r* 


oqT 


befestigen 


UT2££ I UKS'l 


— 


cwtg* : oa'T* 


— 


ersticken 


tguiiVr 


ujcirr- ujiVt- 


tgoiVr* 


— 


verwandeln 


tgui&£ S. 


tge£&- (sic) 


ujo&£* 


— 


austrocknen 


ujuiA^ 


— 


ujoAg* 


— ; L 


markieren 


ujuinA ujuitiq 


— 


UJOII&* 


tgottfii 


vereinigen 



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DIE CLASSEN DER VERANDEBL1CUEN VERBA. 



197 



ujtuirr 


ujeirr- ujirr- 


[igoirr*] . 


igoirr 


flecnten, 


(ujoirr) 








streiten 


ujcnpn 


ujepn-: ujpn- 


ujopn* 


(igopn) 


zuvor thun 


ujuip-r B. 


— 


— 


igop-r 


loll werden 


(;6ciipi-) 






(AZ. XIV. 43) 




uguiau S. 


— 


— 


ujoou 


ermatten, 


(cuiujju) 








ergrimmen 


[ujurxii] S. 


uje-xii- 


— 


— 


festbinden 


ujojuj-t 


igeig'T- 


uj*uj-r* 


tgoignr 


wehren, 


: cuiujt 


: ceuj-r- 


: coignr* 




zuriickhalten 


(igiuig-r) 










igiuigq 


ugeigq- 


igoigq* 


ujoigq 


veracbten 


: ctuujq 


: ceujq- 


: coujq* 


: coujq 




&uir£ B. 


J6€K£- 


j6ok^4 


j60Rg(Jes48, 5) 


scbeeren 


£(n&c 


gcftc- : gAc- 


2?bc* 


gO&C 


bedecken 


[gtURit] S. 


— 


£ORIl* (PS. 283) 





antreiben 


gtufai 


— 


[goA**] 


goA« 


umfassen 


: fccuAa' (fpM) 


: goAc^* 


: go<V<< 




£tupR S. 


— 


— 


gOpR 


oachstellen 


gtupn 


£cpn- 


gopn* 


gopn 


befeucbten 


^uip-x : ^aip^ 


— 


— 


— : gop^ 


aufhaufen 


gorm 


ge-rn- 


go*rn* 


go*rn 


vereinigen 


[gm^i.] 


— 


2?<*l\* (Ex 26,17) 


— 


bedecken 


: gan&n 


: ge«n- 




: goxn 




guid'A oai(^q S. — 


— 


goa'li god'q 


welken 


kuiAc 


•xcAc- 


KO&C* 


— 


neigen 


<xuiA£ S. 


— 


a&oAg* 


— 


wasser 
scbopfen 


•xtuAg fi. 


— 


«oAg* 


«oAg(Apocr.91) 


umhiillen 


•xuwVx 


— 


— 





anbaften, 


: d'tuA'x 


: ^e<V«- 


: d'otas.* 


: (^oA'x. 


sicb befassen 


•X.OJOTK 


— 


— 


— 


verzerren 


: ^raof^' 






: ^oofd' 




•xtupn S. 


— 


— 


— 


stofien 


Kopn 










KUIpX. 


<xep?t- 


Q£.Op?&* 


TlOp^L 


jagen 


d'mpc*' : (^op^) 








tttiips. 


— 


Q£.Op?L* 


QS.Op«. 


bewobnea 


: <^aip<^ 










-xurxg 


— 


QfcOTg* 


«oT£(Job 36,25) durchbohren 


: g'uiTg 




(Job 20, 24) 


: a'o-rg 




*iut£ S. 


— 





«OTg 


ermatten 



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iys 




XXVIII. CAPITOL. 






(^ojAk 


(^€AR-(Exl9,13) 


g'oAR* 


(S'oAr 


spannen, aus- 


: <xuiAr 


: «cAr- 




: xoAr 


breiten 


tf'iuirr 


a'eirr- 


a'oirr* 


(^out 


versuchen 


: ?tiu irr 


: -xirr- 


: «oirr* 






d'uipn 


— 


<^opn* 


(S'opn 


enthullen 


: <*WAn 


: a'eAn- 


: ^oAn* 


: a'oAn 




d'uipn S. 


— 


0*opn* 


— 


abschneiden 


g'mpg' S. 


— 


— 


^op^ 


schiniicken 


gWrn S. 


g'CTTl- 


g'O'XTl* 


d'o-rn 


iiberwindea 


[d'uixgj S. 


— 


g'OX^f (Deut9,21) 


zerschmettern 



Die liquidc auslautenden stamrae haben ira boh. dialect vor 
dem auslaute ein e (§ 7i), das vor consonantischen suffixen hinter den- 
selben trill (§ 77). Von suftixen zeigt auch der sah. dialect das c, iui 
at at. abs, dagegen selten und nur in minder guten handschriften. 



^UIRCJUI 


^€K€JU- 


■&ORA&* 


•&ORCJUI 


ziicken 


: TOIRAJL 


: ieRAi- 


: TORJUL* 


: TOKA1 




*iuAe& 


— 


(AZ. XII. 59) 


^oAcfc 


beschmutzen 


: Tin A jut 




: toAaa* 


: -toAjul 




[iiupcjut] 


— 


— 


lopejut 


staunen, 


: eiiupju (eiopjut) 






betrachten 


oyvarreii 


OTfC'rcA- 


OfO^A* 


OfOTCll 


uberschreiten 


: o*]fnrifc 


: ofCT^- 


: ofOT^* 


: oyoTfii 




o*ruii c« 


"~~~ 


oyo-aii* 


OfOTCIl 


durchbohren, 
spenden 


oyiuujcju 


— 


— 


oyoujeju 


kneten 


: ofiuigjut 


: ofigcAJt- 








puiTeA 


— 


poeA* 


ponre& 


lagern 


cuipewt 


cepcju- 


copju* 


copejui 


verfuhren 


: cuipjui 


: cepjut- 




: copju 




currejui 


[ce-rcjui-] 


CO ^ JUL* 


— 


horen 


: ClUTAl 


: ce-rjut- 


: COTAl* 






c^uiujen 


— 


[c^oujn*] 


c^otgen 


dienen, 


: ntuujn 




: notgn* 




ordinieren 


umejut : oirjul 


— 


— 


ORCJUt : ORJUL 


trauern 


luAeXl (Dan 10, 15) — 


— 


— : oAaa 


aufrichten 


: iuAju 










uipeft 


— 


opfc* 


opeA 


beflecken 


uiiycju 


— 


ouj&s.* 


oujcjul 


ausloschen 


; oiujju 


: eujAi- 




: oujjui 





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DIE CLASSEN DEB VERAMDERLICIIEN VERBA. 



199 



tm£e& 


— 


— 


OTtefil (A poor. 58) 


frieren 


: ai^ft 






: o<4k 






un&ep : ui^p 


— 


— 


: o<^p 




erstarreu 


ujuTAcjui 


ujeAeu- 


— 


— 




riechen, 


: ujoiAju 










ziicken 


ujuttcju 


— 


— 


uyo xe±i 




schlieBen 








: lyoTAA 


(Apocr. 19) 


j6uiTeA 


^ctcA- 


&o-»ft* 


— 




tod ten 


: giu-xii 


: ^£tA- 


: goiit* 








(^arrcq) 












^ui'Aejut 


geAejm- 


£oAa&* 


— 




rauben 


gurxp S. 




gOTp* 


goTep 




zusammen- 
fiigen 


■xamejut 


•xeKeju- 


KOKA&* 


KOKCA& 




wascben 


: -xoirjul 


: KeiuuL- 




: 3LOKAJL 






[•xaiRep] 


TteKep- 


?£OKp* 


Konep 




lautern, 


: sump 






: soup 




wiirzen 


K(irxe& 


7t€«eA- 





os.aseA (Jof 


' 29,24) vermindern 


: d'ui'xA 






: d'o'xfc 






d'uipejui 


— 





— 




winken 


: suipjut, 3tcnpejUL 











b) das qualitativ und den stat. pron. auf ZX. haben diejenigen stamnie, 
deren mittlerer radical cin j6 oder £ ist, n'amlich : 



^uigc 

: Tiugc 
pm;6*x 

: pmgr 

: niug;r 
(c^pgj : cuijp 

cui£ii S. 



|>cgc-] 
: tcjc- 

pC^T- 

: pe^-r- 

: ne^T- 
— : cegp- 

cegn- 



p&&~r* 
: p*£T* 



C&gll* 



P*j6t 
: p*£T 

: c*£p 



salben 

hinwerfen, 

scblagen 
nicderwerfen, 

ausgiefien 
fegen 



— eintauchen 



Die auf eine liquida ausgehenden starame dieser art haben im boh. 
dialect wiederum ein c vor derselben : 



^IU£€JU 


•e^eju- 


■&*£&&* 


•e^gXAi 


emladen 


: tiu^ju 


: Tcgjm- 


: *r&gA&* 


: T&gjut 




Aui&aa 


— 


— 


Ae>j6e±i : — 


dreschen, 


: Auigjui 


: Aeg**- 


: A&£A&* 




kochen 


o*ytii£eM 


OTf^gCAA- 


oy^2*** 


— 


wiederholen 



OfCU^JUl 



OfJJUl- 



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200 




XXVIII. CAPITEL. 






cui&ejut 


— 


C&&JU* 


c«j6cjui 


ausreifien, 


(c^6caji) : co^jui(Z.2«7) 






fehlen 


a'ui&ejut 


— 


<^^6JU4 


<^«j6ca& 


beflecken 


: < xui£ju 




: 'Xfegju* 


: 'x^ju 




c) das medium auf 6 


ist selten : 






(^UipK 


<$epn- 


<$OpK* 


<$epK 


ausreifieri 


: niupK 


: nepn- npn- : nopK* 






;diuirr 


&€ITT- (Jes 5, 8) 


j6eirr 


nahern, nahen 


: giuirr M. 






: ^ht M. 




2) Dcr 


stat. abs. mit 


OT nach anlautendem xx und 


it und vor in- 


lautendetn k ! 


findet sich in 


folgendea : 






0oy5 (-euiKc) 


(At. XII. 159) 


•OOKC4 


— 


durchbohren 


Aof^ (AlUKc) 





Aoq* 


— 


beifien 


sjioy'A^ 





jaoA^* 


juoA^ 


salzen 


juoynK 


jueitK- 


JUOIIK4 


JUOtlK? 


bilden, 
aufhoren 


(juuioy*t) 


— 








todten 


: AiofOYT 


: JUCyT- 


: jmooyT* 






(jaoo*j^r) 










juoYigT 


AieujT- 


ju.ouj*t* 





durchgehen 


SOLOf*'* 


UCST- 


AlO^T* 


JUO*XT 


mischen 


: juoyx^ 






: juoql<^ 




noyujn 


netgn- 

(Jer 22, 14) 


notgn* 


notgn 


vertreiben, 
schrecken 


noytyc S. 


— 


ttoujc* 


— 


erschuttern 


noyq*r 


neq*r- 


— : itoq*r* 


— 


verziehen, 


: noY^q 


: ite-rq- 






vermiethen [?] 


itoyx^d 


— 


no^* 


no?Ld 


besprengen 


: noyxR 











3. Die verkiirzung des stammvocals im stat. abs. zu O ist nur in 
wenigen verben bei in- oder auslautendem £ namenllich im boh. dialect 
durchgefiihrt : 

— kr'anken 

— verbinden 



&OK£ 


— 


AAOK£* 


: A10*]fK^ 


: JU€K£- 







jaeAx- 


aioA&* 


: juoA^ 


: AicAg- 


: AioAg* 



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DIE CLASSEN OER VERANDERLICHEN VERBA. 



201 



ujok£* (Kab.) ujok£ graben 

ujoit£* — berauben 



ujok£ B. — 

ujoit£ B. — 

T*OK£ B. *xck£- 

und mit e vor der auslautenden liquida und & im st. constr. und qualit. 

— n*£e& einfugen 

(E» 1,11. K.231) 

nfegju* — erretten 



verwunden, 
beiflen 
verkiirzen 



no£c& B. 

(K. 234) 



: negju- 

(P« 19, 10) 



VII. CLASSE. 

Zur siebcnten classe der veranderlichen verba rechnen wir die, 364. 
deren slat. abs. mit o nach dem zweiten radicale lautet, w ah rend sie im 
qualitativ den vocal vor denselben riicken. Fur das characleristische O 
trill unter umsUinden (§ 85) *. ein. Die verba dieser classe haben in- 
transitive bedeutung und bilden daher gewohnlich keine objectivformen : 
•epouj — 



OpUOT 


doK 


ujnouj B. 


(kiioc Kitooc) 


gfto*. : gftoa' 


£pon S. 


l?°& 


<^po£ : <^pui£ 



^cpuj- 



und mit liquidem auslaut : 
utoii — : jue*rit- 

(fur gnop) 
ferner mit 2L des stat, abs. : 



AAK*£ 



(jUL£K£-) 





oiupuj (K. 266) 
: Topuj 

(icpig) 


roth sein 


— 


OYOJUtnT S. 


fett sein 





CO&K 


gering wer- 
den, sein 


— 


ujontg 


faulen 


— 


£oA*. : 2?^ 


siifi sein 


— 


gopn 


ruhen 





z°?m 


schwer sein 
auftreiben 




«op£ 


entbehren, 
mangeln 


JUOTIt* 


uoTcn 


ruhen, 




: juurrn 


leicht sein 




gOKCp 

: (gK^err 
gitoerr) 


hungern 


(jUOK£*) 


JUOR£ 


traurig sein 



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202 



XXVIII. CAPITBL. 



ot&*uj — — oTpo&uj weiB sein 

ujA«t£ — — ujoA^ bestiirzt sein 

und mil *. des qualitativum : 
nujo r — — iuwujt hart sein 

ii^ot h^ct- S. — (n*^ : it*27"c) treu sein, 

glauben 
Das qualilativ dieser classe fallt rait dem der sechsten in der form 
zusammen ; ju.ok£ leiten wir rait gleichem rcchte von aak*£ und von 
juok£ : jmoyK^ her. 



VIII. CLASSE. 



365. Die achte verbalclasse enthalt die vier- und fiinflautigen 

slam me, die aus verdoppelung zwei- und dreilautiger hervorgegangen 
sind. Sie haben im st. abs. die vocale O — 6, im st. constr. 6 — 6, im 
st. pron. 6 — HI und im qualitativ gleichfalls 6 — HI. Der vocal e bleibt 
im S. oft ungeschrieben. Zu den mehrlautigen gesellen sich einige drei- 
lautige stUmme, welche entweder im auslaute verkiirzt sind oder aus andern 
griinden zu den verben dieser classe neigen. 



\ . Von vierlautigen, 
gegangenen, stammen sind die 

fcopfcep Aep&cp- 



■eoirren 

•eoqixq 

[rockcc] 
AokAck 
AoqAeq 
Ao«2tAc«2t S. 

Ao<^€^ S. 

o^oc-eeif 

oyotoyct 
07019 o«feuj 



*rei*eum- 
; tuth- 



(KeCKUIC- 



durch duplication aus zweilautigen hervor- 
haufigsten diese: 

&ep&iup* ftcp&iup 



(Job 16, 12) 

reive urn* 
: TitTuin* 

(Nic. 1, 35) 



Ten-euiirr 
: THTain 



KCCKIUC* — 

— AenAiuR 

— Ae«2tAtu*2t 



(P« 4, 2) 



o*yeujOT*uiuLj^ 



o«feo&uin 

: oyccTuin 
OYeToyuiT 



stiirzen 
auswerfen 

vergleichen 



tropfeln 

ausstrecken 

erweichen 

zerreiben 

ermatten 

zusammen- 

binden 
erweitern 

grunen 

schlagen 

kauen 



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DIB CLASSEN DBH VBHA.NDEBLICHEN VERBA. 



203 



COKCCK B. 


CCKCCK- 


— 


— 


rechnea 


coAceA 


ceAceA- 


ceActuA* 


ceAcaiA 


trosten 


: coAcA 


: cAcA- 


: cAccuA* 


: cAcaiA 




concen 


~ 


cencuin* 
: cncuin* 


— 


bitten 


TO&TC& S. 


— 


T&TUI&* 





ausschmiicken 


T^iWeft M. 








erklugeln 


*rop*rep S. 


TpTp- 


'repToip* 


TpTUip 


durchbohren 


^onnen fi. 





— • 


<$en<$am 


uberflieBen 


(^on^en) 










<|OT«|£T B. 





<$€T<$UrT* 


— 


zerreifien 


<$opnep B. 





— 


— 


ausbreiten 


[ujokujck] 




ujckujuik* 


ujckujuik 

(Ez 40, 42) 


benauen, 
aiisgrabeo 


ujo&ujeft, 





— 


uje&ujuift, 


scharfen 


igonigen 






igeniguin 




igoAigeA 


tgcAigeA- 




— 


schiitleln, 
sieben 


[igonigen] S. 


tgenujn- 


— 


— 


ernahren 


igopigep 


— 


ujepujiup* 


igepujtup 


zerstoreo 


: tgopigp 


: u^^p- 


: igpiguip* 


: igpigiup 




UJOTigCT 


— 


— 


uje*rigurr 


einschneiden 


qopqep B. 




qepqaip* 


— 


abfallen, 
fallen lassen 


;6oAj6cA B. 


aeAaeA- 


&eA£tnA* 


&eA£aiA 


erwiirgen 


&ox\&e\x B. 


[j6ejuu6ej»-] 


j6£aju6uiju.* 


^€jul6uijui 


zerbrechen 


^OT^CT 


;6e-rj6e*r- 


&eTj6ui*T* 


£e*Tj6urr 


erforschen 


: ^OT^T 


: ^crg;r- (Pa 


108, 15) 


: £€*T£lU*r 




[^oju^cai] 


£JU£JIA- 


£€JU.£UIJU.* 


— 


treten 


£on£en B. 


gen^en- 


gen^uin* 


— 


befehlen 


£0*x£e-x 


— 


ge-x^urx* 


^eotguiT*. 


bedrangen 


: go^^x. 










QtOK/XCK 




xetvxaiK* 


— 


stechen, 
vollenden 


[-xoAxeA] 


— 


•ScA-XOlA* (Jer 8, 2) — 


austropfen 


: <*o\<rK 




: ^A^oA* (lies ai) 


lassen 


-xoA-xeA S. 


xcAxA- 


— 


— 


umgebeo 


*XOJU*X€JU 


— 


•xejufxuuu* 


— 


befublen 


: <4oXX(4x\ 




: <4xx&vbax* 






[xonxen] S. 


— 


•xmtuin* 


— 


forschen 


•xoivxn S. 


— 


— 


— 


befiihlen 



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204 



XXVIII. CAPITEL. 



-xoup&euj 
: c^oujc^euj 

(Job 36, 16. 
*xoq*xeq 

d'oT^eT B. 

40TL<4CTL S. 



; c^eujc^uj- 



— QteujoLciiuj begiefien 



(Z. 497) 



(lies ui) 



•xeq*2tiuq verbrennen, 

braten 

— tanzen 

— zerschneiden 

— abschneiden 



Die stamme, deren zweiter wurzellaut & £ ist, haben 
statt o und auch wohl * stall e im st. pron. und qualit. : 

[r*£R€£] S. Rfe£R€£- 



[c*£C€£] 
*rfc.£*T£ S. 



RegRUI£* RegRUIg 

Cfe£CO£+ (K. 231) C€gCUI£ 

: cgcui£ 
•»e&euu6* B. 

(Ei 7, 23) 



im st. abs. 2L 

pflastern 
abreiben, 

gl'atten 
verwirren 



gliihen, 
eifrig sein 



Die stamme mit vorderem n oder xx haben im sah. im stat. pron. 
und qualit. statt ui vielmehr OT (§ 86, 3) : 



AlORJUCR 

[ito^negj 
: no^ned* 



(Uebr 12, 3) 



jmeRjuLO-yK* 



ne<4noy<4* 



itegnoTp£ 



betrachten 

schiitteln 
tadeln, 
verspotten 



2. Fiinflautige stamme gleichen in der vocalisation den vier- 
lautigen : 



•epoujpeig 
: rpoigpeuj 

CKOpKCp 

: cRopnp 
c Aon A en 
cAo<s^c^ S. 
cpojupeu. 
cpoqpeq S. 

(cpoqpS) 
tAorAcr 



CRCpRCp- 



cRepRcup* 



— cpejupuiAi* 

— cpeqpuiq* 



•epeigpuiui errothen 

: Tpeigptuig 
cRepRtnp walzen, 



: CRpRUip 

cpjupoijui 



sich walzen 
?(AZ.XIIIJ38). 
glatten 
umdunkeln 
herabwerfen 

ausrelBen 



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DIE CLASSEN DBA VERANDBRLICHKN VERBA. 



205 



uj^op-rep 


ujeepecp- 


uj-Tep^mp* 


uj*repecup 


stbren, 


: uj*rop*rp 


: UJTpTCp- 

urrpTp- 


jgTpTOip* 


tgTepTUip 


beunruhigen 


£&op&ep S. 


— 


— 


£&p&uip 


hinabwerfen 


^AonAn S. 


— 


^AnAam* 


^AnAuin 


einengen 


£ponpen S. 


— 


— 


— 


entfalten 


£TOJUTJU S. 


— 


— 


£TJULTOIAJl 


verdunkeln 


d'AojuAjut. S. 


— 


a'AjuAoiA*.* 


(^AjulAoijul 


einwickeln 



3. In cJer bildung der abgeleiteten stamme gleichen den vierlautigen 
einige dreilautige um einen halbvocal vermehrte: 

a) mit inlaiitendem oy, das sich durchgehends erhalt : 



cmoyrcn 


cOY*reit- 


COYTOIlt* 


coyrran 


nchten 


: cooy-m 


: cofTii- 








(roiA) 


" 


KO«fAcilA+ 


ROfAaiA 
: co-fAmA 


einwickeln 


(c^2py s 


cgoyep- 


CgOyOip* 


CgOYlUpT 


fluchen 


: c*£Of) 


: c^otp- 




: cgoyopT 




b) mit auslautendem 


vocale oder consonanten : 




CO&+ 


ceSrre- 


ceft*ranr* 


Ce^TOlT 


bereiten 


: cofrre 


: dT£- 


: cAtiut* 


: cAtoit 




xxoc\ 


juecre- 


JLieCTOI* 


— 


bassen 


: juoctc : ju^c^ 








c«£iu : cfe£ite 


CCgltC- 


— 


cc^itHoyr 


versehen 


CCAltU 


CCAMC- 


cejutiurr* 


CeAJtltHOf^T 


aufstellen 


: CAjUite 


: cA&tt- 


: CA&tTT* 


: ca&oitt 




tgouugi 


ujcaiojc- 


ugcjuugier* 


(igAiogrr) 


dienen 


: igA&oge 


: ujA&oge- 








endlich einige 


causativa : 








to^woc 


Toyiicc- 


TOfitoc* 


— 


aufricbten 


Tititocvf S. 


TitncY- 


TitnooTp* 


'TMUiy 


schicken 


(Tititooycc) 








(ltH T ) 


TCit^oyr 


Ten^eT- 


TCIf^OyT* 


TCIl^OT 


glauben 




: T^n^CT- 


: T*.it£OY** 


: Titgo*? 


(h^ot) 


tg&tug 


aj*ncg- 


tg>no*ffg* 


vg^neYtg 


ernahren 




(n>iteig- 






(miu6) 


: Cfeittg c^&ntg 


: c&.ito«ftg* 


: c&neig c&.it&.uj*T 



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206 XXIX. CAPITFI,. 

XXIX. CAPITEL. 
DAS PRAEDICATIVE VERB. 

366. Im satze ist der verbalstamm zunachst die aussage, das pradicat des 

nommalen subjects, und driickt dies in der alien sprache him fig genug ohne 
weitere bezeichnung a us. Die formlose nebeneinandersetzung des subjects 
und p radicals bildet auch im koptischen den grundtypus des satzes, indem 
die einzelnen unterschiede der zeit und der art durch voranstehende re- 
gierende partikeln, die fur die personenbezeichnung indefi empfanglich sind, 
angezeigt werden. 

Zum ausdrucke des prasens ist die unmittelbare verbindung eines 
nominalen subjects rait einem verbalstanime oder auch einera pr'apositio- 
nalen ausdrucke als seinem predicate im koptischen haufig; z. b. B. iuo«f«.i 
mof^i c*«i ncML ntqiyc^Hp fjeder einzelne redet rait seinem genossen) 
Ps 4 4,3; <$*i ujum niupeqepito&i epoq oyo^ qofiuju. nejuuiQ-f • n*» 
ujen peqpito&e epoq «/]fui eqoyuiAi itAJum^f (dieser nimmt die sunder 
an und ifit mil ihnen) Luc 4 5,2; tcjuh Aincitoq JutncKCon cuuj egpHi 
£*poi (die stimrae des blutes deines bruders schreit zu mir) Gen 4, 40; 
Ai&uje n&K oyo^ £aA efiioA t^i -xe Hpur^Hc oyoiuj e&o^&CK : &um e&oA 
iwAo juneuutA. «xe gHpur^Hc ujme iicuik cjuiooytk (geh und weiche von 
hinnen, denn Herodes will dich tiidten) Luc 4 3, 31 ; S. neqft&A a'muj'r 
exit TOiKOf^eitH (seine augen schauen auf die erde] Ps 4 0, 4; o*fO£ 
ncTe noyi cuioyit juuuloi : ±y%n noyi coo^n juuuoi (und die meinigen 
kennen mich) Joh 4 0,4 4; B. not nexie (der Herr sei rait dir) Luc 4,28; 
B. ivooq nc not nennoyj" neq^n ^meit niL&gj THpq (er ist der 
Herr unser Gott, seine gerichte sind auf der ganzen erde) 4 Par 4 6, 44; 
S. nenittt utuht£ AinenAfeoc (dein erbarraen ist unter deinera volke) 
Ps 47, 40. Besonders die intransitiva und qualitativa liebeu diese 
pradicative verwendung, z. b. S. it^itoy n*i h iiai £Oo*f (dies ist gut 
oder dies ist schlecht) Z. 336 ; n*«tAo«f p*j6*r £eit n*Hi : n&ujitpe hhi 
gp*i gjut n&Hi (mein knabe liegt in meinera hause darnieder) Mt 8, 6; 
S. niq>«2te juuraoeic coy-ruin (das wort des Herrn ist aufrichtig) Ps 32, 4 
— wofiir B. qcoyriuit nve nc^-xi xinox: ; iteKito&j ce^QK it*.K eAoA : 
iteKiio&e kk n«ji e&o\ (deine siinden sind dir vergeben) Mt 9,2; S. 
iracpq ujoyerr (alles ist eitel) Ps 38,6; S. iteyiu ju€£ it&r^«on iujul 
iteq^^eAoc ^e oit £&>pe£ epoo«f (ihre ha user sind voll von alien gutern, 
seine engel aber bewahren sie auch) Z. 44 6 ; B. n-eurren gurcett «hk (ihr 
seid selbst vollkommen) Mt 23, 32; S. nnoyrc nHf £it o^pum^ eAoA 
(Gott kommt oflenbar) Ps49,3; B. Tencjuu «c aacci&c nnoy (wir wissen, 



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DAS PRAEDICATIVE VERB. 



207 



daft der Messias komiut) J oh 4,25; B. itcic j6eirr (der Herr ist nahe) 
Phil 4, 5; B. iteqtt*i igon uj* ctte£ (sein erbarmen ist bis in ewig- 
keit) 2 Par 5, 43; S. itR*£ *^e ujooit oj*. enc^ (die erde aber daueri 
bis in ewigkeit) Eccl 4,4; S. ma r*p ujoon n^y c^r^tyxxcr^noi 
(denn dies widerfahrt ihnen, dam it sie bufie thun) Z. 334; S. rnugc 
Aiett it&ujcnq tt€p?*~?jtc co&r (die ernte ist zwar viel, die arbeiter 
mangeln) Ml 9, 37 ; S. pouuc tujut cfoitg. tg~Tp*rtop = *Y$*op*rep 
c^AKOf iwte pcujui itiAen (alle lebenden menschen sind beunruhigt) 
Ps 3S, 4 2. Nicht selten wird ein solcher satz durch die demonstrative 
part ik el ic : eic (9iehe) eingeleitet: B. ic n^ c * r * 1 l€ T rtt ( sie ' ie i 
Christus ist hier Oder dort) Mt 2 4, 23 ; B. ic TencgiA&i x rt Ainemm^o 
(siehe, deine frau be find et sich vor dir) Gen 4 2,49 nach Pallet; 8. cic 
£enpoA&ite cuty eAoA. £it muu&*tte juLitetrr^qcaiTAi. (siehe, jahre rufen 
in die ohren des horenden) Z. 385. 

Der active verbalstamm, welcher nicht die ruhe und die beschreibung, 367. 
sondern vielmehr die bevorstehende oder gerade eintretende hand- 
lung, das itistansy bezeichnet, nimmt die praformative parlikel H&, (M. ite) 
an, die etwa der proposition b im hebraischen entspricht, z. b. in ^ITH 
Miab flhjBTJ oder ^y^tfinb nilf. Eigentlich ist sie der stat. constr. von 
noyi : noy (uiXAetv) mit e, wodurch nicht selten nachdriicklicher die be- 
vorstehende handlung umschrieben wird, z. b. *pein>tt tt*i -mpo^ i^T 1 
exuiR eAoA : epuj&it it*i itof ckuir efcoA (wann dies alles sich er- 
fiillen wird) Mc 4 3, 4; B. *pein>it it*i ttc^fi eujumi (wann dies ge- 
schehen wird) Luc 2 4,7; B. *perenig>ttitoYi c^aiccic iti^c&peoc (wann 
ihr die Hebraerinnen zu entbinden gedenkt) Ex 4 , 4 6 ; S. ecuj&nitoT *^e 
cAuik (wann sie zu gehen gedenkt) Nic. 4,33. 

Das instans mit it*, nach nominalem subjecte driickt das prasens oder 
das futurum aus, z. b. ncn: tutujeit nieiUHi iteut m&ce&KC : ifxoeic 
it&ititc tv*jk*ioc Ain n*ce&Kc (der Herr pruft, iSetaCet, den gerechten 
und den ungerechten) Ps 4 0. 5; S. JutitHfe it&otcu n-req^iK^iocyitH (die 
himmel verkiinden, avaYY s ^°^ otv > »©>ne gerechtigkeit) 49,6; mj^Mu it*cmi 
dfO£ niofumu n*r«,^iUHi £h**h qepoftnim : itR&Re it*it*p*?e *.«fcu 
itojocin juu&e %n TeitOY q^o-foem (die finsternifi geht vortiber, 7ra- 
pa^rcou, und das wahrhaftige licht scheint schon) 4 Job 2, 8. 

Der conjugationslose satz, mit dem einfachen verba lstam me. oder mit 368. 
dem durch it* vermehrten, wird den nominalverben oyoit : oyit (es ist, 
es giebt) und Ajuuton : Ajuuit (es ist nicht, es giebt nicht) untergeordnet, 
wenn das subject ein unb est i mm tes, mit unbestimmtem oder keinem ar- 
tikel versehenes ist, z. b. B. ofoit ofiu^- ajuulhuj nnoy g*poq (eine grofie 
menge koromt zu ihm) J oh 6,5; S. o«fit JULCT&.itoi&, ujoon (es giebt eine 
buBe) Z. 309; S. oyit ofOfnof nny (es kornmt eine stunde) Joh 4,24; 



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208 XXIX. CAPITAL. 

S. uj* tchoy JULit A**y itpouutc cooyn nttM (bis jetzt weiB es kein 
mensch) Z. 346; B. ofon of*! n*ep*roAju«.n j6en -annof (es wagt einer 
unler euch) 4 Cor 6, 4 ; ajuulou itoyt ujon : ajuulh uof-re ujoon (es ist 
kein Gott) Ps 4 3, 4 ; B. juuuoh toi iiT^q oi n^**** ( es ' st kein tnei * 
von ihm dunkel) Luc 4 4, 36; S. ajuulu oyppo n&.o«p&&i ctAc ^reqnod' 
nd'ou. (ein konig wird nicht bewahrt wegen seiner grofien macht) Ps 32, 
4 6; M. jueu ypn ra^p luoi^p^icr**. juuut^n jmnnofre (denn keine speise 
fbrdert uns Gotie) 4 Cor 8,8; ajuulou ^Ai n«uu«.i : xxn *\*>*>y n*rr%x*JO 
(niemand wird gerechtfertigt) Gal 3,40 ; B. neurren ^e ajuuloh ^Ai n*ep- 
*Hno*f irr^Aitnuipoc (euch aber macht nichts elend) Jes 33, 4 ; B. 
Aincpttoc «e Ajuutoit itciininmi n&ujunii jmni AifeipouuLi , «e ofon 
'xexinujiiu ujon n*.q eftoA green not (sage nicht: es widerfahrt keine 
heimsuchung dem menschenfreunde, denn es widerfahrt ihm heimsuchung 
vom Herrn) Job 34, 9. 

369. Der einfache conjugationslose satz bildet die grundlage fiir den aus- 

druck sammtlicher zeiten und arten des verbalen pradicats. Dieselben 
werden namlich durch verschiedene parlikeln bezeichnet, welche als re- 
gentia vorantreten. In der alten sprache wird das zust'andliche verb mit 
seinern subject oft durch das hulfsverb fjfe au (sein) verbunden, z. b. du 
red mh n snf (mein mund ist voll von blut); in andern fallen bildet c&\ 
tu (sein) die conjugation; das active verb wird hiiufig durch ^& dr 
(machen) umschrieben ; und fiir den ausdruck eines abhangigen verbal! nisses 
wird mtu gebraucht. Auch die koptische conjugation beruht auf den ent- 
sprechenden wurzeln e, pe und tc. 

Die dauerzeiten werden durch die wurzel e bezeichnet; zwar kann 
das prasens jedes weitere zeichen entbehren, wie in no^ppo nnoy (der 
konig kommt); aber eine nachdriicklichere form dieses tempus bildet sich 
durch das regens &pe : cpc, welches nur im S. uberall seine urspriingliche 
form bewahrt hat, wahrend sie im B. auf den relativen oder attributiven satz 
und auf ein umschreibendes futur beschrankt worden ist. Das imper- 
fectum wird vom prasens durch prafigiertes n oder en (aus hier. •§££ 
un oder du un) gebildet : n*pe : nepe, das sich meist durch nachstehen- 
des ne erganzt. Durch dieselben regenlia &pe : epe und n&pe : nepe 
werden die abgeleiteten zeiten des verbum instans bestimmt. Die vergangen- 
heit, das perfect, bezeichnet das regens & und eine durch das relativ 
verstarkte form cta. : ivt*. Das regens uj&pe oder euj&pe, welches man 
aus dem hier. Sad (beginnen) abgeleitet hat 1 ), bezeichnet ein prasens der 
gewohnheit, den aorist, der durch die partikeln ne — ne zum imperfect, 



4) So Maspero, des formes de la conjugaison p. 63 und De Rouge, chresto- 
mathie egyptienne 3, 97. Ich glaubte es dagegen in meinem glossar zum Papyrus 
Ebers p. 64 in der verbalen partikel yer wiederzufinden. 



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DAS PRABDICATIVE VERB. 209 

wie &. zum plusquamperfect wird. Den optativ bezeichnet die durch 
pe verstarkte partikel ma : ju*pe, den conjunctiv htc (aus mtu) und selbst 
als infinitiv kann ein conjugationsloser satz durch e-»pe : e-Tpe (von 
tu-&r) »lassen« untergeordnet werden. Das negative verb hat gleich- 
falls seine regentia , namlich fiir den aorist jun&pe : juepe, fiir das per- 
fectum june und un^Te und fiir das futurum nne. 

Die verschiedenen fonnen des conjugationslosen satzes lauten also mit 
berucksichtigung des fiir die dauerzeiten geforderten und in den e reign iC- 
zeiten geroiedenen qualitativs wie folgt: 

Pras. I. noypo nnoy : nppo tiny 

der konig kommt 
Pras. II. &pe noypo nnoy : epe nppo nny 

der konig kommt 
I m p e r f. n&pe no^po itHOf : ncpe nppo nay 

der konig kam 
Perf. I. * nofpo i : & nppo ei 

der konig ist gekommen 
Perf. II. cta. noypo i : n*r*. nppo ei 

der konig ist gekommen 
Aorist. uj&pe noypo i : uj&pe nppo ei 

der konig pflegt zu kommen 
Fut. I. nofpo n*i : nppo n*ei 

der konig wird kommen 
Fut. II. *pe noypo it&i : epe nppo n&ei 

der konig wird kommen 
Fut. III. epe nofpo [e]i : epe nppo ei 

der konig wird kommen 
Impf. Fut. n*pe nofpo n*i ne : nepe nppo n*ei ne 

der konig ware gekommen 
Op tat. juuwpe noypo i : ju&pe nppo ei 

der konig moge kommen 
Conj. ht£ noypo i : mx nppo ei 

dafi der konig komme 
und vom nega liven 'verb : 

Perf. jutne noypo i : June nppo i 

der konig ist nicht gekommen 
Perf. absol. jun^-re nofpo i : — 

der konig ist noch nicht gekommen 
Aorist. jun*pe no^ppo » * Aiepe nppo ei 

der konig pflegt nicht zu kommen 
F u t. nne nofpo i : nne nppo ei 

der konig wird nicht kommen. 

Stern, kopiische grammatik. 14 



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210 XXX. CAPITEL. 

Durch die anknupfung der pronominalsuffixa, deren die verbalen re- 
gentia fahig sind, wird die beziehung auf die nach zahl und person ver- 
schiedenen subjecte des verbalen pradicats ermbglicht. Daraus entspringt 
die koptische conjugation. 



XXX. CAPITEL. 
DIE CONJUGATION. 



370. Das nicht nominale subject des priidicativen verbs wird durch die 
pronominalsuffixe bezeichnet, durch deren enge verkniipfung mit den ver- 
balen regentia die mannigfaltigen formen der koptischen conjugation ent- 
stehcn, die ubrigens den verbalen stamra unberuhrt IaBt. HeiBt & juuiY" 
chc o6^i »es hat Moses geschrieben«, so *.-q a6*i »er hat geschrieben«, 
und *.-n c;6*.i »wir haben geschrieben«. Der satz mit norainalem subject 
IaBt dann eine verdoppelung des tempuscliaracters zu, indem er ihn so 
wohl im regens als im priitix gebraucht , wie & JuiuiycHc A.-q c£a.i. 
In gemeinschaft rait den sich aus der suffigierung ergebenden pra forma liva, 
die wir mit dem verbalstamme zu einem worte verbinden, werden wir 
die bedeutung der verschiedenen regentia der tempora und modi im ein- 
zelnen betrachten. Die koptischen gramma tiker nennen die tempuscharactere 
oLo^Lc (zeichen), w ah rend die suffixa o^-> (buchstahen) heiflen. 

Die prafixe der verbalformcn der 3. m. sg. des selbstandigen satzes 
sind die folgenden: 
Dauer: Puis. 1. q Pras.II. A.q : eq Imperf. n&q-ne : 

neq-ne 
Vollendung: Perf.T. *q Perf.ll. eT^q : irr^q Plusqp. ne a^q-ne 
Gewohnheit: Aorist. uj^q — yior.fVrt7.neujA.q-ne 

Zukunft: Fut. /. qn*. Fut. 11. &.qn&:eqn& hnpf.Fut. n^qn^-ne: 

Fut. III. eqe neqn&>-ne 

Modi: Optat. ju&peq Jmprt. &>, a^pi, jua. 

1. PRAESENS I. 

371. %• *- \ _ %• wi. k (x,) A_ie 3. m. q f. c 
PI. 4. Ten : Tn 2. tctch : T€Tn 3. ce 

Das priisens hat als cliaracleristicum urspriinglich das praformativ tc 
(hier. to) 1 ), welches aber in dem einfaclien priisens nur in den pra format iven 



1) Vergl. Masprro, ties formes de la conjugaison p. 25. k\. 



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DIE CONJUGATION. 211 

tc, Tc-n, Te-icn erhalten und in den iibrigen personen abgefallen ist. 
Sg. 2. m. lautet B. nach § 64 vor pftnju&OY statt k vielmehr j£, wie 
9£<>T*^ (du bist heilig), xitt.^ (du glaubst). Die prafixe k (^), q, c 
bezeichnen die boh. texte als silbenbildend mit accent (§ 6) , selbst vor 
vocalisch anlautenden stanimen, der deutlichkeit wegen. 

Diese form dient zunachst und ausschlieBlich zur bezeichnung der 
gegenwart, z. b. +iihoy : +"Hf (ich komme), Teitejuu : rneuue (wir 
wissen), k«xui jujuoc (du sagst), tcim*^ : Ten^TC (du frau glaubst), 
q^tuoY : q^oof (er ist schlecht), TCTen-xra jujuloc : TCTn-xra juuuloc (ihr 
sagt), ctnouji : ccjuoouje (sie gehen); qcS^&eii ic qcoq : q-x^ju h 
OT*K*e*p*roti ne (er ist beschmutzt oder unrein) Act 4 0, 28; qoiuS 
tnte not (der herr lebt) 3 Reg 17, 4 4 ; coyoujc ivxe ^y^ h <>T 2 
qoyec^iun iwte nuucurT : cofoujc n^i TnyAH ±yvu co^pec^um n&% 
tc^ih (breit ist das thor und weit ist der weg) Mt 7, 43; neon k^h 
neAim : htor kujoor njuum&i (du befindest dich bei rair) Ps 22, 4 ; 
tteq&«.A ccsoftg^r ex en iu^hki (seine augen schauen auf die armen) Ps 
4 0, 4 ; B. dtiton oypcjuip&Yuj oy<>£ +e€&iHoyT (ich bin sanft und de- 
rauthig) Mt 4 4,29. Selten und wo auch das griechische keinen optativ 
setzt, druckt das priis. I. einen wunsch aus, wie in B. <$+ irre +£ipHnH 
qX H tieAitirreit (der gott des friedens sei mit euch!) Rom 4 5, 33; 
B. TecjuL*.paiofT it*o &en nigiojui (gesegnet seist du unter den frauen!) 
Luc 1, 42. 

Ihrem ursprunge entsprechend stehen die praformative des pr'as. I. 
auch in der bedeutung »sein« vor prapositionen und adverbien, z. b. 
^itejutuiTen (ich bin bei euch), cnejutHi (sie ist bei mir), qjuun^ (er 
ist dort); c*r*a ic cth (sie ist hier oder dort) Luc 4 7, 21 ; &hok ^cn 
n&iurr o*fo^ n«.iurr nj6Hi : «.noK "^gJU n^eiurr a^m n^emrr ngicx 
(ich bin in meinem vater und inein vater ist in rair) Joh 4 4, 4 0. 

2. PRAESENS II ^pc : cpe. 

Sg. 4. &.i : ei 2. m. a.k : en f. &>pe : epe 5. m. &>q : eq /. «.c : ec 372. 

PI. 4 . *n : en 2. ^pcxen : e'rein 5. &y : cy 

Das pras. II ist von dem hulfsverb e (sein) abgeleitet, wie sich 
jedoch nur noch aus den sail, formen erkennen Istfit; der boh. dialect hat 
den vocal zu * verstiirkt. Fur S. epe der 2. f. sg. kommt auch ep 
und p, ebenso M. eAcooTpn (4 Cor 7,4 6) vor; das regens epe wird 
immer zu cp vor dem conditionalen tg&n. B. ^ rereitjutouji TrepnraTsTrs 
4 Cor 3, 3 ist ungewohnlich fiir ^pcrett-. Der mittelag. dialect ge- 
braucht diese formen meist mit &, auch «.pe oder *.Ae und a^re-ren, 
daneben scltener mit rein sahidischem c. Auch die praformativa des zweiten 
prasens werden fiir das hulfsverb »scin« gebraucht. 

4 4* 



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212 XXX. CAPlTEL. 

Das pras. II hat zum unterschiede vom ersten, welches auf das er- 
eignLfi eines besondern, einzelnen fa lies bezogen werden kann, eine allge- 
meine, gnomische oder eigenschafiliche bcdeutung; wahrend das erste 
pr'as. eine objective thatsache bezeichnet, driickt das zweite eher eine subjec- 
tive meinung aus. Z, b. q«xm a&a&oc (er sagt dies oder das), aber &q?tcii 
a&a&oc : eq?£ui ajuuloc (er behauptet es); &pe*Teivxiu a&a&oc (ihr be- 
hauptet) Luc 9, 20 ; igA.it n&irrtuc ^q-xm ajla&oc eekTen : «xn eq«xiu 
ajla&oc eT^HHTn : 'SAAAA^tf ^.q-xiu ajla&oc ctAhtch (oder spricht er 
vielmehr unsertwegen ?) 4 Cor 9, 40; B. a&h &ic*?£i nttM k**t* paiA&i 
(sage ich dies als raensch) 4 Cor 9,8; ampere tiAAe^* «e ct&ji : €t£th- 
A&eeye «e irr^iei (ihr denkt, dafi ich gekommen bin] Luc 4 2, 54 ; B. 
ujfeit ^peTenAieyi «e *pe ^p*.<$H -xiu a&a&oc e^AHOf (oder denkt 
ihr, daB die sclirift uinsonst spricht?) Jac 4,5; iteurren ^c *.pcren- 
"Vg^n Kfe*x&. £*>P3 *.noR *^e 'M'fc*' 11 c £^* *> n • nTnrrit crcriiRpine 
K**r* c&pe &iiok *2w€ tr^npine *n nAfefef (* nr r ichtet nach dem fleisehe, 
ich aber richle niemanden) Joh 8, 45; ^qA&oc^ : qAAocre (odit) Ps 4 0,5; 
B. <$h ^*p cr^qA&oY *>qA&*j c&oA g* <$nofti (wer gestorben ist, wird 
gerechtfertigt von der sunde) Rom 6,7; *q£io*p nitnkeAAum eftoA (er 
treibl teufel aus, ixpaXXst) Mt 9,34 ; $h ctc^i c&oA grro^xq a&a&^y*^*! 
fequurt nc* ncqiuoy A&A&in A&A&oq : nc^ruj^'&e g&poq juuwya^q 
equjine nc*. neqeooy A&A&in CA&A&oq (wer aus sich selbst rcdet, sucht 
seinen eigenen ruhm, CtjtsI) Joh 7, 48 ; B. <$h CTcurreAA itcm-ren *qciu- 
TCA& itciui (wer auf euch hort, hort auf mich) Luc 40,46; ^i^ 111 ^* 
TOTOf AAmey^rreAioit «xe A&Hntuc Aid'o'xi ;6en oyujoyiT ic n&i^o'xi 
(ich liefi bei ihnen das evangelium, damit ich nicht vergebens laufe oder 
lief, Tpij(u> tj e&patiov) Gal 2, 2 ; «e *.pe n*i e^6i : epe n&i c*>p 
*r*£e (diese sind trunken) Act 2, 45; B. «c *pe iwa Aofci (diese sind 
toll) 4 Cor 4 4, 24; j6eit *r*.ieiiToAH cnoyt ninoA&oc hcaa nmpo^HTHC 
feY&.uji (falsch e*f*>u)i) eptuoy : nnoA&oc A&n nenpo^HTHc ey^uje £n 
*xeiii*roAH civre (in diesen beiden geboten hangen das gesetz und die 
propheten) Mt 22, 40 ; A&necA&of *«*p ivxe ^Ao*f &AA& *ceitKO*r : 
A&nccA&OY f"*.p it^i *rigeepeujHA& *,A'A*, ecnnoTR (es ist das madchen 
nicht gestorben, sondern es schlaft, xa0so8ei) Luc 8, 52 ; S. neipnofte 
eq&iiuje A&n nequiii£ (wer siindigt kiimpft mit seinem leben) Tob 4 2,44; 
S. equjoon n^i ne-riuwujme (es giebt aber den, der fragen wird) Joh 
8, 50 fiir qujon ; ir&ponoc A&noc *q9C H ( var - MX**) & cn " rc l? € : ""^oeic 
epe neqeponoc £it tuc (der thron Gottcs ist im hi mm el) Ps 4 0, 4; 
a&h *pe n^c hhoy e&o'A j6cit Tr^AiAe*. (kommt, Ip^sTai, etwa Christus 
aus Galilaa?) Joh 7, 44 ; — *pe itenft&A o^kr not (unsere augen sind 
uberhaupl auf dich gerichtet) Ps 4 40, 8; B. nenitoy^ ^e &q^en 
*xc^e (unser Gotl ist im himmel) Ps 4 4 3, 4 4 ; ofO£ nene^oof ^•^iAc^pfcJ- 
noY^Hi&i ^rsen nn^i (und unsere tage sind wie ein schatten auf der 



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DIE CONJUGATION. 213 

erde) 4 Par 29, 45; B. c*p? mften ^y^^P 1 *^ woYcaioyien oyo^ 
necinoY THpq ^qixc^pH^ itoy^pHpi irre oycoioy^ch (alles fleisch ist 
wie gras unci alle seine herrlichkeit ist wie eine blume des grases) 
I Petr 4,24. Oft wechselt das pras. II mit dem pras. I ab, z. b. &noK 
^ujoon jun&con ^ym n«.coit equjoon it*i Ming. 4 43. 

Nothwendigerweise steht das priis. II fiir das prasens eines frage- 
satzes, dessen interrogativ dem verbum folgt, z. b. *q*cun : eq^xoin (wo 
ist er?); ^c«ain : ecTiuit (wo ist sie?); &Yemif : CT ea,lt ( w0 smc ' s » e ?); 
&Ketun~ &^«jui (wo bist du, Adam?) Gen 3, 9; *qeiuit fe&eA ncncon 
(wo ist dein bruder Abel?) 4, 9 ; *iugon eoiit (wo bleibst du?) Joh 4, 39 ; 
fecnHOf eftoA emit (nicht *ci, woher kommt sie?) Job 38, 20 ; ^qjuiouji 
eetun : eq&HK craw (wohin geht er?) 4 Joh 2, 44; *pe niconi lutoy 
jdeit *uj itOYitOY : epc npeq^ioye nny itfeuj mt^f oder £n *uj hoyitoY 
(in welcher stunde kommt der riiuber?) Mt 24, 43 — aber j6en *uj 110^110^ 
qitHoy irxe nipeqa'io'p Luc 42, 39 ; B. &Kipi nn&i )6en &.u| uepujiuji 
(in welcher macht thust du dies?) Mt 4 4, 28; *rkiu^ nc*. oy ic e-»fte 
of Kc^/xi itejuu^c (was suchst du oder weswegen redest du mit ihr?) 
Joh 4,27; S. eKoyeuj oy nxxxx^n (was willst du mit uns?) Mt 8,29; 
S. epeoycty oy (was willst du?), aber B. oy ne*xecvf*.ujq Mt 20, 24 ; 
fepexui Ajuutoc «e o«f : epeotui ajuuloc «e oy (was sagst du frau?) Mt 
26, 70; *pe ^jueTOfpo iitc ^^ ^com eoy : epe Tjuuvrcpo 
junnoyre Tmoin eof (wem gleicht das konigreich Gottes?) Luc 4 3,48; 
^pe-reitKurV itc* mxx : e-rei nujiite itc*. iuju (wen suchet ihr?) Joh 
4 8, 7; fepe^reiraui ajuuloc -xe a.i\ok iuai : eTCTniiu a&a&oc xe *m« 
itiju (wen saget ihr, daB ich bin?) Luc 9,20; Mt 4 6, 4 5 — aber weniger 
correct tv&urrett ^c TCTcn«ai juuuloc «e m\ok iuju Mc 8, 29 ; S. 
e-r e renoyiuiij e*rp«.K&. iuju jihth eAoA (wen wollt ihr, daB ich euch 
loslasse) Mt 27, 4 7. 24 — aber B. ituu. neTe'renoy^ujq ivr^^oq nui- 
-reit e&oA 27, 4 7, wofiir itum eT€*xenoy^igq 27, 2 4 zulassig ist. 

Das zweite prasens mit der partikel u)*n (wann) bildet den condi- 
tionalis &pew>n : epuj&it, sclten epeuj&n (PS. 30), der die suffixe an- 
nimmt wie das simplex &juj«.tt : eiug&it, ^Kuj^n : enugfeit u. s. w. 

3. IMPERFECTUM it^pc.ne: itepe...ne. 

Sg. /. n*.i : nei PI. /. n*.it : iten 373 « 

2. m. h*.k : nen 2. n«.pe*ren : nncTn 
f. n«.pe : nepe 

3. m. it*q : neq 3. na/j* : tvey 
f. it*c : nee 

Das imperfectum ist durch das priifix der vergangenheit n (aus hier. 
un) von dem pras. II abgeleitet ; der sah. dialect hat mitunter vollere 
formen ettepe (Dul. 36), eneq (Z. 3 4 0), cney (Luc 24, 37) erhalten, 



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214 XXX. CAP1TEL. 

welche durch das hiilfsverb c, hier. aw, dem. e, vermehrt zu sein scheinen ; 
missbrauchlich werden dieselben nneq, nncy (PS. 56) nach § 72 ge- 
schrieben. Auch im B. kommt en&.q vor, erkliirt sich aber meist als re- 
lativ (§ 427). Die unterdriickung des e im S. ist selten und incorrect, 
wie itq fur neq (Joh 9, 13), nn fiir nen (Act 27, 37), enq variante fur 
itcq (Luc 23, 8). Die mi lie lag. formen sind die boheirischen mit dem 
vocal &.. Die pr'aformative werden im B. meist, seltener im S. durch 
nachstehendes nc erganzt. Die prafixa des imperf. dienen wie die der 
beiden prasentia auch zum ausdruck des verbs »sein«. 

Das imperfectum ist die dauerzeit der vergangenheit in der beschrei- 
bung und entspricht als solche dem griechischen imperfect: B. n&pe 
^juia.Y niHC juuut^Y ne (die mutter Jesu war dort) Joh 2, 1 : cncqp^cV 
*2^e on n&pe itu&nnHC 0£i ep^-rq itcju 5 cftoA ;6en neqji&fe-otrrHc 
(folgenden tages stand Johannes wieder mit zweien seiner jiinger da) 1, 35 ; 
it&pc nKCioi^nnHc ^uijuc ne (auch Johannes taufte) 3, 23 ; ihc ^e 
n&qjuei juutifepo^ : ncpc ic ^e xxc juuuutp<o&. (Jesus aber hatte Martha 
lieb) H , 5 ; S. ncpc Te^^pic Ainnoyrc ujoon iuuuLi*vq gn giuft niAi 
(die gnade Gottes war mit ihm in alien dingen) Ming. 265; cncpc ©YgiuK 
juuu«.pit«.prrHC to £iuiuiq (es war ihm ein perlenband angelegt) Dul. 36 ; 
B. o*]fO£ n^pe nAfeOc THpq n &> q Ts,oy ujt eftoA &«/xiuq (und das 
ganze volk wartete auf ihn, yjv irposQoxwv) Luc 1,21; n^q^n AiAa*Y 
nc (er befand sich dort, ixst Stirpes) Joh 3, 22 ; n^q^H ^cn mnoc- 
jutoc nc (iv T(|> xoau,o) r^v) 4,10; it^q-xcu auuoc nc : ncq<xiu jutjutoc 
(IXsyev) 8, 31 ; noY£&HOYi n^Ygiuoy nc (ihre werke waren schlecht) 
3, 19; n^ynHOY oy<>£ n^y^iojuuic nc (sie kamen und empfiengen die 
taufe) 3, 23; n^qj^em- nc nxe nitg&i (das fest war nahe) 2, 13; 
n*/]pcopcjuL o*fo^ n^ypo-xn JU$pH^ n^nccoiOY : neYCKTpAAei ne *>y\u 
ncynwx ne noc nnciccoof (sie waren verirrt und zerstreut wie die 
schafe) Mt 9, 36; n^Y^uj jutnfc ne (sic waren beide nackt) Gen 2, 25; 
S. ne-reTno ngeenoc uc (ihr waret heiden) 1 Cor 12, 2. Die copula 
ne steht gewohnlich hinter dem objectc am ende des satzes, doch ist ihre 
stellung oft willkurlich, z. b. n^qofttiuj n^p ne en*y epoq, var. n*q- 
oyuiig ^A.p cn^y epoq ne : ncqoyeuj na/j* r*.p cpoq ne (denn er 
wollte ihn sehen) Luc 23, 8. 

1. PEKFECTUM 1 *. 

374. Sg. /. «.i 2. m. a.k f. A.pe .3. m. A.q f. a.c 

PL /. a^n 2. ^Te'ren : ^tctii 3. *y 

Das perfectum I flillt in der form im B. fast mil dem priis. II. zu- 
sammen, von dem es seiner bedeutung nach ganzlich verschieden ist; nur 
in der 2. pi, nimmt der bob. dialect wie der sah. im perf. die wurzel 







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DIE CONJUGATION. 215 

tc (statt pe des priis. II.) zu hiilfe. Das pr'aformativ & scheint auf das 
verb ar niachen) zuriickzufuhren zu sein; der mittelag. dialect gebraucht 
dafur nocli a.*., wie er fiir *^q auch aacj und fiir *>y auch aa.^ schreibt. 
Statt des prafixcs der 2. f. sg. a^pe findel sich im S. auch *.p, z. b. 
&p?&ooc (Job 4,17), ^ptti (4,18). Das regens & verschmilzt im S. mit 
dem artikel oy zu *y, z. b. ewypauuie ci (§ 79). 

Das perf. I ist der bestimmte ausdruck der vergangenen und vollen- 
deten handlung und entspricht dem griechischen perfect oder oftcr dem 
aorist, z. b. & neiuo^ oyuijui AiniAi&.iiii&. : & neneio-re oyuijui AinjuL&.itit&. 
(unsere vater haben das manna gegessen) Joh 6,31 ; a. nraoi ^.qi em^po : 
a. iv&oi juooite enenpo (das scbiff kam ans ufer, iyiveTo ii:\ t9jc y^;) 
6,21; & $r\ ^.q^ nuioy : a. nnoyre ^ n*»y (Gott hat ihnen gegeben) 
Act H , 17 ; B. iiiii&y ^qcitii (die zeit ist vergangen, TrctpTjXOev) Mt 4 4, 15; 
S. eic Tenpm ^coyeitic (siehc, der winter ist vergangen) Ming. 146; 
B. e^Ae oy &peep ^i (weshalb liast du frau das gethan? t( touto 
lirotirjaa;;) Gen 3, 13; c r^p n^i ^pe^rrof : &p<xi ^oy r^p ng&i 
(fiinf gatten hast du genommen, &oyjz$) Job 4, 18; ^.Te'remiu iuci Ain&.i- 
puijuii : fc.Te*Tneme n^i Aimpuiiue (ihr habt mir diesen menschen ge- 
bracht, ^po^yi-pcats) Luc 23, 14 ; ^noy &tiejuu : Tenoy &.neiu.e (jetzt 
haben wir erkannt, lyv(£xa\Lev) Job 8, 52. Das koptische perfect als cr- 
zHhlendcs tempus steht auch fiir das prasens, z. b. ^.qi oyn eoytawKi : 
^.qei tf'e eyno^ic (er kam nun in cine stadt, ep^etai oov e?; icoAtv) Joh 
S, 5. Merkwiirdig ist aber sein gebrauch fiir die in der zukunft liegende 
handlung, der sich einige male im S. findet, z. b. eujuine juicti ^cr^ye 
K&pnoc e&oA nnnepojux &rk^^c (wenn er audi in diesem jahre frucht 
giebt, so laBt du ihn) Luc 13, 9; euj<xe *'re reivxaiu eAoA JunnoAioc 
cie k&Auic Tcriteipc juuuloc (wenn ihr das gesetz erhillt, so thut ihr 
wohl, zl TeXaTte . . . itotetre) Jac 2, 8 — wo vielleicht TCTeivxuiK zu 
lesen ist wie im B. Oft stehen mchrere pcrfecta asyndetisch coordiniert, 
z. b. B. &qpiKi ntieqA&A &.qc£&i (er senkte die augen und er schrieb, 
xaTw x6^a<; . . . eYpa^sv) Joh 8, 6 ; audi so, dafl das letztere die folge des 
vorangehenden ist, z. b. oyo£ ^.coy^gnroTc &cjuici jutncqcon fefteA (und 
sie fuhr fort und gebar seinen binder Abel) Gen 4,2; ^.r^ui itiuwegooy 
ewyepkn^c (du hast meine tage gelassen und sie sind alt geworden) 
Ps 38, 6. 

Das perfectum tier transitiven verba, wclche einen stat. constr. und 
pronom. bilden, kniipft sein object unmittelbar an zum unterschiede vom 
priis. II, welches sich der proposition bedient, z. b. *>.q£i nr^eAium 
e&oA (er trieb den teufel aus, ilifialev) Mt 9, 33; &q<xoc : ^q-xooc 
(er sagte). 



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216 



XXX. CAPITEL. 



5. PERFECTUM II e*r* : irr*. 



375. Sg. 4. e*r*i : irraa PL 4. e*r&n : irx^ii 

2. m. eTKR : kt^k 2. eT^peTcn : irrarreTit 
f. e~r&pe : irr&.pe 

3. m. c*r*q : irr&q 3. c-r^y : irr^y 
/*. €Tfc.C : nr^c 

Das zweite perfect ist das mit der relativen partikel B. ct (hier. 
autu) oder SM. irr (hier. nte) zusaramengesetzte erste; ctm : ht&i heiBt 
wohl zunachst: »es ist daB ich war a, ist also ein periphrastisches tem- 
pus, dessen nachste verwendung die iin attributiven relativsatze ist. 

Das selbstandigc perf. II driickt im satze die vollendete vergangenheit 
aus und steht namentlich in solchen satzen, welche durch xe (daB), r^p 
(denn), «*e (aber), und andere partikeln angekniipft sind. Z. b. ^pe-rcn- 
jueyi xe e-rewii : e're-riuueeyc «e irT&iei (ihr denkt, daB ich gekommen 
bin) Luc 12, 51 ; e*r*kya6HToy r^p eefenTen : nT^yc^q ra^p ctAhhth 
: irr&fcgei r^p eT&irreit (denn sie haben es unsertwegen geschrieben) 
I Cor 9, 10; B. e*r*ii ra^p efcoA en^i^mA (denn ich bin hierzu ge- 
kommen) Mc 1, 38; B. e^ $h r^p c6^i c^ht (denn jener hat uber 
mich geschrieben) Joh 5,46; S. uta. it^i r^p ujume = B. iuwi r^p 
feyujumi (dies ist geschehen) Joh 19,36; S. cic^hhtc r*p irr^ym 
juuuloi git geitfc.no juli* = B. gHiiiie r^p ;6cit £&.it&.itojuu&. &yepAoKi 
juuuloi (denn sieh ! in ungerechtigkeit haben sie mich empfangen) Ps 50, 7 ; 
e*r& ncewxi ra^p juutcrc cuip eAo'A grreivaititoy : irr*. ntg&'xe r&p 
Ainitoyre ^coerr cfto<V itgH-rrHyrit : & nujeo&i t^p jun^^ ^c^rr 
efco'A gitTHitoy (denn das wort Gottes ist von euch ausgebreitet) 1 Thess 
1,8; B. ihc **e e*r&.q%oc ce^e meitKOT irre neqAioy (Jesus aber 
sprach uber den schlaf seines todes) Mt 11,13. 

In fragesiitzen mit nachstehendem interrogate driickt das perf. II 
die vergangenheit aus, wie das priis. II die gegenwart, z. b. S. n^iK&ioc 
•*e irr^qp oy = B. nre*iHi «*e oy ne*r&.q&.iq (was that aber der ge- 
rechte) Ps 10, 3; B. ct^ $*i q&caji n&i Titpoy •auin (wo hat er dies 
alles gefunden?) Mt 13,56; S. iit^r^ii . . . *ruiit (wo hast du gefunden?) 
Z. 300 ; sag wis S. «xe irTfc.p*TOAicq irruiit (wo du inn bestattet hast) 
Z. 339; e*T*.ititfc.y epoK iton&i* : irr*.ititfc.y cpon Titay (wann haben 
wir dich gesehen?) Mt 25, 37; B. ct&.ki julu*j neiwwy (wann bist du 
hierher gekommen?) Joh 6,25; B. nn ei^yit^y xe cr&cujtuiu it&uj 
itpit^ (die welche sahen wie es geschali) Mc 5, 16; aber im S. &KoyHp 
itpojuute xm ivTfc.Kei eitccitny (wie viel jahre warst du, seit du zu den 
brudern kamest) Ming. 214 — steht das perf. I vor dem interrogate und 
nach 'ssn das relative perfect wie gewohnlich. Gern steht das perf. II 



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DIE CONJUGATION. 217 

auch in solchen satzen , deren frage nur in der betonung liegt, z. b. 
e-r*wiu CAJtiidJ e~r&Ron : rcr&.Rei eneuuuw ekc^ni7e juumon (bist du 
hierher gekommen uns zu verderben) Mt 8, 29; B. eT^pe-xcii^i 
Aimnn* (enipfienget ihr den geist) Gal 3,2; B. tu>n e-r* ncewxi ai$^ 
i efiio'A *5eite*fiiOY iu>n e*r**q$0£ epurxxn juuu.&Y&Tcro»HnoY, M. 
i€ tvx*. nujeo&i AinnoyJ- ei efcoA ^n^nncy ic n'rfc.qnui£ tn>p&.Ten 
of^ccrTHiioY (oder ist das wort Gottes aus euch gekommen? oder ist 
es zu euch allein gelangt?) \ Cor 14, 36 ; B. eek oy fc-ni egpm oyo^ 
erewK^ew niRo*pti hecoioy (weshalb bist du herabgekommen und hast 
die kleinen schafe verlassen?) \ Reg \1, 28. 

Im S. folgt auf das perf. II einige male die copula ne, die dann als 
urspriinglich neutral zu fassen ist, z. b. irx& ic «*e %ooc ne e-rfiie neq- 
ixoy (was Jesus sagte, das ist wegen seines todes) Joh H, 13 in der var.; 
irr&.nei eneuuuw n&uj nn*>y ne (dafl du hierher gekommen bist, das ist 
in welcher stunde?) Joh 6, 25. 

6. PLUSQUAMPERFECTUM ne *. . . (ne). 

Das plusquamperfectum wird durchaus vom perf. I durch die partikel 376. 
ne, selten S. ene, mit oder ohne ne hinter dem verb gebildet. Sollte die 
2. pi. B. ne &.pe~ren . . . ne haben, wie Peyron aufstellt? 

Z. b. B. ne & pof£i r&p ^h^h ujumi ne (es war schon abend 
geworden) Act 4, 3 ; ne *>y\ ne : ne *>yet ne (sie waren gekommen) 
Joh H, 19; ne &y&i&i ne (sie hatten zugenommen) Lam 1,7; B. ne 
^yofuipn ne (sie waren entsandt) Joh I, 28; nraoi ne &.qo*]pei efco'A 
AiniR&gi n*>y ne nc v r&*2aon (das setoff hatte sich etwa 25 stadien vom 
lande entfernt) Mt 14, 24; ne &.qewuj r&p n^e newy'Aoc : ne & n^y^oc 
r&p Rpine (Paulos hatte bestimml) Act 20, 16; S. neqcouuuw «*>e ene 
^q^Me eAiewre (sein leib aber war sehr schwach geworden) Z. 367; S. 
mroq **e ene &.qeiA&e eneyjuoKAicK (er aber hatte ihren gedanken er- 
kannt) Ming. 178. 

Ein plusquamperfect mit & . . . ne und ohne ne kommt im S. selten 
vor und ist nicht unbedenklich, z. b. ^ioyen£ n^HT THpq epurrn ne 
(ich hatte mein ganzes hcrz euch offenbart) Z. 396. 

7. AORISTUS uj&pe. 

Sy. 4 . ujewi 2. m. ig>R /". ig>pe 3. m. uj&q f. u)*c 377. 

PL /. uj&ii 2. uj&pe-ren : uj^Tcrn 5. ujewy. 

Das priiformativ tg&* wird mitunter durch das vorgesetzte hiilfsverb 

c (hier. du) erweitert: euj&pe (Mc 4, H), euj&q (Luc 9, 39), eig^y (Mt 

7, 17. Luc 5, 38) ti. s. w. — formen welche im attribution relativ- 

satze die gewohnlichen sind. Auflerst selten kommt stalt dieses e viel- 



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218 XXX. CAPITEL. 

mehr SM. n vor, wio S. ntg&y fur etg«/]p (Act 9, 36 in der var.), 
M. ntu>y (Bar 6, 26) — beide mal relativ fur eitu|&Y (§ 426). Die 

2. f. sg. hat B. ig>p (Ez 2 7, 7) nach sah. gebrauch. Das regens uj^pe 
lautet im mittehig. dialecte auch uj&Ae (Phil 4, 8). Die form uj&pe . . . 
uj&q bei nominalem subject ist haufig. 

Der aorist ist das tempus der gewohnheit und dcs pflegen s, ge- 
wohulich in der gegenwart, z. b. tu>pe mccino^f carrejui e*reqaum : 
uj&pc iiecoof ciutjui e*reqcM.H (die schafc pflegen auf seine stimme zu horcn, 
axouei) Job 4 0, 3; eiiiHOf ^hok uj&pe kcot&i epujopn epoi e^pm : 
£Ocoti *non **e ^miy uj&pe rco*^ pujopn epoi eftum enecHT (wenn 
ich einmal komme, so pllegt ein anderer vor inir hinabzugehen, xara- 
Patvei) 5, 7 ; uj&pe nicewxi c-r^uiof uj*y t^rc hi^ht e^it^ney, M. 
uj&pe mujetti e*r£*/]p ~r&R&. nm^HT e-rn^itofoy (die schlechten worte 
pflegen die guten herzen zu verderben, <pi)etpooatv) 4 Cor 4 5,33; M. 
uj&Ae luoyefi jg^yV nm^pci* eWA (die priester pflegen die opfer- 
gaben zu verkaufen) Bar 6, 27 ; nejui uj&q^ici ^r^nH «*e uj&cRurr, 
M. nc^oyn ujewq^tici T&r^nH uj&cRurr (das wissen erhebl, die liebe 
aber erbaul) 4 Cor 8, 4 ; B. oyon tuAen crcpc'Tin uj&qd'i, aber S. ©yon 
t^p nijui e-r^rrci qn&tti (jeder der bittet pflegt zu empfangen, oder : 
wird empfangen) Luc 4 4,40; B. $h eVipi n^Aie^Jutm uj&qi (wer die 
wahrheit tliut, kommt, spheral), neben dein folgenden qjuoc^ (jiiasl) Job 

3, 2 4 ; B. uj&yujen mc^^i epiuoy (sie pflegen das wort anzunelimen) 
Luc 8, 4 3. Der aorist hat seinen platz in den nachsalzen des conditio- 
nal is &peuj&n, wie in ^quj^titi^y enioyiunuj eqnnoy uj&q$urr (wenn 
er den wolf konimen sieht, flieht er) Job 10, 42; wechselt aber auch bier 
niit dem priisens, z. b. eujuin «*e ^cuj&n&i&i coi nmuj^- nmoyo'V oy©£ 
uj&cujuini eofujujHti (wenn cs aber wiichst, ist es das groBte der ge- 
wiichse und wird ein baum) Mt 4 3, 32. 

Sellener erselzt der aorist ein griechisehes i mpc rfect u m, z. b. 
oyon mften ctg&y^i neju&.q uj^yoyxA.1 (alle die iliti bcriihrten wurden 
gesund, louiCovTo) Mc 6, 56 ; B. croi R*»Aof uj^Kjuopu juuu.&y&.tr (da 
du jung warest, giirtetest du dich, iCtuvvos; osototov) Job 24, 4 8. 

8. AORISTUS PRAKTERITI ne uj*pe . . . (ne). 
378. Der aorist der vergangenheit setzt vor den aorist uj&pe die partikel 

nc und nach dem \erb inituuter ne ; er ist gleichfalls ein tempus der ge- 
wohnheit, z. I). S. R&.T&. iy> *h>e ne uj&pe n£m*eju.uin ra. o^a. e&oA 
(aufs fest pilegle der landvogt einen loszugeben) Mt 27,45; B. oyog ne 
uj^fuje nmoy nxe iieqio^ irreupoju.ni ciAhjul (und seine oltem pflegten 
alljahrlich nach Jerusalem zu gehen) Luc 2,44; B. n&oq «*e ne uj^qiye 
n*q eniAi*. ntg>qe (er aber gieng in die wiiste, r^v i>iro)(a>pu>v) Luc 5, 
46; B. ne ujewycuiTexi ne (sie batten gehort, axooovrec r^aav) Gal 4, 23; 



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DIK CONJUGATION. 219 

B. ne uj^qoTfauu. ne (er pflegte zu essen, oovr^afttev) 2, 12; B. tie 
^q^oAjucq r*.p ne n^nxiHig n^ponoc oyo^ ite tg^ycon^q ne o*]pO£ 
ne uj&qcuiAn nmcn*/]p£ ne (denn er hatte ihn lange gezerrt, und sie 
pflegten ihn zu binden, und er pflegte die fesseln zu zerreiBen) Luc 8, 29. 

9. FUTURUM I . . . n* . . . 

Sg. 4. \n*> PI. 4. -xenn* : Ttin^ 379. 

'2. m. X 1, * k : RIWk %' 'teTenn^ : tctiui^ 

f. *xep* : -ren*. 
.3. m. qn*. 5. cen& 

/*. cn& 

Das erste futur setzt die priiformativa des priis. I vor das verbura 
instans (§ 367) ohne weitere unregelmaBigkeil — nur dafl die 2. m. sg. 
im B. nach § 64 gewohnlich ^n^ lautet und die 2. pi. im S. Teinn^ 
das n mitunter vereinfacht: T£Tn^ (§ 63). Der mittelag. dialect bietet in 
den strengern texten ^ne u. s. w., in den laxeren audi ^-n*. Die 2. f. sg. 
hat das regelmaBige ^rcn*, nur im S. erhalteu, im B. und mitunter auch 
im S. trilt dafiir Tep^ ein — welche, wie es scheint, aus T€p-n& ent- 
standen ist, indem 'rep apocope wie *pe und epe erfahren hat; fur 
*Tep*agno£ejm : 'ren^igTOY^^ (f Cor 7, 16) findet sich im mittelag. texte 
noch die urspriingliche form t e A n & ujToyx*.. 

Das futur. I ist der nachste ausdruck der zukiinftigen handlung, kann 
aber wegen der bedeutung des n*>, nur vom activen, nicht vom qualita- 
tiven verburn gebildet werden ; das object kann sowohl unmittelbar als 
durch die proposition angekniipft werden, z. b. ^-n^T^oq (^epa) autov) 
Joh 2, 19; 9£n**r^£oq (^cpeis aoxov) 2, 20 ; 'rcnn^^ici nnenA^c : 
Tnn&sice AinenA&c (wir werden unsere stimme erheben) Ps 11, 5 ; naic 
ewiujettv&c n&*rc^e narren -jexeniiMt^ (wie werdet ihr glauben, wenn 
ich euch das himinlische sage? ttco; irtoreuaeTe ;) Joh 3, 12; mc^ooy 
e're'renn^oyiujui e&oA juuuoq -re-rennijutof ;6en oyjuioy (tags wo 
ihr davon essen werdet, werdet ihr des todes sterben) Gen 2, 17. Be- 
lege der 2. f. sg. : B. &n *rep*ige ne ne*i n&.ipauui (wirst du mit 
diesein manne gehen?) Gen 24, 58; juh *rep*iuAi on nitme-x ejuc£e£ 
(wirst du etwa auch die apfel nehmen?) 30, 15; oy nc -se *rep&.uje ne 
£&.poq (was ists, daB du zu ihm gehen willst? Tt on oo TropsoTfl ;) 4 Keg 
4, 23; £Hnne icp^epfcoKi oyo£ nTCA&ici iioyujHpi oy©£ eyejutoy^ 
eneqp&n xe ihc : eic ^hhtc ixnMum nTcxno noyugnpe nTCJutOf^e 
eneqp^n xe ic (siehel du wirst schwanger werden und einen sohn ge- 
baren, und sie werden seineu nam en Jesus nennen) Luc 1,31 ; ^peuj^nn*^^ 
Tcp^n^y enuiof ai^'V : cpuj^nmcTeye Ten^n^f eneooy juimofre 
(wenn du glaubst, wirst du die herrlichkeit Gottes sehen) Joh 11, 40; S. 



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380. 



220 XXX. CAPITEL. 

nTO •*€ Tep&.ujume eyirre Te^oyciA. juuu^ e&uiK e£p&i (du wirst 
die macht haben hinaufzugehen) PS. 167. 

Das erste futurum wechselt ira gebrauche rait dem dritlen in beiden 
dialecten, z. b. ^itof ^■itfc.'Tiuirr eieugunii ;6en Qno^ejuL o*]po£ eieoyongr 
eftoA iu6irTq : Tenoy ^n«kTaioyn ^n^Kin egp^i Hofoyx^i *r*oi*p- 
pitciatfe ajuuloi n^HTq (jetzt werde ich mich erheben. in der rettung sein 
und mich darin oflenbaren) Ps 11, 6. 





10. FUTURUM II fcpe . . 


. it*. 




> : cpe • . . n*. • . . 


Sg. /. 


*iii». : cm*. 




/>/. 


/. miii^ : en new 


2. 


m. &.KH&. : emi*. 
f. &peii». : epeti* 






2. A.peT€itii* : e'reTitn*. 


3. 


m. &.qn&. : eqn* 






3. &yii». : eyn*. 



Das zweite futurum ist das pras. II des \erbum instans, so daB hier 
die gleichen unregelmaBigkeiten wiederkchren, namlich in der 2. f. sg. 
S. epiuw-xno (Pan 328) statt epeit&, und dafiir ep*. (Z. 509), und der 
2. pi. eTeTnd (Luc 12, 11. Joh 19, 35) fiir e*re'ritn*., wofiir, nach Pkyron 
auch noch cpei-n^-p (Sir 2, 14) vorkomrat. Die form fallt im sah. mil 
dem participialen futur zusammen. 

Der gebrauch des fut. II entspricht dem des pr'as. II ; es bezcichnet da- 
her zunachst die subjectiv und im allgemeinen ausgesprochene zukiinftige 
thatsache, z. b. B. ticno^ mfteit ^.pe neqcjuoy n&ujuim ;6en pan (alle- 
zeit wird sein lob in meinem munde sein) Ps 33, 2; S. %xh epe iraoeic 
n&Kfe&n ncuiq ug*. ene^ (will uns der Herr ewig verlassen?) 76, 7; B. 
^Kti&ep^oifii enK&£i oy ©£ itncqof^^roTq e^ trreqxojui ha.k (du wirst 
die erde bearbeiten, und sie wird nicht fortfahren- dir ihre kraft zu geben) 
Gen 4, 12; TeTenit&Y «c ewyiuweAi^ie mpuiAii eftoA ;6en nj^&Hoyi 
(ihr seht, daB der mensch aus den werken gerechtfertigt wird) Jac 2, 24; 
feYiu^gftkii epurren (sie wcrden euch Hchten) Ml 7, 2 ; efjuteyi «xe 
*>cnew£oiA eniJui^y £itt* irrecpuui juuui&y : eyxui juuuloc xe ecn&.&uiK 
e&oA enT^oc xe ccepuuic juuu*y (denkend : sie wird zum grabe eilen, 
daB sie daselbst weine) Joh 11, 31; ^yii^ep juu^pirt nni*i^c»eAoc : 
eyiuwigame iv^e Iiii^tnrcAoc (sic werden sein wie die engel) Mt 22, 30. 

In fragesatzen mit nachgestelltem interrogativ stelit das ful. II fur 
die zukunfl, wie das pras. II fiir die gegenwart und das perf. II fiir die 
vergangenheit ; z. b. *pe $*i n&uje it*q eeum : cpe tia.i ii*&iuk emm 
(wo wird dieser wohl hingehen?) Joh 7, 34; B. *pe n*i n*ujiuni iv»it*y 
(wann wird dies wohl geschehen?) Mc 13, 4; ^-cam xe e*r*ii eAoA euin 
oy ©£ &m&uje mu eeum : ^cooyit «e irr&iei tuih *yvu em*. 'rmn (ich 
weiB, woher ich gekommen bin und wohin ich gehen werde, im S. 
wohin ich gehe) Joh 8,14; eyxoytirr eAoA -xe ^qti^oYiu n-ait^y : 



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DIE CONJUGATION. 221 

eTg'migT xe eqn&d'fuA Tii^y (wartend, wann er aufbrechen wird) Luc 
12, 36; B. it^YKur^ ne «e ^yn^T^Koq ii*uj npH^ (sie suchten, auf 
welche weise sie ihn todlen mbchten) 22, 2. 

Das sah. fut. II cqn* wird haufig nach «xe (daB) gebraucht. 

41. FUTURUM III epe. . .e. . . 
Sg. 4 . eie 2. m. en* /". epe 3. m. eqe f. ece 381. 

P/. /. ene 2. cpe-rene : cre^Tiie 5. eye 

Das dritte futurum ist aus dem flectierten hiilfsverb e (hier. au) und 
der proposition c (hier. er) zusammcngesetzt und schon im altagyptischen 
die gewbhnliche futurbildung ; iui B. ist epe und seine formen allein- 
stehend nur ira relativen satze anwendbar. Als regens des futurs kann 
epe im satze mit nominalem subject durch die flectierte dritte person 
des verbs erganzt werden , also epe — eqe , epe — ece, epe — eye ; 
haufig bleibt das verb in diesen satzen ohne das characteristische e, wo- 
durcli es mit dem relativen prasens zusammenfallt. Das regens epe vor 
dem nomen mit nachfolgendem e und dem verbalstamme ist selten. Die 
deutlichkeit erfordert die accentuation des characteristicums e; namentlich 
ist die 2. f. sg. epe (z. b. epeep&om du wirst schwanger werden, 4 Reg 
4, 16), wofur im B. ubrigens -rep*. (§ 380) einzutreten pflegt, von dem 
relativen prasens epeep&om (indem du schwanger wirst) zu unterscheiden. 
Das characterise icum e fallt mitunter aus, wie es scheint, fehlerhaft, z. b. 
epe-reitejui (yvajasafts) Joh 8, 28. Tn einem folgenden fut. HI das 
praformativ aus einem vorangehenden zu entnehmen ist nicht gestattet; 
stellen wie diese: o*]pO£ eyeujuini note neit^inr ey^HR efto'A oyo£ 
ejuouji . . . tiejui e*pe£ ... (3 Reg 8, 61), sind fehlerhaft. 

Das dritte futur ist in seiner bedeutung bestimmter und nachdruek- 
licher als das erste und zweite ; dieser sein nachdruck, der auf ihm ruht, 
verleiht ihm oft die feierlichkeit einer versicherung, z. b. $h een^oc 
oyo£ itTeqn^^ <xe $h eTeq-xui juumoq qn&ujaini eqcujumi iifc.q (wer 
sagen wird und dabei gtaubt, daB was er sagt geschehen wird, dem wird's 
geschehen) Mc 11, 23. Ahnlich unterscheidet der Englander das schwachere 
it will be done vom nachdriicklichern it shall be done. Die beiden crsten 
futura konnen durch das prasens ersetzt werden, nicht so das dritte, ohne 
daB der satz seine energie einbuBt; doch ist es im boh. dialect weit 
hiiufiger geworden als im sah., der sehr oft das fut. I zeigt, wo jener das 
fut. HI hat. Beispiele: B. epe noc neitnoyt eqeujumi ncjuunti (der 
Herr unser Golt wird mit uns sein) 3 Reg 8, 57 ; epe oycon «*e eqe^ 
itoycou etyxxoy oyo£ epe oyioiT eqe^ HoyujHpi oyo£ epe ^nujnpi 
Tiuoyitoy e-xcit noyio^ eycsSo^Sioy (es wird ein bruder den andern in 
den tod geben und der vater den sohn verrathen, und die sohne werden 
sich gegen ihre vater erheben und sie todlen) Mt 1 0, 21 . Mc 13, 12 ; epe 



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222 XXX. CAPITEL. 

not c e p KAHponoJum kio-pw«, o*]pO£ eqecurra iuAhju (es wird der 
Herr Juda erben und Jerusalem erwahlen) Zach 2, 12; B. eek $*a epe 
nipaijuii ^«k neqiaiT nejui Tcqjui^ ncmq ofo^ eqe^rojuq e~reqc£iAii, 
aber S. eTk n&i npauuie iwwr* neqeiurr nciuq %xn *reqAi&.&Y nq^rai^e 
juijuioq e-reqcfciAie (deshalb wird der mann seinen vater und seine mutter 
verlassen und sich an sein weib hangen) Mt 19, 15; B. epe pmi c^-xi 
nreKAie^juiHi (mein mund wird deine gerechligkeit sagen) Ps 70, 15; 
B. epe hot: qtu^ e&oA nc^OTOf ttikn rc^poq (^ er Herr wird alle 
argen lippen vertilgen) Ps 1 1 , 4 — S. iraoeic n&qorrc e&oA ncnoToy nuui 
nnpoq ; S. epe irxoeic cuitju epoR (der Herr wird dich erhoren) Ps 
19, 2, B. aber eqecurrejui epoK n«e hot:; B. $h r*.p ctc oyoirr^q 
eye^ n^q oyo£ epe oyon ep^oyo epoq (der hat, deni werden sie 
geben , und solehes wird ihm iiberlUissig werden, irepiaasobTjaETai) Mt 
13, 12; £&nttiuj<t chm eRcit^y epaiof (grbBeres als dies wirst du sehen) 
Job 1, 51 ; B. oyoti mAen eon^cui e&o<V ;6en nfeiAimoY eqei&i on, 
aber S. oyon nuui cthkcui e&oA £ju neijutooy qn&.eiAe on (jeder, der 
von diesem wasser trinkt, wird wicder dtirsten) Joh 4, 13; B. nn 
e^n&currejui e*]peamj6 (die, welche horen, werden leben) 5, 25; B. eye- 
Aioy^ epoq : cendjuof^e epoq (sie werden ibn nennen) Mt 2,23; $h 
e^rtfei ejdoyn e&oA ^itot eqeno^eiu o*]pO£ eqei e^5oyn o*]pO£ eqei 
e&oA oyo£ eqettuui hcput^njuoiu : cpuj&n oy^ &uir egoyn £rroo*r 
qn^oyx^i *.yiu q^feiuR e^oyn nqei eftoA nq^e cyxx^Jkxxoone (wer 
durcb micb bineinkommt, wird gerettet werden und wird hinein- und 
herauskommen und wird eine weide Ptnden) Joh 10, 9; B. icase 9£nfc.£rT*r 
jut^oof e&oA %*. ngo unK^^i oyo£ e i e ^om eftoA g& ncn^o oy o£ 
cieujuim eiqi&£OJU oyo£ eic^ep*rep gnten nn^gi oyo£ cceujuim ofon 
mftett eon^-xejtvi cy ego^&e*r (wenn du micb heute vom angesichte der 
erde verstoflest, dann werde icb micb verbergen vor deinem angesichte und 
werde slobnend und zitternd sein auf der erde, und es wird gescheben, 
alle die mich finden werden mich todten) Gen 4, 14. 

Das fut. Ill driickt in beiden dialecten nicbt selten den wunscb 
und den befehl aus, z. b. eqeujumi : eqeujuine (es geschebe!); ene- 
juienpe ncRuj^wp AMienpH't : eRCA&epe neT^rxof uik htcr^c (du sollst 
deinen nachsten wie dicb lieben) Jac 2, 8; S. ener^ie neneiurr %xn 
TeRAJi^^Y (du sollst deinen vater und deine mutter ebren) Mt 19, 14 = 
B. Ai«t*r*ie neuiun neju tcra**^ ; B. eneAiouji csen TeRXiccxen^H'r 
nejui ~renne?Li (du sollst auf deiner brust und deinem baucbe geben) Gen 
3, 14 ; $tci nm^qofi oyog epeTeneoyoiuoy : nice nn&q n're'rnofojuiof 
(kocbt die lleischstiicke und eBl sie) Lev 8, 31 ; ngjucrr <|>n&i TgipHHH 
eyeujoini neAi&n : Te^^pic ecetgoine njuuu&n jmn nn& ^yva ^pHnn 
(die gnade," das erbarnien. der friede seien mit euch) 2 Job 3 ; B. epe 
$«V 'V n * R (nibge Gott dir geben) Gen 27, 28. Deut 28, 8. 



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DIK CONJUGATION. 223 

Im sah. dialect hat das fut. Ill nicht die nachdriickliche bedeutung 
wie im boh. ; dort wird es haulig als ein subjunctiv nach den conjunctionen 
•xe und •xck^c (damit) gebraucht. 

4 2. IMPERFECTUM FUTURI n*pe . . . it*. . . ne : nepe. . . n& . . .ne. 

Das imperfeclum futuri ist das regelmaBige imperfect des verbum 382. 
instans ; wie das einfachc imperfectum steht es mit oder ohne ne. Seine 
niichsle bedeutung ist »er >var im begriff zu«, z. b. n&pe mxoi t**.p 
ti^^ioyi jutncq^oyin juuul&y : itcpe mtoi i^p nfetgofo £&*. iuul* eTJUtii^y 
(das scb iff war im begrilf dort seine fracht abzusetzen) Act 21,3; oyo£ 
e*j n&cn«juto*]f ne : t^i **e necn«jmoy (erat moritura) Luc 8, 42; B. 
n&qn«dmcvf t**.p ne (er war im begriff* zu sterben) Joh 4, 47; S. neq- 
n«du.o«f ne Z. 335; B. n&qn&eim ne (er sollte vorbeikommen) Luc 19, 4; 
S. n&p*. kcko^i *^e cmijuor ne Z. 296 ist incorrect und miiBte nci- 
n*juoy ne heiBen. 

Im nachsalze der hypothetischen satze mit ene entspricht das imper- 
feclum fut. dem griech. imperfect mit av und unserm conjunctiv imper- 
fect i, z. b. ene oynpo^HTHc ne ^*i n&qn^ejuii *xe oy *re : ene oynpo- 
(|hthc ne n*i neqn&eiAie -se oy tc (wenn dieser ein prophet ware, 
so wiirde er wissen, iytvcoaxsv av, wer sie ist) Luc 7,39; B. en^peTen- 
n *t$ r^p ejunuyciic ne n^pe-renn^n*^ cpoi £iu ne (wenn ihr an 
Moses glaubtel, wiirdet ihr an mich selbst glauben) Joh 5, 46. — Fiir S. 
nepentw komml audi nep*. (a us nepn&.) vor, z. b. nep&.oyx&i Z. 509. 

13. OPTATIVUS JUt*>pe. 

Sg. 4 . Ai&pi PL /. jui&pen : ju&pn 383. 

2. m. AJi^pen 2. juuwpereit : ju&pe'Tn 

/". ju*pe 
5. m. Ai&peq 5. Aifepof 

f. Ai*pec 
Der optativ wird im altagyptischcn durch die partikel ma oder mat 
ausgedriickt; ebenso im koptischen, wo sie sich indefi durch die wurzel 
pe verstiirkt. Im mittelag. dialect tritt fiir p ein A ein : Ai*Aeq, juuwAec, 
jui^Aof. BS. ju&pon (eamus!) ist einc alte imperativform vom hier. mad 
mit der proposition r und dem suflix der /. pi. ; sie ist ganzlich ver- 
schieden von dem priifix ju&peit (faciamus). 

Der optativ hat seinen platz in der regel an der spitze des satzes in 
der bedeutung: »o daft doch! m6gel« z. b. B. ju&pecoynoq n-2te -x^e 
oyo£ u&pe nK^i «ee<\H<V (moge der himmel sich freuen und die erde 
jubeln) I Par i6, :\\ ; jUApeq-ra^po nxe nen^n-x : Ai&pe nen^HT -rum 
(mbge dein lierz sicli stiirken, xpaxatooaoWi Ps 26, 14; B. x* lupeqiiuio-pr 



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224 XXX. CAPITOL. 

jui&pofKcc nofpeqAiraof^ (lass die todten, sie mogen ihre todten be- 
graben) Luc 9, 60. 

U. IMPERATIVE. 

884. Der imperativ zeigt im koptischen wie in andern spracheo den nackten 

stamm. Jeder verbale stamm, rait ausschlufl der qualilativen, rait oder 
ohne object kann imperativisch fur die 2. person sg. oder pi. gebraucht 
werden, z. b. B. juouji ncuii (folge rair) Joh 1, 44; juo£ (fullet) 2, 7; 
oyurT£ (schopfet) 2, 8 ; &.1&1 oyo£ «og&i (nehmt zu und mehrt euch) 
Gen 1,22; ^uioyj- oyo^ cuttcjul (versammelt euch und hort) 49, 2; 
AeA n&iep^ei e&oA (brecht diesen terapel ab) Joh 2, 19; Aienpe not : 
juicpe m&oeic (Hebe Gott) Ps 30, 24; n&£u.e~r (errette mich); fc-ujq 
(kreuzige ihn) Luc 23, 21; jutenprrc (liebe sie) Prov 4, 6; ;6cA;6uiAoy 
(erwiirgt sie) 19, 27. Ebenso bietet der sah. imperativ der griechischen 
verba den einfachen stamm, z. b. \^ra/A'Aei epoq (spiele ihm) Ps 32, 2 ; 
^eAni7e cimo^TC (hofle auf Gott) 41, 12; M. iwqi ^ikcoc (werdet 
recht niichtern) 1 Cor 15, 34. 

Einige wenige imperative haben als characteristicum ein prosthetisches 
*, namlich *kiuwr (sieh! seht!); S ewxoi^u. (sei unrein!) Z. 511; *xm 
(sage! sagtl) und im si. constr. &<xe- : ewxi-, und mit neutralem suffix 
&%oc : *«xic neben B. &%oq (Act 13, 15) und dcm einfachen S. xooc (Mc 
11, 3); S. *Aok (bore auf!) und ^Auith (hort auf!) von Ao ; dagegen 
ist ewo-yuin (oflhe!) nicht nur imperativisch. Dies & ist vermuthlich aus 
dem verb -<2>- ar (raachen) entstanden, und nicht aus der partikel *s$ 
oder ewyic : t^yesc, die einige male in der bedeutung olP (gieb! gieb her!) 
vorkommt, z. b. S. *y neicpoK (gieb was du schuldig bist) Mt 18, 28; 
S. *y (var. jut*.) neKTHH&e eneuuuw (gieb deinen finger hierher) Joh 20, 28 
fiir B. jut*. neRTHA ejuitidj; B. ^yic txk'xi'x (gieb her deine hand) 16.; 
S. **feic *r«wcoi (gieb her, daft ich trinke) 4, 7 fiir B. juoi hki irr&cai; 
S. ^yeicq it^i eneiAft*. (bringet mir ihn hierher!) Mt 17, 17 fiir B. 
*nrrq. 

Einige verba bilden eigene iraperativforraen, theilweise von besondern 
wurzeln; so namentlich B. *Aioyi und im st. constr. *Ai- von mAi 
(wegnehmen); ewnioyi : finite, aus *iu + cine, und *m- von iiu : 
cine (fiihren), z. b. S. &.itme Aiiraoeic ngenujnpe noiAc, *ni oy^r&eio 
Aiiraoeic (bringet her dem Herrn junge widder, bringet ehre dem 
Herrn) Ps28,1; ^pio yi : *p ipe (Mt 3, 8. Z. 514), aus *pi + eipe, 
und A.pi- von ipi : eipe oder ep : p (thun), z. b. ^pi^eAnic cncrc oyo£ 
&.pio*]pi koYJute-x^pHcroc (hone auf den Herrn und iibe rechlschaflen- 
heit) Ps 36, 3. Wie &pi£eAmc von cp^eAjiic, so bildet sich der im- 
perativ aller coraposita mit ep : p durch &pi, z. b. ^puueepe : &piAitrrpe 
(bezeuge); &pi<$«o6pi : *pm&£pe (heile); *pi£0^ : **pi£0*re (fiirchte); 



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DIE CONJUGATION. 



225 



*pi$Aie«ri : ttpiTumeefe (gedenke) Ps 24, 6; ^pioypo (sei konig) 44, 5; 
B. &pi&aiK (sei knecht) 2, 11 ; S. &pigAi£&A aiiwlocic (sei ein knecht 
Gottes) 99, 2. Im B. wird auch der imperativ der griech. verba durch 
*pi gebildet, z. b. &pienrriAi&n (2 Tim 4, 2). S. *pp£OTC (fiirclUe) 
Luc 12, 5 ist ebenso unregelmafiig wie M. &pn«du.eo«ye (gedenke mein) 
Quatr. 248. Im S. kommt auch der imperativ p vor: cp ncKcauu^ 
uepne Ainno*]fT€ (mache deinen leib zum tempel Gottes) Ming. 331 ; 
wohingegen S. p&ppe (Eph 4, 23) vielmehr der infinitiv avaveouoftat ist. 
Selten dient &pi im B. zur verstarkung des einfachen imperatives, wie in 
&pi£juu (wisse!) Job 15, 18. 

Eigene imperativ formen sind ferner ±xxoy m. «ju.h f. (komml) und 
«ju.uiiiu : tjumrxit (kommt !) — fur welches letztere im S. auch tduuuine 
(Dui,. 36), ajuorrn (?Pan.241) und «jum*rit (?Ps 33,12) vorkommen ; — 
B. xxo (nimm bin!) Luc 16, 6 und B. jutuiim (nehmt hin!) Luc 22, 17, 
beides mil € construiert ; dem letzteren scbeint das sab. juuuuterrii (PS. 
290) zu entsprechen ; — B. juoi und B. jut*.- (gieb! gebt!) ist der im- 
perativ zu ^ (geben); der sab. dialect gebraucht fiir beides gleichmafiig 
und ohne unterschied ^ und jua. ; z. b. juoi ^i^Hnoy : ^ ^irarTHfrn 
(gebt auf euch, ziehet an!) Rom 13, 14; juoi nmoy r&t& nofg&HOYi : 
^ n^y k&.*t&. neYgAHye (gieb ihnen nach ihren werken) Ps 27, 4 ; juoi 
n&it juin&iaiiK ncHoy nifcen : ai& n*it xineioeiK nofoeiuj iiijli (gieb 
uns dies brot allezeit) Joh 6, 34; aia. n&nofpo juoioypo : ^ nn&nppo 
jutnppo (gebt das des konigs dem kbnige!) Mt 22, 21; Jut*. neK£&n 
junioypo : ^ neR^n jutnppo (gieb dein gericbt dem kbnige) Ps 71, 1 . 

jui a. bildet den imperativ aller mit ^ gebildeten composita , aus- 385. 
nabmslos im B., willkiirlicb im S.; z. b. Ai&£&n von ^g&n (richten); 
jui«jut^ von ^ai*^ (geruhen); B. ju.&.d'i n^q itm (siiugc ihn mir) Ex 
2, 9 von ^i (die brust geben); B. ai&&.co eneK&mK (scbone deinen 
diener) Ps 18, 3 von ^co ; B. Ai*i**TeneHnoY uranium (beachtet die 
raben) Luc 12, 24 von ^i^t* ; ai&.£»hk : ^thr (merke aufl) von ^ 
£e*c* : ^£th*; S. ^cfcm (lehre), ^eooy (ehre), ^juincROfOi (tritt herzu). 
Mitunter bleibt das ^ des verbalstammes neben dem ai&. des imperatives: 
B. jui^^o (bitte), B. Ai^oym (beendige), S ai*^£tkk (merke aufl). 

jut*, bildet den imperativ aller causativa, ausnabmslos im B. und meist 
im S. ; im sab. dialecte wird namlich auch der ledige slamm als imperativ 
gebraucbt. Beispiele sind B. xx*>~royv>o (errette), JULewx^i^6o (belebe), *aa.- 
etjmio (schafle), Ai&T&.Ad'o (heile), A1&T&.10 (ehre); juia^rewie neiuiirr 
itejut TCRJUt^Y (ehre deinen vater und deine mutter) Mt 15, 4, u. s. w. 
Aber im S. gilt t*juuo (Act 7, 40) neben ju.*t*juljo (Luc 12, 33), tMo 
(Mt 8, 3) neben u^tMo (Joh 17, 7), eMio neben ajla^Mio u. s. w. 
An der imperativ form mit xxa. nehmen auch einige andere verba theil, wie 

Stern, koptische grammatik. 45 



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226 



XXXI. CAP1TEL. 



B. Aiewxc£o (erzeuge) Ps 78, 11 ; B. Aia^ne-xoiK (beuge dein haupt) 36, 7 ; 
B. ja^eoYtUTeit (sammele uns) Ps 4 05, 47; B. jut^^cTgHT (seid be- 
herzt) 2 Tim 4, 2 ; B. JUL^Re-r^Hno-y (wendet euch) Act 13, 41 var. fiir 
AiewiTd.R'reeHnoTf ; S. juuwTfinooY (Ps 42, 2) und juutTitiiKY (Luc 16, 24); 
S. ai&'xooy (schicke); S. Aft.&Kito«fq (frage ion); und regelmaBig B. juuwujc 
n^R (geh) und JUL^uje nurren (geht). 

Diejenigen verba, welche keinen imperativ bilden, namentlich quali- 
tative, umschreiben ihn durch tgtuni (werden, sein), z. b. tgtum cpe- 
renpHc *5eit oy%xe^ixHi (seid recht wachsam) 1 Cor 15, 34. 



XXXI. CAPITEL. 
DAS NEGATIVE PRADICAT. 

386. Die negation eines unabhangigen satzes wird in der alten sprache 

durch die partikeln ^J^; an und J_g> bu oder J ben y die sich ira kopti- 
schen unter den formen &n oder it und ul, letzteres nur in der zu- 
sammensetzung, wiederfinden. 

A. DIE NEGATIVE PARTIKEL *it. 

Die allgemeinste negation ist *it, M. en; sie steht regclmafiig hinter 
dem zu negierenden worte, wahrend sie in andern sprachen vor dasselbe 
gesetzt zu werden pflegt, z. b. *5en o*fxo*]fAo *n : £n ofrMo *n : git 
oyreA* en (nicht in reinheit) Phil 1,17; S. juuul&.~tc ^.it, M. juuuc^ *.n 
(nicht nur) 1 Thess 1,8; B. R&.*r&. oYcynrnouuiH R&T&. o*]pfc.£c*£iti *it 
(aus vergunst und nicht aus verbot) 1 Cor 7, 6; B. A&n&.ipH't &n (nicht 
also) Gen 4,15; B. -xe Aju^pir^ *it euj&pe itiptuA&i n*.y uj&qn&f itxe 
$^ (denn nicht, wie die raenschen sehen, sieht Golt) 1 Reg 16,7; &qo£i 
juuuewy itcpuiHuj ite^ooy &it (er blieb daselbst, nicht viele tage) Joh 
2, 12; S. unite*. £&£ &it it^ooy (nach nicht vielen tagen) Act 1, 5; B. 
&pi£tnA ct&pe *it c^it^r&RO &AA&. 'V&pe e^it&ujoini koyain^ hcne^ 
(arbeite, nicht die vergangliche speise, sondern die speise, die furs ewige leben 
sein wird) Joh 6, 27 ; S. <xeR&.c fc.it, M. •xeueec en (non ut) Hebr 9, 25; 
«e oyHi r*.p e*r&ji gin*, irr&ipi *»it juiictc gum &.AA& ncre £it&q : xc 
irr«tiei e~rp&eipe &n jutn^oyuiuj &AA& Ajtneqoyaiuj (denn ich bin ge- 
kommen, damit ich time nicht meinen willen, sondern seinen willen) Joh 
6, 38 — wo Schwartze die boh. lesart giit* *it irr&ipi einsetzt. 

Aus der starken form der negation *it hat sich eine schwache pro- 
clitische it (vor labialen jm) entwickelt, die nur zur erganzung jener, der 



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DAS NEGATIVE PRADICAT. 227 

nachfolgenden, dient; n..&n entspricht genau unserm miltelhochdeutschen 
en — nicht und ungefahr dem franz. ne — pas. Als wortnegation ist die 
doppelte negation selten, doch findet sich z. b. fur B. &non *n &AA* 
noc (nicht ich, sondern der Heir), im M. rt&.n&.R *n &AA&. ncnz 
4 Cor 7, JO ; S. nuewrew -ee *n euj&pe nKoaioc ^ (nicht wie die welt 
giebt) Job 4 4, 27 — fur B. Ai$pwt &n e-re hiroaioc ^ juuuloc. Im all- 
gemeinen ist die doppelte negation n . . &n im S. haufiger als im B. 

Die negation des satzes mit nominalem pradicat ist 3LH, welches 38?« 
seinen platz zwischen diesem und der copula hat; so gewohnlich im B., 
z. b. miok *n ne n^c (ich bin nicht der Christ) Joh 4, 20; $h eenejue 
^noy ne£M &n nc (der jetzt bei dir ist, ist dein gatte nicht) 4, 48; 
*r*cAui mior oiui *n *tfe (meine lehre ist nicht die meinige) 7, 46; 
Taju.eeju.eepe oyjutHi &.n tc (mein zeugnifi ist nicht wahr) 5, 34 ; $h 
ctc niecmoy noyq *n ne (der, dessen die schafe nicht sind) 40, 42; 
n&ic&/xi n&oypuiA&i &.n nc eoyon oyxejuuin neA&&.q (diese worte sind 
nicht eines menschen, bei dem ein damon ist) 4 0, 24 ; oyxc coy^i *n ne 
(auch ist kein erster des monats) 4 Reg 4, 23; ne neoq *.n ne moyinini 
(er war nicht das licht) Joh 4,8. Daneben ist im B. die anwendung der 
doppelten negation H . . 3LH gestatlet und im S. die regel, z. b. n&ipuuui 
hoye&oA grren $^ ^n ne : neipuuue itoyeAoA gjut imorrc *n ne 
(dieser mensch ist nicht aus Gott) Joh 9,46; S. ^euae ste Hoypeq%i£0 
^n ne nnoy-re (ich weiB, dafl Gott die person nicht ansieht) Act 4 0, 34; 
B. . noypeqtf'jivxonc r&p &n ne ty\, M. itoy&.'atiROC en ne n$^ (denn 
Gott ist nicht ungerecht) Hebr 6, 40; S. ste Hmior juuul^tc &n ne (denn 
ich bin es nicht allein) Joh 8, 4 6 — aber ^yin &noR juuul^tc *n 2 Joh 
4,4; B. hoymuj^ oyn *n ne (es ist nun nichts groBes) 2 Cor 4 4, 4 5; 
hoyuj^mpi *n tc (es ist kein wunder) ib. 44; T*jueToypo ne^n*.i- 
kocajloc &n tc : T&AinTepo *noR HoycAoA &n tc £ai neiKocjuioc 
(mein reich ist nicht eins dieser welt) 4 8,36 — neben B. ^noy **e 
T*JUCToypo -»&n&iKOCA&oc *n tc ib. ; S. t&.c&ui &.non nTUii *n 're 
(meine lehre ist nicht die meinige) 7, 46; S. Tenoy neTe oynTceq 
(oder oynTecq?) juuioyg&i \tt ne (den du jetzt hast, der ist dein gatte 
nicht) 4, 48; S. neiuj&'xe nn&.oy&. &.n ne eqo n^&iAiotuon (diese 
worte sind nicht die eines besessenen) 4 0, 24 ; S. n^en eAoA *n £ju 
nnocjuoc ne (sie sind nicht aus der welt) — flir B. g*n e&oA &en 
niROCAJtoc *n ne Joh 4 7, 46; S. iioyR&T&. nujHpe HppoiAie &n ne (er 
ist nicht wie die menschenkinder) Peyr. lex. 4 35; mpeAiAe^e ^e neoq 
oyog ctc noyju^nccuioy &n ne $h ctc niecmoy noyq &n ne : 
n-x^ifeene •*€ ctc noyujtuc &n ne n&i ctc nnoyq &n ne Rccooy 
(der soldling, der kein hirt ist und dessen die schafe nicht sind) Joh 4 0, 4 2 
— wo eine sah. hdschr. incorrect gleichfalls ctc noyq *n ne liest. 

15* 



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228 XXXI. CAPfTEL. 

Die nominalen siitze, welche statt der copula das personliche pro- 
nomen haben (§ 304), negieren durch einfaches *n, selten durch n . . &.n, 
z. b. \noR oypaiAJii &n : ant* oYpuuue &.n (ich bin kein mensch) Ps 
21,7; &noR •*€ &noK oyeAoA ;6en n&iKocA&oc &n : miok a^nt* o^feAoA 
&it £Ai neiKocjutoc (ich bin nicht von dieser welt) Job 8, 23; neo £iui 
nao oy Ropu &n : nTO guiarre ht£ *xoA£ *n (du selbst bist nicht 
gering) Mt 2,6; icxe ^oi iwwnocToAoc &n : eujKe a^nt* oy^hoctoAoc 
*>n : euj%e it&n*K offenocroAoc en (wenn ich nicht ein a post el bin) 
1 Cor 9, 2, wo nur der mittelag. text n • . &n hat. 

388. Die negation des prafixlosen verbalen pradicats ist a^n, z. b. ncewxi 

ai^^ con£ &n : nuj*?&e Ainnoyre JutHp &n (das wort Gottes ist nicht 
gebunden) 2 Tim 2, 9; B. ni£tu& p&n&n &.n (die sache gefallt uns nicht) 
Act 6, 2; S. £m& iujui pnoqpe *n (alles from in t nicht) 1 Cor 10, 23; 
cti KeKoyxi ofo^ niKocjutoc n*>y epoi *>.n : c*ti KCKcrp ne a^ym 
nnocjutoc n^n^y cpoi *at (noch ein kleines und die welt sieht mich nicht) 

Joh 14, 19; &.Y n *T 7Le IHC 9C K ****** Y &tt : ** c IC **aa**T * klt ( s ' e sauen > 
daB Jesus nicht dort war) Joh 6,24. Die d op pelt e negation des conju- 
gationslosen satzes ist besonders dem sab. dialecte eigen ; it steht in diesem 
falle vor dem subject, *it nach dem pradicat, z. b. S. auick^ht coy- 
tuih &n (dein herz ist nicht aufrichtig) Nic. gnom. ; *>ym irrjue 
ujoon &n y>*j n^HTit (und die wahrheit ist nicht in uns) \ Joh 1,8; 
juinnoYTe r*>p jute AA*>*y *n eijuurri ne-xoyH^ gn tcoc^i*. (denn Gott 
liebt niemanden aufler den in der weisheit weilenden) Sap 7 ; und mil 
dem verbum instans : juineygHT n^OTe *n (ihr herz wird nicht furchlen) 
Ps 26,3; *>ym jmneyr^KO n&ui&ig *>n (ihre verdanimnifl wird nicht 
schlummern) 2 Petr 2,3; juun&ttxe im^£hy Mt n^HTq **]rm AinujHpe 
n~r*nojuLi&, n&ejuiKoq *n Ps 88, 22. Ebenso negieren mil *n die no- 
minal verb a, z. b. n&nec Mt (es ist nicht gut); B. it&ite ncrcnigo^igoY 
&n (euer ruhm ist nicht gut) 1 Cor 5, 6 ; cuje n*>q &n : ujuje &n epoq 
(es ziemt ihm nicht) 2 Tim 2, 24; in der vergangenheit : tte ne*rcuje Mt 
ne e&oAc : tte ujuje *u e&oAc (ziemte es sich nicht sie zu Ibsen? oox 
28et) Luc 13,16; S. ne ujuje <4c jitor *>n epoK ne en*> (ziemte es 
sich dir nicht mitleid zu haben?) Mt 18, 33. Nicht selten hat jedoch 
cujc : ujuje (es ziemt sich) die doppelte negation, die mil dem sail, ujuje 
gewohnlich zu iteujuje wird, z. b. itcuje n*>q *>n : neujuje &tt epoq 
Joh 18, 31 ; S. itujujc epoq *it 1 Cor 11,7; und im S. wird ujuje nach 
dem relativ bisweilen auBerdem durch jui (hier. bu) negiert, wie e*re 
juteujuje (was sich nicht ziemt). Die negation zu oyon ist juuuon : Huutn, 
worin das proclitische n (aa.) enthalten ist, da die urspriingliche form S. 
ijtit ist. Das hulfsverb e (sein) scheint im B. mitunter die doppelte ne- 
gation anzunehmen: ne — *>n; daraus sind wohl stellen zu erklaren wie: 



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DAS NEGATIVE PHADICAT. 229 

*kYiuwOAA*ue mpiujuu eftoA s&en m^Hoyi oyo£ ne e&oA *6en nin^g^- 
juuuL*/f«t*rq *n (der mensch wird gerecbtferiigt werden aus den werken, 
und es ist nicht aus dem glauben allein) Jac 2, 24 ; p*«Jk ^nopnn juih 
lie e'rewfOAi^ioc &.n eAoA ;6en ru^fitHoyi (Raab die hure — ist es nicht, 
dafi sie aus dem glauben gerechtfertigt ist) t&. 25. 

Das verbale pradicat, welches durch e*r angekniipft wird (§ 306), 
hat gleichfalls die negation &n und im S. auch n . . «at, setzt sie jedoch 
hinter das subject des satzes; z. b. B. julh naunren &.n coofOT epoioy 
(seid ihr nicht besser als sie?) Mt 6, 26; julh n^urren *n cttloi 
juuuloc (seid ihr es nicht, welche sagen? ot)/ utteT; Xi^&xe;) Joh 4, 35; 
oyon hi fee it &n ct-xui juuuloc nm «e nox not eena/i eiSoyn 
e^jULeroypo nre lu^Hoyi : no yon (oyon) nuut Mt ct-xdi juuuloc 
n&i xe m&oeic ra&oeic neTti^uiH egoyn crjum-xcpo RjuLnHyc (nicht 
jeder, der zu inir Herri Herri sagt, wird ins himmelreich kommen) 
Mt 7, 21. 

Die negation *n und haufiger n . • *n ist auch die nachsle form der 389. 
verneinung beim conjugierten verb; doch lassen sie nicht alle tera- 
pora gleichm'afiig zu : einige, wie das perf. I, das plusquamperfectum, der 
aorist, das fut. Ill, schlagen sie uberhaupt aus und bilden ihre negative 
form vielraehr durch besondere negative pra formative. 

Das prasens I wird im boh. dialect nicht selten durch das einfache 
*n negiert, z. b. &noK •*€ ^nejULUiTcn &n ncHoy iti&en (ich aber bin 
nicht allezeit bei euch) Mt 26, H ; ^n±y *n eoy^i (ich sche nicht einen) 
Joh 8, H ; TcrencinoYn juumoq &.n (ihr kennt ihn nicht) 1, 26; iuwi 
rcjuli epraoY &n (dieses weifit du nicht) 3,10, — in welcheti fallen *n 
zunachst wortnegation ist Hauflger aber und im S. regelmafiig hat das pras. I 
die doppelte negation n • • *>n, z. b. B. hkcjuli *n (du weifit nicht) Joh 
3, 8; B. irrenejuLi &.n (wir wisscn nicht) 16, 18 ; B. n^JULnuj*. *n (ich 
bin nicht wtirdig) 1, 27; n^ep fcAi *n eAoA £rro*r juum^f^r : n^p 
A*^y ^n £*poi jul^^^t (ich bin nichts durch mich selbst) 8, 28; 
oy^e &non n-xeTencoioyn juuuloi *>n oy^c n&neiarr : oy^e nT£Tn- 
cooyn juuuloi *n oy^e mxTncooyn &.n jumeweittri (weder kennt ihr 
mich, noch kennt ihr meinen vater) 8, 19; B. nqepno&i *n, M. nqeA- 
n*Ju en (er siindigt nicht) 1 Cor 7, 36; B. nq&.pe£ *n eiuc&AA&.Ton (er 
halt den sabbath nicht) Joh 9, 16; B. iuvxoyujt t«*p *n c^o npuuuu 
(du siehst nicht das antlitz der menschen) Mt 22, 16; S. miok «*e ir^ujoon 
njuuuLirrn *n noyoeiuj nuuL (ich aber bin nicht allezeit bei euch) ib. 11; 
S. nqnny *n (er kommt nicht) Joh 11, 56; S. iwiujoon *>n £&. nnojutoc 
&AA*. o& -re^opic, B. -ren^n J6* $noJULOC *n &AA* &*> iuoajlot 
(wir sind nicht unter dcfm gesetze, sondern unter der gnade) Rom 6,15; 
M. enceiJULi en (sie wissen nicht) Bar 6, 19. 



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230 



XXXI. CAP1TEL. 



Iirf S. wird das k der 2. m. sg. nach § 21 zup, also: itc-coo-fit 
&n (du kennst nicht) Joh 19, 10. 

Das futurum I wird in beiden dialecten regelm'aflig durch n . . &ti 
negierl, z. b. B. wior ir^nta &n e^piu en&juj&i (ich werde nicht 
heraufkommen zu diesem feste) Joh 2, 8; B. ncen^^n cpoq *n (sie 
werden ihn nicht richten) Joh 3,18; S. tr|"n^p£<r;re *>n gH^rof w^enneeoof 
(ich werde mich nicht vor iibeln fiirchten) Ps 22, 4 ; S. nqn^Tp^ujaiurx 
*n 11A&&T (er wird mir nichts mangeln lassen) 22, 1 ; S. nqn&£no *n 
(er wird nicht hungern) Joh 6, 35. Selten ist selbst im boh. fut. I die 
einfache negation durch &n. 
390. Das prasens II wird durch it . . *n negierl, indem sich das prafor- 

niativ *q : eq mit n zu it^q : neq verbindet, so daft diese negative form 
sich vom imperfectum nur durch das mangelnde ne unterscheidet. Das 
proclitische n fehlt bisweilen im S. Beispiele : B. n&pe ^ &n ^ jutninn^ 
*cn ofuji (denn Gott giebt den geist nicht nach deni maB, 00 8{8a>atv) 
Joh 3, 34; S. epe oder ncpc n&i u&p r*ge &n (denn diese sind nicht 
trunken) Act 2, 45 ; B. n^rxui juuutoc nunen &n eeAe aim (ich sage euch 
nicht von brot, etirov) Mt 16, 11; h^ikhi^ we*, n&uiof juuut*f**x *ti : 
*non Twe irxxiujine (lies neiujine) &n nc& n&eoof (ich suche nicht 
meinen eignen ruhm, 00 Ctjtci)) Joh 8, 50 ; n*i^£o *n : neiconc *it (ich 
bitte nicht, oux ipcotcuj 17,15; iuwikoi^ *»*p &n nc& nere nofren : 
neiujine u&p *n nc& neTiuiK& (denn ich suche nicht das cure) 2 Cor 
12, 14 — wo eine sah. hdschr. falschlich nneiiy* hat; n&qujoon *h : 
ncqofH^ *n (er weilt nicht, 00 xatoixet) Act 17, 24; S. wequicrefe 
*w (er glaubt nicht, ou moTsoei) Joh 12, 44 — wo der boh. text ^qit*^ 
epoi &n hat, indem er &n als wortnegation auttaflt; S. ncqcoofn *n 
jutne^xeq'sai juuutoq (er weiB nicht, was er sagt) Luc 9, 33 — fur das 
B. nqejuti &n enereq^ui juuutoq; S. <xe neq£&pe£ &n enc*AA**ron 
(denn er halt nicht den sabbath) Joh 9, 1 6 ; S. nee ro tt&K &n (oux 
e£e<rr( 001) 5, 10 ; n^peireit^H r^p ;6* ^noxioc **ti &AA& £>*> ngA&oT : 
eTe-riuyoon t«^p *n g* nnoAioc &AA& ^ Tep^pic (denn ihr seid 
nicht unter dem geselze, sondern unter der gnade) Rom 6,14 — wo dem 
sah. die proclitica fehlt. Selten wird die zweite negation unterdriickt, wie 
neqeijutc Sir 27, 27; andre unregelrnaBigkeiten der form bietet das S., 
namentlich die vorsetzung eines incorrecten e, wie in eneixiocre ^n (ich 
hasse nicht) Peyr. gramm. 134; und eines n, wie uneK^iuujT p*p **n 
e£o npuijutc (denn du siehst nicht an das antlitz der menschen) Mt 22, 16, 
fiir neWoiujr ; neiujtune imequjoon *n cnjuiof (diese krankheit ist 
nicht zum tode) Joh 11, 4 fiir nqtyoon &n. 

Das negative futur. II entspricht dem pras. II, doch ist es selten, 
z. b. it*.pe nipuijuti n&uinj$ guiik juuul&y** 1 ^ &n : epe npouute n*.tun£ 
*n eoeiR juuu**re (der mensch lebt nicht von brot allein) Mt 4, 4 ; S. 



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DAS NEGATIVE PBADICAT. 231 

h epe nnoyre n&pnaiAuj &n eujn£;rHq (oder will Gott nicht -vergessen 
sich zu erbarmen?) Ps 76, 9. 

Das iniperfectum wird durch das einfache *n negiert, selten im 391. 
SM. durch it . . *n, bleibt aber vom negierten pras. II durch das gewohn- 
tich folgende ne unterscheidbar, z. b. B. &non nfeictuofn juuutoq *n 
ne (ich kannte ihn nicht) J oh 4,31; oy r*p n^qoftuiy *n ne CAiotyi 
&en ^lof^e* : nneqcvfuiuj ***p *n ne ejuoouje £n ^©y^aj^ (er 
wollte nicht in Judaa wandeln) 7, I ; oy^e r^p nequecitHOf w^Yn^'t 
epoq *n ne : ncpe nequecnnf c*p mcrcyc *n epoq (denn audi seine 
bruder glaubten nicht an ihn) 7, 5 ; B. n&qeAii **n (er wuBte nicht, oox 
tqSsi) 2,9; B. nevyexii *n ne, M. nn&f IiULI €n ( s ' e wuBten nicht) Bar 6, 23. 

Das iinper fee turn futuri negiert glcichfalls durch einfaches *n, 
z. b. n&pe n&con n«juof &n ne : nepe n&con ntjuof &n ne (mein 
bruder wiirde nicht gestorben sein) Joh H, 32; und durch n . . *n, z. b. 
S. nneinew rc^AoK *.n jutn&i gjut nuj&'xe muutt^e (ich wollte dich dies 
nicht nur durch's wort lehren) Ming. 286. 

Beini perfectum I ist &n nur wortnegation, wie z. b. in a, %xuiy chc 392. 
*.n ^q^- nurren jmniuiiK eAoA ;6en -r<£e *.AA*. neviurr : Jum*ycHc &n 
nen-r&q^ hhth AinoeiK eAoA £n rnc &.AA& n^eionr (nicht Moses hat 
euch das brot vom himmel gegeben, sondern mein vater) Joh 6, 32. Nur 
im M. negiert n . . en das perf. I && . . ., wo die beiden andern dialecte 
das perf. II gebrauchen. 

Das perfectum II wird namlich regelm'aflig negiert, im B. durch 
n..^n, im S. durch das einfache &n, also neT^...&n : it*rew...^n, M. 
n *.&... en, z. b. ne~r& npQc c^p A.n i e^oyn • n*r^ nepQc c^p *n 
&uik cgofn : n&& nep^c r&p en ujh c^oy n (denn Christus ist nicht ein- 
gegangen) Hebr 9, 24 ; aih ne-r^exoc *>n nxe ^p*^H : ht^ Terpen 
*n <xooc (hat nicht die schrift gesagt) Joh 7, 42 ; B. ne-T* $*$■ r*p *n 
ofuipn A&nequjHpi chikocjuloc (nicht hat Gott seinen sohn in die welt 
gesandt) 3, 17; oyr^p ne^r&ii *n eAoA grroT juuuia^t ' n-r^iei r^p 
&n £&.poi ai*y**^t (^ enn ich bin nicht durch mich allein gekommen) 
8, 42. 7, 28; merkwiirdig ist die variante B. ne e*r*ii eAoAof* *n 
&AA& ckokoy (ich bin nicht gekommen sie aufzulosen, sondern sic zu 
erfullen) Mt 5, 17; neu&p ne*T*Y C€iri " nipuwuu *n e-»Ae ^cguii : k*j- 
u*p nT^-fcrnr npuuue *«* e-r&e -rec^ixie (denn der mann ist nicht 
wegen des weibes geschaflen worden) \ Cor H , 9 ; S. nenconc r*p 
n^&qujtune *n eftoA £n ofnA^nn, M. nenconc r^p n&.&qujuini en 
gn oynA&nH (denn unser bitten ist nicht zum irrthum gewesen) 4 Thess 
2, 3. Nach einem fragenden xih pflegt das proclitische n auch im boh. 
dialecte auszufallen, z. b. juh er^njuiouji &n ^en n*jnn& n&mn& : 
nT^iuutoouje &n gjut nmn& lio^uiT (haben wir etwa nicht in einem 



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232 XXXI. CAPITEL. 

geiste gewandelt) 2 Cor 12, 18; aih oy c&-»epi &tt ne~r&icejmiurrc ite- 
jui&r : jutH iitajcjuiiitc iuuuul&k &n efc^Tecpe (habe ich nicht einen 
stater mit dir festgesetzt ?) Mt 20, 13. 

393. Der aorist negiert nur selten durch *n oder it. . *n, da dieses tem- 
pus seine eigene negative form hat. *.n beim aorist ist zunachst als wort- 
negation zu verstehen. Beispiel : S. ±yva etyAq~r&£o *.n ep*rx-of ngiw*- 
*rorc«opoc hujjuuulo oyre my>qeme &n ngruuirrpe £ifto'A CTpcyeAei^e 
juuulutth (und er pflegt nicht freinde anklager zu stellen noch zeugen vor- 
zufiihren, daB sie euch verklagen) Fragm. 437. 

B. DIE NEGAT1VEN PRAEFORMATIVA. 
1. perfectnm jutnc. 

394. Sg. /. jam 2. m. xinen f. jutnc 5. m. juuieq f, jutnec 
PL /. juneit : jutntt 2. jutne^rcn : june-rn 3. xxnoy. 

Das negative perfect xine ist aus dern hier. bu pu hervorgegangen 
und in alien dialecten gewohnlich; in seiner urspriiuglichen bedeutung 
»es ist nicht, nein« komnit es noch im B. Luc 22, 35. Nuin 22, 30 vor. 
Ini S.wird die l.sg. auch jutnei und die 5. m. sg. audi jutnq geschrieben; 
fiir die 2. pi. hat Luc 22, 53 eine unrichtige variante jutne-rcrn. 

juuie verneint die vollendete handlung in der vergangenheit und 
entspricht da her dera negierten griech. perfect oder hauOger dem aorist, z. b. 
A.Td'noyq jane gAi tyuini : **mrq mine A^^f ujume (ohne ihn ist 
nichts geschehen, lyiveTo) ^ on * > 3 J Jutne P^aii c^«sli mtn&ipH^ ene£ : 
jutne puijute ignite ene£ n^e jutneipcujute (niemals hat jemand so ge- 
sprochen, Ikakqazv) 7, 46; $&i jutne &Ap*.«jui *iq : jutne fe&p*.£«ju. eipe 
juui&i (das hat Abraham nicht gethan, dirofyoev) 8, 40; B. ^ jutne ^Ai 
n&f epoq ene£ (Gott hat niemand gesehen, icopaxev) 1,18; B. julh 
une ic'A juneqexii (hat Israel nicht erkannt? ji/q oux e^vo);) Rom 
10, 19; junrxoc ne : Ji&nrxooc ne (oux etirdv ooi) 11, 40; B. amick- 
coftuir*" (oux eYvrnxa? |xe) 14, 9 ; junenepAaiK ngAi eite^ : A&nnp£JUL£&A 
ttA^&f eiie£ (wir haben niemals jemandem gedient, SeBooXeuxajisv) 8, 33; 
e-ofte of juuieixnenq : crAe of JutneTnirrq (warum habt ihr ihn nicht 
gebracht? rflayete) 7, 45; jmnofejutj : juuioYeuae (sie wufiten nicht) 
8, 27 ; nofo*piA a/f^ci rc-rcHqi o-fog uof5C H P*^ AJtnofpwuti cpmof : *> 
nef oyHH& ge £it TCHqe *>yvu jutne ne*f5C H P* ki piAie (ihre priesler Helen 
durchs schwert und ihre wittwen weinten nicht iiber sie) Ps 76,64; B. 
AMiOYTXn^OTprq (sie glaubten ihm nicht, oix i7ri3Teooav) Joh 9, 18 — wo 
im S. iteynic*T£fe <** *>n das negierte imperfect entspricht; ofoit njften 
eVipi jut^mofti jutneqn&f epoq o*r^e juLneqcoftunq : oy on nuut e-xep- 
noAe jutneqn&Y epoq oy^e jutneqcof oinq fjeder der siindigt, hat ihn nicht 



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DAS NEGATIVE PRADICAT. 



233 



gesehen, noch gekannt, 003^ £u>pax£V . . 008c e^vcoxev) * J°h 3, 6 ; B. aih 
Ainofcimrejut (haben sie nicht gehort? u,7j oox 7jxooaotv) Rom 10, 18. 
Das pra'sens ubersctzt jutne nur selten ohne seine eigentliche bedeutung 
aufzugeben, z. b. B. rie-renci^ muutoq neoK junequiiu6 ^qug^xe&juuof 
(was du sliest, hat nicht leben gewonnen, wenn es nicht stirbt, ou Ca>o- 
itoierrai, iav u,^ arcoftavfl) 1 Cor 15, 36. Veraltet ist audi die verbin- 
dung des jutne mil dem verbum instans, wie in ju.nqn&'&i^o (er wird 
keine person ansehen) Sap 277. 

Durch tie . . . ne bildet sich von mine im S. ein plusquamper- 
fectura, das jedoch selten ist, z. b. ne jutnq , siu epoof nc (er hatte 
ihnen nicht gesagt) PS. 2 ; *.yu% ne jutne Aa^f ftoH^i epoi nc (und 
niemand hatte mir geholfen) PS. 178. 

2. perfectum absolutnm xm^-re. 
Sg. 4 . Ain*^ PL 4. ju^tcw : xinewrn 395. 

2. m. JLinewTeK : juh^tk 2. Juui**TC*ren : Ain^Tcrn 

3. m. JUtn&Txq : ju.n&~rq 3. sum^rzoy 
f. ami* Tec : jutnewrc 

jutnewTe ist aus dem cinfachen jutne durch das characteristicum des 
perfects *> oder *tc hervorgegangen ; eine nach der analogic von iu>irre 
gebildete boh. form jun&n*re (Z. 4 01. 102] ist kaum zu rechtfertigen. 

juui&re verneint die e r w a r t e t e und vollendete vergangenheit, 
so dafi es meist das griech. oi>7?a> oder ooSiirco noch nicht wiedergiebt, 
z. b. n&tCHOf &non xinewreqi : n&ofoeiiy &non jutn^rqci (meine zeit 
ist noch nicht gekommen, outco> Ttapeariv) Joh 7, 6; Joh 8, 57; B. 
jULn&>TXci uite T^ofnoy (meine stunde ist noch nicht gekommen, oo7ta> 
Tjxei) 2, 4 ; B. julu* reTenejuti (habt ihr noch nichts erfahren? ooirco 
voeiTe;) Mt16, 9. Gewohnlicher stent dies einfache tempus im nebensatze. 

Das plusquamper fee turn nc un\Te... (nc), im S. auch wohl 
neju.n&ire, ist im unabhlingigen satze haufiger als das simplex, z. b. B. 
ne jutn^TC ^ ^oiof (Gott hatte noch nicht geregnet) Gen 2, 5; ne 
xin^-xe nmn&. c^p ujumi ne <xe ne jutn^re ihc 61 moy ne : ne 
jutn^ro«p&i nn«w u&p ne *e ic ne xin*. rq^ti eoof ne (denn es war 
noch nicht der geist geworden, denn Jesus war uoch nicht verklart wor- 
den, ooiro) tjv — oo8&ru> ISofcaoOt)) Joh 7, 39; ne jun^roxcofen 
^rp^^H c^p ne : ne Ain^TOf co*f n 'reup*^n c^p ne (denn sie hatten 
die schrift noch nicht kennen gelernt, ou8i7ra> ^8eiaav) 20, 9. Fehler- 
haft mangelt bei diesem plusqperf. das ne in B. xinewroTfeuj r&p ne 
Num 15, 34; oder es steht nne dafur im S. *e nne xinev-re TcqcfnoY 
ei (denn seine stunde war noch nicht gekommen) Joh 7, 30 fur B. -ate 
oym ne jutn^reci ivse *reqo*yttOY. 



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234 



XXXI. CAP1TEL. 



3. aoristus jutn^pe : xtepe. 

396. Sg. 4 . juuevi : jutci PL /. jutn&n : [jutcn?] 

2. m. JULn&>K : juten 2. JULii*.pe~reti : [jute-re-rii ?J 
/. xinewpe : xiepe 

3. m. jutn^q : juteq 3. jum^f : jutey. 
f. xtnewc : julcc 

Dcr negative aorist wird durch die alte negation bu bezeichnet, die 
sich unter der form jut im B. mit der copula ne und dera pras. II, im S. 
unmittelbar mit dem pras. II verbindet. S. jutepe ist das bier. J^b - ^" 
bu art ; fur jutei findet sich am (Fragm. 431 ) , fur Aieq einmal jutq (Z. 385). 
Selten hat das S. in den sclbstandigen satz die participiale form mit e ge- 
nommen. Der mittelag. dialect gebraucht die sah. formcn. 

xinewpe : jmepc ist die negation von uj*.pe, und bezeichnet die handluug 
die nicht zu geschehen pflegt 1 ), z. b. oy^^p jun&pe ^Ai ep^tuft : 
jutepc Aa^y r^p p£tuft gjut ngoin (niemand thut etwas im verborgenen, 
7rot£i) Job 7, 4 ; jmn&pe ^Ai eA oyriuic jmAepi irxxqgrxc eoy^eA*! 
it£&iuc n&n&c : jmepc Aa^f Twe gi oyroeic nuj&i efuj-rHii xin'A^e 
(niemand pflegt einen neuen flicken zu nehmen, dafl er ihn auf ein altes 
kleidstiick lege) Mt 9, 16; -renejui xe juLii&pe ^ cuitcai cg&npcqcp- 
no&i : 'reucoofit «e jutepc nitoy^re coitai epeqpnofte (wir wissen, 
daB Gott sunder nicht anzuboren pflegt) Jon 9, 31 ; ^^nn jutn&ccp 
ncTguiof Ainccujc^Hp : jutepc T^r\nH pne-ooof JutneTgiTO«]fnic (die Hebe 
pflegt ihrem nachsten nicht hoses zu thun) Rom 13, 40 ; S. jutepe ne-rnc&g 
^ "require (euer meister giebt seinen groschen nicht) Mt 17, 24 — wofur 
B. vielleicht richtiger neTCitpeq^cfcui q^Ki^ *n steht; jutepe Aa.*y 
eqiy&'xe gn ofim*. irre nito-fre (niemand redet im geiste Gottes) 1 Cor 
12, 3; S. jutmoi wuiuj (ich kann nicht lesen) Fragm. 431 ; S. juteKOfeuj 
g'AiA (du wills! nicht opfer) Ps 50, 18; Ofon niften erujon iu6inrq 
jULn*.qepnoAi : oyon iujul crujoon £p*.i ngwrq JuteqpnoAe (jeder, der 
in ihm ist, pflegt nicht zu siindigen) I Joh 3, 6; julh jutn^qp^^ niqe 
grxeit ni-ruiof : aih jmeqmu jutnincr^ioyijric gi*it mroof (wird er 
nicht die 99 auf dem berge Jasscn?) Mt 18, 12; B. iujul euj^q^o tto*p*>£- 
&A0A1 o*]fOg Ain^qofwiAi eAoA ;6eii ncqoyT^g (wer pflegt einen wein- 
slock zu pflanzen und seine frucht nicht zu essen) 1 Cor 9, 7 — wofur 
das SM. iujul nety&qi'uid'c nofJUL^neAooAe itqijutof iujul JULneqK*.pnoc ; 
B. niftoiK Tk.€ jun^qogi ;6ew niHi uj&> cneg mujHpi T^e ive>oq uj&qogi 



\) »Eine handlung, welche, wcil sie noch nie geschehen, auch jetzt nicht zu 
geschehen pflegt«. Ewald, iiber den bau der thatworter im koptischen § 42. 



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DAS NEGATIVE PRADICAT. 235 

ty* ewc£ (der knecht bleibt nicht immer im hause, der sohn aber bleibt) 
Joh 8, 35; B. jutn&qi (er komnit nicht) 3, 20 — parallel mit qjuLOcJ- (er 
haflt); S. juieqcpiy&f (er niitzt nicht) Luc 14, 35 — fur B. qepuj&Y 
**n ; S. ofAion^pQH nc^&H Aiecuja^e jutn goo^fr enTnpq (einc ver- 
standige nonne redet mit einein mannc uberhaupt nichl) Z. 576 ; ;6en 
^*.n&e*T&eic u^p oy^e ash&t^i of^e jutn^y^rroy &AA&. A/fn^ep 
jutc^pH^ itm&weAoc : £p*i *"*p gn ***^*x*t*cic of^e jute«p&i c^wute 
oy^e juief^Aiooc aih g*i &AA& eyn^igmne n»c nn^crcAoc (denn in 
der auferstehung freien sie weder, noch werden sie gefreit, sondern 
sie werden sein wie die engel) Mt 22, 30; vergl. 5, 15. 9, 17; B. 
jum&Tiyii&tg&io'f eAoA &en ninoAejuoc, M. Ax.e'j'euiitegAx.o'f eA&A gAi 
nmoAexioc (sie konnen. sie nicht erretten aus dem kriege) Bar 6, 49. 
Ahnlich wie he will go heifit: »er pflegt zu gehen«, so kann auch jum&pe : 
jutepe ein futur der gewohnheit wiedergeben, z. b. B. niujcjuuuo jutn^y- 
xiouji ncuiq (dem fremden gchen sie nicht nach, ou u.7) dxoXooi)rjou>oiv) 
Joh 10, 5 fur S. nnefOf^Of ne* oy ujjuuuio ; S. nnoyre JutcfKOJULtyq 
(Gott wird nicht verspottet) Gal 6, 7 fiir B. cen&eAKuj&i ncuiq *>n ; M. 
°T € PP^ U *P irre OTX a, P* k Juteyeujncgjuteq oy^e jutefeuj^ no-puto-rii- 
^uiof nmAuuuj (denn einen konig eines landes konnen sie nicht erretten, 
noch den menschen regenwasser geben) Bar 6, 52 — fiir B. ofofpo <**p 
n*re of^CKup*. nno^ui^^oq ep*-rq oy^e OYAJtOfk^uioy unoyujiHiq 
nmpuijuti. 

Das sah. xtepe wird durch vortretendes ne mituuter ein aoristus 
praeteriti, z. b. g*£ neon ne xieieuj^xi^oju n^nMtTd cncrnH*y n*n 
giftoA (oftmals konnte ich den zu uns kommenden nicht begegnen) Z. 481 ; 
ecuj&nujume n'reirjut irxoeic *$■ n&q Atneqen rHJU* ne xteqxiK^^ ngmr 
(wenu es geschah, dafi Gott ihm seine bitte niclit gab, so pflegte er nicht 
bctrubt zu sein) Ming. 2 46 ; ecuj^imo-r twc eAuiK uj&poc ne xiec^xi^oxi 
€T^f e ^**T Huj**ax n^c nc& nec^uiA juuut^re (wenn sie zu ihr zu 
gehen gedachte, so konnte sie sich kein wort hervorbringen auBer bios ihre 
angelegenheit) Nic. i, 33. 

Fiir S. julck, jutcq begegnct man mitunler einer nebenform mit *. : 
jul&k, xi^q, A&&.C, z. b. jm&KpnAJLeeYe (du gedenkst nicht) Sir 4 1. 25; 
jut&qjutee^roiof (er hasst nicht) 38, 4 nach Pkyron ; xiewK^n A&&Y npuume 
(du trifTst keinen menschen) AZ. XVI. \ 4 ; jm&qnoi nc£&i (er kann nicht 
schreiben) Pap. Berol.; jut&cnoi (sic kann nicht schreiben) Pap. 19. 

4. futurum fine. 

Sg. /. hn& 2. m. nnen /. line 5. m. hneq f. Knee 397. 

PI. /. nnen 2. hncren : iinern 5. hnoy : iinef. 

Das negative futur tine ist aus der negation n und dem hulfsverb e 
zusamniengesetzt ; es darf ihm nie ein &n folgen, wie fehlerhaft muJurron 



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236 XXXI. CAPITEL. 

&ti ujewreqi (1 Reg 16, 11); die form mit vorgesetztem c, z. b. xe en&coi 
(Luc 22,18) fur «e nn&cui, ist ebenso falsch wie die mit einfachem it. 
Ini M. begegnet man einmal (1 Cor 8, 4 3) der form nm fur nn&; die 
3. pi. lautet in diesem dialecte wie im sahidischen nne-jf. 

nnc ist die verneinung zunachst des futurum III, z. b. B. nne 
gAi h&p&-&on ujcuiu n*,q (ihm wird nichts gutes gescheben, ouSev earai 
ayadov) Prov 13,13; nne OY^AeRruip Aioy^ uj*t€k«sloAt (der habn 
wird nicht krahen, bis du mich verrathst) Job 13, 38; S. ^pof^n^ nof- 
^ht epon mxige nne d'e poi&ie ofttin^ (jutJneqgHT epm&ie ene£ 
(du hast uns dein herz oflenbart; so wird niemals jemand jemandem sein 
berz oflenbaren) Z. 396; B. nn*xp£<rt (ich werde nicht fiirchten) Ps 
22, 4 fur S. ir^n*p£<rre *n; B. nn&£rrq eAoA (ich werde ihn nicht 
austreiben) Job 6,37 fur S. n^n&no^&q eAoA ah; B. ofo^ nneci ofO£ 
nneoT&tti (du wirst nicht satt und nicht gesund werden) Mich 6, 1 4 ; 
B. nneqn&f etyxxoy w> ene£ (er wird nie den tod sehen) Joh 8, 51 
fur S. neqn&n&Y [lies nqn&.n&f] &n [cjnjmof uj& ene^; B. nneq-epi- 
ep&&e n^Ai (er wird mir nichts mangeln lassen) Ps 22, 1 fur S. 
nqn*>Tp*u|iuarr &n nA&&Y ; nneTenn*/r epoi : nne-rnn*/r epoi (ihr 
werdet mich nicht sehen) Mt 23, 39 ; nnoyx^RO ty*. ene£ : nney^e 
eAoA ene£ (sie werden niemals untergehen) Joh 10, 28. 

Das negative futur nne hat zugleich die bedeutung des ncgativen 
optativs, des vetitivs, z. b. nne o*p:^ i eAoA (frucht soil nicht 
hervorgehen) Mt 21, 19; nnecujuini : nnecujome (es moge nicht ge- 
schehen, u.^ y^ voito ) nom 6? *&• Die zweite person der form dient daher 
zum ausdruck eines categorischen imperativs , z. b. nneR&urreA nneK- 
epnuiiK nneR^ioyi nnenepjute-^pe nnoy-x. : nncK^urrA nnenpnoew 
nneK'siof e nnenpjuLn-rpe nnoy^t (du s o 1 1 s t nicht todten, oo <povsuoet<;, 
du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches 
zeugniB ablegen) Mt 19, 18; nnEnepnip^Tin junoc : nnennipetTe 
(jut)n*oeic (du sollst nicht den Herrn versuchen, oix IxTcsipaaen;) 4. 7; 
B. nne*renoYttiA* eAoA juuuoq (ihr sollt von ihm nicht essen, oo <pa- 
ysafte) Gen 2, 17. Wie das fut. Ill, so vertritt auch das negative futu- 
rum den conjunctiv nach *e, xe^c, gin** *e, goniuc u. s. w., z. b. 
jutneppiKi %c nneit^ei (neige dich nicht, daB du nicht fallcst) Eccl -2, 7. 
Im S. wird «slc nne oft zu mne contrahiert, z. b. snn&ofOAiq (Luc 
22, 16) fur «e nnetOfOAiq. 

Das regens nne hat die fahigkeit das hiilfsverb euj oder uj, welches 
als stat. constr. seinen platz vor dem verbalen predicate hat, an sich zu 
Ziehen, so daB nnety als regens vor das nominale subject tritt, z. b. B. 
o*fO£ nnetg ^Ai ^oAjutof eAoA ^eti 'r^iti-x (und niemand wird sie auf 
meiner hand reiBen konnen) Joh 10,28 — wofiir das S. *>yui m\e Aa*^ 



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DAS NEGATIVE PRADICAT. 



237 



Topnof eAo'A £ii -r^ra hat ; S. nncuj nA&A cei g* nn^f (nicht wird 
das auge vom sehen gesattigt werden konnen) Eccl 4,8. 

5. Imperatlvus jutnep : jutnp : JutncA. 

Der imperativ sg. und pi. wird durch das praformativ unep : jutnp : 398. 
jutneA verneint, welches aus der negation n, der copula ne und dem 
verbum cp (thun) zusammengesetzt ist. Der negative imperativ ist ein 
schwacheres verbot als der vetitiv, z. b. xinepepgo^ : jutnppgcrre (furchte 
dich nicht), wohingegen nneuepgo'J- hiefie: »du sollst nicht furchtcn«. 
Die negation des imperativs durch *it ist selten, z. b. S. £iu& iujul 
jutncuijuL^ pp^pei* juuutoof *n (alle dinge des leibes bediirfe nicht) 
Nic. 1, 31. 

Das durch epe : -rpc (lassen) gebildete causativ hat als negativen 
imperativ unen^pe : junp-rpe (IaB nicht), in dem der auslaut p von 
juinep im B. in n iibergeht, z. b. jmncnepc gAi cjuii : jutnp'rpe Aa^f 
euue (lafl nicht jemand wissen) Mt 9, 30; jutnenepe QnoAi epofpo 
^en nerenciujuew : xinp-rpe nuofte pppo £*i ncrnciuAA* (lafit nicht 
die siinde in curem leibe herrschen) Rom 6, 12 ; B. jutnenepe $pH guroi 
(IaB nicht die sonne untergehen) Eph 4, 26; S. xinp-rpe ndjuecfe 
pxoeic e<xuii (lafi nicht meinen gedanken iiber mich herrschen) Leps. 
Dm. VI. 102, 5; und mit flexion S. xinpTpeitpuuie &AA& &&&ptutooc 
(lafit uns nicht weinen, sondern lafit uns sagen) Ming. 195. 

Neben den verschiedenen formen des verneinten verbs bewahrt der 399. 
koptische text vielfach die griechischen negation en, doch nur 
solche, welche zugleich conjunctional sind — also nicht oy oder julh in 
einfach negativem sinne, wohl aber ofROfti/ oy^^p, oy^e, o^re und 
&iH in der frage. Beispiele : o*ft«&p nujHpi juL^paumi ncx&qi &tt (denn 
des menschen sohn ist nicht gekommen) Mc 10, 45; o^v^p A*n*pe 
nuoY^&i AioyxT itejut nic&JU.&piTHc : xtepe (sic) loy^^i u*p *rui£ 
juttt ncdJUL&prrHC (denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern) 
Joh 4,9; ©Tfi^p wird oft gebraucht, wo das griech. eine andere nega- 
tion hat, z. b. B. Joh 7,4; — cccr^- *it oy^e ceuia6 *n oy^e ce^iofi 
&n e«no-&HKH : ncexui &n o*r^e itceogc &n of^e itccccuof^ &tt 
c^noenRe (sie saen nicht, noch ernten sie, noch sammeln sie in scheunen) 
Mt 6, 26 ; — aih <*Vx S *n e-roy^ juuuluioy eAoA £* oyrefci : julh •xa.* 
cit&«f nce^ juuulooj *ii eAoA g& oygofteAoc (verkaufen sie nicht zwei 
sperlinge um einen heller?) Mt 10, 29. Ebenso werden julh-ti, of^C 1 

(Mc 4, 21), ofX ^ 1 ( 2 Cor *> 2 *)> OT n * k P* k ' ro T TO (* Cor * 2 > * 6 ) u - a - 
in den koptischen text herubergenomnien. 



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238 XXXII. CAPITEL. 

XXXII. CAPITEL. 
DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 

400. Die attributive oder adverbiale coordination des verbalen stammes ge- 
schicht im koptischen durch die part ike In e und ex. Dieselben lauten 
im demotischen gleichfalls )\ oder / e und D oder $ n ct; 
jenes ist aus dem alten hulfsvcrb (j\S du »sein« hervorgegangen , und 
dieses aus dem hierogl. relativ ^\\ nte, dem das demot. D wenigstens 
graphisch noch entspricht. Der unterschied zwischen e und £t tritt im 
gebrauche scharf hervor: e, eigentl. »seiend«, ist von allgemeiner, unbe- 
stimmter, e-r, eig. »welcher« von besonderer, bestimmter bedeutung; c 
ist das participium indefinitum, e-x das relativum definitum. ct ist im 
gmnde nominal, npuixie e-xiiH*y heiBt »der bestimmte mann, welcher 
kommt, der kommende«; c mit seinen verbal flectierten forraen bleibl 
verbal, oypcujue eqnHy heifit »ein mann, welcher kommt, insofern oder 
indem er kommt «. Die partikeln e und ct bilden die relativen formen 
des subjectlosen verbs (des parlicips), der nominalverba , des nominal- 
satzes mit der copula und des mit o*yoti oder juuuton, des prufixlosen und 
des conjugierten verbs, sowohl des einfachen als des negativen aus- 
drucks x ) . 

A. DAS PARTICIPIUM ADJECTIVUM. 
a* das participium definitum. 

401. 6T, und B. auch 69 nach § 64, bildet das participium definitum 
fiir jede zahl und jedes geschlecht, sowohl vom einfachen vcrbalstamme 
und vom verbum instans als in der bedeutung » seiend « von praposi- 
tionalen stammen, z. b. e-Tcurrejut : ctcuttjui (audiens), e^n^cm-rexi : 
e-xnewcui-xju (auditurus); e^-nexi^q : e~xiuuuut.&q (seiend mit ihm), €-r;6cn. : 
crgn (seiend in), creiudmrq : e'rn^frrq (seiend in ihm). Die intransi- 
tiven verba, welche ein qualitativ haben, bilden das particip des einfachen 
verbs vom letztern, wahrend das particip des verbum instans die active 
form gebraucht, z. b. c^into^f : crimy (kommend), e-»it&i : e<rn&ei 
(welcher kommen wird); ct^oA« : ct^oA^ (suB), aber cin^Ao's : 
crn&^Aod' (der sufi sein wird), e^o^A : ero*Y>^& (heilig), e-r- 
ujOfuiof (trocken). Die transitiven verba gebrauchen die active form in 
activem, die qualitative im passiven sinne, z. b. crgum (verbergend) ; 
e-&n&£uni : eTti&giiiii (verbergen wollend), aber CTgiui (verborgen); 



1) Peyron stellt fiir den gebrauch der verschiedenen relativformen die rcgel 
auf: euphonia consideranda, amphibologia vitanda. Dem vorzuglichen philologen 
sind jedoch die wesentlichen unlcrschiede der verschiedenen formen entgangen. 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 239 

ctc6*i : ctc^m (schreibend) , e-&n&c6&>i : eTn^c^i (schreiben wollend) , 
aber e-rc^HOYT : €tch£ (geschrieben) . Auch das unpersonliche cige : 
ujuje (es geziemt sich) bildet sein particip durch ct, doch ist dafiir auch 
schon e-re gebrauchlich geworden ; das synonyme B. e-rcexinugew (Mt 3, 
15. 1 Tim 3,15. Eph 5, 4) zeigl regelm'afiig €*x, wo doch e~re-au.niu> 
zu erwarlen ware. 

Die na'chste anwendung des participium definitum ist die attribu- 402. 
tive nach einem bestimmten substantivum, z. b. niAam e-x^aiof (der 
schlechtc knecht) Luc 17, 22 ; nuje cro-reTo-furr : nine ctAhr (das 
griine holz) Luc 23, 31 ; &.non ne ^cajlh eTiuuj eftoA gi mnAqe (ich 
bin die stimme, welche ausruft in der wttste) Joh 1, 23 ; nicewxi eTUjoyrr 
(die eitlen worte); ncninrr e-r;6en mc^HOfi '• neneinrr c t: £ n jutnHf c 
(vater unser, welcher in den himmeln) Mt 6, 9 ; nenp^n e*rcAi*praoTpr 
(dein gesegneter name) 3 Reg 8, 44; B. $h eTc6HOTpr ee&HTq (was 
iiber ihn geschrieben ist) Mt 11,10; B. K«rr& ^P**^ eTc^HOfT (nach 
der weise, welche geschrieben ist) Mc 1, 2; S. n»e ctch£ Z. 399; S. 
t*i *re ee CTUfiye (dies ist die geziemende art) Mc 3, 15 und auch ne- 
gativ e-rjueujiye (ungeziemend) Mc 13,14 nach Peyr.; B. ofon niAen 
e^n^g^ epoq (alle welche an ihn glauben) Joh 3,13; B. mm niAen 
eTr*r*iHOTpr (alle geschatzten steine) 1 Par 29, 8 ; *Aof ni&en cr&en 
feH^AeejLi : ujHpeujHJU. iiijul crgn Ah^Accjul (alle knaben, welche in 
Bethlehem sind) Mt 2 , 16; nr^juti e-rejutiiKur^ (die dorfer, welche umher- 
liegen) Luc 9, 12; niKO*p*i eT€iu6HTOf : nROfi CTngirw]p (^ er kleine, 
welcher unter ihnen) Luc 15, 12; S. nft&A eTr^i^oyn **n ncr^ifcoA 
(die innem augen und die aufiern) Ming. 1 99 ; siecput&if ujume CT^eooy 
(seine herrlichen wohnstatten) ib. 201. 

Das participium def. kann von seinem substantiv durch ein adjec- 
tivisches zweites attribut getrennt werden, z. b. in nraoiof tu^n*^ 
ofO£ er$oit£ : in Trenc^ n&iucroc &yu% enr^oojue (o du unglaubiges 
und verkehrtes geschlecht) Mt 17,7; B. ^niin^ ncKfnif ofO£ cttlhr 
(die groBe und vollkommene hiitte) Hebr 9, 11. Die nachdriickliche be- 
ziehung eines bestimmten particips auf ein unbestimmtes nomen oder auf 
ein von ihm durch einen zwischensatz getrenntes nomen wird durch das 
vorgesetztc dcmonstrativ ausgedriickt, B. <|>h -»h nit, S. n&i *r*i n&i, M. 
nei -ret nei; z. b. ofco^i* «Te ^ . . . &h ergKii : ofco^i*. n-re 
nnoyrc . . . -ir*i CTyra (eine verborgene weisheit Gottes) 1 Cor 2, 7. 

Das participium definitum mit oder ohne new dient zum ausdrucke des 403. 
conjugationslosen pradicats, besonders dann wenn sein subject ein per- 
sonliches oder ein fragendes furwort (niju, cry, **uj) ist, z. b. n&ipir)- r^p 
ctc6hoy^t (diese art ist es welche geschrieben) Mt 2, 5; neon ctoi 
nnnA en«ju&£i nie c^iojui : rtok e*ro nxoeic es.ju. n«jut&£*re iwwl- 



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240 xxxn. CAPITEL. 

A&cc& (du bist herr iiber die gewalt des meeres) Ps 88, 40; S. ii&itOK 
«.n ei'roiiy juuutoR enei£tuA &.AA& nnoy xe ne (nicht ich bestimme dich 
fur dies werk, sondern Gott ists) Ming. 4 92 ; eujum *qiu>iH neoq een^- 
T*juton egcaft mAen (wann er kommt, wird er uns alles lehrenj Job 
4, 25; noon e-on&i&p&*r eAoA (du wirst meine fiiBe waschen) 4 3, 6; 
of eojutoTcn e*oc (was ist leicbt zu sagen?) Luc 5, 23; im abhangigen 
satze : B. e*x-*qcuiT£Jui **€ -xe fep^gnAfeoc e*xoi itoypo (da er hbrte, 
daB Arcbelaos konig war) Mt, 2, 22 — wo der sab. text wabrscheinlich 
correcter das cr entbebrt: ^qcurrju. Twe -xe ^pp^eA^oc o nppo. 

Haufiger wird das pradicative particip mit seincm subjecte durch die 
copula ne 're ne verbunden, welcbe mit deni folgeoden et zu ncr 
tct nei zusammenfliefit, z. b. noc ne-on&«juoni juuuloi : n&oeic nn- 
mtoone juuuloi (der Herr wird niich weiden) Ps 22, 4 ; B. $iurr eirujon 
iu6nT n*oq neiripi nneq^&HOf i (der vater der in rair ist, der thut seine 
werke) Job 14, 4 0; B. n&i ne rcoiq jutnipoijuLi (dies befleckt den menscben) 
Mt 15, 18; nenrxxn r&p *n neon^ce^/xi &AA&> ninn& nie neTeniunr 
een&c&'&i ^en-e^nnof (ibr werdet nicht reden, sondern der geist cures 
vaters wird in euch reden) Ml 10, 20 ; hook e-r-xui juu$&j (du sagst dies) 
Job 18, 34 — aber neoK neT'&ui juuuioc (du sagst es) 4 8, 37; nourren 
eT-xm juuuoc : n*ruiTit ne*rxui juuuioc (ihr sagt es) Luc 22, 70 ; hiju 
neTjuLnujew (wer ist wiirdig?) Mt 10, H; iuju e-roi n ox epon : nuu 
ne-ro tvxoeic epon (wer ist herr iiber uns) Ps 4 4 , 5 ; oy ne-OAio-ren 
cxoc (was ist leicht zu sagen) Mc 2, 9 ; S. *.non ne~rn&ui£c (wir wer- 
den ernten) 4 Cor 9,44. Die copula kann in diescn satzen das verbale 
pradicat ersetzen, weun es aus einem vorangebenden satze zu entnehmen 
ist, z. b. S. of on nwut *n nei~n&AaiK egoyn &>AA& ne*rn&eipe ne 
AMioffuiy JunewGiaiT (nicht jeder wird der eingehende sein, sondern es ist 
der, der den willen meines vaters thun wird) Mt 7, 24. Yergi. § 306. 

404. Das participium definitum wird auch selbstandig oder substanti- 

visch gebraucht; es nimmt in diesein falle ein demonstratives pronomen 
vor sich, im B. c£n -oh tin, im S. aber den einfachen artikel n t n, 
der mit dem folgenden e-r zu ncT tct hct, entsprechend dem bier. 
pa-nte, verschmilzt, z. b. $n ercurrejui : ne-rcurrjut (der welcher hort, 
der horende), nn e^&m ajuuloc : ne-r-xui juuuioc (die sagenden), B. <£n 
c-xipi n^-jute-ojuiHi (der die gerechtigkeit thuende, o tcoiuW) Job 3, 24; S. 
ne^pe (fiir ne-reipe) juneq^rop (wer seinen willen thut) Sir 20,8; <£h 
e-rujon ^ctt T^e (der im himmel ist) 3, 43; $n c-onHOf : ne-rnHf (der 
kiinftige); nn e-Tcofx-inn : neTCOYTinn (die aufrichtigen) Ps 4 0, 3; B. 
<£h e-oof &A ht£ nn e&oyt»$i (das heilige des beiligen) ; nn cojulok^ (die 
betriibten) Mc 2, 47; nn e^n^curreu. e*yeujnj6 (die horen werdenden 
werden leben) Job 5, 25; S. iict^h juuinfe xin neirontjuL nK&^ (was 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 241 

in den himnieln und auf der erde ist); S. tctoyiujul *>y%u ctcoi nc&q 
(die gestern aB und trank) M&. 5, 4 67; ne-repon (das uns obliegende) 
Luc 4 7, 4 0. Das participium vertritt daher in vielen fallen das nomen 
agentis mit pcq, z. b. hh eejuttuoYT : ne-rjULooyx (die todten) = 
mpeqjutaiof^ : npeqjuLOOf *r ; S. ne-T^g^n (der richter) = npeq^g^n. 
Auch im B. kann das part. def. die schwache form des arlikels an- 
nehmen, wenn dasselbe die bedeutung eines adjectivs hat, z. b. lya/fini 
uneTc&oR epoq (sie bringen den geringern wein) Joh 2, 4 fur das 
uj&Yeii $h ctcAor epoq der variante; ite neTcuje *>it nc (es war nicht 
ziemlich) Luc 13, 46; S. nenreujujc ne (es ziemt sich) Z. 64 4. 624; 
ebenso ne-Tguiof : ne^ooy (bose), ne^of^ : neTO^«i (heilig), n£T- 
^Hn : ne^Hn (verborgen), neTujofii" : neTujofcrr (eitel) u. a. Von 
participien dieser art ist der artikel n, sei es in masculiner, sei es in 
neutraler bedeutung, *so unzertrennlich geworden, dafi er als solcher nicht 
mehr empfunden wird und einen zweiten artikel des sg. oder pi. zulaBt; 
so sagt man nincx-goiOY (der oder das bose), nnc-ewi (das verborgene), 
nncTrujofinoY (das trockene) Luc 23, 34; nin€TT£uio«]p (die iibel), £*n- 
ncrgraoY (mala), g*imc-irigoYrT (eitle dinge) Ps 2, 4 ; S. genne&Hii 
irre nnoyre (geheimnisse Gottes) Ming. 4 4 6; S. neeoof iujul (alle iibel) 
ib. 206; S. neqnei-oY&&A (seine heiligen) fur B. tut e-»o«]p*& irr*q« 

Das participium der nominalverba (§ 308) hat die besonderheit, 405. 
daB es entweder als stat. constr, mit einem folgenden nomen eine wort- 
kette bildet oder die endungen der 3. person hat. Das part. def. der- 
selben hat, wie das der ubrigen verba, das praformativ err ; es lautet von 
n&tte- : n^nof- (gut) eesi&.neq : eTit&noifq, eew^nec : €Tit*no«]pc, 
Genewne*]p : €Ttf&no<]fOf* Das part. def. wird nur als attribut bestimmter 
nomina gebraucht, z. b. B. QnoAi een&&q (die grofie siinde) Ps 4 8,14; 
c^itoyw e-»n&&q (der groBe abyssus) 35, 7 ; B. ^~toi e-en&nec (das gute 
theil) Luc 4 0, 52; S. Tew^pooxine e-xnecuic (meine schone taube) Ming. 
4 46; S. neqeMio e^rn&ujinq (seine viele demulh) ib. 206; B. audit 
itiften cen&nef *it (alle nicht guten wegej Ps 35, 4 — so ist es cor- 
recter zu sagen als gcu& nuut ctt^no^q (alle guten dinge) Ming. 205. 
Der mannliche artikel bildet auch von eeiume- ein substantiv, welches 
einen zweiten artikel zulaBt: nincen&neq (das gute), itme^it*ne*y oder 
^nne-on&ncY (bona); es ist sowohl roc een&ncy als itme-oit&nef ge- 
stattet. Das participium indefim'tum der nominalverba wird dagegen nach 
§ 408- durch e gebildet. 

b. das participium indeflnitum eq, ec, ey. 

Das participium indefinitum wird durch die praformative sg. 406. 
m. eq, f. cc und pi. ey gebildet; dieselben sind durch die pronomina 
suffix a vom verb e (bier, du) abgeleitet und bedeuten also »seiend«. 

Stern, koptische grammatik. 45 



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242 XXXII. CAPITEL. 

Wie ct verbinden sich auch cq cc ey mit den verben activen oder qua- 
litativcn stanimes, mil dem verbum instans und mit pra posit i one n. 

Das part, indef. stebt nur als attribut eines unbestimmten sub- 
stantivs, welches den ariikel oy oder £*n : £eii vor sich hal, oder eines 
anderen pron. indef., z. b. B. oycewxi cq^ino^ (ein schlechtes wort) Mt 
15, 4; oyge&coi ec$opi : £tt£6ccu cynpiinox (ein leuchtendes gewand, 
leuclitende gewander) Jac 2, 2 — aber ^e&cin crc^opi : e&cin e-xnpioiof 
(das leuchtende gewand) ib. 3; ofAttKi ccT^*pHOfT : oynoAic ecr*- 
«pHf (eine befestigle stadt) Ps 30, 22 ; ofCTc^in cc^opjg : oycntoi ec^opoj 
(eine schwere biirde) Ps 37, 21 ; ^neT^uioyi cygopuj : gncmm 
€ T£.°PIH (schwere burden) Mt 23, 4 ; B. £&nc6&.i eyo*f*A (heilige sehriften) 
2 Tim 3, 15; ofujAoA eqTroy&HOYT *n : oyujAoA eq<2L&£JUL (ein un- 
reines volk) Ps 42, 4 ; B. ;6cn ofAmraLi cco-fHOf (unter einem fernliegenden 
vorwand) Luc 20, 47; S. oynei ecoY&&>& (ein heiliger kuB) Ming. 210; 
B. £*.npuiA&i cpto^fujT eftoA (menschen, welche barren) Luc 12, 36 — 
aber S. ncipoijute eT^murr eftoA (diese harrenden menschen). Auch 
das part, indef. kann von seinem substantiv durch ein anderes attribut ge- 
trennt scin, z. b. g^imitg^ ne^ttoc oyo£ e*p*op (grofle und starke 
volker) Jos 23, 9. Das substantiv ische unbestimmte particip wird durch 
pronomina indefinita, wie o*y^i/ ofon umschrieben; $k eTcurreA*. : 
neTciUTju (der horende) , aber oyen eqcurreu. : oy± eqcuiixi (ein ho- 
render); B. g^ita^Ae^ tie** ^&nofon cYjyoYuioT (lah m ® und trockene) 
Joh 5, 3 — aber S. ne'rujofaioT. Es koihmen jedoch elliptische wen- 
dungen vor, wie ^ujon &noK o^hri ofO£ eqjuoK£ (ich bin ein armer 
und betrubter) Ps 68, 30. 

Wo das part, indef. nicht das attribut eines unbestimmten nomens 
ist, da tritt es als tempus des umstiindlichen nebensatzes aus den schrankcn 
seiner adjectivischen bedeutung. In dies em falle wird seine wurzel c flec- 
tiert wie ein anderes tempus. 

B. DER PARTICIPIALE UND DER RELATIVE NOMINALSATZ. 
a. das part id plum e. 
407. Eiu satz wird zu einem andern, dem hauptsatze, in beziehung ge- 

setzt oder ihm participial untergcordnet durch die partikel 6 seiend, 
welche das hier. A\\ au (sein) und das demot. )\ oder / ist. Diese 
relation ist demnach eigentlich eine verbale und bezeichnet weniger 
die bestimmte beziehung als iin allgemeinen und ohne beschriinkung auf 
eine zeit den umstand oder das verhaltnift, so daB e sich durch indem, 
da erkliiren I'aBt. So wird jeder nominalsatz mit der copula durch das 
vortretende e relativ oder participial, indem er sich entweder an ein un- 
bestimmtes nomen oder an ein verb anlehnt: B. evqujumi tree 
OYpaiJUi cncqp^n ne luietniutc (es war ein niensch namens Johannes) 



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DIE PARTfCIPIA UND DIE RELATIVA. 243 

(Job 4, 6; neofpo qiwof nc eofpeAip&Tuj ne : no«yppo why we 
eYPAip&ig nc (dein konig kornmt zu dir, milde seiend) Mt 2 4 , 5 ; S. th 
**.e erujecpe iife&p&^&ju. re (diese aber, eine tochter Abrahams seiend) 
Luc 4 3, 4 6; S. n&i&*rq xtnpaixie enp*.n juuvkocic ne -rxqgeAmc (selig 
der mann, wenn der name des Herrn seine hoflnung ist) Ps 39, 5 ; &q<xeA&q 
eneq?t ne cqx H ^£n niAigt/f : *q£€ epoq eneqq'roof ne eqgmt 
n-i^oc (er fand ihn, fndem es sein vierter tag war, daB er im grabe 
lag) Job 4 4 , 4 7; Judas verrieth ihn eo*y^i ne eAo<V ;6en nn& : eoy* 
ne e&oA £** nAinrcnooTfc (seiend einer aus den zwolfen) 6, 7 4 ; B. 
^qepgHKi e-oAe*HnOT eoyp&jui&o ne (er wurde arm euretwegcn, ob- 
wobl er reich war) 2 Cor 8, 9 ; B. n&ipaijuii ceiy-oop-rep mrenno<Vic 
e^^itioy^^i ne (diese menschen beunrubigen unsere sladt, da sie juden 
sind) Act 4 6,20; B. e^i ^oiof neTOfOf^SS^ (seiend dies was sie 
wollen, tooto &iXovrs;) 2 Petr 3, 5; iumec n*n n*reKi . . eoffc^A ne- 
TexiJuoK ic of on fc^A 5 juuuok (es ist dir besser, daB du kommsl, 
seiend ein auge das deine als babcnd zwei augen) Mt 4 8, 9 — oder 
eoftaA xixiewy^'Tq enrepoR Mc 9, 45. Ebenso baben die siitze mit dera 
persona I pronomen statt der copula das participiale c, z. b. du f order st 
von mir zu trinken e&non oycqjam nc*Jii*prx-Hc : e*nr ofcguute 
itCAJu^prrHc (obwohl icb eine Samariterin bin) Job 4, 9. Das participiale 
e-£ne- (seiend der wille, wollend) entbebrt in der regel die copula, 
z. b. egnm : egn^i (indem ich-will, £xu>v) 4 Cor 9, 47; selten findet sie 
sich, wie egn&q *n ne (indem es nicht sein wille ist, axoooiw;) 
Lev 4, 22. 

Aucb die nominalverba bilden ibre participiale form durcb c, welcbes 408. 
durcb das complement des stat. constr. oder durcb die an den verbalen 
stain m treteuden suffixe erganzt wird ; also cn^ne- : cn^nof- (gut): 
en*neq : enewnoyq, en&nec : en&nofc, cn^nef : en«.nofOT u# s - w - 
Diese form stebt zunacbst als attribut unbestimmter nomina, z. b. B. 
*en of^HT en*.neq ofO£ ti^r^-oon (in einem gutcn und biedern berzen) 
Luc 8, 45; B. ofpuuuti en&uje neqA&c (ein menscb, der seine zunge viel 
macht) Ps 138,44; B. £&nr*io en^ne^ (gute ehren) Luc 4 4,43 — 
nicht e^n*ne*Y, wie Schwartze unter verwerfung des richtigen im diezi- 
scbeu mscr. gewahlt hat. Demn'acbst sleht die form in der abhangigkeit 
vom verbum eines hauptsatzes, namentlich von ujuim (werden), oyon 
(sein), juijuton (nicht sein) u. a. mehr; z. b. B. ekiuyaini enecuiK 
n-roT ejutewujoi (du warest bei mir sebr schon seiend) 2 Reg 4, 26; B. 
jut&pe neremicurr ujuini en^nef (cure wege seien gut) Jer 33, 43; B. 
qn&ujuim nxe ne-ren&ex c cn^ujmq (euer lohn wird viel sein) Luc 6, 35 ; 
S. e-xpemgume enecuin gjut nc* nnen^fPC H (^ a ^ w * r se ' cn schon 
durch die schonbeil unseror seelen) Fragm. 439; S. ^yui epe 'mx^r-y^H 

46* 



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244 XXXII. CAPITEL. 

tyoon ettecuic epe Tng&cin ujoon n*n eAoA £it o^fno^fft cn^noyq 
±yu% eqT&&HY ^yux Tn>Jry9C H encce £p*c caiatc (und indem unsere 
seele schon ist, unser gewand uns aus gutem und geliiutertem golde ist, 
und unsere seele sehr schon von ansehen ist) ib. 440; B. juuuton oy&uik 
en&&q eneqac (kein knecht ist grofier als sein herr) Joh 15, 20; S. 
&qujine ncoiof cn^nofOf gAi ne^cine &y\n enccoioy £** ncygo (er 
fragte nach ihnen, da sie in ihrer erscheinung gut und in ihrein antlitz 
schon waren) Fragm. 439. Die participiale bedeutung der form ist oft 
verloren gegangen, z. b. S. eneccuq gjut neqc& n&p*. nujHpe nnpaumc 
(er ist schon in seiner schonheit vor alien menschenkindem) Ps 44, 3; S. 
ct&c ^e enecinq &n ti^i nig Hit ctjula&&y (weil jener baum nicht gut 
ist) Fragm. 3H; und sogar das ne des imperfects duldet sie vor sich in 
B. ne en&nec exi^ujiu nc oder gar -re (sie war sehr schon) Dan. adj. 
t, 2. 3t. 

b. das relatlvum ctc. 
409. Der relative nominalsatz mit bestimmter beziehung auf ein bestimmtes 

nomen, wird durch 6T6 eingeleitet, welches aus ct und e, dem hier. 
nte du zusammengesetzt ist und dem demot. n D entspricht. HeiBt $*i 
nc »dies ist«, so bedeutet cTe $*>! nc : ctc n*.i ne : ctc nci nc »was 
ist« — als erklarung eines vorangegangenen bestimmten wortes. ctc be- 
zieht sich in der regel auf ein bestimmtes nomen: B. neirapoK ctc 
npQc nc (dein same, welcher Chrislus ist) Gal 3,17; ^cnqi nirc mnn& 
ctc mc&'si nT£ ^ nc (das schwert des geistes, welches das wort 
Gottes ist) Eph 6, 17; cimoy n*e ^ofnoy ctc ^no*f tc : cnny n^i 
oftiof ctc t^i tc (es kommt die stunde, welche jetzt ist) Joh 4, 23 ; 
B.' mujAo<V ctc noc nc ncqnoy^ (das volk, dessen gott der Herr ist), 
Ps 32, 12 — aber S. ngc^noc en&oeic nc neqnoyre ; B. juicci&c c£h 
ctc ncqoyui^exi nc n^c (Messias, dessen erklarung ist der Christ) Joh 
I, 42; B. n&cnnof ctc niicp&tiAiTHC ne (meine briider, welche die 
Israeliten sind) Rom 9, 3 ; B. hh ctc cAoA ;6en cnoq &n ne (die, welche 
nicht aus blut sind) 4,13; S. gn neTe noyq nc (in dem, was sein ist) 
Z. 430. VVenn ctc von dem nominalen predicate durch einen zwischen- 
satz getrennt wird, so kann e vor diesem wiederholt werden, z. b. 
&CAft$pH^ hofn&c^pi ntycAT«Ju en ctc t/yiUAnc&Tc ^^n niK&£i 
eoYKOf-xi tc (sie ist wie ein senfkorn, welches, wann sie es pflanzen 
auf dem boden, klein ist) Mc 4, 31. ctc kann sich auf ein formal un- 
bestimmtes nomen beziehen, hat aber selbst eine pronominale, und nicht 
wie c verbale, bedeutung, z. b. B. of** e&oA ^en neqjuttf&HTHC ctc 
&n?k.pe&>c nc (einer seiner jiinger, welcher Andreas war) Joh 6,8; S. 
£enc&£ ctc ft*.pn«tft&c nc jmn ccjuicain (gelehrte, namlich B. und S.) 
Act 13, t; S. ofcioiT ito-forr ncTUjoon n*n ctc nnoyie nc (ein 
einiger vater ist unser, namlich Gott) Joh 8, 41 ; B. c£h ct^ jmuifcnc 



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DIE PART1CIPIA UiND DIE RELAT1VA. 245 

cj6*j ee&H*rq ^ivxejutq e*re ihc ne (den, iiber welchen Moses geschrieben 
hat, haben wir gefunden, namlich Jesus) Joh 1, 46. e^re steht keines- 
wegs immer an der stelle des subjects, z. b. $h eVipi tt^A&eejuLHi 
o«f»A5iHi ne K&.T& $pH"t e*re $h oy&uiiu ne (jener, der die gerechtigkeit 
thut, ist gerecht, gleichwie jener gerecht ist) 1 Joh 3, 7. Solche nomi- 
nale satze, deren verb ein stat. constr. oder eine durch suffix e flectierte 
form ist, konnen nach e-xe die copula entbehren, z. b. B. $h e*re £ne 
nujHpi (der, welcher ist der wille des sohnes) Mt 11, 27; B. qmqi e$A*«. 
e*re £n&q (er weht an den ort, welcher sein wille ist) Joh 3, 8 ; nn e*re 
nofq oder iteTC nofq (ea quae sua sunt) Mc 3, 21. Joh 1,11; &en 
ne-re $mq np&n [in eo quod suum nomine) Joh 5, 43 ; &en <»h ctc 
^uiq A1&&KJ (in ea quae sua urbe) 4, 44. e*re und keine copula ist 
auch das relativ von cine : ujuje (es geziemt sich), i. b. B. nuu& e*re 
cuje *n (der nicht geziemende ort) Mc 1 3, 1 4 ; S. -e-e ere iguje (die sich 
geziemende art) 1 Tim 3, 15; S. n&i e*re AJLeonne (was sich nicht ge- 
ziemt) Eph 5, 4 oder ne*re A&eunne Z. 578. Yergl. § 401. 402. 

C. DER PARTICIPIALE UND DER RELATIVE PRAEFIXLOSE SATZ. 
a* das participium epe. 

Das participiale e kann einen einfachen satz, dessen subject ein nomen 410. 
und dessen pradicat ein priifixloses verb oder prapositional ist, sich nicht 
unterordnen ; sondern es verstiirkt sich zu diesem behufe durch das pe 
auxiliare. 6P6, demot. ? " , ist das regens des participialen conjugations- 
loscn satzes, welches ohne unterschied der zeit einen umstand zu einem 
unbestimmten nomen oder zu einem hauptsatze fiigt; sein pradicat 
kann sowohl das verbum activum, qualitativum und instans als ein prapositio- 
nal os sein ; z. b. B. ne oy on oypuuuii auul^y epe -req-xrx igoyuioy 
(es war ein mensch daselbst, dessen hand trocken war) Mc 3, 1 ; S. gen- 
mqe ne epe oyrHy £iofe ncuiof (es sind wolken, hinter welchen ein 
wind treibt) 2 Petr 2, 17; B. &q*rumq eq^iuofi e^ten neqneAi ofo^ 
epe neq?tra $optg e&oA enujuii ct^c (er stand auf, sich auf seine kniee 
werfend und indem seine hande gen himmel gestreckt waren) 3 Reg 8, 54 ; 
B. ofog. epe T&iHm n6nxq AJLneq^>uu£ n«e niujne (und da diese 
menge in ihm war, zerrifi das nelz nicht) Joh 21, 11; S. n&nofc f&p 
n&K epe oy &*A iioyuiT juuuiok (denn es ist gut fur dich , wenn ein 
einziges auge dein ist) Mt 1 8, 9 — wo das B. das einfache e hat , weil 
es das pradicat e-xxjuuutoK durch die copula ankniipfl; B. AJtnin*^ epe 
$pH n&£in~rn (zur zeit, da die sonne untergehen wollte) Z. 44; mc*r&- 
A&noc nnof& . . epe num^im* n^H'rq : n<*eAAJL«tiein nno*f& . . epe 
njui^nn^ n^HTq (es war da das goldene gefass, indem in demselben das 
manna war) Hebr 9, 4. 

Das einfache e vor diesen satzen ist selten und nicht unbcdenklich, 



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246 XXXII. CAPITBL. 

z. b. B. cnfeifeciun iioyuit nTen^Hitoy (seiond derselbe kampf euer, 
xov aoTOV d^awa e/ovts;) Phil \*, 30 ; cujuin jmcn emm &&ntg&. irre- 
Tcn^ipHHH ecci e&uiq (wenii das haus wurdig ist eures friedens, wird 
er iiber es kommen) Ml 10, 13 — neben B. eujuin cpe *uic ujhoy 
(wcnn ihr liaupt langhaarig ist) 1 Cor 11,15. 

b. das relativum ere : crepe. 

411- Das regens des relativen conjugationslosen satzes ist wie das des 

nominalsalzes GTG (das regens des relative!) prasens 1), im S. und M. 
aber gewohnlich 6T6P6 (das regens des relativen prasens II) ; dieser 
satz unterscheidet sicli von dera nominalsatze ferner durch den mangel 
der copula, crepe im bob. texte wie Ez 47, 23 ist ein sabidicisinus und 
ungehorig. cie : evxpe bezieht sicli als attribut stets auf ein best imnites 
nomen; so besonders liaulig bei proposition alera pradicat, z. b. ^cnymc 
n 2.°T r V ^ H e " r€ 'V<VT5C ll, * k nj6H*rc : tcckthh myopn -x*a crepe 
T , AY5C ll, * k n^HTc : -recR-ynH nuj&pii th crepe ^Afx.111^ n^HTc (das 
erste zelt, in welchein der leuchter ist) Hebr7,2; ^h cxe neq&^i ;6en 
Teq-xrx : n*.i crepe neq£&. £n Tcq-xrx (der, in dessen band die wurf- 
scbaufel ist) Ml 3, 12; B. num*. ere nmoyfe jul&jl&y (der ort, wo das 
gold ist) Gen 2, 11; B. i\h etc m^ejutuin ncAiuicy (die, bei denen die 
darnonen sind) Mc 1, 32; B. nit cxe ni^xipHxi^ ivtiuoy (^ e > welche 
das geld haben) Luc 18, 24; B. <£h ctc ^uje'Acr irxo*rq (der, welcher 
die braut hat) Job 3,29; B. hh ctc ^nojuies. &en noyxix (die, in deren 
hiinden die ungerechtigkeit ist) Ps 25, 4 — wo das S. iuti epe r^nojuid, 
gn ncpsi* hat. Ebenso bei verbal em pradicat, z. b. ihc $h ctc 
n&yAoc giuiiuj juuuoq : ic n&i cxxpc n^yAoc Kypic7c A&A&oq (Jesus, 
welchen Paulus predigt) Act 19, 13; S. ^h ctc -xuic &ok£ (die, deren 
liaupt geschoren ist) 1 Cor 11,15; B. n^ic^xi ctc nofpo ujim nciuq go pig 
(dies wort, nach dem der konig fragt, ist schwer) Dan 2, 11; B. $>h 
ere *t£e&cui cx^opi *roi giunq (der, dem das glanzende gewand ange- 
zogen ist) Jac 2, 3; B. oyeirxoAH «h cxc o*puee**.Hi ujon n&inrc (ein 
gebot, in welchem gerechtigkeit ist) 1 Job 2, 8; B. ofon niAen ctc 
^HOf 9£ H € po^ (atte, deren herzen auf ihm liegen) Ps 33, 23; S. 
n £**£*^ n * kl e%re P e neyxocic nny (die knechte, deren herr kommt) Luc 
12,37; «h ere n&i guio-jf cojulc e&oA ^^-xuic : t crepe n&i tf'iuiq/r 
giric (die, welche diese erwarten) Act 24, 15; S. ncxepc n^eonoc 
ujuiurr jkxtxooy (welche die heiden opfern) 1 Cor 10, 20; S. n^i ne 
ncrcpe nofHH& *ui A&A&oq (dies ist's, was der priester sagt) Fragm. 426; 
S. iwi -re oe crepe uujopn n&p^e (dies ist die art, daft die ersten 
die letztcn werden) Ml 20, 16. Im S. jmn ncre ii&n&.2£iuprx~HC giuli 
(oder pgiuft?) tuuuut&i (nicht ist, was der anachoret mil mir zu tbun hat) 
Z. 296 stent das einfache ctc. 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELAT1VA. 247 

Wie das einfache ct des participium definitum (§ 403) steht auch 
ctc als pr^ di cat, z. b. itH u^p ctc $iuit p& jjuuiuoy tun on ctc 
niKcujHpi ipi jjuuuioy (das was der valer thut, das ist's auch, was der 
sohn thut) Joh 5, 19; B. neurrcn ctc niAjrycrHpion toi nurxxn (ilir 
seid die, welchen die mystcrien gegeben sind) Mc 4, 11; B. oy f^p 
ctc tupuijuii nttTHiq irxujeftiui nTeqx^ry^H (was ist's, was der mensch 
als ersatz seiner seele geben sol!) Mt 8, 37; Mc 8, 36; $&j ctc n^oK 
£iun *pc£ epoK c&AoA. uuuoq (dies ist's, wovor du dich selbst hiitcn 
sollst) t Tim 4, 15; auch mil der copula: oy ne ctc ninn*. -xui juuuoq 
(was sagt der geist?) oder oy ne ctc TCKoym^juL ipi AAA&oq (was thut 
deine rechte?) Mt 6, 3. 

Man begegnet in boh. texten ofter der unmittelbaren verbindung des 
ctc mit einer proposition, namentlich einer mil n oder xx anlautenden, 
z. b. ne. nmnj6 ne ctc iu6htcj (das lebcn war es, welches in ihm) 
Joh 1, 4 ; giuli m&en ctc fu6HTOf (alles, was in ihnen ist) 1 Par 16, 32; 
£iuii ni&cn ctc Htc n&iuiT (alles, was meines vaters ist) Joh 16, 15; 
Of&feA ncTC a&juok (ein auge ist dein) Mt 18, 9; nn ctc iifeoni (die 
schwangern) Mt 24, 19,. und so oft ctcjuuu.&y (jener) fiir S. cTJuum^y. 
Dergleichen ist feblerhafl; ctc ist hier nur wegen des folgenden mit 
anlautendem e zu sprechenden n oder xx geschrieben, eigentlich aber nur 
das participium detinitum ct. Also muft es heifien CTiu6HTq oder CTcn- 
;6HTq, CTcnTC, ctcjuuaok, eTejuuuL&f £,xx kann gleich c nur vor 
einem nomen oder pronomen stehen, aber nicht vor einem verb oder vor 
einer proposition. 

D. DAS PARTICIPIUM UND DAS RELATIV VON o^on UND AJUUton. 
a. das participium coy on, euuuoti — cpc o^pon. 

Das participium der pralixlosen satze mit rcgierendem oyon : oyn 412. 
oder juumon : xxn (§ 368) ist cof on : eyn und CAJumon : cjun; das- 
selbe steht als attribut eines unbestimmtcn nomens oder eines verbs, 
z. b. B. ofe&o eoyon oy^eJULom ncAi&q (ein stummer. bei dem ein 
damon war) Mt 9, 32 ; B. oyfeui nnenTC eoyon £&ra&ni&i giuiTc (ein 
feigcnbaum, auf dem blatter waren) Mc 11 , 1 3 ; B. oy*^ cofon oyp&n 
jufecpi c^Hoyr £iuiTq (ein stein, auf dem ein neuer name geschrieben 
ist) Apoc 2, 17; S. kccicut eyn tfoxx juumoq cqmpoofiy nncTni^Y^CH 
(ein anderer vater, der fiir eure seelen sorgen kann) Ming. 198; B. 
&qo«]f uipn nniofHA coy on o*n con toi ^iuitoy (er schickte die priester, 
indem sie mit sacken bekleidet waren) Jes 37, 2; S. Kn&ujmne cofen 
tfoxx juajlok 2. n itcRoAHf 6 (^ u w ' rst kratt in deinen arbeiten haben) 
Ming. 335; — ferner: S. gn of&cne ejutn A^^f cooyn juumoc (in einer 
sprache, welche niemand kennt) Dul. 46 ; S. *qn*y eypuiAie ejutn g&ctu 



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248 XXXII. CAPITEL. 

AiAifeRujeAcer to £iunuq (er sah einen menschen, welchem kein hoch- 
zeitsgewand angezogen war) Ml 22, H; S. ©Yecooy cAin Afefef ns&m 
ngmq (ein schaf, an dem kcin fleck ist) Ming. 206; S. nfei **e gemvjvit 
ne cAJitt Aiooy noHToy (dies sind quellen , in welchen kein wasser ist) 
2 Petr 2, 17. 

c macht o^pon und A&A&on auch relativ, wenn sie nur ein nomen 
regieren oder sich mil der proposition rnx in der bedeutung »haben, 
nicht haben« verbinden (§312): B. OfeniCTroAH eofon n^fec AAAifef 
Koy*^T ,,oc A*nfeipH^ (ein brief, welcher eine form dieser art hat) Act 
23, 25; B. eoyon irruiOY ng*n&*ft. e-yAieg AiAieriuuiK (indem sie 
augen voll unzucht haben) 2 Petr 2, 14 fiir das S. epe ncf&feA ***£ 
A&A&n-rnoejK ; ne oy on of pmAAi eo-jfon'req ujnpi E AiAifeY (ein mensch 
war, der zwei sohne hatte) Luc 15, H — wo das S. oypuiAie neTe 
ofi^rfeq JUum&Y nujHpe cnfef fehlerhaft ist; B. AAAion nn& eoyomxq 
C *"P? Z l K * kC ( es * st kein 8 eist > welcher fleisch und knochen hat) Luc 24, 39 ; 
S. genneaooTp eArn-roy huc (ubel, welche keine zahl baben) Ps 39, 19; 
S. ami Afefey ejunrq cajlh (niemand ist, der nicht eine stimme hat) i Cor 
14, 10; ebcnso : B. Kfe~rfe$pH"t €*re*r€nn^*]f coupon juaioi (wie ihr seht 
mich habend, dafi ich habe) Luc 24, 39; B. eujuin fepeujfen neon noffei 
xxoy co^fon-req c^iajli aaai&y (wenn der bruder eines stirbt, ein weib 
habend) Luc 20, 28; S. eA&n uick (seiend nicht verzug, sine mora), und 
B. CAAA&on M. eA&A&fen, auch wohl mit unterdriickung des e : juuion 
(wenn es nicht ist, d. h. sonst). Abhiingig von ujuim, z. b. ujium 
eofon*rcK epujiuji Ajuufey eo&cn T Ai&feiu (habe macht iiber 10 stadle) 
Luc 19, 17. 

413. Fur coupon lafit der boh. dialect auch epe oyon zu , naraentlich 

wenn das pradicat ein p r'a posit ionales ist, z. b. ofpuiAJLi epe oyon o*y- 
uj^oyp nnof^ toi eneq-rit& : OfpuiA&c epe OTCoyp nnofA gn neq- 
THHk (ein mensch, an dessen finger ein goldring gesteckt ist) Jac 2, 2; 
feci e&oA cgpfey imlc offeAoy ai&uikj epe ofon ofim* npeqtgini ne- 
Aifec : ofiyeepesgHAi epe oynnfe npeqtgine giuiiuc fecruiAiirv epon 
(ein madchen kam uns entgegen, die einen wahrsagergeist hatte) Act 16, 16; 
feci £fepoq me oycgiAii epe Ofon opuoKi ncosen iitotc : fec^ 
necofoi epoq n^i oycgiAic epe OffeAfeAfec-xpon nco^n utootc (es 
kam ein weib zu ihm, in deren hand ein salbgefass war) Ml 26, 7 ; B. 
fecep ift npoA&ni epe ofon ofcnoq &fepoc (sie verbrachte 12 jahr, in- 
dem blut unter ihr war) Mc 5, 25; nfenec nfeR mreni ej6oyn cniuing 
enoi n^feAe ego-re epe oyon g'feAos cnoyV epon (es ist dir gut, dafi 
du ins leben eingehest lahm seiend mehr als zwei fiifie habend) Mc 9, 44 
— neben ego-re eofon AfeA 6 aaa&ok (vs. 45), und ic epe *i« cnoy^ 
epon (vs. 43). 



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DIE PART1GIP1A UNI) DIE RELATIVA. 249 

b. das relativum c*re oy on, ere Aiuuon. 
Das bestimmte relativ von o*fon und juut&on, welches das attribut eines 414. 
bestimm ten nomens oder das pradicat ist, ist ctc oyon und e-re 
uuon, z. b. $h €T€ of on A**ig« juut&oq (der, welchcr obren hat) Mt 
11 , 1 5 ; B. CfeP5 m&en ere o*fon nn& niuiu6 iu6HTq (a lies fleisch , in 
dem lebensgeist ist) Gen 6,17; B. noc ere ofon ujt&oajl ajuu.oq : 
nxoeic e-re oyn <4o*x Aiuuoq (der Herr, welcher kraft hat) Ps 23, 8; 
ni&&& ct£ juuuon of&AHU) itK^^i juuuL&f (der ort, an welchem nicht 
vie! erde ist) Mc 4, 5 ; S. iteV^f^H ere jun <xftin n^HToy (die seelen, 
an welchen kein makel ist) Sap 2, 22 ; B. nixies, ere of on e^e nen 
iiu oiuxii juuuoq (der ort, welchen rind und esel betreten) Jes 32, 20 ; 
neqenieroAn ct£ oyon ^nofon n^HToy ajlok£ Kcjuii epaiof (seine 
briefe, in welchen einige dinge schwer zu verstehen sind) 2 Petr 3, 16; 
B. xi^pH'V £tc oyon of uin^ ujon £en <$iuit (in der art , wie das 
leben in dem vater ist) Joh 5, 26; S. np&n ere ju&ion ncp^n chuj 
epoq (nomcn quo non aliud nomen mag is contemtum est) Z. 460 ; S. 
nptujuc nfeA&e ct£ xxn (xxxxn) npoq n£H*rq (wahrlich der mensch, in 
welchem kein falsch ist) Ming. 165. 195; ferner : $h ere ofonT«k.q eyv\ 
n*q o*)po£ <£h ere AJumonTa,q o*)pO£ $h cxen*ro*rq eycoAq n*roTq 
(der welcher hat, dem werden sie geben ; und der welcher nicht hat, 
dem werden sie nehmen auch das, was er hat) Mc 4,25; ^h ctc ofow- 
*r*c Aini^i juumfef : tctc oynT^c [jm]n^i (die , welche den gatten 
hat) Gal 4,27; S. tctc uhtc g&i (die keinen gatten hat) ib. ; oyxuifc 
c^h ctc xumoiireq Aoneoc juum^y : ne&mn ere uuun*Tq &oiteoc (der 
elende, der keinen heifer hat) Ps 71, 12; ^ncciuoy ere juumonTOY 
nm (schafe, welche keine zahl haben) 2 Par 5, 6 zeigt das jm B. nach 
unbestimmtem nomen hiiufiger auftretende ere statt des correctcn c. S. 
ncTe ofKT^iq (was ich habe) Act 3,6; S. TjumTcon ctc criiTnc 
juin nenepny (die briiderschaft, die wir mil cinander haben) AZ. XVI, 1 4 ; 
B. nijut nc£i&Ai ere oy on'rec 7 mtecnrt a****^ (welches weib , das 
10 groschen hat) Luc 15,8 — S. nwut ncgixie eoynrc uhtc u^ickitc 
(wenn sie hat). Pradicativ : B. ruxi exx ofon ojxojul juuuoq e^^ nofti 
cftoA (wer ist, welchem es moglich ist, siinde zu vergeben) Mc 2, 7. 

E. DAS PARTICIPIALE UND DAS RELATIVE CONJUGIERTE VERB. 

Auch der relativsatz mit conjugiertem verb wird durch die beiden 415. 
partikeln e und ere eingeleitet. Auch hier bezieht sich das verbale e ent- 
weder als attribut auf ein unbestimmtes nomen oder auf das verb des 
hauptsatzes, oder endlich es steht absolut zur bezeichnung des umslandes, 
wahrend das nominale ere das attribut zu einem bestimm ten nomen ftigt 
oder pradicativ mit und ohne copula steht. Das participiale e verbindet 



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250 XXXII. CAPITEL. 

sich ohne wei teres mit den pratixen samrntlicher tempora ; nur nicht mil 
denen des prasens und der abgeleiteten tempora, da es diese formen durch 
sich selbst ausdriickt, als regens des prafixlosen verbs unter der form 
epe und im pronominalen satze mit den angekniipften suffixen. Ebenso 
tritt £T€ vor alle tempora, nur daB es mit den prafonnativen des prasens I, 
dessen regens e*re : crepe ist, sich aufs engste verbindet, und sowohl 
vor dem *q : eq des priis. II als vor dem B. *q des perfects seinen aus- 
iaut aufgiebt; von dem S. &.q desselben teinpus aber durch die alte form 
des relativs irr ersetzt wird. 

1. Prasens I, a) das participium epe. 
4i6» Sg. /. ei 2. m. cr f. epe 5. m. eq f. ec 

PL /. en 2. cpeTcn : e-re-xu 3. cy. 

Das koptische ci entspricht genau dem hier. D%\& «w«; nach § 49 
wird diese / sg. irn S. mitunter auch eei geschrieben, z. b. Z. 481. Jon 
8, 16. Die prafixe des priis. I sind dieselben wie die des fut. Ill 
ohne die proposition e. Die verbindung des regens epe mit den pratixen 
der 3. person eq, ec, cy ist auch hier gestattet, z. b. B. Apocal 14, 1 ; 
S. Luc 12, 35. Im sah. dialect fallt dies relativ ganz mit dem priis. II 
zusammen; in boh. handschriften wird es aufs haufigste mit dem priis. I 
und II verwechselt; man vergleiche Rom 10,21 mit Jes 65,2. Diese 
form hat vor allem eine eigenschaftliche, zustandliche bedcutung ohne be- 
ziehung auf eine besondere zeit und ist darin vcrschieden von den ubrigen 
participien ; es heiBt daher B. epcTennHT, aber S. earreTrnniuT 2 Petr 
1,4; B. ecnnof, aber S. ettcei 1,18 u. a. m. 

Das prasens eq bezieht sich zunachst auf die gcgenwart, driickt 
aber auch die gleichzeitigkeit (indem, wan rend) mit dem verb des 
hauptsatzes aus. Das parlicipiale prasens I bildet das niichste verba I e 
attribut eines unbestirnmten no mens, z. b. oypuumi epe Teq-xn* 
uIOyujoy (ein mensch, dessen liand trocken ist oder war) Luc 6,6; ite 
ofon oypuijuu eqtiHOf enecHT (es war ein mensch, der herabkam) 
10,30; S. &q£AA.ooc enftHJU* cy/jut* cyjuoyxe epoq ie Awocrpurron 
(er saB auf dem tribunal an einem orte, den sie Lithostroton nanntenj Joh 
19, 13; S. oyn g*£ nuj^-xe e*pjtoK£ nnoi »xxxooy (es sind viele worte, 
welche schwer zu verstehen sind) 2 Ptr 3, 16. eq kann auch das attribut 
eines objects sein (casus obliquus cum participio), z. b. ^qn^y epuiof 
efAJiouji ncoiq (er sah sie hinter ihm gehend) Joh 1, 38; S. equj^nnt/f 
enco^oc eyjmoy (wenn er die weisen sterben sieht) Ps 48, 1 1 ; B. 
^curre** e£&itc£tiip?L eyujon ;6eiveHno*y (ich hore, daB spaltungen 
unter euch sind) 1 Cor 11,18: S. nqge epooy eypoeic (cr traf sie 
wachend) Luc 12, 37; S. &qo*fui£ njuum&n u$&n~x eq~r&n£on eiuiooyT 
(er verweilte bei uns, bis er uns todte belebte) Ming. 146; — so auch 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 251 

nach o*fiuu$ (wollen), z. b. B. n^OYeujeHnoy *>n epcrenoi uigc^Hp 
nnratCAAuin (ich will euch nicht, der d'amonen freunde seiend) 1 Cor 10, 21; 
'Voyciy^HnoY **€ *n cpcrenoi n^xejuii (ich will euch nicht unwissend 
seiend) Rom 1,13; ebenso 16, 19; — und bei £Hnne (sieh) mit unter- 
driickung des objects, z. b. gHmie eqgi nuj&.qe ^nnne eq&en nrrdduion 
(sieh er ist in der wiiste, sieh er ist in den gemachern) Mt 24, 25. Das 
particip nach it laBt sieh nur durch eine ellipse erklaren , so in B. 
neqd'i^Atuc ^qofAfeuj Jut^pH^ heq^i ceTX&pH-x (sein gewand war weift, 
als wie blitzend) Luc 9, 29. eq, cc, cy bildet demnach das participium in- 
definitum; vgl. § 406. Die prafixe sind dem verb als attribut so nolh- 
wendig, wie n dem nomen, z. b. h«ok oyig^-TAicetuvi ofO£ ii^hki 
©yog Jut&eAAc o*fO£ eniiHig Apoc 3, 16. 

Hautiger lehnt sieh das pr'as. I partic. als verba les attribut an 
den hauptsatz, indein sein subject mit dem des letztern gleich und seine 
liandlung mit der des haupt verbs gleichzeitig ist, z. b. B. */f n * k £"V cncqp&n 
efit&Y enuutHini (sie glaubten an seinen namen, die w under sehend) Joh 
2, 23 : B. ^yjuto^ -rnpof mttuirr eycuiTCJut eit*i (sie waren alle zorn- 
erfiillt, dies hbrendl Luc i, 28 ; pijuti epeTcniuuj e&oA (weint ausrufend) 
Jac 5, 1 ; B. £oit£en nnioyHfe ckxiu ujuoc (beliehl den priestern sagendj 
Jos 3, 8 ; B. ciuHOf g^purxen ^inHOf j6cii ofjutog ncjutoy n*rc n^c 
(zu euch kommend, komme ich in der fiille des lobes Christi, ip^ofisvo; 
— lAeuaojxai) Rom 15, 29; iih **x eenHOf c&oA ^en puiq efnHoy 
efcoA ^cn ni£irr n&i ncxcuiq AinipuMULi (was aus dem munde kommt, 
da es aus dem herzen kommt, befleckt es den inenschen) Mt 15,18; S. 
junp*xp*Juo'y cigit it* nok (laB rnich nicht sterben in meinen siinden 
seiend) Leps. Denkm. VI. 102,3; B. eutcm eT&urreik oyo£ cr-r^A^o 
ciuj&pi ofog crroyxo (ich todte und heile, indein ich schlage und ge- 
sund mache) Deut 32,39 var.; S. was soil ich beginnen cigjutooc gn *rpi (in 
der zelle sitzend) Z. 298; bring 6 und 7 jalire zu cktiu&£ jutnnofre (Gott 
bittend) Z. 306; B. *Y e P jute npoxim c^Rur* (sie brachten 46 jahre 
bauend zu) Joh 2, 20 ; *iep nicgooy THpq cijulouji ciokcai (ich bringe 
den ganzen tag traurig einhergehend zu) Ps 37, 7 ; S. &qjuLo*pi c&oA 
cqujAifA (er verharrte betend) Z. 345; S. fett^ui eno Juui&p<»citoc ±yvu 
no^ noy* cqnKOTK jm&^&q (wir blieben unberuhrt seiend und jeder 
allein schlafend) Z. 346; B &qiucK eqn& e^ofii e%x&y oyog cqiuiof 
cfeoA (er verzog dort aus und eingehend, gieng dort langer aus und ein) 
4 Reg 4, 8; S. &quicK equj&ve ttAJuut^y (er verzog mit ihnen zu red en. 
redete lange mit ihnen) Act 20, 11 ; ujumi ckk*^ eneK&irrratiKoc n^w- 
Acajl : ujcune ck&hA e&oA xxn ncKx^ie (sei verstiindig gegen deinen wider- 
sacher eilends) Mt 5, 25 ; jm^poyujuini ey&HK ivate nc-ren^iu ©fog ite- 
xxru6H&c eyxxo^ : A&fepe ne*rirfne ujume e*yxiHp epe ne^rtt^H&c Aioyg 
(mogen cure lenden gegiirtet sein und eure lampen brennend) 12,35; 



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252 XXXII. CAPITEL. 

ahnlich B. neqcAio-r -*c n&qoi A*$pH^ hoy ce-re&piMt oy 0£ Teq^eAcui 
ecoyofitig AJt^pH^ hoy^iiun (seine gestalt war wie ein blitz und sein 
gewand weiB wie schnee) Mt 28, 3. Nach den verben des aufhorens 
steht das pra's. I partic. in einem abhiingigen verhaltnifl, das unserm in- 
finitive entspricht, z. b. B. &qnHit eqc^-xi (er horte auf zu reden) Ex 

31,18; ^f KHIt € T^ ! A*noTp&c9C c '• *T°T m € T aLI A*rc*T^ €Re ( s * e haben 
geendigt ihren lohn zu empfangen, sie haben ihn schon empfangen) Mt 
6, 5; B. ^foyui ctV^ 11 c P°q ( s ' e baben geendigt ihn zu ricbten) Joh 

3, 18; B. ^qof^u cqwof (er hat geendigt zu sterben) Joh 19, 33 — 
wofiir auch ^qofin ^qjuoy (er hat geendigt, er ist gestorben) Mc 15, 44 
berechtigt ist; S. uj&qAo cqgopuj itno&e (er hort auf von siinde be- 
schwert zu sein) Ming. 336 ; S. *iAo ei3 auuoh*x oc ( icn horte auf 
ein monch zu sein) Ming. 240. Indem das particip sich dem hauptverb 
formal beiordnet, ist es ihm dem sinne nach oft untergeordnet , z. b. 
^me itneneiOTre ngAAo e*rujoon tuuuut&it -renoy cei^oof juuuooy 
on Te^w^nH e^n^n'r^ epoof (invenio patres nostros senes, qui nunc 
nobiscum sunt, mandans eos in carilate obviam iis euntes, ituros — 
d. h. ich suche unsere alten valer auf, die jetzt bei uns sind, indem ich 
ihnen auftrage diesen zu begegnen) Z. 481. 

Das pras. I partic. driickt auch den umstandssatz mit verschiedenem 
subject aus und entspricht dann einem griech. absoluten particip 
oder den conjunctioncn coc, ore, Iv <p, l<p oaov u. ahnl.; z. b. B. eq^H 
•*e &en iAhjul *en nin>i o*pu.Huj ±y n*2^ encqp&n (wahrend er im 
feste in Jerusalem war, glaubten vide an seinen namen) Joh 2, 20; B. 
cinHOf fettoK uj&pe Keof^i epujopn epoi (indem ich komme, pflegt 
mir ein anderer zuvor zu kommen) 3,7; B. £&p* of n eqoiu6 tree 
nec£&i uj^f JUO TV € P oc * e cgttw nniuiK (nun pflegen sie sie, wenn der 
mann lebt, Cuivtos too avSpoc, eine ehebrecherin zu nennen) Rom 7, 3; 
n«ti eq-xai juumuiof ^iia&huj *>y h*^ epoq : n^i eq<xui jujuooy & g*£ 
mcrreye epoq (wahrend er dies sagte, glaubten viele an ihn) Joh 8, 30; 
B. ofO£ ttcoyuiiu ey«x^H &en tkoi ^q-rumq trxe kmh e-xcn *&eA 
neqcon oyo£ &q&o^&eq (und es geschah, da sie sich auf dem felde be- 
fanden, erhub sich Kain gegen seinen bruder Abel und todtete ihn) Gen 

4, 8 ; *ci cniii^f mgiupn cti cpe T^pcttc ai&oA : *cei eftoA en- 
t^oc e^Toof e cti epe mumc nAoA (sie kam zum grabe morgens, 
wahrend draufien noch (insterniB war) Joh 20, 1 ; S. exxi equj^-xe eic 
cyAiHHtge *qei epe iot*a.c equtoopje gOTOf* (da er noch redete, da 
kam eine mcnge, vor der Judas gieng) Luc 22, 47; S. currxi cue nig Ah A 
epe o^fow m&eii tutf ep&TK (hore unser gebet, indem jeder zu dir 
kommt) Ps 64, 2 ; S. it-ae nn^oof eqoit£ (wie die tage, da er lebte) 
Z. 348; S. nne^oof eq^jm ncuuu* njuum^n (die tage, da er mit uns im 
leibe war) Ming. 171. 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 253 

Oftmals verbinden sich die griechischen conjunctionen mil dem par- 
ticipium absolutum, z. b. £iuc ci (Job 9, 5); gene ck : en^ocon en (Mt 
5, 25), goTe epe-ren (Roid 6, 20), ^otmi (Luc 12, 55); so slebt die 
form auch nach koptiscben conjunctionen eujum (wann), xe (dafi) und 
in vergleichssatzen, wie: R*nr*. ^r*£c tvre nnoy^^i eyRiuc (nach der 
sitte wie die Juden bestatten) Job 19, 46; S. rui n*n e&oA. nneixpon 
n-ae gtutun ennui efeoA (vergieb uns unsere schulden wie wir selbst ver- 
geben) Z. 309. 

b) das relativum ere : irrcpe. 

Sg. /. e^ PL /. c-ren : e™ 417. 

2. m. c-xxr : ctr 2. eTX*ren : ctcth 

f. £T€ 

3. m. e*req : crq 3. c*voy 

f. eTec : £tc 

Diese form ist aus der verbindung der relativpartikel ct nte mit den 
suffixen hervorgegangen , wie besonders deutlicb aus der 3. pi. e^roy 
bervorgeht; daher werden ctr, e*rq, etc in alten sah. handscbriften 
meist ohne vocal vor dem suffix geschrieben. Doch scheint daneben die 
umschreibende form e-x+e+q nte-au-f iiblich gewesen zu sein, und diese 
vollere form ist die im bob. dialect iibliche, welche auch in den sah. 
handscbriften hiiufig vorkommt; jedoch ist sie im S. zugleich das partici- 
pium des prasens II. Das regens des prafixlosen satzes lautet e-re : crepe 
(§ 4-11); das prafix, durch welches es sich bisweilen erganzt, ist eq, ec, 
cy (B. Ps 48, 7) — nicht e;req, exec, e-rof; da die wiederholung des 
relativs nicht ohne harte sein wiirde. Wird das relativ, welches in diesem 
falle seine selbstandige form ere annimmt, von seinem verbalen praflx 
getrennt, so tritt fiir das letztere das des einfachen prasens ein (e-re . . . ^ 
I Cor 10, 33); selten wird die voile relative form (cxe . . . e-rof 
Z. 421) angewandt. 

Das relativum des prasens I. bezieht sich zunachst auf ein be- 
stimmtes nomen oder pronomen, z. b. B. ^jul& e^tgon juuuoq 
(der ort, an welchem ich bin) Joh 14, 2 ; n&uuLnini e-reiupi juuuaiof 
(diese zeichen, welche du thust) 3, 2; eqeujaim ne JUL^pn^ e-xeoftttyq : 
ju^pecujuine ne nee e^xeof&igc (es geschehe dir nach der art, welche 
du willst, frau) Mt 15, 28 — wo einige boh. handscbriften, und mit 
ihnen Schwartze , ein unmbgliches trreoY^ujq haben ; $h e^rcncaiof n 
juumoq *xenc*«i juuuoq o*)po£ $h eTrenn*^ epoq Tcnepjme^pe jutxioq 
(das was wir wissen, das reden wir; und das was wir sehen, davon 
zeugen wir) 3, H; $&i ne Jutc^pH^ hofon mften e-x<rpjLici juuuoq e&oA 
;6en mnn& (dieser ist wie jedermann, welchen sie aus dem geiste ge- 



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254 XXXII. CAPITEL. 

baren) 3,8; S. gjut tujuk croyii^H'rq (an dem orte , an welchem sie 
sind) Z. 481; S. jul* iuju e'xoyH^ [lies e'rofoyH^] n^HToy (alle orte, 
in welchen sie wcilen) Ming. 128; nwut -*e ne $*i e^cunxju. en*i 
jun&ipH't ee&HTq : iuju -*e ne n*i e^cuiTJut en^i cr&HMTq (wer ist 
dieser, iiber welchen ich dies also hore) Luc 9, 9 ; S. iiuchc **e ncroy- 
AJtOTfix epoq *e &&pn*A&c (Joses, welchen sie Barnabas nennen) Act 4, 36; 
uh ereTCitoYOiig cujuini j6* nmoutoc : neiOTpwuj eujume g* nnoxioc 
(die ihr unter dem gesetze sein wollt) Gal 4, 21; nn ct£ gencf x H 
croyxojuL ofO£ c y ujof igoy juuuiuof ^cti n«tig>i n-re TOf xxct^xx^o : 
n€Trn*£*re CTcy<^oMx ei-ujoTjgoY xxMiooy e*n n&uj&j nxe^ jutn-rpjuutt^o 
(die, deren herzen vertrauen auf ihrekraft und welche sich ruhmen der 
menge ihres reichthuins) Ps 48, 7; S. negliHfe e*re juLctguje crofcipe 
juumoof (die werke, welche sich nicht geziemt zu thun) Z. 421. 

Ein pcrsonliches pronomen , welches das subject des relativen verbs 
verstarkt, steht gewohnlich vor dem relativ, und zwischen diesem und 
einem casus absolutus an der spitze des satzes, welcher das durch ein dem 
relativ folgendes suffix erganzte subject oder object vorwegnimmt, z. b. 
S. iuu& ^noK e^S juuuoq (der ort, wo ich bin) Joh 14, 2; *non ne 
ihc ^>h neon eTCK^oxi nctuq : &noK ne ic ncTCRnHT iitok nctnq 
(ich bin Jesus, der welchen du verfolgsl) Act 9, 5; ihc $h &non e-rcn- 
cuiofn Aineqiurr : n*j &non cxncoofii A&neqeiurr (Jesus, dessen vater 
wir kennen) Joh 6, 42 ; necujnpi uh *noK c^juei juuuuuoy : necujHpe 
it^i MtoK e^juie Ajuuocy 2 Joh 1 ; K^T^pH^ guiq e~requjon ;6en 
nioyuinu : ivee nToq eTxqgju nofocm (gleichwie er im lichte ist) 
1 Joh 1, 7. 

Der andere gebrauch des conjugierten relativs ist der pradicalive, 
besonders bei pronominalem subject (nach § 306. 403), entweder ohne 
oder mit der copula, im S. in der regel letzteres. Das subject des 
relativen verbs kann in diesem falle nicht das des satzes sein, da sonst 
das unconjugierte e*r eintreten mufite; z. b. n*Am ofeirroAH A&ftepi 
e^cj6*i aa&aoc niuien : n&Am on ofHToAH nftppe tc^c^i jul&jloc 
rorxn (wieder ein neues gebot ist es, welches ich euch schreibe) 1 Joh 2, 8; 
nofcn^oAH jufcepi &tt e^c&^i jujuloc nurren : itoyenroAH nfeppe 
&n Te^cg^i juuuoc nn-xn (nicht ist es ein neues gebot, welches ich 
euch schreibe) 2,7; cnoy^H mften e^p& juuuuioy cicj6*i nm*rcn (aller 
eifer ist's, den ich aufwende, indem ich euch schreibe) Jud 3; of on 
creTCitofUiig eco-e&ieq : oy on neTCTnoy euj co^juteq (was wollt ihr 
auch horen?) Joh 9, 27; B. oy ne exo-ppi juumoq (was ist's, was sie 
thun?) Joh 2, 21; B. juh a'*-* 6 *n e-royV JutAJtraof e&oA g* o-frefei 
(sind es nicht 2 sperlinge, welche sie fur einen pfennig geben) Mt 10, 29; 
B. noon ne^ui ajuuloc h^k (du bist's, dem ich sage) Mc 2, 11; B. <e*u<i 
tc^xuj juaaoc (die wahrheit ist's, welche ich sage) Joh 8, 45; B. netu- 



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DIE PARTICIP1A UND DIE RELATIVA. 255 

-icn ere cttoi nurreit ecAu (ihr seid es, welciien zu wissen gegebcn 
isl) Luc 8,10; und mit einem casus absolutus an der spitze des satzes : 
B. $k f*p e*x* ^ Ofopnq iuc^si irre <£«$• CTeqc^-xi xumaioy (der, 
den Gott gesandt hat, die worte Gottes sind es, welche er redet) 
Job 3, 34. 

2. Fnturum, a) das participiam epe . . n& . . 

Das futurum I bildet sein participium durch dieselben prafixe des 418. 
prasens I : eqn*. — , und sein gebrauch ist der namliche — zunachst 
als attribut eines unbestimmten n omens, z. b. ^qcejune oye- 
2?oy eqn^^aai e^oinof uchh n^irxq : &qcjuune nof^oof eqn&Kpme 
it£H*rq it'roiRoyAJtciiH (er setzte einen tag fest, an dem er die erdc 
richten wollte) Act 17, 31 ; S. ofgcuii cfit&pno&c ennoyre H£H*rq 
(etwas, worin sie gegen Gott sundigen werden) Ming. 158; B. ofon 
opuLHuj f*p eyn^-xoc nHi (es sind viele, welche zu mir sagen werden) 
Mt 7, 22 ; Ml 19, 30; Act 1,15. Der casus obliquus cum participio findet 
sich in B. *qujaama/y eg^ncew&ey €yn«juiof (wenn er weise sieht, welche 
oder daB sie sterben werden) Ps 48, 11 ; Luc 21, 31 ; bei £Hime, z. b. 
j^Hnne epe-renn^uje nurreit (sieh ihr werdet gehen) Luc 22, 10. Die 
beziehung des relativum indeflnitum auf ein bestimmtes nomen ist unge- 
wohnlich, wie im fragesalze : S. *uj ne n&ioc em&coi-nq n&i (welches 
ist das leben, welches ich mir wahlen soil?) Z. 329. 

Als attribut eines verbs in gleicher person steht diese form 
z. b. im B. cqcofttoq eqn*.purT (er wird frohlocken sprieBend, eocppav- 
ft-qa&Taf. avatiXXooaa) Ps 64, 11 ; B. jut^pequjuini n*e puuuti ni&en eqiHc 
cqn&ctu^rejuL eq^opuj eqit&c«t?&i eqgopuj eqn&suitrr (es sei jeder mensch 
eilend horen wollend , langsam rcden wollend, langsam ziirnen wollend) 
Jac 1,19; S. eTe-rnei eTe^rnn^igAHA utnpujuine n^e itnei^ynoKprxHc 
(wenn ihr kommt beten wollend, so seid nicht wie diese heuchler) Mt 
6,5; S. &npH ei eqna^urrn (die sonne kam untergehen wollend, zum 
unlergange) Z. 336 ; S. feiftuiK en^KHnoc em*^ n&K tmfeeiu&e gjut iuul*. 
e*TJuuut*Y (ich gieng in meinen garten, um dir dort meine briiste zu geben) 
Ming. 146. 

Das absolute participium futuri bedeutet : indem er will 
oder da er wollte, z. b. B. eKn*rrui&£ ju^ujc h^k cneKr*juion 
(wenn du beten willst, so geh in dein gemach) Mt 6, 6 ; B. fecujuim epe 
ne-rpoc n&ciiti cftoA (es geschah, da Petrus voriibergehen wollte) Act 
9, 32 ; ^cujumi ^e ennM e^npocey^H : &.cujume **e eniifeftuiK cujAhA 
(es geschah, da wir zum gebet gehen wollten) 16, 16; e*pwvenq ^e 
ci6ofu c^Ti&.peA*&oAH ne-xe n«kf Aoc : efn^-xi n^^ oc ** e e£<>T n 
e*TH&pZ&fcoAH ne-x^q (als sie ihn ins lager fuhren wolllen, sprach Paulus) 
Act 21, 36; S. *>y\u itTefnof a. m*oi Jiioone encupo cyii^feuiR epoq 



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256 



XXXII. CAPITEL. 



(und sogleich legte das schiff an, da sie es besteigen wollten) Joh 6, 21 ; 
B. eqiua *2k€ n«e ihc n^y^cx^e-x juuuoq ne n-xe ituuHtg (als Jesus 
kommen wollte, bedrangte ihn die menge) Luc 8, 42 ; B. efit&.eiuo']fV 
*jk€ nve iujulhuj &.qep£icxc ivxoc (als sich die mengen versammeln wollten, 
begann er zu sagen) H, 29; B. epc n*i ^e n&epgHTC nujumi <x.oyurr 
entgcui (wenn dies geschehen wird, so sehaut auf) 21, 28. Daher ver- 
binden sich auch conjunctionen mit dem pnrticipium futuri , namentlich 
eujum (Mt 6, 5), ^ot€ (Joh 5, 25), und selbst gm* (Act 5, 15) u. a. 
Im hauptsatze ist die form kaum zuliissig, doch findet sie sich bis- 
weilen nach einem vordersatze, wie z. b. o^con J6en <£h c^cqn^cm^ 
tw5HTq eqn&curt tu5irrq ivxe oypuixii (wodurch ein bruder losge- 
kauft wird, wird dadurch ein mensch losgekauft werden?) Ps 48, 8 — wo 
die variante qn&curt hat; eujum r*p enn&uiiu6 ennMuiu6 jmnac 
eujmn -jke cnn«juof enn^juof junoc rre oyn enruvuiiu6 rre cnn^- 
AiOf &non tt&noc (wenn wir leben werden, werden wir dem Herrn 
leben; wenn wir sterben werden, werden wir dem Herrn sterben; 
ob wir nun leben werden oder sterben werden, sind wir des Herrn) Rom 
14, 8. Vermuthlich ist hier das fut. II &iftf«tUin&, ^nn&juiof zu lesen 1 ). 
Das futurum III hat die prafixe des einfachen particips, wird aber 
nur selten als particip gebraucht, z. b. B. ofujitpi efCJutOY'V eneqpfc.ii 
«e ejuuut&nofHA (ein sohn, dessen namen sie Emmanuel neiinen werden) 
Mt I, 23; nit^Ao-x-r eieouof epon (ich will nicht aufhttren dich zu 
zu loben) Jes 38, 19. Hier ist ciouo^ vorzuziehen. 

b) das relatlvum eic.n^.. : e-repc . . n* . . 

419. Das relativum des futurum I. e-reqn*- hat die gleichen prafixe 

und den gleichen gebrauch wie das des prasens I. Beispiele des attri- 
butiven gebrauchs: B. <£h eTeqtwvxoq imprest ^prrq (was er euch 
sagen wird, das thut) Joh 2, 5; B. megoof e*re*rennfcOYiuAJt cftoA 
jujutoq T€T€ttn«juof £en ©puto^ (den tag, welchen ihr davon essen 
werdet, werdet ihr sterben) Gen 2, 17 ; B. nniegooy THpof e'ro«]fii&iiiiu5 
jujuuioy (alle tage, welche sie leben werden) 3 Reg 8,. 40; mojAoA 
e^rofn^ep&uiR n^q eie^g^n epoq &hok : ne<enoc eTOfit^p^Jutg^A 
ii^q ^it&Kpme miok juuuoq (das volk, dem sie dienen werden, werde 
ich richten) Act 7,7; hiuiik &noK e^na^mq *r«tc&p? *re : hocik ^e 
e^ti*T**q fctton ne T^c^p^; (das brot, welches ich geben werde, ist 
mein fleisch) Joh 6, 51; hh miok c^n^-xoi juuutnoY : ne^ui <fe juumoof 



i) So vermuthet Ruckeht in seiner bandausgabe der episteln, sucht aber das 
doppelte particip im texte zu verstehen, indem er an einen ausdruck wie: tvie 
gewonnen, so zerronnen erinnert. Aber das e scheinf hier vielmehr ein sahidicis- 
mus zu sein. 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 257 

feitoK (das, was ich sagen werde) 12, 50. Ein beispiel des pradica- 
t i v e n gebrauchs ist : xic^pH^ *n e-xe niKOCutoc ^ ajuuoc e^n*^ (nicht 
wie die welt giebt ist e$> daB ich gebe) Joli 14, 27; tut CTcqw^coeAAoy 
e^reqn&c&'xi JUuuuio*y (das , was er horen wird , wird er reden) Job 
46, 13; der satz gewinnt an energie, wenn vor dem pradicativen eT hier 
das starkere demonstrativ-pronomen steht. 

Das relativum des futurum III. e*reqe- wird fur gewohnlich durch 
das fut. I. vertreten; der boh. dialect scheint es freilich niitunter zuzu- 
lassen, z. b. noc ncRnoy^ nc e*reROfi«ig'T juuuoq o*fO£ neoq juuu.*/f- 
**rq ncT £Reuje&&ujH~rq, ed. Lond. ne-reKeigejutgi juuuoq (der Herr 
dein Gott ist es, welchen du anbetest und er allein ist* es, welchem du 
dienen sollst) Luc 4, 8; wogegen die parallelstelle hat: ncrc ncRnoy'V 
n€T€ROfiuig*r juuuoq o^o^ neoq Juuu&.f^Tq neTCKigeAMgirrq, ed* 
Lond. ne-rcKeigexiujirrq : ht&ocic ncRnofTe ne*xeRn^o*]fUJUjT n^q Mt 
4, 10. Ebenso : ^cn ofofuin c^CRco-fum nneK'sis jutxioq oy o£ eRe^ 
it^q cof uj&n (im bffnen ist es, daB du deine hande ihm bffnen sollst 
und du sollst ihm zum darlehn geben) Deut to, 8 — wo mir das relativ 
wiederum verdachtig erscheint, denn einige zeilen weiter heiBt es: j6cn 
oy^ cne^ n^q eofuj&n (im geben sollst du ihm zum darlehn geben) v. 10. 

3. Pr&sens II, a) der conditional^ *peuj*n : puj&n. 

Das prasens II. bildet kein particip durch e, wohl aber eine form 420. 
von hypothetischer bedeutung vermittelst der partikel UJZMI (vom hier. syn) . 
Das regens des conditionals lautet also B. &p£tg&n, S. aber gewohn- 
licb epuj&n oder puj^n; nur selten wird dies compositum durch eine 
conjunction getrennt, wie p f^p uj&n oypuixie ci (Jac 2, 2). Dem 
regens folgt das nominale subject des prafixlosen satzes ; den conjugierten 
formen &.quj&n : equjaai unmittelbar der verbalstamm. Die 2. f. sg. hat 
im S. regetmaBig eptg&n (Joh 9, 40. 11, 4 0). Das S. epetg&n wird mit 
dem prahx cfiyAn verbunden PS. 30. 

Der conditional bezeichnet die objective, mogliche bedingung und 
entspricht dem griech. iav, meist mit dem conjunctivo futuri , seltener 
otav; z. b. &.peuj&n of&i ^e c^-xi nciuarreif &ioc : epuu>n oy*. 
*jk€ uj*wxe HAiJUHTn *«ic (wenn aber einer mit euch spricht, lav tic 
eurfl Tt, so sagt) Mt 21, 3 ; &.peuj&n n&con epnoAi epoi mr^^m n&q 
cfeoA iq> OfHp neon : cpty^n n&con pno&e cpoi t&riu n&q cfeoA H 
ofnp neon (wenn mein b ruder gegen mich siindigt, wie viel mal soil 
ich ihm vcrgeben?) Mt 18,21; &quj&n»o£ rate nijuoiof : puj^n njutoof 
tui£ (wenn das wasser bewegt wird, otav tapa^&^j) Joh 5, 7; n*j THpof 
"^nfc.THrroY n * R *KUj*n£n-R e&pm mcROYmujT ajuuoi : n*i THpof 
^n^T^^y n&R CRuj^nn&^TR nf"oyiuig*r n*i (dies alles werde ich dir 
geben, wenn du dich hinwirfst und mir huldigst, eav 7rsacov Tcpoaxovrj- 

Stern, koptische grammatik. 17 



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258 XXXII. CAPITOL. 

aflS H-oi) Ml 4, 9 ; ^peiu>nn*£^ -xep*n&.Y enuiof *x^>\ : epig^itiiiCTXYe 
'xen^na/f eneoof A&nnofre (wenn du glaubst, Sav moTeoVflc, wirst du 
die herrlichkeit Gottes schauen) Job 11, 40; n^c **e *qiu>ni ujuou 
gTU n^ejmi *e ©YcftoA -aran ne : nc^c **e trxoq equj&nei xxn *\K±y 
ti&euuLe «e oyeftoA Turn ne (wenn aber der Cbrist kommt, otav ep^tat, 
so wird niemand wissen, von wo er ist) 7, 27. Der conditional wird ge- 
wtihnlich durch den conjunctly, selten durcb das futurum I abgelbst, z. b. 
o*f£&ti!if fequjAiuynmi ic oyjuoy &.qujAnujuxni ic qn&ujanii itxe ofpoiK£ 
(wenn ein notbstand eintritt oder der tod oder es wird ein brand ent- 
steben) 3 Reg 8, 37. HUufiger wird der conditional von conjunctionen 
begleitet, namentiicb von eujum : enjoine, R^n, £o*T&tt, z. b. eujain 
^iuj^njuouji tfn&cp£0"t : K&n eiuj&iiAioouje n^^p^OTC (auch wenn icb 
gebe, werde ich mich nicbt fiirchlen) Ps 22, 4. 

421. Der negative conditional wird gleicbfalls durch das prasensll gegeben 
mit hiilfe der negation B. uj*xeju, S. tjul, sodaft das rcgens &petg~xejui : 
epcxjut, das prafix fequj-xeu. : eq*xjut u. s. w. lautet ; z. b. n^ipH^ 
neTe n&iurx na^iq nurxen fepeupxejut mcvffei mo^i Ajuuurxen 9£m 
e&oA A*neqcoit : n&.i on -re ^e e*xqn«t&fec whtii ik*x n&ciurx epcxju. 
nof^ noy*. riu eftoA jumeqcon (so wird mein vater euch thun, wenn 
nicht jeder von euch seine m bruder vergiebt) Mt 18, 35 ; B. juuuott ujt&oajl 
ngAi ecp n&uiHitu ^peuprejuL <\>^ ujuini neju&q (nieinand kann diese 
zeicben thun, wenn nicht Gott mit ihm ist, £<xv jxtq ^) Job 3, 2; B. 
^lajxcjui^p^rK ajlsulo mreu toi iicaihi (wenn ich nicht deine fuBe wasche, 
hast du nicht theil an rnir) Joh 13, 8; S. ck-xjulcui ^n*go*xliett (wenn du 
nicht trinkst, werde ich dich todten) Z. 309; *peTremgT€AJto*fUjuui irxc^p* 
juuutomre'xen uitu6 juuu^y : e*xe-x iiTAtof vuxx irxc^p* AinujHpe amtxitxii 
iuuu&y iuniuti^ n^HTTHf -xit (wenn ihr nicht das fleisch des sohnes eBt, 
eav u.Tq cpa-pr^Te, habt ihr kein leben in euch) Joh 6, 53 ; nuic **e cen*- 
£iuiitg ^yigTejuioYopnof : iiaay **e itge eYit&*x&ujeoeitg cf tjuulooycoy 
(wie sollen sie predigen, wenn sie nicht gesandt werden) Rom 10, 35. 
Im sab. dialecte begegnet man mitunler dem negativen conditional 
epuj^n-xAi, doch scheint diese form weniger correct zu sein; so findet 
sicb ^iuj'xcjuicjuh : eiig&.it'xjuteiAJte (wenn ich nicht weifi) 1 Cor 14, 11; 
^nujTejuoY uixx : enuj^trxjuoyujuu (wenn wir nicht essen) 8, 8 ; vergl. 
9, 16; Z. 278; S. epw>irxxi nptujue &no~x&cce netut*. ttui err^xx 
hkocjuloc nqn^ujujiune &it juumon&^oc (wenn nicht der mensch alien 
dingen in der well entsagt, so wird er nicht monch werden konnen) 
Z. 347. 

b. dag relativnm des pr&gens II. 

422. Auch das relativnm des zweiten prasens ist im B. ungebrauchlich, 
jedoch im sab dialecte (cnreq-) nicht selten. Sein regens crepe ersetzt 



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DIE PART1CIPIA UND DIE RELATIVA. 259 

(nach § 417) das des prasens I; dasselbe kann sich jedoch durch die 
priifixe des prasens II ergiinzen, z. b. n^i enrepe n^TC&ui ey^vava%xe 
juuutoof (das, was die unverslandigen verdrehen) 2 Petr 3, I 6 — fur das 
B. n&i ct£ co>pe ih^t^ht epcrrpeAAom juuutuioy. Die prafixe des rela- 
tiven prasens II fallen meist mit denen des prasens I zusammen ; stall 
€*T£i kann.ct, stall e*rey vielmehr c*roy einlreten ; die 2. sg. hat ihre 
besondere form £-repe oder eixp, z. b. oy r^p neTepcoofn juuuoq, M. 
oyn r*p ne-reAcooyn juuuoq (was ist es, was du kennst?) I Cor 7, 16. 

Das relativum des sah. futurum II e^repe . . . n*. und e*reqit«. . . . 
ist ebenso selten wie das des prasens II ; creyin^ Pap. berol. 44. 

4. Perfectum, a) das participium e*>. 
Das participium des perfectum I wird durch vorsetzung von e vor 423. 
das einfache tempus gebildel. Fur die 2. pi. wendet der boh. dialect 
sowohl e&pc-ren als e^-re-reii an. Beispiele des attributiven gcbrauchs 
nach einem unbestiminten nomen: o*ypuuuti e&qcp Ah npoutni &eit 
nequjuini : oTppuuute e^qp JUL&.&Aig&AHn itpo&ine gju. nequjume (ein 
raensch, welcher 38 jahre zugebracht hatte iu seiner krankheit) Joh 5, 5 ; 
oTpcKCTpoc e&q*r&Ko : oy £ii&.*y e^qciupjut (ein gefafi, welches verdorben 
ist, oxsoo; aTcoXwXo;) Ps 30, 13; B. ofjug^f e^qtyonq : oy exx^^y e 
e^fKcf^Jum^q (ein grab, welches er grub) Luc 23, 53; junun^y c^julhi 
cite£ e*. noc X**! "cuiq oy^e nequcspo^ equur^ nc& uiik : Anient^ 
ey^iK^ioc e*» m&oeic K^&q nciuq oy^e ncqcnepjui^ equjine nc^ ocik 
(ich sah nie einen gerechten, welchen der Herr verlassen hatte, noch seinen 
samen nach brot suchend) 36, 25; B. <e^i ^e neoc oyigepi nTC «t&p&- 
i»\\ tc e* nc^T^itd,c con^c (diese aber ist eine tochter Abrahams, die 
der Satan gefesselt hat) Luc 13, 16; B. o-)f*a e&qjuLOf (einer, der gestorben 
war) Luc 7, 12; B. ofpuumi e^yofopnq e&oA grrcn $^ (ein mensch, 
welchen sie gesandt hatten von Gott) Joh 1,16; S. ot£*t e^TprAAoq 
£jul nu^ (silber, welches sie durch die erde gereinigt haben) Ps II, 7 ; 
S. ne&.n&iy e&.i*^q (ein anderer schwur, den ich gethan habe) Z. 400; 
B. gfeititoyxi h^Aiaoyi e^M^cof ^nof (eben geborene kleine knaben) 
I Petr 2, 2; B. ofoit g^ncioyp c^y^itoy ncioyp aajuiii juuuiuof 
(eunuchen, welche sich selbst zu eunuchen gemacht haben) Ml I 9, 1 2. — 
Als attribut des objects eines regierenden verbs stehl das participium 
perfecti — iin casus obliquus cum participio: B. &*fd'iJULi amiiAiuk e&qofx&i 
(sie fanden den knecht genesen) Luc 7, 10; ^juluiiiu «tn«/f en&ipauuLi 
c&qo&e £iuli lu&eit hhi : «jtiHnrn iti-enrnii&T eypowme e^q-xui cpoi 
nguift iujul (kommt, seht diesen [einen] menschen, wie er mir alles ge- 
sagt hat) Joh 4, 29; B. feqit&Y em^HOfi e*Y<£uu6 (er sah die himmel 
zerrissen) Mc 1 , 1 ; B. iih e'r^nco^jmof efeftguini J6ett K*<$epn*o*pu 
(das, was wir gehort haben, daft es in Kapernaum geschehen ist) Luc 4,23; 

17* 



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260 XXXII. CAPITKL. 

B. ^q'scAJt^ni a&iua&oioy e&qep Hpn (er kostele, daB das wasser wein 
geworden war) Job 2, 9. 

Beispiele des verbalen attributes sind : *qx* m£e>ujipi 
cftoA e^q^on^en n*q : &qn& ngjpujipe e£io> c*qn*p*freAei n*q (er 
entlieB den jiingling ihm geboten babend) Act 23, 22; B. n&u& ^qofop- 
nof note ihc ea^qgongen muo^ : ncuunTcnooYC ^q-xoofcoY h^i ic 
e&qn&p&weAe n*Y (diese zwolf sandte Jesus, indem er ihnen befahl) 
Mt 10, 5; a. it ok &non o-fptuuii hioy^&i c^ai^ct ^en *r&pcoc : &nt< 
ofpuiA&e Rioy^&i ea/ptnoi £n ~r&pcoc (ich bin ein jiidischer mann, 
geboren zu Tarsus) 22, 3; g&tr&j&Kiuif A&&poYujumi c&f e P2. &I HOTfcguuti 
noTfoiT : n^i&Kiutt Ai^poyiyumc e&YgA&ooc jun ofc^ume Ho^fiu*T (die 
diacone seien geworden gatten eines einzigen weibes) 1 Tim 3, 12; B. *i- 
epno&i e^r-J- ttofcnoq u^juhi (ich babe gesiindigt gerechtes blut ver- 
gossen babend) Mt 27, 4; *qi a^q-rc^nocc e&q«juom htccsi* (er kam, 
richtete sie auf, ihre hand ergriflen habend) Mc 1, 31 ; B. ne *qep;6eAAo 
nc e&q&i&i ^en neqegoof ( er war B^eis geworden, zugenommen habend 
in seinen tagen) Jos 23, 1 ; ofO£ *cujinni ci^q-T^c^o e^qg'i it^AJteT- 
ofpo (und es geschah, da er zuriickkehrte, das reich genommen habend) 
Luc 19, 15; B. tcich^mih ^*i ei*kpe*TenoTfon£c eftoA den neqp*n 
e&~Te~rciftneA&aji nm&pioc ofO£ -xx*renujcjuuji on, M. T^r^nH n*r*- 
TCTno^n^c e&oA gjui neqAen e&Te-nr^i&Rotu ene*TOY*>A>& *ym 
'reTn*kiA.Roni (diese eure Hebe, welche ihr oflenbartet in seinein namen 
den heiligen gedient babend und ihr dient noch, Biaxov^oavte; xal 8ia- 
xovouvre<;) Hebr 6, 10; B. n&cjuuiuj& ne ui nipauu c& v re v rencai v reA& 
ncaii euj-reAi-xaioYn e&oA x5en ^RpstTH (es ziemte sich, o ihr manner, 
mir gehorcht habend nicht von Creta aufzubrechen) Act 27, 21; n<VHn 
r&Auic &pe*Ten&ic c&pe~Tenepuj<^Hp en&^ov^cs (docb ihr tbatet wobl 
an meiner bedrangniB theil genommen habend) Phil 4, 14; e^fte <£*i e*pe- 
Ten^ScR^HnoY epcrenpHC &pi£eAmc : ct&c n*j c^tci njuofP ^Y" 1 
cTCTnnH^K £eAni7e (darum eucli gegiirtet habend und wachend, hoffl) 
1 Petri, 13. Absolut: & wxocic negce nRcemrx e*. nuj&'xe o&uir 
e&o> (der Herr erweckte einen andern valer, indem sich das wort crfiillte) 
Ming. 198; S. axh e*xike TeTnAjm^rneTUjOfciT mi e* *rco<£i&. *xooc 
(ist's nicht (ibcr eure eitelkeit, wenn die weisbeit spricht, etc.?) Ming. 119; 
S. &R*r&JLiiooT THpo^ gn o*fco^i«k, eA.T€TneiAae a'e ra ne^pHcn*- 
noc eAoA £n nerp&c^H «e o^p&tg h^ot tc TAAnT&c&^oc ctc o^pn- 
T^qc nnopc (Gott, du hast sie alle in weisheit gcmacht, da ihr ja 
doch aus den schriften gelernt habt, o ihr Christen, welcher art die giite 
ist, welche Gott hat) Z. 322. Manche texte haben fur das participium 
perfecti eine besondere vorliebe, indem sie dadurch satz an satz kniipfen, 
oder jiuch wie in dem letzten falle parentbetisch einschalten. Doch ist 
der absolute gebraucb des particips e* im allgomeinen seltener. 



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DIE PARTIGIPIA UND DIE RKLATIVA. 261 

b. das relatlvom ct^ : ct&, iit^. 

Das relativ des perfectum I bildet sich durch die partikel £T, sodafi 424. 
es mit dem boh. perfectum II ganzlich zusammenfallt; jedoch ist cr*q im 
S. selten und nur im B. die gewbhnliche form des relativen perfects 1 ). 
Der sah dialect, und mit ihm der mittelag., wendet vor dem perfect viel- 
mchr die partikel ht an, wodurch sein relativ tvx^q oder en-r&q wie- 
derum mit seinem perfectum II iibereinstimmt. Seltener noch gebraucht 
das S. das relativ ctc vor dem perfect, z b. oy ncre &.q&&.q (was ist's 
was cr gethan hat?) Z. 296; und ebenso im M. e*re &.<p £&poq (als sic 
zu ihm kamen) Jon 4, 40 als absolutes particip. Das demonstrativ-pro- 
nomen lautet vor cr, wt im B. $k oh hh, im S. n*i t*i km, selten 
nH (Joh 6, 22), gewohnlich n *r n ; die copula verschmilzt mit dem 
relativ zu ne*r tct ne*r und nirr tut im*r oder ncirr tcht neirx, 
doch kann die zusammenziehung auch unterbleiben. 

Beispiele des nominalen attributs: <£k e-r^qujumi (das, was 
geworden ist, o fifovev) Joh 1,3; <£k eT^qT^ofoi (der, welcher mich 
gesandt hat, o iz£\l<\>ol$ [is) 1, 33; iuc e-r^Yiyonq eptnof (die, wclche 
ihn aufnahmen, oaoi eXa(3ov aotov) 1,12; $k e-r* AiuifCHC c&m c«- 
&H*rq (der, iiber welchen Moses geschrieben hat) 1, 46; $k e*x&raoq 
(der, welchen ich sagte) 1,15; — &.noK ne hicuir e-ron^ <£k cr^qi 
enecHT ekA xSeit T$e : &noR ne noem eToit^ e-r^qei eAoA git 
•me (ich bin das lebendige brot, welches herabgekommen ist vom himmel) 
Joh 6, 51 — wo Tuki im S. irr&qei liest; S. ueio-re juner^qn^Y 
eAoA (die eltern defl, der sehend geworden) Joh 9, 18 mit der variante 
netrr&q; S. ofitoyre xxxxe, eT^yxnoq nT« k *]f^'* JUL,oc I * n ( em wanrer 
Gott, der geboren worden und der nicht gemacht worden ist) Nic. I, 14. — 
n&xcuiOT eT^qT^RO : n^ecoof u-r^qcuipjut (mein schaf, welches ver- 
loren gegangen ist) Luc 15,6; $*i ne <£h e-r^q^oq : n*^i nc n-r*q- 
•aiooq (dies ist, was er sagte) Mt 3, 3 ; ne -e^i Te A&&.pi& oh e-r^oe^£c 
not : t*j •*€ Te a&&j>i* tciit^ct€jc n^oeic (diese war Maria, welche 
den Herrn salbte) Joh 11,2; B. ne-rencuijuww oyep^ei n*re nmn& e&of&A 
ne <£h e*rujon ^SenoHnof $h e*rA.pe*ren0'rrq htcii <£^, M. neTen- 
CUIA&& neAnsti ne jutnenn^ CTOfeeik eT^nTHnoy nei itT^TCTiisiTq 
eAoA ^iTjmnnoY't (euer leib ist ein tempel des heiligen geistes in euch, den 
ihr empfangen habt von Gott) 1 Cor 6, 1 9 ; itH eT^KcfcTurroY : nn^R- 
cATurro*f (die, welche du bercitest hast) Ps 10, 3; hh eT^q^iTO^ n*R 
n«e <£^ : nemr* nnoyre **y n*R (was Gott dir gethan hat) Lc 8, 39 ; 
jut^pH^ e-r^q-xoc n*q nrse ihc : noe n*r&. ic kooc n*q (wie Jesus 



1) Die S. pi. lautet B. regelm&Gig ci^pe-rett. Auch in dem einfachen per- 
fect ist die form &j>e*ren statt ^tctch im B. schon sehr gebrauehlich geworden. 



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262 XXXII. CAPITKL. 

ihm gesagt hatte) Mc \ 4, 72 ; S. ium n** £iu& num ujtnne cfco> yxoo-rq 
(der, durch welchen alles geschehen ist) Nic. 1, 14. Das sah. trr*. nach 
eincin unbestimmten nomen ist uncorrect: oyn ^encioyp n-ra/ptnooY 
cAoA n^HTC mrey****^ nTcigc (es giebt eunuchen, welchc als solche 
aus dem lcibe ihrer mutter geboren sind) Mt i 9, i 2 — inuBtc ium inr^" 
«nooY heiBen, sowie gleich darauf folgt : oyn gcncicvfp n*i nT*Y**T 
ncioyp eAoA ^itootoy nnpcmue (es giebt eunuchen, welchc durch die 
mcnschen zu eunuchen gemacht worden sind) ib. 

Das pradicativc relativ e-r*.q : n*TA.q wird gewohnlich durch die 
copula mil seinem subject verbundcn, z. b. B. neon ncr*kKT*OTfoi (du 
bists, welcher mich geschickt hat) Joh 17, 8 fur das S. utor ^rth- 
nooyr; B. num ne e*TA.q*r*jaoK (wer hat's dir berichtct) Gen 3, H; 
*r&tncpi ncn^g^ ne~r&.qn&?jui : T&iyeepe TOTfniCTic Te nT&cn&^jue 
(nieine tocher, dein glaube ist's, welcher dich errettet hat) Ml 9, 22; 
nauiof neT^Y^noAi^ iihi : iitooy nnT^ycncunr* (sie sind es, welchc 
mich gestiirkt haben) Ps 22, 4; tieqAi&eirTHC nc ci^Yine ninoy 
juuu^yA.TOY : neqAa*^ir*Hc %x*y±*ky tieirr&T&uiK (seine jiinger allein 
warcn es, welchc gegangen waren) Joh 6,22; B. oy ne e*r&q&iq oder 
oy ncrA.qA.iq (was ist's, was er gethan hat) Ps 10, 3. Seltener fehlt 
dem pradicativen relativ cr&q die copula oder wird durch das starkc 
demonstrativ vertreten, z. b. in <£h cia^n^y cpoq <£**! ei^qepAieepe 
A&juioq (was er gesehen hat, das ist's, was cr bezeugt hat) Joh 3, 32. 

c. das participium absolutum c^ : nrepe. 

425. Das participium absolututn der vergangcnheit, welches dem cpe des 

prasens cntspricht, wird durch das pcrfectum II ausgedriickt, und zwar 
im B. durch das einfache e*x* und seine formen, im S. dagegen durch 
eine von n-r*. durch das pe auxiliare abgeleitetc bildung rnxpe, welche 
folgendcrmaBen conjugiert wird: 

Sg. /. irrcpei, irrepi PL /. mrcpen, tvxxpn 

J2. ro. n-repen 2. n*repe*rn 

f. n-repc 

5. m. irrepcq 3. n-rcpoy 
f. n*repcc 
Diese bildung mit A fiir p war auch dem mitlelag. dialect eigen, wo sich 

fiir mreAoy einmal n-rcAey findet (Hebr 9, 19). 

Das participium absolutum e'^ : irrepe bezeichnet das griech. part, 
aoristi und unser als, nachdem, z. b. cta po^i **£ igiuni **p 
e&pHi £<£ioa& n«e neqju*.eH-rHC : emepe poyge **.e ujuinc &. ncq- 
uo,^hthc ei ££p&.i e«n ^*A&.cc& (als es abend geworden war, kamcn 
seine jiinger zum meere herab) Joh 6, *6; cta. po«r£i ^e ujuim ^*pni 



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DIE PARTICIPIA UND DIB RELATIVA. 263 

n*.q itg&tiAiHU) : poy^e **e iriepequjome d/fcme n&c I n 2*Z ( a ' s cs 
abend ge word en war, brachten sie ihm vielc) Mt 8, 46; cr&qtt&Y *^ e 
eoyjutHiy trre iu<$&piccoc nctt&q ittao^f : n-repequ^Y *^e c£&£ hhc<£a.- 
pic&ioc nex&q h*y (als er viele Pharisaer sah, sprach er zu ihncn) 
Mt 3, 7; o^og. n*i CTA.«oq &caje n*c A.CAio'f't CA**.pi* : &y\u htc- 
pcCTLc n*j &c&uik ^cjuoyre cju.&.pi& (und als sie dies gesagt hatte, 
gieng sie und rief Maria) Joh U, 28; B. ei^qjuoyitR irae niHpn (uote- 
p^aavto; oivou) 2, 3; B. o^o£ c-r&cep&oKi *.cjuici itK&.m (und schwanger 
gcworden gebar sie Kain) Gen 4, I. Der boh. dialect behalt mitunter 
das griech. grac und j»otc vor dem participium abs. bei, z. b. £otc oyn 
emsp g&poq iw*e itictdut&prcHC ^.f^o epoq £in& irreqS^i xS^totoy > 
irrcpo«f« ^ e igApoq n^i nc*dttA.piTHc &f cencinnc l *^ m £*>2T H T ( a * s 
die Samariier zu ihm kamen, baten sie ihn, daB er bei ihnen bliebe) Joh 
4, 40. Das participium absolutum des perfects e*r& : irrepe wechselt in 
beiden dialecten mit dem des prasens epe, welches gleichfalls auf das 
vergangene bezogen werden kann ; z. b. ruwi CT*q«o*ro«f ^qujumi tvooq 
&en. ^a^AiAc*. : irrepcq^c it*i •*€ irroq ^qa'tu git tto^AiA*!*. (als 
cr dies sagte, taota etacov, befand er sich in Galilaa) Joh 7, 9 — aber: 
iuki eq-aiui AiAiwof ^njuuuty *Yit*^ cpoq : it^i eq-xui Auutoof a. £*£ 
nic-rcf c cpoq (als er dies sagte, taota aotoo AaAoovros, glaubten viele 
an ihn) Joh 8, 30. 

Das negativum von irrepe wird als von einem abhangigen tempus 
durch TM. ausgedriickt: irrcpcx-jut und irrcpcqTAa , z. b. ^.ym irrc- 
poY**"**£e cpoo*f *Y ca,R wi*cum nn&£pn n&p^tuti (und als sie sie 
nicht fanden, zogen sie Jason vor die obersten) Act 17, 6 fiir B. ere 
A&noy2&eAiOY **e ^ < f IU !9't wj^ccinn u)& ni&p^tun. 

5. Aortstus, a) das participium etg&pe. 

Der aorist bildet sein participium durch vorgesetztes e odcr im SM. 426. 
auch durch n ; doch werden die formen euj^pe und ntg&pe ganz im 
sinne eines relativs gebraucht. 

euj^q ist das attribut sowohl des bestimmten als des unbe- 
stimmten nomens, z. b. B. ^cicqi it^piiijut -»h cig&cQongc (das feurige 
schwert,. welches sich wandte) Gen 3, 24; S. ic neuj^yAiofre cpoq 
«e ne^fc (Jesus, welchen sie den Christ zu nennen pflegen) Mt27, 17 — 
fiir <£k €toya*»oy^ cpoq : ncTOYA*OT* irc € P oc i #• 22. 

Die relative form nuj&q erscheint im ober- und mittelag. dialecte 
in gleicher bedeutung selten, z. b. S. nee nig&pe oYpo©T € Julo T2. 
(gleichwie ein halm verbrannt zu werden pflegt) Jes 5, 29 fiir B. jut^pH^ 
euj&qpoiK£ i«*c Ofpuiof*/ M. irr£K ctc uj^Ae ofA^ofi «cAa. ; M. nci 
nuga/^^Afc/f c^Aki (die, welche sie darzubringen pflegen) Hebr 10,8 — 



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264 XXXII. CAPITEL. 

fur S. ntti ety^YT^AooY e£p«a ; M. eiyxe of^n £&jiu nig&Y JULO T^' 
cp^Y -xe nofV (wenn einige siud, welche sie Gott zu nennen pflegen) 
1 Cor 8, 5. 

euj&q hat oft seine relative bedeutung verloren, indem es zuniichst 
pradicativ steht, dann aber, namentlich bei den conjunctionen -*e, 
&.AA&, r*p den einfachen aorist bezeichnet, z. b. B. neoc juuu&f^rc 
euj&eujami (sie entsteht von selbst) Joh 12, 24; B. nH^c tvatuof eT»- 
ftoA euj&pe nrHpq ujuini ninoy sSen £&nn&p«iioAH (die, welche 
drauBen sind, denen pflegt alles durch gleichnisse zu geschehen) Mc 4, 4 4; 
B. o«fi&.po *^ e eiu>qi eAoA sSen c^cut n-req-rco jutnin&p&^icoc e&oA 
juuu&y tg*q$inp«. ei tt&pp^H (ein flufi aber geht von Eden aus und 
trankt das pa radios von dort aus, er trennt sich in vier arme) Gen 2, 10; 
ofAAOfAU *2te eiy&ci enujoii eftoA x5cn catena, oyo£ iu>c~tco xingo 
A&nit&gi THpq (eine quelle aber geht von Eden hcrab und trankt das 
angesicht der ganzen erde) 2, 6 ; oy±c. Ainfefd'epe oyxSHAc ncep^q 
;6*. oyAieirr &.AA&. cty&Y^&q £raen ^■Ay^iu*. : o«j^e A&e*p&epe 
oygstftc nccK&^q g*. o^puji &.AA&. eiu>TK&&q c ' aL,1 t^TX. 111 * ( s ' e pflegen 
auch nicht eine lampe unter einen scheflel zu stellen, sondern sie setzen 
sie auf einen leuchter) Mt 5, 15; cuj^yi r^p eftoA *5en niginr nx.e 
niJULoiujtcR ei^uioy (es kommen namlich aus deni herzen die argen ge- 
danken) Mt 15,49; S. &AA& £OT*n ecuj&n&'rc&ne cuj^Y'V cpoc Ainec- 
ROCU.OC (sondern wann sie zunimmt, so geben sie ihr ihren schmuck) 
Z. 589. 

b. das relativum eix uj&pe. 

* 27 « Das bestimmtere relativ des aorists ist ctc, welches nur als attribut 

eines bestimmten nomens stchen kann , z. b. <£h ere uj^^T^* 1 ^ (^ as > 

was sie verdolmetschen) Joh 4, 39; ne-re uj*«fA*oyre e P°q K* r $h 

c-TO«fA*OT'V cpoq : nejn>«f A *°T T€ € P^q (der, welchen sie nennen) Luc 

22, 47; B. n*.i e-re iy>pe iu^t^ht crpeftAoin juuuoioy (das, was die 
unverst'andigen verdrehen) 2 Petr 3, 46; nst ere &«yiy&ncarreAJt emc^-xi 
cewroTOY jgAy^rrq & en OTP^iH 1 (die, welche, wenn sic das wort 
horen, es alsbald in freude annehmen) Mc 4, 16; 5. ami oytgHtt noyaiT 
gn «£T£ jg^qTOc^oy euj^qxiOY (es ist kein einziger baum unter denen, 
welche er pflanzt, der abslirbt) Ming. 234; S. nee etc uj&qug&'x.e epooy 
(wie er ihnen zu sagen pflegte) ib. 208. 

6. Imperfectum, a) das particlpium en&pe : enepe. 

* 28 - cne ist das particip der partikel ne der vergangenheit ; es bezeichnet 

sowohl das participium absolutum, z. b. S. cne nn^y nin co 
ne &yk&kc ujtnne (als die sechste stundc war, ward cine Hnsternifi) Luc 

23, 44; als das attribut, z. b. S. neooy ene oyn'r^iq ^ihr (die 
herrlichkeit, welche ich bei dir hatte) Joh 4 7, 5; S. offi-roAn . . . t*i 



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DIE PARTICIPIA UND DIB RELATIVA. 265 

ene oynTH-ritc (ein gebot, welches ihr hattet) 1 Joh 2, 7. Ebenso ver- 
halt es sich mil den mit nc zusammengesetzten tempora , dera plusquam- 
perfectum ene *.q — ne und dem prateritum aoristi ene ty&q, und beim 
imperfectum und iinperfeclurn futuri, en^q: eneq und en&qn&. : eneqn*. 

Als attribut bezieht en&pe sich sowohl auf das bestimmte als auf das 
unbestimmte nomen, z. b. nuut*. en&pe itu&nnHc ^idajic juuuoq (der ort, 
wo Johannes iaufte) Joh 1, 28; oh en&pe neccon ujtniu : *r*i enepe 
neccon tyuine (die , deren b ruder krank war) 11,2; iua&hiiu en&qipi 
juuuniOY (die wunder, welche er that) 2, 23 ; nuut& en&qn&H-rq (der ort, 
an dem er war) Mc 2, 4 ; B. ©yen'roAn . . oh en^cnTenoKnoy (ein 
gebot, welches ihr hattet) 1 Joh 2, 7; nnuoy en&.qn*rHi nujopn (die 
herrlichkeit, welche ich vormals hatte) Joh 17, $; S. ofcon n*i eneq- 
cooyn juuutoq *.n (ein bruder, den er nicht kannte) Ming. 214; B. ne- 
-rennofiti nn en^pe-renutouji n&pm n^HTOf (eure siinden, in dencn 
ihr wandeltet) Eph 2,2; B. tin en&i*neAft&q sSen ^ryAuitoc (die, welche 
mit ihm in der arche waren) Gen 8, 1. Ebenso vor dem verbum instans, 
z. b. ni^juu cn^n^ine ^poq (das dorf, zu dem sie gehcn wollten) Luc 
24, 28. Joh 6, 21 ; B. &qep A*<$pn^ en&.qn&o«yei eqAiotgi (er that, als 
wenn er weiter gehen wollte) Luc 24, 28. 

Im pradicativen gebrauche hat en&q nie die copula bei sich, 
z. b. B. $&i en&qtttn juuutoq (dies ist's, was er sagte) Joh 2,22; ihc 
n»oq &n en&q^ouutc (Jesus war's nicht, welcher taufte) 4, 2; nooq 
juuuiw^-rq cn^qx H mum*/f (er allein war es, welcher dort war) Mt 
14, 23; n&.ipict *^e en&fKUi ajlaioc nxe niRCJii^oHTHC THpoy (so 
sagten auch alio jiinger) Mt 26, 35. 

ene und die abgeleiteten tempora, wie en&.pe : enepe, ene uj&pe, 
haben mitunter ihre relative bedeutung eingebufit und stehen als haupt- 
verb des satzes; z. b. S. enepe nA&oc THpq o«fH£ ncmq (das ganze 
volk folgte ihm nach) Act 21, 36; S. *>yua ene June ic kui eneqAife^H-rKc 
(und Jesus hatte zu seinen jiingern nicht gesagt) PS. 2 ; S. n-repofuj-rop- 
*rep *>y\n &«fepgOTe eneyAiee^e (itxor^Myxe<; hi xai Sjxcpopoi fevofievoi 
£$6xoov) Luc 24, 37; S. £&nAaic tgHn nwm etn&q*rod'oT gn neqd'rai 
ene ty&.q'x.ooc xe &.non &i v raid'e (kurz von jedem baume, den er mit 
seinen handen pflanzte, pflegte er zu sagen : Ich habe ihn gepflanzt) 
Ming. 264. 

b. das relatlyum ere n&pe. 

Ein bestimmteres relativ driicken die imperfecta durch ere aus, 429. 
welches von seinem verb durch mehrere worter getrennt sein kann; z. b. 
B. n&i e*re n&pe A&&pi& n^n*ro*f ne (diese, unter denen Maria war) 
Mt 27, 56 ; B. ne*re n&yi&ui juuutoq (was sie sagten) Hebr 12,20; B. 
nn e-re &.non Tnpo*f n*nu.oigi n^HToy (die, in denen wir alle giengen) 



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266 XXXII. CAPITKL. 

Eph 2, 2; B. miiuik nn ere n&c*Mitn> n*q *n ne eo*fauui e&oA iu6h- 
nro*f (die brote, von denen es ihra nicht zu essen geziemte) Mt 12, 4. 

F. DAS RELATIV DES NEGAT1VEN VERBS. 

430. Diejenigen formen des verbs, welche nur durch nachgesetztes &n 
verneinen, unterscheiden sich im ausdrucke des particips und des relativs 
nicht von denen des bejahenden. Die iibrigen bilden das particip durch 
e, das relaliv durch e-xx. Es ist jedoch zu bemerken, da£ vor dem h 
und xx der negation das participiale e haufig ungeschrieben bleibt, da es 
ohnehin in dem vocalisch anlautenden n, A&neq, A&n&q, jutn^req unter- 
geht. 

1. n . . *n, a) das partlclplum. 

431. Das particip der negation durch it bildet sich durch e, welches jedoch 
gewohnlich in der sell rift ubergangen wird. Das so entstandene participiura 
der nominalsatze und der praHxlosen verba lsiitze ist meist attribut eines 
unbestimmten no mens, z. b. B. o^poiRonojutoc eito«f^T e * k ' x " l,c * n nc 
(ein hausbalter, der nicht eigensinnig ist) Tit 1 , 7 ; oy cnoq jut^mq *n ne : 
oy cttoq A&ninq *n ne : o^pen^q ejummq en ne (blut, welches nicht 
das seine ist) Ilebr 9, 25 ; B. s6en o«fR&£i Jut^iuq *.n ne (in cincm lande, 
welches nicht das seine ist) Gen 15,13; S. nrcR nwut cRRpme noygJug^A 
jutnuiR *n ne (wer bist du, daB du einen knecht richtost, der nicht der 
deine ist) Rom 14,14; B. &qn&.*f eoypoiAU irxgeftciu juuiigon toi £iurrq 
*n (er sah einen menschen, dem nicht das kleid der hochzeit angethan 
war) Mt 22, 11. Als verkurztes particip scheint sich auch das folgende 
zu erklaren : B. gfengiOA&i mre lugof*^ n^nno^-xi mi (frauen der ersten, 
welche nioht wenige sind) Act 17, 4 fur S. £&£ ncgiA&e npjuuut^o (viele 
reiche frauen); OYUj^op-rep hoYRO*pti *n (eine unruhe, die nicht klein 
ist) 19, 23 fiir S. oynod nuj-ropirp. In and era fallen ist das particip h 
ver bales attribut, z. b. «e &xcuje hoYCgu&i e^pec~riu&£ A*$«t ivxiuc 
2pkc *n (ob es ciner frau geziemt zu beten, indem ihr kopf nicht bc- 
deckt ist) 1 Cor 9, 26 ; S. cyany •*€ iujul ngeneAoA *n ne gjui nenn& 
e-roy^tA cpu enecKT cM&itTe (alle geliiste, wenn sie nicht aus dem 
heiligen geiste sind, fuhren hinab zur nolle) Nic. 1,45; und absolut: 
S. &f°T oei S9 njurnx r jutnujHpe tgoon *n (es ist eine zeit gewesen, da 
der sohn nicht war) Z. 246. 

Das particip des negativen prasens I hq..&n und des futurum I 
cntspricht dem affirmativen cq — und kann auch durch das einfach negierte 
eq . . &n vertreten wcrden, zun'achst als nominates attribut, z. b. B. 
OYpoiAJLi eq&en oy two eqejuti epoq *n, var. nqejui epoq *n (ein 
mensch, der in ehre ist, der ihn nicht kennt) Ps 48, 21 ; oyoit g&nofon 
ncen*£^ *n (es giebt einige, welche nicht glauben) Joh 6,64; oyon 
£&nofon nce-aLejui^ni jut^jutof *n : oyn go eine ncen^'xi^ne *n 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 267 

a&hjuot (es giebt einige, welche den tod nicht kosten werden) Mt 16, 28; 
S. gctiTiuA&e ncen&p&c &n (beutel, welche nicht alt werden) Luc 12, 33. 
Beispicle des verbalcn attributs: &qcpr hcgoo*r nqn&.«f aaAoA &n : 
*.qp tgojuirr ngooY nqn*Y € ^oA * n ( cr brachtc drei tage zu, indem 
er nicht sah) Act 9, 9 ; oyo£ cKeujnmi croi A&&e<VAe ti^n*^ e^pH *n : 
. . *y%n nrujuine n&AAe cnrn^f dit cfcoA enpic (und du wirst erblin- 
den, indem, so daB du die sonne nicht schauest) 13, 11 ; juouji itcjutraof 
iikoi o^ht S n^Ai &n : Aiootne itxuut^y ew&.i&Rpme, var. mv^i&Rpnte, 
nAew^ * n fe en ra ' 1 ihnen, nicht an etwas zweifelnd) 10,20. 11,12; 
Shnlich 1 Tim 5, 21 ; B. *qi n«e im^nnHc cqofCiut uiir &tt Of^c 
nqcenpn &n (es kam Johannes, indem er kein brot afl und keinen wein 
trank) Luc 7, 33; B. tupuiAii eejuouji y-xinof nceejui &n (die menschen, 
welche auf ihnen gehen, ohne es zu wissen) Luc 11,44 ; S. ee c*roYOT tn 5y 
en^f cpoi en'Vutnujiw &n (die art, wie sie mich schen wollen, der ich 
unwurdig bin) Z. 481 ; S. nefpauute eTHn cpoof h nceim epoo^ *** 
(ihre leute, die zu ihnen gcz'ahlt werden oder welche nicht zu ihnen ge- 
zahll werden) Z. 504. Als absolutes particip wird nq..&n gleich- 
falls gebraucht, z. b. B. ^h^h -^e nqoyHOY amiiki &n &qo«fiupn £&{>oq 
ng&nujc^Hp n-xe nicR^Tomr^p^oc (als Jesus von dem hause nicht 
mehr fern war, tj8t] 8e aoTOtS oo {xaxpav airij(ovTo$, schicktc der haupt- 
mann freunde zu ihm) Luc 7, 6 — wo varianten cqo*fHo*f &n lesen; S. 
n^&iAJtuimott cia&e ncurrn irrcTi\coo*fit *.it (die damonen verspotten 
euch, ohne daB ihr es wifit) Ming. U9. 

Das negative priis. II bildet sein particip durch vorgesetztes e; z. b. 
S. o-fpojuuc encqcurrjui *n (ein mensch, der nicht hort) Ps 37, 15; S. 
guic enci^iofe ewii (wie wenn ich nicht schlage) fur B. £iuc ci^io^i 
ewii ; S. ncrcoof n &c itpncTn^norq eneqeipe juuuoq *n OY no ^ £ n **\ 
ne (wer gutcs zu thun weiB und es nicht thut, dem ist es sunde) Jac 4, 4 7 
— wo eine variante nqeipc juuuoq *.n, das pras. I, bietet. 

b) das relatirom. 

Das bestimmte relativ des mit h. .&n negierten satzes ist ctc, welches -432. 
sich auf ein bestimmtes nomen als attribut bezieht, z. b. nipcAJtAe^e 
**e n»oq oyo£ ctc ttoYJuu^necoioY *.n ne : ira&i&eRe **e ere no^fujuic &it 
ne (der soldling aber, welcher ein hirt nicht ist) Joh 10, 12 ; B. niajejuumo 
<£h ctc ho*fefcoA ^cn neRA&oc &it ne (der f re aid ling, welcher aus 
deinem volkc nicht ist) 3 Reg 8, 41 ; B. $h ctc ncgje *n (das, was sich 
nicht geziemt) Mc 2, 34 ; — <£h ctc nqn^g^ enajnpi Ai^'t : iictc 
nqmc*r€Ye *n cntgnpe AinnoY^e (wer nicht glaubt an den sohn 
Goltes) Joh 5, 10; $h ctc nqiiHO^ **n : nere nqwH^ *n (wer nicht 
kommt) 1 Cor 1 4, 1 ; uh ctc nceT^-atpHOfT *n : iictc nccT^«pH«f *.n 
(die, welche nicht fest sind) 2 Petr 3,16; S. ne-rc nceujoon *n lea quae 



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268 XXXII. CAPITEL. 

non sunt) Ming. 116; S. ne-rnn*^ cpoof %xn hcttc iWniwf epooy &.n 
(ea quae v id emus et ea quae non videmus) Nic 1,44; B. A&^pcqi nuiof 
nxe ni$&uj e-re ncccmofn juuutoq &n (mbge ihnen kommen die schlinge, 
welche sie niclit kenneuj Ps 34, 5 — aber S. jm&pe o^^op^c ci n&y 
ncccooyn juuuloc *at. Das fut. I negiert gewohnlich durch n..&n und 
daher solltc auch das negative particip dieses tempus ere itq . . &n lauten ; 
aber es findet sich niit dem einfachen &tt in: ujujhii niften e*reqn&.ipi 
*ii KoYOTfT^ (jeder baum, welcher nicht frucht geben will) Mt 7, 19. 

Der sah. dialect la fit sich mitunter am particip geniigen, wo der boh. 
das bestimmte e*re fordert, z. b. $st ctc nqA&ei A&ncqcon a.h : nM 
enqjute &n A&neqcon (der, welcher seinen bruder nicht liebt) 1 Joh 3,14; 
<^h eie n^AinujA. &it eq&i jutncq^iuofi : n*i en^junujfc. &n nqi £& 
neq-rooye (der, dessen schuh ich nicht zu tragen wiirdig bin) Mt 3, 14 . 

2* iuin&pe : A&epe, a) das partlclplom cjutn&pe : eA&epe. 

433. Statt des boh. particips exin^q wird gewohnlich kurz jutn&q ge- 
schrieben, z. b. oytipr^THc jun^q^iiyini (Sp^atr]; aveirafojpmoc, ein 
nicht beschii inter arbeiter) 2 Tim 2,15; g&if&co«ri Aft.n&Yep&n&c (beutel, 
welche nicht veralten) Luc 12, 33. Das particip des sah. A&epe setzt 
dagegen regelmafiig e vor und bezieht sich gewohnlich auf ein unbe- 
slimmtes nomen als attribut, z. b. git ofc&^e exiequiujjui (in einem feuer, 
welches nicht erlischt) Mt 3, 12; oy^\ ejuLeqciu-rju (ein lauber, welcher 
nicht hort) Ps 37, 4 4 ; S. oyujoi^re euteqqi o*r^e eju.eqi.ujaj &AA& 
etin>quraii gn oyge&iuiim (ein teig, der nicht aufgeht noch sich er- 
weitert, sondern in diirftigkeit verkommt) Z. 522. Seltener ist exieq das 
attribut eines bestimmten nomens, z. b. n&i cxxeytfenH (diesc, welche 
nicht eilen) Z. 279 ; nd'id'Aiii e%xcy&mig*z emmpq &AA&. cfgHA e&oA 
git oy&vaoytf (die fledermause, welche durchaus nicht sehen, sondern in 
die quere fliegen) Z. 579. 

b) dag relatirum e-rc A&n&pe : ere A&epe. 

434. Das bestimmte relativ des negativen aorists ist ctc in beiden dialecten, 
z. b. HIAA.&. ctc AMi&pe peq^iofi j6inirr epoq oy^e A&n&pe goAi *r&- 
Roq : njuew e*re A&epe peq-xioye 'gain epoq *ym A&epe gooAe t&ro 
ngirrcj (der ort, dem sich kein dieb nahcrt und den, an dem, keine 
motten verderben) Luc 4 2, 33 ; ahnlich Mc 9, 46 ; S. n*i ctc A*eqoYuiuiA&e 
oy*e A&eqd'&Ae (der, welcher nicht unterliegt noch schwach wird) Z. 578 ; 
nerattnAoit ctc &&e'fu|*'xe (die gotzen, welche nicht reden) 1 Cor 12, 2. 

8. june, a) dag partlclplom eutne. 

435. Das particip von A&ne wird bald eA&ne, bald A&ne geschrieben; es 
ist das attribut des unbestimmten nomens, z. b. ofiuurt ngcvx.ge'x. 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 269 

AAnc of on (guini AAncqpH^ : oy no^ n^Ai\Jric AAnc o^pott mrccgc tgiunc 

(ein grofies drangsal, der art nooh nicht geschehen ist) Mt 24, 25; B. 
o*yo£ juuuott gAi ;6cn n&Hi Anno^n^Y cpoq (es ist niemand in meinem 
hause, der ihn nicht gesehen hatte) Jes 39, 4 ; S. jutne t^aa**^* ***P 
r* £iuA cq^oo^f itcuic A&ncc&&q (denn meine mutter unterlieB keine bose 
that, welche sie nicht begangen hatte) Z. 329. Der sah. dialect bezieht 
AAnc wiederum mitunter auf ein bestimmtes nonien, z. b. nptajue cq£it 
o*Tfx*.eio AineqeiAie cpoq (der mann, wenn er in ehre lebt und ihn 
nicht gekannt hat) Ps 48, 21. Haufiger ist der gebrauch des cunc oder 
Ainc als eines verbal en attributs, z. b. nine <£a.i cmo«fn no6&i 
AAncqc&fito : ii^ig ngc n*i cooyn nc£&i (cjAinoyi c&&oq (wie kann dieser 
schreiben, wenn er es nicht gelernt hat, pvfj p£u.a&7jX<i>c) Joh 7, 15; S. 
nncRCi cftoA AAnAAtt crAAAA*k«f cauir^ aar^&c nAynTon (du kommst 
hier nicht hinaus, wenn du nicht den letzten heller bezahlt hast) Mt 5, 23; 
S. «tq&AA&£ v re *^e nneqofcpHTe cqo&ui aaaaoc *xe n«^nttR&&.R &tt cAoA 
AAneRi«juoi xe nT^Kn^ coy (er ergriff aber seine fufle und sprach: 
ich werde dich nicht lassen, wenn du rair nicht berichtet hast, was du 
gesehen hast) Z. 325 ; ne nttncc r&p nuiof ne AAnofcoT en ^aauiit 
mix ^AAe^AAHi c^otc eT^ycofUJnq : [cco*rn r^p n*y cne AAno«f co^cn 
tc^ih n^r^iR&iocfnH ngofo crpe^cof nine] (es ware ihnen besser, dafl 
sie den weg der gerechtigkeit nicht erkannt hatten, als dafl sie ihn er- 
kennen) 2 Petr 2, 21; daher auch nach conjunctionen : S. eujome ejuneq- 
■xooc Z. 505. 

b) das relatlYum c*rc AAnc. 

Das bestimmte relativ von AAnc ist wieder ctc; es kniipfl das 436. 
atlribut an ein bestimmtes nomen oder stent pradicativ, z. b. iug&HO*fi . . 
itH e*xe aaiic Rco«f&i mto-t (die werke, die kein anderer that) Joh 
4 5, 24 ; niAi c&oA ;6cn nmpo^HTHc ctc AAnc nc-Tcnio^ <4&xi nctnq : 
niAi gn itenpo^HTHC neTe AAnc nc~rncio*rc nun ttcmof (wer unter 
euern propheten ist der, welchen euro vater nicht vcrfolgl haben) Act 
7, 52 ; $h £Te AAiicqep^poq x5en ncqA&c : n&i CTe AAncqftopoq gjut 
ncqA&c (der, welcher nicht falsch gethan hat mit seiner zunge) Ps 14, 3; 
<£h ctc AAno*fn^g^ cpoq : ncre AAnofnicrefe cpoq (der, an den sie 
nicht glaubten) Rom 10, 14; mc-»noc iu* e*rc AAno«fcoTfuiiiR : n^c-^noc 
e*xe Ainofco*fuJnt« (die volker, welclie dich nicht kannten) Ps 78, 6. 

£Te AAnc oder crejutne hat auch die bedeutung eines participium 
absolutum, z. b. B. o*fO£ ctc AAnoyxcAAq ^yr^c^o ciAhaa (und da sie 
ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zuriick) Luc 2, 45; ebenso 
5, 19. 24, 23. Mc 2, 4; B. c-rc AAnc neq^irr ^c *uit ^n^^puin (da 
er sich nicht uberreden liefl, u.?j ireiftouivoo 8s aotou, schwiegen wir) 
Act 21, 14 — fur das S. mrcpcq-rAATicroc ^c &nR&ptnn ; B. AAnc 



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270 \XXII. CAPITEL. 

n^nn& Avrott e-re A&nraiAM wtitoc (nicht ruble mein geist, als ich 
Titus nicht fand) 2 Cor 2, 4 3. B. e*re Aine ist demnach das negativ des 
participium absolutum e*r* und entspricht dem S. irrepeTU. 

Zugleich bildet ctc jluic gleichsam das negative perfectum II, 
welches die fragesatze lieben, so namentlich im S. eie jutne niiA eixxe 
(ist's, daB Israel nicht erkannt hat? u.7) oox eyvtu;) Horn 10, 19 — fur B. 
aih Ainc nicA AincqeAii; S. e-re A&noYcurrjut (haben sie nicht gehort?) 
t'6. \ 8 — fiir B. aih Aanofciu-rejui ; ahnlich im abhangigen satze : S. 
c&£iutnK tf'e eftcA T^n^Y «c crjuneqci cnecHT ct&hhtk (entferne 
dich also, daB ich sehe, ob er deinetwegen nicht gckommen ist) Z. 323. 

4. AAn&nre, a) das partfolpluin cjumore. 

437. eutnewie oder a&h&tc ist attributives particip nach einein unbe- 
stimmten nomen, z. b. oya*2^Y **&£?* wn^iof^i £<Vi c^o^n cpoq 
eii€£ : o^t^oc it&ppe €A&ii«^ro'pt& ;\*&<f ti£o«f it itgirrq (ein neues 
grab, in welches sie noch niemanden gelegt hatten) Joh 19, 41; — oder 
a b so I ut, z. b. juii^tc &ftp&*JUL ujuim &noit ne : jutn^Te ttfep&o^juL 
ujume evttoR ^tgoon (che Abraham war, bin ich) Joh 8,58; ami&*tc 
of^cR*xuip AiofJ" ^n^-xo^T cfto<V n? neon : ejutn^Te OY^AcH^oip 
Aiof^c Kn&&n&pif& juuuoi iiujaiht cuiiun (wenn der hahn noch nicht 
gekraht hat, irplv aAixTOpa cpe)vr 4 aai, wirst du mich dreimal verrathen) 
Ml 26, 34; 5^ui nm £iit* n-r^^fcofii Aina^uje nm : feiuuj n^i -xe 
eieli-roit juuuoi CA&n&^&uiK (gives u.ot Tva ava^oiieo irpo too u.s aTrsXftelv) 
Ps 38, 14; B. A&n&~reqi (?rpo too dXOetv, ehe er konunl) Gal 3, 23; 
S. nT^xnoyR enttiy&'xe cA&n&.TKiy&'xc njutAJt&n eiWonoc (darf ich 
dich (iber ineine rede fragen, ehe du mil uns iiber die topoi ge- 
sprochen?) PS. 32 ; S. &q~re>jutoi ^eH Ain^*royunoyoi ium (er lieB 
mich wissen, ehe sie mir die nachricht uberbrachten) Ming. 180. 

b) dag relatlvum c-re jutt^tc. 

438. Es kann nur wie das von unripe und %xi\e audi ctc lauten , als 
attribut eines hesttmmten nomen. 

4H9. R tick I) lick. Die partikeln ct und e bewahren in alien formen, 

welche sie bilden, ihre urspriingliche unterschiedliche bedeutung — jenes 
die nominate, dies die verbale : €t heiBt »welcher ist o, aber cq »indem, 
wenn er ist«. Ihre nachste verwendung ist die eines nominalen attri- 
buts, namlich cr in beziehung auf ein bestimmtes nomen, z. b. mptiu&i 
crciwxi (der mann, welcher redet), e~r&qc«t?&i (welcher redete), eeiww- 
c^-xi (welcher reden wird), — und c auf ein unbestimmtes nomen, z. b. 
oypauuti eqc^-xi (ein mensch , welcher oder wenn er redet) , e^qcevxi 
(welcher redete), eqn&c&*xi (welcher reden wird) u. s. w. Deullicher 



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DIE PARTICIPIA UND DIE RELATIVA. 271 

wird die attributive beziehung in diesem faile durch das demons! rati v $st 
en hh : iuwi tm n*j : nci tci nei (seltener und namenllich ini S. durch 
die verkurzte form des artikelsj ausgcdriickt, z. b. mpuiAii $h e*rc&Ki. 
Vermittelst des demonstrativs kann e-r selbsl auf ein unbestimmtes nomen 
bezogen werden, z. b. o-fpuuxi $h erc^-xi (ein uiensch — namlich der, 
weleher redet). Andrerseits kann e auf ein bestimmtes nomen bezogen 
werden, wenn es einen umstand bezeichnet, der in die abhlingigkeit von 
einem and em nomen gesetzt wird, im casus obliquus cum participio, z. b. 
^n*^ enipuuuti eqcewxj (ich sehe den menscben redend, oder » reden «, 
oder »dafi er redet «), e&qc&Ki (dafl er geredet hat), eqn&c*'&i (dafi er 
reden wird). 

ct und c sind partikeln ohne gramma tische bestimmtheit , d nick en 
also an sicli nicht ein besonderes verhaltnifi im satze aus. Zunachst 
dienen sie nur zur ankniipfung und die subjectiven prafixe, die sie zum 
ausdruck des tempus annehmen, beziehen sich auf ihr nomen ; daher heifit 
es einfach nipouuti ctc&ki im prasens und een&.c&'&i im futur, dagegen 
im perfect e^r&.qc&'x.i und in den participien o-fpuijuu eqc&r&i, c^qc^-xi, 
eqn&c&?&i. Wenn aber das relativ im verhaltnifi eines casus obliquus 
sleht, so mufi es durch ein pronomen suftixum erganzt werden, welches 
im anschlufi an das conjugierte verb dies verhaltnifi zum ausdruck bringl. 
z. b. nipuiAAi cJ-ii^y epoq (der mann, welchen ich sehe), mpuuuti <£h 
e^r&m&f eneqajHpi (der mann, dessen sohn ich gesehen habe), mpuuui 
$h eT*a«oc n&q (der mann, welchem ich sagte), nipunuti <^k e^n&c&^i 
ee&H-rq (der mensch, uber welchen ich reden werde); o-fpojuuti eiiwwy 
epoq (ein mann, welchen ich sehe), e&icttxi e^HTq (uber welchen ich 
geredet habe). Es heiflt daher mpuiAii <^h ctc^si eeAmrq » der mann, 
weleher uber ihn redet «, aber: nipouuti <^h crcqc^^i c^flm-rq »der 
mann, iiber welchen er redet «; B. iiudaac c^uijuc juuuoi juuutoq epe- 
TeneeJutc-^Hnof juuutoq (die taufe, in der ich mich taufe, in der werdet 
ihr euch taufen lassen) Mc 4 0, 39. Das objectivsuflix ist auch nach sol- 
chen substantiven gebrauchlich, welche im sinne eines adverbs stehen, wie 
juu^pK't : no-e (wie), a&$a&&. : juuiaia. (wo), z. b. B. jut^pH^ cr^qjucitpe- 
eHnoy AJtA&oq (die art, auf welche er euch geliebt hat) Joh 15, 12 ; jutnipH^ 
e-r^itujurni A&jutoq : nee n*rttntgunie ajuuloc : n©-e n-r^nujumi juuuloc 
(wie wir waren) I Thess 1,5. 2, 1. Aber mitunter fehlt das objectiv- 
pronomen nach solcben adverbialen ausdrucken, z. b. B. ^yxiAii r&*t&. ^pn^ 
e-r^qrjLoc ninof (sie fanden, wie er es ihnen gesagt hatte) Luc 19, 32; 
S. nee on CTOfAAOK^ n^HT cxuiTn (auch wie sie betriibt sind iiber 
euch) Ming. 219 ; S. con nuut euj&iei e&oA (so oft ich ausgehe) ib. 175 ; 
B. &non neTenujo*fujOY k&t^ $Ph^ ^orrcn ctc ueuricn $om (wir 
sind euer ruhm, wie ihr der unsere seid) 2 Cor 1,14; S. n^o^o eee 
eTOTfOTUJUJ en^Y (mehr als sie sehen wollen) Z. 481. 



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272 XXXII. CAPITBL. 

Das bestimmte relativ kann auch als pradicat stehen, z. b. o-fptnjui 
cTcew«i (ein mann ist's, welcher redet), mpuuuti CTcqc&xi c-»Aierq (der 
mann isf\«, iiber welchen er redel). Deutlicher aber wird diese pradica- 
tive stellung des relativs durch die copula bezeichnet, z. b. niptuxii nc 
ercqc*.«i e-a&irrq (der mann isfs, uber welchen er redel); und wenn 
das subject von dem pradicativen ct durch einen zwischensatz getrennt 
ist, dann wird es durch <£*j -e*i n*i : n*i t*wi n&i wiederholt, z. b. 
mpuufti $h cj-nvf cpoq $a.i ctc^-xi c^Atrrq (dor mann, welchen ich 
sebe, der ist's, welcher iiber ihn redet) und $a.i ne <^h ctc***! eekiq 
(der ist der, welcher iiber ihn redet) ; wiihrend <^*i (nc $h) CTeqc^oti 
e-^&irrq heiBen wiirde : »er ist der, iiber welchen er redet «, und $*j 
(nc $k) cr^qc^^Li e&Afrrq entweder bedeutet ; »der, welcher uber ihn 
geredet hata oder, mit nachgesetztem n»oq, »uber welchen er geredet hal«. 

Das participium driickt zumeist ein verbales attribut aus, indem 
es einen umstand bezeichnet, der das hauptverb begleitet oder ihm voraus- 
geht oder ihm folgt ; es entspricht in diesem fa lie meist den conjunctionen 
owenn, indem, als, da, nachdem« und selbst »dafi«; z. b. cinnof ^n*^ 
(wenn ich komme, sehe ich) oder deutlicher emtio? &non ^n*^; ca.ii 
&noK Mit^ (gekommen seiend, sah ich) u. s. w. In diesem sinne 
ordnet sich das particip oft einem verb unter, das nichl eine handlung, 
sondern nur die modalitat einer solchen ausdriickt, namentlich dem verb 
ujoim : ujiunc (werden, sein), um die verschiedenen tempora des quali- 
tativen verbs zu bezeichnen. 

Da das koplische particip conjugiert wird, so braucht es sich nicht auf 
das subject des hauptsatzes zu beziehen, sondern kann sein eigenes subject 
haben, als participium absolutum. Fur diesen fall hat es in einigen tem- 
pora, wie wir gesehen haben, besondere formen. Z. b. CRiu*o*f n^on 
^n^ (wenn du kommst, sehe ich); equHo*^ nxc mpuiAii oder cpe m- 
puuui mioy ^c^-xi c^Ahtr (wenn der mann kommt, rede ich iiber dich); 
ct^ri &in&^f (als du kamst, sah ich) ; n&i e*rfc.q*SLO*TO«f oder cx^q-xe n&i 
&qujc n&q (als er dies gesagt hatte, gieng er fort), wofur das S. sagen 
rou£ : ivrepeq-xe n&i &qAtnK. An diese absoluten participia haben wir 
den conditionalis angekniipft , der die objective bedingung und den um- 
stand ausdriickt, z. b. &pctn&n mpuuu nnof oder &quj&nitHOY n%c 
nipuuuti ^-n&'SLOc n&q (wenn der mann kommt, werde ich es ihm sagen) . 
Aus dem selbstandigen gebrauche des particips erklart sich, dafi es viele 
conjunctionen der art und weise, des umstandes, der bedingung und der 
zeit nach sich Ziehen. 



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DER CONJUNCTIV. 273 

XXXIII. CAPITEL. 

DER CONJUNCTIV. 

Wahrend das participium den urn stand bezeichnet, der die ha nd lung 440. 
des -lauplsatzes begleitet, ohne von derselben abhangig zu sein, druckt der 
conjimr:tiv eine handlung aus, welche den gegenstand oder die folge der 
Ihiitigkeil des hauptverbs bildet. Es heifit: x*** cipiAM »laB micli 
weinendcc oder »\veinen« oder auch wohl »daB ich weine«, und das haupt- 
verb X*** stent nur ' n zufHHiger verbindung mit dem partieip cipiA&i, 
das nicht von ihm abhangig ist; aber in x>t "f^pi*** »lafl mlch, daB 
icli weine« oder »lafi mich weinena ist die verbindung eine natiirliche 
und enge, denn tt*x&pijuti ist gleichsam das object, auf welches die hand- 
lung des hauptverbs gerichtet ist, es wird von x*^ r rcgiert. Den con- 
junctiv bezeichnet das altagyptische durch die partikel §^(| tntu, das 
deinotische durch £. ^ und das koptische durch irre, welches zum aus- 
druck der verschiedenen personen die suflixa annimmt wie die andern 
regentia — jedoch im S. die suffixa r, q, c, ce in der zu iv verkiirzten 
form. Es giebt neben dem einfachen conjunctiv einen conjunctly des 
futurs, der jedoch fast auf den oberagyptisehen dialect beschrankt ist. 1 ) 

Der conjunctiv trre. 

Sg. /. irr*. : t*, iit& PL /. wren : irrn 441. 

2. m. iitcr : iu* 2. nrcTcn : it-rcrit 
f. irre 

3. m. irreq : nq 5. irroY, ncc : ncc 
/". tiTec : nc 

Fiir das regens irre kommt selten das einfache n vor, wie im B. Mc 
9, 43. Der sah. dialect verliert mitunter das n der durch irre gebildeten 
formen; es findet sich tc fiir iitc (Mel. 5, 167. AZ. XVI. 25) und 
haufiger *r* als irr* oder eirr* (Act 2, 7), beides neben einander irr* 
. . . ta. Ming. 282. Das hat einige male der boh. und der mittelagypt. 
dialect nachgeahmt: es kommt vor *re (Z. 45), -r* (Ez 5, 10. 25, 13. 16. 
30, 19) und sogar -req^Ai-ron (Z. 55) und M. -rcncui (1 Cor 15, 32) — 
formen, die als sahidicismen zu betrachten sind. Die sahidischen formen 
nr, nq, nc sind mit anlautendem e zu sprechen eng, enf> ens und wer- 



1) Auf grund der subjunctivlehre Peyron's gab E. Revillout eine reeht aus- 
fiihrliche ahhandlung Uber den gegenstand in den Melanges d'arch^ologie 8, 1 ft". 
Von dieser darstellung weiche ich in einigen puncten ah. 

Stern, koptische gramraatik. 4$ 



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274 XXXIII. CAPITEL. 

den so von neK, neq, nee des imperfects und negativen pras. II unter- 
schieden ; doch wird fiir nq, nc h'aufig irrthiimlich neq (Joh 10, 12), nee 
(Z. 522) geschrieben. In dcr 5. pi. hat der boh. dialect eine doppelte 
form riTOf und nee, jene von n-re und dicse von n, gebildet, doch in 
verschiedener bedeutung. nee; welches beiden dialecten gemeinsam isl, 
ist die form des subjectiven modus der folge ; m-of/ das nur dem boh. 
dialectc eigen ist, ist die form des objectiven modus der vorslellung. Der 
mittelag. dialect gebraucht die conjunclivformen des oberagyptischen ; auch 
in ihm kommt neq fiir nq vor. 

Die negation des conjunctivs ist B. uj-tcjul, S. tai und M. bald ujtcjul, 
bald tai. Das regens des prafixlosen satzes lautet iiTeuj-rcAi: ktctai, 
M. auch -reuj-rjui (Hebr 8, 11), mit den suffixen nTcqtn*reju. : nq-rjut usw. 

442. Der boh. conjunctiv als modus der vorstellung dient zunaebst dazu, 

eine objective aussage einem unpersonlichen verb unterzuordnen ; 
so wird der satz T$e nejut nit&£i n&cim »himmel und erde vergehen« 
von dem unpersonlichen »es ist leichta abhangig gemacht, indem er con- 
junctivisch angefiigt wird: cjuo*ren iitc *x<£e nejut hr^^i cim. Der- 
gleichen impersonalia sind crfon uj-xojui (es ist moglich), juuuon uj^&oaji 
(es ist unmoglich), ntotec (es ist gut), eepnoqpi (es niitzt), cxiOTen (es 
ist leicht), ca&ok£ (es ist schwer), cine (es geziemt sich), ceju.it iy> (es 
ist wiirdig), £wV oder £urV ne (8el), &n^KH, XP 1 * (nothwendigkeit) , 
ttctyttnujunu, &cuj&n<^o^ (wenn es geschieht) u. a. m. Z. b. ajuuoii 
up&oAi mre gAi epftoiK not £ (es ist unmoglich, daB jemand zwei herren 
diene) Mt 6, 24 ; julh oyon ujtloju n-requje n*.q (ist es moglich, daB er 
geht?) Joh 3,4 ; B. juuuon ujsloju n-re p*^6r e*r£ra.en iuk&£i e-epe (lies 
ope) cr^on oyfe^ig Jutn&ipH^ (es ist unmoglich, daB ein wascher auf der 
erde etwas so weifl mache) Mc 9, 3 ; n&nec n^reni (es ist gut, daB du 
kommst) Mt 18, 8; eepnoqpi v&p n&.n me oy*>% nneiuuc'Aoc *t&ko 
oyo^ nreuj-rejuL neKcuuuuw THpq uje n*q e^eenn*. (es fro mm t dir, 
daB eins deiner glieder verdirbt und daB nicht dein ganzer leib in die 
nolle geht) Mt 5, 29; cjqh *^ n n*** oynpo^HTHc t«.ro c^&oA KiAhju 
(es paBt nicht [oox ivSe^etat], daB ein prophet auBerhalb Jerusalems um- 
komme) Luc 13, 33; &n cuje hhi iit^c gAi n*n (ist es mir gestattet, 
daB ich dir etwas sage?) Act 21, 37; ceAMiuj* n-re^renujunii epe-rcn- 
cu.on-r o*Tfo^ n-reTenuj-reAJiep gAi nguifc sSen o«f&.ci&.i (es ziemt sich, daB 
ihr gesetzt seid und nicht etwas leichthin thut) 19, 36; %yu^ ne n-re 
nujKpi Jut^poiAu <4\ ofA&Huj n&ici ofO£ niroyujoigq (es ist nothwendig, 
daB des menschen sohn viele schmerzen leide und daB sie ihn verachten) 
Luc 9, 22 ; gur^ n*ro«fi im*c mcK&n'x&Aon (es ist nothwendig, daB die 
argernisse kommen) Luc 17,1; mim'rh r*p nToyi nxe iucK&n*2t&.Aon 
Mt 18,7; n&n &.cuj&n<^0£ n*r«juu>Y nejuuwK nn&os.oAn eAoA (wenn es 



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DKR CONJUNCTIV. 



275 



geschieht, daB ich mit dir sterbe, so werde ich dich doch nicht ver- 
leugnen) Mt 26, 35. 

In alien diesen fallen gebraucht der sah. dialect fiir den conjunctiv 
vielmehr den infinitiv, der auch im boh. zulassig ist ; doch linden sich 
sah. beispiele des conjunctivs, wiewohl selten, z. b. cvpt <4ox\ **e juuutoq 
nqcexic nito^e (es ist ihra moglich, daB er Golt bitte) Z. 350 ; 'xe^pi*. 
-re iu«p ofKOTfi nguiA n^ofo (es ist nothwendig, daB du ein wenig 
mehr arbeit thust) Z. 296; ecuu>suyume nqpjuiHTr ngoof gn -xer^i^KO- 
m* (wenn es geschieht, daB er zehn tage in diesem dienste ist) Z. 348. 

In beiden dialeclen folgt der conjunctiv auf'die verba des wollens, 4*3. 
befeh lens, lassens u. a. Beispiele: B. TeTenoTfcuiy irxa^m itra- 
T£n eftoA jutnofpo n^re niiof^^i (ihr wollt, daB ich euch den 
konig der Juden loslasse) Mc 15, 9; S. c^poY 113 ^ nccei ego^N (sie 
wollen, daB sie hereinkommen) Z. 234; B. *qoY*gc«t£ni irxeqtuAi 
irreqn&.£&i (er befahl, daB er sein joch aufnehme) Mc 6, 27; B. oy*£- 
c^gni nm nujopn trr&.uje irr&.-&uiJULC xin^ioi^r (befiehl mir erst, daB ich 
gehe und meinen vater beerdige) Luc 9,59; S. eqn&.£tuii nceqi uuok 
(er wird befehlen, daB sie dich tragen) Mt 4, 6; S. KeAe*ye nM T^uj^-xe 
(befiehl mir, daB ich rede) PS. 202 ; S. ^ite^e juuuoi nnr&uj*'&e (ge- 
slatte mir, daB ich rede) PS. 33; S. &«xic JULn&.con nqnety (sag mcinem 
bruder, daB er theile) Luc 4 2, 13; B. ^^ ni^Amo^! irxoTfi £*.poi (laB 
die kinder, daB sie zu mir kommen) Luc 18, 16; S. k&. n&i THpoy 
nceftum (laB diese alle gehen) Job 4 8,8 — wo das B. ^^ n * kI ^ftoA 
juL^poyiye muof den optativ hat; B. 9C.*^ X imAot cn^y irx&iye hhi 
irx&.piAAj (laB mich zwei monal gehen und weinen) Jud 11, 37 — aber 
**IX* C e cpiJULi (er verlieB sie weinend) ib. 38 ; S. JULnpK&.&.q nq^x&Ke 
tthctic (laB ihn nicht den glauben verderben) Z. 285; B. 9C> C KTcniw]f 
(laB uns sehen) Mt 27, 48. Ahnlich B. ^qcuraii juuul&.y h&.c&.^> ncxx 
neqcnHOf irx-OYUjeAiiyi Ainejui^o n^KyAurr-oc (er lieB Asaph und seine 
briider dort, daB sie vor der lade dienten) 1 Par 16, 37. 

Desgleichen ist der conjunctiv nach sal z en der aufforderung, nach 444. 
imperatives gestattet, insofern er den willen des redenden ausdriickt, z. b. 
B. *pi ^r^nH irremrcoi noyROY^i aiamoo^ (thu [mir] die Hebe, daB 
du mich mit ein wenig wasser trankest) AZ. XVI. 13 ; S. jul& m»y itTurrn 
nceoyiuAi (gebt ihr ihnen, daB sie essen) Luc 9, 13; B. *pi$jme<]fi 
AiniKiuft npeqepnoAi tc noc ^jurroit frreq-x^Aencupoc Jui\Jryx H fe e ~ 
denke dieses armen sunders, daB Gott seiner armen seele ruhe gebe) 
Z. 45 ; S. fepeiumeefe tc nnoyre hoi n&i eAoA (gedenke, daB Gott 
mir vergebe) M£l. 5, 167 — vergl. § 441 ; B. *Jixoy irr^oyopnu g*. iccce 
(koram, daB ich dich zu Jesse schicke) 1 Reg 16, 4 ; *Jutof £*poi n*r*^ 

48* 



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276 XXXIII. CAPITEL. 

nneK&qoyi nm^A^ it -re -r^e (komm zu mir, daB ich dein fleisch den 
vogeln des himmels gcbe) 3 Reg 17, 10; S. «jmof n&.i n&coit irrttftuiK 
eftoA e^rcmtye (komm, mein sohn, daB wir ausgehen aufs feld) Ming. 
146; S. adULHrxn ep*.Tr Tr*^junroit nirrn (kommt zu mir, daB ich euch 
ruhe gebe) PS. SI 8; S. ajulhi-xh 6e irrirrcion nn^r^oit crtyoon 
(kommt , dafi wir uns an den vorhandenen giitern sattigen) Sap. 2 ; S. 
cutxjul epoi -r^-xui turrit (hbrt mich, daB ich euch sage) Z. 550 ; aioi 
uhi trr^cui : &.*y CIC t^cuj, var. irr^coi (gieb mir zu trinken) Joh 4, 10; 
B. <3*i itm no«pioyKi juuulihoy e&piu coyjuiORi irr*.coi (bringt mir ein 
wenig wasser in ein gcfafi, daB ich trinke) 3 Reg 17,10; S. *pi&.n&.i 
tu*ujume ii^Ttio&e n-r^cAiinc irrv^ife-eKKH iuuuul*k (thu mir zu liebe 
und sei siindlos, daB ich meinen bund mit dir aufrichte) Z. 417; S. «xpo 
irre nenrn^HT &\x&o*x (seid getrost, daB euer hcrz sich stark e) Ps 30, 
25 — fiir B. •xeu.noAi^- ofO£ JULfc.peqTr*k < xpo ivxe nenrcitgirT. Selten 
und ungewbhnlich wird dieser auffordernde conjunctiv an das hauptverb 
durch oyo£ : *>yva (und) angekniipft, wie in B. ^moyi jlhiua^ci eTuj*.- 
ne TS9 tyt^q ©T°2. n^xenoYoiJUL (bringt das gemastete kalb, schlachtct es, 
daB wir essen) Luc 15, 23; S. K&.&.n hoY£efatOA&*c ±yux on irrenuj&'xe 
(laB uns eine woche, daB wir wieder reden — laB uns nach einer woche 
wieder reden) Z. 309. 

445. In diesen fallen der abhangigkeit ist der conjunct iv im B. zwar das 
gcwbhnliche, im S. steht jedoch haufiger der infinitiv mit c; derselbe 
besitzt mehr energie und deutlichkeit als der conjunctiv, pflegt aber nur 
in dem ersten gliede eines mehrfachen untergeordneten satzes zu stehen, 
wahrend die folgenden mit neuem subjecte durch den conjunctiv ange- 
kniipft werden, z. b. S. ^ofiuiy cAuik uj&. necitirjf THpof n'rn^juiney- 
ujiite (ich will zu alien briidern gehen, daB wir sie besuchen) Ming. 193; 
<tn&.p&.K&.Aei n*re*riuuirrjmA.moyxe e*rpe*T€*TiugAHA eo&tui irrc iraoeic 
frooT £ii £inA iujul cn^itoyq (ich ermuntere eure frbmmigkeit, daB ihr 
fiir mich betet, daB Gott mir in alien guten werken helfe) ib. 192; ^ofinuj 
e*TpeK*.nri n*n* gmpcmcioc iurrimooyx iuuuul^k epHC irx-*.p ^eitKoyi 
itgoof ^thk (ich will Abba Horsiesios bitten, daB er mich mit dir 
hinaufsende, daB ich einigc tage bei dir verweile) Ming. 212; h ne julii 
&o\x juuraoeic crime^f o^Ax^eAoc e&oA git ine nqjuioyoyr jui^p&ui 
(oder war es dem Herrn nicht rnbglich einen engel zu schicken, daB er 
Pharao todtete) ib. 122. 

446. Elliptisch steht der conjunctiv, indem das unpersbnliche verb oder 
das verb des wollens oder der auflforderung zu erganzen ist, z. b. $peq- 
^c&oi irrajutouji ncuw : tic&£ t^oy*^**" ncoiK (meister, willst rfu, daB 
ich dir folge?) Mt 8, 19; irr^uj ncrenofpo - ta.cta.yP°T **.ne*ritppo 
(soil ich euren kbnig kreuzigen? araopoioco;) Joh 19,15; &|>euj&.it n*con 



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DER CONJ! T NCTIV. 277 

epnofti epoi utta^ui n*q e&oA w> o*p*p neon : cpuj&n n&con pnofte 
cpoi t&.kui n*q efto'A no*yHp neon (wenn mein bruder gegen iiiich 
siindigt, bis zu wie viel mal muB ich ihm vergeben?) Mi 4 8, 2 4 : B. not 
nTengiofi n-rcHqi (herr, sollen wir mit dera schwerte schlagen?) Luc 2 2, 
49 — wofiir das S. den conjunctivus futuri hat: nsoeic T^pengiofc 
n-xenqc ; S. Adam fragt die cngel me ene *TiKoym&x (ist's so, daB ich cssen 
darf?) Z. 349; B. *t*9(!> ^^P n ~* £ oy*i cp*ToAA**n cjuloy e<xen nine-o- 
n&neq (eher ist es der fall, daB einer fur das gule zu sterben wagt) Rom 
5, 7 ; S. e rei kcko^i ne irrcrjui npeqpnofte ujuine nrujine nc& neqjm*. 
ntrxjagc epoq (es ist nocli ein kleines, daB der sunder nicht da ist, dafi 
du seine static suchest und ihn nicht findest) Ps 36, 4 0. 

Wahrend die von einem hauptverb abhiingige folge durch den infiniliv 447. 
oder auch wohl durch eine conjunction (§ 448) ausgedriickt wird, kann die 
an sich selbsliindige, wirkliche folge durch den einfachen conjunctly be- 
zeichnet werden. Dem sinne nach ist sie dann coordiniert und nur der 
form nach einem hauptverb untergeordnet ; daher kann der conjunctiv jedes 
tempus und jeden modus aufnehmen und ablbsen. S. npume n«ayume 
e P°T2. € Irx€ nTeAnA ujuine c^roo^c Ps 29, 6 heiBt eigenllich »das 
vveinen wird auf den abend sein, dafi das jubeln auf den morgen sei« — 
aber dem sinne nach: »das weinen wird abends und das jubeln morgens 
sein«. Den fortschreitenden gedanken driicken wir in solchem falle durch 
»und« aus und auch das koptische kann den copulativen conjunctiv 
mit oyo^ : ±yvu ankniipfen , wie er auch ein *,AA* (aber) und S. h 
(oder) vor sich duldet. Aber er ist zu schwach, urn einen vollsUindig 
neuen satz anzukniipfen, und wird gewohnlich nur zur ankniipfung soldier 
copulativen satze vervvandt, deren subject das des hauptsatzes ist. Unter 
dieser beschr'ankung kann der copulative conjunctiv sammtliche verbal- 
forrnen ablosen, namlicb : 

a) die tempora der gegenwart, und zwar seltener das priisens, 
z. b. B. 90 c KTxnn^Y ^ c qitHOf nxe hAi&c nnreqn^gjuieq (laB sehen, 
ob Elias kommt, daB er ihn errette, und ihn erreltet, ociatov aurov) Alt 
27, 49; S. t*.i on tc -oe ne<x&K £T€ oyti kcciujh* nny gjui negooy 
irx^ii^cr^cic irrc n*i -rcnof e^rnngit'Tq pK&£ nq*rjULiyainc £oAmc 
(so, sagsl du, kommt ein anderer leib am tage der auferstehung, und der, 
in welchem wir jetzt sind, wird erde und uberhaupt nicht mehr sein) 
Z. 522 ; — auch das participium praesentis, z. b. n^ipn^ ne +jmeToypo 
nie $^ juk^ph^- ho*ypujuu.i eq^ioyi juneq-xpo** £i%en niK&£i ofO£ 
n-reqnROT OfO£ mrcq-ruinq JUtnie-xiup^ nejut nie^oof o*]fO£ uj&pe 
nn&po'x emu (das reich Gottes ist wie ein mensch, der seinen samen 
auf das land wirft und schlaft und in der nacht und am tage aufsteht, 
und der same gedeiht) Mc 4, 26; — gcwohnlicher aber den a or ist, 



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278 XXXIII. CAPITEL. 

auch den auf das vergangene bezogenen, z. b. S. in>pe npeqpnofte «xi e&tnq 
itq-TJurx*.*^ uj&.pe w^ir&joc *^c uj^n^THq t^ym nq^ (der sunder nimmt 
fur sich und giebt es nieht [SavefCetat xal airoTtaei], der gerecht-e aber 
erbarrat sich und giebt [ofxtsfpei xal 81801]) Ps 36, 21; B. u)*qi twte 
ncewT^tiiwc oyo^ mxqaiAi jutnic^*xi (der teufel kommt und nimml das 
wort weg, I postal xal aipet) Mc 4, 45; iujui euj&qjuiom ho*yo£i hecmof 
nTequj-rejULOfUJAi eAoA J6en ncpar^ kt€ tiio£i : iujul neuj^qxioone 
iio*yo£e nqrJutOYUJAi juuieqepurre (wer mag eine heerde schafe weiden 
und nicht von der milch der heerde essen?) 4 Cor 9,7; M. uj^yxi 
hoynoyfe nccjuLOTfnK tigeiiKAaJUt (sie nehmcn gold und bilden kranze) 
Bar 6, 8 ; B. o*j*i&.po ^e euj&.qi e&oA &cn e^eju irreqTCO jutninfe- 
p*/2kicoc (ein fluB geht aber aus von Eden und trankt das paradies) Gen 
2, 10; B. iv&oq •*.£ ne uj&quje n&.q ciiijul* nuj&.qe it*reqepnpoc- 
€ TX ec,a€ ( er a ^ er gi en g an die wiisten orter und betete, r^v OTro^copaW xal 
irpo;£Uj(ojievo<;) Luc 5, 4 6; S. ty^qn^T enofujiuij eqnHf ^yva neqR* 
Recoof neqnurr (er sieht den wolf kommen und verlaBt die schafe und 
flieht) Joh 4 0, 4 2 fiir nqR*, itqnurx ; — auch den negativen aorist, z. b. 
oyr*.p juui&.pe gAi ep£iuA ;6en neT^Hn o*]fO£ irrequur^ nciuq j6en 
nee^ofon^ : Aiepe A***)* r*p pgiuft gjui ngiim *>yiu nqujme irroq nc*. 
ujume gn oyn&.ppHci& (denn niemand wirkt im verborgenen und sucht 
es [zu sein] im oflfenbaren) Joh 1, 4. Selten isl hicr der wechsel des 
subjects, wie S. uj&.pe kcjulhhujc 'xo^of epoq uqR&.pn&.7e juuutooy (eine 
andere menge hangt sich an ihn und er nutzt sic aus) Ming. 4 56. Den 
conditional lost der conjunctiv ab, z. b. *iujTejun^T en-TYiioc It " x€ 
niiqT ^en neq-xnt oyo^ irr^ioyi julti^thA eirrynoc irre miq'r 
ir^if*it&g^ *>it : enrjmit*^ eneujcueifrT gn neqd'rx ±y\u uta-rcx. «*.- 
TMidie exit neujcitci£rr n^MA.nic'reye *it (wenn ich nicht das niigelraal 
in seinen handen sehe und meinen finger in das niigchnal lege, so wcrde 
ich nicht glauben) Joh 20, 24 ; S. hm THpof ^n^THiToy iia.r ^Kuj^ngrxK 
e&pni irxeROTpuiupT juuuoi : n^i THpoy ^n\T^^ ra.r eRU}&nn&£TR 
nroyuiuj-x n&i (dies alles werde ich dir geben, wenn du niederfallst und 
mich anbetest) Mt 4, 9 ; S. eiuj&.irroAjut.&. rrr^uj^*xe itu.jut.fec (wenn ich 
es wage und mit ihr rede) AZ. XVII. 38; S. eyuj&ntgAHA itcetyfeAAei 
(wenn sie beten und spielen) Nic. 4, 42; und mit wechselndem subjecte: 
B. ititeitepgo^ &.quj&.nuj-&op*rep ivxe hk^^i oy<>£ irroTfOTpuiTefc nve 
nrxmoTf (wir werden nicht fiirchten, w r enn die erde sich beunruhigt und 
die berge versctzt werden) Ps 46, 3. 

b) die tempora der zukunft sehr oft, und zwar das fut. I, z. b. 
^•im^r*^ HA.R ofog. irr*."rc*AoR enijutnrx : ^ra.'x-*julor t^tc^&or 
cnregiH (ich werde dich verstehen machen und dich den weg lehren) Ps 
3 4,8; B. ^n^oynoq irx^eeAitA (ich werde mich freuen und jubilieren) 
Ps 7, 3 ; S. ^iwrreAiA -r^ey^p&nc e.'xxx iteRit*. (ich werde jubilieren 



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DER CONJUNCTIV. 279 

und deines erbarmens mich freuen) 30, 8 fur B. cie&eAnA oyo£ cieoy- 
noq ; S. ^nfexui Tr*A|rfeAAei eiraoeic (ich werde singen und spielen dem 
Herrn) 26, 6; ^ti^uge hhi mr^ce^-re opo.*. niii-ren (ich werde gehen 
und euch eine stelle bereiten) Joh 4 4,3; S. ^-n&AiiiK n-xooyn «J* oycon 
T«,«2Lnofq (ich werde also zu einem bruder gehen und ihn fragen) Z. 306; 
S. ^iWkOyai^ £jp&.i n^HToy trreuutoouje it^KTOf *r&.ujume n^y nnofre 
(ich will unter ihnen weilen und unter ihnen wandeln und ihnen ein gott 
sein) Ming. 282; $h *.non e^n&.cen niAiuAi tix^xHiq n*.q n&oq ne 
(der, welchem ich den bissen eintauche und gebe, der ist's) 13, 26; S. 
kn^ujAhA h m«itHCTr£Tfe (du wirst beten oder fasten) Nic. 1, 49; S. 
KiutiypiyuipoY wrx-JURO'Toy (du wirst sie zerstoren und sie nicht 
bauen) Ps 27, 5; oyo£ OHnne *xep&.epAoKi oyo^ n*rejuLici noyiyHpi 
o*]po£ epcjuioyV eneqp^n me ihc : eic£HH're Trenfeonn mreotno noy- 
ujHpe it-rejuiOY'TC eneqp^n «xe ic (und sieh ! du wirst schwanger wer- 
den und einen sohn gebiiren und du sollst seinen namen Jesus nennen) 
Luc 1,31; B. qn&.g'i e&oA ;6en ne*re <$cuq oyo£ n % TeqT«jt*e<OHnoTf (er 
wird vom seinen n eh men und euch verkiindigen) Joh 16, 15 ; B. julh qn&uje 
n*q enrxmp eAoA mre moyeiiun o*]fO£ mreq^-cAiu nniOTfeimn (wird 
er zu dor zerstreuung der Griechen gehen und die Griechen lehren?) 
7, 35; S. &ieuj&.K qit&ei e^oyn nq<*iu iuuuul&i (vielleicht wird er herein- 
kommen und bei rair bleiben) Z. 317; S. con r&.p hijul e*x crn^o*]* iuai 
juneioeiK n*re*rnciu juLneino^rnpion (denn allemal , daB ill r dies brot 
essen und diesen kelch trinken werdet) Fragm. 315; S. cen&nurr ey- 
ujme nc*. nuj&^&e julttxocic ncerju^e epoq (sie wcrden laufen, das wort 
suchend, und es nicht flnden) Am 8, 12 ; — das fut. II, z. b. *mt*^ejui 
uiik -aum n-xemyuin gm* mroTfoymjuL wxc n *>* ( w0 werdeu wir brot 
linden und bekommen, daB diese essen?) Joh 6,5; S. epe irxoeic u*^- 
tootr £n £iuA nijm itqx^P 1 ^ n ^ K juuinn*. (es wird der Herr dir 
helfen in alien dingen und dich mit dem geiste begnadigen) Ming. 193; 
S. Keltic enn^epnii*. m^xnnooy (daB du den gefallen thuest und schickest) 
AZ. XVI. 14; — scltener das fut. Ill, z. b. S. <xeK&.c e-reTneeuuie ±yva 
n'xe'xitcooyn (damit ihr wiBt und erkennt) Joh 10, 38; — und das par- 
ticipium futuri, z. b. S. hijul r*p ne npuume eqn&.um£ *>yva 
nq-rjuin^Tf enjuoy (wer ist der mensch , d. h. ein mensch, der leben 
und den tod nicht sehen wird) Mel. 5, 174; — und das imperfectum 
futuri, z. b. neqn*.poeic on ne nq-rJUK*. puiAie e^arxg (er wiirde 
wachen und niemanden graben lassen) Mt 24, 43. 

c) die tempora der vergangenheit lost der conjunctiv selten ab ; 
fur S. ^TeTiuuoTfit e&oA n're-rngK^erT (ihr verharrtet, hungrig seiend) 
Act 27, 33 ist nach § 416 vielmehr exx-m^n^err zu lesen ; ungewohn- 
lich ist auch B. ne juuuton ujkojul n^Ai ne econgq e-e&e *se ne fey- 



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280 XXXIII. CAPITEL. 

coit^q tioyjuLHiy neon ofO£ n*reqcinAn nni^Afcic e&o<V £i-ro*rq ofOfc 
nc£i6ojuu6eAi nie nme^Hc (niemand konnte ihn fesseln, weil sie ihn oft 
gefesselt halten und er die fesseln von sich gerissen hatte und die fuB- 
fesseln sich zerrieben) Mc 5, 4. Eher werden die parlicipialen formen 
der praterita durch den conjunctiv aufgenommen, z. b. S. irrepeqei c&oA 
nqge epoo^ eypuute ne^L^q nt»y (als er heraus kam und sie weinend 
fand, sagte er ihnen) Ming. 194; ^ui nm £in*. n-r^^Aofc jum^uye nm 
nT«,iyT€JULiyiuni «c : Auiuj n*.i «e eiejurxon juljuoi Ain^&oiK T^rjucon 
eujume (verstatle mir, daB ich niich verkiihle, ehe ich gehe und nichl 
weiter bin) Ps 38, 14. 

d) den optativ vertritt der copulative conjunctiv oft, mit oder ohne 
ofO£ : *>yva, z. b. jUL&pcnoYtnjm o^po^ mrenciu : jUL^pcnofniJUi n*rncoi : 
AAApenofuiJui "icncui (laBt uns essen und trinken) \ Cor 15, 32; S. 
jui^pnp^H&e n-rnpuuie (laBt uns trauern und weinen) Ming. 3 43; jula.- 
penno-nxn irretrxejunujini ntucnHO*y : JUL&penn^xon n-ren^jumujinc 
nnccnHf (laBt uns unikehren und die bruder besuchen) Act 15, 33. Des- 
gleicben lost der conjunctiv auch das optative fut. Ill ab, z. b. *x*>yoy<4i- 
ujim ofO£ nce^iujuiuj eycon : eYcxiugine nccoymAc £i ofcon Imogen 
sie beschamt und verachtet werden zugleich) Ps 34, 26 ; c^ee^AHA mroy- 
ofitoq n<^i hh c-eofuiuj u(?)T«Jui€-ajuiiu : Ai^poyre'AH'A n-rooy nce- 
o^pnoq w<^i iicxoyeuj 'x-fc^nwaocynH (mogen sie jubeln und sich freuen, 
die meine gerechtigkeit wollcn) 34, 27. 

e) den impcrativ lost der conjunctiv regclmaBig ab, namenllich im 
S. , z. b. B. <4i n^npuijuii eAoA ^en mA&.oc n'rcngon^eii iiiotoy 
nceuiAi eAoA (nimm manner aus dem volkc und befiolil ihnen. daB sie 
aufheben) Jos 4, 3 ; tojuik epoq nTeiuyTCAigenK e&o'A juumoq hinge 
ihm an und entferne dich nicht von ilini) Eccl 2, 2 ; — S. «juu>f n^n*^ 
(kornm und sich) Z. 300 ; n*. n*i nrciwrxx epoi (erbarme dich nieinor 
und horc mich) Ps 26, 7 ; e&fciOK nrotooc «e n^juuitn> &.n (crniedri^e 
dich und sage: ich bin nicht wiirdig) Z. 305; £ajlooc gn -renpi n^puuic 
encRitok (sitz in deiner zelle und beweine deine siinden) Z. 347; *pi- 
imxeeye jumeKepHT iwx^q (gedenke deincs vcrsprechens und halt es) 
Hos. grarom. 134; nice iiit*q irre-rnoTfOAJtOY (kocht das tleisch und 
eBt es) Lev 8, 31 ; otrrq mxTiiOTfuiA eAoA n^HTq THpTit (nehmt cs 
und eBt alio davon) Fragm. 314; ebenso ju^pcm nTnujAnA (laBt uns 
gehen und beten) Z. 316. Die conjunction wird hier seltener hinzimefiigt, 
z. b. toioyh &OH-aei epon iraoeic &yuu m»co*xn e-x&e nenp&n (er- 
hebe dich, hilf uns, o Herr, und errctte uns um deines namens willen 
Ps 43, 27. 

f) das participium definitum kann durch den conjunctiv mit 
vorhergehendem oyo^ : &yva abgclost vverden, z. b B. $h m&en c&n&y 
enujHpi o*]fO£ nTcqn^g'V epoq [jeder, der den sohn sieht und an ihn 



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DER CONJUNCTIV. 281 

glaubt) Job 6, 46 ; B. <£h c^n^curreju en&.c&/&i OfO£ mxquj-reju.^pc£ 
cpmoy (wer meine worte horen und sie nicht bewahren wird) 12, 47; 
S. nexn^ujiiie */yui neqitpme (wer fragen und urtheilen wird) 8, 50 fur 
nqupme ; $h oyn e-rcmoTfw nofnc-^n^neq e*iq ofo^ nTequj-xejuaaq 
ofnoAi n^q ne : neixoofN d'e iip ne^xit^noyq nqcipc (var. eneqeipe) 
juuutoq *n o*ynoAe n*q ne (wer gutes zu thun wciB und es nicht thut, 
dem ist's siinde) Jac 4, 17; $h e^yxcu juuuloc •*€ *jcoYUinq oyo^ mxq- 
uj rejukpe^ eneqenxoAH o*yc«diic-&no'p& ne : ne-r^m ajljuloc «c ^icof- 
umq eneq^pe^ *n cneqitTO^H ofpeq'xia'oA ne (wer sagt : ich habe 
ihn erkannt, und seine gebote nicht halt, der ist ein lugner) \ Joh 2, 4. 
In den letzten beiden beispiclen setzt der sail, text wie bfter fur den ne- 
gativen conjunctiv das participium des negativen priisens II. Den uber- 
gang des parlicips in das vcrbum (inituni gestattet ahnlich das hebraische 
SO* 1 ] ^¥ ^SJT} , gleichsam : <|>h er^iupx eoysop'&c o*]po£ wreqenc. 

g; alle fornien des infinitivs lost der conjunctiv oft ab, z. b. B. 
A > qcp*.ttfcj*Kfc.7iu ntteqjuu^HTHc e&.Atti en&oi oyo£ nTOTfcuiK j£&/xuiq 
cjuHp c£iHecM^\ er Irieb seine jiinger, daB sie das schiflf bestiegen und 
vor ihin hinfuhren jenseits nach Bethsaida) Mc 6, 45; S. oy^Aig^A nre 
iixocic fuc tyuje a^it epoq exiiuje &A<V& nequjuine eMmf feinem knechte 
Gottes gezien t es nicht zu kampfcn, sondern dcmuthig zu sem) 2 Tim 
2, 24 — wo ,'Ipo varianle dem boh. cujuini cqoi npejupfeyuj ent- 
sprechend expcq«i,u re cq-&&&iH«f hat ; B. julh h^c^h &>tt e^pe n^c <4\ 
nn^iJULR^Yg. o*^oo irrequje c&cvyn enequiof (war es nicht be »:rmnt, 
daB Jesus diese schmer/en hatte und in seine herrlichkeit cingicng: Luc 
24,26; B. t^XA*! & €n nni*kpM*icoc e^peqep^uifc ofO£ nxeq^pe^ 
epoq (cr setztc ihn in das paradies, daB er es bearheitete und behutete) 
Gen 2, 15 ; S. ^qujAHA e*xpe n^^umum Ao gjut hh nqftuiK c^oyn epoq 
•er bat, daB der diimon von jenem wiche und in ihn fuhre) Z. 309; S. 
trrnn*.p£0*re ^n £jul n-xpe nn&.£ uj'rop*rp irre irro©Y noiuitie e&oA 
\vir werden nicht fiirchten, wenn die erch* heunruhigt wird und die berge 
urngesliirzt werden] Ps 15. 3 — mm* ti< .:i wechsel des subjects; B. 
enxiuT^curxejut en^puio^p n*xe neucjuoy oyo% n'r&c&<3fci nncKujc^Hpi 
THp©Y (zu 'iM'en die slimme deines lobes und ah* deinc wunder zu sagen) 
25, 7; B. ensin'royepnpoccT5(lcc^e iicHoy nifteii ofO£ n*roYiS*xcjUL- 
epitK^iun :^zeit zu beten und nicht liissig zu werden) Luc 18, \. 

Folge und wirkung oder zweck und absicht in der untergcordnelcn 448. 
abhiingigkeit vom hauptsutze driickt der conjunctiv fiir sieh allein nicht 
aus, wenn er diese bedcutung nicht aus jenem selbst, etwa aus einem 
futur oder imperativ oder infinitiv, entnimmt. Der conjunctiv bezeichnet 
daher colter scdafi oder damit. Denn er ist zu schwaHi. urn fiir <w\\ 



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282 



XXXIII. CAPITBL. 



allein diese nachdriicklicbe bedeutung anzunehmen ; er findet sich daher 
selten allein, wie in B. *pe $^i n^uje n*q e-etuii irxcnuj-reArxcJULq 
(wo will dieser hingehen, daB wir inn nicht find en sollen?) Job 7, 35; 
oy ne^n^wq irx^epKAHponoJum tiOYintu6 itene£ (was soil ich 
thun, daB icb ewiges leben ererbe?) Luc 18, 18 — wo der auf die 
absicht gerichtele sinn des fulurum instans seinen gebrauch erklart. 
Gewbhnlich wird der conjunciiv der folge und absicht durcb eine con- 
junction eingeleitet, und zwar zunachst durcb das sebwachere «xe (daB): 
B. eqegongen eTOToy niieq«aTcAoc e-eAirTK «xe n'roy^pe^ cpon 
(er wird seinen engeln befeblen, daB sie dicb bewahren) Luc 4,10; B. 
n«ti «k*j*ujiiiiii n * n w^nTynoc o&e irxentyvejuiyajni enoi itpcqcpem- 
^Y** 11 * ng^nncr^aiOY (dieses ist uns zu vorbildern gescbehen, daB wir 
nicbt boses begehrend werden) 1 Cor 10, 6 — fur S. e Tjurrpenujuinc, 
entsprecbend dem griech. el; to uo!) elvat TjfiSc; B. t^oc jum^iumi «c 
irreqepiuiK (sag diesem steine, daB er brot werde) Luc 4, 3 — wo eine 
variante aus dem griecbischen texte gin*, entnimmt. Ebenso folgt der 
conjunctiv nacb B. «e^c (2 Cor 2, 4). Gewbhnlicher slebt der con- 
junct v der absicht im B. nacb der conjunction gin*., in beiden dialecten 
nacb £uirre, gornuc, aihiiiuc, AUtno-re ; z. b. B. eieuje niu £iit* 
n-r^TOTfitocq (ich werde geben , daB ich ibn erwecke) Joh 11, II; 
B. a^oc £in&. mrc n^uj&Hp 5 ti-re oy&i juuuuiof ^cjulci c&. *reKO*fin«Jut 
oyo^ oy*.i ca. txk'xa.^'h (befiebl, daB ineine beiden freunde, daB einer 
von ihnen zu deiner rechten und einer zu deiner linken sitze) Mt 20, 21. 

Hier zeigt sich der unterscbied der beiden formen utoy und nee, 
welche der boh. dialect neben einander gebraucht 1 ); irxof driickt die 
wirkliche folge, nee die beabsichtigte folge (den griech. conjunctivus fu- 
turi) aus, z. b. ^yofuipn £&.poq gin*. irxoTfujcnq (sie schickten zu ihm, 
daB sie ihn fragten — und fragten ibn) Joh 1,19; *q*uu& into^A^A 
gin*. n'ro*]fig*reAi«^Y (er hat ihre augen verschlossen, sodaB sie nicbt 
sehen — iva u.^ T8coai) 12, 40; aber ^TfOfiupn if^itgynepeTHc gin** 
itce'x^goq (sie schickten diener hin, auf daB sie ibn ergreifen sollten) 
7, 32 ; n&qepenrriA&feit nuiof hopujtuj £in& nceuj^rejuuryoii^q eftoA 
(er bedrohte sie viel, daB sie ihn nicht offenbarcn sollten — tva jjltj 
auxov cpavepov iroir^acooi) Mc 3, 1 2 ; gm* nee Mt 1 2, 1 4. 13,15. Luc 1 6, 4. 
28. 20,10; ^in\ it-ro^ 16, 9 etc. 

Nach den conjunctionen der absicht setzt der sab. dialect gewbhn- 
licher die futura ; dieselben folgen auch dem boh. £iit*, welches sich 
jedoch in diesem falle mit «e verbindet, z. b. <xe gin*. e«fCAa.i (Jos 3, 7) 
und gin*, ic nnofccuq (Joh 18, 28). 



1) Zahlreiche bclegc dieses untcrschiedes hat Fr. Ruckert in seinein nach- 
lasse gesammelt. 



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DER CONJUNCT! V. 283 

Als modus der vorstellung fordern noch and ere conjunclionen deu 449. 
conjunctiv, namcntlich £oic, S. euuurxi, eAnA, S. emu*, S. jutety^R, ^pHoy, 
nocoi Ai^AAon, B. ic — ie, B. eujum und tg>. 

UJ& (bis) verschmilzt mit dem conjunctiv zu eineni besondern pr'atix, 
welches fur die vollere form in>irxx im boh. dialect mit ausstofiung des 
n auch uj&.Te lautet. Die einzelnen personen sind die folgenden: 
Sg. 4. tu>iri^ : (g>n*r&., uj^iv*^ Oder uy^ 

2. m. ug^nreK uj^tck 
f. in>irre w>re 

3. m. w>irreq : ty>ii'xq iy>*req 
f. w>mec uj*t*rec 

PL 4 . w>n*ren : w>inn uj^xcii 

2. w>rrrereii : uj^iviern uj<wre *xen 

J. uj^n^xOY uj^toy- 

Die formen mit n sind im S. ausschlieBlich, im B. vvenig in ge- 
brauch. Bohcirische beispiele sind w>n*re niAfeoc epxmiop juiniiop- 
^mihc (bis das volk uber den Jordan ubersetzte) Jos 3, 17; uj^irreq- 
AiofitK ib. 3, 16; uj^irr^uje Z. 100. Sahidische beispiele: uj^irrc 
^tooyc £um eujume nepe n&.Y'A° c cone juuuoof (bis daB [«XP l °^] 
es morgen werden wollte, bat Paulus sic) Act 27, 33; tn>n*x-*ei (bis daB 
ich komme) Apoc. 1, 8, uj&ir^KUi Act 2, 35, uj^irxeiKiu Mt 22, 44; 
uj&.n*iq < 2tuiK efiioA Luc 12, 50; ujdtirrqei Mt 2, 9; uj^irxecgc Luc 15, 8; 
ujA.iiTe*rnei eAoA Mt 10, 11 ; in>irroTujume 5, 18; — w>rrre Tem^ 
Z. 643 ist eine eigenthumliche, incorrecte form. Fast regelmaftig ent- 
spricht in> der griechischen conjunction fco; mit dem prasens oder mit 
dem aorist; dieselbe findet sich sogar neben in> in gemc uj^n-xe-rnRH- 
pyece PS. 231. 

Im B. ist die ausstoBung des n, mit der 4 . sg. uja^ und der 3. pi. 
gg&TOT, weit hUufiger ; z. b. ujewre mc^oo^f ujuim n&q-»uiT juuioy£H't 
(bis es tag wurde, uberredete er sie) Act 27, 33; iu>-re tt$€ hcjui 
hk^i cini OYim-r*, ic oftguA^ nneqcim eftoA ;6en ninojmoc iu>'re 
n&.i THpoy ujaim : tg>trre n&i THpo^ ujume (bis himinel und erde 
vergehen, wird nicht ein jota oder ein zug aus dem gesetze vergehen, 
bis dies alles geschieht) Mt 5, 18; tgd^reu^rejui nn* curctn tu6irxq (bis 
kein geist in ihm blieb) 3 Beg 17, 17; jmoroc r*p ig>*re oy*i *xoy 
e-sen of^A&fu (denn schwerlich kommt es dazu, bis einer fur einen ge- 
rechten stirbt) Bom 5, 7 ; ujuini xuii^y uj^^oc n&K (bleib dort, bis 
ich dir sage) Mt 2 , 1 3 ; tine or^AeK-TUip a*o*tV uj^Ten-xo At eftoA n? 
neon (es wird kein hahn rufen, bis du mich dreimal verrathst) Joh 13, 
38; ujami aula*? uj^re-reiii e&oA juuu*y (bleibt dort, bis ihr von 
dort heraus kommt) Mi 4 0, 11 ; a^epgirrc hi eAoA uj^TOfige cftoA 
n«se lunpecAfrepoc nejut no*f axhuj (sie begannen hinauszugehen, bis die 



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284 XXXIII. CAPITEL. 

iiltesten und ihre menge hinausgegangen waren) Joh 8, 9. Fur JULiu^cq- 
tyuini (ehe er war) Act 7, 2 bielet eine variante ujewrequjiuni, doch hat 
audi das S. Ain^Teqcvruig. Ebenso uneigentlich ubertragt uj**re das 
griech. wrens in $*>* e-x^q-rRiq c^pm exen nennofti tn>Teqiuw£JLien 
eflioA J6en n«tiene£ e'r^inoy (er gab sich fur unsere siinden, bis dafi, 
da mil er uns aus dieser argen welt errettete) Gal \, 4. 

Ein zweites verb, welches von pj* (bis) abhSngt, kann nur im con- 
junctiv stehen, z. b. B. mcio*r it^qjuougi ne g^^oiof uj^-xeqi m-cqogi 
eparxq (der stern gieng vor ihncn her, bis er kam und still sland) Ml 
I, 9 ; JumoyreiigOTf^^ uj^'xoYJmoyV cueqio^ o*ro£ mr<yruj€ncrr (sie 
glaublen es nicht, bis sie seine eltern riefen und sie fragtcn) Joh 9,18; 
ujejuiuji juuuioi uj^oyaum o*ro£ irr^cui o*ro£ Aienenc*. ra.i £ujr irreR- 
oy<ha& o*ro£ irxeRcm (diene mir, bis ich esse und trinke und darnach 
du selbst essest und trinkest) Luc 17,8; — S. uj*.irre *tAoh-&i&. jutnuoyrc 
-secTK lies %&ctk] *>ym hcoAk uj&. ite-r^oce (bis dafi die hiilfe Gottes 
dich erhebe und dich zu den erhbhten bringe) Z. 655; srai!t&.K*&.q 
c&o'A *.n uj&.irreq'VujnTUipi itqc^nuj juuuoc (wir werden ihn nicht los- 
lassen, bis er verbiirgt und sic ernahrt) Z. 296. 

Der conjunctivas f atari *r*pc. 

*&<>• Sg. 4 . *r*.pi 2. m. *r*peR f. *r*.p£ 3. m. *x^peq f T^pec 

PL /. T^pit 2. T^pCTW .5. T«,po*]f. 

Der zvveite conjunctiv ist fast nur dem sah. dialecte eigen ; im boh. 
koinmt die 2. pi. irT*p£*reii mit dem, wie es scheint, urspriinglichen n 
vor ; diese person lautet S. auch *r*.peTr£*rn (Mt 7, 7) und dem ent- 
sprechend M. 'r^AeTe-xeii-ne*r (Joh 1, 29). Das anlautende n ist im S. 
bestandig verloren gegangen, wie in tc ; t^ *req fiir nTe, irr*, irrcq. 

Der gebrauch des zweiten conjunctivs ist ein seltener; er bezcichnet 
die beabsichtigte folge wie der infinitiv, er bedarf keines regierenden verbs 
und keiner conjunction wie der erste conjunctiv und hat gewohnlich ein 
vom hauptsatze verschiedenes subject; er lafit sich durch »auf dafi, 
damita ubersetzen; z. b. S. niterReT TCwpiH gjui n&o'roeiuj *r*pe 
toiroy^ciih TKpc euuie se a/rKT 1111 Z e Z n <y lH **" ( s i e werden dicsen 
turra in meiner zeit nicht bauen, damit die ganze welt wisse, dafi ein 
turm in Seine* t gefallen ist) Z. 292 ; «xme o*rc*.&e T&peqjuLeprxR (be- 
schame einen weisen, auf dafi er dich liebe) Prov 9, 8 — fiir B. cogi 
^e hofcttfte ©fog. cqeAienpiTR ; c&no'rujR gut ivxoeic -r^peq^- !t*R 
iui^ithju* AineK^H-r (ernahre dich im Herrn, auf dafi er dir die wiinsche 
deines herzens gebe) Ps 36, 4 — wo das B. crnoq o*ro£ eqe^ hat; 
«ti*rei T*.po*r^ rhtii ujme T^peTR^'iite Tiugejui T*po*rcrrniii nHTn 
bittet, damit sie euch geben; sucht, damit ihr findet; klopft an, damit 



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DER INFINITIV. 285 

sie euch oflhen) Luc II, 9. Mt 7, 7 — fur das B. &pie-rm o-fo^ ceiw^ 
ntu-ren a?tetts xal 8o&r]aetat ujuv ; n^noyc n*it e-xpenujume juuiem* 
~r*pirr«duuo nujOAi-re ticKynH (es ist uns gut hier zu bleiben, damit 
wir drei hiitten machen, xal iroir^ocofiev) Luc 9, 33. Mc 11,5; ^qAioytt 
**.£ e&oA equjAiiA £&.poc 'x-&.pecoys&i (er hariie aber aus fur sie be- 
tend, damit sie geitese] Z. 341 ; cp neiiccuAA.*. nepne AiimoY*re iwep* 
tiemut.ee*]f€ T^peivxiio n&.K JuniAiee^c ctcjuloitt (mache deinen leib zum 
tempel Gottes und starke deinen gedanken, auf daB du dir das ruhige 
denken verschaffest) Ming. 332. Wie der erste conjunctiv steht audi dicser 
elliptisch, z. b. irxoeic ^r^pett^iofe n*rcHqe (Herr, sollcn wir mil 
dem schwerte schlagen?) Luc 22, 49; *.?poq ^e T*pitpno&e (ti oov; 
au-aptTjaojisv ;) Rom 6, 15 — fur das B. o^p *c (ne) irrc nepno&i (was? 
sdlten wir siindigen?). Vereinzelt ist der gebrauch des conj. fut. nach 
•xen^c (damit) in <xck&.c e&jeiA&e enciKCT ^T&pipujjuumo ejuLirr^TcooTfit 
iujul (damit, auch dies kennend gelernt habend, ich aller unwissenheit 
fremd sei) Z. 333 — vermuthlich weil die conjunction von ihrem verb 
durch einen zwischensatz getrennt ist. 

Die boh. beispiele zeigen den^conj. fut. an der stelle des einfachen, 
narnlich : ojuiuini £*poq tir^pe-xenepoTuimi (kommt zu ihm, daB ihr 
leuchtet) Ps 33, 6 — fur S. ^ctho^o* cpoq irreTitepofoein; ^jmuiini 
nnr^pe-reitn^y eni^Aftcvp nix hoc (kommt, daB ihr schauet die werke 
des Herrn) 45, 9 — fur S. «jutHrrit &.!t*.*y ette^ftHfe jutnnoyrc. 



XXXIV. CAPITEL. 

DER INFINITIV. 

Der infinitiv des verbs ist der ledige stamm, und jeder active verbal- 451. 
stamm im status absolutus, constructus und pronorainalis kann als infinitiv 
gebraucht werden. Verba qualitaliva konnen niemals infinitive sein. Zu- 
niichst steht der infinitiv ohne artikel, aber er kann als substantiv ge- 
braucht werden und sowohl den bestimmten inannlichen als den unbe- 
stimmten artikel haben. Er nimmt gewohnlich eine untergeordnete sidle 
im satze ein und ist entweder von priipositionen, namentlich it und e, 
oder von regierenden verben abhangig. Seine construction ist im allge- 
meinen die eines nomens. 

Die negation des infinitivs geschieht durch die wurzel ^J^ tern 452. 
»ausschlicBen« — die mit ttuijul (schlieBen) verwandt ist. Sie hat sich jedoch 
nur im sah. und selten im initleliig. dialect in dieser ursprunglichen form 



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286 XXXIV. CAPITBL. 

tjul oder tcjui erhalten; im boh. dialect trilt dafiir stels und im mittelag. 
meist die zusammengesetzte form ujTeu ein, deren uj venuuthlich als 
em causatives nach § 97 zu erklaren ist. Das negative uj'xejuL : -rut hat 
die form eines stat. constr. und tritt unmittelbar vor den verbalslamm, 
den es negiert — cam : euute (wissen), uj-rejuteAM : rjueuuie (nicht wissen). 
AuBer zur verneinung des inflnitivs dient es auch zu der des conjunctivs 
(n^r^uj^rcAiejuLi : T^'XAieuuie) , des condilionalis (^iujt€jul€jui : cnrjuieiAte 
oder eiuj^n-TAi) und des sahidischen n*rcpe (n-repciTJUi) . Wenn es 
sich mit den regentia dieser vcrbalformen verbindet (mxujTeAi : irreTjm, 
*peuj-re&A. : ^pe-TJUL, irrepe-Tjw), so folgt ihm das nominate subject und, 
in diesem falle, nicht ein verbalstamm. 

453. Der artikellose infinitiv lehnt sich gewbhnlich in abhlingiger stel- 

lung cntweder an einen regierenden stat. constr. oder er folgt einer proposi- 
tion. Doch steht er im S. mitunter als prUdicat eines nominalsatzes, 
z. b. S. -reyujopn ncnoy^H ne Tuiofn c^rccfe (ihr erstcr eifer ist 
morgens aufzustehen) Nic. 1,35; £iu& iujul juljicuijul* oYJUurr*^uj*T tc 
(oder ne) c^opei xuuoof (alle dinge des leibes, es ist unniitz sie zu tragen) 
ib. 1, 31 ; nofuiuj jutnnoY^c ne £^pe£ eneqewxoAH (der wille Gottes 
ist seine gebote hal(en) Ming. 335 ; nei7inoit e*re Treq^ix 10 ne kuu 
nTeq&iie enecirr *.yva nc**rae (dieses thier, dessen eigenschaft ist seinen 
kopf auf und ab zu bewegen) ib. 115; ^cooyit ote a&k*£ ngn-r ne 
cuttjul eneiuj&'xe (ich weiB, dafl es herzweh ist diese worte zu horen) 
Z. 417; &.uj f*.p nerAio'rn «xooc ne *xe nenno&e kh tt&K e&oA <xm 
•xooc ne *xe tujoy« iwaiooujc (was ist leichl ? ist es sagen : deine 
siinden sind dir vergeben, oder ist es sagen : steli auf und wandele) Mt 
9, 5 ; — ebenso als subject eines nominal verbs im stat. constr. : it&.no*y 
n^eT ncroypjuLtiTpe n&q (es ist gut zu glauben, was sie ihm bezeugt 
haben) Z. 447; n^noy **A\oye*x *.q (es ist gut fleisch nicht zu essen) 
Rom 14,21. Substantivierte infinitive stehen an jeder stelle des satzes, 
doch sellen ohne den artikel, z. b. S. e&oA t«*p %x\ n&i euj&pe £orrA 
ujoine (denn aus diesem entsteht morden) Nic. 1, 42. Vergl. § 459. 

454. Es sind nur wenige verba, welche als stat. constr. den ledigen infi- 

nitiv regieren konnen, namentlich die des wollens, liebens, kennens, zuvor 
machens, wiederholens, u. ahnl., z. b. S. *. nenrneiuiT Ofcuj ^ nHTii 
nTJUiinrcpo (euer vater wollte euch das reich gcben) Luc 12,32; S. 
CTfOTfcuj R^Te^c juuutoq (ihn hallen wollend) PS. 38; B. a^Aienpe 
rijui unof^^r (sie liebten ibre fufle zu bewegen) Jer14,10; B. *q- 
jueupe ep juLe-rxtupi (er liebte sich zu vergewaltigen) Hos 12, 7; S. 
K&T&. ^e ti^x«jujepn -xooc (wie ich zuvor sagte) Z. 361 ; B. eoffegejut 
rutt juuuoioy (sie wieder zu bauen) Jer 18, 9; u. dergl. Die verba ^ 
(geben), ^i : «i (nehmen), ep : p (thun), auch ep^oyo : pgofc (mehr 



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DER INPINITIV. 287 

thun) verbinden sich oft mil einem infinitive wie mil einem nomen, urn 
verbale composite zu bilden. Ahnlich kann das nomen agentis a&&i (liebend) 
nach § 173 einen infinitiv ankniipfen: S. jm&iKocjmei (putzsiichtig) , B. -xenoi 
juuuLferr&jon (wir sind ehrliebend) 1 Cor 5, 9. Diese verba konnen jedoch 
ebensowohl im stat. absol. den infinitiv mit dcr proposition (it oder e) 
ankniipfen — ganz wie nofi : no*f£ (pi^Astv) den infinitiv mit c hat, 
wahrend der stat. constr. n*, das zeichen des fut. inst., unmittelbar den 
infinitiv fordert (§ 367). Nur in der verkiirzten form seines stat. constr. 
vor den verbalstammen ist dagegen S. otni- (miissen) gebrauchlich, z. b. 
^ruw-xni&am (ich werde gehen miissen) Z. 476; «xe £hAi&.c o&ni nujopn 
(dafi Elias eher kommen raufi) Mc 9, 10 bei Tuki 105 — fur <xmei? 
Ob auch «xe (wieder) in Aineq-xen*^ (er sah nicht wieder) Act 8, 38 
ein verbaler st. c. ist? 

6UJ oder haufiger UJ vom hier. re% (wissen, konnen), nach vocalen 465. 
vermuthlich wie ein sch gesprochen, verbindet sich mit dem vcrbalstamme 
zu einem com posit urn, dessen construction von der eines einfachen verbs 
nicht abweicht, z. b. B. mA&x **.e n-aoq juuuton ^Ai npuuuLi tgepo 
juuaoq etf'ne-xiuq (die zunge aber kann niemand gehorchen machen) Jac 
3, 8; B. ajlh & $o*y&.i $oy*.i nnoy^ irre mc^noc ujuogeAi irreq- 
9£tup* (hat irgend ein Golt der heiden sein land erretten konnen?) Jes 
36, 18 ; B. A&n&pc ^Ai uj^e*r^urrq (niemand kann ihn erforschen) 1 Cor 
2, 15; lUtfigq*! r*p &tt ne (sic konnten nicht tragen) Hebr 12, 20; 
S. tieqeujoYtun (er konnte offnen) Petr. ; M. irr*Y •*.€ xxcyeigney 
eofci juuul^y (sie aber konnen keinen von ihnen sehen) Bar 6, 18 1 ). 

Am haufigsten steht uj, euj im futurum instans, z. b. *xxq- 
fcnc*. nui e-&itfeujc*'xi epoc : Teq^ene*. nui neTiMkeujT^Tf 00 ( sem 
geschiecht wer kann es beschreiben ?) Act 8, 33; B. mxx e*n*tgtge e^piu 
e<xen utoioy (wer kann auf den berg hinaufgehen?) Ps 23, 3 ; S. cy-re 
juti puijute n*tuj&.iraAere (auch kann kein mensch widersprechen) 
Z. 271 ; M. ceneeujA&ofV (sie werden rufen konnen) Bar 6, 39. Ebenso 
steht uj, euj nach den prafixen dcs negativen fulurs, z. b. B. nnoftgo^i 
ep&*x-o«f (sie werden nicht stehen konnen) Ps 139,11. Dagegen Ziehen 
die rcgentia epe und sine das uj an sich und nehmen es dem nach dem 
nominalen subjecte stehenden verbalstamme, z. b. B. £&p& epeuj oy5C^ iu 
^uijulj e-xiui (wird denn finsternifi (iber micli treten konnen? apa oxoto; 
xaTarccmQoei jie;) Ps 138, 11 ; B. ofO£ tmeaj gAi fcoAjuoy eAoA £en 



1) Flir das si nn lose it-ae irr&.imHUj&.&x feirxoA&cq ist vielleicht trr*.iteuj«t&c 
Z. 320 zu lesen. Ebenso vcrderbt ist: S. oyxe u*.p Aiti Kep&n e^yr^^q 
git npuume nn&.eujo'pfc&.i (eyiiA.cigoY»^i ?) ngirrq Act 4, 12. S. ogei 1 Reg 
29,9 und eujei Mt 8, 28 heiBt »kommen konncn«, nicht »gehen«, als entsprttche 
es dem B. uje. 



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288 XXXIV. CAPITEL. 

*t*<xi?l (und nichts wird sie aus mciner hand reiiten kbnnenj Joh 10, 28; 
B. am epeuj niAiofitK «xoc xx$>h e*r*,qjULoriKq iw : rd etwa das werk 
zu seinem bildner sagen konnen?) Rom 9, 20 ; B nneuj ne^juoA^ 
ep ofA&iiioY eqgofat (nicht wird das salzige siifies wa*>ser werden konnen) 
Jac 3, 1 2 ; S. nneuj n&^A cei £* nn^f (nicht wird das auge vom sehen 
salt werden konnen) Eccl 1, 8. Von dem rait uj zusammengesetzten verb 
bildet sicli auch das adjectivum privativum, z. b. £^ti-«.T-ig-£eT£iuTOY 
(uncrforschliche dingo) . Besonders gern steht uj vor <xojul : &oax (kraft) 
in ujkojui : ujd'ojm (moglichkeit, eig. das konnen der kraft) und in 
uj'xeAJL'x.oAi : uj^'aks'ojul (vermbgen, eig. kraft finden konnen). 

456. Am allgemeinslen wird ein infinitiv einem verb im stat. absol. durch 

die proposition H (de) untergeordnet ; der infinitiv bildet in diesem falle 
die nothwendige erganzung, das naturliche object des regierenden verbs. 
Denn dasselbe bildet ebenso wie ein substantivum mil dem infinitive eigent- 
lich eine wortkette der relation (vergl. § 184), nur dafl es die ver- 
balen prafixe hat. n mit dem infinitive steht daher besonders nach den 
verben des anfangens und u n tern eh mens, z. b. B. &. mpoixii 
cp^HTc iuwiu>i (der mensch fieng an sich zu vermehren) Gen 6, 1 ; B. 
&.qep£frrc itc*/x.i (er begann zu reden) Luc 20, 9 ; S. a^^PX" nuj*/xe 
(sie begannen zu reden) Act 2, 4 ; B. &qepujopn rni^-y (er sah zucrst) 
Ps 36, 13; B. & neiicod'ni epujopn iv&&.ujo*y e-&po*yiyunu (dein rath- 
schluft bestimmte sie zuerst, daB sie werden sollten) Act 4, 28; B. 
euj'TCAiepujopn ttepjuLeAe*r&.n (nicht zuvor bedenken) Luc 21, 14; ahn- 
lich S. *.in£ n&.*c (ich kam zuvor zu machen, machte zuerst) Z. 232 ; 
B. n&qitHOf h&.uj*a ne (es mehrte sich allmahlich) Act 12, 24 — vergl. 
franz. venir d, engl. come to; B. ofK&uj irxe o-jt*j6 cqujenujum uc6<wi 
(ein rohr eines schreibers, der eilt zu schreiben) Ps 44, 2; — des ver- 
stehens und kbnnens, z. b. B. nceciucvyn nc6&i &tt (sie konnen 
nicht schreiben) Act 4, 13; TenreitcuioTfn kep^oiujuiA.7iit : TeTncooTpn 
ir*.OKuuL&.7e (ihr konnt priifen) Luc 12,56; B. jutnequj-xejufxojui tuuA& 
epoq (er konnte ihn nicht bewegen) Luc 6, 48; B. Auienuj-xeju/xoAi 
ngrrq eAoA (wir konnten ihn nicht hinauswerfen) Mt 1 7 , 1 9 ; — des 
liebens, fiirchtens u. ahnl., z. b. S. e-rjme nn±y (der zu sehen 
liebt) Ps 33, 3; S. pun*, oyn wcurc-ejui (thu nun den gefallen zu horen, 
beliebe zu horen) Journ. as. 1877, II. 275; S. &np£crre irx^Aoq (wir 
furchteten ihn zu legen) Dul. 44 ; S. juuio*yci nfSnoAe (sie werden nicht 
satt zu siindigen) Z. 400; — des miissens, diirfens u. a., namentlich 
nach unpcrsonlichen ausdriicken, z. b. ne-rcuje k*jq (was sich ziemt zu 
thun) 4 Reg 4,13; B. ne-rcuje h*.iq &n (was sich nicht geziemt zu 
thun) Mt 12, 2; B. cejuuiuj*. ncurrejui nc*. ^ (es gehbrt sich Gotl 
zu gehorchen) Act 5, 29 ; S. jueqjuinuj*, itit&Y cnnofjc (er ist nicht 



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DEB INFINITIV. 289 

wiirdig, Gott zu sehen) Dul. 47 ; S. ttcpjiniy*. itRoA&re aduooy (sie 
sind werth, sie zu ziichtigen, geziichtigt zu werden) Peyr. gr. 149; 
mc&/xi qjuioR£ tioY&£A&eq (das worl ist schwer, es zu deuten) Hebr 
5, 1 1 ; B. ^ne-r^uio^i e«puLOR£ itqi*rof (lasten schwer zu tragcn) Luc 
H, 46; u. dergl. mehr. Der conjunctiv pflegt in diesen fallen einzu- 
treten, wenn statt des infinitivs ein vollstandiger satz untergeordnet wird. 
Ein negativer infinitiv kann indefl durch it nicht angekniipft werden. 

Die gewbhnliche proposition des infinitivs ist 6 (<i, engl. to) ; sie ist 457» 
die proposition der richtung und driickt daher, ein verbum rcgierend, 
zunachst zweck und absicbt aus : um zu, z. b. B. *,qoyuin npcuq e^i 
juncnoq (die erde bflhete ihren mund um das blut zu nebmen) Gen 4, 1; 
S. o-yne ney^uifii cijuhti eofuum itTCTpo^H (was ist ihre arbeit, auBer 
die nabrung zu essen) Z. 589 ; jmneqcTpuiuj cr*^ cipi juini&r&^ott : 
juneqoycuuj ecoytt nncnrii^iiofq e*t&.q (er wollte nicht verstiindig wer- 
den um das gute zu tbun) Ps 35, 4 ; S. . . it^nroiof n e&cmeei epoi (er- 
bebe dich, um mir zu helfen) 34,2; B. & ncrc coitir cruit n*q 
nofHi eo*yA».&. eqoffcA irx*.q (Gott bat dich erwahlt, ihm ein baus zu 
bauen an einem heiligen orte von ihm) 1 Par 28, 10 ; S. uj&.cg'u! jul&.y**c 
eujume (es bleibt allein, um zu werden) Joh 12, 24 ; S. t^tjulcoh eujrnne 
(daB icb nicht weiter bin) Ps 38, 13; und negativ: *tn&.&.pe£ en*ju.uii*r 
eujrejuepnofti ^en n*.A*c : ^n&g&peg^ en^iooye eiAipno&e gju n&.A&.c 
(ich werde meinen weg inne halten, um nicht mit meiner zunge zu siin- 
digen) Ps 38, 2 ; S. nno&e irroq g*pe£ epoR cpoq e*xx&*&.q (vor der 
siinde dagegen hiile dich, sie nicht zu thun) Ming. 332. Der infinitiv mit 
e vertritt das gerundiv der Lateiner, z. b. B. niKeguife e&.iq -xouq eftoA 
(aucb das zu thuende werk vollendet) 2 Cor 8, 11. Daher steht der in- 
finitiv mit e him fig nach dem griech. toore, z. b. junep^o^ guic^e eipi 
AinmeT^uioy : junpnui^ guicre epnomtpoc (eifere nicht das bose zu 
zu thun) Ps 36, 8. Mitunter steht ein infinitivischer zusatz absolute d. h. 
ohne sich auf das subject des hauptsatzes zu beziehen, z. b. S. \nom\ 
ivec nniecoo*y CRoncof (wir rechnelen uns wie die schafe, sie zu durch- 
bohren — a* 7tpo(3aTa acpaY^;) Ps 43, 23 ; S. ^yuj^r^juL crec-T^npo 
e*xjuio*yuiAi uj*. ene£ (sie liaben ihren mund geschlossen, ihr mund ist 
verschlossen worden, um nie mehr zu essen) Mel. 5, 168. Gewohnlicher 
steht in solchen fallen der infinitiv mit dem artikel. 

Nach regierenden verben ist der infinitiv mit e bestimmter und ent- 458. 
schiedener als der mit n ; er bezeichnet das zufallige object, auf welches 
sich die handlung des hauptverbs richtet. Er steht daher namentlich nach 
den verben des wollens, begehrens, befchlens, schworens, 
gedenkens, unternehmens, konnens u. a., z. b. B. ^qcvyoiuj ei 
(er wollte kommen) Joh 1, 44; S. epyg&it o-f* pgn*q eeipc Aineqofuiuj 

Stern, koptisehe grammatik. 49 



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290 XXXIV. CAPITEL. 

(wenn einer seinen wunsch Ihun will) Joli 7, 17 ; B. n&qKart ecurxcjut 
(er suchte zu hOren) Act 13, 7; *>p c £ "P 1 n Z m ^ niften (halte darauf, 
alles zu thun) Jos 23, 6; «/f£Otf£en ninof cuj'rejucpoYoi • ^Tfn^P^^" 
reiAe n&Y e-TJiiujA/xe (sie befahlen ihnen nicht zu reden) Act 4, 8 ; B. 
a^qgongeit etg-TCJu-xe $&i h£Ai (er befahl, dies keinem zu sagen) Luc 
9, 21 ; B. MtoK rewp *ci exen n\^m chutx Hoyhi (denn mir kam 
es ins herz ein haus zu bauen) 1 Par 28, 2 ; S. &cepfrr eg^pc^ nc&ef* 
e-rjupitofte em&oeic (sie versprach sich hinforl zu bewahren, urn nichl 
gegen den herrn zu siindigenj Ming. 243 ; &irr&pKon cujTejunLejut^ni 
n^Ai : ^ittupR ititcitepKY erjurren A**y ( w * r verschwuren uns nichts 
zu kosten) Act 23, 14. 24; B. eqjme-fi envf (gedenkend zu sehen) Ps 
33, 3 ; S. irre-rirrjuumccYe ctlooc (daB ihr nicht zu sagen gedenket) 
Mt 3, 9; B. ^y^rxoTOY cc^tli (sie begannen zu reden) Act 2, 4 ; B. 
juuiepoY&£TcrTK xe ec*/xi (fahre nicht fort zu reden) Deut 3, 26; — B. 
JuuioYujsejuLKOjm econq enujtui (sie konnten es nicht emporziehen) Job 
21, 6; S. juniteuj^jui^ojLi eito-xq cftoA (wir konnten ihn nicht hinaus- 
werfen) Mt 17,19; M. eitq<^JUL<^«juL euje-xi en (er kann nicht reden) 
Bar 6,40; S. ncn&ujd'AK^OJUt *it e*r*Ae ii euro Ah (du wirst die ge- 
bote nicht tragen konnen) Nic. 1, 48 neben citit&ig^jut^ojut ntguin (wir 
werden nicht empfangen konnen) ib. ; ahnlich : B. ^q^epujiuji ituioy 
eepuj$Hpi (er gab ihnen kraft wunder zu thun) Joh 1,12; juuutoirxen 
epujiuji juuul&y euj*T€JUL£p£Uift : juuu.irr&n TC^Cfd* &&ai&t euup^uift : 
juirrmt ccofc** juuutef euj-rejULeAguift (wir haben nicht macht etwas zu 
thun) 1 Cor 9,6; B. jutnoyo&ejut nipn^ ceitq (sie fanden nicht die art 
und weise ihn zu fuhren) Luc 5, 19; — nach unpersonlichen ver- 
ben, wie uj-xoxi : uj^ojli, cuje : ujuje, ^ui^, eeecri u. a., besonders 
wenn sie ihren dativ bei sich haben, z. b. B. juumon uj-xoai juuutoq en&Y 
(es ist ihm nicht moglich zu sehen) Joh 3,3; B. juumon ujsojul itgAi ecp 
n&ijiiHiiu (niemand kann diese wunder thun) 3, 2 ; juuuon ujkojul julhou 
euj*rejuLc&'xi : ju.ii uj^oajl juulioii eTJu-xooy (es ist uns nicht moglich 
nicht zu reden) Act 4, 20 ; B. cuje iia.ii c^ £iir^ JumoYpo (es geziemt 
uns dem kbnig zins zu geben) Luc 20, 22 — weniger gut die variante 
n't ; S. ujuje epon ejutepe itettepHy (es geziemt uns einander zu lieben) 
1 Joh 4,11; M. neujujK eA&q ne ejuoy (es kam ihm zu zu sterben) 
Hebr 9, 26; Joh 18, 31 ; S. tm tc ee e-reujuje eptirat euj entice 
(so ziemt es euch zu leiden) Act 20, 35 — fiir B. cige n&ici Ain&jpirt; 
S. ne-retguje CT^n^o-frq (was sich zu glauben geziemt) Z. 447; B. 
ne £iu^ cpoq ne ecmi (er muBte voriibergehen) Joh 4, 4 ; B. cqcpuj&f 
itHi eepoypo (der mir niitzt konig zu sein) 1 Reg 16,1; B. it&nec 
ctg<TCAiofeA5i *q (es ist gut fleisch nicht zu essen) Rom 14,21; M. 
n&nofc eufrejuutui^ (es ist gut nicht zu beruhren) 1 Cor 7,1; B. oy 
t«*p eejuurxen esoc (was ist leicht zu sagen?) Mt 9, 5. 



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DBR INFINITIV. 291 

Einige der den infinitiv regierenden .verba haben sich in der wahl 459. 
der ankniipfenden proposition eine freiheit bewahrt; so folgt aof uj-xejut- 
•xoxi : \g6xx6oxx (konnen) bald das allgemeinere it, bald das bestiramtere e. 
So trifft man ferner B. ep-girrc (anfangen), cuioTpit (kennen) und die 
impersonalia, die gewohnlicher it haben, mit e, z. b. B. ic&eit mcHOf 
ctcjuai^y &>qep£frrc e*r«jiie iteqAi&ewrHC (seit jener zeit fieng er an 
seinen jungern zu zeigen) Mt 4 6, 21 ; B. *>qep£irrc iw*e coAojuum emirr 
juuihi junot (Salomo fieng an das haus des Herrn zu bauen) 2 Par 3,1 — 
aber gleich nachher ofO£ &qep£KTC itKarr vs. 2 ; B. TCTeitcuioY 11 e^ 
it£&irr&jo eit^ney itite^reitujHpi (ihr wifit euren kindern gute ehren zu 
geben) Luc 11, 13; ^qepgo^ euje ejut^f : *qp£o*re efttim emu*, ctjui- 
xxi»y (er fiirchtete sich dori hinzugehen) Mt 2, 22. Andererseits begegnen 
wir dem n nach verben, welche fur gewohnlich e haben, z. b. S. eqcvftuu} 
nepKcftepnrTHc (er will steuermann werden) Ming. 295; S. iteqoYoiuj 
r*p giuoiq encpAi&p^ppoc d. h. Rpju^p-rTppoc (er wollte selbst mar- 
tyrer werden) Z. 364 ; S. Ajepni^yjuei nofnijut (rch bcgehrte zu essen) 
Luc 22, 15 — wo das B. ^lepenieyjum eoytujut und in der variante 
liOfcuAA hat ; S. equj*mi£ irriuofw (wenn er dazu kommt aufzustehen) 
Luc 13, 25 — fiir das B. *qu]&n$o£ e'miitq; u. dergl. In solchen fallen 
schwankenden gebrauchs ist der infinity mit it immer als der des allge- 
meinern objects, der mit e als der des besondern, untergeordneten verbs 
zu erkennen. Regelmafiig verlangt aber der infinitiv e fiir it; wenn er 
als zweites untergeordnetes glied einem infinitive mit it folgt, z. b. B. 
&qep£HTc irae ikc it£iuuuj iteju. e-xoc (Jesus fieng an zu predigen und 
zu sagen) Mc 4, 7 ; B. irre'rcitcpgirrc Ho£i ep^rciteHitof c*>ftoA Ofog. 
ckoiA^ junipo (dafi ihr anfangt draufien zu stehen und an die thiir zu 
klopfen) Luc 13, 25; — wenn er negativ ist, z. b. S. oyirrc c^ofci* 
nKtuitc h e-rxiRtunc (sie hat macht zu durchbohren oder nicht zu durch- 
bohren) Z. 445. — Imnominalsatze, wo der sah. dialect den praposi- 
tionslosen infinitiv gebraucht, mufi im BM. schon die proposition e eintreten, 
z. b. o*puLcrju.&K&pioc t€ Ai&AAoit e^ ego-re e^i : OYAiitTAi&K&pioc 
ne ^ e^ofc e«i (it is more blessed to give than to receive) Act 20,35; 
wtOR **c oY&r&eoit itiu ne ctoait e<$^ : *iton **e oy&r&eon haj 
ne to^t ennoTfrc (mir ist es gut Gott anzuhangen) Ps 72,28; Phil 1,7. 

Der infinitiv, welcher namentlich den verben des lassens, wie X 1 "' 460- 
mit einem accusativ zusammen untergeordnet wird, hat die proposition e, 
z. b. B. n&q3£.ui itnr^eA&tiiit ec&?ti *it ne (er liefi die damonen nicht 
reden) Mc 1, 34; Mt 24, 43; S. juuipi«w*T eo-f^g'r itc* nttOftiiuj (laB 
mich nicht meinem willen folgen) Leps. Dm. VI. 102, 3; 4 Reg 29, 10 ; ahn- 
lich S. xinp-ren puin euipn (gewohne nicht deinen mund zu fluchen) Nic. 
4, 52; B. Ainep-T^gno juLUnnof ci £&poi (hindere sie nicht zu mir zu 

19* 



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292 XXXIV. CAPITEL. 

kommen) Mt19, 4. Der infinitiv kann hier auch durch den conjunctiv 
ersetzt werden, z. b. S. AmpK&&q itq-r^ne thictic . . A&npK&&q eeuue 
■xe &juj&?Le itujuHTit (lafi ihn nicht den glauben verderben, lafi ihn 
nicht wissen, dafi ich mit euch geredet habe) Z. 385. Aber sehr selten 
steht der infinitiv ohne proposition nach dem accusative, wie nach Ttejut 
(findcn) in B. ^xcjul gAi he*ri&. 6i epoq &n (ich finde keine ursache 
ihn beruhrend) Joh 19, 4. 

461. GPO als stat. absol. und GP6 : TP6 als stat. constr., eig. ein cau- 

sativum von p* (machen), ist der gewohnlichste ausdnick fiir » lassen «, 
dem stets der accusativ rait einem infinitive folgen muB. Der nur im B. 
nachgewiesene stat. absol. epo kniipft das object mit n an, z. b. $h 
e-r^po niiM (der, welcher dies veranlaBt) Act 15,17, — und einen in- 
finitiv mit c, z. b. nitpii cr^po jungirx eoyitoq (der wein macht das 
herz sich freuen) Ps 103, 15; % Cor 1,14; $^ cr^po juumtuof e&i&i 
(Gott lafit sie wachsen) 1 Cor 3,7; — jedoch kommen beispielc des ledigcn 
infinitivs vor, wie q^po AineqpH tg&i (er I'uBt seine sonne aufgehen) Mt 
5, 45; ceepo neft&Ki *x$>-\ o-fHoq (sie lassen die stadt Gottes sich 
freuen) Ps 45, — wo etg&i und eofwoq vielleicht richtiger ist. Dagegeu 
erfordert der stat. constr. epe : *rpe stets den unraittelbaren accusativ mit 
dem prapositionslosen infinitive, z. b. ofog. & $*t ^P £ 5959 H!l ni ^ eit ■ 
enujon efioA J6eti nR^i (und Gott lieB alle biiume aus der erde hervor- 
gehen) Gen 2, 9; &K^pe ofig^Hp oyei c^feoA juuuloi (du hast den 
freund sich von mir entfernen lassen) Ps 87, 18; eie^pe neiuK*£ w^ht 
&uj&i (ich werde deine schmerzen vermehren) Gen 3,16; 1 Reg 1, 10. 
In B. juneitepe^* tcr^^^h ccjuli (laB deine linke nicht wissen) Mt 6.3 
ist 9C* und c zu streichen oder jutncp^^ zu lesen. So ersetzt epc : Tpe 
das causativ des verbs und kniipft die objectiven pronomina an : 
Sg. /. epi : *rp* Pi. /. epen : *rpcn 

2. m. epen : irpcR 2. epe*r€it : **pe*rn 

f. epe : -rpe 
5. m. opeq : ipcq 3. epof : Tpey 

f. opec : *rpec 

In der 2. pi. besteht neben epeTen : *Tp€*rit ein epe*r€*xxit : 
TpcT£Tn. Im raittelag. dialect linden sich die oberiig. formen , aber 
neben -rp* auch Tpof^ sowie Trpe*Te*reit. 

Beispiele des pronominalen objects mit dem infinitiv nach epe : *rpe : 
&qepiu}timi *5cit of*JL&. cqofc^OT 111 ^ : ^q'rp^OYiug^ gw of**.*. Hoy©**- 
ofcr (er lieB mich sein an einem grunen orte) Ps *2, 2; B. eKeepi- 
currexi eoy^eAKA (du wirst mich ein jauchzen horen lassen) 50, 10; 
S. &i"rp&pitofte gin (sie liefien mich selbst siindigen) Z. 399; S. juuip- 
*rp*jiioY eigii n&itofte (lafi mich nicht sterben in meinen siinden) Leps. 



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DER INFINITIV. 293 

Denkm. VI. 1 02, 3; B. ^n^pcKOfnoq juuuok (wir lieflen dich dich 
freuen) Ps 44,10; B. eje^pe renkiy>i (ich werde euch euch vermehren 
lassen) Lev 26, 9; S. ^n^Tpe'reTnpnAieefe (ich werde euch gedcnken 
lassen) 3 Joh 1,10; B. ^ *qepoy*i*,i (Gott liefl sie wachsen) 1 Cor 
3,6; S. ^q^rpcYKtuaic juuuoq k&Aoic (cr liefl sie ihn schon bestatten) 
Ming. 188; B. qn&>epoYU}ju.&> (er wird sie sich verringern lassen) Ps 
28, 6; xinenepoyp^igi : junepTpeYP^ige (lafl sie nicht sich freuen) 
34, 19. 

e^pe : Tpe mit einem norainalen oder pronominalen object und mit 462. 
eiuem einfachen infinitiv biklct einen causativen infinitiv, dessen ge- 
b ranch nach der analogie des einfachen infmitivs in alien dialecten ein 
ein weitverbreiteter ist. 

Der causative infinitiv tritt fiir den einfachen infinitiv da ein, wo der- 
selbe sein subject bei sich hat; it&itec e*jq heiflt: »es ist gut, es zu 
thun«, — aber n*nec e^peq&iq »es ist gut, es ihn thun zu lassen«, 
»dafl er es thue«, und: new nee e^pe mpoijiii *iq »es ist gut, dafl der 
inann es thue«. Daher ist der causative infinitiv dem einfachen an be- 
stimmtheit und deutlichkeit weit uberlegen und kann nicht nur diesen, son- 
dern auch den conjunctiv ersetzen. Gewbhnlich hat der causative infinitiv 
e vor sich : eepe : e*xpe oder e^peq : crpeq ; selten ist er von andern 
priipositionen abhangig und nie von it. Negativ lautet er euy rcju^pe : 
e-rjurrpe, wofiir das S. e*TAie*rpe Eph 4, 17. 2 Cor 6, \ fehlerhaft ist. 

Das subject des causativen infmitivs kann, wenn es nominal ist, zwi- 
schen ^pe : *rpe und dem verbalstamme stehen ; es kann aber auch durch 
das pronomen suffixum vorausgenommen und hinterher durch nxe : n<^i 
(namlich) erklart werden, z. b. B. noygAHOf* THpof ceipi juumiuof 
c-apoyn^Y cpniof nxe mpuijui (alle werke thun sie, damit sie sie sehen, 
namlich die menschen) Mt 23, 5. Was seinem ursprunge nach object ist, 
das suffix in -opof/ erweist der sinn als das subject des von cepe ab- 
hangigen satzes. 

Zunachst bezeichnet eope : crpe, wie das einfache e, zweck 463. 
und absicht, z. b. B. ofO£ t/pp 1 jutn&ipH^ eepoypiu*rcfe THpof 
(und sie thaten so, um sich alle zu lagern) Luc 9, 15; B. &. 
not curra iu6ht eepiiyumi hoypo ex en mcA (Gott hat mich erwahlt, 
um konig uber Israel zu sein) 1 Par 28, 4; B. ^q-rmq eepof&igq (er 
iibergab ihn, damit sie ihn hiingten) Mt 27, 26; S. ^rnno-fit ^e e*rp*- 
Auik uj&poof (ich erhob mich aber, um zu ihnen zu gehen) Z. 344; 
S. n&i c&p ujoon nt>y e^npeyuLCT^not (denn dies geschieht ihnen, 
damit sie bufie thun) Z. 334; juik juumonrcn epujiuji eope ofctum 
ncgiAii jutouji ncuin : xxn xin-r^n *T£*oyci*> e-rpe oycome nc£ijue 
o*r>gc ncuin : juih AieirrHn e^oyci* c-xpe oycuini ncgijui oyege nciun 



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294 



XXXIV. CAPITOL. 



(haben wir nicht macht eine schwester uns folgen zu lassen?) 1 Cor 9, 5; 
S. ^ 're^ofci^ n*a e^rp&uj&se (gieb mir die macht, dam it ich rede) 
PS. 32 ; juikti oyon up&ojut irre £Ai *T*£ito JutnuuttuoY euj-rcjivepc 
n&i (^iiujuc : aih oyn cg^oxi nA&*Y cruiAy^ A*njuLOOf crpe n&i 
?uft&iracu.& (kann jemand das wasser hindern, dafi diese gel a u ft 
werden?) Act 10, 47. Seltener bezeichnet eepe : e*rpe die folge, z. b. 
B. Tre-renn^ep ju$pH^ K^nno-j^ eepeTeitcuicvrit eoyneeiUkiicq kcajl 
ofncr^uiOY (ihr werdet sein wie gotter, sodaB ihr wiBt das gute und 
bose) Gen 3, 5; — so auch nach £tnc*Te, z. b. S. giucTe c*rpe juuuhhujc 
n*y (so daB die mengen sehen) Z. 273 ; goitre CTpeROfuxAi (sodaB 
du issest) Nic. 2, 244. 

Die regierenden verba, welche eepe : eipe fordern, sind die des 
wollcns, befehlens, bestimmens, hinderns, bitlens u. alinl., 
z. b. S. ^oyuiig crpe puuue iujui ujunie itT&^e (ich will, daB jeder- 
mann wie ich sei) Ming. 294; B. ^o-fuiiy e^perenexii (ich will, daB 
ihr wisset) Col 2,1; B. Tcnoyeig $aj &n eepeqepofpo cyrni e-xuin 
(wir wollen diesen nicht, daB er kbnig iiber uns sei) Luc 10,14; M. 
^oycuj^hhoy **£ crpe'rcrniguiiii (ich will, daB ihr seiet) 1 Cor 7, 30 ; 
B. jm&jii&t't e<epeRit*2Jute*r (beliebe mich zu erretten) Ps 39, 14; *YOf*£- 
cdt£tu *^c e^pof^rroY c&&oA : *Y°T € 2 c *£ ne ** € n *T cTpeypnAoA 
(sie befahlen, daB man sie aussticBe) Act 4,15; B. ^igongeix ctotc 
ho^c^um n^Hp^ juuuewy e^pe cuja.no YigK (ich befahl einer witlwe da- 
selbst, dafi sie dich ernahre) 3 Reg 17, 4 ; cy^go epoq euj-rcju^peq-rHiq : 
eyconc e*rAi*rpeq&tUR c^o-fH (bitlend, daB er sich nichl begebe) Act 19,31; 
S. Tticonc **e giuuiq juuuo eTpenui eftoA utoycuiiic (wir bitten dich 
aber, daB du deine schwester verlassest) Z. 397; S. eynpoxpenei 
juuaoq eTpeq&um e-xno^ic (ihn bittend, daB er in die stadt gche) 
Z. 282 ; S. ^qiyAH'A crpc n^&uuttuit Ao £jut nn (er bat, daB die 
dainonen von diesem wichen) Z. 309 ; S. & it^rreAoc ojewxe juih Auit 
crpeqei eftoA £n co**oai* (die engel redeten mil Lot, daB er aus Sodom 
kame) Z. 309; B. *q?toc e-^poY^ui itn&iRC^uiOYni it*£p*Y (er sagte, 
daB sie diese and era bei ihnen lieBen) Mc 8, 7 ; S. xinpnaiAT juumoof 
cxpeyei ia>poi (hindere sie nicht zu mir zu kommen) Mt 19, 4; ahnlich 
nach einem nominalsatze : S. n&pooYuj THpq ne e*Tp&*rui&£ jutnno*)fxe 
(meine ganze sorge ist Gott zu bitten) Z. 304. 

Haufig steht e-epe : e*rpe nach unpersonlichen verben, z. b. S. 
£Mic cxpe hAi^c « (es ist nothwendig, daB Elias komme) Mt 17, 20 ; S. 
£onc e'rpe nujHpe xinpuixie upi n^ice (des menschen sohn muB die 
schmerzen leiden) Luc 9, 22 ; S. £&nc epon ne e-rpeitaoi^trr* eimof**^ 
(wir miissen vor Gott erscheinen) Z. 290; S. &iuo«rh i**p e-rpe ite- 
cR&irat&Aoit ci (es ist nothwendig, daB die argernisse kommen) Mt 18, 7; 
S. ujuje epoi e*rp«^£*riu eoy (es geziemt mir, auf was zu achten?) 



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DER 1NF1NITIV. 295 

Z. 298 ; B. juih n^c^H *>it e^pe iu^c <4\ iui*ijur*y£ ( war es nicht be- 
slimnit, daB Christus dicse schmerzen leiden sollte) Luc 2i, 26; S. enc 
cto n^i e~rp&?&e o'fuj&'&e epoR (ist mir erlaubt ein wort zu dir zu 
sagen?) Act 21, 37, B. new nee *it &»pe nipuuuti tgtuni Juuu.&Y&*rq (es 
ist nicht gut, daB der mensch allein sei) Gen 2,48; S. cjulor£ e*rpe 
npjuuuL&o AuiR e^o^n (es ist schwer, daB die reichen eingehen) Mt 4 9, 23; 
S. cjuurrn e^rpe tiic juih tir&£ n&p&Y<e itgofo crpe ofujuA^ ge eftoA 
gjut nnojuoc (es ist leichter, daB himmel und erde vergehen als daB ein 
zug im gesetz ausfalle) Luc 16, 17; &qgurni e-epeqAiof imlc iu^hri : 
&cu}iune €"rpe n^HRe xioy (es geschah, daB der arme starb) Luc 16, 22 ; 
S. eweujeune €*rpeYcuioY£ n^t tiey^ip^Qvan (es geschah, daB ihre haupter 
sich versammelten) Act 4,5; M. gn itei oy^T^ojut ne eTpe n$^ -xe^A 
(in diesem ist es unmoglich, daB Gott liigen spreche) Hebr 6, 4 8 ; Shnlich S. 
fetiton **e gcuum jutnoip e-rpenujine (wir aber selbst, fern sei es, daB 
wir fragen). 

Der causative infinitiv beruhrt sich einerseits mit dera einfachen infi- 464. 
nitiv und andrerseits rait dem conjunctiv. Er steht nicht mit nothwendig- 
keit und wechselt mit dem einfachen infinitive, wenn er sich auf das 
subject oder object des hauptsatzes bezieht ; der causative, persbnliche 
intinitiv ist in diesem falle der nachdriicklichcre und deutlichere, und na- 
mentlich bei verben, die passivisch gebraucht werden, nothwendig. Z. b. 
ir^of^fcc^giu *n nc£jjui e^cAui of^c eepecepsurx enec£&i &AA&. 
e^pecujomi J6cit oyxie rpcjup^iS : n'H'itA. (?) **c *it nc^iJiie ctc&ui 
oy^c epotoeic enec£&i &AA&, eirpecujume gn OYJU.irTpAip&uj (ich be- 
fehle dem weibe nicht zu lehren und ihren gatten zu beherrschen, son- 
dern daB sie in sanftmuth sei) 4 Tim 2, 12 ; r&*t&. $pH^ e*re c^h iuii- 
poijuti e^oy%xoy hoYcon : k*t*» &e ctrh egjp&i niuptiuuu exxoy 
Ho-fccm : r&t&. -»h £trh c^Ahi niteAuuui ejuo-f nofcon (wie es den 
menschen bestimmt ist, einmal zu sterben) Hebr 9, 27 ; B. juioi nmoy 
eepoYOT" 11131 fe ie b innen zu essen) Luc 9, 3 — aber irrcir^ muoy 
eoTUixi Mc 6, 37 ; B. ewRoyaiig ecefrre nm^cx^ n * R n ^ ran coYOA&q 
(wo willst du das pascha bereiten um es zu essen?) Mt 26, 17 — ist we- 
niger deutlich als S. eROfuxu} e^rpencoWe Ainnewcx* K * K tiuii eofOAiq 
ib, ; B. ^y^iiOAi^ it*q o*fO£ AineqoYUiuj e^itOAi^ n*q (sie trOsteten 
ihn und er wollte nicht, daB sie ihn trosteten) Gen 37, 35 — ist wenig 
correct gesagt fur cepoy^itojurj it*q. Der einfache infinitiv nach vorauf- 
gegangenen causativen ist gleichfalls undeutlich, z. b. B. eqepiRi niteitgHT 
e^pemuLOuji gi neqxiujiT THpof nejut e&pe£ eneqeirroAfi -rHpo^ (er 
wird unsere herzen beugen, daB wir auf alien seincn wegen gehen und 
alle seine gebote halten) 3 Reg 8, 58 ; 1 Par 15, 2. 

Wie einige regierende verba bald it, bald e vor dem infinitive wahlen, 466. 
so schwanken sic auch zwischen dem conjunctiv und dem causativen in- 



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296 XXXIV. CAPITEL. 

finiliv. Im allgemeinen bevorzugt der boh. dialect irxc, der sab. e*rpc, 
z. b. B. itnepxP 1 * *w e^pe o*f^> igeiiR (du hast nicht nbthig, dafi 
dich einer frage) Joh 16, 30, — mit der variante irre of*J ujchk; *re- 
Tcnofraig ht^^oi iturren eftoA junoypo ht£ iuioy^«J : TC'rnoYtugJ 
e-rp^Riu turrit eftoA xinppo itnioy^AJ (ihr wollt, dafi icheuch den 
konig der Juden herausgebej Mc 4 5, 9 ; ^qoy^^c^^iu ncegi nipouui 
c&&oA : &qo*fe£c&£ite e*rpe it^nocxoAoc cpnAoA juuiu.*. (er befahl 
die manner hinauszuwerfen) Act 5, 34 ; ^it^iut f^p irrofi w«e iu- 
cit&ivat&Aoif : \n&rKH t«*p cxpc necK&ira&Aoit €i (es ist nothwendig, 
dafi die iirgernisse kommen) Mt 18, 7; fcurj' ne trrec&uiK eftoA nxc 
^p*$H : ite £&nc nc erpe *ret*p*$H koik eftoA (die schrift mufi er- 
fiillt werden) Act 1,16 — mit der variante irrc auch im S. (Pan. 103). 
Mehrere auf einander folgende causative infinitive werden passend durch 
den conjunctly abgelost, wie B. ^qx*^ ^ €!l nm*p* # *JCOc e-epeqcp^uift 
ofO£ irreq^pe^ epoq Gen 2, 15; vergl. § 447, g; im sah. dialecte auch 
mit wechselndem subjecte, vgl. § 445. 

466. Der infinitiv steht selten nach andern priipositionen, am hiiu- 
figsten nach itcV (nach), z. b. B. e^Riu^ nc* c**i (suchend zu reden) 
Mt 12, 46; S. &qu)iitc nc* cuitju enujewxe (er su elite das wort zu 
horen) Act 13, 7; S. equjine nc* jutooyxq (ihn zu tbdten suchend) Ps 
37, 32; B. ofO£ n*Y KU|, V n€ nc * €ltc J c^OY 11 o*fO£ € X* wC l *uteqA*»o 
(und sie suchten ihn hineinzufiihren und vor ihn zu stellen) Luc 5, 18 — 
wo auch nc* im zweiten gliedc durch e abgelost wird. Ebenso steht der 
causative infinitiv nach jueuenc* : jt&nnc*, z. b. S. jumnc* *rpe TeefC!* 
*oir eftoA (nachdem das opfer vollendet war) Fragm. 427; A&enenc* 
^peqoyiu nxe muj^op rep : jumnc* -xpe nciy*rop*rp Ao (nachdem die 
unruhe aufgehbrt hatte) Act 20, 1 ; Jt&enenc* -epiige cxx&y : jumnc* 
Tp*ftuiK cjui«.y (nachdem ich dort hingegangen war) Act 19, 21 ; B. 
Aienenc* epeqep&eAAo (nachdem er ein greis geworden ist) Joh 3, 4. 
Nach andern priipositionen kommt der infinitiv nur vereinzelt vor, z. b 
B. MiJ'nc eju*ie oyon (ohne jemanden zu rechtfertigen) 1 Tim 5, 24 ; 
S. Gott schuf die hunde ctAc poeic (zum wachen) und die katzen cr&e 
©fui^ii ngennein (zur vertilgung der mause) Z. 431 ; S. miti *rpe- 
T€TiippjutiioYT€ ^Te-Tnp^TnoyTC (statt fromm zu sein, waret ihr gott- 
los) Ming 126; ebenso nach ofeiyen : o^eig it (ohne). 

467. Jeden infinitiv kann der bestimmte artikel masc. gen. zu cinem no men 
actionis machen (nach § 167); der boh. dialect gebraucht in diesem falle 
den artikel n, $ (§ 227) und nur in einzelnen fallen das demonstrative 
iii. So stehen in abstracter bedeutung : ntun& : naiit£ (das leben) , B. 
nexii (das wissen), S. m&e (der durst), n*uj*i (die menge), B. $n*£j 
(der glaube) , hriut (der bau) , ncuiivi (die schopfung) , itt*ko (das ver- 



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DER INFINITIV. 297 

derben), mg'po : ne^po (der sieg), S. iip* (das handeln) Z. 580, B. 
h^ai*^ (die eintracht) 2 Cor 6, 15; mm n-xe ni^ nofci eftoA (das 
haus der siindenvergebung) 1 Par 28, 11 ; neqAio^ (seine fiille) 16, 32; 
neR*xtu&£ (dein bitten), ireRejurrojuL (deine ruhc), u. s. w. So be- 
gegnen wir dem bestinimten artikel auch vor solcben infinitiven, welehe 
als accusative von verben abhangen, z. b. S. ruxi ne npuiAie e^rofctg 
num£ (wer ist der raensch, der leben will?) Ps 33,13; und immer in 
der verbindung B. epnRe (auch thun) nach § 271. Da auch der 
unbestimmte artikel generische bedeutung hat, so tritt auch er vor den 
infinitiv, z. b. oy^ (ooai<;) Phil 4,15; oye^Kuj&i itejut ofccafti (ver- 
spottung und scherz) Ps 43, 14; u. ii. Der infinitiv mit oy ist be- 
sonders in adverbialen redensarten mit *5eit am platze, wie s6en oy- 
coioy-ren : gn OYcooyxn (in gradheil) u. s. w. Selbst im plural konnen 
infinitive stehen, z. b. B. njj&uiTeft (oi Tpaofxartai) Jes 34, 3. Jer 28, 49; 
£*,iu6urre& Jer 28, 4 ; ito*)fj6arr£& Jes 34, 3; £*vit;6oA;6eA (a^pa-pa) Act 
7, 42; mjutof irre ni£RO (die vom hunger gestorbenen) Thr 4, 9; £*.it- 
n*d (o?XTtp[xo() 3 Reg 8, 50; neqguin (seine befehle) 3 Reg 8, 58; hcr- 
o^^^iti (deine befehle) u. s. w. Einige infinitive haben eine durch- 
aus concrete bedeutung angenommen, z. b. njofurrefii eftoA (b uitoixo;) 
Jer 20, 3; lucurrn (die auserwahltcri) Jes 40, 30 u. ahnl. curm (eig. 
wahl, dann ausgewahlt) ist ganzlich zu einem adjectiv geworden. 

Der infinitiv mit dem artikel kann auch im stat. constr. stehen und *68. 
unmittelbar ein object anknupfen, z. b. B. ncoyen $^ (das erkennen 
Gottes) 2 Petr 1, 2; B. ncoyen *r*^oi\ nuut (die erkenntniB alles guten) 
Philem 6 ; B. ^xienpe nenujc^Hp jumeKpH^ (das lieben deines nachsten 
wie dich) Rom 13, 10; S. rautepe neTncpny (das lieben eurer nachsten) 
13, 8; S. irrJUK* A*^y n*n (das nichts uns lassen) Z. 303; u. ahnl. 
Hiiufigcr hat der stat. constr. solcher verba den artikel, welehe ihr object 
ohne den artikel ankniipfen, wie z. b. B. nigefcie-fce^cc (avTifxiaO(a) Rom 
■I, 27; mceAine-nojmoc (vou,o&saia) 9, 4; nec^cofo ' ne£CR*ja (die ge- 
treide-, schilfernte) u. s. w. Derartige infinitive sind durch die annexion 
zu nomina composita geworden wie die eigentlich nominalen (§ 191). 

Desgleichen kann der infinitiv im stat. abs. mit dem artikel ein object 
durch die proposition anknupfen, z. b. B. n&ddULOtu irrcrr (mein halten 
meiner hand, 6irou,ov^) Ps 61, 5; B. qctuoyn n«e not: enogout mu*ce- 
Ahc e&oA s&en mmp^CAioc nio-xi **e en^pe^ epuioy engooy juui£*n 
eepKoAv7in juuunuof (der Herr weifl die gottlosen aus den versuchungen 
zu erretten und sie fiir den tag des gerichts zu bewahren um sie zu 
zuchtigen) 2 Petr 2, 9; S. m&ice aijuloi (das mich erheben) Z. 304; 
u. ahnl. 

Auch kann der infinitiv ein pronominales object als suffix anknupfen, 



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298 



XXXIV. CAPITEL. 



z. b. B. &YOY&&UJ cnocj6o*r (sie sind weifl geworden urn sie zu ernlen) 
Joh 4, 35; B. eyeiyuini r*>r €$070*107 (sie werden dir sein um sie 
zu essen) Gen 6, 21 ; Ps 43, 12; B. uh e-ripi jut^jutcyi nneqeirroAH 
cne.i-xoY (die, welche seiner gebote gedcnken, sie zu thun) Ps 102,18; 
B. cfn^cnq cncongq (ihn zu fesseln hinfiihren wollend) Prov 7, 22; S. 
eniioocT (zu meiner bestattung) Mt 26, 12; S. nc&£mcuit (das uns zuriick- 
ziehen) Fragm. 438; und negativ : S. irrjuonK (das dich nicht rechnen) 
Z. 398 — und ahnlich das compositum 'rjum*T-*>"x-onR (die riicksichts- 
losigkeit auf dich) Z. 300. Die sufl*. der J. person sind mitunter das neu- 
trale object eines infmitivs und eng mit ilim verbunden, wie in niTHiq 
c&oA (das es verkaufen, der verkauf) , irro&oy (die vergeltung) ; — vcrgl. 
§ 99. 100. In alien fallen behalt der boh. infinitiv mit dem artikel eine 
Yorwaltend nominate bedeutung. 

469. Auch der causative infinitiv kann durch den bestimmten artikel 
subslantiviert werden, wenigstens im sah. und mittelag. dialect, wie 
irrpAjmo-f (das mich sterben lassen) . Doch ist dies nur in der verbin- 
dung £jut n'rpe iiblich , welche eincn zustandssatz vertritt, z. b. gjm 
irrpe n&s&se ^Aifte juulioi (wenn mich meine feinde zerschmettern) 
Ps 42, 2; gjut irrpeqe^ifte juulioi n<^i n&s&'xe (wenn mich raein feind 
zerschmettert) 41, 10; g*i irxpe *T*Ajr]f3£H un&n JunepRA^r (wenn 
meine seele vergeht, verlaft mich nicht) 70, 9 ; £jm irrpequjAHA (indem 
er betete) Luc 9, 29 — ganz entsprechend dem griechischen iv t<]> rcpos- 
eo^saftai autov ; SM. erre gjut irrp&>aiit£ enre £jut n*rp*JiioY (sits Sia 
Cwr^ etre 8ia Oavatou) Phil 1, 20. 

470. Der boh. dialect driickt den bestimmten infinitiv, sofern er den zu- 
stand der thatigkeit bezeichnet und verbale bedeutung und construction 
hat, durch das derivatum mit XIH aus, welches masc. gen. ist (§ 1 80) . 
Dieser nominate infinitiv wird gewohnlich von der proposition e abhangig 
gcmacht, um den zweck und die absicht zu bezeichnen, z. b. n^-fRui^ 
nc& of Ju.eTJu.e-&pe &*> ihc ensiit&oefteq (sie suchten ein zeugnifl gegen 
Jesus, um ihn zu todten) Mc 14, 55 — fiir das S. crpeyjutooYTrq und 
mit gin*, nce&oefteq Mt 26, 59 gleichbedeutend ; ^cgiofi amiajco^ck 
ex en h^cuijuuw e n-xiitRocT (sie sprengte diese salbe auf meinen leib, 
zu meiner bestattung) Mt 26,12; eeiw^oTfupr nc*. oycojjuu en-xin- 
epeni-oyjuun epoc (wer ein weib ansieht um sie zu begehrcn) Mt 5, 28; 
$*i *.piTq ensincpndjuicyi (dies thut zu meincm ged'achtniB) 1 Cor H, 24; 
xtoi n*q kof^HT ne^ro^on eirain&pe^ eneReirroAH (gieb ihm ein 
gutes herz, um deine gebote zu halten) 1 Par 29, 19; *icofc^ noyxiHig 
cnxittKoiT KoyHi jmneRp«.it e-eof&ft (ich habe vieles vorbereitet, um 
deinem heiligen naiiien ein haus zu bauen) 29,16; e^aju *qcp xi^pH^ 



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DER INPIMTIV. 299 

hoy&i eftoA xtjuon cn'siitcoycif oyne^newneq newt oyne-rguiOY (Adam 
ist wie einer von uns geworden , urn gutes und boses zu kennen) Gen 
3, 2 2. Bisweilen wechselt eratm mit e^pe, z. b. eviciu-rn fuAHJii 
em&iit«£iii JLinewp«,n juuul&y ©T°2. ^cuitii ira^yr*. e^pequjumi n^Hnoy- 
juenoc e&eit n*>A*oc (ich habc Jerusalem gcwahlt um dort meinen namen 
zu lassen und habe David erwahlt, damit er anfuhrer iiber mein volk sei) 
2 Par 6, 6 ; cottcw nTOTOf ituie^itoc eiramcJULOT enenp^n eooyewfc 
oyo^ eopenujoyigoY juuutoit *5ei\ neKCJULOf (errelte uns \on den heiden, 
um zu loben deinen heiligen namen und daft wir uns deines lobes ruhmen) 
\ Par 16, 35. 

Wo dem m&m kcin object folgt oder wo es von andern prapositionen 
abhiingt, ist es einfach abstractes nomcn, z. b. exen neqejuti ncxx neq- 
•xinepoyuj (iiber sein wissen und sein antworten) Luc 2, 17 ; s6cn 
mtincuu} oy&Hq (in meinem rufen zu ihm) Ps 4, 4 ; sSen oyQ&iitoyui^Tcn 
ngoAjrr (in erzguB) 2 Par 4, 3. Jedoch findet sich sSeit ivxm gclegent- 
lich durch den conjunctiv oder durch den causativen infinitiv abgelost, 
z. b. sSen tvxiirr*£iio nT^e oyo^ irre uj-rejut jutoyh^uiof tyuini (in 
dem verstopfen des bimmels und daB kein regen einlritt) 3 Reg 8, 35 — 
oder euprejuepe jmofw^tuoT gjn>ni * e 2 P ar 6, 8. 

Fiir iram tritt nimTe ein, das die suffixa wie der conjunctiv 471. 
irxe annimmt, wenn das verb sein nominales oder pronominales subject 
bei sich hat. iraiirre mit e driickt zweck und absicht aus, z. b. &. 
niTinev oAq enuj&qe eivxiirre iir^i&ftoAoc epnip*7in juuutoq (der gcist 
fiihrte ihn in die wiiste, daB der satan ihn versuchte) Mt 4, 1 — fiir S. 
€-xpeYnip^7€ juuutoq grrAi iv^rJioAoc ; en-xin-xoTfccuTejut (daB sie hbren) 
Jac 3, 3 — fiir S. eTpeyccuTJu. ; eiwtmccxeK nofito&i cftoA (daB sie ihre 
siinden vollenden) \ Thess 2,16 — S. eTpeyotoiR eftoA nifeyno&e ; enim- 
reqin/reAiujuini (ef; to p.7) eivai) 1 Pctr 4, 2. ivxiirxe mit &ei\ driickt 
den umstand aus, z. b.cuiTCJut eT^npoce^f^CH sScn irami-d^uift^ (hbre 
mein gebet, wenn ich flehe) Ps 63, 2 ; j6en nfeiineKUicj6 (wenn du 
erntest) Lev 23,22; j6en nxinTOfr^ceo (als sie zuriickkehrten) Luc 
2, 43. Doch ist der gebrauch des j6cii nim'ic seltener. Ein S. mtin- 
«x*q oder *r<^iirr*q ist ganzlich barbarisch. 

Die praposition j6eit hat gewohnlicher m&m mit dem causativen infi- 472. 
nitive nach sich: sSen n'xiiiope, entsprechend dem S. gjut irrpe ; 
z. b. ttcujarni *5cn iwtiiwpe itiofffft i eftoA *5en iihi (es geschah, als 
die priester aus dem hause giengen) 2 Par 5, 1 1 ; &en mtiiwpe not 
^*co epoq (als der Herr ihn verschonte) Gen 19,16 — wo Lagarde 
ivxiivtc liest ; £>en irameprr&ceo (wenn ich zuriickkehre) Jud 11,31; 
oyog^ &cuj(nni j6eii nxinepeqepnpocey^ec^e (und es geschah, als er 



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300 XXXIV. CAPITEL. 

betete) Luc 9, 29; oyo^ &>cujumi j6eit mtm-epeqcrt (und es geschah, 
als er stiete) Mc 4, 4 ; eek oy ^n&jmouji eiOKeju sSen irxuvapeqge*- 
£UI*tt iwte 11&/2&&KJ (weshalb soil ich betrubt gehen, indem meia feind 
mich bedrangt) Ps 41, 10; oyo^ sSeii iwun^poYcpR^TKT'opm epoq 
xineqepoyui ngAi (und als sie ihn verklagten, antwortete er nichts) Mt 
27, 12. Wahrend *5eit n-xmie mehr eine subjective bedeutung hat, giebt 
das causative *5cit m&m-epe einen object iv ausgesprochenen umstand an. 
Das letztere korarat nur selten nach andern priipositionen vor, wie nach c, 
z. b. x tn ^ €JUt cn^inepeRn^gjmeT (eile mich zu erretten) Ps 30,3, Oder 
mit andern infinitiven : eins bitte ich von Gott, eiraiit*r«tUjuiiu *5en hhj 
junot nniegooy THpo^ h^c h*uiiu6 eiraiit&pm&Y cnoY 110 ^ amicjc 
o*fO£ eoLCjanujitu jutneqep^ei e^oy^ft (daB ich im hause dcs Uerrn 
weile alle tage meines lebens, daB man mich die freude des Herrn schauen 
lasse, und seinen heiligen tempel zu besuchen) Ps 26, 4, — wo im S. 
e'xp*ofui£/ crpMi^Y; c^utnujiitc entsprechen, und wo im B. der variante 
eepin^Y der vorzug zu gebuhren scheint. 

4*3. Dem hebraischen infinitivus absolutus, welcher das hauptverb des- 

selben stammes verstarkt, entspricht in gleicher bedeutung ein adver- 
bialer infinitiv im koptischen. Derselbe wird durch die proposition 
£en : £it (in) mit dem unbestimmten artikel oy gebildet, z. b. j6en 
oyn^f aju^y : £it oyn^Y &m&Y (Jouiv s!8ov, schauend schautc ich) 
Act 7, 34 ; J6eti oyotofig^ *rao*)fig*T eftoA s5«k*TgH xinat : git oy^yno- 
AiotiH *,i^-pioxime eivxoeic (harrend harrte ich des Herrn — ^M^f? ^^J?) 
Ps 39, 2 ; TeTenitAJULoy £eit oyjutOY '• Z n ©T Julo T TeriMdaof (ihr 
werdet des todes sterben) Gen 2, 17 — wie MlttM Mitt; B. *5eit ofuje 
'xenn&ige it*it cniguii (ziehend werden wir hinaufziehen — Mb#5 «ib$) 
Num 13, 30; B. ;6eii oyRHit &ckhii (aufhorend hbrte sie auf) Jer 31, 2; 
B. jSett^ofqi eyeq*.i julucuoy (tragend werden sie sie tragen — KftDS 
55W3^) 10, 5; B. «,qpuuu £eit oypixii eqemg&uji (er weinte ein h Uteres 
weinen) Ml 26, 75; S. */^A*piei git ofito^ nA-piei (sie trauerten in 
groBem trauern) Pap. 59 ; S. git oyei RitHf woicr *it (kommend 
kommst du, indem du nicht saumst) Z. 595 — wo der unterschied des 
activen infinitivs ei und das verbum qualitativum nny ersichtlich ist. 
Dieser adverbiale infinitiv wird auffallend durch das participium, wie im 
griechischen, vertreten, in B. Reiejtitof epeTcnRui^ juumurreit (wendet 
euch, indem ihr euch umdreht, diriorpacp^Ts i7UOTpi<povTe;) Jer 3, 22. 



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DAS PASSIVUM. 301 

XXXV. CAPITEL. 

DAS PASSIVUM. 

Besondere formen fur das passive verb hat das agyptischc nicbt aus- 474. 
gebildet ; hierin oflenbart sieh das nominate wesen der stammc am deut- 
lichsten, daB sie das genus verbi noch nicht unterscheiden, wie es in 
neuern sprachcn ahnlich beim infinitiv der fall ist. Wir sagen : »das 
schreiben des knaben« und meinen scribere, »das schreiben des briefes« 
und meinen scribi; wir konnten sagen: »das todten des manncs« und 
lieBen es unentschieden , ob wir caederc oder cacdi meinen. Einige 
sprachen haben verba , welche zu gleicher zeit sowohl activ als neutral 
gebraucht werden, wie das englische to bow (»beugen« und »sich ver- 
beugen«), to move (»bewegen« und »sich be\vegen«), oder wie unser ver- 
derben (»perdere« und »perdi« oder »perire«). So hat das koptisehe aetivum 
m allgemeinen auch passive bedeutung ; kiai heiBt »>bewegen« und »bewegt 
werden«, &qjuu>£ nicht nur »er fulltc«, sondern auch »er wurde gefiillt«; 
aber im ersten falle fragen wir nach dem object: wen? oder was? und 
in dem andern nach einer nahern bestimmung: wodurch? wovon? Die 
letztere kbnnen wir in der regel eher als die erstere ergiinzen. Daher ist 
das fehlende object das hauptslichlichste merkinal des passiven verbs, 
welches unsere sprache in ahnlicher weise durch das activ mit dem 
reflexivpronomen ersetzen kann ; z. b. B. oyo£ ^hiu &cjulo£ juuiihi ofO£ 
^yAH «tcu.0£ s5cii niuiof i\tc not: (xal £7rA^ae tov otxov r t vecpsXr^, 
xal 7j auXiQ iizlr^br^ tt^ So£t^ xop(oo) Ez 10, 4. An diesem neutro- 
p a s s i v i s c h e n gebrauche nehmen die meisten activen verba lsUimme 
theil 1 ). Ebenso die verba qualitativa, sofern sie von activen stiimmen ab- 
geleitet sind. Einen bestimmteren ausdruck der leidenden verbalform er- 
reicht die koptisehe sprache durch mehrfache umschreibungen mit hulfe 
des rein activen verbs. 

Neutropassivische verba kbnnen , sofern sie veranderlich sind , im 475. 
stat. absol. nicht in alien verbalformen als solche gebraucht werden, na- 
raentlich nicht in den dauerzeiten, dem prasens, imperfect urn und partici- 
pium, welche nach § 349 das qualitativum erheischen. In den praterita 
und futura, im conjunctiv, imperativ und infinitiv dagegen vertreten sie 
das passiv haufig, z. b. ^t^Tui 11 iwtc lupmof THpof o*fO£ mcn*Y£ 
THpof *.yAuiA eftoA : & iipo **e -rnpof Ofinn nTcynof ^fni 
A&Aippe Rofoit iiiAi &t&uiA e&oA (es wurden alle thiiren gebflnet, 



i) Fr. RCckert hat der passi\lehrc seine ganze aufmcrksauikeit zugewandt; 
or nennt die passivisch gebrauchtcn verba zutreflend neulro-passiva . 



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302 XXXV. CAPITEL. 

oflneten sich, und alle fesseln wurden gelost, losten sicli) Act 16, 26; B. 
^qoLtuK e&oA iwtc nicnoy (die zeit ist vollendet wordcn) Mc 1,15; 
feq'suiK eftoA ivxc ^>k €*T*q*oq eftoA grrcrrq tucpcjaj^c : ^qotuxK 
e&oA ikJ'i neirr^yotooq grrn lepHJuu^c (es ist vollendet worden, was 
er sprach , was gesagt worden ist durch Jeremias) Mt 2, 17; s5cit $&i 
^cmih -atom eftoA : £jut n*i *c&uxk eftoA n^i t^wh (hierdurch ist 
die Hebe vollendet worden) 1 Joh 4, 17; B. n&j coiucxujr eftoA j6eit 
no^CHOY (dies wird vollendet werden in seiner zeit) Luc 1,20; £iha. 
irreq?&uiK e&oA : xck^c eqeo&uiR eAoA (damit vollendet wiirde) Mt 
2, 15; B. eujuni &yai&iracuR e&oA nxe nojo itpoju.ni (wann vollendet 
werden die tausend jahre) Apoc. 20, 3; B. &*f!9 IIXC J n<2Le ^ w wiftcit 
(alle stadte sind verwiistet worden) Jes 24,10; B. qn*Jiio£ eftoA *5eit 
o-piii*. cqoy^& (er wird vom heiligen geiste erfullt werden, izkr^br^oeTai) 
Luc 1,15; eT&qaiAic iwte ihc : n*Tcpeq&«kirii7£ (als Jesus getaufl 
wurde) Mt 3, 16; S. miok ncrpxp^^ nA*n*ri7e e&oA ^itootr (ich 
bedarf von dir getauft zu werden, (3aircia&T|Vat) 3, 14, fur das B. mior 
e-rcp^P 1 ^ it^iowutc cftoA jitotk ; ^qofuin^ epuio-f : *qoY«»it£ epoof 
(er ollenbarte sich ihnen) Luc 24, 35; B. efe^aipK ? e-xen £ (sie 
werden getrennt sein, 3 von 2) Luc 12, 52; B. &q$uiit£ (er ist ver- 
kehrt, ^iarpairrat) Tit 3, 1 1 ; S. Ainiratu^JUL (wir sind nicht unrein ge- 
worden) Z. 346; B. ;6en oygjuto-r **re*Teitno£ejut (durch gnade 
seid ihr errettet) Eph 2, 5 ; gin*, irrc iurocjuloc itogeju eftoA gj*TO*rq 
(dafl die welt durch ihn errettet werde) Joh 3,17; B. julk -rep^jci 
(wirst du er lionet werden?) Mt 11, 23; B. ^qjuiaji (er ist geschlagen 
worden, iirA^rj) Apoc. 8,12; B. ^qujoop-rep cxen nic&o&i (er war 
beunruhigt uber das wort) Luc 1, 29; t/jHy^P^P ofO£ ^Tr* 13131 : 
&TU)Top*rp ^T RIiUl ( sie wurden beunruhigt und bewegt) Ps 47, 6; B. 
jm**TOY&o (werde rein) Mt 8, 3 ; qn&*r&Ro (er wird verderben) Ps 
1, 6; S. nceit&cm^re *n itofcon juuutit oypuiAie n&curre (sie wer- 
den einen bruder nicht loskaufen, kein uiensch wird losgekauft werden — 
aosAcpo; ou XotpooTai, XoTpaJaetat avftpa)iro<; ;) Ps 48, 8 — wo der boh. 
text so schreibt: ofcon sSeti <$h ^Teqcui^ iu6H*rq *vqn*cuj*V ns5H*rq 
ivxe OYpuiJuii (wodurch ein bruder erlost wird, wird dadurch ein mensch. 
ertost?); S. &piRe eii£HRe (beuge dich dem armen) Nic. 1, 54. 

Unveranderliche verba konnen auch in den dauerzeiten passivisch oder 
neutral verwandt werden, z. b. B. lu^Aof **e &q&i&i ofog. it*q*Jut*£i 
*5€it nmn^ (der knabe wuchs aber und erstarkte im geiste) Luc 1, 80; 
S. ^eAifce (&X(pou.ai) Ps 30, 10. 

Viele verba von stark activer bedeulung, sow oh I unter den verander- 
lichen als unter den unveranderlichen, werden nie passivisch gebraucht — 
namentlicli nicht ^ (geben) , <^i : -xi (nehmen) , £i (werfen) , ipi : eipe 
(raachen), iiu : eiite (fuhren), cim : cine (ubergehen), julici : jutice (ge- 



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DAS PASSIVUM. 303 

baren) , kia&i : ^me (finden) , c6«a : cg&i (schreiben) , ami : euute (wissen) , 
am (z'ahlen) , ujuin (empfangen) , ofuxjut (essen) , roit (bauen) , ^ui : rui 
(lassen), *cu (sagen), guic (loben), c&/xi : iga^e (reden), iwf (sehen), 
Aiei : jute (lieben), aioc^ : jutocre (hassen), cuxofit : coo-p* (kennen), 
oyuipit (schicken), gnrreft : gtuTfc (tbdten), curreju : ccutajl (horen) u. 
dergl. mekr. 

Die veranderiichen verba activer bedeutung driicken das passiv der 476. 
dauerzeiten, des prasens, imperfects und particips, durch die qualitativ- 
form aus (§ 348). Man sagt &qju.o£ (er ist gefiillt worden}, aber 
qjue^ : qjuiK^ (er ist gefiillt, voll) ; ^qofuin (er. wurde geoffnet), aber 
qoyHii^ (er ist geoffnet); «tiujeop*rep : *iiyrop*ip (ieh wurde beun- 
ruhigt) , aber ^ujeep-ruip : ^uj*Tp*raip (icb werde bcunruhigt) ; ^eoLgant 
(ich werde bedrangt) Ps 30,10; ccj6ho*ft : qcHg (es steht geschrieben, 
yifpaKtai) Mt 4, 6. Daher haben alle participia von veranderiichen verben 
in der form des qualitativs passive bedeutung, wie ceoyHtt, cqofHn, 
ecofHn, efOTfHn (geoffnet), eq-xHK eftoA (vollendet), cqftiiA eftoA (auf- 
gelost) , eqjueg : eqaiHg (gefiillt) , eqco-xn (ausgewahlt) , eq^oci : eqxoce 
(erhoht), eq^rof^Hoyr : eqiMH-f (gereinigt) u. s. w. 

Umschreibend bezeichnet das koptische den unterschied des verbalen 477. 
genus durch composition des verbs mit ^ (geben) fiir das activ und 
<4i : 7Li (nehmen) fiir das passiv. So sagt man ^ofaiim (licht geben, 
erleuchten) und ^io^iumi (licht nehmen, beleuchtet werden) ; ^c&ai (lehre 
geben, lehren) und tf'icAiu (lehre nehmen, lernen); ^auof (loben), aber 
^icjuoy (gepriesen werden); ^uijulc (taufen), c^iuiajlc (getauft werden); 
^tgim (beschiimen), ^lujrni (beschamt werden); ^-ujuiuj (verachten) , 
g'lujuiuj (verachtet werden) ; ^j6ici (qualen) , d'l&ici (gequalt werden) ; 
*tg*n (richten), d'ig&n (gerichtet werden) u. a. Das verb <^i wird in 
einigen fallen durch ep (thun) oder ujen (empfangen) vertreten ; man 
sagt fiir d'ljuLR&g (betrubt werden) auch epiiK^g und ujeiuutR&g; cbenso 
ujen^ici (leiden) u. dergl. mehr. 

Umschreibung des passivs durch die 3. person pluralis des activs 478. 
ist zwar in alien sprachen moglich und ublich, wie wenn man im latei- 
nischen sagt »dtctinf« oder »ferunt« fiir dicitur, fcrtur oder auch im 
deutschen »$ie sagen« fiir vman sagt a — in welchen fallen das allgemeine 
subject »die leute« leicht erganzt wird. Aber im koptischen ist dieser 
ausdruck des passivs sehr gewohnlich, und selbst nothwendig, wenn die 
andern mittel des passivausdrucks versagen. Das subject des passivs wird 
dann das object, z. b. B. ^f\ fum&mtKc (Johannes wurde iibergeben, 
7raps8o&7j) Mt 4, 12; s5cn *t&if&c*r&.cic r*p oy^e juui&'fd'i oy^c 
*xn*y&i*Toy : £p«tj n*p gn *t*u*ct*cic oy^c juteyxicgijute oy^e 



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304 XXXV. CAPITEL. 

jutef^Aiooc jutn £*i (denn in der auferstehung werden sie weder freien, 
noch gefreit werden, ixY<xu.(Covrai) Mt 22, 30; B. *Tf£rr iicuik (auf dich 
wurde ich geworfen, iitt as litsfyiyrp) Ps 21,11; B. neoc **e cy%w 
juuutoc (aur^ 8s aYOjiivTj) Gen 24, 25; &iujanii cyepjm^CTrc^oiti juuuloi : 
&iujume €Yim^cTK«oY juuuloi (J^vou/r^v fiSjj.aoTiyu>uivos) Ps 72, 14; B. 
gar^ ne n-xoy^cc nig h pi jn^ptujui (o<Jm>&7]vai 8sT tov ulov too av- 
OpuMrou) Joh 3, 4 ; B. tt^OK eycjaofV epoK (ao xkrfir^) 1, 43; B. 
*>y&&%c*x tircihc (£xAt^&7j xal o I.) 2, 2 ; B. $h e*re uj&YOY«t£jULeq 
(was verdollmetscht wird) 1,39; B. ceitfe^g&n epoq (er wird gerichtet 
w r erden) 3, 18; B. ft/fctirrexi. eneirrtiiftg (dein gebet isl erhort worden, 
s?;7jX003&7)) Luc 1,13; B. hh CT^ytfo'xi ncvaoy (ot 5s8io>y pivot) Mt 
5, 10; B. mt eT*Y" r * T lU0 T (°^ aTCSoraXuivot) Apoc 5, 6 ; S. oy 
ne irT-^YTrejmioq n*roq on ifc^royit&^r^juiioq (was gemacht worden ist, 
das wird wieder gemacht werden) Eccles 1,9; S. ne*repe oy*> pnofte 
n^HTOf cyko^^7€ juuutoq £P&i n^Hioy (wodurch einer siindigt, da- 
durch wird er gestraft) Sap. ; B. tin e*xoYN*£o^ftoT (jjlsMovtsc owro- 
XTStvsoftai) Apoc 6,12; B. iih €T*Y con £°T (°* 8e8euivoi) 9, 14; 
*Y£o^fteq ' ^ygOTAcq (er ist getodtel worden) Act 5, 36. Eigenthiimlich 
nimmt sich diese passivumschreibung bei julici : jutice (gebaren) u. a. aus, 
z. b. B. noic oyon ujsoxi irxoYJutec oypuuiii :wie kann ein niensch 
geboren werden?) Joh 3, 4; $h e*r&TAft.&cq : £n*r*yxnoq (welcher ge- 
boren worden ist) Mt 2, 2 ; und noch seltsamer in B. xin&~TOYep&oiu 
juuuLoq &en enexi (che er im mutterleibe empfangen wurde, rpo too 
aoXXrjCpOfjVat autov) Luc 9, 22. 

479. Das nomen, welchem die im passiv ausgedruckte handlung zuge- 

schrieben wird, kann, wenn es ein plural ist, als subject durch n«e : ntf'i 
oder sonst durch eftoA gi^en : eftoA £i*ri\, auch bios gi*ren : £rxn 
(durch) angekniipfl werden; z. b. ^crafei juumoq nxe iuaa&voc : 
^ycwAe juumoq e&oA grrn juum&roc (er wurde durch die magier be- 
trogen, dvs7ra(/&7j uito tcdv [xaycov) Mt 2, 16; B. ninojutoc ^yrHiq e&oA 
grren xmi-fcnc (das gesetz ist durch Moses gegeben worden. ISoO/j) Joh 
1, 17; B. oypuuui €^Y°T P nc l e ^o^ grrcn $^ (ein mensch von Gott 
gesandt, a7rsaTaXuivo;) 1,6; B. ofK&u} e^Kum epoq eftoA grren oy^hoy 
(ein rohr, welches durch einen wind bewegt wird) Luc 7,24 = oyk&uj cpc 
nenof KiAi epoq Mt 11,7; S. &*f * r *!9 eoei &!J xxnuj^xe xinnoY^e efeoA 
gi*rxi n^yAoc (das wort Gottes wurde von Paulus gepredigt, xanf)YT^ T j) 
Act 17,13; S. ^yotiTq egp&i e-reptuuLoc eftoA jnn nenn& (er wurde 
vom geiste in die wiiste gefiihrt) Mt 4, 1 — wofiir das B. & nmn& oAq 
hat ; S. nem^f^ooq jnn iepKJuu&c (w r as gesagt wurde von Jeremias) 
Mt 2, 17. 27, 9. Wollte man diese ausdrucksweise wbrtlich verstehen, so 
wiirde sie oft recht ungeschickt und steif erscheinen. wie wenn es heifit: 



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DAS SUBJECT. 305 

irToyujoigq cAoA ^rrOToy niunpecAfTepoc : nceTC*roq eAoA grrn 
nenpecAyrepoc (dafi sie ibn verachteten durcli die iiltesten) Mc 8, 31 — 
wofiir rrroyujoujq ivxe mnpecAyTepoc (daB ihn die iiltesten verach- 
teten) Luc 9, 22 verstandiger klingt ; ahnlich B. irroTpoAq grreit g&tt&t*- 
reAoc eneitq tifeAp&.«jut : ncexi-rq eAoA grrit R^ureAoc eno^nq it^.- 
Ap&.£«ju (daB ihn die engel in Abrahams schoB brachten) Luc 16,22; 
junecujxeArxoju e^poyep^e^pi epoc e&oA ^iTen £<Vi (sie konnte durch 
niemanden geheilt werden) Luc 8, 43. Selten steht fur giTeti viehnehr 
nTen (von seiten), wie in B. gtufii m&en ^ythitoy hhi irreit n^iaiT 
(alle dinge sind rair von raeinem vater gegeben) Luc 10, 22. 

Einige male begegnet man im boh. bibeltexte dem sing. *q fiir ^y 
in passivischen wendungen, wie in <£h crfeqo&oq efto<V grroTq iticpc- 
jui^c (was gesagt worden ist) Mt 2, 17. 4, 14. Hier liegt keine verderbte 
lesart vor, sondern das stillschweigend erganzte subject zu evq-xoq (er 
hat gesprochen) ist Gott. 



XXXVI. CAPITEL. 
DAS SUBJECT. 



Das subject, woranter wir in der koptischen grammatik das unab- 430. 
hangige nomen oder pronomen mit seinen attributen verstehen, bat seine 
stelle an der spitze des einfachen satzes, sowohl des nominalsatzes, z. b. 
<^ewi nc TUvujHpi : n&i nc n&ujnpe (dieser ist mein sohn) Mt 3,47; als 
des conjugationslosen verbalsatzes, z. b. S. iraoeic aut*jut*^*r (der Herr 
ist gesegnet) Ps 30, 22; nac ruviyeti nreAUU : iraoeic nwtiie ir*jR*iioc 
(der Herr wird den gerechten priifen) 10, 3 ; S. n&AAe m^y eAoA ikJ'a.Ac 
Aioocge ncrcoA^ tMo ii*<V cuttjul neAino ujewx-e (die blinden sehen, 
die lahmen gehen, die aussatzigen werden rein, die tauben horen, die 
stummen reden) Z. 522. Durch die stellung allein wird hier das subject 
kenntlich ; mitunter wird es durch die partikel ic : eic (sieh) eingefuhrt, 
z. b. S. eic neRujHpe iuich^ tiny aj^poK (sieh! dein sohn Joseph kommt 
zu dir) Gen 48,2; — haufiger noch durch o^cm : oyn und juuuloit : 
juuun (§ 368). Ebenso treten die verbalen regentia vor das subject: B. a. 
juoiTfCHc c6aj eefurxq (Moses hat iiber ihn geschrieben) Joh 1, 46; S. 
cpe ncq^poitoc git *rae (es ist sein thron im himmelj Ps 10, 4. 

Das subject der nominalverba (§ 308) folgt denselben, wenn sie 4gj # 
im stat. constr. stehen, z. b. ne&e itfe-e*.it&.HA n&q (Nathanael sagte zu 
ihm) Joh 1,47; neae ^ju^y (die mutter sagte) 2, 3. Es folgt ihnen selbst, 

Steru, koptische grammatik. 20 



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306 XXXVI. CAPITBL. 

wenn sie zur verstarkung die suffixe haben, z. b. itfeujcuof iu-»XnJric 
irre iu^juhi : itewigoioy ivaAi\J/ic HH^ir^ioc (viel sind die drangsale der 
gerechten) 33, 20 ; B. newujoioy mjufc.c*rn*roc irrc mpeqepnoAi (viel 
sind die geifieln der sunder) 34, 10; ahnlich S. TAitrr^ra^oc ere oyn- 
T*.qc nnoYre ego^n epoq (die giite, welche Gott gegen ihn hat) 
Z. 322. Eine ausnahme bildet nexe (§ 482). In diesen satzen steht 
das nomen selten voran, wie in diesem gemiscbten satze: B. nevcitHtvy 
n^nef oyo^ ^nniuj^ ne (meine briider sind gut und grofi) Ps 151, 5. 

482. Das subject des conjugierten satzes ist zunachst das an das prafor- 

mativ gehangte pronomen. Aber auch dem conjugierten verb kann sein 
nominates subject vorangehen, in dem es gleichsam absolut steht, z. b. 
iwponoc junoc *q9C H ^ €n **$ € (^ er mron des Herrn — er ist im 
himmei) Ps 10, 4.; offco^t *ci egpm eo&uiq (furcht — sie kam iiber ihn) 
Luc 4,12. Es komnit selbst vor, dafi das subject von dem conjugierten 
verb losgelost ist, wie in B. <£«ti oyn ne n&p&uji ewq-xum eAo& (aorij 
ouv T] X a P^ *) ^FQ iteicX^pfurai) Joh 3, 2^9. 

Steht das nominale subject des conjugierten satzes nach, so mufi es 
als solches durch die partikel des nominativs note : n<^i ,J*£.\ »namlich« 
(vom hier. ka nennen) bezeichnet werden, z. b. B. qaut^pcaoyT n-xe iiai: 
(gesegnet ist der Herr) Ps 30, 22; qnitoy juenencaii note ofpuijun (es 
k oi n rat nach mir ein mensch) Joh 1 ,30 ; ciihoy **>e note oy©y«oy (es koramt 
eine stunde) 16,25; &.qi note ihc (es kam Jesus) 2,43; ex&qjuoYitK 
note niHpn (als der wein mangelte) 2 , 3 ; jun*~reci ivxe T^o-fttOY (meine 
stunde ist noch nicht gekommen) 2,4 ; itfec&Ki *^e Ai&peq&pe^ epuioy nxe 
ncK^HT (meine worte bewahre dein herz) Prov 3,1; gin*. irroYOTfum^ 
e&oA note neq^Hoyi (daB seine werke offenbar werden) 3, 32. Eine 
ausnahme bildet -acun : toiii mit den prafixen, welches seinen nominativ 
unmittelbar anknupft, z. b. ^q^oin neKitoy^ : eq-riuw neKtioyre (wo 
ist dein Gott?) Ps 41, 4. Dagegen folgt auf das conjugierte ne^e das 
subject mit tree : n<^i, z. b. S. nex&.q ik^i iih (jener sagte) Joh 18, 17; 
B. ne-xtnoY n&q note neqjuu^HTHc (es sagten ihm seine j linger) Mc 
14, 12. 

Durch rcxe : n&i wird auch das im suffix von -epe : *rpe vorausgenora- 
raene subject zu dem causativen infinitive angekniipft, z. b. &.K-»pc>YcpneA- 
^gi i*xe nityHpi irxe lupauui (du liefiest sie alt werden, die kinder der 
menschen) Ps 11, 9. Ebenso kann die erkliirung eines noroinalen suffixes 
am subjecte durch dasselbe angekniipft werden, z. b. B. iih en&pe £»hoy 
9£K epraoY ivxe nipejuin^HJULi (die, auf welche ihre herzen vertrauten 
— namlich die herzen der A^ypter) Jes 20, 5. 

Dagegen kann n kein subject anschlieften ; uneigentlich ist dies 
der fall in B. poy^i eqeujtuni n«c o^P 1 **- 1 oyo^ ujuipn noyeeAHA 



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DAS SUBJECT. 307 

(abends wird weinen stattfiaden und morgens jubeln) Ps29, 6; das it 
wird hier vermuthlich aus einer ellipse zu erklaren sein. n ist ein ebenso 
entschiedenes zeichea des objects, wie n«c das des subjects; eqe&uj&i 
e-»peq*r&.c»o jmneqxiiion (er wird seinen zom vielfach abwenden) Ps 
37, 38 wiirde durch note neqAiiion neutro-passivisch werden. Missbrauch- 
lich fiudet sich sowohl n^i vor einem accusativ (Z. 542), als n vor einem 
nominativ (Z. 346). 

Die apposition eines nomens bleibt in der regel ohne weitere be- 483. 
zeichnung, z. b. B. *qi nxe iui&iuihc mpeq^uwuc (es kam Johannes 
der taufer) Mt 3, 1 ; die wiederholung des nxe ist kaum gestattet in B. 
it&.qgeirr ne irae nin^c^.^ ■"*« iiigw irre mio'pk&.i (es war das 
pascha nahe, das fest der Juden) Joh2, 13; auch -mpcy (alle) duldet 
kein note vor sich, z. b. ^yuiuj eAoA THpoy (sie riefen alle) Act 7, 17. 

Die apposition eines person lichen pronomens wird im B. durch j6a. 
(als) angekniipft, z. b. miok &*» nic&oTpi (ich, der schiiler) Z. 8 ; Mton 
*5a. m^pHCTiA-noc (wir, die Christen) Z. 54 ; k&Aoic A.qepnpo$irreYiit 
eeAeatcnoY tvxe Hc&Jt&c &*> iuujoAi (schon weissagt iiber euch heuchler 
Jesaias) Mc 7, 6 ; oyoi tiurren j6a. itiptdutfeoi (wehe euch reichen!) Luc 
6, 24 ; n-rcn^HnoY &* ni^rioc (von euch, den heiligen) Jud 3 ; — 
&dl unterscheidet hier die apposition vora vocativ. Im S. heiBt es unbe- 
denklich: &.iton ne^pHCTi&noc (wir Christen) Z. 447. 

Ein eigenname als apposition hat dagegen «c (namens) vor sich, 
z. b. $>*>% ie n^yAoc : n*i -xc n^yAoc (dieser mensch, namens Paul us) 
Act 4 9, 26; S. of* xc &n*iu*c (einer namens Ananias); ahnlich B. 
^T°2. ^c^pett neqp*it xe *ccHp xc oYAieep*JUL*o (sie nannte seinen 
namen Asser, d. h. reichthum) Gen 30, 13. 

Eine bezeichnende erscheinung des koptischen satzbaues ist der pro- 484. 
leptische casus absolutus, vermoge dessen jedes nomen und selbslandige 
pronomen in jedem casus die erste stelle des satzes einnehmen kann, 
indem es an seiner syntactischen stelle durch das pronomen suffixum er- 
setzt wird. Das voranstehende nominate subject des conjugierten verbs 
ist eigentlicb eine form dieses absoluten casus (§ 482), aber ebenso h'aufig 
nimmt er die obliquen casus voraus, namentlich den accusativ, z. b. 
B. <|>&i &prrq (dies thutl); B. <£^i <tn**iq (dies werde ich thun) Luc 
4 2, 18 — fur ^-it&fS n&i; B. $*i *^c *pieAAi cpoq (dies aber wisse) 
Luc 4 2, 39 — fur S. ciaic **>e cn«wi; B. *t&jc£iaii «a*i ^ivxexic j6cit 
oynoptu^ (dies weib fanden wir in der unzucht) Job 8, 4 ; B. ^itmuj^ 
eittti ckch^y epmoY (groBeres als dies wirst du sehen) 4, 54 ; B. *non 
t«*p tut eajfeiAieitpiTOY aj^ic^guioy (die, welche ich liebe, tadle iph) 
Apoc 3, 19; S. *T&eipHiut ctc tuii tc ^ ajuuoc hhth (meinen frie- 
den gebe ich euch) Dul. 43; so hat Gott die welt geliebt £uic*rc neq- 

20* 



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308 XXXVI. CAPITBL. 

ujHpi AiA&^Y^^rq irrcqTHiq (dafi er seinen einigen sohn gab) Joh 3 , 1 6 ; 
B. i«e *^e j5cn nmiu*. iu£&hoyi kt£ mcauu& t€T€iu6iutcA juuuoioy 
Te*xenit*.tunj6 (wenn ihr ira geiste die werke des leibes tbdtet, werdet 
ihr leben) Rom 8, 4 3 — fiir S. eupce gjut ncnn* **>e TCxnajutooYT 
nne^Hye juncuuuuv Tcrn^oin^; n&i cq<xoi juuuluioY/ n&i CT^q-xai 
jua&oioy (dies gesagt habend); $aj ^qoYuioj ivxe n^yAoc c-apeqi e&oA 
nexi^q : n*.i a. n*Y^ oc OT^SS c-rpeqci efcoA tuuuui&q (Paulus wollte, 
dafi dieser mil ihm kaine] Act 16,3; B. ^pe-rcnig&nn&Y e^fcpev*ju 
j6ch ^jueTOYpo nTC <£^ neoiTen **>e CY^ioyi AiAiurren cAo& (wenn 
ihr Abraham im reiche Gottes, euch aber hinausgeworfen seht) Luc 
13, 28; — ferner den dativ, z. b. B. oy©2. cn» & oyujHpi ujuim 
n*q (und dem Seth ward ein sohn) Gen 4, 26; B. &noit xineu^ nni 
(inir gabst du nicht) Luc 15, 29; B. &non ncuje n^n &n cj6cu~rc& it^Ai 
(uns ist nicht erlaubt jemanden zu todten) Joh 18,31; — und den 
genitiv, z. b. S. ivxoeic epe neq^ponoc gn *ime (Gottes thron ist 
im himmel) Ps 1 0, 4 ; B. tveurren **>c ne-TCitiuiT (euer vater aber) Luc 
12, 39; S. TX'XTfcuia'e **>€ n*rcc£&coi Tccv^ry^H khju n*p*. o^ooywc 
(die ihr kleid farbt, deren seele ist schwarz ohne einen kittel) Nic. 1, 36. 

486. Eine noch stSrkere hervorhebung eines nomens im salze wird durch 

die abtrennung desselben durch die copula und relative anknupfung des 
letztern erreicht, nicht nur des subjectiven nomens, wie z. b. iuai ncr- 
&qepno&j : niu nc n-r*qpno&c (wer hat gesundigt?) Joh 9, 2; — 
sondern auch des objectiven, z. b. B. <>y nc $aj e^curreu. cpoq 
c^htk (was hore ich uber dich?) Luc 16, 2; B. e**Ki nc^oi juuuoc 
(die wahrheit ist es, welche ich sage) Rom 9, 1 ; B. n*j nc e*Tfc.qQto*roY 
iihi (dies ist's, was er mir gesagt hat) Joh 20, 18; B. oyniuj^ ngo^ tic 
en*YX H n^^c ( sie w aren in grofier furcht) Luc 8, 37. Diese um- 
schreibung eines nominalen casus ist im koptischen sehr gebrauchlich. 

486. Das subject congruiert mit dem predicate im genus und numerus 

und in der person; von den beiden geschlechtern herrscht das mannliche 
vor. Von dieser uberall gultigen regel giebt es auch im koptischen nur 
wenige ausnabmen. Die der feminin- und pluralbildung fahigen adject iva 
bleiben in pradicativer stellung gewohnlich unveranderlich, z. b. n&pc- 
tciioi npcaigc nc (ihr waret frei) Rom 6, 20. 

Coliectiva verlangen in der regel neben dem singular des attributs 
den plural des pradicats , unter andern julhuj : axhhujc (menge) , A&oc, 
?cnc&, ckkAhci&., hi; z. b. B. oy©£ oyjutHcg cqouj cAoA &en ^*»*- 
AiAc*. ncjut cAoA *5cn ^ic-p^c^ ^Y c P*" K0 ^°T ei11 ( un d eme zahlreiche 
menge aus Galilaa und aus Judaa folgte) Mc 3, 7 ; ofO£ *y^£. epoq 
ivxe nuuLHig THpq : &Ycnconiq **>c n^i iuikkujc -xnpq (und es bat 
ihn die ganze menge) Luc 8, 37 ; B. oy©£ iuA*.oc THpq cx^yn^Y 



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DAS SUBJECT. 309 

*ycMxoy e$^ (und das ganze volk, als es sah , lobte Gott) 19, 48: B. 
n^Yepiipocey^xLec^c e^&H~rq g* <£«$• nae ^>crkAhci& (es betete fur ihn 
die kirche zu Gott) Act 12, 5; S. ney^OYO neycooYn *.n ne (ihre mehr- 
zahl wuBte nicht) Act 19,32. Selbst das attribut steht mitunter bei einero 
collectiviscben singular im plural, z. b. oyjutRuj eycgon Ps 30, 14 fur S. 

Die zahlworter liaben als subject ihr priidicat im plural, auch 
vvenn sie mil dem artikel im sing, versehen sind, z. b. ic ? itpuuui 
cckcu^- ncuiK : eic ujOAinr npaune ceugine ncoiK (sieh! drei manner 
such en dich) Act 10, 19; e*rfc.Y ca, * T€JUL ** € n ^ c nine? juuu^^hihc : 
*YcmijUL ^e ng'i tiajlht (es horten aber die zehn jiinger) Ml 20,24; B. 
me ^f^ €I (die f" n f fielen) Apoc 17, 10; n*i? ceauotrT (diese drei stim- 
men uberein) 1 Cor 13,13; ahnlich werden sie im object construiert: B. 
niRC*re&T £ ^q^ajof ££P*T **"Kp<>T ( aucn die zwe * fische theilte er 
unter sie alle) Mc 6,41. 

iti&en : it i jul (alle) bei einem nomen gilt als plural ; demgemafi 
heiBt es : £uifc niften ^yujiuiii e&o<V £i-r<rrq : graft *«&p nuut ^fujaine 
eftoA grrocrrq (alle dingo geschahen durch ihn) Joh 1,3; B. ptn*u m- 
ften £&.nc*JULe-»noyx. ne (alle mcnschen sind lugner) Ps 115, 2 ; oyon 
ni&en cr^Tfi ^evxuii ^ncom ne : oyon nuut enT^yei genpeqoLiofe 
ne (alle, die vor mir kamen, sind rauber) Joh 10, 8; B. n^M niften 
noyn ne (alle dinge sind dein) 1 Par 29, 14; cenHoy £*pon note c^p? 
tu&en (alles fleisch kommt zu dir) Ps 64, 3 ; sogar B. ptnq ho^pon ni&en 
cec*%i (aller mund redet) Jes 9, 17; und mit gleicher construction im ob- 
ject : B. juumon o^pon niften ujani AimacfeKi epuioy (nicht alle nehmen 
dies wort bei sich auf) Mt 1 9, 1 1 . In ahnlicher weise steht der plural 
bei <£o*f*i ^T* 1 (jeder einzelne), z. b. *.Yep£irrc note <£oy&.i ^o-y^i 
juuuttnoy e-xoc : ^y^p^ei n&ooc n^q of*, oy*. (sie liengen. jeder ein- 
zelne von ihnen, zu sagen an) Mt 26, 22. Sonst kann niAen : iuju, wo 
es soviet wie » jeder einzelne « heiBt, als singular gelten, z. b. oyon m- 
&en e-an&.d'dtcq cene^eftioq : oyon nuut e-r-xice juuutoq ceittt-eA&ioq 
(jeder, der sich erhoht, wird erniedrigt werden) Luc 14, 11 ; <£h m&en 
e-r«, newiorr THiq mu qn&i £&poi : oyon nut* eTepe n*eiurx n*.- 
-r*^q n&i qnHy aj*poi (jeder einzelne, den mir mein vater gegeben hat, 
wird zu mir kommen, kommt zu mir) Joh 6, 37. 

Das neutrale subject der unpersonlichen verba wird im kopti- 497. 
schen auf verschiedene weise ausgedriickt. Einige wurzeln sind an und 
fur sich impersonalia ; dahin gehort vor alien cuje : ujuje etnuje (es ge- 
zicmt sich), ncuje evit : netmge &n, noguje &n oder jueajuje (es geziemt 
sich nicht); ferner B. £ui^ und S. £fenc, £onc (es ist nothwendig). welche 
bcide jedoch als nominalstamme auch die copula hinzufiigen konnen : 



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310 XXXVI. CAPITOL. 

£nrt ne : £&nc ne. Dagegen sind S. gin (es geniigi) und B. tutn (es 
geniigt) eigentlich imperative, da gra (sich begniigen) und kkii (aufhoren) 
wie andere verba conjugiert werden; also: B. rhii eiuegoor iucgoo«r 
e*reqn*iu* (es geniigt jedera tage an seine m bosen) Mt 6, 34 ; S. £tu 
ene^ooy eneqg&KYe (es geniigt dem tage an seinen arbeiten) Ming. 
332 ; KHit cpoK en^igjuo-r (du hast genug an dieser gnade, apxsi aoi 
7) X*P l S f 100 ) * ^or 4 2,9; rhh c*p epmnren JUtnicHOf e*T^qcmj (ap- 
xetos *]fap ojitv o irapeX7)Xu&aK XP^ V0< ^) * ^ elr *> 3 - 

Ein nominaler stamm wird zu einera unpersdnlichen satze durch die 
copula erweitert, z. b. oy*t0'ojui ne (es ist unmdglich) Hebr6, 18. 
' rc XP , * k ' rc ( es * sl noln ) una * *n*TOut auch ohne *xc; nenrctge ne : 
ne-recguje ne (es geziemt sich); dem ne (es ist) kann ein infinitiv und 
selbst eine conjunction untergeordnet werden. ihkojui : ^oai (mog- 
lichkeit) verbindct sich mit ofon und juuuoh, also: oyon ojxoai : oyn 
<4o%x, oyn uj^oju. : oy&n &ox\, oy^it aj^Vu. (es ist moglich), juuuon 
uptOAi : juuun d'oAi, jutn d'o&i, juuutit uj^o&i, xin uj^oaji : ejuuuten uj^Vu. 
(es ist unmdglich). 

Das neutrum des conjugierten verbs sowohl als das der nominalverba 
ist das femininum, z. b. n&nec : n&noyc (es ist gut); cjuotch : 
cAio-rn (es ist leicht); ca&ok£ (es ist schwer); cco*rn (es ist besser); 
ctoi : cto (es ist gegcben, erlaubt); cejunujev (es gehort sich), n&cA&nin> 
(es gehorte sich); B. c^h (es ist bestimnit), n^c^H (I6ei) Luc 24, 26; 
B. &ci eoten ncqgHT (es fiel ihm ein) Act 7, 23 ; S. e«i epoi (es passt 
mir), ncxi epoi *n (es passt mir nicht) Z. 391 ; B. dtcp*iuu (es gefiel 
mir) Luc 1,3; *cujuiiu : *cujmne (es geschah) , ecetymni (es wird ge- 
schehen), nnecujomi : nitecujume (es geschehe nicht!); S. qtaoqpe (es 
ist niitzlicb); S. cnpenei (es geziemt sich), S. c&okci c^oki c^oci (es 
scbeint); B. ccpxieAm n*K *n *5*> gAi (es kiimmert dich nichls) u. a. m. 
Auch cuje kann die verbalen prSfixe, wenigstens im abhangigen satze, an- 
nehmen, z. b. Ai&.g*n ^en-annof juuuun juuum-rcn xe &.ccuj£ hoYcguuu 
(urtbeilt unter euch, ob es einem weibe geziemt) 1 Cor 11,13. Das 
griech. c«ecn (es ist erlaubt) wird unverandert in den sah. text aufge- 
nommen. Selten vertritt das masculinum die stelle des verbalen neu- 
trums, wie in q-rojuu : q-roojute epon (es ziemt uns); doch entspricht 
dem boh. ccj6h©y^ (es sleht geschrieben) stets das sah. eqcitg; und fur 
B. eceujumi (es radge geschehen) Ps 40, 4 4 ist im sah. dialect eqcujcune 
gebrauchlich. 

488". Der vocativus (*tJUJt) ist eigentlich nur eine form des casus ab- 

solutus; er wird im koptischen wie schon im altagyptischen und auch 
im hebraischen (tfbE&n rWDin hilf, o konig!) durch den bestimmlen ar- 
tikel kennUich gemacht, z. b. B. <3>peq^cAai (8i8aaxaXe) Joh 8, 4 oder 



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DAS OBJECT. 311 

nipeq^cAin Luc 9, 38; iuujoAi (du heuchler) Mt 7, 4 ; ^cguuu (o weib) 
Joh 2, 3 ; nwurr nifecioc (iratep S^fie) 17, 1 1 ; &i&uje n^K nc**r&n&.c : 
&uik nc^r&n&c (geh, Satan!) Mt 4, 10 ; iu&oir cx-giucy : ngJU£*A juliio- 
itttpoc (du schlechter knecht!) 18, 32; nipuiAU lue^imeoc : npuuie H&.- 
^►Himaaoc (ihr athenischen manner!) Act 17, 21 ; eujAHAoyi e&o<V *xty\ 
nuew^i THpq : nR^ TKpq ^AoyA*i Aiimoyre (aXaXafcate T<j> fts<j> itaaa 
T) •pj) Ps 65, 1 ; B. dwq^uin nend'po ^juloy *c^um tckcoyp* $**.o«f (wo 
ist dein sieg, o tod? wo ist dein stachel, tod?) 1 Cor 15, 55. 

Das griechische <S, welches im koptischen nicht selten angewandt 
wird, verleiht dem vocativ zu anfang des satzes einen pathetiscben aus- 
druck; z. b. B. ui ^puijuu (o mensch) Rom 2, 1 ; S. ui npui&ie Fragm. 
431 ; m ^cguii (o weib!) Joh 8, 10; cu $h e^o^A : in ne*roY**& 
(o heiligerl); ^epe «h c-ajue^ ngjuto-r (ave, du gnadenreiche !); va iu^- 
iioktoc oy©£ e*rocR *5en noygHT : in ^noHTOC *»ym €tuicr gjui 
neygirr (o ihr unverstandigen und tragen herzens!) Luc 24, 25. Doch 
steht vor dem namen Gottes nie ein cu, z. b. it&i iuu $>^ : it* n*i 
nito-jre (erbarme dich meiner, o Gott!); B. s'icjulk ncn: en&.c&/xi (erhore, 
o Herr, meine worte!). Ein koptischer grammatiker erklart dies so, daB 
mil oi der fernerstehcnde angerufen werde, Gott aber dem, der ihn an- 
ruft, nahe sei. 

Der artikel fehlt dem vocativ der eigennamen, z. b. B. oyoi ite 
9£op*7m Mt 1 1, 21 ; Kp^ncre ^JT^'J : ^T^ 1 ^ neKpfc.*ric*roc Act 27,25 ; 
sonst selten, z. b. S. va d'm&oiK enujjuuuo (o die reise in die fremde) 
Mel. 5, 167. 

Es finden sich gelegentlich griechische vocative, wie n^f^ € / $iAm- 
ne ; ew7^piew, feit^m*., kp^tictc -eeoc^iAe, in denen die Kopten den 
schwund der nominativendung *^>yJ! »die mildere aussprache« nennen. 



XXXVII. CAPITEL. 
DAS OBJECT. 



Die ankniipfung eines objects an einen regierenden verba Is ta mm ist 
im koptischen eine zwiefache — entweder eine unmittelbare oder eine 
durch prapositionen vermittelte. Beide forraen zeugen fiir die nominate 
bedeutung, welche dem koptischen verbalstamme zu grunde liegt. Das 
tmmittelbar angekniipfte object, welches wir als accusativ bezeichnen, 
wird als nomen von dem stat. constr. des verbalstainmes regiert (§ 332), 
wahrend es sich als pronomen in der suffigierten form an den stat. 
pronom. hangt (§ 339). Das verb im stat. absol. kann sein object da- 



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312 XXXVII. CAPITEL. 

gcgcn nur durch die prapositionen n und e ankniipfen. Die allgemeinere 
und gewohnlichere form ist der genitiv, d. h. ti vor einem nomen und 
junior \or einem pronomen suffixum. Daneben besteht aber eine be- 
slimmtere objeetsform durch die proposition der richtung e und vor suftixen 
epo*, welche wir den directiv nennen 1 ). Des it, aber ini st. pron. 
it**, oder auch des e epo* bedient sich die sprache zum ausdruck des 
d a t i v s. 

490. Der a c c u s a t i v des nomens, welcher den stat. comtr. des transitiven 

verbs erheischt, muB diesem unmittelbar folgen ; selbsi eine parlikel kann 
sich nicht dazwischen drangeu, z. b. cx^Y^cpe of5CP IIluul ^ e ( a * s s * e 
aber ein feuer anziindeten) Luc 2 2, 55. Aus seinem wesen ergiebt sich, 
daB der accusativ nach unveranderlichen verben unmoglich ist ; ebenso 
unzul'assig ist er nach den dauerzeilen, dem prasens, iniperfectuiu und 
participium. Nacli andern verbalformen ist der accusativ h'aufig, nament- 
licb nach dem perfectum und aorist, z. b. *q?&e n&.i (cr sagle dies); 
*q-&eit ninojuoc e&o'A : *q<xeK nnojuoc e&oA (er vollendete das geselz) 
Rom 13, 8; B. n&ipH^ & <£<t juenpc niKocu.cc (so liebte Gott die welt) 
Joh 3, 16; Juu^pH^ e*rfc. JuajrycKc d'ec ni£oq : K&.-r*. -o^e ivt*, JuuiytHc 
«ec*r iigoq (wie Moses die schlange erhohte) 3, H ; S. &.iAiec*re nfetuit£ 
-rHpq (ich haBte mein gauzes leben) Z. 593 ; ^iceTit-entioY : &ice*rn- 
THYTn (ich erwahlte euch) Joh 6, 70; mnouoc r^p juneq^en gAi 
eAoA : une nnojuoc t^p xck A*^y efeo<V, M. «*k (das gesetz erfiillte 
nichts) Hebr 7, 19; S. irrcpeqceTJUL neypevii (als er ihren namen horte) 
Ming. 165; B. ujevfujen nic*?&i epuioY ( s * e nehmen das wort bei sich 
auf) Luc 8, 13 ; — nach dem futurum, z. b. not itevujen ni^xiHi : iraoeic 
nev'xite n^iK&ioc (der Herr wird den gerechten priifcn) Ps \0, 5; B. epe 
n*^ewi\icTHc j6e-Yj6e*r iijxl* 1 (sic) iiiften (der glaubiger wird alle dinge aus- 
forschen) 108, U ; — nach dem imperativ und optativ, z. b. B. AeA n*i- 
ep$ei eAoA (brich diesen tempel ab) Joh 2, 17; £i nicoi efco<V s6en 
iieK&*A (zieh den balken aus deinem auge) Mt 7, 4; S. K-re neRgo 
ncew&oA nn&.tto&e (vvende dein antlitz von meinen siinden) Ps 50, { \ ; oyen^ 
"rengiH eiraoeic (otFenbare deinen weg dem Herrn) 36, 5; — und nach 
dem inlinitiv, z. b. n^ipH^ r&p ne-TcejuinigA. new it ex en. juc^juhj niAen 



1) Die fruhcrn grammatiker lchren, 'daB der accusativ im koptischon durch 
die prapositionen n und e ausgedruckt werde, wozu noch als drittc form die 
unmittelhare ankntipfung kommt. Diesclben prapositionen it und e gelten dann 
auch als zcichen des dativs, wie it als das des genitivs. Es ist besser sich der 
lateinischen sehulausdriicke iiberhaupt zu enthalten als sie so anzuwendcn. 
Schwartze hat die verwirrung noch vermehrl, indem er n sowohl als e fiir rela- 
tiva erklarte. Auf diesen irrthum ist cine kleine dissertation von C. A. Busch 
bogriindct : Specimen doctrinae de copticae linguae praepositionibus ac particulis, 
Berolini 4859, in der ubrigens nur it behandelt wird. 



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DAS OBJECT. 313 

eAo<V (so gezierat es sich uns alle gerechtigkeit zu erfullen) Mt 3, 15. Die 
noraina, welche suffixa ankniipfen (§ 198), stehen mit vorliebe im accu- 
sativ; man vergleiche B. ^Utot efcoA (ich werde meine hand ab- 
waschen) Ps 25, 6 mit dem S. ^tt&eicu nttM^i^ ; S. ewirrceJie ei*.T e&oA 
(du hast meine einsicht gelehrt) Ming. 214; *q*rc*&e eia^rq eAoA (er 
lehrte ihn) ib. und dergl. mehr. Die verbindungen des oyon : o^pit und 
juuuon : jun mit irre, welche das verb » haben, nicht haben « ausdriicken, 
konnen ihr object gleichfalls im accusativ ankniipfen, namlich oyon mx : 
c^irre — und juuuton irxe — (§ 312) noch im S., wahrend das B. 
schon den genitiv hat ; die schwachen forraen oYon^req : OYirrq, und 
juuuoirreq : juirrq (§ 314) haben in der regel den accusativ, wahrend 
die starken OYon*r*q : ofnT&q, JUuuoirTevq : juttnr^q (§ 313) fiir ge- 
wohnlich den genitiv, im S. aber auch, selbst in gut en texten, den accu- 
sativ haben ; z. b. oyohtwi hoYJucrujc^Hp ncju^q : o<fnT&n Koimn- 
niA. fuuuu&q (wir haben gemeinschaft mit ihm) 1 Joh 1,6; mumon-xen 
nofci xxxx^y : jutrr&n ito&e xxxx^y (wir haben keine siinde) t"6. 8 ; 
kcr^c e-x e-r new og tone eTirrftTn koiiuuhi*. itAJumewit (damit ihr gemein- 
schaft mit uns habt) t'6. 3. 

Ein unbestimmtes nomen steht im accusativ regelmafiig ohne 
artikel (oy, £fc.n : £eit), z. b. B. juuiend'i mm neju&n (wir haben 
nicht brot mit uns genommen) Mt 16, 7; eqgi ^ejmuin eAoA (leufel aus- 
treibend) Luc 9, 49 ; ebenso besonders in solchen verbindungen, welche 
einen einheitlichen begriff bilden, wie t^rtc k&uj (umzingeln) , «e oy*> : 
«i ©y^ (lastern) , en ito&i : en no&e (siinde anrechnen) , ceAiite nojutoc : 
cjutn noAioc (ein gesetz geben), cu.n ^i^^hkh (ein testament aufstellen) 
u. s. w. Vergl. § 238. S. <&ioop ta-dtur (iibersetzen iiber den flufi), 
heifit im B. schon regelmafiig <xiiuop mit der proposition n. 

Einige verba im stat. constr. von allgemeiner bedeutung sind mit ge- 491. 
wissen, in der regel artikellosen accusativen so eng verbunden, dafi sie 
glcichsam composita bilden. Sie verlieren in dieser vereinigung mehr oder 
weniger ihre grundbedeutung und dienen nur zur verbalisierung nominaler 
stamme 1 ). Dergleichen hiilfsverba sind ep : p (machen), ^ (geben), 
<^i : «i (nehmen) , «eju : ^it (finden) , ajen : ign (empfangen) , qi (tragen) , 
90 : k&. (legen), oy*>% : oyc^ (setzen), gi (werfen), eit : it (fiihren). 

6P : P : 6\, hier. ^^ ar, hat als hulfsverb die mannigfaltigste be- 
deutung — 1) machen, thun mit substantiven, z. b. ep&n&uj (einen 
eid leisten) Jac 5, 12, B. epftoiu (schwanger werden), S. p&oA (fliehen) 



1) Ahnlichc zusammcngesetzte verba hat unter andcrn sprachen namentlich 
die persische, z. b. y^jf ^^ (verzug machen, verzogern), q^j^ £*> (vortheil 
Ziehen), y**\l £**& (heilung finden, genesen) u. a. m. 



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314 XXXVII. GAPITEL. 

neben pn&oA (entgehen, iibergeben) , peiep&oone (beneiden, ein boses auge 
niachen), epje&ujurx : peienujmarr (handel treiben), epionn : peione 
(handarbeiten), eAjuto^OT 1 (g&nzen), epnoAi : pno&e (siindigen), epnaog^: 
pn^uj-re (hiilfe leisten) , epnoqpi : pnoqpe (niitzen) , epof(u : poYui (ant- 
worten), epoYOiiiu : po^oem (leuchten), epo*fT*£ (frucbt tragen), 
ppooyig (sorgen), pcroi (riecben), p*riupe (avaxpooeo&at) , ep$*j6pi : 
pn&£pe (heilen) , cp^poq : pnpoq (arg handeln) , epig>i : puu> (ein fest 
foiern), pujoerr (cpoiPaCetv) , epig^-rc (graben), epajOYujuioyuji (ein 
opfer darbringen), ep&tu&i : p£&ei&ec (beschatten), ep£iu& (arbeiten), 
ep£ft&i : p^iiAc (trauern) , ep£&A : p£*A (tauschen) , p£oeiAi (fluten) , 
epgjutoT (beschenken) , p£it&*q (wollen), p£&n (ricbten), pgpooy (eine 
slimrae von sich geben), epguiT : pgorT (schiflen), p£TH*q (bereuen), 
ep£o^ : pgcrre (fiirchten), B. epgirrc (beginnen) u. a. Mancbe nomina 
sind nur in dieser verbindung mit ep : p erhalten geblieben. Mitunter 
verbindet sich ep : p audi mit verben, insofern sie infinitive sind ; so 
(iudet sich epft&&Ae neben A*dAe (dumin sein), epftop&ep neben AopAep 
(auswerfen), ep&orcc neben fcorrc (krieg fuhren), ep&iK«£ neben julk&£ 
(leiden), p-r&%po fiir i^xpo (best'atigen) , p^juuute neben £cjoi : £juuute 
(lenken), epujA&£ h^ht neben ujA*£ (erschreckt sein), epo&ituop neben 
%iiuop (iiberfahren) , epd'cuirr (versuchen) fiir d'mirr, pjuLnuj*. (wiirdig 
sein) Z. 589 fiir juliiuj*, neben epneAinujew (Luc 20, 35) : piuanuj*. (Ming. 
203) u. a. m. Bekannt ist der gebrauch des cp vor griech. verben im B. 
und im F. : epnicreYin : eAiucreYin (Joh 4,53). In diesen fallen ist das 
hulfsverb mit dem verb eng verwachsen, und es lielGt auch im prasens 
^ep-£ni& (ich arbeite) u. s. w. Den bestimmten artikel hat der accusativ 
in ep^xieyi : piuueeye : eAnJutHOTfi (gedenken), epiiai&u} (vergessen), 
pnkoA (fortgehen), pii^o^K (cingehen), epnujoYggoY (loben), cpn^cjua 
(sitzen), — abgesehen von epne*n*tteq (gutes thun) Luc 6, 33 und epiwc 
(§271). Diese und auch anderc von den erwahnten verbindungen haben,wenn 
sie den artikel annehmen, in den dauerzeiten ipi : eipe mit der proposition ; 
es heifit *qep$JueTfi/ aber eqipi ju^jueyi : eqeipe junjueeye, und jun&q- 
epnoAi (er siindigt nicht) I Joh 3,6, aber: oyon ni&en eVipi xi^itofei. 
Das pronominale object driicken die composita mit dem bestimmten artikel 
durch das possessivum conjunctum aus, wie epnajueyi (an mich gedenken), 
epneqiuAty (ihn vergessen) u. s. f. — 2) vverden, sein mit substan- 
tiven, z. b. epAoiK : p^Jug^A p^V^foii (knecht werden, dieneu\ epui 
(zum hausc werden) Ps 48,12, epjue^pe : pjuirrpe (zeugen), epitufc (herr 
sein), epncuiK : pnoeiK (ehebrechen) , epoftuitu : poyoem (leuchten), 
eppcA&ge : ppjuge (frei werden), epo^po : ?PP° (konig werden), pcoerr 
(beriihmt werden), ep^^Ki : pnewKC (fmster werden), cpin>Y (niitzen), 
pujnAe (rostig werden), epujptuic (aufwachen), epuj^Hp : puj&Hp (ge- 
nosse sein), epty^mpi : puputpe (sich wundern), epqeirr : p&n-r (wurmig 



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DAS OBJECT. 315 

werden) Ex 4 6,20, ep*5eAAo : p^AAo (alt werden), ep^of© : pgofo 
(iiberfliissig sein) , cp^Hoy (nutzen), epgoAi M. eAg&*Ai (faulen), ep£&oA 
(dunkel werden), epoc : p&oeic (herr werden). In dieser bedeutung 
stent cp : p besonders hautig vor adjectiven, z. b. epkce&Hc (gottlos 
sein), epkn*c : p*c (alt werden), ep^TXAii (unwissend sein), ep^-T-xojut 
(unmoglich sein) Mt 4 7, 3, ep*Tc&?&i : pUno (sprachlos, stumm sein) Ps 
30, 4 9, epftepi : p&ppe (neu werden), epc^AHoy (eitel sein) Rom 4,24, 
epmuj^ : pno^ (groB werden, sein) , epeitoj^igi (bitter sein) , eppajuuvo 
(reich sein), epujejuuuLo : pugjuuuto (fremd sein), epojopn : pujopn (der 
erste sein), ep&&.e : p£*e (der letzte sein), epgiuu : pgiute (arm sein), 
epgeta&e (suB sein), ep&mpi (stark sein), pd'cafc (schwach werden) u. 
a. m. Ahnlich steht ep vor dem possessivum absolutum, z. b. juL&pen- 
goeAeq of o£ mre ^RAnponoJuti^ ep^am (laBt uns ihn todten, daB das 
erbe unser werde) Mc 4 2, 7. In diesen verbindungen beruhren sich die be- 
dedtungen »werden« und »sein« urn so mehr, als sie vorwaltend im perfectum 
gebraucht werden; *qep£HKi heiBt »er ward arm« und »er war arm«. 
Um aber das prasens auszudriicken tritt in diesen wendungen ^oi : ^o (ich 
bin) ein, z. b. ^oi mg^npi (ich wundere mich), <foi juuute-epe : <fo 
Auutirrpe (ich bin zeuge). Der unbestimmte artikel ist in dieser adjecli vi- 
se hen verbinduftg selten, kommt aber mitunter vor, z. b. B. & ngei 
juniiu e^rcjuiAi^Y *qep oy iuuj^ (der fall jenes ha uses ward ein groBer) 
Luc 6, 49; B. eiteep oy±-»no6a hcaa ofpuuuti n&.-»no&i (du wirst ein 
siindloser sein und ein siindloser mensch) Ps 4 7, 26; B. jut&pe neTcn- 
c^-xi ep offe^* &^& AJuuton juuuoit (eure rede sei »ja ja«, »nein neino) 
Mt 5,37; fiir B. epo^-reAicc (Mt 4 9, 24) heiBt es richtiger S. p-reAeioc. 
— 3) ep : p steht auch vor einigen adverbien, mit denen zusammen es 
einen begriff bildet, namentlich B. epe&o<V (entfliehen) , ep c&AoA (voruber- 
gehen), ep AJt<£pH^ (sein wie), ep ct^h (zuvorkommen) , p grnie (iiber- 
treffen) = p ne-rnc, p -me, ep c&nujaii (erheben) ; B. & iuciihoy 
ep ig> nuji up (die bruder machten bis zu hundert) Z. 73 ; S. *qp 
£NKOiq Z. 369 u. ahnl. 

«!*, hier. A fl tu, wohl nur durch zufall dem dem. i; graphisch ahn- 
lich, heiBt eigentlich »gebena ; wird aber oft in allgemeiner bedeutung 
mit nomina zusammengesetzt, die fast immer den artikel vcrschmahen, z. b. 
^Ae^e (belohnen), ^iq*r:^eiqT (nagcln), ^k*^ (verstandigen), S.^AoyA<wi 
(jubeln), ^Amnti (eine gelegenheit geben), ^^jueyi : ^jueeye (erin- 
nern), ^juluioy (bewassern), B. ^juoy€ (leuchten), ^ju&on (erziirnen), 
^jul*^ (iibereinkommen), ^jut-ron (ruhe geben), ^itfc.K£i : ^it*fc.Ke (qualen), 
^nojut^ (triisten), S. ^oyoi (vorschreiten) , ^ofiu (sprossen, ablosen), 
^ofUHNi : ^oyoein (beleuchten), ^oyitoq (erfreuen), ^oci : ^oce (be- 
schadigen), ^i : ^ni (kiissen), ^pxieiH (thranen vergieBen), 'Vpeu.irr 
(den zchnten geben) , ^pen (benennen), ^cAui (lehren), ^c*k (belastigen) , 



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316 XXXVII. CAPITEL. 

^caiott (gestalten), ^ceir^- (griinden), ^ciurr : ^coeiT (beriihmt maehen), 
^tk*c (schmerzen), ^um (streiten), 'V'rcrr* : «^~roo*r* (helfen jeman- 
dem), ^oioy : ^eoo^ : ^c±y (preiscn), ^tgc&itu (vergclten), ^ujojlhp 
(siiuern), ^uj-aoTfiT : ^ lyx-ofi** (anklagen), ^tyini : ^ujrne (beschamen), 
^tyn-riupi (verburgen), ^ujiuuj (verachten), ^go (bitten), ^hoy : ^Hy 
(helfen), ^*.n (richten), ^£Oiu (befrachten) , ^pfc.*q cAoA (ausschauen) , 
^2?^ : ^ot£ (furcht raachen) , 'tg^nq : ^THq (beachten) , ^tuirr : ^no-p^c 
(erzurnen), fyi (saugen), S. ^<4o*x (starken), ^iwrr 1 trotzig sein) . Auch 
^ vcrbindet sich mit manchen verba I sta in men um ihr causativ zu bilden oder 
um iliren activen sinn zu verstiirken, wie in ^owuic, ^mp*, '^fcofc, ^^tgi 
u. a. Der bestimmte artikel vor dem nomen ist selten im S. ■^x^'ojul 
(starken) , ^cjuik (die stiinme von sich gebeu) , ^ncpiuueeYe (ins gedacht- 
nifi zuriickrufen) . oy 01 (sich nahern) nimmt gewohnlich das possessivum 
conjunctum seines subjects zu sich, wie ewq^neqo^oi, ^TpJueYOfoi — 
lafit aber rnitunter auch die praposition %x folgen; ebenso ^ jui^juicfi 
2 Petri J 2. In der verbindung mil einigen prapositionen nimmt ^ gleich- 
falls eine pragnante bedeutung an; ^ ncxx : ^ juiit (bekampfen), ^e*cn 
(beschiitzen) , ^cryAe (widerstehen) ; £*npcq^ oyke. (<ptXovetxot) Ez 3,72. 
5, 8 zeigt die praposition in absolvitor stellung ; dafur stehl im M. auch 
^ nofc < Thess2,15. Die mil ^ synonyme wurzel ju^, welche noch 
regelmafiig den iraperativ dieses verbs bildet, scheint auch in dem zu- 
sammengesetzten verb B. Ai^tgedju. (verschliefien) enthallen zu sein. 

ffl : 2CI (nehmen), vom hier. °7j ^J\ Qet, ist das gegentheii von 
^ ; cs flndet sich ebenso in manchen composita, die theihveise das passiv 
der verbindungen mit ^ bilden; z. b. (^i^oym (beschimpfen) , d'l&.iR 
(einweihen) , d'lAo^ (verabsclieuen) , d'lfiic^e : <xi&eK£ (lohn empfangen), 
d'ltuii : -sinne (zahlen), dWiAc (ein bein stellen), kik&&. (raclie nehmen), 
«i Kuin Kinn (sich heiinlich entfernen), (^ixxiuoy (bewassert werden) 
Am 4, 7, d'lJuLKd^ (leiden), g'liinoT (saugen), <^i ^julhci : -xi juhcc 
(zins nehmen), a'lAioirr : xijuoerr (den weg zcigen), d'l-juujiuj a'j- 
Ainujiuj (rache nehmen), -xioyui (empfangen), <^ioymitu : 'xioyoem (er- 
leuchtet werden), d'ic&ai : <xicAui (lernen), d'ic&.K (belastigt werden), 
(J'icu.h : <xicjulh (erhoren) , ^jcaio^ : "xicAioTf (gesegnet werden) , ^icjuot : 
•xicjulot (die gestalt annehmen), d'lcdtiuc : xicfeiuc (zweifeln), d'lcguui : 
■xic^iAxe (ein weib nehmen), <^rfni : -ar^ne (kosten), <^i-r*-xci (auf- 
spiiren), ^paiu (angeziindet werden), (J'laioy : isucooy (verlierrlicht 
werden), d'luuuc : <xili.ce (getauft werden), d'lujeju.Hp (gesauert werden), 
d'lujmi : -&iujme (beschamt werden), «i ujeirzuipi (biirgschaft annehmen), 
■&IUJK&K (ausrufen), ^ityujuioy (empfangen), d'lujiuty, M. kiujoiuj (ver- 
achtet werden), xiujOKite (beratlischlagen) , xiqod'c (eilen), g'lqoTci (er- 
weitert werden), d'l&ici (leiden), d'ig&i : xi£&.i (einen gatten nehmen), 
^2p (erwarten), -xigo (die person annehmen), a'lgjfcuic M. o&igAfec (ge- 



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DAS OBJECT. 317 

wand), *i£juot (gnade finden), ^i^te : ki£&ii (gerichtet werden), <^i- 
£P&*q : <&i£p&*q (sorgen), a'rxpcvx (samen empfangen), d'id'pon : <&rapoii 
(anstofien) u. a. Der artikel ist in verbindungen mit <4\ : qli selten, doch 
findet sich <^i ^juhci Ps 36, 21 ; «i noyin (ankiindigen) ; «i juneKA*. 
(rache nehmen) ; <4\ juitigini (besorgen) ; <^i itoynewi (zu bemitleiden sein) ; 
<4\ no^efeigi (vergessen) ; Juntyiug kann das object als possessivum conj. 
baben: <^i juliuJuuiujiuj (rache micb) Luc 18, 3 ; ebenso ujnu : ujrnc, z. b. 
ju&.poY%i neYuginc (mbgen sie beschamt werden) Ps 39,14. Mit verbal- 
stammen verbunden dient <^i : «xi nicht selten zum ausdracke des prasivs, 
wie ^ zu dem des activs: ^uji (messen), <xitgi (gemessen werden); 
*i~**eio (ehren), <xrr*eio (geehrt werdeni u. s. w. Vergl. § 477. 

XGII : Sllf <TH (finden), vom hier. ^^5^| km, konimt in wenigen 
zusammensetzungen vor, namlich in -xejuuvpmj : ^ju^piue ^n^pine (ver- 
dammen), Keu.Atui<xi : ^nAoic^e (einen vorwand finden) , Ttejutnoju^ (ge- 
starkt werden), ^cai^hi (kosten), •xexigo (passend sein), 'xeAi^Hoy : 
<4xi%w\ : d'jugHOY (nutzen baben), ttejuigtrr (klug sein) — im S. mit dem 
artikel : <4%x neTnjHT (seid klug) Z. 512 ; «eju-&OJU : <4%x<4o%x : d'eju.g'ddut 
(konnen) . Von zusammensetzungen mit dem artikel sind zu bemerken 
oteju. nujiiu : <4%x nujme (besuchen) und 4%x no^oi (dass.) ; den unbe- 
stimmten artikel hat «cjm o^cAra (uberlisten) . 

UJGII : UJII (empfangen), vom hier. ^g^tPyj ^P> kommt vor in 
tyencAoi (lehre empfangen) 2 Tim 3, 3, ujeiuuK&£ (leiden), ujennoYiu 
(wurzel fassen), ujeirronr* : ujittoot* (griiBen, verloben), ojeirruipi 
(biirgen), ujenajcujuo : ujnujjuuuo (fremde aufnehmen), tgen&ici : ujn- 
gice : ujengici (leiden), ujengjutoi : ujngAicrr : ujen£juev*r (danken), B. 
ujeiraiupi (sich vergewaltigen) . Mit dem unbestimmten artikel kommt ujn 
o^goTe (fiirchten) vor. 

XJV : RJV : R6 (legen, stellen, lassen), vielleicht vom hier. yad, 
bildet composita wie k^AoA (erbrechen), n«dUL&. (platz machen) Nic. 1,52, 
^djuewig'x (das ohr gewahren) Ps 16, 1, pcq-K^oynoY (stundensteller, ho- 
roscop), 5^*.pai4 : K&pai* (schweigen), ^^tott* e&oA : r^toott^ e&oA 
(abstehen, aufhoren), «^^g^H« : r^tk* (vertrauen), x^otrx : Kfed'ra (die 
hand auflegen) u. ahnl. Daneben kommt die absolute form joya : kui 
mit n vor, namentlich in den dauerzeiten. 

OTJV8 : 0T68 (setzen, hinzufiigen), vom hier. 1T8fl u<*t, bildet 
©Y^gA^poc (eine last auflegen), 0^2.1**2^ (den glauben starken) Luc 
17, 5, ©Ye^ociK (brot verwahren) Z. 316, oyc^V***'' (einherschreiten) , 
oy^£ttot* (fortfahren) , oy^c^iu : oyegc^ne (befehlen) , oye^qcu (das 
haar wachsen lassen), oy^2.^ Icl : OT e 2£ IC€ (qualen), of€^iiA.y fiir o^eg- 
£ii*Y (ein lager aufschlagen), oYC£xtu*q (das haupt stiitzen) u. ahnl. 



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318 xxxvn. CAPITEL. 

81 (werfen) , vom hier. x *=# i\ he, bildet composita namentlich 

B. £ieApHK : gieAeA e&oA? (blitzen), ^i^Hoy (aushauchen) , £*»&q (speien), 
£inAHpoc (loosen), ginoT £ikutt (reisen, absteigen), S. gA* (schmahen), 
gicen^ (den grund legen), wofiir der sah. text Ps 47, 9 auitcirre hat, 
gic&g^ (anziinden), £ic<£hi^ (schaumen), grre&c (siegeln), grro*r* : 
£Itoot* (anfassen), gi^puiAi (anziinden),' gicom (steinigen), £icniuj : 
[/r*age-oeiuj] (predigen), gitgennoyqi (das evangelium predigen), B. 
£iu|KfeK (schreien), gimn (losen), £iio>tc (graben), giig>£ (anbrennen), 
£rao& (uberfluthen) , gntui&i e&o& (blatter treiben), gid'ta^ (stolpern). 
Stets mit dem art ike 1 erscheint gi-ngo (verachten). Mit gleicher vorliebe 
zeigt S. HGX den artikellosen accusativ, z. b. ne-ai co-re (pfeile werfen), 
itcx. ujewxe (worte urn sich werfen), ne«in>£ (flammen spriihen), ite* 
n&.d'ce, TA.q (speichel auswerfen), iteos. *x*rroy (gift auswerfen) u. a. 

HI (tragen), vom hier. Ik 9a fa, bildet folgende composita: B. 

qi&piKi (streiten), qi*£OAi (seufzen), S. qi€i**r*q egp&j (belrachten) , 
qiptuof^ : qipoo^jg (sorgen), qium (berechnen), S. qiugAiujKd'e (flustern). 
Der artikel findet sich in qincun oder qi jumiuni und h 'an fig in qi 
c^ptuoyig : qi npocyuj, auch qi Ai^>pcuoYUj : qei Ainpooyig, demnach 
audi mit dem possessivpronomen , wie ne^iuvqi Ain&ptuoYtg (wer fur 
mich sorge tragt) Ps 39,16. 

6H : H (fuhren), vom hier. A an, findet sich in wenigSn zu- 

sainmensetzungen, wie enoyT^g (frucht bringen) , encgiAU (ein weib heini- 
fuhren), Rioot* cgp&i (die hand auflegen) u. Uhnl. Mit dem artikel 
erscheint Hnofcu (ankiindigen) . 

492. Den accusativ der personlichen pronomina driicken die pronominal- 
suffixa aus, welche unter denselben bedingungen gebraucht werden wie 
die nominal en accusative. Unveranderliche verba konnen keine suffixa 
haben, und auch die verandcrlichen lassen sie in den dauerzeiten nicht 
zu. Es heifit *q?&oc, *q-xo*roY : *q«ooY (er sagte es), qneoxoc, eqco&oc 
(es wird es sagen), juuieq-xoc (er sagte es nicht), jut&peqo&oc (moge er 
es sagen), eotoc (es zu sagen) u. s. w. Aber es kann nicht heifien 
qo&oc, n&qsoc ne, €*r*oc, eq-xoc — sondern nothwendiger weise q-xin 
juuuoc, &q?tai juuuloc : eqxui juuuoc, n*q«xm juuuoc, e*rxtii juuuoc, eq-xui 
juuuoc. In den verschiedenen tempora mit ausschluB der dauerzeiten 
wechselt das pronomen suffixum mit der proposition ab, wie der nominale 
accusativ. 

493. Wenn das regierende verb seine nachdriickliche betonung im stat. 
absol., sofera es veranderlich ist, bewahren soil oder wenn es einen stat. 
constr. und einen stat. pronom. nicht ausgebildet hat, so kniipft es das 



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DAS OBJECT. 319 

object durch die proposition an, und zwar das nominate durch n (a*), 
das pronominale durch juuuo* (§ 298). Der casus des verbalen objects 
ist demnach der genitiv — nicht anders als im deutschen : der zeit ge- 
brauchen, des arnts toalten, der jagd pflegen, des zieles fehlen, oder in re- 
rum potiri, too C^v Ipav etc. 

Der genitiv kann fiir den accusativ nach veranderlichen transitiven 
verben libera II da eintreten, wo der verbalstamm vor dem object hervor- 
gehoben werden soil, z. b. B. ^q^uui nn^^&tt&HA (er fand Nathanael) Joh 
1, 46; &.qj5ui*re£L h^Aoy tufeen : ^qjuoYoyr nujHpeujHJu urn (er 
todtete alle knaben) Mt 2, 16; B. *q*rudi£ itoyrinAfc (er betete ein gebet, 
7)o£«to eo^qv) Gen 28, 20 u. s. w. Nach einera voraufgegangenen genitiv 
kann ein folgender die proposition entbehren, z. b. hh juten £in*> need's 
tiOY^Aoju eqn«rrfeKO Mton **>e oyA.nrrA.KO : iih jueit «e e^e^i 
noyKAojut eiq>q*T&Ko Mton ^e Ro^^^^ko (daB jene eine vergiingliche 
krone erapfangen, wir aber eine unvergangliche) 1 Cor 9, 25. Je nach der 
auffassung des redenden wechselt der accusativ in diesen fallen mit dem 
genitiv, z. b. &.q<xe T^rnevpeJioAH : ^q-xoi ir^n&p&.&o<VH (er sagte dies 
gleichnifi) Luc 4 5,3; epe nac -xck neKCTHJUL*. 'rHpoy n*K eAoA : epe 
ratoeic -xuik e&oA nneK&rTKu.&. TKpof (der Herr wird dir alle deine 
bitten erfullen) Ps 4 9, 6; ccrrr : curre juuuloi (erlose mich) 27, 11 ; B. 
jun^Toy-e^juic nK^i Mxn^^roy^-^AXio inuitoyit (ehe die erde geschaffen 
wurde, ehe die tiefen geschaffen wurden) Prov 8, 24; Ainep*r*.Ko irr*.- 
V|Hr!>C H : unpT&Koi (verderbe mich nicht) 27, 3; Ainepcogi juuuoi : 
junpttTuoi (beschame mich nicht) 6, 2 ; S. evitaj^-rq (wir schlachteten 
ihn) Lev 8, 23 und &.nujuiurr juuuoq in der variante; B. e-»fce ^i ^.q- 
^ew^cr ewqoyiupn juuuloi (deshalb hat er mich gesalbt und hat mich ge- 
schickt) Luc 4,18. Der accusativ kann durch den genitiv selbst abgelost 
werden, z. b. S. £ome e.yoye*x eftiiu gome itoeiK £oine itgoipe (einige 
essen honig, andere brot, andere koth) Z. 316. Nur die verbalen com- 
posita (§ 491) halten am accusativ zaher fest. Der genitiv bedarf fiir ge- 
wohnlich den bcstimmten oder unbeslimmten artikel, z. b. gin*, irreqg'i 
tioyoin^ hene£ (daB er nehme das ewige leben) Joh 3,16. 

Mit nothwendigkeit steht der genitiv statt des accusal ivs in den 494. 
dauerzeiten der veranderlichen verba, namentlich im priisens, imper- 
fect und participiimi, z. b. B. $iurr jutei junujHpi (der vater liebt den 
sohn) Joh 3, 25; tupi ntt&j (du thusl dies) 2, 18; qjuoc^ jumoytuiiu 
(cs hafit das licht) 3, 20 ; cecoioyit ewii irrcjuit : ncccoo^pn &n irx ecu.it, 
weniger gut ctccjuh (sie kennen die stimme nicht) 10, 5; B. n&qctuo^fn 
itoyon mkn (er kanntc jeden) 2, 24; eVipi junmeTguiOY (das bose 
thuend) 3, 20 ; eqxtu ivajum nurxxn (etich die wahrheit sagend) 8, 40 ; 
S. eraui jutn*i (das sage ich) Ming. 107; S. cirui h^thi eivxoeic (ich 



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320 XXXYII. CAPITBL. 

vertraue auf den Herrn) Ps 25, I — aber mk^thi cpon (ich verlraute 
auf dich) 24, 2; — und ebenso bei pronominalem object, z. b. B. *req- 
jue^jue^pe juumon £Ai <4\ juuuloc (sein zeugniA nimmt niemand an) Job 
3, 32; 'fjutei JuuutuiTeix : \%xi AJUULnrrn (ich liebe euch) 2 Cor 42, 45; 
B. ^ujajlc JuuutuiTen (ich laufe euch) Mt 3, H ; oy ne-reK'x.ui juuutoq 
e^&ircq (was sagst du iiber ihn?) Joh 4, 22 ; ti*iA&funi creKipi Auuuiof 
(diese zeichen, welche du thust) 3, 2 ; ce&e oy TCTenAinA juuutoq (wes- 
halb lost ihr ihn ab?) Luc 4 9, 31 ; feKcuiofii ajuuloi earn (woher 
kennst du mich) Joh 4, 49; S. citajuo juuuluitix (ich zeige euch) Act 
20, 35 — fur das B. *JT*JULUiTen (ich zeigte euch); nuuuutu en&qipi 
xiAiiuof (die zeichen, welche er that) 2, 23; es heiBt e^nogeu. ajuuloi, 
aber e-&it&n&£AA.e*r (der mich erretten wird). 

495. Mit nothwendigkeit steht der genitiv des objects in alien formen nacb 
den unveranderlichen verben, welche weder einen stat. constr. noch einen 
stat. pronom. bilden, daher besonders auch nach intra nsitiven und 
nach den griechischen verben, z. b. B. Ainepcuifci irTCK&oiKi (spotte 
nicht deiner sklavin) 4 Reg 4, 46 ; eqecui&i juuutoq (er wird seiner spotten) 
Ps 36, 43; qejuLntg*. juuuloi *n (er ist meiner nicht werth) Mt 4 0, 37; 
UK e-ro&i n^-AJte^jULHi (die nach der wahrhe\t diirsten) Mt 5, 6; S. 
T*A^p9£K ei&e AJtnnoYTC (meine seele diirstet nach Gott) Ps 44, 3; 
&qepnip&7in juuutorren : &qneip&7e juumurxn (er versuchte euch) 4 Thess 

3, 5; B. eepKoA&7in juuuoio*f (sie zu strafen) 2 Petr 2, 9 ; S. Kpine 
ajuuloi (richte mich) Ps 25, 4. 

So ist der genitiv auch von manchen adjectiven und qualitativen ab- 
hangig, wie in q*&e£ itgo'f (er ist voll von furcht) Ps 65, 5 — in welchem 
fa He das nomen artikellos ist, so daft wir das it als die partikel der re- 
lation verstehen konuen (§ 236). Der bedeutung nach ist sie ursprung- 
lich instrumental. 

496. Zu den intransitiven verben, welche den genitiv haben, gehoren auch 
ujoini : tguine (werden, sein) und oi:o :m (sein); er hat nach ihnen 
eine pr indicative bedeutung. ujuini : ujiune hat vor seinem objecte 
mitunter den artikel, z. b. B. & poygi ujumi oyo£ & -rooyi ujumi 
Ainiegooy itgoyrr (es ward abend und ward morgen zu dem ersten 
tage) Gen 4,5; B. efeujuini nofc^p^ noyarT (sie werden ein fleisch 
sein) 2, 25; B. ewqtyuini iwte *JieA noYAJt^nccuioY (Abel ward ein hirt) 

4, 2 ; B. CKeujunii fioyofci (du wirst eine heerde sein) Luc 4,20. Ge- 
wohnlicher aber steht das nomen nach ujumi : ujoine ohne artikel, z. b. 

5, eqeujume iiujjuuulo (er soil fremd sein); ujuine n^nicroc (unglaubig 
sein) Z. 447; ujuine juuuloii&^oc (monch werden) Z. 347. Ahnlich B. 
^yujiuni iwte tuegoof nT£ «^*jul n\£ npojuni (die tage Adams waren 



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DAS OBJECT. 321 

700 jahre) Gen 5, 4 — wonach es auch heiflen muB : ^yujoini rcxe 
lue^ooy THpoy e^r&qcuiuS uumaiof n-FA npoAA.ni 5, 5. 

01 : O (sein), das qualitativum von ipi : eipe (machen) , nach § 353, als 

solches nur in den dauerzeiten gebraucht, hat immer den genitiv nach sich, 

z. b. n«tfoi hof^iTT hoyon-.: neyo noygiro- nofuiT (sie waren ein 

herz) Act 4, 32. oi : o erseizi prasens, imperfect und particip von ep : p 

werden, sein) und kniipft wie dieses sein noraen gewbhnlicher arti- 

kellos an; so heiBt ^oi not (ich bin herr), aber *iepcrc (ich war herr); 

nttioi n^Aof ne ncu&p ^iep&eAAo : n*io nnofi nc &.ip£AAo (ich 

war klein, ich bin alt geworden) Ps 36, 25 ; tu^px"*!* n,re nieenoc 

ne*roi no? epraoy oyo£ no*f ncniuj^ ctoi hepujiuji e^toicy : n^p^ain 

im^eenoc ceo ivxocic epoof \fw linos' ceo m-eye^o^ci* (die fursten 

der volker herrschen iiber sie und ihre groBen sind, d. h. haben, die 

macht iiber sie, oder ihre uaacht) Mt 20, 25; eioi julAuik juiiox : eio 

njA&g&A juuraoeic (ich bin ein diener dem Herrn, ich diene deni Herrn) 

Act 20, 49; qoi julAuir n*q : qo n^xi^A n*q (er dient ihm) 2 Petr 

2, 49; enoi nujejuuLio : eno nujuuuo (indem du fremd bistj Mt 25, 38; 

qn&.geju.ci n«e noc eqoi noypo ty> ene£ (der Herr wird sitzen konig 

seiend in ewigkeit) Ps 28, 4 — aber im S. ro&oeic n&pppo tn>ene£; S. 

ni7j *n npeqA&iuje (du bist nicht ein kampfer) Nic. 2, 247; B. eqoi 

he&o (stumra seiend) Luc 4, 22 ; efoi npeqx^cnec (fliisterer seiend) Rom 

4, 30; $h ctoi Wrcurrejui (wer ungehorsam ist) Ez 3,27; e-roi 

rcxt/xj : €tS tt's^'xe (feindlich), €toi ngo'f : cto ngOTe (schrecklich) ; 

B. qoi ngo'f (er ist eine furcht, fiirchterlich) Ps 46, 3 — aber im S. 

of^oTe ne ; ebenso ist S. neqo «*e noyHHA AMinoyre (er war aber 

ein priester Gottes) Gen 4 4, 4 8 — im B. ne ^oynA **e ne xi^ ; B. 

^oi jutne^-oi uuuoq (ich bin, was ich bin) 4 Cor 4 5, 4 0. 

Pradicativ in der bedeutung »als« iindet sich der artikellose genitiv 
gelegentlich auch sonst, z. b. B. &ki npeq^cAui (du kamst als lehrer) 
Joh 3, 2 ; B. nToyparTeA inpof ncyjutnocion cfA&nocion (daB sie sich 
als einzelne gelage lagerten) Mc 6, 39. Der pradicative genitiv steht ahnlich 
oft elliptisch, z. b. B. h^-repgcrf eujejuugi uuutoq (ihm furchtlos, acp 6fJa><;, 
zu dienen) Luc 4, 74 — gleichsam fiir efioi tw^repgo'f ; so immer in 
amiS : jutnecn&Y (beide), z. b. B. aak cen&gei *n i*n£ (werden sie nicht 
beide fallen?) Luc 6, 39; n&fd'oKi *^e ne juin£ : ne*purr «*e ne 
AAnecn&Y (sie liefen aber beide) Joh 20, 4; S. ^f Qt, °T^ en^oeic 
AJinecn&Y (sie lasterten beide den Herrn) Z. 596. 346 ; *.qR*.*«]f Ainecn^f 
gjui nn&.p«^icoc (er setzte sie beide ins paradies) Fragm. 34 0; S. cotti 
epoof Atnecn&Y (besser als dies beides) Nic. 4, 37. 

Das pronominale neutrum wird im suffix, durch das femininum oder 497. 
durch den plural ausgedriickt; z. b. B. iuaji ne*xA.q*ic ne (wer hat es dir 

Stern, koptische grammatik. 24 



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322 xxxvn. capitel. 

gethan?) Z. 4 23; k^Auic -re-ren'ipi a&aioc (ihr machi es gut) Jac 2, 8; 
k&Auic up*, a&juloc (du machst es gut) v. 4 9. In einigen fallen sleht c 
Oder aaa&oc als pleonastisches object, wie etwa das engl. it in: Lord 
Angelo dukes it well oder foot it y girls und das franz. en in: s'en tenir 
a etc. Wenn 2tin (sagen) kein bestimmteres object bei sich hat, so ist 
es regelmUAig mit c oder aaaaoc verbunden, also *q«xoc : &*p&ooc, ^ n*- 
•soc : ^ti&o&ooc; irreq^oc : nq-xooc, &koc : */xjc und ^xra ajuuloc, 
n&ram aaaaoc ne : tierem ajuuloc ne, eq'x.ui aaaaoc, hh eT&oi aaaaoc 
u. s. w. Ein solches neutrum findet sich auch in S. cAcmAc (sich er- 
freuen) Z. 624; ccaaiuttc : caaittc (feststellen) , B. thic (geben) Apoc 
16, 8. 4 7, 17; S. too&cc (vergelten); B. Tengoyrc (glauben) Job 9, 4 6 
oder Teno^oyr aaaaoc 4 5, 45; S. tciikoc (saugen). Auch B. 9CA C a ^) 
hat gewbhnlich c als neutrales suffix, selten q ; vergleiche X> c irreun^T 
(lafi uns sehen) Mt 27, 49 mit x &c l ircenn^Y ^ c *B, 36. 

498, Die ankniipfung des verbalen objects durch den accusativ und durch 

den genitiv triigt einen nominalen character an sich, denn die grammatische 
form des stat. constr. und des genitivs ist ebenso wohl dem noraen eigen- 
thiimlich. Accusativ und genitiv bezeichnen daher eine enge und gleichsam 
natiirliche zusammengehorigkeit des objects und verbs. Wenn wir sagen: 
tjA&eiipe ^ (ich liebte Gott) oder ^a&ci a&^ (ich liebe Gott) oder 
selbst ^h^h^y aa<^ (»ch werde Gott schauen), so ist das object eine 
nothwendige erganzung des verbalen begrifls, der in sich allein noch nicht 
als abgeschlossen gelten soil. Doch bleibt der begriff, der ein geistiger 
ist, mit seinem objecte in sich selbst. Wenn wir aber sagen: »Ieh sehe 
oder ich erblicke Gott«, so richtet sich der sinnliche begriff des verbs 
auf etwas aufier ihm, auf etwas zufaMliges ; es ware nicht anders als wenn 
wir sagten : »Ich blicke zum himmel, ich sehe die sterne«. Wenn wir 
sagen: ^ctnofii AAnratnAA »ich kenne das buch«, so ist das object die 
nothwendige erganzung unserer kenntnift, die ohne ihr object nichts ware ; 
sagen wir aber: ^caii enntcuAA »ich weifi, namlich das bucha, so ist 
»das bucha das zufallige object, auf welches sich unser wissen willkurlich 
richtet. Das koptische bezeictihet nun das zufallige und aufierliche object 
einer witlkiirlichen th'atigkeit durch die pra position der richtung 6 (zu, 
gegen), hier. «c^> er und spater (1^ du, welche die ankniipfung der 
suffixa durch po* folgendermafien vermittelt : 

Sg. 4. epoi 2. m. epon f. epo 3. m. epoq f. epoc 

PL /. epo n 2. epurxeit : epui-rn 5. cptuof : epoof* 

Der mittelag. dialect spricht fur p durchgangig A und fiir o oder oi 
iramer &, also: e<V*a, [eA&R, eA*,] e<V*q, eA&c; e<V*n, eA^-ren, 



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DAS OBJECT. 



323 



Der casus der richtung, welch en wir den directiv nennen 1 ), ist *99. 
zunachst bei intransitiven verben von rein localer bedeutung und steht 
nach den verben der bewegung, urn das ziel derselben auszudriicken : 
zu, auf, gegen, nach, e?s- Dergleichen verba sind a&ouji : A&oouje, 
uje, &cqr, ti& (gehen), i : ei, iinoy : nny (kommen), $©£ : nui£ (ge- 
langen) , <£urr : nm*r, d'cnu (laufen) , oy*£*q (folgen) , ujuipn, n£ (zuvor- 
kommen), ciiu : cine, «oit€ (voriibergehen) , oyuipn, «oo*f ; Timoof 
(schicken), £mirr : £tun (sich nahern), Tuuiirr (entgegenkommen) , coir 
(ziehen), *Ahj : *Ae (bcsteigen), iiu : eine (fiihren), fciofi, ncpte (werfen), 
^i : «i, qi (bringen), etngCAA. : Toigjui (laden) u. ahnl. Also: *ai 
eniRocjuLoc : irr&ei cukocaioc (ich bin gekommen in die welt); <£*&&. 
e-reRn^uje ii&r epoq : iuut& CTKnaJiuiK cpoq (der ort, an welchen du 
gehen wirst) Mt8,49; niA&cnrr e-rd'i c^ioajl (der weg der zum meere 
fuhrt) Jes 10, 26; S. ^yqoa'cvr enenpo (sie sprangen ans ufer) Z. 544; 
B. &Y&.U31 epoioy (sie hangen an ihnen) Mt 22, 40; S. ncoy^^pion 
eneqxiHp e*req&ne (das sehweifltuch , welches an seinen kopf gebun- 
den war) Joh 20, 7. £ioyi en£&n (dem gerichte uberliefern , ^ ver- 
dammen), goiofi eng^n (verdaramt werden). e hat auch die bedeutung 
des gegen im feindlichen sinne , z. b. S. HTpefcoiof^ epoi (das sich 
versammeln gegen mich) Ps 30, 44 ; S. fc/fTaioyn epoi (sie erhoben sich 
gegen mich) 34, 4 4. Haufig wird e in diesem falle durch ein adverb 
naher bestimmt, namlich durch e&oyn : e^ofit (hinein), e&piu : egp&.i 
(hinunler), e^pm : egp&i (hinauf), entyoii : erne (hinauf), enecirr 
(hinab) . 

Auf causale verhaltnisse (ibertragen, bezeichnet e dann den zweck und 
die besti mmung: »zu, fiir«, z. b. B. *qi e.y*\e.&*\c+$e, (er kam zum 
zeugniB) Joh 4,7; B. &ii e«fOYaiitu aahirocaioc (ich bin gekommen zum 
licht, als licht, fiir die welt) 4 2,46; oypuijuLi &i;6o-&&eq eoyepsSoT tuci 
(einen menschen todtete ich mir zur wunde) Gen 4, 23 ; ewrctui juuuloc 
e«yx<$io nurxeii (ich sage es euch zur beschamung) 4 Cor 6,5; B. $&i 
*prrq €iraiit€pn«dueYi (dies thut zu meinem gedachtnifi) 4 Cor 4 4, 24; 
<4i ^&n&itH c&oA epmof : mrao e&oA epooy (wage die kosten an sie, 
gieb fiir sie aus) Act 2 4, 24; ^ und <4\ c^julhci (auf zins geben, nehmen); 
B. eno^oc e^Rpicic (schuldig des gerichts) Mt 5, 24 ; S. e*rcTurr en- 
t^ro (zitternd wegen des verderbens) Z. 460; ey^^eon (zum guten), 
cncup's (zur sicherstellung) und in manchen adverbialen ausdriicken und 
vor dem infinitive. In dieser bedeutung steht c auch nach ujoiiu : ujume 



\) Am bestcn laBt sich der objectscasus e aus dem spanischen verstehen, 
welches den accusativ nicht-siichlicher nomina durch die proposition d aus- 
druckt. Man sagt also: amo el pais (ich liebe das land), aber amo al hyo (ich 
liebe den sohn), amo d la hija (ich liebe die tochter). 

21* 



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324 XXXVII. CAPITBL. 

(werden), z. b. B. cRCtgimu cyxuipi (du wirst zu einem starken werden) 
3 Reg 2,2; ^yiguini e^n^Ai : ^yujuine efA^^Y (sie wurden zu 
einem nichts) Act 5, 36 ; B. cfeiguini cyogi hoy urx (sie werden 
zu einer heerde werden) Jon 4 0,46 — fur das S. nccujurne no^o^e 
Ro^orr. Ahnlich ist der gebrauch in B. Ain^pe nec&H&c a'eno em- 
exuip£ (ihre la rope brennt nicht fur die nachl) Prov 34, 18; n&pe ni- 
puuuu ti&tuiuS eoiiK AiA&^Y&^rq &ti : «€ epe npcmue n&.cmi£ &n cocik 
juum^-re (denn der meusch lebt nicht allein wegen des b rotes, vom brote, 
in aptq>) Luc 4, 4. 

Wie sein hieroglyphisches prototyp hat c in vielen fallen eine von 
seinem verb ganz unabhangige bedeutung »in betreff, in bezug auf« — 
woriiber in capitel XXXIX gehandelt wird. 

500. Es giebt eine anzahl von meist unveranderlichen verb en, welche 

auch das n'ahere object, unsern accusatlv, durch c ankniipfen. Nach 
koptischer auflassung sind sie intransitiv und konnen einen accusativ meist 
nicht annehmen. Es sind besonders verba von sinnlicher bedeutung, 
in deren handlung der begriff der richtung auf etwas liegt, z. b. 
nsehena d. h. »den blick richten auf etwas«, »rufen« d. h. »die stimme 
wenden nach etwas «, »halten« d. h. »die aufmerksamkeit lenken auf 
etwas «. Dazu gehoren die that igkei ten der sinne it&.«f (sehen), «otujt : 
^aiujT (blicken), coajlc (erblicken), eiuipxi (betrachten) , currejuL : cqttjui 
(hbren) wie d'iCAiH : kicaih (vernehmen) , ^o£ : tlui^ (beruhren) , koaa- 
tlcax : &o*x&*\ (befuhlen), ujuiAeu. : tguiAxi (riechen); — oder der stimme, 
wie jutoy^- : juuvfrc (rufen), cuoy (loben), £tuc (preisen), Roiptg (bitlen) 
wie ^£o (anflehen), c^ofi : c*£oy (fluchen), guiofuj (tadeln) Jer 36,27, 
epK&*Tfu*opm (anklagen), $ipi (erkliiren), ujitu : ujme (griiBen — be- 
suchen Jer 4 0, 15); — oder des verstandes, wie eiiii : cwme (wissen), 
&ioa*ne (bemerken) , r*^ (verstehen) , ju.oRJu.eR (gedenken) , jueyi : jueefe 
(bedenken), poiuji Gen 6,5 : pcuuje (beachten), ui&uj (vergessen), nei-»e 
(uberreden), ^ne^c (zustimmen), c&.&o (lernen), tc*Jio (lehren), t«juo 
(zeigen), n±g\ : nicrefe (glauben), epgeAmc : £eAni7e (hollen) Ps 30,7, 
gjnojume (barren) 32, 20, cncy^^e (sich bemuhen), X°2. : Ra, 2. 
(eifern), j6aiira (ermuntern), xuiirr : a'mirT (ziirnen), ujoicai (ergrimmen), 
gtUTTi (versohnen), pwui Jer 22,40 : puue (beweinen), negni : negne (be- 
ktagen) u. a. — oder des willens, wie ofcnuj, epgn*.* (wollen), epem- 
eYAJUii : enei^f JULei (begehren) u. a. — oder endlich manche andere 
stark active verba, die im koptischen als intransitive gelten, wie giofi : 
gioye (schlagen), uj&pi (schlagen), &arrc (bekriegen) Jer 29, 4 . 30, 32, 
rjju (bewegen), £e (treflen), Rurf : Rurxe (umgeben), t^rto (umzingeln), 
q&uiiAi (bewohnen) Ez 47, 22, S. ^inAd' (umfassen), oyuin (oflhen), uj^ftju 
Jer 2 4, 4 : uj*t«ju (schlieBen), B. *uir (heizen) Dan 3, 4 9, rutt (bauen) 



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DAS OBJECT. 325 

Joh 2. 20, $aiptt Jes 30, 28 : rnup'x (trennen), a'po : «po (besiegen), 
^co : 'fco (schonen), cpuiq : cep&e (sich befleifiigen) Act 17, 21, pane : 
pocic (bewachen), &>pe£ (halten), gui (sich begniigen), B. aao (nimm hin), 
AJLiuini (nehmt hin) u. a. 

A Is beispiele mogen dienen: B. ^im^f encquioy (wir sahen seine 
herrlichkeit) Joh 1, 14; ^.q^ofigT eiKc (er erblickte Jesus) 1, 36; cui- 
tcaji ct^caih s'icu.h eit&.c«fxi (hort meine stimme, vernehral meine 
worte) Gen 4, 23 ; S. fc.qAa.oyTe e&.&.pum (er rief Aaron) Lev 9, 1 ; B. 
^qc^goyi e***qr* (er verfluchte David) 1 Reg 17, 42 ; tupuiAii e-re 
uj&.«y<$ipi cnofp^n (die menschen, deren nainen sie verkiinden) Gen 6, 4; 
S. &.in&g*ze eiraoeic (ich glaubte an den Herm) Ps 1 0, 1 ; AMipiucreye 
etut/xe iuia (glaube nicht alle worte) Z. 385 ; B. AJtnoyR^ cnig&HOfi 
irre ncrc (sie verstanden nicht die werke des Herrn) Ps 27,5; n^aifeig 
en&.ic«t<xi (sie vergaBen dies wort) Luc 9, 45; AAniepeni^yAxin eoyon 
juumoioy (ich begehrte nicht etwas von ihnen) Act 20, 33 ; AJinep^o^ eitit 
e*ripi JULnine*T^tuo*y : AA.npRUi£ cneTO AMioiutpoc (beneide nicht die, 
die das bose thun) Ps 36, 4 ; B. eq&uiivx eptuoy (sie aufraunternd) 
Act 2, 40 ; een^-sumT cncqcon (seinem bruder ziirnen wollend) Mt 
5, 22; gurrn cnencoix (versbhne deinen bruder) 5, 24; S. eTpey- 
gioye epuiAie (jemanden zu schlagen) Z. 389; S. ^fofcun enfe^A Ainen- 
eiurr (sie o line ten die augen unsers vaters) Dul. 44; B. xxo eneRc6&i 
(gieb her deine briefe) Luc 4 6, 6; ajloiiiu e<£*a (gebt dies her) 22, 17; 
— und mit pronominaleiu object : B. ja.ne gAi n^y epoq (nieinand hat 
ihn gesehen) Joh 1,18; ^in^y epon (ich sah dich) 1, 49; ajcoaac 
epoq (ich erblickte ihn) Luc 22, 56; ^y cu, * T€JUL ^poq eqc&tti (sie horten 
ihn reden) Joh 1, 37; eyeA*.©^ epon (sie werden dich rufon) 1, 43; 
tt«j rcjuli epcuoy **n (dies weifit du nicht) 3, 10; B. <£&i •*.€ &.pie*A.i 
epoq (dies wisse) Mt 24, 43; S. ^it**r*Juo epooy (ich werde sie zeigen) 
Z. 398; B. ceui&uj epoq *n Luc 12, 6; ^qaaoy epuiof (er segnete 
sie) Gen 5, 2 ; S. ^Ruipuj epon (ich bitte dich) Z. 333; S. Ainps'iuirr 
epoi *AA&. 'fco epoi (ziirne mir nicht, sondern schone meiner) PS. 123; 
B. &cuje*dut epoq (sie schloB ihn ein) 4 Reg 4, 21 ; B. Ruxf ecium 
o«]fO£ a*.*t*.r*xo epoc : Rarre eaain nTCTn^oA^ [^inA^] epoc (uragebt 
Zion und umzingelt es) Ps 47,13; e-eiie oy R£io«fi epoi : &£poR eRgio^c 
epoi (weshalb schlagst du raich?) Joh 18, 23; A/re-rens'po eiunoiutpoc : 
*.TX*riw*po ennotuipoc (ihr habt den bbsen besiegt) 1 Joh 2, 13. 

Die construction mit dem accusativ oder genitiv ist der mit dem directiv 501. 
nicht gleichbedeutend ; jenc ist dem transitiven verb, dieso dem intran- 
sitiven eigenthiimlich. Accusativ und genitiv sind das n'achste object eines 
verbs von allgemeiner bedeutung, der directiv hat einen besondern nach- 
druck; die verbindung der ersteren mit dem verb gleicht einer ge- 



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326 XXXVII. CARTEL. 

schlossenen, die des letztern einer unterbrochenen worlkette ; man konnte 
e mitunter durch » n'amlich « wiedergeben. Wohl jedes verb konnte fur 
den genitiv gelcgentlich den directiv eintrotcn lasscn, aber mit einem 
unterschiede in der bedeulung: B. c6*a (schreiben) hat als actives verb 
n oder aiajlo* nach sich ; aber c6&j en (schreib : 50) Luc 16, 6 — be- 
deutet : »setze die feder an zu 50«, »schreib, n'amlich 50«. Ebenso wird 
a'ici : ouce (erheben) mit n, uuuo4 des objects construiert ; aber n^no- 
ama. ^y^ia e'r**$e : a. n*&noAJU&. ouce e'r**aie (meine ungerechtig- 
keiten iiberhoben sich, uTrsp^pav, n'amlich iiber meinen kopf) Ps 37, 5. 
n*y (sehen) hat fast immer e; aber es ist moglich zu sagcn: B. 11*0107 
ne*n&.ii&Y *xQ^ (sie werden Gott schauen) Mt 5, 8 ; iihnlich B. eyen^y 
ng&.iUA.eeno'Fx (sie werden liigen schauen) Ez 4 3, 6 ; S. juLn^-reKeiuip^ 
AinAiTon (du schautest noch nicht die rune) Z. 290. ofoiuj (wollcn) 
hat fur gewbhnlich e nach sich ; mit dein accusative bedeutet es »lieben«, 
z. b. ene ^KOf^uj ujofujuiofuji n&iti^ on Tie : cneKOfcuj ^pci*. 
nem^ ne (wenn du opfer liebtest, so wiirde ich sie [auch] geben) Ps 
50, 4 8. So flndet sich neben einander : B. ^qujuiAexi n«e noc eoyceoi 
nceynoyqi (der Herr roch hin nach dem wohlgeruch) Gen 8, 21 — und 
S. nqn^tyRaiAye &.n AMieqc^noYqe eTAjrrpe npujuue ujuAaa AJtnecJ"- 
no^qc (er wird seincn gcruch nicht hindern konnen, daB die menschen 
seinen wohlgeruch nicht riechen) Z. 582 ; nn crc^gofi epoq : neTC^gcvf 
•*e Auuoq (wetche iiber ilin, seiner fluchen) Ps 36, 22; B. qA&oct 
Ainioyuiinj (er ha fit das licht) Joh 3, 20, oder TeKRAna^ htc nmo- 
nnpoc ^ijutecraic : *nuec*re Tcooy^c nne*ro Ajmonnpoc (ich hafite 
die versaramlung der schlechten) Ps 25, 5 — und B. cpe-renjutoc^- cnc- 
Txng&Hoyi (indem ihr hafit euro werke) Ez 36, 34, allerdings weniger 
gut; p*9£hA ccpiA&i enccujHpi : £P*2C H ^ ecpiuie nnecujHpe (Hahel 
ihre kinder beweinend, iiber sie weinend) Mt 2, 46; B. efguic cc^ (lob- 
preisend, n'amlich Gott) Luc 2, 4 3 — und B. nenn^i ^n^inc juuulcuoy 
uj&. ene£ (deine barmherzigkeiten will ich loben ewiglich) Ps 88, 2 ; B. 
irro*f$ipi en&p&n (daB sie verkiinden meinen namen) Ex 9, 4 6. Gen 6,4 
— und eiec^ipi nnentg^Hpi THpoy : 'fn^o&ai nnentniiKpe THpoy (ich 
werde alle deine wunder verkiiuden) Ps 74, 2; B. ^lofiun nptui (ich 
oflhete meinen mund) Jud 4 4,45 — neben dem weniger guten ^Royum 
epuiR (du oflnetest deinen mund) v. 36; not n&KiA& A&ntg>qe, var. 
enuj>qe : irxoeic n&KiuL crepHJuioc (der Herr wird in bewegung setzen 
die wiiste) Ps 28, 8 oder &qKiA&, ^qKCJUtKeju e*reqKfe*tp&. (er schlug 
seine laute) Z. 327 — aber S. nrre npuiAie kuul m-ey^ne (daB die 
menschen ihren kopf bewcgen) Z. 328. cuioyn : cooyn verlangt gewohn- 
lich n, €aju : eme dagegen e; doch findet sich auch der directiv bei 
jenem, z. b. ne*rcoofn e-x^n^KH (wcr kenntnifi hat von der nothwen- 
digkeit?) Z. 496. Die construction mit e verleiht dem verb eine gewisse 



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DAS OBJECT. 327 

selbstandigkeit uod macht es intransitiv, wie denn z. b. 0*po : «po mit 
n »besiegen«, mil e »siegreich seint, tuiajli mit n » verbinden « , mit e 
aber »verbunden seia, anhangen« helBt. 

Den dativ driickt die proposition H (oder II) aus, fiir welche 502. 
eine form der volkssprache n& im sah. dialecte vorkommt: *>ym oy* 
c^ecri n*wi oy^e n*. T^cguute oy^c n*w <V*A/y nujiipe ernui ne (und 
nicht ist mir erlaubt noch meiner frau noch irgend einem meiner kinder) 
Kev. pap. 56. Gewohnlich aber fallt der nominate dativ mit dem genitiv 
zusammcn. Dagegen hat der personliche pronominale dativ die folgenden 
form en, welche aus der ankniipfung der suffixa an das thema n&* ent- 
stehen : 

Sg. 4 . iuu : n*a 2. m. n*R f. ne 3. m. n*q f. ti&c 

PL 4. n*n 2. warren : turcn 3. nvaoy : n±y. 

Hier ist die 2. f. sg. ne aus na-i fiir das alte na^it zusammengezogen. 
Der inittelag. dialect bietet fiir & und oi durchgangig h, also: nm, iihr ; 
itH, iwq, nice; men, iunxn, nnof oder rocf; doch kommen auch for- 
men mit e vor, wie neR, neq, ney. 

Der dativ ist der einfachste ausdruck fiir den casus commodi et in- 508. 
commodi; als solcher steht er auch bei den verben des sagens, befehlens, 
gebens, willfahrens, niitzens, schadens u. s. w. auf die frage wem? z. b. 
B. nexe *reqA&&i* nnrvi&nciin (seine mutter sagte den dienern) Joh 
2, 5 ; nett&q ax<£j<Viiuioc (er sagte Philippo) 6, 5; gin*, rcreqoTiiin^ 
e&oA aiiucA (daB er Israel oflenbar werde) 1,34; oTfraujT ajuictc (hul- 
digt dem Herrn) Ps 28, 2 ; eRempn A&neqp&n (du sollst seinem namen 
schworen, d. h. bei seinem namen) Deut 10, 20; S. neTiwy ajltikocaioc 
(der der welt kommt, d. h. in die well) Joh 4 4,24 — im B. eniKocxioc; 
S. n*.no«fc jutnpouute (es ist dem menschon gut) Mt 26, 24; n&nec 
nmoy : cco*ra n*y (es ist ihnen gut) 2 Petr 2, 21; B. o^oi amiiroc- 
juloc (wehe der welt) Mt 4 8 , 7 ; B. ni&n&uj n-r^q nic&^R (sein eid dem 
Isaac) 4 Par 4 6, 16; — mit suffixen : nex^q nuioy : n*y , ^ioi ajuuloc 
norren : lurrn; S. efRcAeye n&c *n (sie befehlen ihr nicht) Z. 445 ; B. 
tt^qcpenrriAi^n noio*y (er drohte ihnen) Luc 4, 44 ; nTnoTptnigT n*q 
(daB wir ihm huldigen) Z. 324 ; ^n^oftan^ n&R e&oA *5en n&girr 
THpq (ich werde mich dir oflenbaren mit meinem ganzen herzen) Ps 9, 2 ; 
S. eqoYcnug n±y e&oA (ihnen sich offenbarend) Act 4,2; B. nn e-rujini 
nurren (die euch prophezeien) Jer 34, 9; o^oi. iuu (wehe mir); o^oi 
nnrren iuc*j6 : ofoi lurrn m«p«duuuL&Te*rc (wehe euch, schriftgelehrten) 
Mt 23,43; B. «ao£i n&R (ich stand dir, ich harrte deiner) Ps 24,5; 
S. &A&OY n*i (komm mir) Ming. 4 46; x ra : R(n m ^ n**q heiBt »sich 
erwerben«; B. hh ere ajuulok oy&&i ujon ninof (die, denen kein heil 



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328 



XXXVII. CAPITKL. 



isi) Ps 145, 3. Aus dera pronominalen dativ kann der nominate ent- 
nonunen werden, z. b. oyo£ cyeiganii h^k hcai lURe^inoTfiu e^oyo- 
juo*y (und sie sollen dir und den andern zum essen sein) Gen 6, 21. 

Dcr dativ hat wenig nachdruck und steht daher in manchen fallen 
als dativus ethicus; so stets in ^uje iiki (ich gehe), &.qtge n*q (er gieng 
fort, ib S[bn); ahnlich S. ne *q 0*^01 uj cAihr n*q (er wollte gehen) 
Ming. 211; &q£eitq iuwq (er entfernte sich) Gal 2,12; £€ju.cj h*r (setz 
dich) Jac 2, 3; S. cui n*R (trink doch) Z. 336; B. cc oyROf* 1 «u*pn 
n*.R (trink doch ein wenig wein) 1 Tim 5,23; B. epueyi noioy (sich 
denkend) Joh 11, 31. 

604. Der dativ ist im koptischen von beschranktem gebrauch; er wird 

nicht von einem verbum regiert , so daB er unumganglich ware ; seine 
verbindung mit demselben ist nur eine lose. Die bestimmte abhangigkeit 
dieses casus selbst von solchen verben, die sonst den dativ zu erfordern 
pflegen, kann nur durch einen bestimmteren casus bezeichnet werden — 
durch den accusativ und genitiv oder durch den di recti v. S. ujejuuje 
n*q (diene ihm) Mt 4,19 heiBt soviel wie: »verrichte ihm den dienst«; 
ebenso neTeRit^ofmujT it^q (der, dem du deine huldigung darbringen 
sollst) ib. Nachdriicklicher aber heiBt es im boh. texle : ncrc ncRiioy^- 
ne^reRCOfiaajT Ajuuoq oyo£ it&oq AJtAi^y^Tq nexeReujeu.ujfrrq ib. 
und B. ^qigcAjiuji AJtAJtraoy (er bediente sie) Luc 4, 39. Nie kann ein 
verb auf einen dativ als sein object angewiesen sein ; ist dasselbe eine 
wesentliche erg'anzung des verbalen begrifles, so muB es durch aajuo* 
ausgedriickt werden, z. b. B. oy nerujon juuuo (was ist dir) Gen 21,17; 
nexotu aaaior : ne-rn^ujeme juuuior (wer dir gleicht) Ps 70, 49; B. 
eiotu AJuumrren (indem ich euch gleiche) Joh 8, 55 ; oyon co/xoai : oyn 
<4o»x (es ist moglich) und juuuoit upscm : a&aaii tfoxx (es ist unmoglich) 
kniipft den dativ regelma'Big mit n, aiajlo* an ; z. b. S. oyn tfoxx Ainno-y xe 
(Gott kann) Mt 3, 9; oyn <^ojul aaaaoi (ich kann) 26, 53. Selten jedoch 
hat unser dativ diese bedeutung eines nahern objects, ungleich hauBger 
driickt er die beziehung einer person auf den in sich abgeschlossenen be- 
griff des verbs aus ; in diesem falle wird er im koptischen durch den 
directiv ersetzt; z. b. S. &rrei f**p enepnei (ich gab an den tempel) 
Mel. 5,168; B. juuuoti hiu xoi cprao^f (ihnen ist keine zahl gegeben) 
3 Reg 8, 5'; B. &qoYuiif£ epuioy (er offenbarte sich ihnen) Luc 24, 35; 
&irain epaixeii oyo£ AincxeiNS'oracc (wir spiellen euch und ihr tanztet 
nicht) 7, 33 ; ^n^epvJr^Ain cn^noy^- (ich werde meinem gotte singen) 
Ps 145, 2; S. neRKU) eofon iuu (du sagtest zu jedem) 12, 44 — fiir 
B. &jrcui aiajloc nofoit ni&eix; S. ecxitxam cy&A&Ae (sie gleicht einem 
korne) Luc 13, 19 — fiir B. &coni noyn^pi; B. &cotu eoy, var. hoy, 
oyo£ *.mvxei\eumc coy : epe xAinxepo AAnitOTfxe xirxran eoy *ym 



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DAS OBJECT. 329 

eitUKTirruinc ettuui (wera gleicht es und womit soil ich es vergleichen ?) 
13, 18. Bei unpersonlichen verben ist der dativ mit it, iu»4 nur selten, 
wie bei e^ecri, n*nec, ccotti, ertraglich; bci upx>o*x ist n, ajuulo4 das 
gewohnliche und e fehlerhaft, wie in B. aiajlou ujxojul egAi cep n&jAuum 
(es ist niemandera moglich diese zeichen zu thun) Joh 3,2; die moisten 
impersonalia verlangen jedoch e, ep<>4, namentlich cuje : ujuje (es ziemt 
sich), £urt : £mic (es ist nothig), auch B. khii und S. £ui (es geniigt). 

Das reflexivuni oder zuriickbeziigliche pronominale object liegt bci 505. 
neutro-passiven verben in dem si a mm e selbst und bedarf keines weitern aus- 
drucks. Wo es aber ausdriicklich bezeichnet wird, geschieht es durch die 
suffixa — sowohl im accusativ als im genitiv, nach der allgemeinen regel. 
Man kann sagen aa.&toy&o und aa.&.*toy&ok (werde rein, reinige dich) , *wq- 
Ofuin^ und ^qoyon^q (er offenbarte sich), &.q$oiii£ und *q<£oit£q (er 
wandte sich). Vcrandcrliche verba, welche das reflexivum im accusativ 
ankniipfeu, sind i&*q : ei<w*4q (sich waschen), Kota&tq (sich kriimmen), 
KOT4q, RT04q (sich wenden), B. Ao-x^q (sich enthalten, aufhbren), S. 
no-x^q (sich werfen), oyoeiie4q (sich wegheben), o*&c4q (sich taufen), 
S. oiu**q (sich emporschnellen) , onuj*q (sich einschleichen) , ox£4q (sich 
ersticken), o«fon£*q (sich oirenbaren), o*r&£*q (sich anschliefien) , poe&4eq 
(sich lagern), cof&04q (sich beschnciden) , c*w£T4q, ceg;T4q, c*£Ui4q 
(sich entfernen), B. -roJU4q (sich anhangen), 8. Tod^q (sich anschliefien), 
Ttun4q (sich erheben), ujo£rx4q (sich verwandeln) , ujopiwq (sich auf- 
machen), qrr4q (sich aufheben), £rr*q (sich werfen), geii4q : £irr4q 
(sich nahern), £on4q (sich verbergen), xoA4q e&oA (sich verleugnen), 
S. ^oAx4q (eig. sich einhiillen , sich befassen) u. a. nebst mehreren 
causativen ^e&io*q : -»&&j04q (sich demiithigen), TOTfAo4q (sich reinigen), 
T&.e»04q (sich zuriickwenden), TOfxo4q (sich retten). S. &Aok, &Auttii 
(hore, hort auf!) ist ebenso wie ajuo4K, f *juui4'rn (sich auszeichnen) nur 
mit den suffix en gcbrauchlich. Ob of^gfeeq (bellen) Ex H , 7 auch ein 
reflexivverbum ist, bleibt dahingestellt. Das pronomen der 2. pi. des re- 
flexiven verbs lautet eimoy : THyrii : THnof — nicht Ten : Tn, z. b. 
co^ffce-eHnoY '• cMeTHfrn (euch beschneiden) Act 15, i ; gieHitoy : nex- 
THTfin (werft euch hin); ujepeirmyTn (macht euch auf) \ Reg 29, 10; 
M. k^ttthiioy (wendet euch). 

Wie der accusativ des personlichen pronomens, so driickt auch der 506. 
genitiv das reflexivum aus, so namentlich nach veranderlichen verben 
in den dauerzeiten, z. b. S. -rum juuuok (starke dich) Mt 9, 2 ; B. n&q- 
TeitgoyT A&AAoq epoiof *n nc (er vertraute sich ihnen nicht an) Joh 
2,24; iih e*rpiKi aa.aa.oiot em^pon (die, welche sich zu den arger- 
nissen neigen) Ps 4 24, 5; n^Y Tj * JUto ammoy : eyTrgAAO AiAioof (sie 
warmten sich, sich warm end) Joh 18, 48; ha^^ccA aaaioioy (sie 



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330 XXXVII. CAPITEL. 

trosteten sich) 1 Petr 3, 5; S. cpe ncrpoc juokjuck xiAioq (indem 
Petrus sich bedachte) Act 10 J 9 — neben B. jueKJUCKOHuoY (bedenkt euch) 
Hebr 12, 3. Aber auch in den ubrigen zeiten tindet sich dor reflexive 
genitiv als die nachdriicklicherc form des objects, z. b. d'ici juuuior j6cr 
Teivx.oAJL (erhebe dich in deiner kraft) Ps 20, 14 — fiir das neutro- 
passiviscbe S. -xice; a'po juuuior (avSptCou) Deut 3 4 7 6. 

Nothwendig ist der genitiv als reflexives object nach unveranderlichen 
verben, daher namentlich in ^cAhA juuuoq Ps 32, 1, oyitoq juuuoq, 
p&uji xiAioq (sich freuen), jurron juuutoq (sich zu ruhe legen, entschlafen 
d. h. sterben), £poyp juuutoq (sich enlhalten) Jer 14, 21, B. gepi uuuoq 
(sich beruhigen), JU-oyurT uuuoq (sich ergehen) Gal 5, 1, ^aiAeu. uuuoq, 
ihc juuutoq (sich eilen), ^6uinT uuuoq (sich nahern) Joh 6, 19, tgo-ftgoy 
juuutoq (sich riihmen) u. a. Neben mihc uuuoi (Job 23, 14. Gal 2, 10) 
ist auch ihc ktotr (2 Tim 4, 9), ihc mren-OKROY (2 Petr 1,10. 3, 1 4) 
gebranchlich — wobei zu bemerken, dafl ihc (eilen) die bedcutung seiner 
qualitativform ganzlich verloren hat. 

Die verba, welche den di recti v nach sich Ziehen, driicken durch 
diesen auch das reflexive object aus, z. b. S. eqpocic epoq (er bewacht 
sich, hiitet sich) Z. 362; B. &icjuli cpoiuji cpoi (ich habe gelernl mich 
zu begntigcn) Phil 4,11; u. dergl. 

507. Eine verwechselung des reflexiven objects mit einem nicht reflexiven 
accusativ, genitiv und directiv der dritten person ist nur in sellenen fallen 
mbglich, z. b. $h CT^q-THiq (welcher ihn verrielh) Mt 3, 19 — und $aj 
eT^q-THiq (dieser, welcher sich hingab) Gal 4,4; B. &.q*ruinq (er erhob 
sich) Mt 1, 24 fiir das S. ^qTinoyit — und ^q^raiofn uuuoq (er erhob 
ihn) Luc 23, 16. Auf alle falle kann sich das reflexive object durch ein 
adjunctives pronomen der bedcutung » selbst «, wie uuu^Y^Tq : ju*Y**wq 
oder £aiq : giuaiq, vcrstarken, z. b. ju*.peqn*.gjueq goiq (moge er sich 
selbst erretten) Luc 23, 35; julh &.qn«j5ooiieq uuufc.ffc.Tq : jukti eq- 
hajuloyoyt juuutoq (will er sich etwa selbst todlen?) Joh 8, 22 ; u. dergl. 

Das reciprokc pronomen kann allein durch das reflexive ausge- 
driickt werden, deutlicher geschieht es durch den nominalen plural 
epHoy : epHf VJy .. are (genossen, einander) mit dein possessiv- 
pronomen, z. b. &.n*r*pKOit : fcnuipR nnenepHf (wir verschwuren uns, 
einander) Act 23, 14; nfci eT^Y T * k P Re RoycpHOY, var. e*Tfc.-yuipR ncut 
itoyepHOf : Rfci KTrfcyuipR niteyepHf (welche sich mit einander ver- 
schworen haben) 23,21. 

508. Von einem verbum konnen zwei objecte abhangen, eins der sache 
und eins der person , ein naheres und ein entfernteres. Der d a t i v als 
personliches entfernteres object verbindet sich ohne schwierigkeit mit 



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DAS OBJECT. 331 

einem sachlichen naliern objecte; so mit dem accusative, z. b. euprejuute 
$*a n^Ai (dies niemandem zu sagen) Luc 9, 21 ; S. &r0*k o*yc£iJULe ii^r 
(du hast dir eine frau gefunden) Z. 296; S. vypne^oof n*q (sie thatcn 
ihm boses) Z. 394; S. ^qoyoRgq efeoA nne*ror&<w& (er offenbarte sich 
den heiligen) Ps 15, 3; B. oyo£ ^RS'opnoy e&oA n^itRoyx.! h*.- 
Auiofi (und du hast es den kleinen knaben enthiillt) Mt 11, 25; B. *y- 
X^n fiOY^^uj RHi (sie haben mir eine schlinge verborgen) Mt 139, 6; 
^c6*i ajuuloc Rurren : 'fcg^i aiajloc rktr (ich schreibe es euch) 2 Petr 
3, 1 ; B. AA&. ne-repwren ko^OR Ri&en (gebt jedem was ihr schuldig 
seid) Rom 13, 7; S. a&& mreAoc A&n&irxeAoc (gebt den zoll, dem der 
zoll gehort) ib. ; oyuiiR ht£ T<£e \qTHiq nuio*y (brot des himmels gab 
er ihnen) Ps 77, 24; B. rh e-r^c&ui rhi (die, welche mir lehre geben) 
Prov 4, 4; B. not q^cAui ntu&cAAcy (der Herr lehrt die blinden) Ps 
145, 8; rh eejuocf aajulor ewK^ujini uoiof : ^r^ujirc nneTAJiocre 
juuuton (du hast beschamt die uns hassenden) 43, 8; A&dtg&n rhi (gieb 
inir recht, ri elite mich) Ps 25, 1 — neben a&&£<mi epoi 42, 1 ; B. 
^q^iuoY **$+ (er gab Gott preis); Juncp^JutR^ rki (gieb mir nicht 
krankung); B. epeTeiv^^e-HTen n*q (ihm beachtung schenkend) 2 Petr 
1 , 19 — fur S. eTein^THTn epoq ; S. &.ni oyeoof Aineqp^n (bringt 
ruhm seinem namen) Ps 28, 2; B. Ainepx* noyb RurreR (sammelt 
euch nicht gold) Mt 10,9; eepAnin xxty^ (Gotte diener zu sein) Luc 
1 6, 1 3 — wo eine variante das starkere c hat; B. ^cpuj^Hp nRPY e P KO T 
(sie waren einander freund) Luc 23,12 — aber S. A/rf>uj&Hp eReycpHy, 
wie eqo nuj&Hp eHRoyre (Gotte freund seiend) Nic. 1, 44; S. itre- 
poYignTOOTC n*reqA&&«tY ujuich<£ (als sie die hand seiner mutter dem 
Joseph verlobten) Mt 1, 18. Ebenso ist der dativ bei dem genitiv des 
objects gestaltet, indem er vor oder nach demselben steht, z. b. *mo*p 
jutnen: hoYuioT (bringt dem Herrn ruhm) Ps 28, 1 ; ^q^oiof noioy 
no-fAJt^nn^ (er regnete ihnen manna) Ps 77, 24; *Jr*pRo juuuior aa^^V : 
^ajjro a&julor AJinRoyrc (ich beschwore dich Gotte, d. h. bei Gott) 
Mt 26, 63 ; B. ^qofoin^ itneqty^Hpi rrh e+oy±& (er offenbarte seine 
wunder seinen heiligen) Ps 15, 3; B. eqo*j*cun£ nnirp^^H n^n e&oA 
(uns die schrift offenbarend) Luc 24, 32; S. ^q^^pi^e h*h itgmfe riaa 
(er gewahrte uns alles) 2 Petr 1,3; S. ^ no^on riai nneTeparTR 
(gebt jedem was ihr schuldig seid) Rom 13,7; <^oi a&aaoc ruttcr (ich 
sage es euch) etc. So steht iri : cine (fuhren, bringen) immer mit dem 
accusativ oder genitiv der sache und dem dativ der person. Haufig ist 
der dativ mit dem genitiv nach ujumi : ujame verbunden, z. b. TeTcn- 
n&ujcum rhi Ajuue^pe : nTe-rnujume r*wi juuutrcrpe (dafi ihr mir zeugen 
seid) Act 1,8; ^yujoini hhi ifse n^epAiuioyi ruiir : & H«^AAeioo«fe 
cyanic n*.i noem (meine thranen sind mir brot gewesen) Ps 41, 4; S. 
Tcrntnoon n&f nno^ite^ (ihr seid ihnen ein spott) Z. 572. So trifft 



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332 XXXVII. CAPITEL. 

man nach ujuini : ujuine auch bci dem d i recti v den dativ, z. b. B. *q- 
ujumi iuu eycm-rHpi* (er ward mir zur reltung) Ex 15, 4; S. ujame 
n&j eynoyre nn^ia/re ±yuu cym AAAiAJuLnurr (sei mir ein schiitzender 
Gott und ein haus der zuflucht) Ps 30, 3 — wo aber das B, it hat: 
ujuim iihi noy noyf tin&tg^ newt oym aiai*jul<$oit ; B. *iior eietgmm 
tiuiof nnof^ oyo£ n^uio*y ^moy eycigaiiu iihi eyA^oc (ich werde 
ihnen Gott sein und sie selbst werden mir zmn volke sein) Hebr 8, 10 — 
' wofiir der mitteliig. text schreibt : r^tgoini nny nnof^ ncetgoini it hi 
itoyA^oc. Sonst ist der dativ neben dem directiv selten ; z. b. B. &.ii 
eYOYiuitu aiiurocaioc (ich kam der welt zu einem lichte) Joh 12, 45. 

509. Das entferntere, so zu sagen sachliche, object im genitiv tritt oft 

zu einem nahern im accusativ, zunachsl namentlich nach den verbalen 
composita, welche einen abgeschlossenen begriff bilden, z. b. fc.qgiccir^ 
julaioc : * imottc cuncnTe a&a&oc (Gott griindete sie) Ps 47, 9; B. 
jUL*peq£iuini e&tuc nujopn hofcutu (er werfe auf sie zuerst einen stein) 
Joh 8,7; $*a \noK e^iuiiuj Ajuutoq iioi-ren : n*i c^r&tgcocitg 
juuutoq nH'in (der, den ich euch predige) Act 4 7, 3; B. ^q^eii'Vni 
jo.nujLaio*y (er kostete das wasser) Joh 2, 9; B. £in&. irr^ofiu hoy- 
juofcep n*rc ncqeinofi (dafi ich lose einen riemen seines schuhs) I, 29; 
oy ?*p eTe nipuiJULi n^^ejut^Hcy juuutoq &.quj*iraeAi£HOY juliurocajloc : 
epc npuijute K^p n&'tg.Hl' **°T equj^n^Hy julhrocaioc THpq (was hiilfe 
es dem menschen, wenn er die ganze welt gewanne) Mt 16, 26; Teq- 
>\Hr9C H **.£ irreq'foci julaioc : nq^oce •*€ tiTeq^f^H (daB er seine 
seele schadigt) ib. ; OtfepAoRi ajuuloi *w T*JUL**y ^lujujuaoy ajlajloi : 
irrfc/fui juuuloi . . irr*. it*jul*^y «iof ui ajlajloi (ich bin gezeugt worden, 
meine mutter hat mich empfangen) Ps 50, 7 ; B. e-eite oy -re'ren^g^n *kit 
n^juLe-»AiHi (weshalb richtet ihr nicht das rechte?) Luc 12, 57; &.pi$JULe*yi 
AJLneK&uiK (gedenke deines knechtes) u. s. w. 

Weiter steht der entferntere genitiv nach dem accusativ bei den 
verben des mac hens und I ass ens auf die frage wozu? als was? 
Bisweilen steht vor diesem genitive der unbestimmte artikel, haufiger fehlt 
er; z. b. jutnepep nm Ain^iurx hoffu uujurr (macht nicht das haus 
ineines vaters zu einem kaufhause) Joh 2,16; -renipi juuutoq hc«jul€-»- 
no*pL : etteipe Auutoq itpeqKid'oA (wir machen ihn zum liigner) 1 Joh 
1, 10; CMq kofpo * e**q nppo (ihn zum konig zu machen) 6, 15; B. 
nqofuiuj <wtt e*ic ncp*£ (sie nicht zum argerniB machen wollend) Mt 
1, 18; B. &.q^«JULioq n[oT]^uioyT neAi [o*f]c^iAU (er machte ihn zu 
einem manne und einem weibe) Gen 1, 27 ; S. jULnp&.&.*r nujexiAJLo eneiA&& 
(entfremde mich nicht diesem orte) Z. 474; B. hijul ne e^r^q^^R 
tt^p^uin c^piu exuin (wer hat dich als obersten iiber uns gesetzt?) Ex 2, 1 4; 
R*«tr n&R nujHpe (halt mich als sohn) Z. 353; n^noeHRH ^-it^ROToy 



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DAS OBJECT. 333 

niuurt ngoT*o : t*ro*toy n^enno^ (ich werde ineine scheunen als 
groBere bauen) Luc 12, 18; B. n«Jtuujf htnoy err±y*Tiu*Toy n*n irr^io 
(diese groBen herrlichkeiten, die uns als ehre gegeben sind) 2 Petr 4,4; 
und auch rait dem genitiv statt des accusativs : B. & ^ xxoyriK AMupccuuLi 
kofOAii (Gott bildete den menschen zu einem thon) Gen 2, 7. Lieber 
wird aber der erste genitiv als casus absolutus voraufgenommen, z. b. 
£*ncn&.T£ ^y^ ^ R0 T «m>y$*uj iwtfc^A^Y* (Ossein haben sie ausge- 
spannt zu einer schlinge meinen fuBen) Ps 4 39, 6. amiuj&. (wiirdig sein) wird 
nach ipi :.cipe ganz wie ein adjectiv gebraucht, z. b. B. *pi*ren itejuLHtg&. 
(mache uns wiirdig). Aber fur &.it«aq iuSoci Luc 5, 5 muB es ciuSoci heiBen. 
Nach andern verben hat der entferntere genitiv eine instrumental 
oder causale bedeutung, wie B. gin* ncex.op-x.q no^CA/xi (daB sie ihn 
mit einem worte fiengen) Mt 22, 4 5 — fur S. &cr&c eyea'onq git o*ruj&?te; 
nneqdtoHitoT m&onc ngAi (er wird euch nicht durch etwas schadigen) 
Luc 40,49; S. s'oA-xk A&nomg (ergreife das leben) 4 Tim 6,42; S. 
irrirrcioii iut«t?&.*on (daB wir uns der giiter sattigen) Sap. 44 9; B. 
ajliuoy*£t nT&.c&pe (ich trat nicht hinzu mit meinem (leische) Gal 4,46; 
S. ^qpc^T ic Roy&.&.c (er schlug Jesus mit einem streiche) Joh 4 8, 22; 
B. Ainepiq>Tq uumuiof (bitte ihn nicht um dies) Luc 6, 30; B. £oi& tuAen 
eT&qn&.*ro&£q juuutoq iw*e nujcjuuuto (alles, warum ihn der fremde bitten 
wird) 3 Reg 8,42, was besser ee&H*rq lautete wie v. 8 ; B. ti&i*uj SIU 
une^fepHOf ix^e-Ti* (sie fragten einander um den grund) Dan. adj. 4, 4 4. 
Ein doppelter genitiv ist nicht sehr beliebt und wird in der regel ver- 
mieden. 

Bei weitem haufiger wird das entferntere object nach dem accusativ 510. 
oder genitiv durch den direct iv ausgedriickt. Selbstverstandlich ist sein 
gebrauch, wenn er richtung und bestimmung bezeichnet, z. b. effciujite 
e$io*& (das netz ins meer werfend) Mt 4, 48; B. fcrxR c$ioa& (wirf dich 
ins meer) Mc 4 4,23; S. -r^cuiof^ epoof A&n&co«fo (daB ich in sie, 
die scheunen, meinen weizen sammele) Luc 4 2,18; S. -ren neRujHpe 
e-reRRAHci* *sfuu egeiuut^ncm *n (gewohne deine kinder an die k ire he, 
und nicht an die Irinkhauser) Nic. 4,40; B. a. iut" <3Ytc efcgiA&e (die 
sieben nahmen sie zum weibe) Luc 20, 33. Der directiv ist in der regel 
auch dem sinne wie der stellung nach das entferntere object, und unsere 
sprache giebt ihn daher gewohnlich als dativ wieder; doch bisweilen er- 
scheint er uns als naheres object und wir bediirfen des accusativs zur 
iiberselzung. Z. b. ^fx^Ae ofA&Huj epoq : ^.y^Ae £*£ cpoq (sie 
vert ran ten ihm vieles an) Luc 4 2, 48; B. uj^fujen tiica/xj epcuoy (sie 
nehmen das wort bei sich auf) Luc 8,43; — aber B. jul^tajuc mofHi epoR 
(zeige dich den priestern) Ml 2, 44. Der directiv steht nach den meisten 
verbalcomposita gewohnlich zur bezeichnung der person, auf welche 



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334 XXXVII. CAPITBL. 

sich die hand lung richtet, z. b. B. epoyraiiu epaiAii m&en (alien menschen 
leuchten) Joh 4,9; irTeq^g&ii eniRoautoc (daB er die welt richte) 
3, 47; 'H'go epoR (ich bitte dich); S. ergioine €ncnT^Y T * k T°°T 
uj&poc (steinigend die, welche zu ihr geschickt wurden) Ml 23, 37 — 
fiir das B. e-xen; S. &qep£&.i&ec epoi (er beschattete mich) Ps 26, 5; 
Ainep^^praR epoi : AAnpR&poiK epoi (schweige mir nichtj 27, 4 ; 
&qep$*£pi e^iuutHtg (er heilte viele) Luc 7, 24 ; S. Ainpoye^ice 
cA&^f npoiAAC (kranke keinen menschen) Nic. 4 , 52 ; &i3g&£»Ki encrc 
(ich vertraute auf Gott) Ps 4 0, 4 ; S. &jr&£thi epoR (ich vertraute auf 
dich) 30, 2 ; &piox epoq : &prcoeic epoq (herrsche iiber ihn oder es); 
ebenso nach den griechischen mit ep zusammengesetzten verben, wie 
epgeAmc (hoflfen auf), epAoH^m e (helfen einem) Ps 27,7; ^pi^px" 111 
enrrefrr (herrsche iiber die lische) Gen 4, 28; u. s. w. Seltener kniipfl 
der directiv ein slichliches object an, z. b. S. ctAc oy t€t nqrpooyuj 
ciiRececne (warum sorgt ihr fiir das ubrige?) Luc 4 2, 26 — fiir B. £*.; 
B. A&n&.qxeAJULOAA egAi (er vermag nichts) Mc 5, 43; S. nt*xicAra eneq- 
giooye (lerne seine wege) Pro v. ; B. ^.y^iom epuiof* (sie warfen das loos 
iiber sie, die kleider) Luc 23, 34. ep£tu& : pgoifc (arbeiten) kniipfl sein 
sachliches object slets mit e an, z. b. B. R&in «*e n&.qep£uiA eitR&£i ne 
(Kain bearbeitete das land) Gen 4,2; S. ne*rpgin& e*r*itoJuti* (die, welche 
die ungerechtigkeit iiben) Ps 58, 3 ; S. irfit&.f>£iii& &n engraft engraft 
epoq (ich will die arbeit nicht arbeiten, die ich arbeite) Z. 384. 

Bei pronominalem accusaliv ist der directiv zur bezeichnung der per- 
son wie der sache haufig, z. b. pequjoirr epoq (mich zu sich nehmend) ; 
B. necoyT*£ uj^ccoyTomq ciu^hri (ihre frucht reicht sie den armen) 
Prov 3,20; B. *.m&*r«ju.OR eguife ni&en (ich werde dir alles lehren) 
4 Par 28, 20 ; B. aa.&.*tojlaoi eoyc^^epi (zeige mir einen stater) Luc 
20, 24; B. oy juuuuuni e*reRn&*r*JU.on epoq (welches zeichen wirst 
du uns zeigen) Joh 2,48; S. AJuio*y t*tc*Jiok eneg&Hye nnpoiAie 
(komm, daB ich dir die werke der menschen lehre) Z. 34 2; graA ni&eii 
e^n^gengmitK epuiof (alles, was ich dir befehle) 3 Reg 2,3; B. tujuoiit 
e-r*. noc gen^en^HKOY epoq (der weg, den der Herr euch befohlen 
hat) Deut 9,46; ^n&ujeitR eofCA^i (ich will dich um ein wort fragen) 
Jer 45, 44 ; n^yujittj juuuioi eiut ere n^coiof" Juuuuiof *.it : ^Y^noyi 
enei-e n^cooyii juumoof *r (sie fragten mich um was ich nicht weiB) Ps 
34, 44 ; S. eyty^ivxiiOYq eyuj^-xe gu -rerp&^K e*rpeqAoAq epoof 
(wenn sie ihn um ein wort in der schrift fragen, daB er es ihnen er- 
klare) Ming. 208 ; 'fn^T^oq ep*^rq (ich werde ihm seinen fuB stellen, 
ich werde ihn aufrichten) Joh 2,49; $h e^fcy^KROTf epoq : irr^f- 
^iHfTn epoq (der, welchen sie euch iibergaben) Rom 6,4 7. Nach re- 
flexiven verben hat der directiv immer eine dativische bedeutung, z. b. 
S. *r«tT*.&*r e-moptti* (daB ich mich der unzucht hingebe) Z. 329; B. 



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DAS OBJECT. 335 

tojlak epoq (hiinge dich ihm an) Eccl 2, 2 ; cen*OY*£0T eparren : 
cen^of^^of eparrn (sie werden euch folgen) Luc 4 2,34; B. ut^pc 
i\|rf5(lH Jutn^i^Aof rotc epoq (moge die seele dieses knaben zu ihm 
zuriickkehren) 3 Reg 4 7, 2 4 ; B. kii**i*o»ok enK^i : ckh^kotk enn*£ 
(du wirst zur erde zuriickkehren) Gen 3,49; S. JUtnpo&ujK en*conc 
(vernachliissige nicht mein gebet) Ps 54, 2. 

Ebenso wie den accusativ kann der directiv der person den genii iv 
der sache begleiten, z. b. jutnpxe n*i e<V*^«y (sagl dies niemandem) Luc 
9, 2 4 ; S. eq-xni nneiujet/xe eitequu^HTHc (diese worte seinen jiingern 
sagend) PS. 4 99; S. o&m epoq noy-sin tiftppe (sing ihm ein neues lied) 
Ps32,2; S. ne-TKOi ngrHT encqu^ (die auf sein erbarmen vertrauen) Ps 
32, 48; ti^q-rctigofT juuuoq epmo«y &n ne (er verlraule sich ihnen nicht) 
Joh 2,25; S. nqroKS'e juuutoq ereqc^ume (dafl er sich seinem weibe 
anschlieBt) Mt 4 9, 5 ; B. tut e-rco^nj epoi n^nneT^mor (die, welche 
buses gegen mich sinnen) Ps 34,4; B. eqo^fcnn^ Auutoq epuiof (sich 
ihnen offenbarend) Act 4,2; S. eq&uiA epon nnenp^^H (uns die schriften 
erklarend) Luc 24,32; S. n^c&cn npuuute iujui egrafc iuai n^r^on 
(alien menschen alles gute zu lehren) Ming. 4 46. In allgemeinerer und 
selbstnndiger bedeutung folgt dem genitiv auch der directiv der sache, 
z. b. B. irren ^ ofon uj-xoai AiAioq egoifc luften (bei Gott ist macht 
uber alle dinge) Mt 4 9,26; juuuton ujokoai jajucn-ren eofKoysi (ihr 
habt nicht macht iiber ein kleines) Luc 4 2, 26 — wo aber das S. hat: 
Ain ujd'oAi juuuairn ep ofKOfi ; B. ofon luften ce^i juuuoq mi one 
epoc (jeden fiihren sie gewaltsam in das reich) Luc 4 6, 4 6 — im S. 
o*f on vujui *xi juuuoq iraonc epoq nicht recht verstandlich. Bemerkens- 
werther ist : S. a^i-ringc A&A&oq en^ne^ e.Toy*>*k (ich salbte ihn mit 
meinem heiligen die) Ps 88, 20 — fur B. «j-e*t£cq fiofneg. eqof*^ ; 
B. neqgtun THpoy enr^qgongen imeiuo't epraof (alle seine gebote, 
welche er unsern vatern geboten hat) 3 Reg 8, 58. Ps77,5 u. s. w. 

Die verba, welche ein naheres object ira directiv ankniipfen, haben 
in der regel auch das entfemtere ira directiv, z. b. S. gen epon e-reKcgiAie 
(begniige dich mit deinem weibe) Nic. 4,39; S. £ni enegooy eneqgAHye 
(laB geniigen dem tage an seinen arbeiten) Ming. 332 ; B. gonuic irre- 
-renc^ipi epmoy eRe-xcnof (damit ihr es einem andern geschlechte ver- 
kiindet) Ps 47, 44; S. ncytxecye epoi egeime^oof (sie erdachten bdses 
gegen mich) 40, 8 ; B. gin A mften e*r^ a^a^Ai AioyJ- epraof eo*pJry^H 
econg (alles, was Adam eine lebende seele nannte) Gen 2, 49; B. €f*pe£ 
epaiof cne^ooy mre ^npicic (sie bewahrend fur den tag des gerichts) 
2 Petr 3, 7 — wo das S. e^g^pc^ epooy june^ooy irreKpicic den we- 
niger deutlichen dativ hat. Der genitiv ist in diesem fade gewohnlich 
instrumental, z. b. Jumeco«pt neqnod' npttit eAAOfTe epoq juumooy (du 
kann test nicht seine groBen namen, ihn damit zu nennen) Z. 398. 



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336 XXXVIII. CAPITEL. 

511. Nach den wortern des nennens wird der zweite accusativ durch 

die partikel <&e ( nam 1 ich) angekniipfl, wahrend der erste nach § 500 durch 
den directiv ausgedriickt wird, z. b. ihc $h eTOTfAaoTt epoq «e n^c : 
n*i euj*Y Julo T T£ e P°q ** £ ne^c (Jesus, den sie den Christ nennen) Mt 
4,16; *Viiy^ h irre nep^ei ^h ctc $n>Y JUlo T , t e P oc * € "*c*ih '• npo 
£TOYA*OT re c P°q * £ ncritccoiq nrve nepne (das thor des tempels, 
welches sie das schone nennen) Act 3, 2 ; irfejmnin> *n e^poyiAoy^ 
cpoi o&e ^nocroAoc : en'teAAnigA *n caio^tc epoi «c ^nocroAoc : 
eirfeA*nin> en caio*^ eA*j o*c ^nocroAoc (ich bin nicht wiirdig, 
daB sie mien apostel nennen) 1 Cor 15,9; B. n^n«jutoy+ eparrcn *n 
ote «e Amu (ich werde euch nichl ferner diener nennen) Job 15, 15. 
In ahnlicher weise wird auch das fragende object oy und iuaa durch 
«e bezeichnet, z. b. ir^ejuu &n «e ^pexui ajuuloc <&e oy : n^coo^pn 
*n q*£ epexui a&a&oc «e oy (ich weifl nicht, was du sagst) Mt 26,70; 
trrenejuu *n «e &q^m ajuuioc tlc oy (wir wissen nicht, was er sagt) 
Joh 16, 18 — wo Schwartze das oy ausgelassen hat, obwohl es der vor- 
treffliche diezische codex gewahrt. 



XXXVUI. CAPITEL. 
DAS ADVERB. 



512. Das adverb hat im koptischen selten die form eines einfachen wort- 

starames von nominaler entwickelung , wie c*q (gestern) , p^c^ : p^crrc 
(morgen), &n±y : Tii^y (wann), ^noy : -xeno^f (jetzt), Tooyi, ujoipn 
(morgens), poygi (abends), Aiit^i (hier), aiiih (dort), ^oin 2 -rout (wo), 
taj (hier), th (dort), ai^tc (sehr), on (ferner), otc 2 a'c (ferner), 
&j>HO«r : *$ny (vielleicht) , ce (ja), pen (eben), con (manchmal), necon 
(einandermal) u. s. w. Einige nomina treten selbst mit dem artikel im 
accusativ als adverbia auf, wie S. ngoyn (innen), n&oA (auBen), Ofcon 
(einmal), ^ncon : gencon (manchmal) u. a. m. Die sprache ist arm an 
umstandswortern und hat daher eine groBe zahl derselben aus dem griechi- 
schen entlehnt, z. b. ^jula (Sfia), £oaaowjc (ojjloud;), n^Am (iraXtv), 

AlOVIC (fi-OY 1 ^) u ' v - a * 

Absolute einfache wortstiimme, im accusativ und ohne artikel wie die 
genannten, fiigen sich schwer in einen satzbau, dessen einzelne glieder 
wie in einer kette in einander hangen ; und wenn auch einzelne vielge- 
brauchte nominalstamme mitunter adverbial gebraucht werden, so ist doch 
dem bau der sprache gemaBer, daB ihnen durch die prapositionen ihre 
stelle im satze angewiesen werde. Adverbia sind daher im koptischen 
meist nomina oder verba, welche mit hiilfe der verbaltniBwbrter dazu ge- 



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DAS ADVERB. _ 337 

macht worden sind. Schon in der alliigyptischen sprache verhalt es sich 
so, indem vor alien die pra" posit ionen 6^ m (in) und <=> r (zu) adver- 
biale ausdriicke bilden. Jenes ist iin koptischen zu it (phonetisch jul) und 
dieses, wie bekannt, zu e geworden. 

Die hauptsachlichste adverbiale parlikel ist H, welche in brtlicher 513. 
bedeulung vielfach zur bildung von adverbien dient, z. b. jun&uuew : 
juncijuew (an diesem orte, dieses orts), iu6<vpt : it^oyit (innen), JutfiioA-: 
nAoA (drauBen), junujoii (oben), unecHT (untenj; wird aber in einigen 
fallen wie tvejutH^- : irrjmicTe (mitten) schon dutch die proposition *5en : 
gn (in) vertreten. it wird zunachst auf die zeit und ordnung uber- 
tragen, z. b. nc*q (gestern), AA^ooy : junoof (heute), juuulhiu : juuuhhg 
(taglich), itTepoutni : irrepojutne (jahrlich), noputHuj neon : ng*£ neon 
(oftmals) — weicht aber audi hier oft der proposition j6en : £n, z. b. 
B. hof^o^ j6en oygo^ (plbtzlich), ivrc^ewuji jutnie-xiupg : git rn^ige 
n-rcyojH (in der mitte der nacht), S. ivtkypi^kk (sonntags) fur B. 
nj6pHi j6en c£oy*^ nmc^M^Ton. Weiter bezeichnet n das raumliche 
oder zeitliche maB, z. b. JtoyROfTs:! : HoyKoyi (ein wenig), S. nnoyi- 
KO*p (allmahlich, bei kleinem) neben ujhjulujhjul ; ngoyo (mehr); nuj&ujq 
nnuifii : nc&iyq neon (siebenmal) ; &qogi juuut*^ hegooT 6 (er blieb dort 
zwei tage) Joh 4, 40; «tquiiv6 nSujeju&fii npojutm (er lebte 230 jahre) 
Gen 5, 3 ; S. JutnpnHcreye jutncew&ftewron JuncgooY THpq (faste am 
sabbath nicht den ganzen tag) Nic. 2, 233. Wenn ein solcher adver- 
bialer genitiv in einem relativsatz aufgenommen wird , so geschieht es 
durch juuutoq, juuuloc (vergl. § 439). 

n bildet adverbia der art und weise, wie jutn&ipH^ : htci^c (dieser 
art), und hiiufiger noch von artikellosen nomina, sowohl von substantiven 
als von verben , von letztern insofern sie infinitive sind ; dahin gehoren 
trxinxH (vergebens), ngAiorr (umsonst), ivxohc : n^onc (gewaltsam), S. 
n<sn^ (gewaltsam, eig. mit dem arme); nno*ps. (falsch), z. b. nnenuipn 
nnoyx (du sollst nicht falsch schworen) Mt 5, 33 ; ii«A«&nH (aus liebe), 
z. b. ujAhA e&uii newivwiiH Leps. Dm. VI. 4 02; juuue'xpuijuteoc (lateinisch); 
nnm (der zahl nach, an der zahl), mum (der hinge nach), wie o^ju^oi 
nujiH Mt 6, 27 — wofiir aber auch T *juut*>gi c^ujih Gen 6, 15 vorkommt ; 
— n^oiAcAJt (eilends), n^iun (verborgen), n^io^i : n^io^fe (heimlich), 
no^iun^ (ofTenbar), ncuioyrcn : ncooyxn (geradezu), u. a. In diesen 
fallen wird n jedoch oft durch ;6en : gn abgelost. Das adverbiale n neh- 
men selbst durch priipositioncn gebildete oder griechischo adverbia an, z. b. 
M nig> eneg (ewiglich) Thren 5, 19, nn^Aiuc Luc 6, 48 nehen k«^\uic, 
ncnoy^ciuc 7, 4 u. a. 

Fast in alien seinen adverbialen bedeutungen wird n durch die nach- 5 *4' 
drticklichere proposition t)6H : 3H (in) vertreten, z. b. j6en ojuh^ (in 

Stern, koptische grawioatik. 22 



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338 XXXVI11. CAPITES. 

der mitte), ;6en nicHoy exejuuutewY (in jener zeit), S. git oygooT 
(eines tages) neben koy^ooy : no^oo^ ir^-go^ j6en oYgo'V (plotz- 
lich) u. a., besonders audi zur bezeichnung der art und weise, sowohl 
vor nomina, z. b. &en OTAJte-re^AHO^ (vergebens), *5en cvpueTC^fte 
(klug), j6eit oyAie'r^Tejuti (unwissend), &eit oy%xc^MXHi : gn oy*xe 
(wahrhaftig) ; — als vor verben , z. b. ;6cn oyiHc : £ii o^cnn, £ii 
OTcnof^H (in eile), ;6eit OYcuioyrcn : git otcooyth (aufrichtig, recht), 
j6cit of gain : gn o^gum, aber auch gAi ngcun, giut c^inn (verborgen), 
&eit ofuji (nach dem maB) Job 3, 34, £it oysuiK (vollkoramen), £cit 
of'^^^po : gw oyoipTt (sicher), &eit oyoipq (ruhig) , j6cn ofR*^ (verstandig) 
Ps 46, 8, £>en of^ciewi : git of^c&i (leichtsinnig) , j6ch ofp&uji (frcudig), 
j6en o*f*tJui&£.i (gewaltig) u. s. w. Der nominate oder verbale stamrn hat 
in diesem falle immer den unbestiramten artikel. 

Verba werden oft durch das adverbiale ihres eigenen starames mil 
£eu oy-:git of- verstarkt, z. b. B. j6en o*f?s:ojut. -re nn\^ eu/xojui oy&hoy 
(Sovarol Sov^aop^&a repos aoTOus) Num 4 3,30; &eit -xjn^peg itifteu 
*pe£ encR^HT (iziaiQ cpoAax^ TYjpei ar^v xapot'av) Prov 4, 23; B. ^qpuuti 
;6eit ofpixii eqeituj^uji (IxXaoas 7rtxpaK) Ml 26, 75 — fiir das S. *q- 
puute ejuew-re gn Ofciuje ib. und ewqpuuti j6eit cvptigfetgi : ^qpume git 
ofciuje Luc 22, 62 ; B. ;6eti oyuioy ^.q^iuiof (£v86E<i>s 8s86Eaorai) Ex 
\ 5, \ ; S. git ofgfit* ccit^pgfit* juuuoof ^\m gn of&neiAH ceiteweaieiAi 
epoof (sie werden sie schreckend schrecken und sie drohend bedrohen) 
PS. 31; njaof *^e iri-^qjuoT ngirrq of^i^e ne (das sterben, an deni 
er starb, war die trunkenheit) Z. 264. Wir haben dieser adverbialen 
form schon beira infinitive gedacht, der sicti durch dieselbe sehr haufig 
verstarkt. Vergl. § 473. 

515. Adverbia von bestimmterer bedeutung werden mit andern praposi- 

tionen zusammengesetzt. 6 (zu) bildet zunachst einigc ortliche adverbia 
der richtung, wie e^oyn : e^ofn (nach innen), e&oA (nach auBen), 
cgpHi : cgp&i (nach oben), e&pm : egp&i (nach unlen); gewohnlicher 
aber steht vor dem nomen nach e der artikel, z. b. enujoii (nach oben), 
cnecHi (nach unten), e*rgH (voran), ec^ofei : eno^e (fern); so auch in 
einigen andern ausdriickcn, wetche durch e eine energischere bedeutung 
erhatten als durch it, wie eiu6«t€ : eng^e (zutetzt), eneqp^c^ (am fol- 
genden tage), eirmpq (uberhaupt), ewxiivxH (vcrgebens), enigo«yo : 
enegofo (<h* plus) — wohingegen tv&iiraH und itgofo olme artikel 
stehen. Sonst ist das artikellose nomen nach e setten, wie in S. npiute 
newujiune epofgc irre irreAftA ujiune eg^xoofc (das weinen wird abends 
sein, daB der jubel morgens ist) Ps 29, 6. Auch der unbestimmte artikel 
ist nach c selten, z. b. e«pu* (an einem orte, zugleich). e^pcon (auf ein- 
mat), e*f«o««^oif (zum guten). 



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DAS ADVERB. 339 

Priipositionen , welche auBerdem zur bildung der adverbia dienen, 
sind gi ( au 0> ^* : £* (unter), ty* (bis), c* (seitens) u. dergl. 

Adverbia des oris sind die demonstrativen juuu^t (da), cai^t 516. 
(dahin); B. jutn&i (hier, dort); ejutnewi (hierher), exinH (dorthin); cajuitewi 
(von hier), ujdjunea (hierher), gajuit^i (hier), gajuitH (dort); t*i (hier), 
th (dort), e&oA *t*i (von hier, ivreoOsv). Von den norainalen stiimmen 
AoA, &oyn, &pHi, gpHi, ujiiii, ecnrr, me, £H, ^fegof bilden sich 
vielgebrauchte adverbia, namlich von AoA (auBen), hier. J^S ber, 
JjTiT^^ 5 burire: S. nAoA junAoA aitiAA (auBen), AiftoA : it&oA 
(heraus), efcoA M. eA&A (hinaus), c^ftoA ncew&oA ntytJioA (auBerhalb) ; 
— von ^o^n : £OT n (innen), hier. ^rrf^p^ ynu (das innere): iu6oTit : 
n 2.°T n ' 2i£°T n (innen), c*j6o«)fti : c^go^n (innerhalb), e^Soyn : egoyn 
(hinein); — von j6pm : £p*>i : gAm (unten), hier. <=> yrai (das untere): 

n&piu (unten), e&pm : egp^i (hinunter), ce>j6pHi (unterhalb); — von 
£pm : £p*i : £Ahi (oben, auch noch adjectivisch »das obere«), hier. 

<=> \ 4 hrai (das obere): ngpHi (oben), egpm : egpewi : egAm (hinauf), 

S. auch ty«t£p&j, igew e£p*j; — von ujuii (das obere), hier. LLIjZ^f 
§a: junugaii (oben), enujiui (nach oben, hinauf), c&nugiui (oberhalb), 
uj&nujuii (bis oben bin) Job 2,7; — von S. -rne (das obere): jume'xne^ 
irrne (oben), gi-rne, nc^Tne (oberhalb); — von ccht (das untere) : 
AAnecHT (unten), enecHT (hinunter), c^necirr, S. auch cew amiccitt, £*- 
necHT, gmecirr (unterhalb); — von £H f. (das vordere), hier. ~^^ 
hat, in n^rr n^H (vorderfuB) Z. 469: ct^h : e^H (vorn, voran Luc 18, 
39), j6*-x£h : £*t£h (vor), c*t£h (vorn) in e*rc*TgH (der vordere), 
£i*T£H : gi<&H gigH, schlecht gin (vorn); B. e&oA grxgH tiejut gi^go^ 
(von vorn und hinten) Apoc 4, 6 ; — von ^^07 : n^go^ (hinten), 
hier. ^ pch (das hintere): gi^go^ : gin^go^ (hinten), c&$«tgo*f : 
tic^n^gof (hinterwarts), e$*goY : en*£OT (nach hinten); — von ;6kt : 
^ht (nord): S. €gKT (hinunter, namlich den fluB hinunter), viclleicht 
von |\ ® >*«< myt ; — von p h c (siid) : S. epnc (hinauf) ; — von 
a* itp (jenseits) : guuifp (auf dem jenseitigeu ufer) und ejump (nach dem 
jenseitigen ufer). Andere locale adverbia werdcn durch entsprechende 
substantia umschrieben, z b. c$jul&. (anstatt); Junewijuew : juneiut*, (hior), 
enewijuew (nach hier) , juuuuwi iti&en : %x%x*> niju (iiberall) ; ey jut**, gio*puA. 
(zusammen), tiopu.*. (irgend wo) von jut* (ort), hier. ^= via; — S. 
xineicew (diesseits), z. b. nno^"xe jutneuutew trroq on ne ntiof *xc juneic^ 
(der gott hier, der ist auch der gott da) Z. 336; B. itc*. ca. mfecti 
(allerseits); S. e&oA gi Kec*. (andrerseits) = na'oq-rcii : iraoq-rti : — 
itOAiH^, ;6eit ojuh^ : ti-xjuiH*rc (in der mittci : xiniKiu-V : AinKurre (im 
umkreis, ringsumj ; c* Ofin&jut, nc* othisju, gi o*pn*JUL : c*> ©^n